Das ETF-Depot fürs Leben bauen


New York, 12. April 2019

ETFs, Du sammelst sie wie ein Eichhörnchen. Stetig – immer mehr. Sinkende Kurse machen dir nichts aus. Du kaufst einfach mehr Anteile zu.

Dein Geld vernünftig anlegen, das kannst du mit einem ETF-Depot. Du legst los und bleibst dran. Starten kannst du ein Depot jederzeit. Ob mit 100, 500 oder 1.000 Euro. Am besten ist ein monatlicher Sparplan. Einmal auflegen, dann laufen lassen. So kannst du erhebliche Summen bis zur Freiheit bzw. Rentenantritt zusammen bekommen.

Du kannst es gelassen sehen. Krisen kommen und gehen. Du sparst in guten wie in schlechten Zeiten, am besten monatlich in das Depot.

Zurecht sind ETFs auf den Weltindex MSCI World beliebt. Der World-Index beinhaltet 1.600 Unternehmen. Das sind mehr als der S&P-500-Index mit 500 Unternehmen hat. Der Weltindex ist zudem globaler. Aber Vanguard-Gründer und Index-Pionier John Bogle empfahl, den S&P-500-Index vorzuziehen, weil Amerika die stärkere Demokratie und Regulierung hat im Vergleich mit anderen Ländern. Das musst du selbst entscheiden, auf welchen Index und Anbieter du setzt.

Du kannst über eine größere Einmalanlage starten und zusätzlich mit einem Monatsplan das Depot ausbauen.

Wenig verlangt zum Beispiel der Onlinebroker Onvista mit pauschal 5 Euro je Order. Viele Banken verlangen 0,25 Prozent vom Ordervolumen. Manch einer nimmt zusätzlich Grundkosten von 5 Euro je Order. Mithilfe eines Depotrechners findest du die passende Bank. Wichtig ist, dass die Bank Sparpläne anbietet, finde ich zumindest. So kannst du bequem ein Depot per Autopilot aufbauen, ohne dass dir viel Arbeit entsteht.

Du hast vielleicht 500 oder 800 Euro monatlich zur Verfügung. In welchen Index legst du diese Summe an? Mir gefallen diese ETFs:

IndexKosten p.a.
HSBC MSCI World Ucits ETF (DE 000 A1C 9KL 8)0,15 %
Vanguard FTSE Developed Europe Ucits ETF (IE 00B 945 VV1 2)0,12 %
iShares MSCI Europe Ucits ETF (IE 00B 1YZ SC5 1)0,12 %

Generell bin ich ein Fan des Indexambieters Vanguard. Überall, wo Vanguard drauf steht, habe ich großes Vertrauen. Die Gebühren sind bei diesem Anbieter generell gering, die Strukturierung der Indexprodukte exzellent.

Achte immer auf geringe Kosten. Und einen verlässlichen Anbieter. Dann kann kaum etwas anbrennen.


tim schaefer (Author)

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thoughts on “Das ETF-Depot fürs Leben bauen

  1. AvatarRalf

    ETF-Sparpläne sind eine schöne Sache. Und wer Lust, Kohle und Zeit hat kann ja doppelgleisig fahren. Aktien und ETFs. Forlaufend ETF-Sparpläne und die Aktien etwas gezielter und getimter kaufen.
    Interessant ist eine aktuelle Studie der OECD (Taxing Wages) zum Thema Einkommen. Die Abgabenlast alleinstehender Durchschnittsverdiener beträgt in Deutschland fast 50 Prozent.
    Die Forscher warnen dass sich die Aussichten für Menschen mit mittlerem Einkommen in D zunehmend eintrüben. Und sie verlangen, dass Einkommen aus Kapital, Immobilien und Erbschaften – also Vermögen – stärker besteuert wird.
     
    Und das wird kommen. Wir müssen damit rechnen, das der staatliche Zugriff auf das Wertpapierdepot massiv steigen wird. Leider. Alternativen zum Investment sehe ich aber trotzdem nicht.

  2. AvatarMAX-KA

    Hi Tim,
    klasse, dass Du weiterhin so für ETF’s trommelst. Du hast viele junge Leser, deshalb hoffe ich, dass diese Form des Vermögensaufbaus von diesen angenommen wird. Das Depot sieht dann zwar mit maximal zwei ETFs (Industrieländer und EM) langweilig aus, ist aber langfristig sehr profitabel.
    Habe selbst mind. 15 Jahre in Einzelaktien investiert und inkl. aller Verluste magere Renditen erwirtschaftet – der Index war mir immer ca. 4-6% voraus. Da ging mir einiges an Rendite verloren. Mittlerweile bin ich überzeugter „Indexer“. Das Depot ist trotz Schwankungen an den Märkten dauerhaft im grünen Bereich :-). Bei Rücksetzern kaufe ich konsequent nach. Gestern war bei mir Payday – der Fonds hat Dividende überwiesen.

  3. AvatarGainde

    Habe heute komplett verkauft und werde zukünftig nur noch bei Korrekturen (Fear & Greed dunkelrot) in Tranchen zu CHF 10’000 einsteigen. Aktien 80%, Cash 20%

  4. AvatarDaniel

    @Gainde
    Was hast Du alles verkauft? Deine ganzen Aktien? Market Timing funktioniert doch nicht 😉

  5. AvatarGainde

    @ Daniel
    Ja, komplett verkauft – auch aus Bereinigungsgründen. Markettiming Theorie kenne ich.

  6. AvatarJamirael

    @Gainde
    Eine Korrektur hatten wir ja gerade erst im Dezember.
    Oder wartest du eher auf eine Korrektur wie 2008 ?

  7. AvatarNico Meier

    Gainde gelingt es prinzipiell immer am tiefsten Punkt „all in zu gehen“ und am Höchstpunkt auszustrigen.

  8. AvatarAlexJ

    Ich würde immer ein echtes Weltportfolio vorziehen. Meines ist:
     
    55 % MSCI World
    20 % MSCI World Small Cap
    25 % MSCI EM IMI
    Zur näheren Beschreibung siehe den Link hinter meinem Benutzernamen 😉

  9. AvatarV2

    @Gainde
    Der Weltmarkt steigt in den nächsten 7 Jahren vielleicht um weitere 35 Prozent mit leichten Schwankungen und fällt dann schlagartig um 25 Prozent. Dann kaufst Du, oder ?

  10. AvatarDirk Hoffmann

    Hi Tim. Gutes Timing. Ich hab mich heute Abend damit beschäftigt, einen neuen Broker für meine ETF’s zu finden. Und da kommst du mit dem Artikel. Klasse. Ich war bisher bei Consors. Dort zahle ich für 400 Euro 4,50 Euro Gebühr beim Kauf. Hab mich bei onvista informiert. Da sind die Sparpläne kostenlos bis auf die Gebühren von Vanguard selbst. Ich hoffe, ich habe das richtig gelesen. Möchte meine ETF’s von consors beenden. Wie ist deine /eure Meinung? Liebe Grüße an alle. Dirk 

  11. AvatarBruno

    Ich bin dieses Jahr auch am verkaufen, jede Woche wird wieder etwas verkauft oder verschenkt, habe immer noch zu viel… ja auch aus Bereinigungsgründen, und nein nicht Aktien natürlich nur Plunder im weiteren und engeren Sinne! 

    Bin ja ein Minimalismus-Fan geworden, war ja nie ein Chaot und mochte es schon immer aufgeräumt und nicht überfüllt, aber es hat sich noch etwas ausgeweitet.

    Von daher ist die Überlegung das Depot auf 1-2 ETF’s zu reduzieren schon interessant, aber ich habe immer noch meine gut 30 Aktien nebst 2 ETF’s. Aktien zu verkaufen bringe ich noch nicht übers Herz 😀

  12. AvatarSebastian

    Hi Dirk,
    meine Meinung: die 0% im Sparplan sind bei den Anbietern Kundenfangmethoden. Ich würde bei meinem Broker bleiben wenn ich mit allem anderen zufrieden bin. Ob jetzt pro Sparplankauf 1,5%, 1,75% an Gebühren stehen, die Unterschiede sind unterm Strich nach 30 Jahren gering. 
    Und auch die „0% Sparplan“-Onlinebroker machen ihren Schnitt, da zahlst du dann vielleicht keine direkten, ausgewiesenen Gebühren sondern kaufst zu schlechten Kursen und mit hohen Spreads, wofür der Broker dann Kickbacks bekommt.
     
    Gratis gibt es nicht, auch und vor allem nicht am Kapitalmarkt.

  13. AvatarDer andere Daniel

    ETFs sind wirklich eine gute Sache für den Vermögensaufbau. Ich habe einige Sparpläne bei der Consorsbank und zahle (meist) nur die ETF-Gebühren – also keine Ausgabegebühren.

    Zum einen bespare ich ein klassisches Weltportfolio:
    50 % MSCI World (Lyxor, Total Expense Ratio: 0,3 %)
    30 % MSCI E.M. (Lyxor, Total Expense Ratio: 0,55 %) 
    20 % Stoxx Europe 600 (ishares, Total Expense Ratio: 0,2 %)

    Dann bespare ich zweckgebunden (daher nicht oben dabei) zwei weitere ETFs:
    Nasdaq 100 (Lyxor, Total Expense Ratio: 0,3%)
    S&P 500 (Xtrackers, Total Expense Ratio: 0,2%)

    Daneben habe ich noch alte Einzelaktien (Dividendenwerte). Aber neben vielen, die gut gelaufen sind, sind da auch ein paar Ausfälle dabei, die die Performance erheblich drücken. Die ETFs sind alle wunderbar grün.

  14. AvatarJune

    Guten Abend zusammen,

    Lieber Tim, deine lezten Artikel gefallen mir sehr gut.
    Und mir gefallen die sachlichen Diskussionen hier gerade besonders gut.

    @Frauen und investieren.
    Im Büro kenne ich außer mir nur zwei Frauen, die sich trauen ihr Geld zielgerichtet zu vermehren. Eine investiert in Wertpapiere. Die andere in Immobilien. Privat kenne ich im allgemeinen drei Arten von Frauen, einmal die Interresierten, die bereit sind zu sparen und ihr Geld auf dem Tagesgeldkonto horten. Die zweite spezies Frauen, die das alles nicht interessiert und etweder nichts macht oder den Mann machen lässt, wenn dabei sichergestellt ist, dass der Lebenstandart nicht leidet. Und dann gibt es noch die Gattung Greenhorn, die der Meinung ist, man müsste etwas tun, aber man kennt sich ja mit Geld nicht aus und es gibt angeblich niemand der es einem beibringen kann.  Und dann gibt es 2 löbliche Ausnahmen in meinem Bekanntenkreis. Einmal Jenny die ich über Tim kennen lernen durfte und die Freundin meiner Tochter, die schon wirklich gut verdient und sich traut bei ihrer Bank Fonds zu kaufen. Meinen Tip mit den ETF‘s hat sie noch nicht umgesetzt, noch glaubt sie dem Bankberater.

