Finanzielle Freiheit: Die meisten Menschen haben nicht die Disziplin. Daran scheitert alles


New York, 25. April 2018

Die meisten Menschen sind Sklaven ihrer Konsumwünsche. Sie werden nie finanziell frei sein.


Wenn Du sechsstellige Schulden hast und das hier von Deinem iPhone X liest, hast Du vermutlich ein größeres Problem. Wenn Du keine Lust hast zu sparen und immer nur ans Geldausgeben denkst, hast Du wirklich ein Problem.

Der Idealfall ist in meinem Augen: Du schuldest niemandem einen Cent. Du besitze alles, was Du hast, zu 100 Prozent. Einschließlich Deiner Immobilie(n). Du hast ein komfortables Depot. Und Du bist frei. Du gehst nicht impulsartig einkaufen. Du kaufst nur etwas, wenn der „Umschlag“/Konto voll ist. Kein Impulskauf! Keine Kredite.

Ich habe meine Einkaufsgewohnheiten zum Besseren gewendet. Ich war unzufrieden mit mir und shoppte wie ein Irrer (Kunst, Auto, Küche, Möbel…) für einige Jahre. Schuldenfrei zu sein ist ein wunderschönes Gefühl. Mir tun die Leute leid, die ihre Wünsche nicht in den Griff bekommen und ständig Geld ausgeben müssen. Es kann zur Droge werden.

Schon ein drei- oder vierjähriges Kind kann das Grundkonzept verstehen: Dinge kosten Geld. Und Geld kommt normalerweise von Arbeit. Ein Kind kann das besser verstehen als manch ein Erwachsener.

Gut, Schulden können ein Werkzeug sein, wenn Du in Immobilien investierst. Aber die Hypothek kann zur Falle werden, wenn die Immobilie keine Cashflows generiert.

Ich bin mit dem Wissen aufgewachsen, dass ich dafür verantwortlich bin, meinen eignen Weg durch die Schule/Uni/Arbeit zu gehen. Meine Eltern haben mir beigebracht, verantwortlich zu handeln. Ich begann, so jung wie ich konnte, Nebenjobs zu haben. Zeitung austragen. In Fabriken arbeiten. McDonalds. Ich begann früh, so viel wie möglich zu sparen. Ich hatte immer mindestens einen Job, oft zwei. Ich arbeitete viel. Hat es Spaß gemacht? NEIN. Nicht immer. Manchmal. War es schwer? JA. Aber ich bereue nichts, denn ich bin finanziell frei. Was ich sagen will: Es fliegt Dir nicht zu. Aber es kann im Prinzip jeder schaffen mit der richtigen Einstellung.

Meine Eltern haben mir beigebracht: Wenn Du kein Geld hast, musst Du arbeiten und sparen. Du brauchst Geduld. Dann wird es schon klappen.

Du musst nicht unbedingt mit 1 Million Euro in die Freiheit. Es kann weniger sein. Es geht nicht in erster Linie ums Geld, sondern um Deine materiellen Wünsche.

Sagen wir, Du hast 700.000 Euro im Depot. Du hast sie Dir selbst erarbeitet. Dann kannst Du davon leben, wenn Du das Vermögen selbst aufgebaut hast. Es ist einfach. Wer die Disziplin hat, 700.000 Euro zu sparen, hat die Disziplin davon zu leben. Denn es ist nur die Disziplin, an der es den meisten mangelt. Menschen ohne Disziplin verplempern selbst 2 Millionen Euro im Schnelldurchlauf. In kurzer Zeit ist alles weg. Bestes Beispiel sind die Lotto-Jackpot-Gewinner, die massenhaft pleite gehen.

Also spare langsam und geduldig. Investiere über Dekaden. Und verbrauche das Geld langsam, über Dekaden. Dann wird Dir das Vermögenspolster ein Leben lang helfen.

Spass zu haben, muss nicht viel kosten. Du musst nicht in der ersten Klasse in den Luxusurlaub fliegen, um zu entspannen. Einige lustige Dinge kosten nicht viel und können super sein. Budget-Reisen, Konzerte, Filme schauen, Essen, Kochen, Hobbys, Sport – wirklich Dinge, die Du „machen willst“ und nicht brauchst…

Dem einen macht es Freude, einmal im Monat ins Kino zu gehen. Dem anderen macht es Freude im Restaurant zu schlemmen. Das musst Du entscheiden, ob es Dir das wert ist.

