Passives Einkommen aufbauen: So konstruierst Du ein krisenfestes Dividendendepot

Viele Grüße aus New York! Zur Zeit fliegen wieder die Bomben auf den Iran. Es gibt Sorgen um den Krieg in der Ukraine, der immer aggressiver wird. Der Ölpreis klettert wieder kräftig. Und heute stürzt zudem IBM um 25% ab nach einem schwachen Quartal. Vielleicht ist der IT-Riese dank seiner stetigen Dividenden gerade jetzt einen Blick wert? Wir Anleger lassen uns jedenfalls trotz der Krisen nicht von unserem Vermögensaufbau abhalten. Jeden Monat versuchen wir, das Depot zu erweitern.

Es gibt kaum ein besseres Gefühl für uns langfristige Anleger, als wenn regelmäßig – völlig automatisch – frisches Geld auf dem Verrechnungskonto landet. Man spricht auch von passivem Einkommen. Dividenden sind der Motor für unseren Vermögensaufbau und der ultimative Beweis, dass das Geld hart für uns arbeitet, während wir uns um andere Dinge kümmern können.

Ich habe mit Alexander Glaser diese Woche gesprochen. Er hat im Alter von 60 Jahren ein Millionen-Depot mit Dividendenaktien aufgebaut, das ihm im Jahr über 20.000 Euro ausschüttet. Das ist ordentlich. Kein Wunder, dass er bald Privatier wird und mit seiner Frau mehrere Reisen machen will.

Aber wie baut man sich eigentlich ein solides Dividendendepot auf, das Krisen übersteht und über Jahrzehnte wächst? Als überzeugter Buy-and-Hold-Anleger und Wall-Street-Minimalist zeige ich Euch heute, worauf es wirklich ankommt.

Hier das Video mit Alexander und sein Buch „Dividende ist Trumpf: Wie ich trotz Pleiten und Crashs zum erfolgreichen Einkommensinvestor an der Börse wurde“ (Affiliate)

1. Die Strategie: Qualität schlägt hohe Rendite

Der größte Fehler, den viele Anfänger machen, ist die Jagd nach der höchsten Dividendenrendite. Wenn eine Aktie plötzlich 8, 10 oder gar 12 Prozent Dividende abwirft, ist das selten ein Grund zur Freude, sondern meistens ein lautes Warnsignal. Oft ist der Kurs massiv eingebrochen, weil das Geschäftsmodell in der Krise steckt. Die nächste Dividendenkürzung ist dann meistens schon vorprogrammiert.

Wir suchen stattdessen nach Unternehmen mit einem krisenresistenten Geschäftsmodell. Unternehmen, die Produkte herstellen, die die Menschen immer brauchen – egal, ob die Wirtschaft boomt oder wir in einer Rezession stecken. Das kann ein Versorger wie RWE bzw. Eon, ein Müllunternehmen wie Waste Management oder Lebensmittelfabrikant wie Nestlé sein.

Achte auf diese Kennzahlen:

  • Die Ausschüttungsquote (Payout Ratio): Ein gesundes Unternehmen schüttet im Idealfall nicht den gesamten Gewinn aus. Eine Quote von 40% bis 60% ist oft ein gutes Zeichen. So bleibt genug Geld im Unternehmen, um Schulden zu tilgen, in zukünftiges Wachstum zu investieren und die Dividende auch in schlechten Jahren stabil zu halten.
  • Das Dividendenwachstum: Eine Aktie mit 2% Anfangsrendite, die ihre Ausschüttung jedes Jahr um 8% steigert, ist auf lange Sicht oft wertvoller als ein stagnierender Wert mit 5% Rendite.