    @Dirk,
    ein günstiger Broker ist sehr wichtig. Denn die Kauf- und Verkaufkosten sind nicht zu verachten.  Wie du richtig erkannt hast, ist Consors ehr teuer und onvista hat soweit ich weiß, das freebuy System. Daher für mein Empfinden die bessere Entscheidung.
    Deine ETF‘s bei Consors würde ich, wenn es kostengünstig möglich ist zu onvista übertragen. Verkaufst du deine Anteile zahlst du Gebühren, hast eventuell Kursverluste und zahlst auf jeden Fall Steuern, wenn du Gewinne hast. 
    Im Laufe deines Investorenlebens wirst du immer mal wieder in andere ETF‘s sparen, dann jedesmal deine Alten zu verkaufen kostet nur unnötig Geld.

    Take care,

    June

  15. AvatarSmyslov

    Gainde: Zumindest hast du einen sehr guten Tag für die Verkäufe erwischt. Man
    soll ja bekanntlich gehen, wenn es am schönsten ist. Ich  habe nicht verkauft,
    jedoch habe ich volles Verständnis für eine solche Entscheidung. Einen großen
    Gewinn , der vielleicht in Jahren angewachsen ist zu sichern, das kann zunächst
    einmal nicht falsch sein. Wie sieht dein Plan aus? Wie lange bleibst du an der
    Seitenlinie, u. hast du, u. vor allem bei welchem Nivau ,wieder vor, einzusteigen?
    Ich habe viele Einbrüche an der Börse erlebt, und immer, wenn es richtig ge-
    kracht hat , wäre ich jeweils froh gewesen , keine Aktien zu haben. Mal 20,
    30, oder 50 oder gar 60 bis 70% weniger ist eine ganz üble Nummer. Was auch
    immer jeder für sich entscheidet, wichtig ist, daß man sich bei seinem Tun auch
    wohl fühlt. Die Nachherklugen sind immer schlauer als die Vorherdummen.
    Du hast deine Ernte in die Scheune gebracht u. bist eins mit deiner Seele.
    Respekt!

  16. AvatarGainde

    @ Smyslov
    Wenn der Gesamtmarkt um mind. 4.5% fällt, kann ich bereits zu einem günstigeren Einstiegskurs als beim letzten Mal einsteigen. Funktioniert natürlich nur bei hohen Investitionsbeträgen, weil einem sonst die Gebühren den Gewinn auffressen. Aktuell ist der Markt vor allem von den Leitzinsen getrieben. Goldylock scheint vorbei zu sein.

  17. AvatarFreedark

    @Florian H
    Der von dir genannte ETF sagt mir auch zu. Besteht hier aber nicht das Problem der Ausschüttung und damit verbundenen notwendigen Wiederanlage?
    Derzeit bespare ich den Lyxor MSCI All Country World UCITS. Dieser therausiert, hat aber eine TER von 0,45% statt 0,25 %. 

  18. AvatarHolger

    ETF Sparplan Kosten der NetBank
    „Die Ausführungskosten des ETF-Sparplan liegen bei 0,30 % (mindestens 0,95 €, maximal 19,50 €). Für Sparbeträge bis rund 316 Euro fällt also die Mindestgebühr an.“
    Ich habe nichts preiswerteres gefunden.
    VG 
     

  19. AvatarThomasH

    Bei onvista sind die Sparpläne demnächst auch nicht mehr kostenlos.
    Dafür gibt es aber ein Freebuy Depot,  bei dem man ein paar Käufe pro Monat kostenlos hat, je nach Cashhöhe. Für mich perfekt: meinen Sparplan mache ich manuell (einmal im Monat 1 bis 2 Klicks = Käufe schaffe ich auch ohne Automatismus). Außerdem kann man auch mal was zusätzlich umsonst nachkaufen.
    Verkaufen wie gainde um alles wieder billig nachzukaufen ist keine Option. Ich müsste im hohen 5 stelligen Bereich Steuern zahlen und könnte daher nur ca. 75% des Verkaufspreises wieder neu anlegen. Außerdem müssen die Kurse ja auch erstmal wieder fallen für einen günstigen Neueinstieg. Wer weiß, wie lange das dauert. Dividenden gibt es in der Zwischenzeit auch nicht. Ich verkaufe erst, wenn ich entspare. Und dann zahle ich hoffentlich weniger Steuer als heute. 

  20. AvatarDaniel

    Die Ordergebühren spielen bei der langfristigen Anlage nahezu keine Rolle sondern sind von den laufenden Kosten bzw. Renditen wesentlich mehr beeinflusst.
    Hab mich bei onvista informiert. Da sind die Sparpläne kostenlos bis auf die Gebühren von Vanguard selbst. Ich hoffe, ich habe das richtig gelesen. Möchte meine ETF’s von consors beenden. Wie ist deine /eure Meinung? Liebe Grüße an alle. Dirk 
    Ich halte das Broker wechseln um irgendwo ein paar Euro Kaufgebühren zu sparen in etwa so sinnvoll wie das Tagesgeld-Hopping das einige Anleger betreiben um 0,1% mehr Rendite zu bekommen, nämlich gar nicht. Wenn Du mit dem jetzigen Broker zufrieden bist, dann bleib dort. Diese ganzen Aktionsdinger sollen doch nur Kunden locken. Der Finanzwesir hat es mal schön zusammengefasst:
    https://www.finanzwesir.com/blog/etf-sparplan-kosten
    Bei der Comdirect kaufe ich manuell weil mir das geklicke Spaß macht 😉 Bei der DKB laufen 2 Vanguards EM und Developed für je 1,50€ pro Order egal wie hoch.

  21. AvatarRon

    Ich bespare nur 2 Etfs mehr ist eigentlich unnötig und treibt nur die Kosten in die Höhe.
    World und EM reicht völlig aus .

  22. AvatarChristoph

    @Franks Leserbrief: 
    Erstmal klasse dass du erkannt hast wie du bist und was du nicht möchtest. Dazu hast du dich frühzeitig selbst verantwortlich um eine Lösung gekümmert.
    Es gibt leider genug die hartz4 als Lösung hierfür sehen.
    Du sitzt wirklich auf einem riesen cash berg. Die einfachste Lösung wäre doch:
    Die Summe die du dadurch monatlich als Nothilfe bis zur rente hast, 2.000 waren es glaub ich, einfach jeden 2. Monat in etfs bzw dividenden aktien zu stecken. So hast du am schluss noch 180.000 übrig, bekommst dann die rente, musst keine kv mehr zahlen und bekommst sofort schon höhere dividenden.
     
    Wegen Freizeit. Nun wie wäre denn eine reise in länder von denen du träumst? Oder ein Wohnmobil kaufen und einfach los fahren? Oder falls du tiere magst, einen hund aus dem tierheim ein tolles Leben geben? 
    Schöne Grüße 
     
     

  23. AvatarderHamster

    In diesem Zusammenhang fällt mir auch das Depot meiner Kinder ein.
    Habe direkt nach der Geburt meiner Kinder ein Depot angelegt, wo „nur“ 25€ pro Monat in einen ETF investiert werden.
    Ziel ist es meinen Kindern eine soliden Start ins Berufsleben zu ermöglichen, sodass der Anlagehorizont für mein Verständnis mind. 18 Jahre beträgt.
    Unerwartete Geldgeschenke an die Kinder wandern direkt mit dem Sparplan ins Depot.
    Tut mir monatlich nicht wirklich weh und bringt dennoch auf lange Sicht viel.

  24. Avatar42sucht21

    @Gainde / Depot verkauft
    Wenn in der Bildzeitung 83 jährige ehem. Realschullehrerinnen ihre Einzelinvestmenttips als Bezahlcontent verkaufen können (…“Biotech & Pharma! Aktienanalyse mit Beate Sander“), dann ist es vermutlich nicht der schlechteste Zeitpunkt aus dem Markt auszusteigen.

    Wie lange es noch geht – wer weiss es schon – aber ich denke auch es ist nicht die perfekte Zeit all-in zu sein. Klar, deutsche Privatanleger bewegen nicht unbedingt die Weltbörsen, aber ich lasse nur den Sparplan laufen und ansonsten bin ich auch eher zurückhaltend.

  25. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ Gainde

    Du versuchst also den Beweis anzutreten, dass auch ein ETF-Anleger eine – auf den Gesamtmarkt bezogene – unterdurchschnittliche Rendite erzielen kann?

    Viele haben das schon bewiesen, wie die Analysefirma Bogle Financial Markets Research aufzeigt:

    https://www.whitebox.eu/magazin/der-falsche-umgang-mit-etf-kostet-anleger-viel-geld

    Hin und her macht Taschen leer und Timing führt zu schlechterer Performance. Das war so und das bleibt so.

    Und das gelingt auch mit ETFs. Dabei höre ich doch immer wieder, dass nur die ETF-Anleger die besten (also durchschnittlichen) Ergebnisse erzielen, während die „Stock-Picker“ zum Scheitern verurteilt sind und in der Regel in der Mehrheit schlechter abschneiden.

    Vielleicht ist einfach nur die Handelsstrategie entscheidend und am Ende völlig egal, ob ich 1600 Unternehmen mit ETF oder 50 Bluechips im Portfolio habe?

    Stur und stetig kaufen und dann einfach halten. Total simpel und doch genial im Ergebnis. Gewinne mitzunehmen, mag kurzfristig attraktiv erscheinen, jedoch wird der langfristige Erfolg konterkariert.

    Was du versuchst, ist mir übrigens wie von Zauberhand gelungen. Den Tiefpunkt der letzten Korrektur am 25.12.2018 habe ich perfekt getroffen und bin dann zu 100% investiert gewesen.

    Der Ehrlichkeit halber muss ich aber gestehen, dass das kein Kunststück war. Ich bin nie vorher ausgestiegen….

    Bitte berichte doch regelmäßig über dein Vorgehen. Welche Ergebnisse erzielst du mit deiner Strategie?

