10 dumme Wege, wie Du Dein Geld verschwendest


New York, 12. Juli 2018

Schau Dir diesen Doppel-Kühlschrank an. Den hab ich mit eigenen Augen gesehen. Gefüllt für einen 1-Personen-Haushalt.

Ich hab einen recht guten Artikel im Internet entdeckt. Du brauchst nicht alles durchzulesen, nur die 10 Punkte in der Übersicht sind kultig. Natürlich geht es nicht darum, jeden unnötigen Tropfen Geschirrspülmittel einzusparen, Du kannst damit zu viel Zeit verschwenden. Es gibt Sparfüchse, die füllen das Spülmittel in eine kleine Sprühflasche, um weniger Spülmittel zu verbrauchen. Sie sprühen kurz das Geschirr ein, spülen es ab und fertig. So verbrauchen sie deutlich weniger Spülmittel.

Aber ich denke, mit solchen Tricks kann man sich verzetteln. Am Ende lohnt sich kaum der Aufwand. Was übrigens Hobbygärtner machen, um Schädlinge umweltschonend zu bekämpfen: Sie nehmen Spülmittel, verdünnen es mit Wasser und spüren es auf die Pflanzen. Es funktioniert – ohne die chemische Keule! Für Cent-Beträge.

Diese 10 dummen Wege, wie Du Dein Geld verschwendest, sind jedenfalls einen Blick wert:

  1. Waschmittel nicht dosieren
  2. Wegwerfen von Flaschen und Tuben, ohne dass der Rest herauskommt
  3. Essens-Reste wegwerfen, die noch in Ordnung sind
  4. Zu viele Papiertücher verwenden (ein Lappen oder Schwamm ist günstiger und umweltschonend)
  5. Vergessen, Ware zurückzugeben, die nicht passt oder nicht funktioniert
  6. Fehler beim Vergleich der Preise
  7. Dinge kaufen, die ich nie benutzen werde
  8. Teure Körperwäscheprodukte, Lotionen, Seifen kaufen
  9. Fitnessclub-Mitgliedschaften, Personal Training
  10. Versuchen, mit anderen Schritt zu halten (teures Clownauto, Clownwohnung, Clownkleidung etc.)Ich würde noch weitere Fehler für Börsianer anfügen:
  11. In Panik geraten
  12. Zocken wie ein Irrer
  13. Traden
  14. Die Geduld verlieren (dann wirkt der Zinseszins nicht)

Ob sich Großpackungen wirklich lohnen, musst Du auf den Preis je Einheit (Gramm, Milliliter…) achten. Es gibt jede Menge Mogelpackungen. Dann ist die Großpackung teurer je Einheit als die kleine Box. Verrückt oder?

Es gibt eine andere Kategorie der Verschwendung. Es sind Produkte, die erfüllen für mich keinen wirklichen Zweck. Solche Produkte wie ORIGINAL Maschinenreiniger Reiniger Spülmaschine BSH clean Bosch/Siemens 311313 halte ich für überflüssig. Manchmal fühle ich mich als Verbraucher verschaukelt. Genügt es nicht, etwas Essig in die Geschirrspüler zu schütten und dann ist gut?

 

Ich bin als Kind in ein Dorf nahe Izmir namens Mordogan oft im Sommer gereist. Ich war dort bei einer türkisch-deutschen Familie direkt am Strand untergebracht (ohne meine Eltern). Ich habe in der Zeit fürs Leben gelernt. Die Nachbarn waren extrem arme Bauern. Sie hatten ein paar Ziegen, Schafe, Hühner. Sie arbeiteten jeden Tag hart auf dem Feld – selbst im hohen Alter. In den Häusern schliefen Kinder, Eltern und Großeltern auf dem Teppichboden – alle in einem Zimmer dicht an dicht. Sie aßen auf dem Teppichboden sitzend mit den Händen.

Die Bauern waren sehr freundlich. Sie hatten kaum Geld. Das Klo war außerhalb vom Haus – es war eine Holzhütte, die nie gesäubert wurde – zumindest sah es so aus. Hunderte Fliegen warteten…

Zu sehen, wie diese Bauern lebten, öffnete mir die Augen. Der Nachbarjunge war vielleicht zwölf Jahre alt und musste den ganzen Tag aufs Meer hinaus mit den Erwachsenen zum Fischen. Morgens um 5 Uhr verließen sie das Haus mit dem Kind und kamen spät am Abend nachhause – mit ihrem Fang. Das Kind musste arbeiten wie ein Erwachsener. Ein hartes Brot. Die Kinder waren spindeldürr.