Auf welche Art und Weise hast Du Dir sparsame Dinge angewöhnt zu tun? Außer „seltener ins Restaurant zu gehen“ und „nicht so teuer zu reisen“?

Es gibt einen Typ bei „Efficiency is Everything“, der hat eine witzige Liste erstellt. Nach dem Motto: Du gehst in die Natur. In den Park. Wald. An den See. Du gehst mit der Familie/Freunden wandern. Du organisierst ein Picknick auf der Wiese. Alternativ planst Du eine Radtour. Du programmierst. Du liest ein Buch…. Dinge, die wenig kosten (oder gar nichts) und trotzdem Spass machen.

Was machst Du? Es muss kein kleines Vermögen kosten, einen Ausflug zu machen. Du kannst in die Bibliothek gehen, dort gibt es viel mehr als nur gratis Bücher. Ins Museum. Camping. Du braust Dein eigenes Bier oder backst Pizza für Freunde.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Finanzielle Freiheit: Die meisten Menschen haben nicht die Disziplin. Daran scheitert alles

  1. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    Mit meinem Jüngsten setze ich mich gerne am Wochenende auf´s Rad und „entdecke“ mit ihm einen neuen Spielplatz, den er noch nicht kennt (da fahren wir schon mal eine viertel- bis halbe Stunde hin). Es ist sehr aufregend für ihn. Bewegung, frische Luft und „neue“ Spielgeräte.

    Da ich gerne frisches Gemüse esse, koche ich regelmäßig selbst. Wenn ich dann abends mal bei Freunden bin, packe ich die Tupperdose mit gut gewürzten Nudeln, Paprika, Zucchini und Kräutern aus, während die anderen für 15€ Pizza bestellen. Dabei geht´s mir nicht mal um´s Geld – ich esse das einfach lieber. Für meine Kumpels ist das keine Rede mehr wert….

    Einmal die Woche besuchen wir die Bibliothek und suchen Filme, Bücher und Comics aus. So gut wie kostenlos.

    Mit meinem Bruder werde ich am Freitag wieder gemeinsam im selbst ausgebauten Bandraum musizieren. Coole Musik, zwischendurch beim Bierchen plaudern – genial. Kostet mittlerweile so gut wie keinen Cent.

    Mir fallen noch dutzende Aktivitäten ein, die fast gar nichts kosten. Das hat auch nur bedingt mit Sparsamkeit zu tun. Die schönsten Dinge im Leben sind „for free“ 🙂 …..

    Danke für deine motivierenden Artikel, Tim!

  2. Fit und Gesund

    Echt Super Artikel,

    genauso wurde ich auch erzogen, nur musste ich nicht „arbeiten“ und auch nicht gross im Haushalt helfen, ich durfte schön spielen und lesen.

    Bei uns hiess es, wenn das Geld nicht da ist, kann man nix kaufen, logisch, oder?

    Das ist wie eingebrannt, alles Andere erscheint mir fast abartig.

    In meinem Freundeskreis ist es üblich eben einzuladen, meist findet es bei dem Geburtstagskind statt, ich lade in ein Restaurant ein, mag nicht Jeder die vielen Katzen und die sind auch nicht scharf auf Besuch 🙂

    Ich verschickte meine Einladung per mail wie immer, nur diesmal schrieb ich

    „ich habe einen grossen Wunsch“, die bekamen es schon mit der Angst zu tun hi hi…mein Wunsch war KEIN GESCHENK, auch keine Blumen, nix, gar nix! nur gute Laune.

    Jetzt ist 1 Monat vergangen und siehe da, die Anderen wollen es gerade genauso, gute Laune und zusammenhocken ist viel mehr wert als irgendwelcher Kram, nur die Leute von meiner Station konnte ich nicht überzeugen, die sind völlig unbelehrbar 🙂

    In unserer Umkleide liegen auch immer Bücher aus, die kann man mitnehmen, wenn man möchte legt man auch was hin, da steht Alles rum, von Geschirr, über Reitstiefel oder schlagmichtot, das Zeugs geht immer weg, glaubt man kaum. Bücher hab ich auch schon genommen und selbst welche hingelegt.

    Ein Kollege plant im Sommer immer eine schöne Radtour, das kostet praktisch nix, ausser mal wo einkehren, ist immer sehr nett.