  26. AvatarRalf

    Stetig investieren per Sparpläne ist langweilig aber effektiv. Wer mehr Rendite will kann zweigleisig fahren und zusätzlich Markttiming mit Aktien betreiben. Spricht doch nichts dagegen.

    Sparen kann jeder. Aber große regelmäßige Beträge können herausfordernd sein, auch angesichts steigender Wohnkosten. Das Problem für viele ist das notwendige Kleingeld. Die Sozialversicherungs-Beiträge liegen inzwischen fast bei 40 Prozent in Summe vom Brutto (Arbeitgeberanteil eingerechnet), Tendenz steigend.

    Ein alleinstehender Durchschnittsverdiener in Deutschland musste der OECD zufolge 2018 Jahr fast 50 Prozent des Arbeitseinkommen abgeben. Ich finde diese Entwicklungen kritisch. Und motivierend sicherlich auch nicht.

  27. AvatarDaniel

    Ein alleinstehender Durchschnittsverdiener in Deutschland musste der OECD zufolge 2018 Jahr fast 50 Prozent des Arbeitseinkommen abgeben. Ich finde diese Entwicklungen kritisch. 
    Wobei ich mich frage wie diese Rechnungen zustande kommen. Wenn ich beispielsweise 60.000€ Brutto verdiene, dann kratze ich natürlich bereits am Grenzsteuersatz von 42%. Dies gilt aber nicht für das ganze Einkommen. Selbst mit diesem überdurchschnittlichen Lohn errechne ich mir einen Durchschnittssatz von 28%.
    Und motivierend sicherlich auch nicht.
    Es motiviert mich eigentlich weiter mein Kapital aufzubauen da zumindest die Abgeltungssteuer fixiert ist….momentan. Und ich hoffe darauf dass die Lobby groß genug ist, dass auch bei Abschaffung dieser Methode wieder andere Verfahren wie früher greifen.
     

  28. AvatarDanielKA

    @ Ralf: Du bist doch verheiratet mit zwei Kindern, da ist die Belastung deutlich geringer, trifft dich also nicht.
    Tipp: Mir wurde schon das Elsass als Grenzgänger empfohlen, mit Familie bist du unglaublich günstig unterwegs, Steuersätze sind ab 3-4 Kindern mit Monaco vergleichbar und 300.000 Euro können steuerfrei in Aktien (Altervorsorgedepots) angelegt werden, plus nochmal ein hoher Betrag in das livre a/b Sparbuch 

  29. AvatarFinanzfee

    @June: Kenne leider im direkten Bekanntenkreis niemanden, der in Aktien/ETFs investiert, aber doch einige wenige Frauen, die immerhin in Immobilien investieren. Allerdings hab ich den Eindruck, Immobilien sind anerkannter, als die Börse. Bei unserem Eigenheim gab es Applaus (und ich bereue die Entscheidung, wir versuchen sie gerade kostenneutral oder mit Gewinnn rückgängig zu machen), der nun geplante Verkauf ist für niemanden nachvollziehbar. Ich freue mich immer, wenn ich von anderen Frauen lese, die schon viel erreicht haben.
    @Sparpläne und Gebühren Wir haben vor knappen drei Jahren erst angefangen und sind nach einem kurzen Einblick in den S-Broker (unmöglich, sofort ohne Kauf gekündigt) bei Consors gelandet. Ich spare nicht nur in ETFs. Womöglich werde ich in 3-5 Jahren auch merken, dass ich unterperforme, aber die Motivation bei einer Mischung aus 50 Prozent Aktien und 50 Prozent ETFs ist für mich deutlich höher und die Sparplanmöglichkeiten bei Consors waren/sind für mich ideal, da 1,5 Prozent bei mehreren kleinen Käufen besser ist, als feste Gebühren. Bin aber hin und hergerissen, ob länger Sparen und dann bei einem anderen Broker größere Stücke kaufen nicht besser wäre, vor allem weil die Spreads bei Consor schlecht sein sollen. Ich bin aber noch nicht so belesen, dass ich das auch nur ansatzweise beurteilen könnte und finde das Depot super übersichtlich. Habe auch den Artikel von Finanzwesir gelesen und werde wahrscheinlich erstmal bleiben. Die Option, ab 50 oder 100 k ruhen lassen und ein zweites Depot eröffnen, ist aber immer im Hinterkopf und ich hab da noch keine zufriedenstellende Lösung gefunden.

  30. AvatarRalf

    @DanielKA: Sollte eine allgemeine Feststellung sein. Die OECD ist anscheinend ordentlich am meckern, stößt aber auf taube Ohren in D. Zumindest ist wohl weniger mit einer Senkung der Abgabenlast zu rechnen. Trotz jahrelangem Wirtschaftsboom in D. Wenn nun noch die Autoindustrie schwächeln sollte (jeder siebte Arbeitsplatz in D) könnte es interessant werden.
    Wer kann sich heute noch diese teuren Karren leisten? Außer auf Pump…

  31. AvatarZaVodou

    @Tim
    „Aber Vanguard-Gründer und Index-Pionier John Bogle empfahl, den S&P-500-Index vorzuziehen, weil Amerika die stärkere Demokratie und Regulierung hat im Vergleich mit anderen Ländern.“
    Bogle war Amerikaner, und ich habe da immer im Hinterkopf (sicher bin ich mir nicht), dass er seine Bücher wohl hauptsächlich für seine amerikanischen Landsleute geschrieben hat oder denkst du sein Ratschlag gilt auch für Anleger, die nicht in den USA leben.
    Was mir aufgefallen ist:
    In seinem Buch „Keine Investmentzauberformel“  empfiehlt er Anlegern, die weltweit streuen wollen, was er für eine vernünftige Alternative hält, einen maximalen Anteil von 20 % an ausländischen Aktien. Das ist erheblich weniger als das, was hier so von einigen Usern als Mix gefahren wird.Das Buch wurde jedoch 2007 geschrieben, was jetzt nun auch schon über 10 Jahre her ist.  Glaubst du er würde diesen Mix immer noch befürworten?

  32. AvatarThorsten Rohweder

    @Ralf das sehe ich genauso,  mehrgleisig und Achtung vor des Staates Zugriff. Wir müssen das bei Immos und anderen Vermögen beobachten. Enteignung und Vermögenssteuer werden immer wieder ins Spiel gebracht.
    @Bruno der war gut, verkaufst und verschenkst,  hihi. Ich mache das jetzt seit fast 1,5 Jahren. Minimalismus passt gut zu Sparambitionen und niemand sagt, dass man in allen Bereichen minimalistisch sein muss, wir wollen ja nicht für  Geizhalse gehalten werden. Wer ein Hobby hat , der darf dort auch Geld ausgeben. Er muss es aber auch zeitlich betreiben. Die 12 Räder im Keller sind kein Minimalismus,  sondern eine Sammlung. Man kann nur ein Rad zu einer Zeit fahren. Bei 2 oder 3 ist dann spätestens zweckgebunden Schluss, nur so als Beispiel.
    Ich halte es so : keine Sammlungen mehr anlegen außer solchen die Ertrag bringen oder das Herz dauerhaft erfreuen :  Wertpapiersammlung natürlich, Immobilien und Beteiligungen, Kräuter/Gemüsebeet auch eine Sammlung , macht Arbeit, aber ich kann ernten und bin an der frischen Luft bei der Pflege. Zwei Dinge  wollte ich wegminimalsieren und bin dann doch dabei geblieben  : ein paar Zimmerpflanzen für die Seele. Der Aufwand für die Pflege bei wenigen Pflanzen ist die Steigerung des Ambientes wert. Ich wollte auch alle 3 Aquarien abschaffen, eins habe ich behalten. Ab und zu kann ich ein paar Tiere verkaufen und es bleibt momentan mehr über als es an Strom/Futter kostet. Ambiente kommt natürlich dazu, langweilig ist es auch nach Jahren nicht.
    @All Da ich keine Entnahme im Depot tätige bin ich an möglichst häufigen Ausschüttungen interessiert. Möglichst so, dass es die monatlich anfallenden Ausgaben deckt. Also habe ich auch viele Papiere, irgendwas schüttet dann im laufenden Monat gerade aus und wird für die Lebenskosten per Einzugsermächtigung schnell wieder abgezogen. Hätte ich nur Deutsche Aktien, dann müsste ich bei jeder Aktie das Geld 11 Monate sinnlos auf dem Girokonto liegen lassen oder ganz genau auswählen, dass ich jeden Monat wenigstens einmal was bekomme, das ist kaum möglich,  wenn ich das kaufen möchte , was ich für gut befinde. Monats- und Quartalszahler gehören deshalb für mich als erste Wahl ins Depot, Jahreszahler und Wachstumswerte sind pfeffriges Bauwerk, weil es Spaß macht.

  33. AvatarJens

    Ich kauf alle drei Monate den Vanguard FTSE All-World und fertig. Kein Sparplan. Gebühren für den Kauf liegen bei der DKB bei je 10 Euro, also 40 Euro pro Jahr. Ich weiß gar nicht, ob die dafür einen Sparplan anbieten. Könnte ich bei Gelegenheit mal nachschauen.

  34. AvatarAlbr

    @Ralf, Autoindustrie ist in Deutschland ein Klumpenrisiko… da wird es ganz sicher ordentlich krachen; die hiesige Autoindustrie basiert im wesentlichen auf der Diesel Technologie, die aktuell verteufelt wird… in diesem Segment gab es in den letzten Jahren Margen, die unglaublich waren… ein Elektroauto zu produzieren ist nix besonderes, das werden die Chinesen günstiger anbieten können als wir in D.
    wenn noch flächendeckend Fahrverbote, zurückdrängen von Individualverkehr, Tempolimit etc. hinzukommen, wird die deutsche Autoindustrie – und damit die Arbeitsplätze – zugrunde gehen… für Elektroautos werden auch deutlich weniger Mitarbeiter benötigt… 
     

  35. AvatarThorsten

    @Gainde 
    Um dem Depot einen Schub zu geben könnte das funktionieren, auch wenn dann wieder Statistiken bemüht werden könnten, die sagen ,  wenn man die wenigen x guten Tage an der Börse pro Monat / pro Jahr verpasst hätte, dann wäre man sehr unterdurchschnittlich dabei . 
    Ein (Teil-)Verkauf zum jetzigen Zeitpunkt  könnte auch für die interessant sein, die planen oder es für möglich halten in den nächsten Jahren eine Immobilie zu kaufen. Wenn man dann doch nicht kaufen sollte, dann könnte man das Kapital sukzessive zum Kaufen von Dips bei den Aktien nutzen. Die verlorengegangene Rendite würde durch die Folgeaktionen sehr wahrscheinlich aufgewogen oder sogar überrentiert werden (je nachdem natürlich wie sich dann die Immo- und Aktienmärkte entwickeln).
    Ich selbst habe das zweimal gemacht, 1999 und 2007. Haha, gute Zeitpunkte. Bräuchte ich eine Immobilie zum Selbstbezug würde ich jetzt mein gesamtes Depot verkaufen, zum Glück habe ich schon eine. Ich rechne mit einem erneuten deutlichen Preisschub bei Immobilien in Ballungsgebieten und mit einer Anpassung (  Verdoppelung ) der Mieten in den nächsten 20 Jahren. Die Inflation hilft mit, gerade auch bei der Entschuldung. Keine Immoblase, reiner Bedarf, es gibt keinen Leerstand. Wenn die (City)maut für PKW kommt (London, New York,…) geht’s noch mal hoch mit den Preisen.