Einmal kam ein Bär aus den Bergen mitten in der Nacht und verspeiste ein Schaf der Bauern. Sie waren natürlich alle ziemlich aufgebracht. Die Nutztiere waren ihr ein und alles.

Wenn ich mir das Leben dieser Bauern vor Augen halte, dann merke ich unseren grassierenden Überkonsum. Die tägliche Verschwendung. Hier ist das normal. Aber es ist absolut verrückt. Es macht viele von uns unglaublich faul. Manche wollen nicht mal mehr zum Restaurant laufen oder in den Supermarkt. Sie lassen sich alles nachhause liefern. Sie wollen nicht mal mehr den Teller und Gabel selbst abspülen. Sie haben eine Putzfrau oder Wegwerfgeschirr.

Ich bin diesbezüglich auch selbstkritisch. Unser Konsum ist nicht mehr normal. Worüber wir uns heute Sorgen machen, das wäre bei den ärmsten der Armen unvorstellbar.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „10 dumme Wege, wie Du Dein Geld verschwendest

  1. V

    Holahi Tim, die Punkte sind okay wobei einiges fehlt. Beispiel: Versicherungen nicht regelmäßig überprüfen.

    Traden gehört aber definitiv nicht dazu. Ohne Traden säße ich heute nicht auf 3 Mille.

  2. MrHappy

    Also ich mache nichts von den zehn Punkten. Ist wohl auch eine Erziehungsfrage. Allerdings habe ich eine Putzfrau, die zwei Mal im Monat sauber macht. Einfach, weil mir diese Arbeit keinen Spaß macht.

  3. Sebastian

    Hey Tim

    gibt dich bitte die Quelle an.

    r/frugal auf Reddit. Ist mir schon bei 2-3 weiterer Artikel von dir aufgefallen. 😉

     

  4. V

    tim, wie kommts dass du als Kind alleine mit einer anderen Familie in ein fremdes Land geschickt wurdest? Hatten deine Eltern keine Zeit für dich?

  5. Dominik von depotstudent.de

    @V: Beachtlich mit den 3 Mille. Ich glaube aber da ist eher der normale Anleger gemeint. Einem Händler von Exklusiv-Seife würde Tim wahrscheinlich auch nicht raten, keine teuren Seifen mehr zu kaufen. 😉

    @Tim: Sehr gut, dass erwähnt wird, dass es einen gewissen Rahmen gibt, in dem so etwas Sinn macht. Der Tropfen gesparten Spülmittels ändert nichts.

    „Worüber wir uns heute Sorgen machen, das wäre bei den ärmsten der Armen unvorstellbar.“ -> bei solchen Aussagen denke ich immer sofort an meinen Auslandsaufenthalt in Indien bzw. allgemein im asiatischen Raum. Sehr spannend.

     

    Grüße vom Depotstudent Dominik

     

     

     

  6. Mike

    Wenn ich mir den Kühlschrank anschaue, für einen 1-Personen Haushalt, würde mir langsam Sorgen machen ob es noch genug drin hat für heute oder ob man vielleicht nochmals etwas einkaufen müsste um die Nacht zu überleben 😀

    Das Verrückte an diesen überfüllten Kühlschränken ist, mal abgesehen vom Energieverbrauch, es ist ein Garant dass man regelmässig viel wegwerfen muss, da man das doch so gar nicht mehr unter Kontrolle hat.

    Unser Kühlschrank ist immer verdächtig leer, wir verbrauchen ständig das Meiste und frisch, so müssen wir wenig wegwerfen und die Reserven für den 3. Weltkrieg brauchen wir hoffentlich nicht.

  7. K.K.

    Ein guter Blogpost. Gerade der letzte Abschnitt. Dem ist nichts hinzuzufügen ausser den Worten „Dankbarkeit“ und „Achtsamkeit“.

    P.S.: Dinge kaufen die man nie benutzt. Spätestens wenn man so was mal wegtun musste oder Jahre später wieder fand, prägt das hoffentlich und man überlegt zukünftig hoffentlich ob man es wirklich nutzen wird oder ob es Alternativen gibt.

