Value Investing ist beste Methode: Billig rein, lange bleiben

New York, Sonntag, 20. April 2014

Die Hälfte der Amerikaner schieben ihren Ruhestand auf die lange Bank. Die Finanzkrise hat ihre Pläne durchkreuzt. Das ergab eine Studie. Die meisten Befragten haben nicht genug Geld, um in den Ruhestand gehen zu können. Es ist nicht nur die Krise schuld, sondern auch ein leichtfertiger Umgang mit den eigenen Finanzen.

Mit Aktien kann jeder ein schönes Polster schrittweise aufbauen. Am besten bringen Sie Ihren Kindern einen vernünftigen Umgang mit Geld bei. Eröffnen Sie für Ihren Nachwuchs ein Depot, packen Sie einen Indexfonds bzw. Blue Chips hinein. Und für sich selbst natürlich auch.

Mit Produktivkapital können Sie am bequemsten ein Vermögen aufbauen. Intelligent investiertes Kapital bringt super-hohe Renditen. Mit dem Lohn aus einer „gewöhnlichen Arbeit“ ist es schwierig ein Vermögen anzuhäufen, wenn Sie nicht nebenher Produktivkapital (Aktien, eigene Firma...) aufbauen.

Value Investing ist nachweislich die beste Anlagemethode. Es gibt zwei Prinzipien, wie Sie diese Value-Investing-Methode umsetzen. Erstens kaufen Sie im Idealfall günstig bewertete Qualitätsunternehmen (auf Basis des KGVs und KBVs). Zweitens ist eine lange Haltedauer erfolgsversprechend. Je länger, desto besser.

Zum ersten Prinzip der günstigen Bewertung: Wie diese Statistik (PDF) zeigt, rentierte der S&P-500-Index zwischen den Jahren 1968 und 2013 im Schnitt mit zehn Prozent. Gleichzeitig konnten Anleger, die die billigsten KGVs und KBVs kauften, deutlich mehr verdienen, nämlich knapp 15 Prozent jährlich. Das ist ein riesiger Unterschied. Und erklärt den Erfolg von Investmentlegende Warren Buffett.

Zum zweiten Prinzip des Buy and Hold: Je länger die Haltedauer, desto fetter die Rendite. Das zeigt diese Studie (PDF), in der die kanadischen Wissenschaftler über den positiven Effekt der Haltedauer selbst erstaunt waren. Auch diesem Prinzip folgt Warren Buffett.

Conclusio: In soliden Aktien ist Ihr Vermögen am besten aufgehoben – langfristig jedenfalls. Im Einkauf liegt der Gewinn, steigen Sie also zu günstigen Bewertungen ein. Die Unternehmensgewinne steigen seit Jahrhunderten, insofern brauchen Sie sich keine Sorgen auf Dauer machen, wenn Sie ausreichend gestreut haben.

Mit Sparbüchern, Festgeldern, Lebensversicherungen ist der Vermögensaufbau schwieriger, weil die Rendite mickrig ist. Teilweise fällt die Rendite real negativ aus, sprich nach Abzug der Inflation. Barmittel in einem größeren Umfang zu horten ist die reinste Geldverschwendung.

Mit einem Durchschnitts-KGV von 18 ist der S&P-500-Index nicht teuer, aber auch nicht billig.

Wie finden Sie sich am besten an der Börse zurecht? Lesen Sie viel. Mein Lieblingsbuch ist: Intelligent Investieren: Der Bestseller über die richtige Anlagestrategie. Es hat Benjamin Graham geschrieben, der einstige Professor von Warren Buffett. Buffetts Strategie erscheint auf den ersten Blick recht einfach. Er lernte seine Strategie von Graham bzw. von diesem Buch. Natürlich ist Erfahrung wichtig.

Überstürzen Sie nichts. Geraten Sie nie in Panik. Konzentrieren Sie sich wie Buffett auf eine Aktie oder zwei wirklich spannende Aktien im Jahr, die günstig sind. Verzetteln Sie sich nicht. Haben Sie extrem viel Geduld.

Mittelgroße Firmen sind gut als Beimischung. Mittelständler versprechen höhere Renditen, aber hier kann das Risiko größer sein.

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Anmerkung  von  Markus    geschrieben 20.04.2014     
@Tim

Wie passt die Überschrift mit billig rein und dem aktuellem kgv10 für den s&p500 zusammen???

Finde es eher schon über dem Mittelwert einer moderaten Bewertung.
Allerdings hierfür braucht man entweder ein paar Jahre Geduld oder Italien... ;-)

beispiellink

Anmerkung  von  Sebastian    geschrieben 20.04.2014     
Du untermauerst die erfolgreiche Value/Buy-and-hold-Strategie immer wieder mit interessanten Artikeln und Links, Tim! Vielen Dank dafür und weiter so!

Gerade den Punkt "Produktivkapital" finde ich wichtig. Jeder Disney-Film und jeder verkaufte Adidas-Schuh spült - über Umwege - Geld in meine Kasse.

Ich erkläre jedem in meinem Umfeld, dass man sich mit Aktien an soliden Geschäften beteiligen kann. Klingt vielleicht verrückt, aber mir "gehören" diese Unternehmen, wenn auch mit winzigem Anteil, und ich lasse kompetente Menschen für meinen Erfolg handeln. Das ist doch genial.

Für die meisten ist die Börse aber ein Buch mit sieben Siegeln und doch eher ein Kasino. Dieser Eindruck wird leider von vielen, vielen Börsenbeteiligten (die natürlich ganz bestimmte Interessen haben) verstärkt.

Schön, dass du hier eine Ausnahme machst, Tim :) !

Anmerkung  von  Klaus    geschrieben 20.04.2014     
A) Buffett Vorgehensweise und die von Graham sind absolut nicht mehr vergleichbar. Graham kaufte einfach nur billig und Buffett schaut mehr auf die competitive advantage.
B) ich glaube nicht, dass wir in Zukunft noch so gute Renditen sehen werden. Der Gesamtmarkt im Westen ist eher recht stark gesättigt und es findet einfach kein starkes Micro/Macro Wachstum mehr statt.

Greez Klaus

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 20.04.2014     
Ich bin schon der Meinung, dass wir gute Renditen wieder sehen werden, aber das hängt von mehreren Variablen ab.

Land, Einstiegszeitpunkt, Investitionssumme, Bewertung, Gewinnwachstum, Wirtschaftswachstum, Inflation / Deflation, Steuern, Kosten, Krisen. Mal die persönliche Lebenssituation und Risikobereitschaft außen vor gelassen...

Für den S&P500 bin ich zum jetzigen Zeitpunkt neutral bis pessimistisch eingestellt. (Emerging markets, Italien, Spanien, Belgien halte ich dagegen für aussichtsreicher).

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 20.04.2014     
@Tim

Zu der Studie mit dem unterem Quintil vom s&p500 bei kgv oder Buchwert:

Ist die Strategie jedes Jahr wieder angepasst worden, oder wurden die Titel durchgehend gehalten?

Diese Studie oder eine andere ähnliche erwähnt Siegel ja auch beiläufig.

Ein anderer Punkt, warum ich Amerika für überbewertet halte (hier im Blog allgemein und die Aktienmärkte) ist auch Buffett`s Kriterium Marktkapitalisierung zu Wirtschatswachstum...

Anmerkung  von  Stefan Müller    geschrieben 20.04.2014     
Zum Thema Ruhestand gibts einen interessante Artikel im Focus

http://www.focus.de/politik/experten/butterwegge/ein-sozialpolitisches-armutszeugnis-warum-die-grosse-koalition-im-kampf-gegen-altersarmut-versagt_id_3761909.html

Bezeichnend für Deutschland. Es wird umverteilt, aber Gedanken um die private selbstständige Altersvorsorge scheint sich keiner zu machen. Weder im Artikel, noch bei den Leserkommentaren.

Es wird nur geschimpft -auf die Reichen - auf die Beamten -auf die Politiker, statt selbst anzupacken und sich zu lebzeiten gemäß der Möglichkeiten ein kleines Vermögen anzusparen.

Auch ein Hartz Empfänger oder Niedriglohnempfänger kann sich 25€/Monat für die eigene Altersorsorge mit Fonds und Aktien ansparen. Entspricht etwa der Wochenration eines Rauchers.

Über 40 Jahre kommt auch dann etwas stattliches bei herum.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 20.04.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Markus
Billig kaufen bedeutet, auf die Chance zu warten. Es kann eine Firma sein, die ein paar Probleme hat und abstürzt. Es kann der Index sein, der etwas abgibt.

1961 stand der Dow Jones Index bei rund 700 Punkten. Heute über 16.000 Zähler. Der Index hat die Eigenschaft stetig zu steigen (bis auf die Krisenphasen).

Wie die Studie mit dem billigen KGV und KBV exakt erstellt worden, weiß ich nicht. Sie wird häufig von Value-Leuten zitiert.

@ Klaus
Buffett sagt, er wendet bis zum heutigen Tag die Graham-Methode an. Buffett hat das in seinem aktuellen Geschäftsbericht noch mal ausdrücklich betont. Buffett geht ausführlich auf das Buch, das ich oben verlinkt habe, ein. Er lobt es in den höchsten Tönen.

Es stimmt, dass Buffett Blue Chips mag, wenn sie in eine Krise geraten: Bank of America, Goldman Sachs, GE, American Express, Wells Fargo... dann greift er zu bzw. stockt auf. Das tat er während der Finanzkrise ziemlich aggressiv.

@ Sebastian
Danke für das Lob.

@ Stefan Müller
Mit einem Niedriglohn ist das Aktiensparen nicht einfach. Ich finde ehrlich gesagt, so einen Unsinn wie Riester hätte nicht gemacht werden dürfen. Lieber die Gesetzliche Rente stärken: Denn mit Riester landen Milliardensummen an Steuern in den falschen Taschen (nicht beim Sparer). Es gehen gewaltige Geldsummen verloren.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 20.04.2014     
@Tim

Seit 1900 gab es drei Phasen, in denen man an der Börse auf längeres Sicht erheblich Geld verlieren konnte.

Inflationsbereinigter US-amerikanischer Standard and Poor`s Composite Aktienindex. Ein Kritikpunkt an der Aussage (Dividenden sind nicht berücksichtigt, damit sieht es natürlich ein wenig freundlicher aus).

Von 1906 - 1921 fiel er um 68 %.
Von 1929 - 1949 fiel er auch wieder um 68 %.
Von 1968 - 1982 fiel er um 63 %.

Die längste Periode negativer realer Aktienerträge traf Deutschland, Japan und Frankreich in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Mehr als 50 Jahre dauerte es nach einer Studie der London Business School, bis die realen Aktienerträge insgesamt wieder positiv waren. (Zwei Weltkriege und eine Weltwirtschaftskrise hinterlassen auch an der Börse spuren!).

1960 - 1980 brachte der DAX inkl. Dividenden 0,9 % jährlich...

Quelle: Lexikon der Finanzirrtümer von Werner Bareis und Niels Nauhauser.

In der Praxis hat man mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas mehr Glück und erwischt nicht die Top`s, aber die Aussage, Aktien sind Produktivkapital ohne Berücksichtigung des BIP`s oder die Pauschal-Aussage, Aktien rentieren langfristig immer am besten (bzw. 10 % p. a.) ist so nicht korrekt.

In der Mehrzahl der Fälle kann man jedoch mit Aktien die besten Renditen erwirtschaften.

Die asset-allocation ist m. E. extrem wichtig. Genauso wie ich ein zu viel in US-Werten für falsch halte, ist ein home bias mit einer Übergewichtung deutscher Werte auch falsch.

Mit einer guten Aufteilung schafft man dieselbe Rendite mit weniger Risiko.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 20.04.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Markus

Geld verloren hat nur, wer in der Krise VERKAUFT hat. Wer in aller Ruhe abgewartet hat (und womöglich zukaufte), hat sich eine goldene Nase verdient.

Anmerkung  von  Felix    geschrieben 20.04.2014     
@Markus
Eine Übergewichtung bei US-Werten halte ich für sinnvoll, weil es einfach das wirtschaftlich stärkste Land mit den besten Unternehmen der Welt ist, dem keine andere Volkswirtschaft das Wasser reichen kann.
Ob man es mag oder nicht, so sind die USA technologisch und managementmäßig unerreicht, vom der amerikanischen Unternehmermentalität und Risikobereitschaft ganz zu schweigen. Man braucht sich nur ihre multinationalen Konzerne anschauen, um zu sehen, wo die Musik spielt.

Anmerkung  von  Fritz    geschrieben 20.04.2014     
@Markus:

Ich gebe Felix recht.
Die Vereinigten Staaten sind das grandioseste Land der Erde. A Fast alles Wegweisendes und Innovatives kommt von dort. Apple, Google, Facebook, Twitter, Coca Cola, GPS, Hollywood uvm.

Anmerkung  von  Sebastian    geschrieben 20.04.2014     
@Markus

Schade, dass auch du den Unsinn mit den Verlustperioden widergibst.
Da wird immer irgendein High genommen und dann geschaut, wie weit es bis zum Tiefpunkt heruntergeht. Das hat doch mit der Anlegerrealität nichts zu tun.

Da legt also jemand all sein Geld zum Höchststand an, kauft dann Jahrzehnte nichts und verkauft zum Tiefpunkt? Das ist doch Quatsch.

Es zeigt gerade deutlich, dass man KONTINUIERLICH und VOR ALLEM - aber nicht ausschließlich - in Baissephasen sein Geld investieren sollte.

Von den Studien - hier geht es ja in der Regel um Passivinvestieren, Asset-Allocation und Indizes - lasse ich mich nicht verrückt machen.

Angst haben hier wohl vor allem diejenigen, die irgendwann auch mal verkaufen wollen (müssen), um ihren Lebensabend zu finanzieren. Wer die Preise Preise sein läßt und die Dividenden mitnimmt ist wohl entspannter ;).

Nichts für ungut, deine Kommentare finde ich sonst recht pfiffig, aber hier stimmen wir nicht überein.

Du magst den Siegel, schau noch mal ins "Überlegen investieren". Dank der Dividenden war bspw. der 29er-Crash schneller vergessen als es diese Studien suggerieren.

Anmerkung  von  Frank    geschrieben 20.04.2014     
Ich gebe Sebastian recht. Das klingt nach "die Aktie hat seit Jahresbeginn 25% verloren". Als ob jemand mit all seinem Geld ausgerechnet bei Jahresbeginn eingestiegen ist.

Wie Sebastian sagt, wenn man einfach nur die Dividenden einstreicht und sein (Aktien-)Vermögen nicht antastet, kann man so eine Negativphase sicherlich leichter ertragen.

Wer dazu noch in andere Anlageklassen investiert, schläft meiner Meinung nach noch ruhiger. Eventuell eine kleine Wohnung zum Vermieten, ein Aktiendepot und noch ein wenig Gold zu Beispiel.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 20.04.2014     
Es bleibt jedem selbst überlassen, ob er sich in seine assets verliebt und nicht nach BIP-Daten (Amerika nach Kaufkraft ca. 25%) gewichtet, sondern nach Marktkapitalisierung. Eine Gewichtung nach BIP vermeidet Blasen und Risiko-Konzentrationen.

Für mich ist das Produktivkapital das gesamte Kapital einer Volkswirtschaft und nicht nur das an der Börse gelistete. Wenn sich hier schon welche als Unternehmer fühlen, dann wäre es schön, wenn sie auch so denken.

Anbei noch ein grober Indikator von Buffett. BIP zu Marktkapitalisierung

Mir ging es darum, dass ich Amerika für nicht mehr günstig bewertet halte. Wenn andere dass anders sehen, ok. Jeder, der mehr Rendite erwirtschaften will, sollte auch die Risiken kennen... Der Fokus liegt bei vielen in einer Hausse nur auf der Rendite.

@Stefan

Ich habe Siegel ca. 3 - 4 x gelesen. Ich kenne die Stelle mit den Dividenden. Die Frage ist allerdings, ob in katastrophalen wirtschaftlichen Krisen, die Menschen Ihre Arbeitsplätze behalten und stoisch Ihre Dividenden reinvestieren.???

Das sind natürlich extreme Beispiele mit den langfristigen Zeiträumen. Zudem sind sie ungewohnt, für alle die für Aktien die Werbetrommel rühren und denen, die der Werbung folgen.

Es sollte eigentlich nur eines verdeutlichen: Man kann als langfristiger Investor auch niedrige einstellige Renditen schaffen.

1. Diese nominellen (mit Inflation) 10 % p. a. gibt es nirgends mit Garantie!

2. Interessant sind nur die realen (abzügl. Inflation) Renditen! Abzüglich Steuern und Gebühren!

3. Realitäten auszublenden, nur weil sie mir nicht passen, ist nicht mein Ding.

4. Es gibt einige eingefahrene & weit verbreitete Börsen-Thesen, die durch häufiges wiederholen nicht richtiger werden.

Aber: Ich bin pro Aktien und pro kontinuierlichem sparen und investieren. Timing halte ich zudem für extrem schwierig. Bewertungen können länger irrational sein, als der Anleger liquide. Trotzdem würde ich in der aktuellen Phase niemals 50 - 95 % US-Aktien für die nächsten 20 Jahre haben wollen.

Die asset-allocation wird hier gewaltig unterschätzt, obwohl es darüber zig Studien gibt, dass sie der wichtigste Punkt der Anleger-Rendite ist.

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Warum wir schlechter als Warren Buffett abschneiden

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New York, Donnerstag, 17. April 2014

Ein Leser meines Blogs machte mich freundlicherweise auf einen interessanten Artikel in der FAZ aufmerksam. Es geht um die deutschen Dividenden-Wunderstars. Im Gegensatz zu den USA gibt es hierzulande leider keine Aristokraten. Das sind Unternehmen, die mindestens seit 25 Jahren ihre Ausschüttung erhöht haben. Was nicht ist, kann ja noch werden.

Die besten DAX-Aktien waren übrigens in den vergangenen 15 Jahren der Minenkonzern K+S, der Autozulieferer Conti und der Autobauer VW. Diese Aktien gingen durch die Decke.

Viele Anleger verehren Warren Buffett (das Foto machte ich auf seiner Hauptversammlung in Omaha). Er hat in seinem Depot fast ausschließlich starke Dividenden-Zahler, eben jene Aristokraten. Darauf baut ein Teil seines Erfolgs auf. Diese Dividendenströme erzeugen passive Cashzuflüsse in seiner Holding Berkshire Hathaway, die Buffett ständig in neue Investments steckt. Der andere Teil seines Erfolgs basiert auf seiner extremen Geduld. Er hält Aktien viele Jahrzehnte lang die Treue. Buffetts bevorzugter Anlagehorizont ist die Ewigkeit.

Wir Privatanleger sind eigentlich in der Lage so wie Buffett königliche Dividendenzahler auszuwählen: American Express, Wells Fargo, IBM, Coca-Cola... Wir können den Milliardär einfach kopieren. Aber so viel Geduld wie Buffett haben die wenigsten Privatanleger. Wer hält schon Aktien drei oder vier Jahrzehnte einfach durch, ohne sie zu verkaufen? Das schaffen ganz wenige Anleger. Ich glaube, das ist unser größtes Problem. Deshalb schneiden wir schlechter als der Meister in Omaha ab. Uns fehlt die Ausdauer. Wir sind wie ein Marathonläufer, der nach einem Kilometer schon aufgibt.

Die größten Vermögen werden erst mit den Jahrzehnten geschaffen. Haben Sie mehr Geduld. Sitzen Sie starke und schwache Phasen aus.

Wer Qualitätsunternehmen besitzt, sollte gelassener in die Zukunft blicken. Selbst die schwerste Finanzkrise seit etlichen Generationen war nach einigen Jahren ausgestanden. Schauen Sie sich nur die Entwicklung des Dow-Jones-Indexes an. Einfach sagenhaft! Wer 2008 in Panik geriet, ist selbst schuld.

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Anmerkung  von  Stefan    geschrieben 17.04.2014     
In dem Artikel steht ja auch, dass der DAX in den letzten 15 Jahren gerade mal 4% im Jahr gestiegen ist! Inklusive Dividenden wohlgemerkt! Oder 83 % insgesamt über 15 Jahre. Man hätte sein Kapital über 15 Jahre also nicht einmal verdoppelt.

Das ist, finde ich sehr ernüchternd. Hinter diesem Hintergrund finde ich ETF's auf den DAX ziemlich fragwürdig...

Was meint ihr dazu?