  36. AvatarJune

    Hallo in die Runde,

    @Finanzfee,
    du wirst eine Lösung für dich finden. Und niemand geht da ohne Fehler aus dem Lernprozess heraus. Nur die meisten Menschen fangen aus Angst vor ihren Fehlern gar nicht an zu investieren. Daher machst du das sehr gut.

    Aus heutiger Sicht ist meine Riesterrente ein Fehler. Als ich sie aber vor 13 Jahren abgeschlossen habe, war es eine kluge Entscheidung. Ich kann mich noch sehr genau an den Tag meiner Scheidung erinnern, als mir der Richter die Riesterente als Fehentscheidung vorgeworfen hat. Es war 2008 und der Aktienmarkt war im Keller. Heute haben sich meine Einzahlungen vom Kurs her verdoppelt. Ich musste als alleineziehende Mutter fürchten in die sogenanten Altersarmutsfalle zu laufen. Und nur mit einem Banksparplan hätte ich in meinem damaligen Alter nicht mehr gegensteuern können. Jetzt 11 Jahre später bin ich fast frei. Und meine Riesterrente hätte mir in ETF‘s oder Aktien ohne die sattliche Regulierung sehr viel mehr gebracht. Aber ich trauere der Entscheidung nicht nach. Es ist heute der risikoarme Teil meiner Investitionen. 

    Das Leben verändert sich und damit auch die Einstellung zum investieren. Warum wollt ihr denn euer Haus verkaufen, was hat sich im Nachinein als Nachteil herausgestellt und was war euer Idee hinter der Entscheidung zum Haus? Wie sehen eure neuen Pläne aus? Wie konkret sind diese? Habt ihr feste kurz-, mittel- und langfristige Ziele aufgeschrieben? Habt ihr die Kosten des Verkaufs, Marklergebühren, Vorfälligkeit und die damaligen Kaufnebenkosten berücksichtigt?

    Wir haben neben meinen vermieteten Wohungen auch eine Immobilie, die wir selbst bewohnen. Eine der sehr guten Entscheidungen, die wir bisher getroffen haben. Da kann Kommer noch so sehr die Mieten und Investieren Lösung als positiv bewerten. Für uns wäre es von großen Nachteil gewesen. Als wir unsere Wohnung gekauft haben, wusste ich nur, wir fahren mit dieser Variante nicht schlechter als Mieten, vielleicht sogar etwas besser. Inzwischen hat sich der Preis für unsere  Wohnung in nur 5 Jahren aber fast verdoppelt.

    Würden wir heute verkaufen hätten wir eine Rendite für unser eingesetztes Eigenkapital von fast 40% p.a., das hätte ich mit Aktien vermutlich nicht geschafft. Hinzu kommt, dass wir die letzen Jahre auch getilgt haben und uns eine gemietete Wohung vermutlich sogar mehr Miete gekostet hätte als wir mit Zins und Tilgung an die Bank zahlen.

    Ich habe heute eine Studium Finanzierungsgespräch mit meinem Sohn, mal schauen wie wir uns einigen. Es geht um die nächsten 18 Monate. Anspruch auf meine Unterstützung hat er keine mehr.

    Take care,

    June

  37. AvatarThorsten

    @Albr gestern auf dem Elternabend Klasse 10 Gymnamsium. Thema unter anderem : „die Zeit nach VW“, es gab eine Schweigeminute. Alle ahnen, dass die Zeit der ungebremsten Autoindustrie in Europa vorbei ist. Während andere die Realität verweigern und denken andere, alles gehe so weiter wie bisher und winken ab. Deutschland wird beim Autobau eine geringere  Rolle spielen,  der Individualverkehr in den Ballungsräumen wird eingeschränkt werden, es passiert schon  : Einbahnstraßen, Fußgängerzonen, 30er Zonen, Radwege und Verlorouten mit PKW-Duldung. Busspuren ohne PKW-erlaubnis, wir werden uns dran gewöhnen (bei den Fußgängerzonen war das Geschrei damals auch groß). Die Pkw-Maut ist beschlossen,  die Tarife für das Fahren mit dem PKW in der Stadt können jederzeit eingeführt werden, wenn die Technik erst mal da ist.

  38. AvatarLejero

    Analog Gainde halte ich ebenfalls erst mal mein Pulver trocken. Ich gehe sogar noch weiter und habe dieses Jahr eine Immobilie nachbeliehen um meine Liquidität noch weiter zu erhöhen. Ich mache das aber nicht, weil ich glaube das es in den nächsten 1-2 Jahren crashen wird, sondern als Versicherung.
    Für mich sind zukünftig drei Szenarien vorstellbar:

    Zinsen fallen: halte ich persönlich für das wahrscheinlichste Szenario (Zentralbanken diskutieren aktuell schon, wie mit Bargeld umzugehen ist wenn es auf den Konten Negativzinsen gibt), dann würden Aktien und Immobilien im Wert weiter zulegen. Da ich sehr stark in Immobilien investiert bin super Sache. Für meine Liquidität natürlich ein Killer, da ich mir dafür immer weniger Sachanlagen kaufen kann und Zinsen nagen. Unterm Strich: sehr vorteilhaft da der Wertzuwachs die Kosten meiner Versicherung bei weitem übersteigen wird.
    Zinsen steigen: vermutlich werden alle Sachwerte sinken. Tut weh, meine Immobilien werden vermutlich deutlich verlieren. Positiver Effekt hier: jetzt kommt meine Versicherung zum Tragen, ich kann günstig und im großen Stil nachkaufen. Unterm Strich: das Nettovermögen wird deutlich weniger, fühlt sich nicht toll an, aber nicht schlimm da ich nicht verkaufen muss. Dafür kann ich aber auf Schnäppchen-Jagd gehen. Insgesamt nicht so schön wie Szenario 1, aber bietet viele Chancen.
    Zinsen bleiben langfristig auf annähernd gleichem Niveau wie jetzt (japanische Verhältnisse): das ist für mich das schlechteste Szenario. Meine Immobilien haben keine Preissteigerung, Liquidität bringt auch nichts, zusätzlich aufgenommener Kredit kostet nur Zinsen. Tja, man kann nicht alles versichern und es gibt immer ein Szenario das nicht toll ist. Aber es ist nicht tödlich. Die Kosten für den Kredit sehe ich als Teil meiner „Versicherung“, schöner wäre es ohne, aber nicht schlimm.

    Was ich damit sagen will: ich finde es kann durchaus Sinn machen aktuell stark in Liquidität zu gehen, und das muss nichts mit Markettiming zu tun haben. Optionen zu haben und Szenarien abzusichern sind zumindest für mich durchaus auch einen Kredit wert. Man kann auch jahrelang auf einem Haufen Cash am Spielfeldrand sitzen und ist deswegen nicht automatisch ein „doofer Markettimer“.

  39. AvatarGainde

    @ Lejero
    Genau, Liquidität gibt Handlungsspielraum, da seit über einem Jahr am Aktienmarkt kein Trend auszumachen ist.

    @ All
    Rücksetzer wird es auch geben oder denkt einer, dass der Anstieg seit Januar sich exponenziell fortsetzen wird? Denke, dass die grossen Player sehr bald ihre Gewinne ins Trockene bringen und den Stecker ziehen. Sieht schon sehr nach FOMO aus. Siehe Peak Januar 2018 und anschliessende Korrektur.

  40. AvatarFinanzfee

    @June Danke für deine Antwort. Große Fehler haben mein Mann und ich schon beide durch, vor allem der Klassiker Lebensversicherung und es war leider nicht die vor 2005. Wir versuchen aber auch, aus Fehlern einfach zu lernen und es besser zu machen, anstatt sich ewig damit zu befassen, wer ist mit Mitte 30 schon perfekt? Ich habe auch noch die klassischen Vermögenssparpläne der Sparkasse, war auch nicht das beste Invest, aber da wir viel in Aktien/ETFs investieren und da eine Rendite von ca. 3,5 Prozent übrig bleibt, lasse ich die laufen als besser verzinste Alternative zum Tagesgeld, denn sie könnten im Notfall auch in drei Monaten gekündigt werden.
    Das Haus passt leider nicht zu unserem Leben, Geplant war klassisch die Familie, aber das Leben passiert und nicht für alles gibt es Kristallkugeln. Wir sind zu zweit geblieben und sitzen nun aber auf 135m2 freistehendem Haus auf dem Land (zum Glück gute Lage in Kreisstadt), die wir versichern müssen, für die wir Grundsteuer B zahlen, die wir pflegen, bepflanzen usw. müssen. Da ich Richtung Minimalismus gehe, stehen drei Zimmer komplett leer und ein Badezimmer ist derzeit ungenutzt. Ich habe hochgerechnet, was wir investiert haben, was Bau, Baunebenkosten und Material an Eigenleistung gekostet hat, was wir an Miete gespart und an Zinsen gezahlt haben, was Makler, mögliche Vorfälligkeitsentschädigung usw. kosten und würde dann wahrscheinlich trotz allem mit kleinem Gewinn (20.000 k voraussichtlich) rausgehen, da wir zum Glück eine hohe Tilgung von fast 5 Prozent haben. Ganz streng nach Kommer bin ich aber nicht und würde gerne eine Eigentumswohnung stadtnah um die 70-80m2, idealerweise barrierefrei kaufen. Ich hab auch lieber was abbezahltes und Eigentum hier ist in max. zehn Jahren abbezahlt. Dann entfallen aber teure Kosten für Hausgebäudeversicherung usw., die beim Haus doch nochmal anders anfallen, als bei einer Eigentümergemeinschaft. Außerdem wäre die Rate niedriger und wir könnten mit etwas Anstrengung dann auf 50 Prozent Sparrate kommen. Ich habe von meinem Vater (noch nicht abbezahlte) Mietwohnungen, da ziehe ich auch gerade keine Miete raus, sondern re-investierte komplett zur Tilgung. Vermieten macht mir keine Angst und eine ETW lässt sich auch schneller vermieten. Bei einem freistehenden Haus mit teurem Natursteinboden usw. hätte ich beim Vermieten mehr Angst, Mietnomaden durfte ich einmal erleben und das brauche ich kein zweites Mal in einem teuren Neubau, deswegen lieber verkaufen und dem Bedarf angepasst neu kaufen.
    Finanzierungsgespräch mit dem Sohn finde ich übrigens super :). Wobei es bei uns mittlerweile umgekehrt läuft.
     