  8. Mike

    @V Die meisten verlieren mit Trading halt einfach Geld

    https://mb-teamtrader.de/erfolgsquote-im-daytrading-wie-viele-schaffen-es-wirklich/

    Dazu ist diese Statistik noch schmeichelhaft, mit 3 Trades in Untersuchungszeitraum ist das eher Zufall, wenn man mal untersuchen würde welcher Trader über Dekaden Geld verdient, dann wäre es wohl weit unter 5%, von 100% die starten vielleicht unter 1%.

    In jedem Geschäft  gibt es Erfolgreiche, aber die Erfolgsaussichten für Anfänger sind wirklich schlechter als in fast jedem andern Geschäft.

  9. Mike

    @Fit und gesund

    Strom sparen mit vollen Kühlschrank… ja aber nicht mit Lebensmittel füllen, die dann verderben können. Ein Trick ist ihn mit Wasserflaschen zu füllen, so spart man Strom und hat gleichzeitig noch gekühltes Wasser.

    Unser Kühlschrank ist aber primär nicht vollgestopft da man sonst einfach die Übersicht verliert und früher oder später Dinge wegwerfen muss, die man vergessen hat.

  10. Fit und Gesund

    @Mike

    mir verdirbt nix aus dem Kühlschrank, den Trick mit den Wasserflaschen kenn ich, aber das führt mir zu weit, irgendwo hat Sparsamkeit doch Grenzen 🙂

    Vielleicht isst der Kühlschrankbesitzer auf dem Foto das ja auch an 2 Tagen auf, so ein XXXXXXXL Typ, der muss ja auch nicht für’s Alter sparen, der wird nämlich nicht alt.

    Heute gab es günstig Avocado im Aldi, ein Säckchen spottbillig, hab ich gekauft, die erste Avocado war super, der Rest ist nun im Kühlschrank, hoffentlich schaff ich die bevor sie verderben, ich esse Avocado für mein Leben gerne.

    liebe Grüsse

  11. KievKiev

    @ Fit & Gesund

    Die Zeitdauer der offenen Tür wurde in dem Test nicht berücksichtigt. Stell Dir mal vor Du musst drei Dinge aus dem Kühlschrank aus dem Bild nehmen. Bei Deinem geht es in vielleicht 10s. In dem Beispiel oben wird es wohl leicht dreimal so lange dauern. Es sei denn man ist Gedächtnistrainer. Ich würde mit meinem Hang zum Minimalismus wohl regelmäßig in eine Schockstarre beim Öffnen der Tür verfallen. Bisher erfahre ich das nur regelmäßig beim Betreten des Kinderzimmers. Aber gegen den überquellenden Kühlschrank ist es fast harmlos. Auch wenn es unaufgeräumter ist.

  12. June

    @Tim,

    der Kühlschrank schockt mich. Das ist ein wahnsinnige Geldverschwendung. Eine Person kann das niemals alles in einer Woche essen. Selbst dann nicht, wenn ich die linke TK-Seite gedanklich ausblende.

    @Kiev,

    Kinderzimmer, ich kann dich sehr gut verstehen. Sag dir einfach immer Kinder brauchen kreatives Chaos. Unsere Regel war, abends muss wieder alles an seinen Platz.

    Aber ich kann dich trösten, Teenager werden deine Nerven noch mehr strapazieren.

    Und irgendwann kommt dein Nachwuchs nachhause und erzählt dir du könntest auch mal wieder aufräumen (hier, fehlt jetzt der schockiert guckender Smiley). Dann weißt du jetzt sind sie erwachsen.

    Ich habe Zeugen, bei mir ist aufgeräumt.

    Take care,

    June

     

  13. Alexander

    Der linke Teil des Kühlschrankes sieht zumindest nach Tiefkühlkost aus. Aber beim rechten frage ich mich, wieviel davon letztendlich ungenutzt im Müll landet. Das kann doch ein einzelner Mensch unmöglich schaffen.

    Da auf dem Kühlschrank aber eine scheinbar von Kindern gemalte Karte steht, wird vielleicht doch eine weitere Person mithelfen ?

    Wahrscheinlich können wir uns da aber alle zumindest ein Stück weit selbst besser disziplinieren. In der Top 10 Liste findet ganz sicher so ziemlich jeder etwas, was auf ihn zutrifft.