Anmerkung  von  Mr. CashFlow    geschrieben 17.04.2014     
Website dividendencashflow.blogspot.de/

@ Stefan

aus diesem Grund bevorzuge ich auch die direkte Anlage in Aktien und nicht über irgendwelche Inzizes oder ETF`s. Soweit ich weiß sieht Tim das ähnlich. ;-)

Anmerkung  von  Fritz    geschrieben 17.04.2014     
@Tim:

Buffett hat gegenüber dem Kleinanleger oft noch andere Vorteile. Bei Goldman Sachs beispielsweise kassiert er eine Vorzugsdividende in Höhe von 10%. Das ist natürlich gigantisch. Und man kann Kursverluste und Schwächephasen psychisch natürlich viel leichter aussitzen. Der Privatanleger kassiert bei Goldman Sachs dieses Jahr gerade mal eine Dividendenrendite in Höhe von knapp 1,5%.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 17.04.2014     
@Fritz
Es gibt immer etwas mehr zu holen.
Wenn Du auf GS stehst, dann kann man auch die Preferreds kaufen statt der Stammaktien. Immerhin gibt es da um oder über 6%, z.B. die Serie I. Ich meine, ich finde immer noch attraktivere Sachen, aber das ist auch was.
Allerdings sind das alles "non-cumulative", das heißt, bei Dividendenaussetzung wird die nicht "angesammelt" und später nachgezahlt. Aber bei GS ist die Gefahr relativ gering.

Frohe Ostern
MS

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 17.04.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Mr. CashFlow

Ich finde Indexfonds sind eine recht gute Sache. Das schöne an Aktien wie Exxon oder P&G sind die Dividendenflüsse im Ruhestand. Man kann damit im Alter gut über die Runden kommen (neben der gesetzl. Rente), ohne seine Aktien schrittweise verkaufen zu müssen.

Bei den ETFs muss man sehr gut aufpassen - es gibt gute und schlechte. Einige Gebührenfresser sind darunter.

@Fritz
Stimmt. Buffett hat ein paar Vorteile gegenüber dem Privatanleger, manchmal zumindest. Aber nicht immer. IBM, American Express, Wells Fargo... hat er ganz normal wie jeder andere Privatanleger auch gekauft.

Anmerkung  von  Sebastian    geschrieben 18.04.2014     
@Stefan

Wie wäre die Entwicklung bei regelmäßiger (sagen wir jährlicher) und gleichbleibender Rateninvestition gewesen?

Bitte nicht von Schauermärchen wie "über 20 Jahre wären da nur so und so viel herausgekommen" verunsichern lassen.

Das sind Beispiele ohne praktischen Wert, da man - hoffentlich - über viele Jahrzehnte kontinuierlich investiert.

Viel Erfolg weiterhin!

Anmerkung  von  Michael C. Kissig    geschrieben 18.04.2014     
Website www.intelligent-investieren.net

Guter Artikel, Tim. Der entscheidende Faktor ist Zeit, oder wie Benjamin Graham es formulierte: "Geduldist die oberste Tugend des Investors".

Und zu Warren Buffett sollte man nicht vergessen, dass er auch erhebliche Nachteile gegenüber normalen nvestoren hat. Denn aufgrund der scheiren Größe seiner Investmentholding Berkshire Hathaway kann er kaum mehr in kleine und mittlere Unternehmen investieren. Denn wenn er nicht tausende Beteiligungen anhäufen möchte, muss er große Menge Geld investieren und damit würde er aufgrund der Marktenge den Preis explosionsartig nach oben treiben. Und kauft er nur kleine Anteile, würde ein Erfolg oder Miserfolg keine signifikante Auswirkung auf sein Depot haben. Er ist also auf große Unternehmen beschränkt, egal ob diese an der Börse notieren oder nicht.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 18.04.2014     
Bei Buffett finde ich die extreme Logik, die Arbeitsamkeit (Fleiß), das gesamte Lebenswerk und seinen Geschätssinn sehr beeindruckend. Zudem hatte er auch einen sehr guten Lehrer, Studium, Arbitrage und viele Liquiditätsquellen. Offenbar hat er auch des öfteren einen Fremdkapital-Hebel für sein alpha genutzt. Das behauptet zumindest ein paar Autoren im Netz, welche sein Geheimnis untersucht haben. Dazu braucht es Mumm und Expertise. Für einen Großteil der Anleger ist diese Methode grenzwertig.

Die Logik, dass man etf`s jetzt für schlecht hält, weil man mal wieder einen beliebigen Zeitraum und einen viel zu engen Index ausgewählt hat, ist fehlerhaft.

Es gibt lange Zeiträume, in denen Aktien nicht mit Ihrer Durchschnittsrendite bei einer Einmalanlage rentieren (egal ob einzelne Aktien, etf`s oder Fonds).

Aktien rentieren nicht immer mit 10 %!!! Es kommt immer darauf an! Die Praxis ermöglicht gewaltige Bandbreiten!

Persönlich liege ich mit "üblen" etf`s bei 13 % nominaler, geometrischer Nachsteuerrendite p. a. über 5 Jahre inklusive Rohstoffe, Bonds, Reits und Cash.

Anmerkung  von  Fritz    geschrieben 18.04.2014     
@ Michael C. Kissig:

Buffett investiert auch in kleinere und mittlere Unternehmen (wobei das Definitionssache ist). Diese übernimmt er dann halt komplett in seine Holding.

@ Markus:

Buffett verwendet oft Fremdkapital. Er erhält es über seine Versicherungen. Die Leute zahlen die Versicherungsbeiträge meist am Jahresanfang. Dieses Geld kann er verwenden.

Anmerkung  von  Fabian S.    geschrieben 18.04.2014     
Hallo Tim!

Als riesengroßer Warren Buffett-Fan muss ich aber sagen, dass Buffett zwar in erster Linie die sogenannten Elefanten kauft, aber er wartet manchmal Jahrzehnte auf den besten Zeitpunkt wie bei der Washington Post in den 70ern.

Auch Coca Cola kaufte er irre günstig ein.

Also spielt das Timing beim Value Investing ja doch eine Rolle z.b. nach einem Crash oder nach einem Skandal eines Unternehmens.

Ich finde nur, dass Du das ncht genügend betonst, sondern eher sagst Elefanten sollte man zu jedem Zeitpunkt kaufen, oder?!

Nicht falsch verstehen, teile sonst total Deine Meinung und finde deine Seite super...das sollte klar sein!


Anmerkung  von  Matthäus Piksa    geschrieben 18.04.2014     
Website www.welt-im-wandel.net

Hej Tim,

a propos Marathonlauf, trainierst du noch? Ich bereite mich nämlich aktuell erneut auf einen vor. 31.05. in Mannheim.

Ich hoff ja, dass ich wie bei meinem ersten Marathon ein Runner's High erlebe, damals irgendwo zw. Km 10-15! :)

Gruß

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 19.04.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Fabian S.
Ich glaube wir sind uns ziemlich einig. Drei Dinge sind bei Buffett auffällig:
1. Er findet extrem gute Qualität.
2. Er kauft i.d.R. recht günstig (Crash, Rezession, Unternehmenskrise).
3. Er hat eine Geduld, die extrem ist.

Ich glaube, bei Punkt 3 haben Privatanleger das größte Problem.

Im Grunde macht Buffett immer das Gegenteil der Masse. Die Masse liebt heiße Modeaktien, die oben stehen. Die Meute tradet gerne, ist sehr aktiv. Wenn die Stimmung toll ist, steigt die Meute im großen Stil ein.

@ Matthäus
Ich wünsche Dir viel Erfolg in Mannheim. Ich trainiere derzeit nicht (bin fett geworden). Mache aber immer noch regelmässig Sport.

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Aktien statt Konsumrausch

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New York, Dienstag, 15. April 2014

Was viele Konsumenten unterschätzen, ist die Altersvorsorge. Wer das Sparen während seiner Karriere vergisst, kann bettelarm im Alter enden. Wenn ich sehe, was Leute ausgeben für schicke Autos, Luxusreisen oder feine Restaurants, wird mir Angst und Bange.

Ich kenne ein Ehepaar, das fährt edle Autos, obwohl das Haus mit hohen Hypotheken belastet ist. Alle paar Jahre schaffen sie ein neues Auto an. Sie nehmen manchmal nach dem Barbesuch das Taxi statt der U-Bahn, weil sie zu bequem sind. Sie kaufen wie im Rausch Kleidung, Schmuck, Kosmetik. Im Supermarkt laden sie Lebensmittel in den Einkaufswagen, als ob morgen ein Weltkrieg ausbrechen würde. Es ist so grenzenlos. Der Kreditrahmen auf den Kreditkarten wird schön ausgeschöpft, obwohl bis zu 20 Prozent Zinsen fällig werden. Wozu muss ich im Restaurant eine Weinflasche für 180 Dollar bestellen? Ist das wirklich nötig? Schmeckt dieser Tropfen wirklich so viel edler gegenüber einem Wein für 20 Dollar?

In den USA beobachte ich den Trend, alle fünf Jahre umzuziehen. Mehr Wohnfläche. Mehr Granit in der Küche. Doppeltes Waschbecken im Bad. Pool, Grill nebst Bar im Garten, Doppelgarage...

Es sind emotionale Einkäufe. Shopper glauben glücklicher zu werden mit all dem Zeug. Es handelt sich dabei um eine Phantasiewelt. Es sind im Grunde armselige Entscheidungen, wenn im Alter das Geld fehlt.

Wer hat Lust bis 80 zu arbeiten? Wer bekommt die Arbeit im hohen Alter noch auf die Reihe? Wer ist mit 80 noch vital genug, um täglich ins Büro zu gehen? Es wird immer mehr Senioren mit Job geben, weil ihnen die Rente nicht reicht. Die Mieten steigen beträchtlich, die Lebensmittel-, die Energiepreise. Kaum etwas wird günstiger.

Ich laufe. Nehme das Rad. Fahre mit der U-Bahn. Ich habe seit sieben Jahren kein Auto mehr. Gebrauchte Ikea-Schränke, Ikea-Tische und eine kleine Ikea-Küche, sorry mehr passt nicht ins Budget.

Sparen Sie ausreichend. Kaufen Sie solide Aktien, Fonds, Indexfonds, ETFs. Ich denke oft über Opportunitätskosten nach. Es geht ja nicht nur um 4000 Euro für eine Luxusreise, sondern darum, was ich statt dessen mit den 4000 Euro hätte machen können (eben investieren). Ich gehe lieber früher in Rente, indem ich auf ein paar Luxusurlaube verzichte. Nur zu sparen vor lauter Angst – das macht natürlich im Umkehrschluss keinen Sinn. Alles in Moderation. Ausgewogen. Mit Vorsicht.

Achten Sie auf die Nebenkosten, wenn Sie investieren. Investieren Sie lange genug. Ich bin ein Fan des „Buy and Hold“. Großartige Firmen kaufen für die Ewigkeit. Am besten vor dem Aktienkauf erst alle Schulden tilgen.

Das Traden bringt meiner Meinung nach in den meisten Fällen nur Verluste. Jeder Trade kostet Geld. Es mag wenig erscheinen auf den ersten Blick, aber die Summe der Transaktionen können bei Daytradern einen Kostenberg auftürmen. Nicht zu vergessen sind die Steuerbelastungen. Von verpassten Dividendenzahlungen einschließlich verpasster Kurssprünge ganz zu schweigen.

Ich kenne jemanden, der fing plötzlich an, mit seiner Lebensersparnis zu traden – bis fast alles weg war. Warum tat er das? Er verlor seinen Job. Er sah einen Ausweg darin, mit dem Trading anzufangen. Seine Not schaltete das Gehirn aus. Seine ausweglose Lage wirkte destruktiv.

Vergessen Sie den Traum, schnell reich zu werden. Es funktioniert in 99,9 Prozent der Fälle nicht. Das Spielkasino, die Lottoannahmestelle, der Losverkäufer, sie alle gewinnen immer. Trotzdem rennen Menschenmassen hin. Sie geben Milliardensummen aus, ohne zu merken, dass es ein Traum ist.

Schalten Sie den gesunden Menschenverstand ein. Das Aktiensparen soll möglichst jahrzehntelang ausgerichtet sein. Kurze Aufs und Abs spielen kaum eine Rolle, wenn Sie 40 Jahre Zeit haben. Momentan kriselt es auf dem Börsenparkett. Natürlich ist es ein Geschenk, wenn Sie in einem Crash wie 2009 zum Zuge kommen oder wenn ein Qualitätsunternehmen in einem Skandal steckt (der ausgestanden wird). Das perfekte Timing bekommt dennoch niemand hin.

Es stellt sich die Frage: „Brauche ich als Privatanleger einen Profi, der mein Geld verwaltet bzw. einen Fondsmanager?“ Das ist eine wichtige Frage. Ich nutze Warren Buffetts Künste, ich besitze seit langem seine Berkshire-Aktie. Ja, Profis sind manchmal hilfreich (aber nicht immer). Wenn Ihnen ein Fondsmanager ans Herz gewachsen ist, warum nicht auf einen solchen Service setzen?

Ich habe diesen Blogeintrag (und den vorherigen) kurz zusammengefasst in diesem Video (auf Englisch). Ich ließ hierbei den Vorschlag von DividElephant einfließen, das 25-fache der jährlichen Kosten bis zur Rente anzusparen:



Eine ähnliche Frage können Sie sich bei vielen Dingen stellen. Beispielsweise bei der Steuererklärung: Brauche ich einen Steuerberater oder kaufe ich stattdessen eine Steuersoftware für 25 Euro? In den meisten Fällen kann wohl die Billigvariante ohne Steuerberater genauso gut sein.

Ich habe einen Steuerberater. Gäbe es einfache, logische Steuergesetze, würde ich darauf verzichten. Höchste Eisenbahn für eine radikale Steuervereinfachung. Ich möchte Geld und Zeit sparen. Wenn ich mir anschaue, wie groß die Finanzverwaltung geworden ist, denke ich: "Was für ein Monster." Die Finanzbehörden machen auf mich nicht den Eindruck, für uns Bürger da zu sein. Die Steuergesetze sind unverständlich, wirr, bürokratisch. Unfassbar, was da an Service-Jobs (Steuerberater etc.) ringsherum dranhängen, nur um den Überblick zu behalten. Das ist Steuerverschwendung! Das Leben könnte einfacher sein. Die Steuern steigen doch immer weiter, das ist jedenfalls mein Eindruck.

Fazit: Unnötigen Konsum meiden. Langfristig investieren. Darüber nachdenken, welche Dienstleistungen es wert sind und welche nicht. Es hängt natürlich von der individuellen Situation ab.

Zum Schluss noch eine Bitte: Sie können für mich beim Publikumspreis der comdirect abstimmen. Jeder darf eine Stimme bis zum 25. April abgeben. Für jeden Klick bin ich selbstverständlich dankbar.

(Foto: Italienische Spezialitäten im Eataly-Supermarkt im Flatiron-Viertel)

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Anmerkung  von  Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog    geschrieben 15.04.2014     
Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/

Das weniger konsumieren Tim, fällt aber vielen Leuten sehr schwer in Deutschland und das konsequente sparen in Dividenden-Aktien empfinden auch viele Leute mit denen ich in Deutschland spreche zu unsicher. Lieber das Sparbuch und Tagesgeldkonto.

Zum Glück kann ich auch mit meinen Aktien Dividenden Blog viele Menschen motivieren, sich ein Vermögen mit Dividenden aufzubauen.

Anmerkung  von  Mr. CashFlow    geschrieben 15.04.2014     
Website dividendencashflow.blogspot.de/

Ich habe in meiner näheren Umgebung auch oft das Gefühl, dass man die Anzahl der Leute, welche sich Gedanken zum Vermögensaufbau machen, an weniger als einer Hand abzählen kann. Ich bin in meinem Freundeskreis die Einzige Person, die aktiven Vermögensaufbau mit Dividendenaktien betreibt. Dabei finde ich besonders interessant, dass selbst ein guter Freund von mir, welcher Leiter einer bekannten Versicherungsagentur ist, sich noch nie mit dem Aktiensparen als Direktinvestment beschäftigt hat. Er ist der festen Überzeugung, dass Bausparen eine der besten Varianten ist, um sein Geld anzulegen. Daneben werden dann natürlich noch einige aktiv Aktienfonds genutzt und auch beworben.

Der Rest spart eifrig um genug Geld zur Finanzierung der eigenen Immobilie anzuhäufen. Das stellt irgendwie bei allen die Erfüllung aller Träume dar.

Ich kann es jedenfalls nicht verstehen.

Anmerkung  von  Ralf    geschrieben 15.04.2014     
Hallo zusammen,

seid doch froh wenn (noch?) so wenige in Aktien investieren. Das sind früher oder später alles potentielle Käufer ;-)

Und, nur die Konsumenten treiben "unsere" Unternehmen zu höheren Gewinnen.

Ein wenig mehr Dankbarkeit an die verschwenderischen Konsumenten wäre angebracht /Ironie off

Anmerkung  von  Frank    geschrieben 15.04.2014     
hallo tim,
ich lese deinen blog regelmäßig und würde auch gerne für dich abstimmen. da man aber seine mail adresse angeben muß, befürchte ich ewig werbung zu erhalten, sorry
frank

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 15.04.2014     
Website www.timschaefermedia.com

Hallo Frank,

danke für die generelle Bereitschaft. In Deutschland ist es verboten, Werbung per Email zu verschicken, wenn man vorher nicht ausdrücklich zugestimmt hat. Das ist jedenfalls mein Kenntnisstand.

Die comdirect möchte mit der Email und dem Namen Manipulationen bei der Abstimmung verhindern. Es findet keine Weitergabe der Angaben statt. Die Daten werden schlussendlich gelöscht. Das hat mir eben eine Sprecherin versichert.

PS: Bis dato sind mehr als 1.000 Stimmen abgegeben worden.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 15.04.2014     
Meine Lohnsteuertante hat schon 2 x Einsprüche gegen das Finanzamt mit ein paar k für mich rausgeholt.

Mit einem günstigen Steuerprogramm hätte ich das sehr wahrscheinlich nicht gewagt.
Das ist natürlich individuell verschieden. Ansonsten können die Steuerprogramme speziell auch sehr gut sein (speziell für Leute, die sonst nie eine Erklärung machen).

Aktuell nervt mich die anfängliche "doppelte" Besteuerung von ausländisch thesaurierenden etf`s mit anschließender Rückforderung in 20 - 30 Jahren wird das ein ganz schöner Belegwulst.

Quellensteuer ist auch je nach Land etwas aufwendig über zwei Finanzämter zurück zu fordern...

Anmerkung  von  Florian    geschrieben 15.04.2014     
Der Großteil meiner Bekannten lässt sich in Bezug auf das Ausgabeverhalten in folgende Kategorien einteilen:

1. Entweder wird das gesamte Monatsgehalt sofort konsumiert. Das wird dann oft mit platten Argumenten untermauert ("Ich lebe ja heute", "Ich könnte ja morgen von einem Auto überfahren werden" oder "Das Geld ist vielleicht eh bald nix mehr Wert")

2. Sparen auf eine Immobilie, auch hier werden oft nur Pauschalargumente benutzt, die der Komplexität nicht gerecht werden ("Dann zahle ich in meine eigene Tasche")

Ich kenne allerdings niemenanden in meinen Bekanntenkreis, der langfristig ohne konkretes Ziel systematisch ein Vermögen aufbauen will.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 15.04.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Markus
Ich finde, die Steuer ist für Anleger und Arbeitnehmer zu kompliziert geworden. Warum die Steuer nicht radikal vereinfacht wird? Schon merkwürdig, warum es von Jahrzehnt zu Jahrzehnt mehr Gesetze gibt.

Anmerkung  von  DERKRIGR    geschrieben 16.04.2014     
Warum sollte man die "Steuer" oder vielmehr die Gesetze dazu vereinfachen? Wer hätte Interesse daran (der gemeine Bürger mal aussen vor)?

Das sind so typische Forderungen der Bevökerungsschicht die noch daran glauben, die Politk würde die Interesse der Bürger und Wähler vetreten.

Tut sie aber nicht. In erster Linie ist die Politik sich selbst verpflichtet und in zweiter Linie dem Lobbyismus.

Anmerkung  von  Frank    geschrieben 16.04.2014     
@ tim,
ok then,
dann werd ich mal für dich abstimmen.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 16.04.2014     
Jep, Kirchhof wurde mit seiner Bierdeckel-Steuererklärung abgesägt...

Die Hoffnung, dass die Politiker ihren geschworenen Eid einhalten, habe ich leider auch schon lange aufgegeben.