  41. AvatarDanielKA

    @ Thorsten und Albr: Der VW-Konzern verkauft allein  40 % seiner Fahrzeuge nur in China, da würde ich mir wegen paar Fahrverboten in Deutschland keine Gedanken machen, eher ob der deutsche Sonderweg der richtige ist.
    Die deutschen Konzerne sind sowieso von Export und nicht von Deutschland abhängig.
    Sieht man jetzt auch bei BASF. Nach dem Sie die Genehmigung von den Chinesen erhalten haben im Alleingang eine neue Gesellschaft zu gründen (also ohne erzwungenes JV) werden über 10 Mrd. EUR in einen Anlagekomplex investiert (analog der Größe von Ludwigshafen). Solche Summen werden in Deutschland nicht mehr investiert und der CEO Brudermüller hat Europa als Klumpenrisiko bezeichnet.
    Da würde ich mehr Sorgen machen. Die Konzerne werden überleben aber bevorzugt außerhalb investieren.
     
     

  42. AvatarJune

    @Finanzfee,
    dein Plan klingt durchdacht. Wir haben uns ja auch für so eine Immobilie, die du dann suchst entschieden. Lieber einen großen Balkon als einen kleinen Garten. Und wenn die gewünschten Kinder einfach nicht kommen wollen, dann finde ich deinen Schritt sehr mutig und possitiv. In dem Fall kann es wirklich helfen alte Zöpfe abzuschneiden. Ich wünsche euch den richtigen Käufer und viel Glück zu eurem mutigen Schritt.
    Für mich klingt es als sei eure Immobilie, egal ob Mietnormaden oder nicht, einfach nicht an den Otto-Normalo vermietbar.

    Finazgespräche mit den Eltern, haben wir auch ab und zu. Aber das ist mehr Spaß an der Freude, mein Vater bespricht inzwischen sehr gerne mit mir seine Aktienkäufe. Allerdings gefällt ihm nicht immer, was ich dzu zu sagen habe.

    Take care,

    June

  43. AvatarRalf

    @Finanzfee: Deine Schilderungen zum Thema Immobilie sind sehr wertvoll. Danke dafür.

    Wir haben zwei Kinder im Teeniealter und stehen mangels Alternativen vor einer Bauentscheidung. Allerdings wird dadurch viel Eigenkapital gebunden und es muss zusätzlich noch einiges finanziert werden. Echt keine einfache Entscheidung, da auch Mietobjekte oder bezahlbare Eigentumswohnungen im Umkreis sehr teuer sind. Man will halt auch vernünftig wohnen. Derzeit haben wir eine alte Mietwohnung ohne Garten.

    Mir fehlt mittlerweile Vertrauen in unserem Staat. Durch meine Arbeit im öffentlichen Dienst habe ich in den letzten 15 Jahren so einiges mitbekommen was sicher nicht unbedingt für die Öffentlichkeit bestimmt ist. Ich rate zu Risikomanagement (verschiedene Anlageklassen, gesunde Skepsis etc.). Es kommt noch was auf uns zu.

    Die Wirtschaft in D wird hart geprüft werden. Wegen der Elektromobilität und der weniger aufwendigen Fertigung wird ein Drittel weniger Mitarbeiter in der Industrie benötigt. Hersteller wie Audi haben nach Aussage eines Mitarbeiters den ich kenne wichtige Trends und Technologien verpennt. Und im IT-Bereich wächst u.a. die Konkurrenz aus Asien. Viele Pseudoberufe werden entstehen. Digitalisierung bietet gute Chancen. Birgt aber auch Konfliktpotential.

  44. AvatarOlly Wood

    @jens
    genau so handhabe ich das auch mit dem „Sparplan“ mein Broker nimmt 2,5% für die Ausführung eines Sparplans (!) und so komme ich wesentlich besser weg.
    @ Freedark
    Schlag doch einfach im nächsten Jahr 1/12 der Nettoausschüttung auf deine Sparrate auf, so hast du Dividende reinvestiert und bei andernen Gelegenheiten ggf. eine Portion Cash

  45. AvatarThorsten

    @Zavodou
    Und dieses Bild des freiesten Landes wird sich noch eine Weile halten. Wenn ich russische Aktien bzw. ETFs empfehle dann wird es abgeneigte Reaktionen geben. Die sind sind einerseits historisch andererseits durch aktuelle Ereignisse erklärbar. Aber eine Komponente wird meistens vergessen : die US-amerikanische Doktrin oder sollte man vorsichtigerweise Kultur schreiben , die Russland zu einem – wie praktisch – feindlichen Entwicklungsland abstuft, eine Stufe höher als Nordkorea. Man sollte hier mal klar die Fakten auf den Tisch legen und nicht in die Msinstreammedien schauen, alternative Informationsquellen gibt es zum Glück. Größtes Land der Erde, Bodenschätze bis zum Abwinken, Holz. Das Land kann praktisch nicht pleite gehen, so sehr ist es mittlerweile ökonomisch verflochten. Wenn man daran glaubt, dass die Wirtschaftszentren langsam von West nach Ost wandern, dann ist Russland auch nah an China. Und da ist kein Riesenozean dazwischen über den man wie die USA versucht überteuertes Flüssiggas nach Europa zu schaffen. Ein Pluspunkt für Schröder und Merkel was den Punkt Energie angeht. Aber ich schweife ab : Russland gilt als instabil,  aber es wird einen Teufel tun die Aktienmärkte und die Währung zu gefährden. Auch westliche Sanktionen werden es nicht wirklich schwächen. Das Land ist einfach zu groß  und zu nah an China um es klein zu kriegen. Es kommt der Tag an dem sich die Beziehungen normalisieren. Ich habe einen hohen Prozentzsatz in einem russischen ETF (darin 21% Lukoil) und fühle mich damit sicherer als mit Apple oder Tesla (eine davon habe ich dennoch, Diversifikation).

  46. AvatarFinanzfee

    @June, danke für die die Wünsche. Wir sind beim Verkauf auch relativ gelassen, denn zum Glück müssen wir ja nicht. Aber die Vorstellung, z.B. wegen Trennung verkaufen zu müssen und dann keinen Käufer zu finden oder wegen hoher Vorfälligkeitsentschädigung und niedriger Tilgung noch einen großen Verlust zu machen, macht mich sehr betroffen. Tim schrieb glaube ich auf Facebook, dass gerade auch die über 100-Prozent-Finanzierungen wieder machbar sind. Die Leute laufen da reihenweise ins Unglück.
    Den Balkon würde ich mir auch wünschen. Mein grüner Daumen und meine Zeit wegen Job passen besser zu Growtainern und Balkongemüse ;).
    @Ralf ihr wohnt, wenn ich mich richtig erinnere, auch in einer Gegend, in der das Bauland schon fast so teuer wie der Bau ist, oder? Hattet ihr nicht auch das Grundstück schon, oder erinnere ich das falsch? Ich bin ja, wenn das Grundstück an sich einen großen Wert darstellt, man selber aber flexibel bleiben möchte, wirklich ein Fan von den Flying Spaces (z.B. Schwörer, hatte ich glaube ich auch schon mal geschrieben). Die werden auf Punktfundamente gesetzt, heißt man kann sie auch auf einen Trailer packen und wenn es in Deutschland hart auf hart kommt, in die Schweiz auswandern. Und das Grundstück ist wieder frei und vielleicht mit Gewinn veräußerbar. Außerdem bieten die Anbieter mittlerweile gute Module, die zusammengesetzt für 4 Personen passen, aber einzeln wieder verkauft werden können und die Qualität ist wirklich nicht mit dem Fertighausbau der 70er Jahre zu vergleichen. Ich habe da selber dran überlegt, allerdings geht bei uns die Idee Richtung ETW, da wir uns nicht mehr alleine ums Grundstück kümmern wollen.

  47. Avatarsammy

    @Gainde
    Richtig es ist dumm zu glauben die Börse sei eine Einbahnstraße. Selbst Tim musste das damals am neuen Markt schmerzlich erfahren als er vom DM Millionär zurückgeworfen wurde. Es wird Einbrüche geben und hier liegen die Chancen. Mein Cashanteil liegt auch bei 75%. Die Notenbanken werden nicht ewig retten können. Der Markt wird sich bereinigen.

  48. AvatarDaniel

    @All Da ich keine Entnahme im Depot tätige bin ich an möglichst häufigen Ausschüttungen interessiert.
    Was hat die Häufigkeit der Auschüttungen damit zu tun? Was du meinst ist eine hohe Ausschüttungsrendite
    Möglichst so, dass es die monatlich anfallenden Ausgaben deckt. Also habe ich auch viele Papiere, irgendwas schüttet dann im laufenden Monat gerade aus und wird für die Lebenskosten per Einzugsermächtigung schnell wieder abgezogen.
    Darf man fragen warum? Das riecht für mich nach virtueller Kontoführung. Es ist doch eigentlich egal wann etwas ausschüttet sondern eigentlich nur wieviel pro Jahr.
     
    Hätte ich nur Deutsche Aktien, dann müsste ich bei jeder Aktie das Geld 11 Monate sinnlos auf dem Girokonto liegen lassen oder ganz genau auswählen, dass ich jeden Monat wenigstens einmal was bekomme, das ist kaum möglich,  wenn ich das kaufen möchte , was ich für gut befinde.
     
    Ich kenne dein Depot nicht, aber selbst wenn für 11 Monate 15.000€ Cash im Giro liegen, hätte das an der Börse auch keinen Millionengewinn gemacht. Bau dir doch einfach ein separates Girokonto in dem der Cashflow aus den Dividenden überwiesen wird. Deine jährlichen Einkommen teilst Du durch 12 und schon hast du das, was du theoretisch monatlich ausgeben kannst. 
     