    Ich jedenfalls schon 🙂

    _____________________________________
    Beste Grüße
    Alexander von GELDz.de

  14. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Alexander

    Die Bilder sind von den Enkelkindern. Sie wohnen viele Autostunden entfernt. Sie sind selten dort zu Besuch.

  15. KievKiev

    @ June

    Wir räumen auch gemeinsam jeden Abend das Kinderzimmer auf. Da bleibt aktuell aber viel Arbeit bei den Eltern hängen, da die Kinder ja auch noch rechtzeitig ins Bett gehen sollen. Hier müssen wir noch konsequenter werden. In der Kita können die Kinder das schließlich auch.

    Ich habe tatsächlich ein kleines Lager an haltbaren Essensvorräten im Keller. Das nutze ich um die Einkäufe bequem mit dem Rad zu erledigen. Falls ich nicht genug Ideen habe was ich kaufen soll fülle ich mein Lager, so dass ich nicht mit halben Taschen nach Hause fahre. Dazu muss man allerdings seine Bestände halbwegs kennen. Ansonsten kauft man am Ende immer dieselben Sachen viel zu oft nach. Ich habe als Beispiel immer gerne Senf auf Vorrat gekauft.

    Ich möchte den Minimalismus nur mit ein paar Beispielen dem ein oder anderen Leser etwas näher bringen. Es ist wirklich sehr einfach und ich betreibe es hauptsächlich um Zeit einzusparen. Aktuell muss ich auch etwas aufräumen um putzen zu können. Umso weniger Dinge vorhanden sind, umso schneller geht es. Wo der Grenznutzen der Anzahl der Dinge in einem Raum zum Aufwand für Reinigung und Pflege liegt kann dann ja jeder selbst für sich entscheiden. Das ändert sich vermutlich auch mit den Lebensphasen. Wenn weniger Dinge im Raum vorhanden sind strahlt der Raum auch mehr Ruhe aus, wirkt wesentlich größer und aufgeräumter und vermutlich auch ästhetischer. Hier kann man den Fokus auf die wesentlichen Dinge legen. Größer wirkende Räume sind in Anbetracht der Miet- und Kaufpreise sicher eine sehr positive Eigenschaft.

    Ich habe es mittlerweile auch geschafft den Fokus und die Freude auf das Wochenende zu verlieren. Das finde ich besonders gut, da das Wochenende schließlich nur 2/7 der Woche enthält. Es ist Verschwendung, wenn man sich hauptsächlich auf diesen kleinen Bereich konzentriert. Ich breche hier an manchen Tagen die effektiven automatischen Abläufe und mache etwas anderes. Diese Woche war ich als Beispiel zweimal eine Stunde vor der Arbeit joggen. So konnte ich nachmittags mit den Kindern auf ihren Wunsch in die Stadtbücherei. Ausflug, Sport, Essen und im Garten die neuen Geschichten vorlesen sind ansonsten zu viele Aktivitäten alleine für den späten Nachmittag. So konnte ich an dem Tag sehr viel erledigen ohne auf etwas zu verzichten. Und konnte so alles auch wirklich genießen.

    Intermittierendes Fasten erscheint mir als Beispiel auch sehr sinnvoll. So habe ich überlegt, wie ich es einmal möglichst einfach ausprobieren kann. So bin ich auf die Arbeitswoche gekommen und betreibe es von ca. 19 Uhr bis 11 Uhr am Folgetag. Am Wochenende denke ich nicht daran. Hier sitze ich mit meiner Familie gemeinsam auf der Terrasse und frühstücke. Es gibt nicht nur 100%. Der Graubereich bietet die meisten Möglichkeiten unter Betrachtung des eigenen Grenznutzen.

  16. V

    @Mike: ich spreche bei Trading nicht von Daytrading. Davon halte ich auch nichts.

    Ich trade in meinen Aktien lange Zyklen über Monate, teils Jahre, hinweg. Funktioniert bestens. Lasst euch nicht einreden, dass das nicht geht. Man muss nur logisch und rational denken, Emotionen ausschalten und Herdendenken erkennen. Beachtung der Charttechnik hilft zudem. Funktioniert nicht nur bei meinen Biotechs. Ich habe im Februar beispielsweise das Top im Dow um ein nur wenige Tage richtig benannt. Den Gesamtmarkt, z.B. DAX, habe ich auch schon öfters erfolgreich getradet.