    Muss nicht Alles immer einen Haufen Geld kosten,

    manchmal hat man Glück und kann noch was verticken, so habe ich heute einen ungebrauchten Gefrierschrank verscherbelt, 150 CHF hab ich bekommen, geht subito auf’s Depot, freut mich sehr.

    Hab ja schon geschrieben, Einkaufen macht mich eher fertig, da hab ich nix dran, aber paar neue T-Shirts und 2 Jeans werde ich dennoch brauchen, das muss aber zackig gehen, ich verliere sehr schnell die Geduld.

    Wünsche einen schönen Abend

     

     

  3. Andrea

    Ich habe schon immer Dinge gemacht, die nichts oder wenig kosten – Radfahren, Joggen, in die Stadtbücherei gehen und dort Bücher ausleihen, mit Freunden zu Hause Tee trinken, usw. Es lag daran, dass ich früher nicht reich war. Aber es hat mir nichts gefehlt und ich war immer zufrieden so. Die schönsten Dinge kosten in der Tat nichts.

    Wenn ich mir dagegen die ganzen modernen Freizeitvergnügungen vor Augen halte, bei denen eine Familie direkt einmal 100 EUR an einem Tag los ist und bei denen man auch nicht mehr Spaß hat als bei den kostenlosen Vergnügungen … Ich wundere mich manchmal, dass Leute so viel ausgeben.

  4. A.

    Zu deiner Frage wie ich es mir „angewöhnt“ habe sparsamER zu leben.

    1.) Überlege wie lange ich arbeiten müsste/musste um es mir zu kaufen. Aber nicht das was auf dem Konto landet, sondern was mir nach Abzug aller Kosten übrig bleibt.

    2.) Ist es mir dann wert, dann wirds gekauft. Wenn es mir einen Mehrwert bringt, dann wirds auch gekauft. Wenn nicht, dann lass ich es sein.

    3.)Was, wenn ich das Geld, statt es auszugeben, langfristig anlege oder z.B. ne Dividendenaktie  (nach)kaufe. Das bringt mir meist noch mehr Freude.

    All diese Überlegungen helfen mir daran größere Anschaffungen vernünftig einzuordnen.
    Über die „kleinen“ Dinge mache ich mir keine Gedanken, das ist der Luxus den wir uns erlauben wie z.B. mal ein Kaffee/Kuchen essen gehen, Mal Auswärts essen, da überlegen wir nicht lang. Dafür haben meine Frau und ich auch viel getan in der Vergangenheit um da zu sein wo wir sind.

    Gruß

     

     

  5. Michi

    @Andrea

    es geht den meisten Eltern darum nach dem Wochenende bei der Arbeit, bei den Bekannten oder bei Facebook zu prahlen, was man ach so Tolles gemacht hat. Viele denken immer, nur die Freizeitaktivität die viel kostet, bringt auch viel Spaß.

    Aber das ist einfach falsch. Diesen Leuten mangelt es oft an fehlendem Selbstbewusstsein oder sie benötigen einfach viel Aufmerksamkeit und „Bewunderung“.

    Wir machen mit unseren Kindern auch eher so Sachen, wie Du oder Freel.Sebastian sie beschreibt und sind sehr glücklich und zufrieden damit.

    Das einzige was manchmal nervt ist, dass Familienangehörige oder Freunde denken, man macht die kostenlosen/kostengünstigen Aktivitäten nicht freiwillig, sondern weil man kein Geld hat. Man wird so ein wenig bemitleidet. Das ist das einzige was mich nervt, weil wir machen diese Sachen nicht, weil wir kein Geld haben, sondern weil das glücklicher und zufriedener macht…

  6. vonaufdenboden

    Wir waren vor kurzem mit unseren Kindern im Europapark. Mit Übernachtung  im Hotel Santa Isabel habe wir etwas mehr als 1000 EUR verpulvert. Das waren zwei wunderschöne Tage. Wie im Märchen. Für die Kinder und für uns Eltern ein unvergessliches Erlebnis. Ganz ohne posten auf Facebook.

    Ich hätte mir dafür auch eine Aktie von Alphabet kaufen und in zwanzig Jahren mit den Kindern in den Europapark fahren könne. Sogar bei unterdurchschnittlicher Marktentwicklung hätten wir dann mindestens zwei Mal im Santa Isabel übernachten können.