    Monats- und Quartalszahler gehören deshalb für mich als erste Wahl ins Depot, Jahreszahler und Wachstumswerte sind pfeffriges Bauwerk, weil es Spaß macht.
    Also ich kann ja nachvollziehen, dass ein stetiger Strom an Dividenden irgendwie leicht einfacher zu handhaben ist, wirklich logisch klingt die Argumentation als Ausschlusskriterium aber nicht. Ich hätte lieber ein mittelständisches gut geführtes Unternehmen im Depot das nur einmal ausschüttet und dafür solide wirtschaftet als ein monatlich ausschüttendes Bergbau-Unternehmen bei dem man nicht weiss ob es im nächsten Jahr noch existiert. 
    Verkauf doch einfach Anteile (bis zu 3-4% ) einmal im Jahr und teile dir das Geld ein, dann brauchst du dir doch über die Dividenden gar keine Gedanken machen. Oder hol dir einen monatlich zahlenden Bond-ETF oder z.b. den Stoxx600 Europe ETF, der hat eine vergleichsweise hohe Ausschüttungsrendite und zahlt quartalsweise. 

  49. AvatarAlbr

    @DanielKA, klar das ist mir auch bekannt, was VW in China verkauft… OB sich das zukünftig ändert, weiß ich nicht… ABER, die Automobilindustrie wird den Märkten folgen und die Produktion in diese Länder verlagern, BMW produziert bereits mehr Autos im Ausland als in D., der Tiguan wird aus Mexiko nach D. exportiert, der X5 aus den USA… etc… 
     
     

  50. AvatarMr. Pino Cavallo

    Frage an alle:
    ich bespare seit 3 Jahren jeden Monat 4 ETFs von comstage, wobei einer Nordamerika, einer Europa, einer Pazifik (v.a. Japan) und einer Emerging Markets (de facto China) abbildet. Die Kosten dieser ETFs betragen zwischen 0,25% und 0,65% (Japan). Ich habe in letzter Zeit Zweifel darüber, ob ich meine Strategie neu fahren soll oder nicht. Zum einen stört mich, dass meine derzeitigen ETFs synthetische sind, zum anderen geht es deutlich günstiger, wie Tim schon gesagt hat. 
    Was meint ihr? Weiter bei meinen derzeitigen ETFs bleiben, oder lohnt sich noch der Umstieg auf günstigere, physisch replizierende ETFs?

  51. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    Manch einer ist lernresistent und braucht länger, um zu gesunden Erkenntnissen zu gelangen. Wir haben hier aber auch wissbegierige Börsenfrischlinge. Da halte ich es für fahrläßig, den ein oder anderen Quatsch unkommentiert zu lassen.

    Anlageentscheidungen auf Meinungen, Vermutungen und Spekulationen rund um die weitere „Marktentwicklung“ aufzubauen, ist keine gute und vor allem ertragreiche Idee.

    Da hat man eine feste Meinung („Die bösen, bösen Notenbanken machen nicht, was ich will und das ist furchtbar schlecht und gemein!“) und sucht sich dann die Quellen, die einen bestätigen. Wesentlich intelligenter wäre es, an der Falsifizierung zu arbeiten.

    Niemand weiß, wie die weiteren Entwicklungen bezüglich Zinssätzen, Konjunktur, politischen Entscheidungen und vor allem deren Auswirkungen aussehen. Auf derlei Spekulationen eine konsistente Anlagestrategie aufbauen? Hanebüchen.

    Ich weiß nicht, wie die Stimmung in diversen facebookgruppen und Wertpapierforen aussieht. Mein Eindruck ist, dass allerorten Ängste und Befürchtungen bezüglich Staatsverschuldung, Geldpolitik, Handelszerwürfnissen, Konjunkturentwicklung und Zukunft des Euro vorherrschen.

    Manische Börseneuphorie sieht definitiv anders aus. Wenn der letzte Skeptiker seine Goldmünzen eintauscht, um wie der Nachbar an der Börse reich zu werden  – dann kann man sich Sorgen über die weitere Aktienentwicklung machen. Davon sind wir meilenweit entfernt.

    Wenn man „mit einem Haufen Cash an der Seitenlinie“ sitzt, weil man meint, man bekäme einen besseren Einstiegspunkt, dann ist man – ja, sorry – eben doch ein Markettimer.

    Fast schon grotesk, wenn manche stolz schwärmen, wieviel Cash sie für „den Crash“ vorhalten und wenn er dann kommt, wie im Dezember, nur faseln, wie weit es wohl noch runter gehen wird, anstatt endlich konsequent zu handeln und einzusteigen. Wie soll das in Zukunft besser werden?

    Für mich hat das infantile Züge. „Ich will aber, dass es so kommt, wie ich mir das vorstelle und solange bleibe ich bockig und agiere irrational!“.

    Was sagt der geniale Fondsmanager Peter Lynch zu dem Thema?

    „Investoren haben weitaus mehr Geld damit verloren, sich auf Korrekturen vorzubereiten oder Korrekturen zu antizpieren, als in den Korrekturen selbst“

    Akzeptieren oder weiter falsch liegen. Kann jeder selbst entscheiden.

  52. AvatarSlazenger

    @Freelancer
    sehr guter Kommentar! Das deckt sich weitgehend mit meinen Erfahrungen der letzten Jahrzehnte! Ich halte den breiten Gesamtmarkt, auch gemessen an den Alternativen, noch nicht für zu teuer! 
    Allerdings so 10-20% Cash sind ganz vernünftig, aber nicht um auf eine Korrektur zu spekulieren, sonder die sich immer wieder mal bietenden Gelegenheit nutzen zu können, und günstig einzukaufen!
    Disney hat ja am Freitag(endlich) auch kräftig abgehoben, manchmal brauchts halt etwas Geduld! 
    Nice Weekend

  53. AvatarThorsten

    @Gainde
    Ich habe seit September bei meiner alten Bank ein neues Depot aufgebaut.  Bin mit 12% im Plus (da sind welche darin , die habe ich gerade gekauft. Die Titel haben teilweise 40% plus). Man braucht keinen Trend, eine Range reicht, das ist mir sogar lieber, als ständiger Anstieg.

  54. Avatarthorsten

    @Daniel vielleicht habe ich es schlecht beschrieben,  vielleicht sind wir auch auseinander,  zum Glück gibt es unterschiedliche Modelle und Meinungen. Ich sollte vielleicht ergänzen, dass ich keine Verkäufe tätige, da ich keine Bankspesen aufwenden möchte. Desweiteern möchte ich auch arnicht verkaufen und mit der Maus auf irgendwas klicken müssen, um es herzugeben. Ich gebe nichts mehr  her und muss es auch nicht, ich werde es vererben. Ich möchte auch keinen Cash auf dem Girokonto oder Tagesgeld haben. Ich fühle mich am wohlsten wenn der Kontenstand nahe  0 ist. Geht natürlich nicht, ich muss mich beim Aktienkauf so weit zurückhalten, dass ich die laufenden Ausgaben abdecken kann. Ich kann auch weiter auf niedrigerem Niveau Aktien ansparen, obwohl ich finanziell frei bin, auch deshalb kommt ein Verkauf nicht in Frage. Ich kann ja schlecht verkaufen, nur um dann was anderes neu anzusparen,  macht keinen Sinn, wegen der Bankgebühren meine ich sowieso nicht. Könnte ich nichts sparen, dann würde ich vielleicht anders agieren, aber so kann ich z.b ein paar 1000 Wirecard kaufen und damit den Preis hochtreiben (scherz), macht ja auch Spaß. 

  55. AvatarBruno

    @Freelancer Sebastian
    „Investoren haben weitaus mehr Geld damit verloren, sich auf Korrekturen vorzubereiten oder Korrekturen zu antizpieren, als in den Korrekturen selbst“
    Das ist eine weise Aussage und trifft sicherlich für sehr viele Leute zu, gerade die heutige Generation, welche 2 gröbere Crashs miterleben durfte, wie sie normal weniger gehäuft und weniger stark ausfallen, ist davon oft betroffen (Dotcom Blase 2000 und Immobilienkrise 2008). 
    Es dürfte klar sein, dass die nächsten 10 Jahre nicht gleich gut verlaufen werden wie die letzten 10 Jahre, aber das wäre für mich kein Anlass, 75% oder sogar 100% in Cash zu gehen. Cash ist auch ein Risiko! 
    Es gibt nicht nur 2 Szenarien, entweder so weiter wie die letzten Jahre oder Baisse/Crash/Rezession es gibt auch Mittelwege, die denkbar sind, z.B. ein paar Jahre Seitwärts mit Schwankungen, und da ist man investiert doch auch besser dran, einige Titel steigen trotzdem oder man bekommt Dividenden. 
    Für jemanden, der schon lange investiert ist, ist es auch keine grosse Gefahr, anders kann es ausschauen, wer jetzt gerade aktuell eine sehr grosse Summe Geld erhält (Erbschaft, Verkauf Immobilie, Verkauf eines Geschäftes, Auszahlung Pensionskasse oder was auch immer..) da würde ich jetzt auch nicht sofort alles 100% in Aktien gehen sondern etwas vorsichtiger, aber wer die letzten 10 Jahre dabei war und jetzt einfach 100% aussteigt, läuft schon Gefahr den Zug zu verpassen. Vielleicht ist es zufällig jetzt der ideale Zeitpunkt, aber ich habe genau diesen Schritt auch die letzten Jahre immer wieder gelesen, da wurde bereits 100% ausgestiegen 2010, 11, 12 (die 2. noch viel schlimmere Welle kommt noch der Euro kollabiert etc. etc.) und dann später wo der Markt doch stieg und die Krise überwunden schien ging es weiter der Markt ist jetzt zu teuer 2014,15,16,17…bis heute und Leute steigen aus und bleiben Cash und warten und warten und warten auf den grossen Crash. 
    Natürlich mag er kommen, aber wer z.B. 2015 bei 2000 Punkten im S&P500 und jetzt noch wartet, wir sind bei 3000, vielleicht steigt der S&P500 noch auf 4000 oder 5000 bevor er dann auf 2500 korrigiert, jene die bei 2000 ausgestiegen sind werden dann auch nicht kaufen, und bleiben wohl ewig in Cash, ich kenne solche Fälle.
    Man kann ja taktisch mal etwas mehr Cash aufbauen, für mich vielleicht maximal 15-20%, aber ganz aussteigen würde ich NIE.