  17. Thorsten

    Hm, na ja mein Eindruck ist „wieder mal typisch USA“. Zum Glück nur bedingt auf Deutsche Haushalte übertragbar.

    Tiefgekühltes im Kühlschrank auftauen spart Energie. Aber das kennt ihr sicher.

    Ich hoffe, wir sind hier doch etwas vernünftiger als in USA.

  18. Claus

    @ Trading

    … ist m.E. durchaus möglich und funktioniert. Es ist wie ein „Handwerk“, das man erlernen kann.

    Gemeint ist hiermit nicht Daytrading, wie @V ja auch schon geschrieben hat. Auch kein planloses „Herumgezocke“.

    Es geht um Wahrscheinlichkeiten, das Ausnutzen von Trends, die „Dummheit der Herde“, ohne Emotionen, ganz rational.

    Jeder sollte sich hiermit einmal beschäftigen. Deshalb muss man nicht zum „Trader“  werden, der täglich, wöchentlich oder monatlich handelt. Wenn man ein paar „Lieblingsaktien“ gefunden hat, kann man mit wenigen Trades pro Jahr einiges zusätzlich erwirtschaften.

    Das liegt nicht jedem, könnte aber für einige hilfreich sein, bessere Positionen aufzubauen, weil sie leichter gute Ein- (und Ausstiegstiegs-) punkte erkennen.

    Ja, manchmal kann es sinnvoll oder sogar notwendig sein, auch mal zu VERKAUFEN! (leider).

    LG

  19. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ V

    „Ich habe im Februar beispielsweise das Top im Dow um ein nur wenige Tage richtig benannt.“

    Welche Konsequenzen hat deine „Vorahnung“ gehabt? Konntest du das profitabel ausnutzen? Vielleicht hast du einfach nur gut geraten 😉 ?

    Dutzende „Marktbeobachter“ liegen immer mal richtig, weil sie – teils schon seit Monaten – der Meinung waren, es „könne nicht ewig so weiter gehen“.

    Ja und irgendwann geht´s dann mal wirklich nicht so weiter. Frei nach Fit und Gesund, es steht halt immer ein Rücksetzer bevor.

    Wie oft hast du eine Topvoraussage schon um viele Monate verpasst? Kannst du auch JETZT benennen, ob wir in Monaten wieder bei neuen Höchstständen sind oder im Gegenteil 20% tiefer stehen?

    Selbst wenn mir jemand mit 100%iger Sicherheit sagen könnte, dass heute das Markttop (ist für mich eh irrelevant) erreicht ist und es jetzt Monate nach unten geht, würde ich nicht verkaufen.

    Wie lange geht es denn abwärts? Und wie stark geht es abwärts? Sind übehaupt meine Aktien betroffen? Komme ich denn NACH Kosten und Steuern überhaupt günstiger zurück?

    In Anlehnung an deinen Ratschlag „Ich trade in meinen Aktien lange Zyklen über Monate, teils Jahre, hinweg. Funktioniert bestens. Lasst euch nicht einreden, dass das nicht geht“ würde ich den Lesern hier die neu dabei sind dagegen raten:

    Kauft und haltet eure Anteile langfristig. Lasst euch nicht einreden, dass jeder zuverläßig und regelmäßig Hoch- und Tiefpunkte erahnen kann. Unmöglich. Die Gefahr, sich das Portfolio zu zerschießen, ist hoch.

    Vielleicht gelingt das den Meistern des Fachs, den berufstätigen Anlegern hier, die einfach, lethargisch und entspannt Vermögen aufbauen wollen, wohl eher nicht.

    Es geht also nicht darum, ob es überhaupt möglich ist, durch aktives hin und her größere Renditen zu erzielen – das mag sein -, sondern ob es für den Normalanleger ratsam ist.

    https://faculty.haas.berkeley.edu/odean/papers%20current%20versions/individual_investor_performance_final.pdf

     

  20. Wohnung mit Domblick

    Bigger is better? No!

    In meinem Einpersonenhaushalt gibt es nur einen kleinen Kühlschrank (vom Aldi) ohne Gefrierfach und der ist einmal in der Woche voll und nach einer Woche ziemlich leer. Als das Thermostat kaputt ging nach 16 Jahren habe ich auf Ebay ein neues für ein paar Euro gekauft und ausgetauscht. Jetzt läuft der Kühlschrank bestimmt noch viele Jahre weiter. Einen Gefrierschrank hatte ich mal, den hatte ich gebraucht geschenkt bekommen. Da war aber meistens kaum was drin und als ich nachgemessen habe, dass der 1kWh am Tag verbraucht, habe ich den verkauft. Dann hatte ich den verschwendeten Strom wieder ausgeglichen. Meine Küche ist winzig aber ich koche da jeden Tag und alles hat seinen Platz.