2. Welche Aktien gehören ins Depot?

Ein robustes Dividendendepot braucht ein starkes Fundament. Wir wollen keine heißen Luftschlösser, sondern echte, substanzstarke Unternehmen. Eine gute Mischung macht den Unterschied:

Das Fundament: Die Dividendenaristokraten bzw. -könige

Das sind die Langweiler an der Börse – und genau deshalb lieben wir sie. Unternehmen aus dem Konsumgüter-, Gesundheits- oder Industriesektor, die ihre Dividende seit 25 Jahren oder länger jedes Jahr ununterbrochen angehoben haben. Konzerne wie Procter & Gamble, Johnson & Johnson, Target, Altria oder Coca-Cola sind klassische Basisinvestments. Sie wachsen vielleicht nicht mehr rasant, liefern aber planbare Cashflows.

Solide Wachstums-Dividendenzahler

In diesem Bereich finden wir Unternehmen, die vielleicht eine etwas niedrigere Anfangsrendite haben, aber starke Preismacht besitzen und stark wachsen. Ein tolles Beispiel aus den USA ist für mich Home Depot. Solche Unternehmen profitieren enorm, wenn sie ihre Gewinne steigern und parallel die Ausschüttungen kräftig anheben.

Substanziell starke Nischenplayer

Man muss aber nicht immer nur in die USA schauen. In meinem eigenen Depot liegen beispielsweise auch grundsolide deutsche Werte wie Frosta, Villeroy & Boch oder Bijou Brigitte. Oft sind es genau diese mittelständisch geprägten Unternehmen oder Familienunternehmen, die mit extrem soliden Bilanzen arbeiten, Nischenmärkte dominieren und ihre Aktionäre sehr verlässlich am Gewinn beteiligen.

3. Der Zinseszinseffekt: Lass den Schneeball rollen

Der wichtigste Erfolgsfaktor beim Aufbau eines Dividendendepots ist eiserne Disziplin. Wer seine Dividenden in den ersten Jahren sofort für Konsum ausgibt, beraubt sich des größten Wunders der Finanzwelt: dem Zinseszinseffekt.

Die goldene Regel lautet: Reinvestiere jeden Cent!

Jede ausgeschüttete Dividende fließt sofort in den Kauf neuer Aktien. Diese neuen Aktien schütten im nächsten Quartal oder Jahr wiederum eigene Dividenden aus. Am Anfang wirkt dieser Schneeballeffekt noch klein und unbedeutend. Wenn Du aber stoisch 10, 15 oder 20 Jahre lang reinvestierst, nimmt dieser Prozess eine unglaubliche Eigendynamik an. Irgendwann wächst Dein Vermögen exponentiell. Das habe ich selbst erlebt. Von meinem 3,7 Millionen Dollar Depot sind vielleicht 600.000 Dollar selbst eingezahlt worden, der große Rest stammt aus dem Zinseszins-Geschenk über gut 3 Dekaden. Ich erhalte im Jahr 49.000 Dollar an Dividenden. Und es wird immer mehr.

4. Ruhe bewahren und stur bleiben

Ein Dividendendepot aufzubauen ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Ja, es wird Börsencrashs geben. Panik in den Medien wird es geben. Lass Dich davon nicht anstecken. Wenn die Kurse fallen, dann rutschen sie eben. Für uns Dividendeninvestoren bedeutet ein Crash im Grunde nur eines: Wir bekommen exzellente Unternehmen plötzlich mit einer höheren Dividendenrendite im Sonderangebot.

Wir handeln nicht hin und her. Wir kaufen Qualität, lehnen uns zurück, lassen die Zeit für uns arbeiten und erfreuen uns an den regelmäßigen Gutschriften auf dem Verrechnungskonto. Wir stocken auf. Stetig. Wir geben nicht auf. Wir strengen uns immer mehr an. So wie es Alexander geschafft hat, können das andere Anleger auch schaffen. Es ist keine Geheimwissenschaft. Sondern ist nur Geduld und Vernunft nötig. Und Fehler sind erlaubt.

In diesem Sinne: Bleibt diszipliniert und investiert langfristig!

Euer Tim Schäfer

Übrigens in diesem neuen Video erkläre ich dir die aktuelle Börsenlage:

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