Ich sehe nur klein-klein und keinen Reformwillen. Steuerprogression abbauen, nein danke.

Die Frage, ob ein einfacheres Steuersystem nicht sogar zu höheren Steuereinnahmen durch eine stärkere Wirtschaft und weniger Bürokratie führen könnte, ist nicht ganz einfach zu beantworten.

Es würde natürlich vielen tausenden Steuerberater-Kanzleien nicht in die Karten spielen, wenn Ihre Geschäftsgrundlage wegfallen würde...

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 16.04.2014     
Es gab mal ein Lied "Forever Young". Das ist der Wunschtraum vieler Menschen. Das Alter wird kaschiert, bei Frauen mit Makeup, bei Männern mit teuren Spielzeugen. Das die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit im Alter abnimmt, ist in der Wissenschaft, wie auch der Wirtschaft bekannt. Bei IBM werden u. a. in bestimmten Geschäftsbereichen nur Leute bis Mitte 20 eingestellt. Gut ausgebildete Leute können vieles mit Erfahrung kompensieren und sind deshalb trotzdem leistungsfähiger als ein junger Berufsanfänger. Jedoch geht das auch nur zu einem bestimmten Grad, oder Alter. Irgendwann ist für jeden Schluss, Zeitpunkt auch abhängig vom jeweiligen Beruf und der generellen Leistungsfähigkeit und -bereitschaft. Das damit das Haupteinkommen wegbricht, ist wahrscheinlich nicht jedem klar bzw. will man es nicht wahrhaben, weil halt auch die Medien die ewige Jugend versprechen. Die hohen Leistungslevel im jungen Alter führen auch schnell in eine Sackgasse, wenn der Wettbewerb in der eigenen Branche besonders hoch ist und man keinen Burggraben aufbauen kann. Hier ist Altersvorsorge auch schon für vor der Rente wohl ein wichtiger Baustein. Bei Sportlern hat man ja auch schon häufig die Schicksale in der Bedeutungslosigkeit bereits im jüngeren Alter gesehen bzw. ist der Rausch in dieser Branche besonders schnell vorbei. Doch auf dem Höhepunkt der Karriere will an sowas wohl kaum einer denken, der Lust-Konsum kann dann durch Emotionen extrem verstärkt werden, die Verschuldung wird als kurzfristiges, ausräumbares Übel gesehen, ist aber gehebelt von der jugendlichen Leistungsfähigkeit. Ich vergleiche das mit dem Risiko eines Unternehmens, was sich teurer Kredite bedient um das Geschäft auszubauen. Die Fahrt mit 200 kann weiter gehen oder endet eben binnen weniger Sekunden an der Wand. Das ist das Risiko.

Anmerkung  von  Stefan    geschrieben 16.04.2014     
@ Markus:

Falsch! Was viele nicht wissen: Steuerberater leben nicht von den kleinen Arbeitnehmern die eine Einkommensteuererklärung brauchen! Das lohnt sich nicht mal wirklich. Die Kanzleien leben von Firmen/Unternehmen. Die brauchen eine laufende Buchhaltung, Löhne werden jeden Monat berechnet, Umsatzsteuervoranmeldungen erstellt, Bilanzen, Körperschaftsteuererklärungen, Gewerbesteuererklärungen usw. usw.

Vom Lehrer oder sonstigen Angestellten die Lohnsteuer-Zahler sind und die oft maximal noch ne vermietete Immobilie haben kann kein Steuerberater leben. Eine Vereinfachung des Steuerrechts fürchten diese daher auch nicht...

Zum Konsumrausch:

leider wird man schnell zum Sonderling wenn man den ganzen Kram nicht mitmacht. Meine Kumpels ziehen mich schon wegen meinem alten Röhrenfernseher auf. Auf dem kann man ja kein Fussball gucken! Da kriegt man ja Augenkrebs! Solche Sprüche kommen da ;-)

Auch unterliegt man einer gewissen sozialen Kontrolle durch Nachbarn und Bekannte. Regelmäßig ist Urlaub ja auch ein Thema des Small-Talks. Wenn man da sagt man fliegt dieses Jahr nicht weg erntet man mitleidige Blicke.

Mit meiner Freundin bekomme ich übrigens auch regelmäßig Stress. Sie würde die Kohle auch gern mehr laufen lassen. Ich muss dann immer bremsen. Da gilt man schnell als Geizkragen (was ich definitiv nicht bin). Und die sind für Frauen extrem unattraktiv.

Anmerkung  von  Frank    geschrieben 16.04.2014     
@stefan,
dont worry,
ich finde Frauen die die Kohle raushauen unattraktiv!

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 16.04.2014     
Frauen/Partner die das tun, haben das Prinzip einer Partnerschaft oder Lebensgemeinschaft nicht verstanden, weil diese durch maßlosen Konsum destabilisiert wird und dem Partner somit aktiv schadet bzw. sein Risiko der Verarmung deutlich steigern kann. Das ist mehr als unattraktiv, eher egoistisch und dumm.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 16.04.2014     
@Stefan

Aus diesem Blickwinkel hast Du natürlich Recht.
Allerdings ist natürlich die Frage wie stark man das Steuerrecht nicht nur für AN reformieren könnte, wenn man denn doch mal damit anfangen würde...

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 16.04.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Frank
Danke für Deine Stimme. Super!

@Tino
Stimmt. Boris Becker fällt wohl in die junge Lebemann-Kategorie. Seine Finca auf Mallorca soll versteigert werden. Schöne Autos, Frauen, Villen, Luxus, Partys... Ich hatte immer den Eindruck bei ihm, er wollte andere Menschen von seinem Reichtum beeindrucken. Er wollte es allen beweisen, wie toll, jung und reich er ist. Schon komisch, wie schnell der Schuss nach hinten los gehen kann.
http://www.express.de/promi-show/zwangsversteigerung-becker-villa-auf-mallorca-wird-zum--spottpreis--verscherbelt,2186,26850294.html

@ alle
Was ich an der deutschen Steuer nicht verstehe: Warum macht die Regierung es uns nicht leichter, klarer, logischer? Wenn ein Normalanleger am Jahresende wegen einem ETF, Fonds und einer Auslandsdividende nicht mehr durchblickt, ist etwas faul.

Eine radikale Vereinfachung würde allen helfen. Um die Steuerberater mache ich mir keine Sorgen. Die können in den Finanzabteilungen der Konzerne und anderswo unter kommen.

Anmerkung  von  Stefan Müller    geschrieben 16.04.2014     
Meine Stimme hast du auch. Du sprichst als einer der ganz wenigen das Steuersystem an, hast eine gute Suchfunktion und vertrittst auch meineMeinung. Weiter so.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 17.04.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Stefan

Danke. Ich schreibe hier eigentlich für den Normalsparer. Ich möchte provozieren, wachrütteln.

Für den "kleinen Mann" muss viel mehr getan werden. Mit Blick auf die Altersvorsorge, Steuererklärung und Finanzbildung.

Genau darin sehe ich die Aufgabe dieses Blogs.

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So viel Geld brauchen Sie, wenn die Rente beginnt

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New York, Sonntag, 13. April 2014

In den USA wird eine muntere Diskussion geführt, wie viel Geld man braucht, wenn man in Rente geht. Die Menschen diskutieren endlos über dieses Thema.

Einer sagt als Faustformel gilt: „Du brauchst neben der gesetzlichen Rente das zehnfache Deines letzten Einkommens, wenn Du sorgenfrei in den Ruhestand willst.“

Ein anderer sagt: "Vergesse das. Deine goldenen Jahre wirst Du nie erleben. Du wirst ewig arbeiten müssen. Wir werden älter. Das Geld wird nie reichen. Schmink Dir das ab.“

Sie sehen, es ist nicht einfach. Es gibt keine perfekte Formel dafür. Es hängt von den individuellen Lebensumständen ab. Früher, vor hundert Jahren, war die Rente der Nachwuchs. Je mehr Kinder Sie hatten, desto besser versorgt waren Sie im Alter.

Finanzexperte Timothy Noonan kalkuliert für ein Ehepaar beispielsweise, es sollte 775.000 Dollar angespart haben, wenn es Anfang 60 Jahre alt wird. Noonan unterstellt bei seiner Kalkulation: Das Paar kassiert zusätzlich 38.000 Dollar aus der gesetzlichen Rente jährlich (sie heißt in den USA „Social Security“). Zwischen 60.000 bis 72.000 Dollar möchte das Paar jährlich ausgeben.

Noonan rät, lieber über das gesetzte Ziel ein wenig hinauszuschießen, sprich etwas mehr angespart zu haben. Denn die Lebenserwartung ist ungewiss. Wir können recht alt werden. Und es kann etwas dazwischen kommen, was Sie nicht eingeplant haben. Ich finde, 775.000 Dollar ist eine Menge Geld. Und 38.000 Dollar aus der Gesetzlichen Rente ebenfalls. So viel Kohle haben wohl wenige.

Wenn ich mir anschaue, dass 38 Prozent der Amerikaner jeden Monat mit ihrem Geld mit Ach und Krach über die Runden kommen, ist das traurig. Was machen diese Menschen, wenn deren Ruhestand beginnt? Dann wird es ja noch knapper mit dem Geld.

Ich möchte grundsätzlich jeden Blogleser wachrütteln, sich Gedanken dazu zu machen. Früher war die Gesetzliche Rente etwas, worauf wir Arbeitnehmer bauen konnten. In diesem Geldtopf wird von Jahrzehnt zu Jahrzehnt weniger sein.

Es ist schwierig den perfekten Vermögensstand zum Renteneintritt zu erreichen. Den perfekten Kontostand gibt es eh nicht. Das Leben spielt nicht immer so, wie wir es uns wünschen. Und finanzielle Fehler sind manchmal sogar gut. Wir lernen aus ihnen und das Leben geht voran.

Was ich indes gar nicht verstehen kann, sind Leute, die recht gut verdienen und gar nichts zur Seite legen. Da wundere ich manchmal schon, was die machen, wenn der Ruhestand beginnt.

Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Ich bin nicht schlüssig, um ehrlich zu sein, wie viel Kapital ich brauche, wenn ich 65 oder 70 bin. Ideal wäre es wohl von der Gesetzlichen Rente und Dividendenströmen leben zu können, ohne dabei das familiäre Vermögen aufzuzehren. Im schuldenfreien Eigenheim zu wohnen wäre angenehm. Ein recht einfacher Lebensstil genügt mir.

Ich brauche keinen Luxus. Ich lehne das ganze Zeug ab. Mich macht eine super-teure Uhr, eine riesige Villa oder ein schickes Auto nicht glücklicher. Gut, jeder hat andere Ziele. Und das ist gut so.

Wissen Sie, wie viel Geld Sie brauchen, wenn Ihre Rente beginnt? Haben Sie sich das ausgerechnet? Was meinen Sie dazu?

(Mein Foto: Künstler Joseph Beuys Tafel, gesehen in Münchens Lenbachhaus)

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Anmerkung  von  DividElephant    geschrieben 13.04.2014     
Website dividelephant.wordpress.com

Hallo Tim,

im Moment finde ich die 4%-Regel sinnvoll. Das heißt, mein Ziel ist es, das 25-fache meiner jährlichen Ausgaben angespart zu haben. Im Moment liegt dieser Wert bei 25.000 Euro x 25 macht also 625.000 Euro.

Mr. MoneyMustache hat einen Blogeintrag darüber gemacht, der die 4%-Regel ziemlich gut erklärt wie ich finde: http://www.mrmoneymustache.com/2012/05/29/how-much-do-i-need-for-retirement/
(in Google wird man bestimmt auch fündig ;-))

Anmerkung  von  Couponschneider    geschrieben 13.04.2014     
Website couponschneider.blogspot.de

Ich rechne auch immer mit 4 % Dividendenrendite.

Ich meinem gestrigen Beitrag habe ich mal vorgerechnet, wie lange es dauert, bis man von seinen Dividendeneinnahmen die Nettomiete betreiten kann.

http://couponschneider.blogspot.de/2014/04/mietfrei-wohnen-ohne-sich-zu-verschulden.html


Anmerkung  von  Florian    geschrieben 13.04.2014     
Eine interessante Frage, hängt aber natürlich in hohem Umfang von persönlichen Zielen, Ausgabenstrukturen, Investmentstil etc. ab.

Ich selbst kalkuliere die gesetzliche Rente überhaupt nicht mehr in meine Finanzplanung mehr ein. Sollte ich irgendwann einen bestimmten Betrag bekommen, dann ist das natürlich gut.
Da mein Berufsumfeld äusserst schnelllebig ist und eine Ausübung meines aktuellen Jobs bis zum offiziellen Renteneintrittsalter nicht denkbar ist, ist mein vorrangiges Ziel das möglichst schnelle Erreichen der finanziellen Unabhängigkeit.
Ich selbst kalkuliere auf Basis meiner Investmentstrategie hierfür einen Kapitalbedarf von ca. dem 30-fachen des Jahresbudgets an.
Meine Fixkosten habe ich in den letzten Jahren extrem weit heruntergeschraubt, insbesondere die großen Posten Wohnen & Mobilität, so dass mir die Zielerreichung in näherer Zukunft durchaus realistisch erscheint.
Materielle Statussymbole bedeuten mir persönlich nichts mehr. Das größte Statussymbol für mich ist die persönliche Freiheit - nämlich weitgehend selbst über die Gestaltung seiner knappen Lebenszeit entscheiden zu können ohne gezwungen zu sein, permanent Zeit gegen Geld tauschen zu müssen.

Anmerkung  von  Frank / Berlin    geschrieben 13.04.2014     
Eine Summe kann man schwer nennen. Die große Unbekannte bei der Sache ist der Staat: Renteneintrittsalter, Steuern, Krankenversicherung, Pflegeversicherung etc.
Ich gehe davon aus das in 25 Jahren die demografische Entwicklung in Deutschland den Staat zu Verzweiflungstaten zwingen wird. Es würde mich nicht wundern, wenn meine staatliche Rente zusammengestrichen wird, weil ich die Frechheit habe ein dividendenlastiges Aktiendepot zu besitzen.

Anmerkung  von  Stefan    geschrieben 13.04.2014     
"und eine Ausübung meines aktuellen Jobs bis zum offiziellen Renteneintrittsalter nicht denkbar ist, ist mein vorrangiges Ziel das möglichst schnelle Erreichen der finanziellen Unabhängigkeit."

@ Florian:

Warum? Arbeitest du als Call-Boy ;-) ?


Die Formeln von Mr Money Mustache und Co kenne ich auch. Eine weitere ist das monatlich benötigte Kapital mal 300 zu nehmen. Da kommt das gleiche raus wie Jahresbetrag mal 25.

Kommt halt drauf an ob man mit oder ohne Kapitalverzehr kalkuliert. Ohne braucht man natürlich erheblich mehr Kapital um finanziell unabhängig zu sein...

Interessant fand ich auch folgendes: nimmt man seine wöchentlichen Ausgaben mal 752 dann erhält man die Kosten, die einem alle 10 Jahre daraus entstehen! Das macht einem klar, dass auch Kleinstbeträge enorme Summen werden...
Bsp.: man trinkt in der Woche für 3 € pro Tag nen Coffee-to-go. Macht 15 € in der Woche (5 Tage). In zehn Jahren hat man aber 11.280 € für diese Gewohnheit ausgegeben! Unfassbar, oder? Mit Essen gehen und co kann man das weiter treiben...

Anmerkung  von  Florian    geschrieben 13.04.2014     
"@ Florian:

Warum? Arbeitest du als Call-Boy ;-) ?"

Nein :) Bin in der IT-Beratung tätig, die sehr viel Reisetätigkeit mit sich bringt.
Ich kann mir für mich nicht vorstellen, dass ich mit 60 Jahren noch aus dem Koffer leben will und laufend mit neusten Technologien Schritt halten kann.
Zudem will ich auch mehr Zeit für Familie und Freunde haben.


Anmerkung  von  Tim    geschrieben 14.04.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ DividElephant
Das 25-fache des Jahresgehalts anzusparen ist ein Batzen. Das schaffen wohl nur wenige. Die meisten leben wirklich in den Tag hinein. Es ist unglaublich.

Ich kenne Leute, die fahren noble Autos, obwohl das Eigenheim mit hohen Hypotheken belastet ist. Sie nehmen das Taxi statt der U-Bahn, weil sie zu bequem sind. Sie kaufen wie im Rausch Kleidung, Schmuck, Kosmetik. Und das Konto ist leer.

Anmerkung  von  DividElephant    geschrieben 14.04.2014     
Website dividelephant.wordpress.com

Hallo Tim,

das 25-fache Jahresgehalt wäre in der Tat ein ordentlicher Batzen. Gott sei Dank geht es "nur" um die Ausgaben. ;-)

Wer also zB 50.000 Euro verdient und 25.000 Euro im Jahr an ausgaben hat, kann sich auf ein Sparziel von 625.000 Euro einstellen (und nicht etwa 1,25 Mio).

Anmerkung  von  Florian    geschrieben 14.04.2014     
Stimmt, das 25-fache des Jahresgehalts kann ich rein rechnerisch gar nicht mehr schaffen :)
Bei dem 25-fachen der jährlichen Ausgaben sieht es aber schon wieder ganz anders aus.
Je höher die Sparquote, desto schneller hat man den Betrag zusammen, da ja auch die Ausgabenquote sinkt.
Ich habe Mal die Anzahl der verbleibenden Jahre bis zur finanziellen Unabhängigkeit als Funktion der Sparquote grafisch dargestellt. War ganz erstaunt, wieviel man mit einer hohen Sparquote erreichen kann.

Anmerkung  von  Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog    geschrieben 15.04.2014     
Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/

Ich persönlich rechne auch nicht mehr mit einer staatl. Rente und setzte seit über 3 Jahren konsequent auf den Vermögensaufbau mit Dividenden-Aktien.

Das tun übrigens auch viele Amerikaner, die das Ziel haben mit 40 Jahren spätestens finanziell frei zu sein.

Mir würde persönlich schon ein Dividenden Einkommen Netto pro Monat reichen, dass +25% pro Monat über meinen aktuellen Monatsausgaben liegt und sich automatisch pro Jahr um mind. 5% durch Dividendensteigerungen erhöht. Das ist mein Ziel.

Anmerkung  von  toni    geschrieben 16.04.2014     
///Interessant fand ich auch folgendes: nimmt man seine wöchentlichen Ausgaben mal 752 dann erhält man die Kosten, die einem alle 10 Jahre daraus entstehen! Das macht einem klar, dass auch Kleinstbeträge enorme Summen werden...
Bsp.: man trinkt in der Woche für 3 € pro Tag nen Coffee-to-go. Macht 15 € in der Woche (5 Tage). In zehn Jahren hat man aber 11.280 € für diese Gewohnheit ausgegeben! Unfassbar, oder? Mit Essen gehen und co kann man das weiter treiben...//

15€X52 Wochen 780€ X10 Jahre 7800€
bin zwar nicht der proff aber da ist was Faul
nicht immer alles Glauben was im Netz steht ;-)
tschü

Anmerkung  von  Larry.Livingston    geschrieben 16.04.2014     
In der 752 von MMM ist noch ein Zinssatz integriert. Es handelt sich nicht um eine simple Hochrechnung, das hat der Kollege wohl im Blog überlesen. ;)

Anmerkung  von  toni    geschrieben 16.04.2014     
//In der 752 von MMM ist noch ein Zinssatz integriert. Es handelt sich nicht um eine simple Hochrechnung, das hat der Kollege wohl im Blog überlesen. ;)//

Und wie kommen die bei MMM auf einen Zinssatz von 9% ??????
das ist doch sehr hoch oder!!!!!!!!!

danke tschü

Anmerkung  von  Larry.Livingston    geschrieben 17.04.2014     
Ich käme mit IRR zwar eher auf 7 %, aber warum und wieso gerade dieser Zinssatz fragst du besser den Stefan, oder direkt MMM...

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Altersvorsorge: Angst der Deutschen vor der Börse kostet Rendite

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New York, Donnerstag, 10. April 2014

Heute stürzte der Dow Jones vorübergehend um 200 Punkte ab. Nervös sind die Anleger. Die Sorge vor einem kräftigen Rutsch geht um. Nach fünf Jahren Dauerrallye wird die Luft dünner. Sorgen sind durchaus angebracht.

Egal, wie lange wir überlegen werden: Wir wissen nicht, wohin die Börse tendieren wird. Wir wissen nicht, wie es weiter geht in den kommenden Monaten. Keiner weiß das.