    Ich kann diesen (amerikanischen?) Hang zu riesigen Küchen mit teuren Geräten und edlen Arbeitsplatten nicht nachvollziehen. Das ist auch nur zum vorzeigen, zum kochen braucht man das nicht. Eine offene Wohnküche für eine Familie ist was anderes, das ist schön. Aber ein kleineres Wohnzimmer akzeptiert dann auch niemand, und schon braucht man ein viel zu großes Haus und einen viel zu großen Kredit.

     

  21. V

    @Stefan: Was willst du mir sagen? Dass wir hier lateinisch, italienisch oder französisch kommunizieren und du umgangssprachlich deutsch nicht verstehst?

    @Freelancer: ich habe ab und an Tiefpunkte getradet bis zu neuen Hochs, sehr erfolgreich. Zum Top im Februar hatte ich keine Spekulation laufen. Erstens hatte ich da auf den Index nichts zu verkaufen was ich im Vorfeld gekauft hatte und zweitens shorte ich nie. Drittens mache ich diese Spekulationen seit einiger Zeit nur noch bei außergewöhnlichen Chancen. Vielleicht mal wieder beim nächsten Crash…

  22. Thorsten

    @V es war vielleicht eine versteckte Frage, ob Mille oder vielleicht doch Million gemeint war. 3000 wären keine Schlagzeile wert. Mille wird sicher auch umgangssprachlich eher vermieden.

  23. Thorsten

    Zu den Mogelpackungen : Toilettenpapier  in ‚Familiengröße‘ war bei unserem Discounter  immer (länger als 10 Jahre) teurer als der Preis pro Rolle bei der halbsogroßen Normalpackung. Sie haben es inzwischen geändert, anscheinend sind sie auf den großen Packungen sitzen geblieben. Es ist in Deutschland Gesetz, die Preise pro 100g/ml, kg oder bei Toilettenpapier auf Rolle, Anzahl der Lagen und Anzahl der Blätter pro Rolle anzugeben am Verkaufsregal. Es wirkt.

    Problematisch ist aber, wenn man den Vergleich zur alten Packung nicht hat. Aktuell waren es Smarties, ich glaube neue Packung ist genauso groß , aber weniger Inhalt. Lug und Trug überall.

    Noch fieser festzustellen  : Austausch von Inhaltsstoffen, z, b. gegen Palmfett. Ein  Teil der Konsumenten ist durch Medien immerhin sensibilisiert.

  24. User554433

    Schaut einfach mal bei Eurem nächsten Einkauf im Supermarkt auf die Warenkörbe an der Kasse vor Euch und hinter Euch. Ich hole mir im Sommer gerne Obst zum Mittagessen, dazu Buttermilch. Die Leute kaufen alle die Zuckerbomben: Fruchtjoghurts, Red Bull, Schokoriegel, Eis, Kartoffelchips. Manchmal hole ich mir einen Topf Basilikum, da wird man meistens ganz schräg angeschaut.

  25. Fit und Gesund

    @Alf,

    danke nochmal für den Tip Kiisu Buraun bei Seeking Alpha, unglaublich was der jeden Monat für Monatsaufstellungen macht, ein pdf von 78 Seiten, der helle Wahn,

    @Thorsten,

    mit den Mogelpackungen das ist hier auch so, ich bin überzeugt dass die Inflation hier in der CH > 2% ist, was Lebensmittel angeht, ich benötige ehrlich mehr Geld für die Waren des täglichen Gebrauchs, bis anhin hab ich einfach bei Aldi gekauft, mittlerweile schau ich genau bei den „Deals der Woche“, gestern bin ich so günstig an Avocados gekommen,

    deswegen werde ich auch demnächst die Mieteinnahmen des ersten Halbjahres anlegen, Furcht vor Crash oder nicht, vom Nixtun wird mein Geld auf der Bank einfach auch nicht mehr, eher das Gegenteil.