    Gruss,

    vonaufdenboden

     

  7. V

    Tim, du erinnerst mich an eine Gebetsmühle. Wird es dir nicht langweilig alle 2-3 Tage dein Mantra aufzuschreiben? 😉

  8. KievKiev

    @ Freelancer Sebastian

    Deine Hobbies gefallen mir auch. Gitarre spielen würde ich gerne lernen. Dafür nehme ich mir aber aktuell keine Zeit. Meine Fremdsprache würde ich auch gerne weiter ausbauen. Familie und Sport sind mir hier momentan aber wichtiger. Nicht falsch verstehen, es werden sich mit dem Alter der Kinder zwangsläufig mehr Zeiträume ergeben, da die Kinder mehr ohne Papa unterwegs sein werden.

    Ich esse immer zu Hause und nehme auch Essen zur Arbeit mit. Bei mir hilft der Sport als Ausrede. Ich achte einfach auf die Ernährung und da esse ich lieber mein eigenes Essen.

    In meiner Bibliothek gibt es immer mehr Bücher online auszuleihen. Das gefällt mir richtig gut. Die meisten Titel gibt es dann aber doch gedruckt. Ich bin aber mit dem Fahrrad in 30 min hin- und zurück zur Bibliothek. Die Infrastruktur in der Stadt ist sehr gut.

    Bei uns sind Museen an bestimmten Tagen ohne Eintritt geöffnet, es gibt zusätzlich noch diverse Feste oder auch Tag der offenen Türe für alle möglichen Dinge wie Feuerwehr oder Sportarten. Selbst ein Schwimmbad ist aktuell permanent kostenlos geöffnet. Da konnte ich mit meiner Tochter fürs Seepferdchen ein paar Sonderstunden einlegen. Wir haben auch von der Musikschule ein Programm für Kinder. Meine Tochter ist aktuell in einem Chor. Das kostet nichts, außer dass ich für Auftritte eine Hose in einer bestimmten Farbe kaufen musste. Das Musikprogramm wird aber etwas teurer werden, da sie vermutlich ein Instrument lernen wird.

    Wir gehen aber manchmal auch in die Natur und die Kinder dürfen auf Ponys reiten. Das kostet dann 20€. Wenn man aber nicht auswärts essen geht ist das nicht viel. Ein paar Ziele brauchen wir in der Natur schon, sonst ist es nicht immer leicht die noch sehr kleinen Kinder zu überzeugen. Für Navi Software Spielchen sind sie noch zu klein.

    Dieses Wochenende fahren wir Zelten, wenn das Wetter einigermaßen stabil bleibt. Da freuen wir uns schon drauf.

    Ich gehe bewusst mit dem Geld um. Jedes Objekt hat seinen Preis. Ob der Preis gut im Vergleich zu ähnlichen in der Kategorie ist ist die eine Frage. Die entscheidende ist welchen Wert das Objekt für mich hat. Und hier muss ich auch manchen Wünschen nachgeben. Die Rechnung von A. ist hier sehr hilfreich. Und immer wenn möglich die Entscheidung  zumindest einen Tag reifen lassen.

  9. Kia

    Parks, Spielplätze, Bauernhöfe und Seen sind für kleine Kinder ein Spaß und kosten nichts.

    Gegenstände gebraucht kaufen und wenn nicht mehr gebraucht Weiterverkaufen.

    Kuchen selbst backen -dafür haben wir früher am Wochenende 10-15€ im Geschäft gelassen.

    Wenn ich keine Lust zum Kochen habe rechne ich mir aus was ich gegenüber dem „Fertigkaufen“ spare. Wenn die Unlust sehr groß gibt es eben Spaghetti mit Pesto. Das geht sehr schnell und man kann es noch mit Mozarella, Rucola, Tomaten aufmischen und auch kalt essen 🙂

  10. Michi

    @vonaufdenboden

    Du weisst ja wie ich das gemeint habe. Gegen ab und zu mal ein kostspieliges Highlight gibt’s ja nichts einzuwenden. Das machen wir auch. Das bleibt wahrlich ein Leben lang in toller Erinnerung.