Besonders die Highfligher sind am Donnerstag in den Sinkflug übergangenen. Amazon, Priceline, Tesla, Google, Netflix, Facebook, etliche Biotechs. Knallrot ist die Nasdaq. Einer der schlechtesten Tage seit Jahren.

Genau aus diesem Grund lieben die Deutschen ihre Sparbücher, Bausparverträge, Lebensversicherungen. Das ist mit weniger Nervosität verbunden. Mit weniger Schwankungsanfälligkeit. Weniger Sorgen. Dafür bringen die Sichteinlagen mickrige Renditen. Es liegt an unserer Risikoaversion. Vielleicht hängt es mit den zwei Weltkriegen zusammen, die auf deutschem Boden ausgefochten worden sind. Es liegt an dem unermesslichen Leid: Hyperinflation, Hunger, Angst, Grauen, Tod.

Der Deutsche Michel hat jedenfalls Angst vor Investments bzw. vor der Börse. Wer aber das Risiko meidet, der meidet die Rendite.

Es ist schockierend, wie ein ganzes Volk auf Rendite verzichtet. Alles aus reiner Angst. Diese Ignoranz ist gefährlich für künftige Generationen. Wegen der Mini-Zinsen verliert ein ganzes Volk Kaufkraft.

Die Fakten sprechen für die Aktie. Sie ist das beste Asset, das es langfristig gibt.

Weil die Menschen den volatilen Märkten den Rücken kehren, müssen sie mehr sparen. Auf den ersten Blick mag es Sinn machen, die sichere Rendite zu nehmen. Es ist aber eine idiotische Kalkulation, lieber die „sicheren“ 1,0 Prozent zu nehmen, anstatt die „schwankenden“ 9 oder 10 Prozent, die an der Börse zu erzielen sind.

Die Deutschen weigern sich, den Kapitalmarkt zu verstehen. Was ist eine Aktie? Was ist eine Anleihe? Es fängt schon im Reichstag an. Wenn Sie dies einen Abgeordneten fragen, stoßen Sie auf Schulterzucken. „Dazu kann ich nichts sagen“, hören Sie in Berlin. Ja, im deutschen Parlament und im Kabinett sitzen leider keine waschechten Aktionäre. Es handelt sich überwiegend um Leute mit Parteibuch. Eben Parteisoldaten. Seit Jahrzehnten dienen sie ihrer Partei. Es geht bei der Besetzung von Ministerposten nicht um berufliche Erfahrung, nicht um Fachkompetenz, sondern um Parteitreue. Das ist mein Eindruck, wenn ich mir die deutschen Bundesminister anschaue. Diese Berufspolitiker sind keine schlechten Menschen, nein ganz und gar nicht. Aber ein wenig Unternehmertum täte dem deutschen Kabinett sicher gut.

In Washington gibt es mehr Börsianer. Entrepreneure, die ein Unternehmen aufgebaut haben. Wissenschaftler, die einen Nobelpreis gewonnen haben. Großaktionäre, die wissen wie die Wall Street tickt.

Außenminister John Kerry ist mit der Ketchup-Familie Heinz verbandelt. Wirtschaftsministerin Penny Pritzker ist eine der reichsten Amerikanerinnen, ihre Familie hat die Hyatt-Hotel-Gruppe aufgebaut. Energieminister Ernest Moniz studierte an Elite-Hochschulen, er ist ein angesehener Wissenschaftler. Sein Vorgänger Steven Chu erhielt den Nobelpreis.

Sie sehen, in Washington sind mehr Wirtschaftsleute eingebunden. Das Parteibuch ist hier nicht (immer) der ausschlaggebende Punkt.

Irgendwann wird Berlin aufwachen. Kümmern sollte sich Merkels Kabinett meiner Meinung nach vor allem um die Altersvorsorge. Die Spargroschen sollten rentierlicher, flexibler, vererbbar sein. Weniger Gebühren sind angebracht bei der Altersvorsorge.

Ich stimme zu, die Gesetzliche Rente muss ein Baustein bleiben. Daneben halte ich aber gering-verzinsliche Anlagen wie Riester für nicht ideal. Warum hilft der Staat Versicherungsanbietern mit Steuermitteln, umstrittene Produkte unters Volk zu bringen? Gebührenfresser und Provisionsgräber passen nicht mehr in die heutige Zeit. (Ja, es gibt positive Ausnahmen in der Branche.) Wozu brauche ich einen teuren Versicherungsvertreter, der auf dem heimischen Sofa sitzt, wenn es das Internet gibt? Es geht in erster Linie darum, dem Bürger bei der Altersvorsorge zu helfen.

Warum setzt sich unsere Bundesregierung nicht mit den Anbietern an einen Tisch und sucht nach verbraucherfreundlichen Lösungen? Es wäre eine Win-Win-Situation für alle Seiten. Die Formel ist einfach: Mehr Vertrauen + mehr Rendite für den Kunden = Mehr Kunden, mehr Cross Selling + besseres Image.

Warum so viele Jahre der Tatenlosigkeit vergehen? Ich vermute es liegt an gravierenden Wissenslücken. Unsere Minister verstehen den Kapitalmarkt nicht. Unsere Bundesregierung sollte selbstverständlich auf Lobbyisten hören, aber genauso auf unabhängige Experten, Verbraucherverbände, Investoren.

Lobbyisten handeln im Sinne ihres Unternehmens. Das ist ihre Aufgabe und gut so. Aufgabe der Politik ist es auf Bürger, Experten, Lobbyisten einzugehen – schlicht auf alle. Am Ende des Informationsprozesses muss es um das Wohl der BEVÖLKERUNG gehen (mein Foto aus Innenhof im Reichstag). Hier spielen selbstverständlich die Interessen von Unternehmen mit rein. Es ist ein Balanceakt, ein Abwägungsprozess.

Amerikaner haben wie die Weltmeister Aktiensparpläne laufen. Ich kenne einige Leute, die haben trotz gewöhnlicher Berufe (Krankenschwester, Lehrer) enorme Aktiendepots aufgebaut. Sie können einmal von ihren Dividenden und der staatlichen Rente sorgenfrei leben, vermute ich.

Amerikaner sparen sowohl aus ihrem Nettoeinkommen via Roth-IRA-Depots als auch aus dem Brutto über 401(k)-Pläne. Die Rendite (Kursanstiege, Dividenden, Spin offs) aus dem „Aktiendepot für die Rente“ ist steuerbefreit.

Warum haben die Amerikaner diese Sparformen vor Jahrzehnten eingeführt? Zum einen haben sie erkannt, dass die Gesetzliche Rente (sie heißt „Social Security“) wegen der alternden Gesellschaft auf wackeligen Beinen steht. Zum anderen liegt es an den sinkenden Pensionszusagen der Privatwirtschaft - sie sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Hinzu kamen etliche Pleitefälle wie Enron, bei denen die betriebliche Altersvorsorge von tausenden Mitarbeitern mit einem Federstrich verloren waren.

Fazit: Ja, die Börse hüpft rauf und runter. Im langen Schnitt ist sie EIN idealer Baustein für die Altersvorsorge.

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Anmerkung  von  Sams1974    geschrieben 11.04.2014     
Tim, Amerika geht es schlecht, ganze Legionen holen sich auf Scheinen ihr Essen weil sie verhungern.
Amerika ist kein Vorbild bei uns, es ist ein abschreckendes Beispiel.
Musst mal die Zeitungen, Spiegel etc, die Kommentare lesen.

Anmerkung  von  Marc    geschrieben 11.04.2014     
Amerika als Vorbild zu nehmen ist schon so ne Sache bei über 50Mio Lebensmittelmarkenbezieher.

Anmerkung  von  Pdx    geschrieben 11.04.2014     
9-10% an den Aktienmärkten, das ist dann doch etwas sehr optimistisch...glaube es sind von den Ständen heute eher 4-6% in den etablierten Märkten. Das hier schreibt Buffett dazu, ist allerdings schon was älter aber wie immer bei ihm immer noch aktuell...


von Warren Buffett; Carol Loomis
22. November 1999

(FORTUNE Magazine) - Warren Buffett, Vorsitzender von Berkshire Hathaway, spricht in der Öffentlichkeit fast niemals über das allgemeine Niveau von Aktienkursen - weder in seinen berühmten Jahresberichten, noch in den stets gut besuchten Berkshire Hathaway Hauptversammlungen oder seinen seltenen Reden. Allerdings äußerte sich Warren Buffett in den vergangenen vier Monaten gleich bei vier Gelegenheiten zu diesem Thema, legte seine Meinung zur langfristigen Zukunft von Aktien sowohl in analytischer, als auch in geistreicher Weise dar. Die Redakteurin des FORTUNE Magazine, Carol Loomis, hörte die letzte dieser Unterredungen, welche Warren Buffett im September für eine Gruppe seiner Freunde gab, zu denen auch Carol Loomis zählt. Darüber hinaus sah sie ein Videoband der ersten Rede, die Warren Buffett im Juli bei Allen & Co.'s Sun Valley, Idaho, vor Geschäftsführern hielt. Aus diesen frei gehaltenen Reden (die erste hielt er bei einem Stand des Dow Jones Industrial Average Index von 11.194 Punkten) arbeitete Loomis den folgenden Bericht über das von Buffett Gesagte heraus. Diesen sah Warren Buffett durch und wertete ihn durch einige Ergänzungen auf.

Die Aktien-Investoren haben gegenwärtig zu hohe Erwartungen und ich werde erklären warum. Aus diesem Grund wird es für mich unumgänglich sein, über die allgemeine Marktbewertung zu sprechen, einem Thema, über das ich gewöhnlich nichts sage. Zu Beginn möchte ich jedoch eine Sache klarstellen: Obwohl ich über das Niveau des Aktienmarktes sprechen werde, möchte ich nicht die kommenden Bewegungen voraussagen. Bei Berkshire Hathaway konzentrieren wir uns fast ausschließlich auf die Bewertung individueller Unternehmen und schauen nur in sehr begrenztem Umfang auf die Bewertung des Gesamtmarktes. Gerade weil diese Bewertung nichts damit zu tun hat, wie sich der Aktienmarkt in der nächsten Woche, im nächsten Monat oder im nächsten Jahr entwickeln wird, werden wir solche Überlegungen niemals anstellen. Es ist ein Faktum, dass sich Märkte manchmal sogar über einen sehr langen Zeitraum in einer Art und Weise verhalten, die in keiner Beziehung zu ihrem innewohnenden Wert steht. Früher oder später wird dennoch nur der Wert zählen. Was ich schließlich sagen werde - vorausgesetzt es ist korrekt - hat Auswirkungen auf die langfristigen Ergebnisse, die von amerikanischen Aktionären erzielt werden können.

Lassen Sie mich mit der Definition von "Investieren" beginnen. Die Begriffsbestimmung ist einfach, wird aber oftmals vergessen: Investieren ist das zur Verfügung stellen von Geld zum gegenwärtigen Zeitpunkt, um in der Zukunft - nach Abzug der Inflation - mehr Geld in realen Größen zurückzubekommen.

Um eine historische Perspektive zu erlangen, schauen wir von heute an 34 Jahre zurück und werden im Sinne von dürren und fetten Jahren eine fast biblische Art von Symmetrie erkennen. Um zu beobachten, was in dieser Zeit am Aktienmarkt geschah, betrachten wir zunächst die ersten 17 Jahre dieser Periode. Vom Ende des Jahres 1964 bis zum Ende des Jahres 1981 ereignete sich folgendes:

DOW JONES INDUSTRIAL AVERAGE: Indexstand am 31. Dezember 1964 -- 874,12 Punkte; Indexstand am 31. Dezember 1981 -- 875,00 Punkte.

Nun bin ich als langfristiger Investor und geduldiger Bursche bekannt, aber das entspricht nicht meinem Verständnis von einer großen Bewegung. Und hier ist ein wesentlicher und sehr widersprüchlicher Sachverhalt: Während der gleichen 17 Jahre hat sich das Bruttoinlandsprodukt der USA - das sämtliche Waren und Dienstleistungen umfasst, die in diesem Land hergestellt beziehungsweise erbracht wurden - mit einem Zuwachs von 370% nahezu verfünffacht. Oder mit einem anderen Maßstab betrachtet, haben sich die Verkäufe der FORTUNE 500 Unternehmen (selbstverständlich eine sich verändernde Zusammenstellung von Firmen) mehr als versechsfacht. Und dennoch bewegte sich der Dow exakt nirgendwo hin.

Um dies zu verstehen, müssen wir uns zuerst eine von zwei bedeutenden Variablen ansehen, von denen die Anlageergebnisse beeinflußt werden: Das Zinsniveau spielt bei finanziellen Bewertungen die gleiche Rolle wie die Schwerkraft. Je höher die Zinssätze sind, desto größer ist ihre Anziehungskraft nach unten. Dies verhält sich so, weil die Rendite, die ein Anleger aus einem Investment benötigt, in direktem Zusammenhang mit dem sogenannten risikofreien Zins verbunden ist, den er aus Staatsanleihen erzielen kann. Wenn also die Zinssätze von Staatsanleihen steigen, muss sich der Preis aller anderen Anlageklassen nach unten angleichen, bis auf ein Niveau, auf dem sich die zu erwartenden Anlagerenditen wieder annähern. Wenn umgekehrt das Zinsniveau von Staatsanleihen fällt, führt dies bei allen anderen Investments zu einem Ansteigen der Preise. Der Punkt ist, dass der Betrag, den ein Investor heute für einen Dollar - den er morgen erhält - zu zahlen bereit ist, nur festzulegen ist, indem man zuerst den risikofreien Zinssatz vergleicht.

Folglich ändert sich jedes mal, sobald sich der risikofreie Zins um einen Basispunkt oder 0,01% bewegt, konsequenterweise auch der Wert eines jeden Investments dieses Landes. Bei festverzinslichen Wertpapieren, deren Wert gewöhnlich nur durch ihre Zinssätze beeinflußt wird, ist dies leicht zu beobachten. Im Fall von handelbaren Aktien, Immobilien, Grundbesitz oder was auch immer, bestehen darüber hinaus nahezu fortwährend weitere bedeutsame Einflußgrößen auf den Wert, was dazu führt, dass die Auswirkungen der veränderten Zinsen gewöhnlich im Verborgenen bleiben. Nichtsdestotrotz bleiben diese Auswirkungen - wie der unsichtbare Sog der Erdanziehungskraft - permanent vorhanden.

In der Periode von 1964 bis 1981 ereignete sich ein immenser Anstieg der Zinssätze lang laufender Staatsanleihen, welche sich von knapp oberhalb 4% zu Jahresende 1964 auf mehr als 15% gegen Ende des Jahres 1981 bewegten. Dieser Anstieg in den Zinssätzen hatte eine niederschmetternde Auswirkung auf den Wert sämtlicher Investments, wobei das einzige, was wir registrierten, der Preis der Wertpapiere war. Genau dort - in der Verdreifachung der Anziehungskraft der Zinssätze - liegt die Haupterklärung für das starke Wachstum der Wirtschaft, die von einem Aktienmarkt begleitet wurde, welcher nicht von der Stelle kam.

In den frühen 80er Jahren wendete sich das Blatt. Sie werden sich an Paul Volcker erinnern, den damals neuen Vorsitzenden der amerikanischen Notenbank (FED), Sie werden sich ebenfalls daran erinnern, wie unbeliebt er war. Aber die heldenhaften Dinge die er tat - er nahm ein Kantholz und brach der Inflation das Genick - führten zu einer Umkehrung des Zinstrendes mit einigen ziemlich eindrucksvollen Ergebnissen. Nehmen wir an, Sie hätten 1 Mio. $ in 14%-ige und 30 Jahre laufende US-Staatsanleihen, die am 16. November 1981 emittiert wurden, angelegt. Die Kupons wurden von Ihnen re-investiert, also immer, wenn Sie eine Zinszahlung erhalten haben, diese dazu verwendeten, weitere Anleihen des gleichen Typs zu kaufen. Gegen Ende des Jahres 1998, als es lang laufende Staatsanleihen mit 5% Verzinsung zu kaufen gab, würden Sie über eine Summe von 8.181.219 $ verfügen, was einer jährlichen Rendite von etwas mehr als 13% entspricht.

Der Gewinn von durchschnittlich jährlich 13% ist größer, als sich Aktien in einer enormen Anzahl historischer 17 Jahresperioden entwickelt haben. Tatsächlich ist er größer, als in den meisten 17 Jahresperioden. Es war ein außergewöhnliches Ergebnis, das mit nichts anderem, als mit einer schwerfälligen Staatsanleihe, erreicht wurde.

Die Kraft der Zinssätze hatte eine Verteuerung der Aktienpreise und der anderen Investments zur Folge. Und hier ist das Ergebnis, wie sich der Aktienmarkt in den selben 17 Jahren verhielt: Sofern Sie am 16. November 1981 einen Betrag von 1 Mio $ in den Dow Jones Index investiert und sämtliche Dividendenzahlungen re-investiert hätten, würden Sie am 31. Dezember 1998 eine Summe von 19.720.112 $ besessen haben. Dabei hätte Ihre durchschnittliche jährliche Rendite bei 19% gelegen.

Dieser Anstieg der Aktienwerte seit 1981 übertrifft alles, was Sie in der Vergangenheit finden können. Der Anstieg übertrifft sogar das, was Sie realisiert hätten, wenn Sie Aktien am Boden der Weltwirtschaftskrise auf ihrem Tiefstand - am 8. Juli 1932, als der Schlußstand des Dow Jones bei 41,22 Punkten lag - gekauft, und diese über einen Zeitraum von 17 Jahren gehalten hätten.

Die zweite Sache, welche den Aktienmarkt innerhalb dieser 17 Jahre unterstützte, waren die Nettogewinne der Unternehmen, welche im obigen Chart (Anmerkung: Chart ist nicht verfügbar) als Prozentsatz des Bruttoinlandsprodukts darstellt werden. Im Ergebnis zeigt uns dieser Chart, mit welchem Anteil am Bruttoinlandsprodukt die Aktionäre Jahr für Jahr an der amerikanischen Volkswirtschaft beteiligt waren.

Wie Sie sehen beginnt der Chart im Jahre 1929. Ich mag 1929, weil für mich zu jener Zeit alles begonnen hat. Mein Vater war seinerzeit ein Aktienhändler, und nachdem der Crash im Herbst seinen Lauf genommen hatte, fürchtete er sich Jemanden anzurufen - alle diese Leute, die nun ruiniert waren. Also blieb er nachmittags zu Hause. Und dort gab es damals keinen Fernseher. So wurde ich ungefähr am 30. November 1929 gezeugt und neun Monate später, am 30. August 1930, geboren. Für den Crash werde ich somit bis in alle Ewigkeit eine Art warmes Gefühl empfinden.

Wie zu erkennen ist, haben die Unternehmensgewinne als Prozentsatz des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 1929 einen Höhepunkt erreicht und gingen anschließend zurück. Die linke Seite des Charts ist praktisch voll mit Anomalien: Nicht nur durch die Depression, sondern auch durch einen Gewinnboom während der Kriegsperiode - der durch exzessive Besteuerung der Gewinne gezügelt wurde - und ein darauffolgender weiterer Boom nach dem Ende des Krieges. Aber in der Zeit von 1951 an, pendelte sich der Prozentsatz der Unternehmensgewinne als Anteil des Bruttoinlandsprodukts in einem Bereich von etwa 4 bis 6,5% ein.

Gleichwohl bewegte sich in 1981 dieser Trend in Richtung des unteren Bandes dieser Spanne und 1982 fielen die Gewinne sogar auf 3,5%. Zu dieser Zeit waren die Investoren auf zwei stark negative Themen fixiert: Während sich die Gewinnmargen auf einem Tiefpunkt befanden, lag das allgemeine Zinsniveau in einer himmelhohen Region.

Und wie üblich, projizierten die Investoren was sie sahen in die Zukunft. Das ist ihre unerschütterliche Gewohnheit: In den Rückspiegel schauen und nicht durch die Windschutzscheibe. Was sie im Rückblick beobachteten, entmutigte sie hinsichtlich der weiteren Zukunft ihres Landes sehr stark. Sie erwarteten nun anhaltend hohe Zinsraten und niedrige Gewinne. Den Wert des Dow Jones sahen sie daher auf einem Niveau, welches das Gleiche wie vor 17 Jahre war, auch wenn sich das Bruttoinlandsprodukt in dieser Zeit nahezu verfünffacht hatte.