    Hätte zu gerne was Europäisches, noch lieber was aus der CH  🙂 Kanada geht auch, aber U.S hab ich erstmal genug, auf die Gründe gehe ich nicht mehr ein.

    @Claus,

    bezüglich Traden, na ja, ich z.B habe enorme Kauf und Verkaufskosten, ich bin berufstätig, soll ich etwa im grössten Getümmel im Frühdienst meinem Chef sagen, *moment rasch, ich muss mal kurz die Börsenkurse checken und evtl. was kaufen*? das Gelächter wäre gross…aber selbst wenn ich Zeit hätte…

    die Einen kaufen gerne mit dem Trend… die Anderen kaufen generell nur wenn was gesunken ist, ordentlich gesunken, also hätte ich damals Microsoft gekauft bei 72 USD, als Jeder sagte, viel zu teuer, dann wäre ich heute froh drum…

    was für Aktien tradest Du denn so? ich kaufe nur Aktien die ich auch behalten möchte,

    Verlusttöpfchen gibt es in der CH auch nicht …

    Ne… ich bleib bei meiner Methode, monatlich kaufen bis Jahresende.

    Heute hat es die Fresenius-Teufel erwischt, aber sei es drum, hatte ich schon 1x aufgestockt, diesmal helfe ich ihnen nicht aus der Patsche 🙂

     

    @User 554433

    hier genauso, die kaufen Alkohol, Zigaretten, kaum Gemüse, bisschen Obst, und viiiiieel Schleckkram oder Fertiggerichte, sollen sie halt…

    liebe Grüsse

  26. Claus

    @ fit und gesund

    Hallo,

    das, was ich oben beschrieben habe, hat nichts mit häufigem traden zu tun. Hierzu muss man weder während der Arbeitszeit noch sonstwann stundenlang „an den Märkten“ hängen und „aktiv“ sein.

    Es reicht völlig aus, sich 1 x wöchentlich oder auch nur 1 x mtl/vierteljählich…, je nachdem, was man machen möchte, mit „seinem Thema“ zu beschäftigen, um die aktuelle Lage zu analysieren.

    Neben meinem Langfristdepot, das ich wie die meisten hier habe und an dem ich nur wenig ändere, habe ich noch ein kleines getrenntes Depot, wo ich gelegentlich ein paar Extra-EUR bzw. USD realisiere. Nichts Grosses, just for fun. So kann ich z.B. mal eine der  „berühmten Qualitätsaktien“ einsammeln, wenn sie m.E. unberechtigt abgestraft wurde. Und wieder VERKAUFEN, wenn sie wieder auf „Normalniveau“ gestiegen ist. Steuern zahle ich in diesen Fall gerne. Ebenso die „hohen“ Tradingkosten, 4 USD für K + VK.

    Bei 2k Gewinn verbleiben über 1,4k netto. Die habe ich definitiv mehr auf dem Konto. Beispiele: Hormel, P&G, GIS. Solche Gelegenheiten ergeben sich öfters, als man denkt. Liegt natürlich auch an der Marktphase. Short gehen würde ich nicht, Derivate fasse ich auch nicht an, ich nehme hierzu ausschließlich die allseits bekannten „Qualitätsaktien“.

    Im Langfristdepot passiert nichts. Es geht runter und wieder rauf. Im Extradepot liegen nun aber ein paar Gewinne. „Sonderdividenden“ sozusagen.

    Ich möchte dies niemandem empfehlen, die meisten werden es ohnehin als „Blödsinn“ oder „Zockerei“ abtun. Das ist ok. Mir macht es Spaß und es funktioniert.

    Stress gibt es hierbei überhaupt nicht, denn VOR dem Kauf ist bereits alles festgelegt. Viel Arbeit macht es auch nicht. Meine Strategie hierzu habe ich in einer Excel-Tabelle hinterlegt, die mir nach jeder automatischen Kursaktualisierung evtl. „Kandidaten“ nennt, was aber nicht häufig vorkommt. Den oder die schaue ich mir dann kurz genauer an und entscheide, ob es einen Trade wert ist.

    LG und ein schönes Wochenende

  27. Max

    Mir würde auch noch was einfallen zu deinen Punkten, Erstattungen nicht zurück holen, die mir bei Bahn, Flug oder ähnlichem zustehen wegen der Verspätungen, Ausfällen usw. Oder auch die 5 Kaffee in der Woche bei Starbucks zu kaufen, aber nicht schaffen Geld für das Alter zurück zu legen…

  28. StefanStefan

    @ V

    Damit wollte ich dir höflich und dezent zu verstehen geben, dass Mille Tausend bedeutet.