    Es sind andere Dinge. Z.B. sind Bekannte mit der einjährigen Tochter in den 250 Kilometer entfernten Zoo gefahren, Benzinkosten, teuer Eintritt bezahlt, Essen und Trinken natürlich nicht von daheim mitgenommen u.s.w. Am Abend wichtig bei Facebook gepostet… und am nächsten Tag mir gegenüber zugegeben, dass es das Kind mit einem Jahr überhaupt noch nicht gecheckt hat, der Ausflug in den Zoo viel zu früh gemacht wurde und man nächstes mal lieber in den Kleintiergarten um die Ecke mit Hasen, Enten und Gänsen gehen will…

    Ist natürlich nicht so prestigeträchtig…

  11. KievKiev

    @ Michi

    Ich weiß nicht ob so viele Eltern unbedingt prahlen wollen. Ich vermute eher, dass sie einfach nur erschöpft sind. Sie gehen arbeiten, kümmern sich vielleicht parallel um Kind und Haushalt und wollen dann Abends einfach mal abschalten. Netflix Abo usw. profitiert da sicher auch von. Zoo mit Essen usw. heißt, dass die Kinder beschäftigt sind und man dabei selbst ausruhen kann und sich um nichts kümmern muss. Das kostet immer entsprechend.

    Vorausplanung erfordert Disziplin, vielleicht auch sich bewusst zu sein was man möchte. Erst wenn man selbst zufrieden ist kann man überhaupt erst andere Aktivitäten genießen. Fernsehen und Grillen (wenn hauptsächlich Unmengen Bier getrunken wird) macht nicht unbedingt zufrieden.

    Ich habe einmal eine Karte mit einem Spruch einer Rabenmutter gelesen:

     

    Wenn das Kind alleine spielt

    Vermeide jeden Blickkontakt!

     

    Der ist nicht schlecht. Ich gebe zu, dass ich diese Technik bereits vom Hörensagen kannte. Den Tag aufs Handy starren und Fernsehen bringen nicht Zufriedenheit und tragen auch nicht wirklich zur Erholung bei. Das Handy muss ich auch noch öfter beiseitelegen. Darüber muss ich mir immer wieder aufs Neue bewusst werden. Ich finde jedenfalls Eltern am Spielplatz, die permanent auf Handy schauen bedauernswert. Und die gibt es sehr oft.

    Ich kann aber nachempfinden wir erschöpft man sich manchmal fühlen kann. Den MMM Ansatz mit der Bettpfanne und dem Katheter finde ich sehr gut, um da wieder rauszukommen. Wenn man immer nur erschöpft zu Hause rumliegt bis man wieder arbeitet, dann legt man sich am besten mit Katheder, Bettpfanne und IPad in der Hand gerüstet auf die Couch. Wenns glücklich macht das ganze Wochenende.

     

    @ Vonaufdenboden

    Ich bin ja kein Fan von Freizeitparks, aber wir werden dies wohl auch noch zusammen erleben. Das werden wir dann als sehr teuren Tagesausflug durchführen. Aber es sollen ja schließlich alle zufrieden sein, da muss auch mal etwas drinnen sein was man nicht unbedingt braucht und dafür auch noch viel kostet. Winnetou steht auch auf der langen Agenda. Das gefällt mir schon eher, aber wird auch kein Schnäppchen. Solange man so etwas nicht jedes Wochenende durchführt ist es für uns zum Glück vernachlässigbar.

  12. Dirk

    Hallo Tim,

    ich stimme die voll zu, was das unsinnige Konsumverhalten macher Zeitgenossen betrifft. Stichwort IPhone – ein sicherlich gutes Produkt, doch wenn man auf die „Marke“ verzichten kann, erhält man vergleichbare Qualität für deutlich weniger Geld. Ich persönlich habe mir aus diesem Grund noch nie ein Apple-Produkt gekauft, mir ist die Firma aus verschiedenen Gründen auch unsympathisch. Hartz IV und IPhone, das Essen dann bei der Tafel abholen – sowas finde ich „amüsant“.