  56. Avatar-M

    @Cash / Timing / etc.
    -Ich halte ca 50% Cash – weil ich nicht groß was finde, was mich preislich anmacht.
    -Investments die ich habe behalte ich -> auch wenn der Markt steigt oder fällt (ein tolles Unternehmen günstig gekauft bleibt toll)
    -ich sehe mich nicht als Market Timer, sondern als Value Investor. Nur Mr. Market bestimmt halt die Preise. 
     
    -Leider ist halt fast alles total überteuert und ich seh nicht ein Geld zu INVESTIEREN, wenn abzusehen ist, dass die Rendite nicht sehr hoch sein wird.
    Welche Unternehmen werden denn aktuell zu einem KGV von 8-12 gehandelt, mit glänzenden zukunfsaussichten und Wachstum bei guter Gewinnkontinuität ? Vorschläge ?
     
    -M

  57. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ Bruno

    Einverstanden. Wer eine große Summe einzubringen hat, beruhigt seine Psyche, in dem er in einem gewissen Zeitraum gestaffelt einsteigt.

    Auch das ist aber nicht ganz rational. Studien zeigen, dass der sofortige Kompletteinstieg – langfristiger Horizont vorausgesetzt – in der Mehrzahl der Fälle das richtige ist. Nützt natürlich dem nicht, der nach einem Einstieg die Woche darauf Minus 20% akzeptieren muss….

    Was können denn Anleger hier berichten, die sich anfang 2018 endlich mal getraut haben und dann den Minicrash verarbeiten mussten. Wie denkt ihr heute darüber?

  58. AvatarLejero

    @Sebastian:
    Wenn man „mit einem Haufen Cash an der Seitenlinie“ sitzt, weil man meint, man bekäme einen besseren Einstiegspunkt, dann ist man – ja, sorry – eben doch ein Markettimer.
    Nein, eben nicht zwingend, das habe ich versucht mit meinem Beispiel aufzuzeigen, da ist Cash eine Versicherung! Wenn ich das Geld auch jahrelang nicht investiere hat das seinen Zweck als Absicherung erfüllt. Ich bin 75% in Immobilien und nur ca. 10 % in Aktien, da macht das (für mich) Sinn, denn der Großteil meines Portfolios entwickelt sich wunderbar wenn ich die Liquidität nicht einsetzen kann da Preise steigen. Es kommt doch immer darauf an was für eine Strategie man fährt und welche Vermögenverteilung man hat. Dieses pauschale Gebashe auf Beiträge die mit viel Cash neben der Seitenlinie sitzen finde ich ziemlich unreflektiert. In der Regel weiss man nicht was für eine Strategie derjenige fährt, ob es kleine oder große Vermögen sind und wie die Assettverteilung ist.

  59. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ Lejero

    Wenn du für dich eine bestimmte Aufteilung deiner Vermögenswerte – und dazu gehört dann auch eine Barreserve – entschieden hast und dich damit wohlfühlst, ist das doch wunderbar. Gar kein Problem. Auch ich habe eine Tagesgeldreserve, die ich von meinen Aktienanlagen trenne. Kurzfristig Liquidität zu besitzen ist nicht verkehrt.

    Ich rede aber dezidiert von einer Cashreserve, die für den „besseren“ Einstieg in den Börsenmarkt zurückgehalten wird. Da brauchst du dich doch gar nicht angesprochen fühlen, oder etwa doch?

    Wogegen möchtest du dich konkret versichern und wie soll das Geld im Fall der Fälle eingesetzt werden?

  60. AvatarLejero

    @Sebastian:
    Versicherung gegen dieses der 3 oben beschriebenen, uas meiner Sicht möglichen Szenarien:
    „Zinsen steigen: vermutlich werden alle Sachwerte sinken. Tut weh, meine Immobilien werden vermutlich deutlich verlieren. Positiver Effekt hier: jetzt kommt meine Versicherung zum Tragen, ich kann günstig und im großen Stil nachkaufen. Unterm Strich: das Nettovermögen wird deutlich weniger, fühlt sich nicht toll an, aber nicht schlimm da ich nicht verkaufen muss. Dafür kann ich aber auf Schnäppchen-Jagd gehen. Insgesamt nicht so schön wie Szenario 1, aber bietet viele Chancen.“
    Mein Ziel ist es in alle 3 Szenarien gut verdienen zu können, deswegen Cash für Szenario 2. Nur für das dritte Szenario, „Zinsen bleiben langfristig in der aktuellen Höhe (siehe Japan)“ habe ich leider keine gute Strategie, hier werde ich vermutlich nur Vermögenserhalt hinbekommen. Also wenn jemand dazu eine gute Idee hat, würde ich gerne hören 😉

  61. AvatarBruno

    @Lejero
    Finde es nicht ein Gebashe sondern Meinungsaustausch, jeder kann sich ja rausnehmen was für ihn passt. Ich finde Cash nichts verwerfliches, nur ich sah eben bei Bekannten die jahrelang sehr hohe Cashbestände fuhren (80-100%), dass diese finanziell keine gute Wahl getroffen haben, und es sind nicht wenige Leute deren Assetallokation tatsächlich über viele Jahre genau so ausschaut: 100% Cash. Ich finde das jammerschade. Aber es gibt durchaus Situationen, wo Cash sehr wohl Sinn ergeben auch höhere Beträge, z.B. wer kurz vor dem Erwerb einer Immobilie steht, da sollte man gute Kurse auch nutzen und kurzfristige Sicherheit gewinnen. Aber als Strategie, irgendwann zu 80-100% in Cash zu gehen alleine aus dem Grund, später dann tiefer wieder einzusteigen, dem sehe ich schon kritisch entgegen, denn sehr oft geht das eben nicht auf, es mag in Einzelfällen aufgehen, aber eben und dazu gibt es auch Studien in der Mehrheit der Fälle nicht.

  62. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ Lejero
     
    Deine Absicherung kostet langfristig Rendite. Meine Überzeugung ist, dass Geld, das ich nicht für mein Alltagsleben benötige, immer SOFORT im Markt plaziert die beste langfristige Rendite erwirtschaftet. Mir gelingen taktische Börsenspiele nicht zuverläßig. Ich lasse es bleiben. Und dabei kann mir völlig egal sein, wie sich die Zinsen in Zukunft entwickeln. Recht gemütlich ist das.
     
    Mir ist aber klar, dass nicht jeder mit einer so hohen Aktienquote klar kommt. Du fährst mit deinen Immobilien auch auf einer ganz anderen Schiene.

  63. Avatarolly wood

    @ thorsten
    welchen Russland ETF hast du denn wenn ich gragen darf?
    Grüsse Olly

  64. AvatarRuben

    @Mr. Pino Cavallo: ich bespare meist nur noch All World oder (Developed) World + Emerging Markets ETF. Alles andere wäre mir zu aufwändig im Rebalancing, wobei ich hier auch auch nicht auf das letzte Prozent Genauigkeit schaue. Ich möchte alles am liebsten ewig liegen lassen, ohne größere Änderungen vornehmen zu müssen.
    Außerdem bevorzuge ich günstige physische Ausschütter, von daher ist Vanguard bei mir stets in der engeren Auswahl. Das sind alles aber nur persönliche Präferenzen und du hast aus meiner Sicht bislang nichts falsch gemacht. Wenn du etwas ändern möchtest, würde ich in Zukunft einfach andere ETF besparen. Ein Verkauf der bisherigen ETF (außer evtl. dem Pazific ETF) würde ich aus Steuergründen eher vermeiden.

  65. KievKiev

    @ Sebastian
    Ich hatte letztes Jahr nach einer Immo gesucht und dann aufgegeben und mich entschlossen in Aktien zu investieren. Somit hatte ich etwas Cash zur Verfügung. Einen Teil habe ich für Sondertilgungen genutzt und einen anderen investiert. Ich habe langsam mit einem ETF angefangen und dann direkt Aktien gekauft. Dezember hatte ich grob 25k investiert. Es lief nicht erfreulich. Im Nachhinein hätte ich am liebsten am 24.12 angefangen, aber den Tipp hat mir niemand gegeben 😉 Dezember habe ich aber massiv nachgelegt und konnte so das Depot auf 50k grob Stand heute antreiben. Ich habe vor Dezember meine Schmerzgrenze mit Optionen auf Tesla, JNJ und anderem Zeug traniert. Das hat geholfen. Ich hätte nicht gerne 500k in einem Schlag investiert. Ich kann niemandem empfehlen Geld zu schnell zu investieren. Theorie und Praxis kann ein fataler Unterschied sein. Stell Dir vor Du hast ein Haus aufgebaut und verkaufst es für 500k. Du gehst all in und nach ein paar Monaten geht es täglich 10k runter. Glaubst Du, dass Du dann noch Dein Depot bei 250k hast? Das Depot sollte Idealerweise langsam wachsen, so dass man sich an die Schwankungen gewöhnen kann. Ist ja auch logisch. Schaue auf den Auftritt von Queen bei Live Aid. Hätte so ihr erster Auftritt vor Publikum aussehen können. Wie ist es bei den Bloggern von Podcasts? Die werden für gewöhnlich auch mit der Zeit besser in der Qualität. Ein Investor reift vermutlich auch mit seinem Depot und entwickelt verschiedene Strategien für sich.
    @ M / Thorsten
    Ich habe Optionen auf BMW und TUI. Die haben sich aber beide schon positiv entwickelt. Die liegen grob in Deinem Preissegment. Darf es auch etwas günstiger sein? Ich habe 1000 Gazprom Aktien. Lukoil läuft mir zu gut. Wenn ich sie hätte würde ich mich freuen, aber jetzt ist es mir im Vergleich mit Gazprom etwas teuer. Während die Welt auf Nordstream schaut, beobachtet Thorsten und ich wohl eher die Rohre auf der anderen Seite. Eine Anbindung zu China und Türkei ist für mich viel interessanter. Ich habe jederzeit ein Ohr für Ideen in Russland. Ich habe ein paar weitere Aktien auf der Watchlist.
    @ ETF
    Ich habe Emerging und All World. Wenn mir nichts einfällt und die Börse weiterhin steigt werde ich mir folgendes Produkt als Einkommen gebauer ansehen:
    https://nurbaresistwahres.de/cashtest-global-x-superdividend-etf/

  66. AvatarFlorian

    Die Zukunft kennen wir alle nicht, ich lese aber immer gerne nochmal Artikel von Tim, die er zu Tiefpunkten einer Korrektur veröffentlicht hat.
    Anderseits gibt es hier Menschen, die letzte Weihnachten Tim vorgeworfen haben, dass er zu optimistisch sei und dass sie lieber in Cash gegangen sind. 
    Ich bin dann immer wieder erstaunt, wie selbstbewusst man sein muss, dass die gleichen Personen nach der Performance in 2019 anderen Markttiming erklären. Oder ist das Verdrängung?