Was geschah nun in den 17 Jahren seit 1982? Was nicht passierte war ein vergleichbares Wachstum des Bruttoinlandsprodukts: In dieser zweiten 17 Jahresperiode hat sich das Bruttoinlandsprodukt weniger als verdreifacht. Aber die Zinsen begannen zu fallen und nachdem der Volcker-Effekt verschwunden war, begannen die Gewinne zu steigen - nicht stetig, aber dessenungeachtet mit wirklicher Stärke. Sie können den Trend der Unternehmensgewinne im Chart verfolgen und sehen, dass die Gewinne nach Steuern in den späten 90er Jahren bei nahezu 6% des Bruttoinlandsprodukts lagen, was der oberen Grenze der gewöhnlichen Bandbreite entspricht. Die Zinsen lang laufender Staatsanleihen waren auf ihrem Weg nach unten gegen Ende des Jahres 1998 bei rund 5% angekommen.

Die dramatischen Veränderungen in den beiden Fundamentalwerten (Unternehmensgewinne und Zinsen) - welche für die Investoren am meisten zählen - erklären zwar sehr viel, aber nicht alles von dem mehr als zehnfachen Anstieg der Aktienkurse während dieser 17 Jahresperiode, in der der Dow Jones Index von 875 auf 9.181 Punkte empor schnellte. Was darüber hinaus mitgewirkt hat, war die Marktpsychologie. Nachdem ein Bullenmarkt erst einmal zum Laufen gekommen ist und der Punkt, an dem Jedermann Geld gemacht hat erreicht ist - ganz gleich mit welchem System - werden eine Menge Menschen in dieses Spiel hineingezogen. Diese wiederum reagieren nicht mehr auf Gewinne und Zinsen, sondern einfach auf die Tatsache, dass es anscheinend ein Fehler ist, keine Aktien zu besitzen. Die markttreibenden fundamentalen Faktoren werden durch diese Leute im Ergebnis um einen "Ich darf die Party nicht verpassen" Faktor überlagert. Ähnlich wie Pavlovs' Hund lernen diese "Anleger", dass sie, wenn das Glöckchen klingelt - in diesem Fall die Eröffnungsglocke der New Yorker Aktienbörse um 9:30 Uhr vormittags - gefüttert werden. Durch diese tägliche Bestätigung werden sie davon überzeugt, dass dort ein Gott ist, der möchte, dass sie reich werden.

Indem Investoren heute auf den Weg zurücksehen, den sie gegangen sind, haben die meisten von ihnen rosige Erwartungen. Pain Webber und die Gallup Organisation gaben im Juli eine Studie heraus, die zeigt, dass die Investoren mit der geringsten Erfahrung - jene, die weniger als fünf Jahre investiert sind - über die nächsten zehn Jahre eine durchschnittliche jährliche Rendite von 22,6% erwarten. Dagegen erwarten diejenigen, die bereits über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren investieren, lediglich 12,9%.

Nun möchte ich gerne begründen, weshalb wir nicht einmal entfernt an die 12,9% herankommen werden und meinen Standpunkt durch Untersuchung der wert-bestimmenden Schlüsselfaktoren darlegen. Damit ein Investor im heutigen Markt über einen Zeitraum von zehn, 17 oder 20 Jahren kräftige Gewinne erzielen kann, müssen eine oder mehrere von drei Dingen passieren. Dabei werde ich auf den letzten Punkt später zurückkommen; hier sind die beiden ersten:

1. Das Zinsniveau muss weiter fallen. Wenn die Zinssätze der Regierung, momentan auf einem Niveau von 6%, auf 3% fielen, würde dieser Faktor für sich genommen annähernd zu einer Verdoppelung des Wertes des Aktienmarktes führen. Nebenbei gesagt, wenn Sie denken, dass die Zinsen dies tun werden - oder wie in Japan geschehen auf 1% fallen - sollten Sie in die Richtung gehen, wo Sie wirklich Geld machen: Bond-Optionen.

2. Die Rentabilität der Unternehmen muss in Verbindung zum Bruttoinlandsprodukt steigen. Sie wissen, irgend Jemand erzählte mir einmal, dass es in New York mehr Rechtsanwälte als Menschen gibt. Ich denke, das war der gleiche Kerl der denkt, dass die Gewinne größer werden als das Bruttoinlandsprodukt. Wenn Sie anfangen zu hoffen, dass das Wachstum eines Komponentenfaktors für immer die Gesamtmenge überholt, kommen Sie sicherlich in mathematische Schwierigkeiten. Meiner Meinung nach müssen Sie schon ein wilder Optimist sein, um zu glauben, dass sich die Unternehmensgewinne als Prozentsatz des Bruttoinlandsprodukts über einen längeren Zeitraum über 6% halten können. Ein Umstand, der diesen Prozentsatz unten halten wird, ist der Wettbewerb, der für immer leben und existieren wird. Darüber hinaus gibt es einen gesellschaftspolitischen Punkt: Falls Aktieninvestoren - in ihrer Gesamtheit - ein fortwährend größer werdendes Kuchenstück der amerikanischen Wirtschaft zufällt, werden sich einige andere Gruppen mit einem kleineren Anteil begnügen müssen. Dies würde wachsende politische Probleme zur Folge haben - und aus meiner Sicht wird das Erschließen eines bedeutenden Anteils an diesem Kuchen nicht passieren.

Wo führen uns nun einige angemessene Annahmen hin? Sagen wir, dass das Bruttoinlandsprodukt um durchschnittlich 5% im Jahr wächst - 3% reales Wachstum, was verflixt gut ist, plus 2% Inflation. Wenn das Bruttoinlandsprodukt mit einer Rate von 5% wächst und man keine Unterstützung von der Zinsseite erhält, wird der Wert des Aktienmarktes im Ganzen nicht viel mehr zulegen können. Man kann zwar noch ein wenig Rendite von den Dividenden hinzufügen. Aber bei den heutigen Aktienpreisen ist der Einfluss von Dividenden auf die Gesamtperformance geringer, als er sein sollte. Investoren können auch keinen Profit erwarten, indem Unternehmen ihren Gewinn je Anteil durch den Rückkauf eigener Aktien steigern. Die Widersprüchlichkeit, welche hier existiert ist, dass die Unternehmen gerade damit beschäftigt sind, neue Aktien in Umlauf zu bringen. Durch Neuemissionen und durch die zu jeder Zeit vorhandenen Aktienoptionen.

Ich komme nun zurück zu meiner Forderung des 5%-tigen Wachstums des Bruttoinlandsprodukts und erinnere daran, dass es einen Begrenzungsfaktor für die von den Investoren zu erwartende Rendite gibt. Man kann nicht erwarten, über die Bewertung amerikanischer Unternehmen für immer eine jährliche Rendite von 12% zu erzielen - deutlich weniger als 22% - wenn deren Rentabilität nur mit 5% wächst. Die unvermeidliche Tatsache ist, dass der Wert eines Vermögensgegenstandes, worum auch immer es sich handelt, nicht schneller als sein langfristiges Einkommen wachsen kann.

Nun möchten Sie möglicherweise eine andere Ansicht vertreten. Nichts einzuwenden. Aber teilen Sie mir Ihre Annahmen mit. Wenn Sie denken, dass die amerikanische Öffentlichkeit 12% im Jahr mit Aktien verdienen wird, werden Sie beispielsweise sagen müssen: "In Ordnung, ich erwarte ein jährliches Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 10%. Dazu addiere ich 2% Dividendeneinnahmen und die Zinssätze bleiben auf einem konstanten Niveau." Oder Sie müssen diese Schlüsselvariablen in irgendeiner anderen Weise neu ordnen. Aber gerade dieser Peter Pan (Anmerkung: Das Kind, das niemals erwachsen werden wollte) Ansatz wird es nicht bringen.

Außerdem müssen Sie sich in Erinnerung rufen, dass zukünftige Gewinne immer von der gegenwärtigen Bewertung beeinflusst werden. Und um Ihnen einen Eindruck zu vermitteln, was Sie momentan für Ihr Geld am Aktienmarkt erhalten, sind hier zwei Abbildungen aus dem Jahr 1998 für die FORTUNE 500 Unternehmen. Diese Firmen repräsentieren ungefähr 75% des Wertes von allen in öffentlichem Besitz befindlichen amerikanischen Unternehmen. Wenn Sie also diese 500 Firmen betrachten, sprechen Sie wahrhaftig über die Amerika AG.

FORTUNE 500 Gewinne 1998: 334.335.000.000 $
Marktwert am 15. März 1999: 9.907.233.000.000 $

Während wir uns auf diese beiden Zahlen konzentrieren, müssen wir beachten, dass die Gewinnzahlen ihre Eigenarten haben. Die Gewinne von 1998 beinhalten einen sehr ungewöhnlichen Posten - nämlich einen 16 Mrd. $ Buchgewinn, den Ford durch die Abspaltung von Unternehmensteilen berichtete. Darüber hinaus beinhalten die Gewinnzahlen, wie bei den FORTUNE 500 Unternehmen üblich, die Profite von einigen nicht börsennotierten Unternehmen, wie beispielsweise State Farm, die über keinen Marktwert verfügen. Zusätzlich wurde eine wesentliche Unternehmensausgabe, die Kosten für Aktienoptionsprogramme, nicht von den Gewinnen abgezogen. Andererseits wurden die Gewinnzahlen in einigen Fällen durch Abschreibungen verringert, die vermutlich nicht die ökonomische Wirklichkeit reflektieren und ebensogut wieder hinzugefügt werden könnten. Wenn wir diese Qualifikationen aber einmal beiseite lassen, so sagten die Investoren am 15. März diesen Jahres, dass sie deftige 10 Bio. $ für die 334 Mrd. $ an Gewinnen zahlen würden.

Behalten Sie im Kopf - dies ist eine kritische und häufig ignorierte Tatsache - das Investoren in ihrer Gesamtheit nichts von ihren Gesellschaften enthalten können, außer den Unternehmensgewinnen selbst. Sicherlich können Sie und ich Aktien zu höheren und noch höheren Preisen verkaufen. Lassen Sie uns daher annehmen, dass es sich bei den FORTUNE 500 Unternehmen um ein einziges Geschäft handelt und dass von den Leuten in diesem Raum jeder ein Stück von diesem besitzt. In diesem Fall könnten wir hier sitzen und uns gegenseitig Anteile zu immer höheren Preisen verkaufen. Sie persönlich könnten vielleicht cleverer sein, als der nächste Kollege, indem Sie tief kaufen und hoch verkaufen. Aber kein Geld würde das Spiel verlassen, wenn dies geschieht. Sie würden einfach das herausnehmen, was der andere hineinsteckt. Unterdessen würde die Erfahrung der Gruppe nicht um ein Jota beeinflusst, da ihr Schicksal immer noch an den Unternehmensgewinn gebunden wäre. Das absolute Maximum, das die Inhaber eines Geschäftes in ihrer Gesamtheit erhalten können - von jetzt an bis zum Tag des Jüngsten Gerichtes - ist, was dieses Geschäft über die Zeit verdienen wird.

Und es gibt noch eine weitere wesentliche Einschränkung, die betrachtet werden sollte. Wenn Sie und ich in diesem Raum Anteile unseres Unternehmens handeln, könnten wir den Transaktionskosten entgehen, da es keine Makler um uns herum gibt, die ein Stück aus jedem unserer Geschäfte herausbeissen. Aber in der realen Welt haben Investoren eine Gewohnheit ihre Stühle wechseln zu wollen, oder wenigstens den Rat einzuholen, ob sie dies tun sollten. Und das kostet Geld - sehr viel Geld. Die Belastungen, die sie tragen - ich nenne sie Reibungskosten - existieren in einer großen Auswahl an Einzelpositionen. Es gibt die Gewinnspanne des Wertpapierhändlers, Kommissionen, Verkaufsgebühren, Managementprovisionen, Aufsichtskosten, Übertragungsgebühren und sogar die Abonnementzahlungen für Finanzpublikationen. Und tun Sie diese Kosten nicht als belanglos ab. Wenn Sie eine Immobilieninvestition auswerten, würden Sie dann nicht die Managementkosten abziehen, um ihren Gewinn zu bestimmen? Selbstverständlich würden Sie - und genau in der gleichen Art und Weise müssen Aktieninvestoren den von ihnen zu tragenden Reibungskosten ins Gesicht sehen.

Und auf welche Summe kommen sie dabei? Meine Schätzung ist, dass amerikanische Aktieninvestoren weit über 100 Mrd. $ im Jahr bezahlen - sagen wir 130 Mrd. $ - um sich auf jenen Stühlen herumzutun oder den Rat zu kaufen, ob sie sollten! Vermutlich stehen 100 Mrd. $ in Verbindung zu den FORTUNE 500 Unternehmen. Mit anderen Worten verteilen Investoren fast Eindrittel von dem, was die FORTUNE 500 Unternehmen für sie verdienen - diese 334 Mrd. $ in 1998 - für die verschiedenen Arten des Stühle wechselns, sowie für die "Stuhlberatungshelfer". Und nachdem diese Geldübergabe stattgefunden hat, erhalten die Investoren der FORTUNE 500 weniger als 250 Mrd. $ auf ihre 10 Bio. $ Investition. Nach meiner Ansicht ist das eine armselige Ernte.

Möglicherweise setzen Sie sich jetzt mental mit meiner Schätzung auseinander, dass 100 Mrd. $ zu jenen „Helfern“ fliessen. Wie also werden Sie von diesen belastet? Lassen Sie mich Ihnen die Möglichkeiten aufzeigen. Beginnen wir mit den Transaktionkosten, einschliesslich Kommissionen, dem Anteil des Wertpapierhändlers und der Handelsspanne für das garantierte Aktienangebot. Nach dem Herausrechnen von Doppelzählungen werden in diesem Jahr mindestens 350 Milliarden Aktien in den USA gehandelt, und ich würde schätzen, dass die Transaktionskosten je Anteil für jede Seite - das heisst, für Käufer und Verkäufer - durchschnittlich 6 Cents betragen. Aufaddiert ergibt das eine Summe von bis zu 42 Mrd. $.

Machen wir mit den zusätzlichen Kosten weiter. Es gibt erhebliche Gebühren für die kleinen Männer, die die Handelsbücher führen; Managementprovisionen für die großen Kerle; und sehr schwer ins Gewicht fallend, ein Strom von Kosten für die Besitzer von inländischen Investmentfonds. Diese Fonds verwalten zur Zeit ein Kapital von ungefähr 3,5 Bio. $, und Sie können annehmen, das sich für ihre Anleger die jährlichen Kosten daraus auf bis zu 1% oder mindestens 35 Mrd. $ belaufen.

Und keiner der Schäden, die ich bislang beschrieben habe, beinhaltet die Kommissionen und Handelsspannen von Derivaten, die Kosten der Besitzer von privaten Rentenversicherungen mit variablen Leistungen, oder die Vielzahl der andere Belastungen, die die „Helfer“ sich ausdenken. Kurz gesagt erscheinen mir 100 Mrd. $ an Reibungskosten für die Inhaber der FORTUNE 500 Unternehmen - das sind 1% von deren Marktwert - als Schätzung nicht nur sehr konservativ, aller Wahrscheinlichkeit nach stellen sie sogar die Untergrenze dar.

Außerdem sieht das nach horrenden Kosten aus. Ich hörte einmal über einen Animationsfilm, in dem ein Nachrichtenkommentator sagte: „Es gab heute keinen Aktienhandel an der New Yorker Börse. Jeder war mit dem glücklich, was er besitzt.“ Wenn das wirklich der Fall wäre, würden Investoren jedes Jahr rund 130 Mrd. $ in ihren Taschen behalten.

Lassen Sie mich zusammenfassen, was ich über den Aktienmarkt gesagt habe: Ich denke, dass es ziemlich schwer ist, einen überzeugenden Fall zu konstruieren, nach dem sich Aktien innerhalb der kommenden 17 Jahre ähnlich entwickeln, wie sie es in den letzten 17 Jahren getan haben. Wenn ich Ihnen die am wahrscheinlichsten erzielbare Rendite - zusammengesetzt aus Kurssteigerungen und Dividenden - nennen müsste, die Investoren in ihrer Gesamtheit - ich wiederhole, in ihrer Gesamtheit - und in einer Welt von konstanten Zinssätzen, 2% Inflation und jenen schmerzlich Reibungskosten erzielen werden, würde ich 6% sagen. Wenn Sie davon die Inflation abziehen (was Sie tun müssen, auch wenn diese schwankt), entspricht das einer Rendite von real 4%. Und wenn 4% falsch ist glaube ich, dass der Prozentsatz wahrscheinlich eher niedriger, als höher ausfallen wird.

Lassen Sie mich auf das zurückkommen, was ich vorher gesagt habe: Dass es drei Bedingungen gibt, die es Investoren erlauben, in dem künftigen Markt bedeutende Gewinne zu erzielen. Die erste war, dass vielleicht die Zinsen fallen können und die zweite, das eventuell die Unternehmensgewinne als Prozentsatz vom Bruttoinlandsprodukt drastisch ansteigen. Ich komme nun zum dritten Punkt. Möglicherweise sind Sie ein Optimist der glaubt, dass auch wenn Investoren in ihrer Gesamtheit hart arbeiten müssen, Sie selbst ein Sieger sind. Solch eine Denkweise kann in diesen frühen Tagen des Informationszeitalters sehr verführerisch sein (was ich von ganzem Herzen glaube). Kaufe einfach die offensichtlichen Sieger, wie Ihnen ihr Börsenmakler erklären wird, und reiten Sie die Welle.

Nun ich denke, dass es lehrreich ist, zurück zu gehen und einige der Industrien zu betrachten, die dieses Land viel früher in diesem Jahrhundert transformierten. Automobile und Luftfahrt. Nehmen wir die Automobile zuerst. Ich habe hier eine von insgesamt 70 Seiten mit Auto- und LKW-Herstellern, die in diesem Land tätig waren. Auf einmal gab es ein Berkshire Auto und ein Omaha Auto. Natürlich habe ich diese bemerkt. Allerdings gab es darüber hinaus noch ein Telefonbuch voll mit anderen.

Alle zusammengenommen, scheint es dort mindestens 2.000 Automarken in einer Industrie gegeben zu haben, die eine unglaubliche Auswirkung auf das Leben der Leute hatte. Wenn Sie an diesen frühen Tagen der Autos vorausgesehen hätten, wie sich diese Industrie entwickeln würde, hätten Sie gesagt: „Das ist die Straße zum Reichtum.“ Welche Fortschritte haben wir also bis zu den neunziger Jahren gemacht? Nach einem gemeinsamen Blutbad, das niemals nachgelassen hat, sind wir bis auf drei US-Autofirmen heruntergekommen - für sich genommen noch kein Schlaraffenland für Investoren. Hier ist also eine Industrie, die eine enorme Auswirkung auf Amerika hatte - und dazu eine enorme Auswirkung auf die Investoren, auch wenn es nicht die Vorausgesehene war.

Manchmal ist es übrigens viel einfacher die Verlierer dieser umwälzenden Ereignisse zu bestimmen. Sie könnten den Wert des entlangkommenden Automobils begriffen, aber es schwierig gefunden haben Firmen auszuwählen, die Sie damit Geld verdienen lassen. Aber es gab eine offensichtliche Entscheidung, die Sie dann zu jener Zeit getroffen haben könnten - es ist manchmal besser, solche Dinge auf den Kopf zu stellen - und das war der Leerverkauf von Pferden. Ganz ehrlich, ich bin enttäuscht, dass die Familie Buffett während dieser gesamten Zeit keine Pferde leerverkauft hat. Und wir hatten wirklich keine Entschuldigung: In Nebraska, wo wir leben, hätten wir superleicht Pferde leihen und damit einen "short squeeze" (Anmerkung: Wenn Leerverkäufer in Erwartung fallender Kurse auf dem falschen Fuß erwischt werden, müssen sie - um ihre Verluste zu begrenzen - die steigende Aktie am Markt zurückkaufen) vermeiden können.

Pferdebestand der USA in 1900: 21 Millionen, 1998: 5 Millionen

Die andere wirkliche Transformationsindustrie im ersten Viertel des Jahrhunderts, neben dem Auto, war das Flugzeug - eine weitere Branche, deren klar strahlende Zukunft den Speichel der Investoren angeregt haben muss. Also ging ich zurück zur Überprüfung von Flugzeugbauern und fand heraus, dass es in der Periode von 1919 bis 1939, ungefähr 300 Unternehmen gab. Nur eine Handvoll davon lebt noch heute. Unter den Flugzeugen, die dann gebaut wurden - es muss sich um das Silicon Valley dieser Zeit gehandelt haben - waren der Nebraska und der Omaha Flieger, beides Maschinen, auf die sogar der loyalste Nebrasker nicht mehr vertraut.