    Nun gut, zur Vermögensbildung habe ich etwas moderatere Ansichten: Ich denke, dass die selbstgenutzte Immobilie nach wie vor ein Ziel ist, auf das man hinarbeiten sollte. Vielleicht nicht für jeden (insbesondere wenn Mobilität im Job ein Faktor ist), aber für die meisten. Hierfür kann gerne auch ein Kredit aufgenommen werden, ansonsten fallen mir noch Bildungsausgaben und im Extremfall Kosten für eine selbst zu zahlende Operation ein. Für alle anderen Ausgaben sollte man vorsorgen und ein finanzielles Polster aufbauen – und die Ausgaben dann den eigenen Möglichkeiten anpassen. Ein Auto ist für viele ohnehin nicht notwendig, aber ein kleiner Luxus, auf den ich noch nie verzichten wollte. Doch hier gibt es hervorragende Möglichkeiten, um viel Geld zu sparen – ein Auto das 3, 4 Jahre alt ist, ist meiner Meinung nach in der Regel neuwertig, kostet aber vielleicht nur noch 30 Prozent des Neupreises. Wenn man kein extremer Vielfahrer ist, macht der Neuwagenkauf keinen Sinn, außerdem sinkt so das Risiko, durch Vandalismus und Wertverlust unnötig Geld zu verlieren.

    Nochmal zur Immobilie: Wer es schafft, mietfrei zu wohnen und dann noch gewisse finanzielle Reserven hat, die es erlauben,  zwei Jahre damit über die Runden zu kommen, der hat das Ziel „Finanzielle Freiheit“ in meinen Augen erreicht. Mehr Reserven sind natürlich immer gut, aber man sollte sein Konsumverhalten eben dem eigenen Einkommen und diesen Reserven anpassen. Auch mit weniger als 100.000 Euronen kann man es lange aushalten (sicherlich auch davon abhängig, wo man lebt, NY oder eine Low-Cost-Destination 🙂

    Gruß

    Dirk

  13. Raphael

    @ Michi
    [Das einzige was manchmal nervt ist, dass Familienangehörige oder Freunde denken, man macht die kostenlosen/kostengünstigen Aktivitäten nicht freiwillig, sondern weil man kein Geld hat. Man wird so ein wenig bemitleidet. Das ist das einzige was mich nervt, weil wir machen diese Sachen nicht, weil wir kein Geld haben, sondern weil das glücklicher und zufriedener macht…]
     

    Genau das sind unsere mit Menschen die arm sind wie eine Kirchenmaus und meist nicht mal das Herz an der richtigen Stelle haben.

    Mich kümmert/bedrückt das oft selbst. Mittlerweile sage ich zu mir selbst in so einer Situation „Scheis auf dich und deine irdischen Paranoia :D“

    Muss man Abstand gewinnen und stolz sein auf das was man macht. Die sind ja schließlich auch stolz auf ihre Sachgüter und darauf dass (die meisten) Pleitegeier sind.

     

    Ich finde du bist eine gute Gebetsmühle Tim. Deswege schaue ich bei dir vorbei.

    MfG

  14. Tim

    Die Lotto-Gewinner, die nach 5 Jahren wieder Pleite sind, sind ein gutes Beispiel. Disziplin ist alles, sowohl beim Aufbau des Kapitals als auch beim Halten.

  15. -M

    Ich muss auch sagen, wenn man auf Facebook sieht, wie viele Leute sich selbst beweihräuchern mit ihren Bildern vom Urlaub, Unternehmungen oder essen (meist irgend ein Steak Haus für 40€ für ein Stück Fleisch und kleiner kartoffelbeilage) lach ich mich auch immer innerlich kaputt.

    Die Aussage die hier gefallen ist mit den Sprüchen die man gedrückt bekommt „unternehmt doch auch mal was wie Freizeitpark oder geht doch mal öfter essen usw“ das man das Gefühl hat andere denken man kann sich das nicht leisten – dass kann ich nur bestätigen!

    Auch mit dem Handy der Eltern auf dem Kinderspielplatz ätzend…

    Gestern einkaufen gewesen: habe noch Schuhe für meine Hochzeit benötigt. War zusammen mit meiner Frau und Sohn unterwegs…. wir fragten uns wieso das andere Kind im Kinderwagen so ruhig war die ganze Zeit… als wir näher kamen hatte das ca2j alte Kind das Smartphone der Mutter in der Hand das diese in Ruhe shoppen konnte  (Der Vater übrigens such mit Phone in der Hand nebendrann) arme Welt….