  67. KievKiev

    @ Lejero
    Deine Option 3 finde ich nicht so schlimm. Ich bin aktuell weiterhin investiert. Ich löse lediglich erfolgreiche Optionen auf. Ich biete SCs auf ein paar Positionen an. Ein leicht steigernder Markt, oder seitwärts verlaufend sind hier recht gut. Wenn die Optionen nicht ausgeführt werden kassiere ich die Prämien und die Dividenden und kann es zwei bis dreimal im Jahr so beteiben. Wenn es natürlich stärker runtergeht habe ich mit meinen Akrien einen Buchverlust wie jeder Buy&Hold Anleger auch. Dafür habe ich allerdings Prämien erhalten um den Schmerz zu lindern. Ich hoffe, dass ich dieses Spiel ein paar mal betreiben kann. Dein Worst Case Szenario wäre hier nicht so ungünstig. Dazu braucht man allerdings ein sehr neutrales Verhältnis zu seinen Aktien.

  68. AvatarJens

    @Kia
    Danke für die Info wg. DKB-Sparplan. Ich prüf das mal. Mein „Hauptproblem“ dabei wäre aber noch, dass die Summe, die ich alle drei Monate investiere, vierstellig schwanken kann (+/- 2000 Euro). Da wäre mir ein Sparplan zu festgezurrt und ich müsste das Minimum eintragen und in „guten Zeiten“ manuell nachinvestieren.

  69. AvatarPatric

    Moin!
    Ich würde nicht in MSCI World-ETFs investieren. Die vielbesungene Diversifikation stellt sich beim Lichte betrachtet für mich eher als Marketinggag heraus. Denn was ist denn die Hauptursache für die Performance eines ETFs? Natürlich die Performance der Dickschiffe eines Index! Die restlichen Aktien sind in hohem Maße mit diesen korreliert! Ob nun im MSCI World noch weitere 900 Mini-Emerging-Klitschen mit jeweils 0,25 % Index-Anteil mit drin sind oder nicht, spielt dabei fast überhaupt keine Rolle!
    Ab einer Aktien-Anzahl von 30, welche nach Ländern, Branchen und Währungen gestreut sind, erreicht man schon eine absolut zufriedenstellende Streuung der Aktienanlagen.
    Zudem gibt es 5 Hauptfaktoren, die eine Überrendite zu einem marktbreiten ETF erwarten lassen: Size, Momentum, Value, Quality und Volatility. Alle fünf zusammen werden und können allerdings niemals gleichzeitig auftreten.
    Deshalb habe ich einen ETF gewählt, der vorrangig den Momentum-Faktor ausnutzt und dabei durch den Auswahlansatz quasi „automatisch“ Quality-Aspekte mit drin hat. Zudem sind große Aktiengesellschaften häufiger mit einer geringeren Schwankungsbreite (Volatility) behaftet, da dabei naturgemäß ein guter Anteil an Dividendenaristokraten enthalten ist. Also kommen hier ca. 2-3 Kurstreiber zum Einsatz, die eine Überrendite zum Benchmark erwarten lassen.
    Der ishares Global Titans 50 hat immer die 50 größten Aktien der Welt (nach Marktkapitalisierung) im Portfolio, d.h. er handelt im Prinzip trendfolgend und die schwächsten Aktien werden automatisch aussortiert. Frei nach Peter Lynch: Unkraut muss raus aus dem Garten! Ich weiß, dass machen alle anderen Index-ETFs auch, dafür natürlich mit viel mehr Aktien.
    Die Performance spricht allerdings eine deutliche Sprache: Das Teil schlägt den MSCI World und sogar den Dow Jones, obwohl es sich um die ausschüttende Variante handelt! D.h. die 1-2 % Dividenden pro Jahr können sogar noch hinzu zur Wertentwicklung gerechnet werden. Die Outperformance über die letzten 5 Jahre zum MSCI World lag bei über 5 % pro Jahr! Das finde ich schon sehr, sehr ordentlich. Lediglich der Nasdaq-100 lief besser.
    https://wertpapiere.ing.de/DE/Showpage.aspx?pageID=31&ISIN=DE0006289382&
    Und nein: Ich bekomme keine Provision von Blackrock für diesen Kommentar! ;-)))
    Patric
     
     

  70. AvatarSparta

    @Patric
    Über 10 Jahre sehe ich 13,33 % p. a.  vs. 13,30 % p. a. bei Fondsweb…
    https://www.fondsweb.com/de/vergleichen/ansicht/isins/DE0006289382,IE00B0M62Q58,IE00B5KQNG97
    Seit der Subprime lief die USA-Region besser.
    Es gibt/gab schon immer 10 Jahreszeiträume wo Europa, Asien, Emergings jeweils deutlich besser liefen. 
    Der Global hat von ca. 75 % USA vs. 58 % beim World in den letzen Jahren profitiert.
    Deswegen lief auch ein S&P 500 noch besser.
    Value, Small, Quality, Political Risk, Momentum, einzelne Regionen… alles abhängig vom gewählten Betrachtungs-Zeitraum.
    Prognosen für die Zukunft daraus ableiten wollen?  
    Mean Reversion wäre evtl. ein Indikator.

  71. AvatarKia

    @ Jens
    du könntest den Sparplan doch ein paar Tage vor der Ausführung, in der Höhe, anpassen. Ich ändere die jedenfalls öfters mal.

  72. AvatarLejero

    @Kiev: dein Hinweis auf Sillhaltergeschäfte für Szenario 3 ist interessant, der Effekt sichert bei seitwärtslaufenden Märkten ab. Ich kennen mich nur überhaupt nicht bei Stillhaltergeschäften aus, kennst du eine gute Seite für Dummies? Kann ich auch Stillhalter auf ETFs sein oder nur Einzelaktien? Bei Einzelaktien wäre mir das Risiko einer Schwankung zu groß, auf einen Index völlig ok, wobei es dann sicher entsprechend geringere Prämien gibt.

  73. AvatarDaniel

    @All
    Ich habe mal eine Frage. Es wird ja gepredigt ETFs sind gut und aktive Fonds sind nur teuer und bringen nichts.
    Wenn ich mir zum Beispiel den MS Global Opportunities anschaue (https://www.morganstanley.com/im/de-de/intermediary-investor/funds-and-performance/morgan-stanley-investment-funds/equity/global-opportunity.shareClass.Z0.html) dann schlägt er den MSCI World / FTSE All Country um Längen. Und das nicht nur einmalig.
    Warum sollte ich dennoch auf einen ETF setzen?

    Der Fonds lässt sich ohne Ausgabeaufschlag zum Beispiel über ebase und Discounter besparen.

  74. AvatarPatric

    Wer den MSCI World bevorzugt, soll das bitte gerne machen!
    Ich tu’s nicht… und werde mich hoffentlich in 25 Jahren über eine schöne (Zusatz-)Rendite freuen… 😉
    Patric
     

  75. AvatarSparta

    @Daniel
    Es gab und gibt immer wieder Outperformance von einzelnen Aktien (Netflix, Amazon, etc.) oder einzelnen Aktienfonds (früher mal z. B. der Vermögensbildungsfonds I um die Dotcom rum)…. 
    Zuverlässig zu sagen wer die nächsten 5, 10 Jahre weiter outperformt versucht zwar jeder zu prognostizieren… 
    Die Bilanz aufgrund vergangener Performance die zukünftige Rendite zu prognostizieren ist in zig Untersuchungen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit fehlgeschlagen. 
     

    PS: Der VanEck WideMoat etf sieht auch aktuell toll aus… 😉

  76. AvatarFabian S.

    Ok, Cash ist eine Versicherung. Aber in welcher Währung?! Sicherlich nicht Euro!

  77. Avatar-M

    @Kiev
     
    Findest du wirklich TUI gut ? Die Bewertung könnte eine gute Value trap sein. Ich mag TUI gar nicht.
     
    @Baum
    Mach ich.
     
    -M

  78. AvatarRon

    @Patric
    Ja wir können jetzt schon sehen…nämlich das auch du nicht in die Zukunft schauen kanns.

  79. AvatarJan Cux

    @Finanzfee
    Meine Frau und ich sind auch kinderlos und wir haben uns dann entschieden ein Pflegekind aufzunehmen. Habt ihr das schon mal in Betracht gezogen? Für uns war das eine der besten Entscheidungen die wir je getroffen haben. Möglicherweise nehmen wir auch noch ein zweites Kind auf. Wir sind dran und schauen mal.
    Zumindest finanziell ist das keine Mehrbelastung, denn man erhält ja ein Pflegegeld bis das Kind aus dem Haus ist.

  80. Avatarhawaiikai

    @Freelancer Sebastian
    Was können denn Anleger hier berichten, die sich anfang 2018 endlich mal getraut haben und dann den Minicrash verarbeiten mussten. Wie denkt ihr heute darüber?

    Falls es dich noch interessiert. Ich bin 2013 ins Berufsleben gestartet und habe nachdem ich ein gewisses Kapital aufgebaut hatte, sehr lange (ab ca. Ende 2014) mit dem Gedanken gehadert in den Aktienmarkt einzusteigen (als langweiliger ETF Sparer). Damals dachte ich mir, dass ich zu spät dran bin und erstmal auf eine deutliche Korrektur warten sollte.

    2018, genauer Anfang Februar, war meine Geduld zuende und ich dachte, ich starte mit meiner zurechtgelegten Strategie. Inzwischen war natürlich einiges an Kapital vorhanden, sodass ich direkt mit einer niedrigen 5-stelligen Summe als Einmalanlage + anschließendem Sparplan eingestiegen bin.

    Jackpot – exakt das Allzeithoch erwischt. Was tun? Nichts, außer mich ärgern nicht früher eingestiegen zu sein. Der Rest wird über die nächsten 30Jahre ausgesessen.
    Habe seit dem kontinuierlich meine Sparrate erhöht und keine einzige Rate verpasst.

    Geholfen haben mir in erster Linie Blogs wie dieser (und vor allem vom Finanzwesir – Danke!) und auch die interessanten Diskussionen zu dein Blogeinträgen

    Schöne Grüße
    Kai

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