Machen wir weiter mit den Pleiten der Fluglinien. Hier ist eine Liste von 129 Fluglinien, die in den letzten 20 Jahren Insolvenz angemeldet haben. Continental Airlines war gewitzt genug, dies gleich zweimal zu tun. Ab 1992 - obwohl sich das Bild von da an tatsächlich verbesserte - war der Betrag, der durch alle Fluglinien dieses Landes seit dem Sonnenaufgang für die Luftfahrt verdient wurde, gleich Null. Absolut Null.

Nachdem ich all das aufgezeigt habe denke ich, dass ich im Jahre 1903 an Kitty Hawk, als Orville Wright abhob, weitsichtig genug gewesen wäre - ich schuldete dies den zukünftigen Kapitalisten - ihn herunterzuschiessen. Ich meine, Karl Marx kann den Kapitalisten nicht so viel Schaden zugefügt haben, wie Orville es getan hat.

Ich möchte nicht bei anderen zauberhaften Geschäften verweilen, die drastisch unser Leben veränderten, aber gleichzeitig dabei durchfielen, US-Investoren eine Entlohnung zu liefern. Beispielsweise die Herstellung von Radios und Fernsehern. Aber ich werde eine Lehre aus diesen Geschäften ziehen: Der Schlüssel zum Investieren liegt nicht darin, wie stark eine Branche die Gesellschaft beeinflusst oder wie stark sie wachsen wird, sondern vielmehr darin, die Wettbewerbsvorteile jedes gegebenen Unternehmens und vor allem die Stabilität dieses Vorteils zu bestimmen. Die Produkte oder Dienstleistungen, die einen breiten und starken Graben um diese Unternehmen bilden, sind diejenigen, die die Investoren belohnen.

Diese Besprechung von 17 Jahresperioden lässt mich an - zugegebenermaßen unpassend - 17-jährige Heuschrecken denken. Was dürfte eine gegenwärtige Brut dieser Lebewesen, sofern sie einen festgelegten Flug ins Jahr 2016 antritt, erwarten anzutreffen? Ich sehe sie eine Welt betreten, in der die Öffentlichkeit gegenüber Aktien weniger euphorisch ist, als heute. Natürlich werden sich die Investoren enttäuscht fühlen - aber nur weil sie damit begonnen haben, zu viel zu erwarten.

Übelgelaunt oder nicht, sie werden bis dahin beträchtlich wohlhabender sein, ganz einfach weil die amerikanischen Unternehmen, die sie besitzen, dahingetuckert kommen und ihre Gewinne jährlich um real 3% erhöhen werden. Das Beste von allem ist, dass der Lohn aus diesem erschaffenen Wohlstand den Amerikanern im allgemeinen zugute kommt, indem sie einen weit höheren Lebensstandard, als heute, genießen werden. Das ist nicht die schlechteste aller Welten - selbst wenn es nicht dem entspricht, an was sich Investoren in den zurückliegenden 17 Jahren gewöhnt haben.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 11.04.2014     
@PDX

Wo kann man denn die aktuellen Werte von den Unternehmensgewinnen zum BIP nachlesen? Evtl. je nach Region.

Die Zinsen können ja aktuell nicht mehr groß fallen... es sei denn ganz Verrückte verkaufen negative Zinsen auf Bonds...

Emergins markets, Teile Europas und Asiens könnten in ein positiveres Szenario passen wobei es natürlich auch stärkere Korrelationen mit der Hauptmarkt gibt...

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 11.04.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Sams1974
@ Marc

Stimmt. Die Armut ist groß. Es gibt kein Paradies auf Erden. Jedes Land hat Schwachpunkte. Die Armut hat viele Ursachen, u.a. Finanzkrise, Arbeitslosigkeit, Mini-Löhne, mangelnde (Finanz-)Bildung, lausige bis keine Rente...

38% der Amerikaner kommen gerade Monat für Monat über die Runde: http://www.cbsnews.com/news/more-americans-live-paycheck-to-paycheck/.

@ Pdx
Die reale Rendite liegt im langen Schnitt an der Börse bei 7%. Hiervon ist die Inflation bereits abgezogen. Insofern ist die von mir genannte nominale Rendite von 9 bis 10% schlüssig. Zinsen für Sparbuch + Festgeld werden auch nominal angegeben.

Quelle:
http://www.simplestockinvesting.com/SP500-historical-real-total-returns.htm

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 11.04.2014     
@Tim

Im langen Schnitt über 100 Jahre jep...

Aber 17 Jahre sind auch nicht wenig Jahre. Auch gibt es 20-Jahres-Zeiträume mit +/- 0 an der Börse. Ich glaube gelesen zu haben, dass es keinen 25 Jahres-Zeitraum mit Verlust gibt. (lexikon der finanzirrtümer)

Es kommt schon auf den Einstiegszeitpunkt an oder alternativ konstantes sparen und einen sehr langen Zeitraum.

Anmerkung  von  Couponschneider    geschrieben 12.04.2014     
Website couponschneider.blogspot.de

@Markus
Bei diesen Betrachtungen nimmt man immer einen fixen Betrag, den man am Anfang des Zeitraums einmalig investiert.

Das ist aber nicht das, was in der Realität abläuft. Im klassischen Fall wird kein einmaliger Betrag angelegt, sondern alls paar Monate ca. 2000 bis 4000 €. So enteht man dem eher theoretischen Problem, sein ganzes Geld zu Beginn eines 10-jährigen Bärenmarktes zu verballern.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 12.04.2014     
@Couponschneider

Stimmt schon, dass es recht theoretisch ist.

Allerdings bei größeren Einmalbeträgen schau ich mir dann doch lieber das kgv10 an.

Es ist für die finanziellen Ziele schon extrem bedeutend, ob 14 % oder 4 % nominelle Rendite langfristig rausspringen. Nur um mal ne ganz optimistische und pessimistische Spanne zu nennen.

Anmerkung  von  Fritz    geschrieben 12.04.2014     
Ich gebe Couponschneider recht, bei diesen Berechnungen wird einmalig ein Betrag von einigen Tausend Euro angelegt und soweit ich weiß auch keine Dividenden miteinberechnet.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 12.04.2014     
Ich finde den Artikel von Buffett sehr einleuchtend, thx pdx.

Zinsen können eigentlich nur steigen und die Unternehmensgewinne in Amerika sind an der oberen Range...
Auch das Cape ist hoch... Ein wenig lässt sich dass mit den Zinsen noch argumentieren, aber nicht hauptsächlich.

Von den jetzigen Depotständen bei einem amerika-lastigen Depot 10 % zu erwarten ist m. E. falsch.

Anmerkung  von  Pdx    geschrieben 14.04.2014     
findest Du zum Beispiel auf www.gurufocus.com


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Junge Erwachsene haben Angst: Eine verlorene Generation

Illustration

New York, Mittwoch, 9. April 2014

Die Zeit prägt die Menschen. Wer viel Geld in einem Börsencrash verloren hat, wird zu einem Dauerpessimisten. Vermutlich ein Leben lang. Wer viel Glück an der Börse hatte, wird ein Optimist. Wahrscheinlich ein Leben lang.

Finanzautor Morgan Housel hat diesen Zusammenhang anhand einiger Promi-Investoren aufgezeigt.

Die Menschen werden von ihren Erfahrungen geformt. Ich glaube, ein Mittelweg ist ideal. Im Schnitt waren an der Börse knapp zehn Prozent zu verdienen. Wer sich grob daran orientiert, wird wohl weder enttäuscht noch überrascht werden. Schwache Börsenjahre gehören genauso wie Boomjahre dazu. Es geht nur um den langen Schnitt.

Was an der Finanzkrise traurig ist, ist die Verhaltensänderung junger Menschen: Sie haben, so scheint es, die Hoffnung verloren. Sie sind extrem konservativ geworden. So wie die Menschen, die den Zweiten Weltkrieg erleben mussten. Das zeigt jedenfalls eine neue Studie der UBS Bank (PDF).

Junge Erwachsene, genannt Millennials (Alter 21 bis 36 Jahre), horten Bargeld. So viel wie schon lange nicht mehr. Sie scheuen Risiken. Sie leben am liebsten im Elternhaus. 42 Prozent des Vermögens halten diese Menschen nach der Erhebung der UBS in Cash. Es ist ein Zeichen des Misstrauens gegenüber der Börse, im Grunde allen Assets gegenüber.

Einen Gutteil des eigenen Vermögens in Cash zu horten ist auf Dauer dämlich. Denn die Inflation frisst es weg. Die UBS fand heraus: Selbst jene, die mehr als 100.000 Dollar Vermögen haben, halten hohe Barbestände. Unglaublich. Was für eine Verschwendung. Es ist eine krasse Form der Zukunftsangst.

Wer 40 Jahre Zeit hat bis zur Rente, der sollte vom Zinseszins und der langen Zeitspanne Gebrauch machen. Legen Sie Ihr Geld solide an. Übertriebene Angst war noch nie ein guter Ratgeber. Etwas Cash braucht jeder. Keine Frage. Aber extrem hohe Summen sind nicht nötig.

Die Finanzkrise hat tiefe Wunden gerissen. Der Nachrichtensender CNN hat eine Reportage gemacht über die „alten“ Kinder, die zurück ins Elternhaus ziehen. Hier ist ein Ausschnitt zu sehen. (Foto: Figuren gesehen in einem Schaufenster in Berlin)

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Anmerkung  von  Makus Hoffmann    geschrieben 09.04.2014     
Hallo Tim,

erstmal ein herzliches Danke für deinen tollen Blog mit den ganzen interessanten Beiträgen.

Ich persönlich bin Anfang 24 und kümmere mich seit geraumer Zeit um meine Aktien/Anleihen. Dank dir unter diversen weiteren Seiten bin ich auf die Buy&Hold Strategie gestoßen, die ich nun 7 Jahre bereits verfolge.

Zu deinem obigen Artikel: Ja da hast du wohl Recht, viele Heranwachsende horten lieber ihr Bargeld oder verprassen es für überteuerte Autos/Urlaube etc. Ich finde man sollte das Problem der hohen Bargeldsumme in den Haushalten bereits viel früher anpacken und den Kindern in der Schule beibringen das es viel besser ist an Qualitätsfirmen zu beteiligen.

Ich persönlich habe in der Krise zwar Geld verloren, jedoch bin ich Realist und sehe das ganze langfristig wieder oben wo wir bereits heute wieder sind. Auf die Zeit, in der der Zinseszins bei mir aufschlägt freue ich mich schon sehr, da ich noch einige Jahre an der Börse verhaaren werde, ist dies nur noch eine Frage der Zeit ;)

Viele Grüße
Markus

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 09.04.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Markus
Das freut mich.
Wer jung ist wie Du, kann enorme Chancen nutzen. Die Zeit ist auf der Seite der jungen Erwachsenen. Ein wenig Optimismus kann nicht schaden (die Weltbevölkerung nimmt zu, der Fortschritt und Wohlstand ebenso).

Einfach in solide Aktien oder den Index investieren. Den gesunden Menschenverstand einsetzen. Geduld haben. Nachkaufen. Und den Lärm überhören.

Anmerkung  von  Ralf    geschrieben 09.04.2014     
Hallo Tim,

erstmal vielen Dank für Deinen tollen Blog. Auch wenn Du Dich manchmal wiederholst, mir macht das nichts. Schließlich bin ich mittlerweile auch Buy and Hold Anhänger. Und seine eigenen Strategien immer mal wieder bestätigt zu sehen, ist doch super :-).

Eine Frage beschäftigt mich seit geraumer Zeit:

Viele der Dividendenklassiker sind im laufe der letzten Jahrzehnte wirklich prima gelaufen und viele argumentieren, dass diese Aktien bewiesen haben, das Buy and Hold funktioniert und schreiben den Trend einfach fort.

Also z.B. eine P&G. Die hat in den 90ern rund 10 USD gekostet. +/- ein paar USD ist jetzt egal :-).

Derzeit kostet eine P&G rund 80 USD.

Das bedeutet doch folgendes:

- Kann eine P&G sich in den nächsten 20-25 Jahren nochmal verachtfachen? Man überlege sich die Marktkapitalisierung.

- Und wenn, kann ich soviel mehr Konsumenten ansprechen um den Umsatz/Gewinn zu generieren? Klar, Übernahmen gibt`s auch..

Es ist doch alles "einfacher" von der Basis 1 auf 10 zu kommen, als von 10 auf 100.

Naja, ich finde das trifft der viele der etablieren Klassiker.

Mich würde Deine Meinung zu der Thematik sehr interessieren und würde mich freuen, wenn hierzu eine Diskussion in Gang kommt.

Beste Grüße und weiter so!
Ralf

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 09.04.2014     
Website www.timschaefermedia.com

Hallo Ralf,

danke für das Lob.

Keiner weiß, wo die P&G-Aktie exakt in 25 Jahren notieren wird. Ein Fehler des Managements kann eventuelle Hoffnungen zunichte machen. Wir wissen es nicht. Der Kurs kann genauso gut um 8% im Schnitt nach oben laufen.

Was für die Aktie spricht: Die schöne Dividende. Die Gründung reicht ins Jahr 1837 zurück. Das grundsolide Basisgeschäft. Das Bevölkerungswachstum. Die bekannten Marken: Ariel, Gillette, Orabl-B, Mach3, Wella, Head & Shoulders, Braun, Duracell, Pampers...

Weil wir es aber nicht mit Sicherheit sagen können, ist die Streuung des Depots verdammt wichtig.

Beste Grüße an alle
Tim

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 10.04.2014     
@Ralf

Bekanntlich ist Soros seit einiger Zeit stark bearish, bzw. hat eine wirklich beachtliche Shortposition auf den S&P500 aufgebaut.
Wahrscheinlich kann es nicht schaden, wenn man sich einen kleinen Hedge auf seine Aktien anlegt, indem man z.B. ein paar Euros in sowas wie db x-trackers S&P 500 Short zulegt.
Wenn es doch mal soweit ist, dann federt man die Buchverluste etwas ab, und kann nach der Korrektur den Short-ETF verkaufen um damit neue Aktien zu kaufen.

MS

Anmerkung  von  Ralf    geschrieben 10.04.2014     
@Matthias:

Das Problem mit der Short-Absicherung ist einfach das Timing. Das muss schon echt gut passen.

Ich habe mein Depot jetzt schon länger nicht mehr abgesichert...bisher war das richtig.

Derzeit halte ich rund 25% Cash und warte auf einen günstigen Nachkauf.
(General Mills, Stryker, IBM, Cisco(?))

Sollten sich aber Signale zeigen, dass vorerst ein Top erreicht ist, würde ich mein Depot absichern, allerdings nicht zu 100%.

@tim: Ich "brauche" noch einen Technologiewert im Depot neben Intel, Microsoft und SAP.

Cisco oder IBM? :-)

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 10.04.2014     
@Ralf

Die Frage ist gut.

Auch schreibe ich schon länger, dass ich die amerikanischen Märkte für nicht mehr günstig halte.
Allerdings würde ich keine short-Wetten machen!
Den Zeitpunkt eines Absturzes, entgegen des sehr langfristigen Aufwärtstrendes (so die Börse / Unternehmenswelt weiterleben will;-))genau zu timen, halte ich für deutlich schwieriger als cash als call-option für Neukäufe bereit zu halten, welche z. B. Quartalsweise investiert werden.

Angenommen P&G bricht 40 % ein,... dann ist eine Verachtfachung gar nicht mehr so gewaltig.
Auch waren vor mehreren Dekaden 1k in DM, Dollar deutlich mehr Geld.
Das ist der Inflationseffekt bzw. auch der Unterschied zwischen nominaler und realer Rendite.
Eine Ver10fachung ist ein Ver10fachung. Ob diese von 1 oder von 10 aus leichter ist, fehlt mir für Deine Aussage aus, die Logik bzw. Sachlichkeit, sorry. ;-)

Kann P&G seine Preise stärker als die Inflation mit seinen Marken anheben? Ich denke ja! Finde ich die Marken toll? Also die Rasier-Hobler & Sparfüchse hier haben mich noch nicht von den teuren mach 3 wegbekommen? ;-)
Konsequentes Reinvestieren der Dividende (unter Berücksichtigung von Gebühren) schafft übrigens in Baissezeiten einen gewaltigen Turbo, da die Dividende oft weniger stark als der Kurs einbricht.
Ob alle Dividenden- & Ausschüttungsjunkies dass machen... Ich denke eher nein, da viele emotional investieren und konsumieren und nicht mechanisch und sachlich.

Trotz der Argumente für P & G bzw. starker Markenunternehmen können natürlich eine gewisse Portion small caps (europa, asien, amerika, emerging evtl. sogar nach Bewertungskriterien) eine Bereicherung sein.

Anmerkung  von  Ralf    geschrieben 10.04.2014     
@markus:

"Eine Ver10fachung ist ein Ver10fachung. Ob diese von 1 oder von 10 aus leichter ist, fehlt mir für Deine Aussage aus, die Logik bzw. Sachlichkeit, sorry. ;-)"

Kein Problem, ich bin nicht empfindlich :-)

Vielleicht kam das auch nicht richtig rüber. Was ich sagen wollte ist:

Deine Verkäufe von 1 Mrd. auf 10 Mrd. zu steigen, ist meines Erachtens leichter als von 10 Mrd. auf 100 Mrd.
Alleine schon weil irgendwann die Konsumenten "fehlen"

Dein Argument mit dem Inflationseffekt gefällt mir. Logisch! Das relativiert dann tatsächlich gewaltige Marketcaps. Und, als Konsumkonzern kann ich die Inflation recht gut an die Konsumenten weiterreichen.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 10.04.2014     
@Ralf

Das mit den ver...x...fachen ist auch zu stark emotional aufgeladen.

Preis und Wert ist dass worauf ich hinauswollte. Ich kann im Depot 20, 100, 800 oder mehr Tausende von Euro stehen haben...
Es sind und bleiben schlichtweg nur Zahlen, auch wenn Sie für uns einen starken emotionalen Wert haben.

Die Frage ist, was steht als Sachwert als Gegenwert dahinter. Goodwill und Marke ist natürlich schwer zu beziffern.

Ach, es gibt auch den Spruch mit die ersten Million ist die schwierigste... ;-) Es gibt wie überall Vor- und Nachteile. Mit ausreichender Liquidität, Burggraben kannst Du ganz andere Projekte wieder anschieben, als mit kleinen Beträgen.

Meine persönliche Risikoeinstellung findet 20 - 30 % small caps vom Depot vertretbar. Aber das ist keine generelle Empfehlung für jeden und wiederum von vielen Faktoren abhängig.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 10.04.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Matthias
Das mag ganz nett klingen mit der Absicherung gegen einen Crash bzw. Kursrücksetzer.

Ich halte das aber als Langfristanleger für überflüssig. Das kostet, wie ich finde, unnötig Geld. Es ist wie eine Versicherung zu sehen.

Weil ich viele Jahrzehnte Zeit habe, sind für mich die Kursschwankungen irrelevant. Ich sitze einen Crash aus und kaufe eher in solchen Phasen zu.

Für kurzfristige Anleger/Spekulanten mag das ein sinnvolles Werkzeug sein. Für mich jedoch nicht.

Anmerkung  von  Couponschneider    geschrieben 10.04.2014     
Website couponschneider.blogspot.de

@Ralf

Natürlich ist eine Umsatzsteigerung von 10 auf 100 Milliarden schwieriger als von 1 Milliarde auf 10 Milliarden. Manchmal hilft es doch, die Dinge absolut zu betrachten. Im ersten Falle ist es eine Steigerung um 90 Milliarden, im zweiten um 9 Milliarden.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 10.04.2014     
@Tim

Das mag ja sein, mich wundert nur wo immer alle Buy-and-Holder plötzlich in Crashs ihr vieles Cash her holen? Ich denke man ist Investor? Investoren investieren, und zwar immer. Cash ist totes, nutzloses Geld, zumal in jetzigen Fast-Nullzins-Phasen. Tatsache ist, dass man dann eben kein Investor ist (denn es gibt immer Werte in die man investieren kann, da sie nicht auf dem ATH sind), und es nie einen Grund gibt, sich mit Investitionen zurück zu halten und auf Cash zu hocken. Mein Cash beläuft sich immer zwischen max 10-15K, und das nur, um immer schnell eine Autoreparatur, eine neue Glotze oder Waschmaschine kaufen zu können, oder sowas halt.
Ich habe dauernd ca. 20-30 Tickersymbole vor mir liegen, und ich vor Verzweiflung auf den Nägeln kaue, weil mir die Kohle fehlt zum kaufen. ;-) Heute meldet z.B. SIR Royalty Income Fund Dividende, und ich bin nicht flüssig. Es ist zum Heulen, diesem notorischen Aktien-Kauftrieb nicht gebührend Rechnung tragen zu können.