    -M

  16. Slazenger

    @M

    das kann ich leider bestätigen. Unsere Enkeltochter 2,5 Jahre alt ist auch ganz heiß aufs Iphone oder Ipad, Sie kann das Ding auch perfekt bedienen, allerdings wenn Sie bei Oma und Opa ist , kommen diese Geräte weg. da wird noch ganz herkömmlich gespielt mit Bauklötzen oder Buntstiften, Puppen oder im Sandkasten etc. Ich verstehe dass die Kids heute mit dieser Technik aufwachsen , aber ich denke dass wir als Erziehungsberechtigte, und damit meine ich sowohl die Eltern als auch die Großeltern, das ganze durchaus steuern können. Zuhause  bei Mama und Papa bekommt sie das Teil max. 10-15 Min am Tag, jedoch auch nicht jeden Tag. Das finde ich ok.

  17. Martin Thörmer

    Hallo Tim,

    vielen Dank für diesen prägnanten Artikel! Auf Deine Homepage bin ich übrigens über finanzblogroll.de gestoßen. Dieser Artikel wurde dort gelistet und musste gleich klicken, da mich das Thema interessierte.

    Nun, nach dem Lesen, wurde ich nicht enttäuscht. Gut und leserfreundlich geschrieben. Ich kenne Deine weiteren Arbeiten leider (noch) nicht. Du bist ja sehr aktiv wie ich Deiner „Über mich“ Seite entnehmen kann.

    Um zu Deiner Frage zurückzukehren, ich führte lange ein Haushaltsbuch, werde es aber kurzfristig wieder einführen. Meine Frau und ich haben in den letzten Jahren „gut gelebt“, leider nicht immer sinnvoll. Wir bessern uns und wollen es weiterhin tun. Dein Artikel hilft dabei. Meine Frau wendet sich mental und auch in der Umsetzung immer mehr dem Prinzip Minimalismus zu. Dieses muss natürlich nicht auf alle Lebensbereiche angewandt werden, aber dennoch sehr interessant.

    Impulskäufe sind wirklich schlimm. Viel schöner ist es sich den „kleinen“ Dingen des Lebens zu widmen. „Es ist schwer, das Glück ins uns zu finden, und es ist ganz unmöglich, es anderswo zu finden.“ by Nicolas Chamfort

    Dankbarkeit in die alltäglichen Dinge hilft mir persönlich dabei. Das Ausfüll-Buch „Journal of Happiness“ von Marius Kursawe unterstützt mich dabei sehr (not sponsered).

    Zum Kommentar von „V“ weiter oben mag ich nur sagen, dass es eine Weile dauert bis etwas fruchtet, immer aus den Schritten: Erkennen – Annehmen – Umsetzen. Offensichtliche Wahrheiten immer wieder zu hören schadet nicht, ganz im Gegenteil.

    Besten dank und liebe Grüße aus Norddeutschland,

    Martin

  18. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ Michi, Kiev, vonaufdenboden

    Da bin ich ganz bei euch. Für besondere Ausflüge, Events, Urlaube, etc. muss man auch einmal Geld in die Hand nehmen. Das ist auch kein Problem, solange ein ordentlicher Anteil des Einkommens gespart und investiert wird.

    In unserem Familienbudget ist dafür Raum. So besuche ich z.B. gerne mal mit den Jungs einen Indoor-Spielplatz. Einen halben Tag toben auf einzigartigen Spielgeräten kann man sich mal 15€ kosten lassen, finde ich. Es ist eine besondere Ausnahme im Alltag.

    Events wie im Europapark bleiben ein Leben lang im Kopf (und im Herz) und wenn die Kids mal erwachsen sind, wäre die Chance vertan – Millionär hin oder her 😉 ….

    In der Bibliothek konnte ich heute zwei TipToi-Bücher ausleihen. Die sind echt klasse. Lernstoff für lau – gut geht´s uns hier! 🙂

    @Slazenger

    Unser Große ist jetzt in einem Alter, wo die Eltern nicht mehr viel zu melden haben 😉 . Im Kindesalter haben wir aber wie selbstverständlich erklärt, dass von Montag bis Donnerstag die „Flimmerkisten“ in allen Größen ausbleiben.

    Am Wochenende gibt es dann ein Zeitbudget. Ganz verbieten halte ich ebenfalls nicht für den richtigen Weg. Unser Kleiner spielt sehr gerne Schach und löst Mattstellungen am Tablet. Das finde ich gut. Auch Bedienungskompetenz sollte wohl jeder für die Zukunft erwerben.

    Dass ihr als Großeltern dann die „analoge“ Welt präsentiert, finde ich super.

    Wie immer ist das gesunde Maß entscheidend.