    Und du eben von 3.000 sprachst auf denen du sitzt.

    Gerade umgangssprachlich sind Mille eben keine Millionen. Das wären dann Mio…

    Abgesehen davon halte ich dich für einen Blender. Aber das ist ein anderes Thema ?

  29. Fit und Gesund

    hallo Claus,

    spannend Deine „Trader – Seite“, erfolgreich wie immer, Du hast echt ein gutes Händchen. 🙂

    ich muss die Sache einfacher angehen, nur so klappt es, und das auch nur mehr oder weniger gut, in der Summe bin ich ziemlich zufrieden, wenn ich mein Depot Ende 2016 mit dem von heute vergleiche, dann hab ich allen Grund zur Zufriedenheit.

    Wünsche Dir weiter gute Investment und Trade-Gelegenheiten,

    liebe Grüsse

     

  30. Thorsten

    @Stephan umgangssprachlich,  das gesprochene Wort. Mille, Mio. Wenn das jemand im Bus sagt und gerade neben dir Kindergeschrei ist oder der Busfahrer die Station durchsagt, dann ist das eben nicht zu unterscheiden. Mio habe ich noch nie gehört, nur als Abkürzung gelesen.

  31. Wolle Schmidt

    „Traden gehört aber definitiv nicht dazu. Ohne Traden säße ich heute nicht auf 3 Mille.“

    Dreitausend Euro reißen mich nicht gerade vom Hocker. Oder meinst du „3 Mio“?

  32. Gainde113

    Also ich mache einen langen Trade, nämlich kaufte im Februar 2018 und verkaufe dann 2049. Mögen die besten Unternehmen im FTSE All-World gewinnen!

  33. V

    Wolle, es geht nicht ums Hocker reißen, sondern um Trading funktioniert wiederholbar, wenn man es richtig macht.

  34. Lejero

    @V: ich habe ca. 20 Jahren aktiv in Aktien investiert, bin aber seit mehreren Jahren komplett davon weggekommen. Wenn ich die reinen Fakten für mich über diesen Zeitraum anschaue, ist das die Zeit und das Risiko nicht wert gewesen. Immer schön im Schnitt um den Vergleichsindex gependelt, mal deutlich drüber, mal deutlich drunter. Das es bei dir anders läuft und du eine höhere Trefferquote hast sei dir von Herzen vergönnt. Ich würde nur nicht behaupten, dass man das lernen kann und sich aktives handeln für die meisten auszahlt. Mir persönlich gefällt zu dem Thema das Coin-Flip Experiment am Besten: stell dir vor alle Leute in einem Fussballstadion stehen und haben eine Münze in der Hand. Jetzt fordert der Stadionsprecher alle auf einen Münzwurf zu machen. Diejenigen die Wappen haben müssen sich setzen, die anderen dürfen stehenbleiben. Das gleiche Spielchen läuft jetzt 20 mal hintereinander ab. Was ist dann? Es stehen immer noch eine handvoll an Leuten. Diese Leute haben 20mal hintereinander die richtige Münzseite geworfen! Was heisst das auf Investieren übertragen? Bei Millionen von Investoren weltweit wird es immer welche dabei haben, die praktisch immer die richtige Investition-Entscheidung getroffen haben (die nennen wir dann Warren Buffet, Benjamin Grahamn etc.), das ist aber letztendlich nichts anderes als Statistik und das Gesetz der großen Zahl. Wenn du zu den glücklichen Münzwerfern gehörst ist das toll für dich, und du kannst dich darüber freuen. Aber das Anderen ebenfalls zu empfehlen halte ich persönlich für fragwürdig.

  35. Frank Hoody

    @Lejero

    Was wenn die glücklichen Münzwerfer alle aus dem gleichen Örtchen namens „Graham-and-Doddsville“ kommen, ist es dann immer noch Zufall?

  36. V

    Lejero, natürlich werde ich dir den Gegenbeweis nie antreten können.

    Die richtige Münzseite ist schon weit mehr als 20mal gefallen. Dass das Zufall ist wäre extremer Zufall.

    Bei meinem Netzwerk sieht es ähnlich aus.

     

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