MS

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 10.04.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Matthias
Es gibt wohl keinen perfekten Weg.

Klar, man kann zu 100% investiert sein. Und ein kleines Cashpolster haben (für die Autoreparatur, Urlaub etc.). Das würde Sinn machen, weil eben die Börse langfristig steigt.

Hohe Cashbestände machen wenig Sinn, da gebe ich Dir Recht.

Gleichwohl verstehe ich die "Versicherung" nach unten nicht. Wozu brauchst Du das Short-Instrument? Das ist ein Element, das mir persönlich als Buy-and-Hold-Fan nicht zusagt. Ich hüpfe lieber mit meinem Depot rauf und runter - so wie die Börse.

Wie gesagt, jeder hat eine andere Strategie. Die einen mögen direkt Aktien besitzen (so wie ich), andere haben Indexfonds und wieder andere aktive Fonds. Gold, Rohstoffe, Kunst, Immobilien, Schmuck, Inland, Ausland, long oder short, Anleihen... es gibt schier unendliche Varianten der Anlage.

Meine Strategie: Ich kaufe großartige Unternehmen und halte sie für die Ewigkeit. In Crashzeiten versuche ich, aufzustocken (wenn ich überschüssiges Cash habe). Ich verzichte auf Derivate + Short-Produkte.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 11.04.2014     
@Tim
Kein Problem, manch einer ist evtl froh, wenn er nach einem Kursrutsch im Depot zumindest ein kleines Schmerzensgeld mit dem Gewinn des Short-ETF einfahren kann, und eben kein Cash hat um nachzukaufen. Dann kann man zumindest aus dem Gewinn des inversen ETF etwas nachkaufen. Wenn die weiter stark steigt, dann ist es ja auch recht, und man verkraftet die relativ geringen Verluste des Short-ETF gern. Ist ja kein Hebel-Zert (Knockout), der dann verfallen würde, aber egal.

MS

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Sieben Spartipps für die Rente

Illustration

New York, Samstag, 5. April 2014

Niemand sollte sich auf die Gesetzliche Rente verlassen. Wer heute seinen ersten Job aufnimmt, sollte diese Hoffnungen begraben. Selbst für Arbeitnehmer, die schon Jahrzehnte in Lohn und Brot sind, wird die Gesetzliche Rente kein Zuckerschlecken.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) skizziert in ihrem 2011er Bericht über die „Entwicklung der Altersarmut in Deutschland“ (PDF) recht traurig, wie es um die Rente bestellt ist.

So schreibt das DIW:

„Seit dem Jahr 2000 sinken die von der deutschen Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) ausgezahlten individuellen Beträge für männliche Neurentner. Wer heute in Rente geht, erhält im Schnitt sieben Prozent weniger als jemand, der noch vor zehn Jahren in den Ruhestand wechselte. Gleichzeitig beziehen immer mehr Menschen im Alter staatliche Hilfen. Seit 2003 die sogenannte Grundsicherung im Alter eingeführt wurde, ist die Zahl der Bezieher deutlich gestiegen.“

Weiter heisst es in dem Report:

„In den letzten beiden Berichtsjahren sind erste Anzeichen für eine Zunahme der Altersarmut zu beobachten.“

Wenn Sie mich fragen, handelt es sich aufgrund der alternden Gesellschaft und der schwindenden Jobs (Roboter, Computer, Technologie) um eine tickende Zeitbombe.

Ich halte die Riester-Rente für eine grottenschlechte Lösung. Ich habe darüber schon oft in diesem Blog geschrieben. Es fehlt bei vielen Riester-Produkten die Rendite. Gleichzeitig sind die Gebühren zum Teil besorgniserregend hoch. Es liegt an den teilweise hohen Vertriebskosten und gesalzenen Verwaltungsgebühren.

Länder wie Großbritannien oder die USA ermöglichen ihren Bürgern, ertragreichere, kostengünstigere Aktiensparpläne für die Rente zu starten. Diese werden steuerlich gefördert. Diese Instrumente schwanken aufgrund der volatilen Börse, was zugegeben auf kurze Sicht ein Nachteil sein kann. Auf lange Sicht (einige Jahrzehnte) ist das Aktien- bzw. Indexsparen aber das beste Instrument, das es meiner Meinung nach gibt, um die Versorgungslücke im Alter zu schließen.

In Berlin liegt das Problem also begründet. Zurückzuführen ist es auf Unkenntnisse in der Politik. Es mangelt an der nötigen Einsicht. Politiker verkaufen uns Riester als einen Erfolg, was natürlich Unsinn ist, wenn man ins Ausland blickt.

Ein weiteres Hindernis für eine sinnvolle Lösung ist: Es bestehen Interessenskonflikte der Anbieter - diese haben natürlich ein Interesse an möglichst hohen Gebühren und niedrigen Renditen.

Um einen Ausweg aus dem armen Rentnerdasein zu finden, gebe ich Ihnen sieben Tipps. Diese sind allgemein bekannt. Ich glaube, man kann sie nicht oft genug wiederholen.

1. Fangen Sie früh an mit dem Sparen. Der Zinseszins wird sich bemerkbar machen. Helfen Sie Ihren Kindern. Die richtige Einstellung ist Gold wert. Der Umgang mit Geld wird uns in der Schule nicht beigebracht.

2. Leben Sie unterhalb Ihrer Verhältnisse. Ich nenne es Selbstdisziplin. Viele Haushalte verhalten sich idiotisch. Sie stecken im Hamsterrad fest. Kaum steigt deren Haushaltseinkommen, gehen ihre Ausgaben rauf. Sie kaufen Autos, Wohnungen, Kleidung, Kosmetik, Urlaube, Handys, Computer... immer mehr, größer, toller, besser, neuer, edler. Gleichzeitig steigen die Verpflichtungen. Zinslasten, Schulden, Nebenkosten, Steuern, Gebühren gehen rauf, die Ersparnisse runter.

3. Aktien sind ein herrliches Instrument auf lange Sicht. Haben Sie keine Angst vor ihnen. Ein überschaubares Risiko schadet im Regelfall nicht (nicht zu viele Anleihen ins Depot packen). Aktien rentieren im langen Schnitt mit knapp zehn Prozent, Staatsanleihen bringen weniger. Die führenden Unternehmen eines Landes schaffen in ihrer Gesamtheit enorme Werte.

4. Meiden Sie die Herde. Immobilien auf einem neuen Rekordhoch zu kaufen, ist nicht sehr clever. Wenn hippe Aktien durch die Decke gehen, seien Sie vorsichtig. Der Gewinn liegt im Einkauf.

5. Sehr wahrscheinlich müssen Sie länger arbeiten, als es Ihnen lieb ist. Finden Sie sich damit ab.

6. Verzichten Sie nach Möglichkeit auf Schulden aller Art. Die Reichen besitzen Assets. Die Armen besitzen Verpflichtungen und konsumieren. Eine Hypothek ist eine Ausnahme. Ein schuldenfreies Eigenheim kann im Alter Ihnen finanzielle Sorgen nehmen.

7. Eine gute Ausbildung und Fortbildung, gepaart mit Ehrgeiz, zahlen sich aus.

Eines der besten Bücher über die richtige Einstellung ist meiner Meinung nach: “Rich Dad, Poor Dad“

Robert Kiyosaki beschreibt in dem Bestseller seine beiden Väter. Der eine kämpft ständig mit dem Geld, das wie Staub durch seine Hände rieselt. Der andere Vater hat ausgesorgt, er hat ein Vermögen aufgetürmt. Im Kern geht es in dem Buch um die geistige Einstellung. Es geht um Konsum, um neue Autos, um neue Sachen, um Urlaube. Es zeigt die eine Familie, die negative Cashflüsse mit ihrem Konsum schafft. Und eine andere Familie, die Assets aufbaut, die positive Cashströme formen. In den USA ist das Buch ein Dauerbrenner.

Hier können Sie gratis in das Original-Buch (Englisch) reinhören:


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Anmerkung  von  Jan    geschrieben 05.04.2014     
Website www.smart-reich-werden.de

Traurig aber war...
Viel schlimmer als die schlechten Alternativen die uns der Staat bietet finde ich jedoch die Lustlosigkeit der Bevölkerung sich mit eben diesem Thema Rente zu beschäftigen. Sei es die Petition für Abgeltungssteuerfreie "Renten-Depots" oder auch die ständige Diskussion um das Renteneintrittsalter kaum einer interessiert sich dafür und wenn nur in der falschen Richtung. Eigentlich müsste die junge Generation für die Rente ab 75 sein, doch in meinem Bekanntenkreis schreien ebenfalls alle nach einem früheren Renteneintritt...

Wer heute 60 Jahre alt ist hat noch eine Lebenserwartung von etwa 21 (Männer) oder 25 (Frauen) Jahren. Wenn jeder ~45 Jahre gearbeitet hat, arbeitet er doppelt so lange wie er Rente bekommt.
Was ist jetzt also die faire und mathematisch sinnvolle Rente die jedem zusteht? Richtig über den Daumen der Rentenbeitrag des letzten Monats mal zwei. Bitter oder? Es kann also nicht auf Dauer funktionieren.

VG Jan

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 05.04.2014     
@Tim

Wie ist es denn um die Seriösität von Kiyosaki bestellt?

Das Buch ist stark immo-lastig bzw. habe ich das damals vor subprime gelesen.

Auch diese Cashflow-Spiele sind auch sehr überteuert oder hat hier jemand praktische Erfahrung damit?

In seinem Videos ist er ja eher pro Gold und rechnet glaub eher mit einem Crash aufgrund der Staatsschulden, wenn ich das richtig deute...

Wie ist die amerikanische Meinung zu Kiyosaki?

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 05.04.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Jan
Es ist Ignoranz. Wer zu früh in Rente geht mit zu wenig Ersparnissen, wird irgendwann auf dem Trockenen sitzen. Das Leben nach der Rente kann sehr weit reichen, was toll ist, wenn man ausreichend Geld hat, um in Würde leben zu können.

Das Finanzwissen ist schlecht in Deutschland. Es wird besser. Es dauert.

Irgendwann werden die Berufsanfänger herausfinden, dass in 40 Jahren wenig in der Gesetzlichen Rentenkasse sein wird. Ein Staat hat die Aufgabe gerade diesen jungen Bürgern mit vernünftigen Sparmethoden zu helfen. Das wird sich in Berlin zum Besseren wenden. Es dauert leider. Auch hier ist eine mangelnde Finanzbildung ein Grund.

@ Markus
Das Buch "Rich Dad, Poor Dad" ist super. Es gilt als Lehrstück für die richtige Einstellung im Umgang mit Geld.

Es schildert eben 2 Familien. Die einen bauen ständig Ausgaben + Verpflichtungen auf. Sie leben in zu großen Häusern, fahren neue Autos, gehen in zu teure Urlaube. Konsumelektronik und Kleidung sind hier wichtig. Hypotheken, Kredite, Kosten, Steuern und Abgaben sind die Folge dessen. Sie bauen eben hohe negative Cashflüsse auf.

Die anderen Familien sind sparsam, vorsichtig und investieren in Assets, die positive Cashflüsse produzieren.

Was der Autor nach dem Bucherfolg alles gemacht hat, keine Ahnung. Jedenfalls wird sein Bestseller in den USA von vielen empfohlen.

Anmerkung  von  Fritz    geschrieben 05.04.2014     
@Tim:

Würdest du eine Hypothek/ein Darlehen nur für die selbstgenutzte Immobilie aufnehmen?

Oder würdest du auch als Anlageobjekt Immobilien/Wohnungen kaufen und dafür ein Darlehen aufnehmen?

VG

Anmerkung  von  Christian    geschrieben 05.04.2014     
Cashflow Quadrant ist die Fortsetzung: http://www.amazon.de/Cashflow-Quadrant-Rich-dad-poor/dp/3898795918/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1396734194&sr=8-1&keywords=Cash+Flow+quadrant

Fazit: Meiner Meinung nicht schlecht jedoch sehr Immobilienlastig was in der jetzigen Situation vermutlich nicht wirklich eine Alternative ist. Zudem rät er jedem ein eigenes Unternehmen aufzubauen aus welchen passives Einkommen generiert werden kann

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 06.04.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Fritz

Hypothek wohl eher beim Eigenheimkauf. Aber selbst hier sind viele Nachteile zu nennen: Du bist nicht mobil, lange Finanzierungsdauer in der Regel, damit risikobehaftet. Es handelt sich um ein Klumpenrisiko, zu geringe Streuung des privaten Vermögens.

Hypothek für Renditeobjekt empfehle ich nur bei guten Kenntnissen in dem Bereich. Ich glaube, die Rendite von Aktien ist im langen Schnitt besser (außer Du bist ein Immobilienexperte, Makler, Architekt, Handwerker oder dergleichen). Es ist zudem mit weniger Ärger/Aufwand verbunden, in Aktien zu investieren.

Um es kurz zu machen: Ich rate eher zu Aktien.

@ Christian
Danke.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 06.04.2014     
Dabei sollte man beachten, dass nicht jeder für die Selbstständigkeit gemacht ist. Jemand, der pünktlich Feierabend machen will, der immer gleich verdienen will, kein hohes Risiko eingehen will, sich selbst nicht antreiben und motivieren kann, ist besser als Angestellter dran.

Von Immos als Kapitalanlage zum vermieten würde ich eher die Finger lassen.
Da würde ich weltweite reits bevorzugen. Wobei Amerika und England noch zu teuer sind.

Anmerkung  von  Couponschneider    geschrieben 06.04.2014     
Website couponschneider.blogspot.de

@Markus

Ohne das Buch zu kennen: Immobilien müssen abhängig vom Autor betrachtet werden. Eine Immobilie ist in den meisten Volkswirtschaften eine richtig gute Investition. (Natürlich nicht zu jedem Preis.) Aber einem amerikanischen Autoren kann ich beim besten Willen nicht vorwerfen, dass er Immobilien preist, denn in Deutschland halte ich Immobilien für eine schlechte Investition. Das hat mehrere Gründe:

1. Grunderwerbssteuer. Gibt es überhaupt sowas außerhalb des deutschsprachigen Raumes?

2. Ständige Auflagen. Die Amerikaner verzichten einfach darauf, wohlfeile Verpflichtungen zur Modernisierung und zur Werbedämmung zu erfinden. In Deutschland wird's dadurch sehr teuer.

3. Das deutsche Baurecht ist sehr speziell und führt häufig zu Verzögerungen und zu hohen Gebühren und anderen Kosten.

4. Das deutsche Mietrecht ist legale Rechtsbeugung zugunsten der Mieter. Begriffe wie Eigentum und Vertrag verkommen im Mietrecht zu Wieselwörtern. Was nutzt denn ein Vertrag, wenn sich eine Partei mit Vorsatz nicht daran hält, wenn die andere Partei nicht mit Sanktionen reagieren kann? Der Vertrag ist dann doch das Papier nicht wert, wenn man Mietnomaden, die die Miete prellen, nicht rausschmeißen kann.

5. Als Eigentümer wird man schnell mal zur Finanzierung der Infrastruktur verdonnert. Ist zwar vernünftig, die Eigentümer von Immobilien als Hauptprofiteure zu beteiligen, aber Deutschland hat sich immer noch nicht vom Obrigkeitsdenken gelöst. Ich wünsche mir einfach Behörden, die sich vorher ein Bild machen und auch mal die Anwohner fragen, ob sie eine Asphaltierung wünschen. Ich ärgere mich maßlos darüber, was in meinem Heimatdorf an Geld verschwendet wurde. Da wurden schon 400 m lange Wege asphaltiert, bei sieben angrenzenden Gehöften. Wegen der Landwirtschaft fahren da auch häufig Traktoren lang, was eine besondere Belastung darstellt. Meines Erachtens hätte es gereicht, wenn man da alle paar Jahre mit einer Walze lang gefahren wäre, um den Sand fest zu kriegen.

Es wurden auch schon ältere Leute zum Verkauf ihrer Immobilie genötigt, weil sie sich die Luxus-Sanierung von 30 Metern Straße nicht leisten konnten. Fernsehberichte gab es in den letzten Jahren ständig. Auch die Versorgung mit Leitungswasser geschieht ohne Nachfrage, aber bei voller Kostenübernahme der Anwohner. Wozu braucht man in einem Dorf Straßenlaternen?

Und mit einem Federstrich können Behörden auch den Wert einer Immobilie stark verringern. Ich erinnere mich an eine Aktion der Verkehrsbehörde in meinem Heimatdorf im Jahre 1998. Plötzlich durfte Tempo 70 gefahren werden, was zu erheblicher Lärmbelästigung geführt hätte, wenn sich man nicht dagegen aufgelehnt hätte. Aber die Auflehnung war vor allem deswegen, weil es in diesem Straßenabschnitt innerhalb der Ortschaft zwei Bushaltestellen gab, wo nicht wenige Schulkinder ein- und ausstiegen. Viele Kinder und Jugendliche mussten auch diese Straße, die bis heute keinen Gehweg, entlang gehen, um zur Haltestelle zu kommen.

Übrigens hätte die Erhöhung auf Tempo 70 nichts gebracht, denn am Ortseingangsschild bremst man normalerweise auf 50 ab. Soll man dann wieder auf die Tube drücken? Wenn man die Ortschaft in nördliche Richtung verlässt, dann passiert man einen Bahnübergang? Was nutzt denn Tempo 70, wenn man dann auf Tempo 40 drosseln muss, schmerzlos über diesen Bahnübergang zu kommen?

Und diese Weltfremdheit deutscher Behörden und Gerichte muss die Bevölkerung, insbesondere die Immobilieneigentümer, ausbaden.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 06.04.2014     
@Couponschneider

Sicherlich gibt es länderspezifische Unterschiede. Es hängt viel vom Kaufpreis und den zukünftigen realisierbaren Zahlungsströmungen ab.

Auch ist bei vielen amerikanischen Autoren von Aktienbüchern natürlich kein Bezug zu deutscher Steuer, Rechts- und Gebührenproblematik zu finden und auch gar nicht machbar!

Aus deutscher Sicht ist die Immobilie als Vermietobjekt / Kapitalanlage eher problematisch. Sicher gibt es auch einen sehr niedrigen einstelligen Prozentbereich von Vermietern mit ordentlichen Renditen. Die durchschnittliche Mietrendite liegt ungefähr bei oder knapp über der Inflation inklusive viel Ärger...
Das sagen diverse Studien und auch viel praktische Beispiele im Bekanntenkreis.

Egal aus welchem Land ein Investor einen Großteil seiner Ersparnisse in Steine steckt... Er konzentriert sein Vermögen extrem stark ohne große Diversifikation und mit deutlich erhöhtem Risiko.
Das kann man nur (vernünftigerweise) mit Spezialwissen und hoher Risikobereitschaft machen. Bei nem Jobverlust, Scheidung, Schicksalsschlag will ich nicht mit dem Herrn tauschen...

300 - 700 k für eine Immobilie dürften selbst für die meisten Leser von diesem Blog eine erhebliche Vermögenskonzentration darstellen. ;-)

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 06.04.2014     
Ob die amerikanische Immo-Situation in allen Punkten überlegen und besser ist???
Keine Ahnung, ich lebe dort nicht, aber ich habe auch so meine Zweifel. Die subprime-Krise ging von welchem Land aus???
Natürlich auch Chance für kluge und emotionslose/sachliche Investoren...

Es gibt mehr verschiedene Einzelfälle in der Praxis als wir darüber diskutieren könnten!!! Auch gibt es Extremfälle, die emotional besonders stark im Gedächtnis hängen bleiben und Stoff für Aufhänger in abendlichen Sendungen sind.

Die sehr wesentlichen Punkte Kredit finanziert, volles EK oder geerbt mal außen vor gelassen...

Viele Immo-Besitzer haben ein höheres Vermögen zu Rentenbeginn in Deutschland.
Das liegt hauptsächlich an der aufgezwungen Spardisziplin, am survivorship bias und den schlechten Investitionen von Mietern, die eigentlich einen Sparvorteil hätten.