    @ Kia

    Gut machst du das mit dem Essen. 🙂

    Wenn unsere Kinder nach etwas Süßem fragen, schneide ich Äpfel und Orangen auf und gut ist´s . Die Süßkramtüte bleibt dann zu. Gesund und lecker!

  19. -M

    @Freelancer

    Schach ist wohl eine der besten „Sportarten“ um geduld, Konzentration und strukturiertes denken zu fördern.

    Ich habe auch Schach gespielt als Kind, das vlt tollste Spiel das es auf Erden gibt.

    Mein Sohn ist 2,5j alt und wenn er Obst und Kuchen auf dem Tisch stehen sieht dann greift er meist zum Obst.

    Beim einkaufen  (er schiebt einen kleinen Einkaufswagen) steuert er zielsicher als erstes zum Obst um sich 1-2 Sachen auszusuchen.

    Bei Gemüse kann er ziemlich alles benennen und mag das sehr gern da er es von Anfang auf so kennt das es viel Gemüse gibt.

    Klar gibt es ab und an ein kleines Eis oä… 🙂

    -M

     

  20. Bernd

    @Slazenger

    Die Kinder nehmen an der Lebenswirklichkeit der Eltern teil. Wenn den ganzen Tag fern gesehen oder das Smartphone alle paar Minuten zur Hand genommen wird, übernehmen Kinder natürlich dieses Verhalten. Sie wollen doch nur uns Großen nacheifern. Mich schützt, dass ich kein Smartphone und kein Facebook habe. So komm ich gar nicht in Versuchung, meine Freizeit mit unsinnigen Dingen zu vergeuden und meiner Eitelkeit mit einer tollen Facebookseite Ausdruck zu verleihen. Wir haben einen Fernseher (ist sogar noch ein Röhrengerät). Die Kinder dürfen abends eine halbe Stunde Kika schauen. Fertig. Wir Erwachsenen schauen fast gar nicht. Die Kinder kennen es nicht anders. Es ist für sie normal. Meine Tochter berichtete letztens ganz aufgeregt, dass einer ihrer Freundinnen einen eigenen Fernseher und ganz viele Filme hat. Sie haben drei Stunden lang fast nur Videos gesehen. Die Eltern sind wohl froh, dass Ruhe ist. Seit dem lasse ich die Freundin lieber zu uns kommen. Sie spielen im Garten, auf dem Spielplatz, im Zimmer. Die Freundin kommt gerne.

    Wir machen mit den Kindern auch oft Ausflüge, die nicht viel Kosten. Meine älteste Tochter geht gerne mit mir Laufen, wir machen Fahrradtouren. Wir nehmen Proviant mit. Wenn wir mal Essen gehen, ist das ein absolutes Highlight. Es gibt günstige (kleine) Freizeitparks, man muss kein Vermögen ausgeben. Auch hier wollen viele Eltern wahrscheinlich sich und andere beeindrucken, nach dem Motto: Schaut mal, was ich meinen Kinder bieten kann.

  21. Thomas der Sparkojote

    @Salzenger

    Finde ich gut wie du das machst, aber was machst du sagen wir mal wenn deine Tochter ein gewisses Alter erreicht hat bei dem sie ihr eigenes Smartphone/PC/Tablet/Konsole hat? Verbietest du es ihr wenn sie es übertreibt, wie ziehst du die Linie das würde mich interessieren?

    Nicht falsch verstehen bin nur neugierig, da ich selbst Probleme hätte, vor allem wäre bei mir definitiv der Faktor vom Heuchlerischen dabei. Im Alter von ca. 10 Jahren habe ich bereits angefangen viel vor dem PC zu sitzen (sehr sehr sehr viel). Geschadet hat es mir nicht eher im Gegenteil (aber das weiss man ja nie im Voraus), aber wenn ich meiner zukünftige Tochter/Sohn dann im selben Alter genau dieses Dinge verbiete, hat das schon nen faden Beigeschmack. Und ob es nun PC Spiele, Tablet Spiele, Smartphone, Social Media oder sonst noch was ist, man starrt in einen leblosen Bildschirm. Ich weiss als Eltern meint man es gut, aber wo zieht ihr da die Grenze? (Ich bin selbst noch jung und habe noch keine Kinder.)

    Die Frage geht übrigens an alle Eltern die hier mitlesen.

    Grüsse
    Thomas

     

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