Ich habe keine Lust beim Kredit-Sachbearbeiter einer Bank "Bittsteller" und jahrzehntelanger Buckelsklave zu sein!

Anmerkung  von  Couponschneider    geschrieben 06.04.2014     
Website couponschneider.blogspot.de

@Markus

Ich denke schon, dass man in den USA mit einer Immobilie besser dasteht. Das heißt aber nicht, dass man die typischen amerikanischen Fehler machen sollte, also zu große Häuser, zu viel Fremdkapital, zu viel Konsum. Die Subprime-Krise hat sicherlich zu dem einen oder anderen Schnäppchen geführt.

Aber das liegt in der Hand des Hauskäufers, während die Gesetze in Deutschland ein echter Standortnachteil für Hauskäufer ist.

Anmerkung  von  Fritz    geschrieben 06.04.2014     
@Tim:

Passt jetzt nicht ganz zum Thema, aber auf der Website von Manager Magazin wurde gestern oder vorgestern ein Artikel veröffnetlicht, warum Privatleute an der Börse oftmals schlecht abschneiden. Ich finde den Artikel super und möchte dir ihn nicht vorenthalten:

http://www.manager-magazin.de/finanzen/boerse/aktien-kaufen-warum-privatleute-den-boersenprofis-unterlegen-sind-a-962578.html

VG

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 06.04.2014     
Rationalität bzw. Logik schlägt Emotionalität, Dekadenz und Vorurteile usw....

Anmerkung  von  Mario    geschrieben 07.04.2014     
Hallo zusammen.

@Fritz

Danke für den Artikel. Nach dem Lesen der ersten 3 Abschnitte habe ich für mich erkannt, dass der Artikel mich nicht im Geringsten betrifft. Ich handele nicht nach diesem Prinzip und bin dadurch weniger betroffen. Betroffen meine ich damit, dass die Hochfrequenzhändler die Kurse beeinflussen. Zu den Immobilien die in dieser Diskussionsrunde besprochen wurden kann ich nur sagen, dass ich persönlich mit einer selbstgenutzten, bezahlten und einer vermieteten Wohnung nicht klagen kann. Selbst die angesprochene Modernisierung von öffentlichen Medienträgern (Wasser, Abwasser, Straße, etc.) trägt zu einer nicht nur gefühlten Verbesserung der Lebensqualität bei. Natürlich gibt es Leute die sich dieses, selbst nach Jahrzehnten des Besitzes ihrer Immobilie nicht leisten können. Vielleicht liegt es an der Persönlichkeit, an den Lebensumständen oder sonstigen Gegebenheiten. Allerdings gibt es in allen Lebensbereichen solche Missstände zwischen dem Können und Nichtkönnen gewisser Anliegen (Rente, Eigentum, Urlaub, Auto, etc.). Zu der Bürokratie in Deutschland habe ich dieser Tage eine sehr skurrile Diskussion gehabt. Es ging um Eichenbäume die gefällt oder nicht gefällt werden dürfen. Wo der Einzelne vielleicht Interesse haben könnte so einen Baum zu fällen, sagt der Bürokrat nein. Dies ist er per Verordnung sogar gezwungen. Hier steht einzig und allein die Kulturlandschaft für ihn im Vordergrund. Ein solcher Baum soll auch in 200 Jahren noch existent sein und keiner schnellwachsenden Baumart weichen. Ehrlicherweise hat mich diese Diskussion zum Nachdenken angeregt. Wir leben in einem Kulturkreis indem andere Werte zählen als übern großen Teich oder anderen Ländern. Daher verstehe ich in manchen Punkten sogar einige Entscheidungen. So zum Beispiel den Anschlusszwang an das öffentliche Abwassernetz. Das solch ein Zwang natürlich Geld kostet ist eigentlich klar. Warum soll denn z.B. der Couponschneider für mich in meiner Straße zahlen? Ich wohne doch hier. Hier stehe ich in der von allen geforderten Selbstverantwortung. Gruß Mario

Anmerkung  von  Hubi    geschrieben 07.04.2014     
@Mario: Vielleicht hättest du den kompletten Artikel lesen sollen. Nur anfangs wird vom Hochfrequenzhandel gesprochen.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 07.04.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Fritz
Danke für den Artikel. Ich stimme nicht überall mit dem Autor überein. Ich denke, Privatanleger haben viele Vorteile gegenüber Profis. Sie haben Ruhe, Geduld. Sie können auf das Trading verzichten. Sie müssen niemanden Rechenschaft ablegen. Sie können permanent sparen. In richtig schlechten Börsenzeiten können Privatanleger hohe Summen hineinbuttern.

Den Profis fließt in Krisenphasen oft das Geld ab, was die Krise im Grunde verstärkt.

Anmerkung  von  Mario    geschrieben 07.04.2014     
@Hubi

Habe gerade den ganzen Artikel gelesen. Er beeinflusst trotzdem nicht mein Handeln. Ich werde auch weiterhin schlechter abschneiden als die Profis. Jedoch sehe ich auch die Kehrseite des schnellen Handelns, die Gebühren. Selbst wenn sie bessere Einkaufsbedingungen haben werden, werden die Gebühren für 4000 Bewegungen pro Sekunde höher sein als mein Kauf einer Aktie in ein bzw. zwei Monaten. Und ich habe Vorteile, gesunden Schlaf und keinen sofortigen Erfolgszwang. Erfolgszwang ist der Auslöser solcher Handelsarten. Danke für den Tipp.

Anmerkung  von  Couponschneider    geschrieben 07.04.2014     
Website couponschneider.blogspot.de

@Mario

"Das solch ein Zwang natürlich Geld kostet ist eigentlich klar. Warum soll denn z.B. der Couponschneider für mich in meiner Straße zahlen? Ich wohne doch hier. Hier stehe ich in der von allen geforderten Selbstverantwortung. Gruß Mario"

Ich schrieb doch schon oben, dass es richtig ist, die Anwohner zu beteiligen. Aber es geschieht nicht mit Augenmaß. 2 km Wasserleitung sind nicht billig und es ist ein Unterschied für die Betroffenen, ob man dann 1000 Haushalte anschließt oder nur 10. Darüber machen sich unsere Beamten keine Gedanken, bestellen einfach und die Betroffenen bittet man dann zur Kasse.

Solche Fälle gab es leider schon und um nichts anderes ging es mir.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 07.04.2014     
@Mario

Wen interessieren die Gebühren? Das ist alles nur ein Pseudoargument, sich selbst sein Phlegma zu entschuldigen.

Für einen Trader (ICH bin KEINER) hat einzig zu zählen was unterm Strich steht. Also der Nettoverdienst. Dieser muss in einem sinnvollen Verhältnis zum Aufwand stehen. Es macht also keinen Sinn, wenn man 8 Stunden vor der Kiste sitzt (Arbeitszeit, Stromkosten usw.) und nur 50 EUR netto, also abzüglich aller Gebühren und Kosten verdient hat. Dann kann man auch, ohne Risiko sein Kapital zu verbrennen, beim Aldi Regale auffüllen.
Nochmal, Gebühren sind völlig Wurscht, wenn hinten genug raus kommt.

MS

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 08.04.2014     
Ich habe das Blogthema der Cashflows in einem Video zusammengefasst.

Viele Verbraucher begreifen die Cashflüsse nicht so recht. Etliche Immobilienliebhaber glauben, wenn Sie ein riesiges Haus kaufen, sei das ein tolles Asset. Dabei übersehen sie die steigenden Kosten, Gebühren, Abgaben und Verpflichtungen.

Passive Einkommensströme aufzubauen, erfordert Verzicht + Weitsicht.


Anmerkung  von  Danus    geschrieben 08.04.2014     
Also ich und meine Familie leben in einem schönen Haus mit Garten zur Miete. Nutzen ohne zu besitzen hat auf jeden Fall seine Vorteile. Wenn z.B die Heizung kaputt geht genügt ein Anruf und die Sache ist für mich erledigt! Wenn die Kinder groß sind und flüge sind, holen wir uns eben was kleineres und haben nicht den großen Kasten, in den man ständig Geld reinstecken muss, an der Backe.

Sollte ich woanders einen guten Job bekommen ist ein Wechsel kein Problem.

Sollten es die Sozis/Grüne u.ä es in ihren feuchten linken Enteignungsträumen es gar zu arg treiben,... dann gehe ich eben in ein Land in dem es diese Stielblüten nicht gibt!
Ganz besonders in Zeiten in denen SPD Politiker wieder laut über Lastenausgleich und Zwangshypotheken nachdenken, halte ich Immobilienbesitz in Deutschland nicht für besonders sinnvoll.

Dazu kommt die Demografische Walze die Deutschland in nicht allzu ferner Zukunft voll erfassen wird! Wo sollen den dann die ganzen potenziellen Käufer und Mieter herkommen? Ganz besonders bei Einfamilienhäuser? Mit massiver Ideologisch motivierter Unterschichten Einwanderung ist es da nicht getan und keine besserung zu erwarten.Immobilie als
Kapitalanlage in Deutschland ? Wohl ehr eine schlechte! Sicher wird es in manchen Regionen wie z.B München ausnahmen geben, aber die Richtung ist klar erkennbar!


Hier noch Allgemein ein interessanter Link was der Staat mit Immo Eigentümer so treibt und das wird in der Tendenz in eher noch schlimmer werden:


So ungeniert kassiert der Staat Wohneigentümer ab:

http://www.welt.de/finanzen/immobilien/article126621835/So-ungeniert-kassiert-der-Staat-Wohneigentuemer-ab.html



Immobilieneigentum in Deutschland?
Nein Danke!

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 08.04.2014     
Wobei man einen sehr wichtigen Punkt hier natürlich nicht berücksichtigen kann...

Die jeweils individuelle Vermögens- und Lebenssituation zu berücksichtigen!!!

Jeder hat andere Bedingungen, Beruf, Familiensituation usw.

Auch gibt es viele vorgefertigte Meinungen, die schwerer zu wiederlegen sind, als ein Atom zu spalten. ;-)

Eine geerbte Immobilie ist natürlich komplett anders zu berechnen und zu bewerten, wie ein Immobilienkauf, welcher 1 - 3 Dekaden Kreditbedienung erforderlich macht.

Auch ist die wörtliche Übersetzung sehr zutreffend für die Immobilie...

Anmerkung  von  Frank / Berlin    geschrieben 08.04.2014     
tja, die staatlichen Förderungen.
ich hatte vor ein paar Monaten auch einen Versicherer bei mir sitzen, der mir eine staatlich geförderte private Rentenversicherung anbot.
das nennt sich "nach rürup". man zahlt ein und holt sich einen Teil der eingezahlten Beiträge über die Steuer-Erklärung zurück, angelegt wird in 60% Aktien- und 40% Renten-fonds.
klingt erstmal gut. Steuersparen? geil-geil-geil.
abgesehen von den nachteilen wie beraterkosten, fondskosten, und dass man mit den fonds auch aktien kauft, die man so solo nie kaufen würde.
der hammer ist ja eigentlich: die staatliche Förderung sattelt gar nicht bei der geförderten Rente obendrauf und verzinseszinst sich dann. dann wäre es ja evtl. noch ok.
nein, eigentlich ist es so, daß mir für die Beiträge von 2014 eigentlich nur in 2015 mehr Kaufkraft gegönnt wird.
beispiel: für 12 Monatsbeiträge in 2014 à 50 Euro erhält man in 2015 ca. 150 Euro Steuer-Erstattung
nur, ich brauch die 150 Euro nicht in 2015, ich brauch die eher in 2040.
wer denkt sich sowas aus?

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Immobilienboom: Billige Zinsen treiben die Hauspreise

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New York, Donnerstag, 3. April 2014

Immer mehr Indizien deuten auf einen Immobilienhype in Deutschland, Österreich und der Schweiz hin. Die historisch billigen Zinsen treiben die Menschen in Betongold. Ist es eine Blase oder nicht? Schwer zu sagen. Wir wissen es mit Sicherheit immer erst hinterher.

Es ist jedenfalls wie in einem Rausch. Die Deutschen wissen nicht, wohin mit ihrem Ersparten. Also kaufen sie Wohnungen. Steigen die Leitzinsen, verteuern sich die Finanzierungskosten – dann kann das Interesse schwinden.

Ich rate daher zur Vorsicht. Insbesondere rate ich davon ab, einen hohen Anteil des Kaufpreises zu finanzieren. Denn das Risiko nimmt mit den Schulden zu.

Wer viel Cash hat und Immobilien liebt, der kann es wagen. Wobei es natürlich cleverer ist zuzuschlagen, wenn der Immobilienmarkt am Boden liegt. Jetzt nach einem solchen Preisrausch auf Wohnungssuche zu gehen, halte ich für ein schlechtes Timing.

In den USA erlebte ich erst den Boom, dann den Absturz. Während des Booms gab es in den Buchhandlungen bergeweise Bücher zum „Reichwerden mit Real Estate“. In den U-Bahnen waren Werbeslogans zu finden wie „Jetzt den Traum fürs Leben kaufen“. Momentan erholen sich die Hauspreise. Die Menschen werden mutiger.

Ich beobachte einen absurden Trend in den USA zu enormen Wohnflächen. Wozu braucht ein Paar ohne Kinder vier Schlafzimmer? Das kostet alles Geld, Steuern und so weiter.

Über dem großen Teich gab es nach dem Platzen der Blase tolle Schnäppchen. Am schlimmsten hatte es mitunter die Kasinometropole Las Vegas erwischt. Die Stadt lag in Trümmern. Hohe Leerstände, hohe Arbeitslosigkeit. Längst ist der Boden erreicht. Die Preise ziehen an. Am heißesten ist auf einmal der Immobilienmarkt in Las Vegas.

Das zeigt mal wieder: Jede Krise bietet unglaubliche Chancen. Man braucht Mut, um gegen den Strom zu schwimmen. Wenn alle weglaufen ist es clever zuzuschlagen. Ein ordentliches Haus oder Wohnung in Las Vegas wird immer einen gewissen Wert behalten.

Luxusappartments in New York haben nie stark korrigiert, weil der Markt limitiert ist. Gute Lagen behalten stets einen hohen Wert. Der frisch geschiedene Medienmogul Rupert Murdoch bezahlte gerade einen Rekordpreis für ein edles, vierstöckiges Appartement am Madison Park.

Wer während der Finanzkrise im Frühjahr 2009 solide Aktien eingesammelt hat, konnte seinen Einsatz seither verdoppeln und verdreifachen.

Im Endeffekt besteht die Kunst darin, immer das Gegenteil der Herde zu tun. In den Jahren 1999 und 2000 kauften Menschen wie blöd Internetbuden. Wer sich daran beteiligte, verbrannte sich die Finger.

Die erfolgreichsten Anleger stemmen sich gegen Trends. Sie meiden die Herde. Ich denke an George Soros, Carl Icahn, Waren Buffett, Bill Ackman, David Einhorn, Seth Klarman, Prince Al-Waleed, Carlos Slim.

Wenn ich mir Börsen anschaue, schaue ich immer zuerst auf die Verlierer-Aktien. Ich schaue nach, wo sich „echte Werte“ in einem Trümmerhaufen verbergen könnten. Ich versuche, zu verstehen, warum eine Aktie gerade „gehasst“ wird. Hin und wieder sehe ich eine ängstliche Übertreibung nach unten. Ich glaube, die besten Deals werden in Krisen, Katastrophen, Crashs gemacht.

Aber es ist schwierig das Gegenteil der Meute zu tun. Wir sind programmiert, um der Herde zu folgen. Wer möchte schon ein Außenseiter sein?

Übrigens bin ich beim „comdirect finanzblog award 2014“ leider nicht in die Endrunde gekommen. Die Jury hat neun Blogger in die Endrunde gelassen. Gratulation an alle. Der Bessere soll gewinnen. Was kann ich besser machen? Lieber Leser, haben Sie Vorschläge, Kritik, Ideen?

Noch immer können Sie für mich beim Publikumspreis der comdirect abstimmen. Jeder darf eine Stimme bis zum 25. April abgeben. Für jeden Klick bin ich selbstverständlich dankbar.

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Anmerkung  von  Fritz    geschrieben 03.04.2014     
Gratulation dir zur Nominierung! Du kannst nichts besser machen. Ich habe seit 2008 jeden Post in deinem Blog gelesen! Und du bringst mich wirklich dazu, meine Buy & Hold Strategie durchzuhalten, auch in schwierigen Zeiten - die zweifelsohne wieder auf uns zukommen werden. Ich glaube nicht, dass ich ohne deinen Blog so weit gekommen wäre! Auch wenn manchmal kritisiert wird, dass du Dinge oftmals wiederholst - mir hat es sehr geholfen. Danke.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 04.04.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Fritz
Danke. Das freut mich.
Dann haben sich wenigstens bei Dir die Durchhalteparolen bezahlt gemacht.

Das Geheimnis des Börsenerfolgs ist echt die Zeit. Das wird oft vergessen. Die Börse mit einem Kasino zu verwechseln kann ein teurer Spass werden. Das Traden kosten viel, viel Geld und bringt unterm Strich eher Verluste.

Anmerkung  von  Hans Wurst    geschrieben 04.04.2014     
..dein Blog finde ich auch klasse. Schaue zig mal am Tag wie ein Drogensüchtiger, ob ein neuer Beitrag von dir existiert.

Was mir aber von dir noch wünschen würde ist, dass du diverse Aktien ansprichst. Ich hatte vorher z.B. so ein Unternehmen wie "Chipotle Mexican Grill" oder "Costco Wholesale Corporation" nicht gekannt bevor du es hier im Blog erwähnt hast. In Chipotle bin ich schon seitdem investiert und auch gut im plus

Sonst weiter so.....

Gruß aus Köln

Anmerkung  von  Hubi    geschrieben 04.04.2014     
Kann ich bestätigen, schaue auch mehrmals täglich rein ob es nen neuen Post gibt ;)

Anmerkung  von  Florian    geschrieben 04.04.2014     
Dein Blog ist auch einer meiner Lieblingsblogs. Mittlerweile bin ich nach einigen fehlgeschlagenen anderen Versuchen auch ein überzeugter Buy-and-Hold Investor :)

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 05.04.2014     
Website www.timschaefermedia.com

Danke. Danke. Danke.

Wunderbar. Drei weitere Leser, denen das Angebot gefällt.

Mir geht es im Blog um ganz einfache Dinge. Ich möchte über die Naivität von uns Anleger schreiben, über Gefühle (Stolz, Gier, Angst, Nervosität), über die Ungeduld.

Mir geht es um versteckte Kosten, um wahre Anlagehorizonte (40 Jahre plus), um den Zinseszins usw.

Mich beschäftigt unnötiger Konsum, unser langes Leben, die Gesetzliche Rente...

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 05.04.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Hans Wurst

Chipotle und Costco sind 2 Qualitätsfirmen. Sie bezahlen ihre Mitarbeiter überdurchschnittlich gut, die Kunden sind sehr zufrieden, treu. Das Vertrauen der Konsumenten ist enorm. Costco verfolgt ein wenig die Aldi-Strategie: Gute Produkte zu günstigen Preisen.

Hier habe ich über Chipotle geschrieben:
http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Leckerer-Aktientipp-Chipotle-Mexican-Grill-Heisser-Burrito-3300657

Hier über Costco:
http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/US-Aktien-Tipp-Hot-Stock-der-Wall-Street-Costco-1787488

Über Tesla und Netflix schreibe ich schon recht lange.
Etwa hier über Tesla:
http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/US-Aktientipp-Hot-Stock-der-Wall-Street-Tesla-2367770

Hier über Netflix:
http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/US-Aktien-Tipp-Netflix-Thriller-an-der-Wall-Street-2211421

Ich liege natürlich manchmal richtig daneben. Kaum sprach ich mit Gold-Millionär Rob McEwen (er gründete Goldcorp), stürzte leider seine Aktie US Gold ab:
http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/US-Aktien-Tipp-Hot-Stock-der-Wall-Street-US-Gold-913146

Das perfekte Timing bekommt niemand hin. Fehler gehören zum Geschäft. Und nicht jede Aktie gehört in jedes Depot.

Anmerkung  von  DividElephant    geschrieben 06.04.2014     
Website dividelephant.wordpress.com

Hallo Tim,

auch ich schaue täglich mal rein und freu mich über jeden Beitrag. Ich kann auch behaupten, dass ich durch deine Beiträge überhaupt erst auf den Gedanken gekommen bin zu sparen bzw. in Aktien zu investieren (ein Beitrag zu Mr. MoneyMustache hat bei mir dann endgültig den Groschen zum fallen gebracht).

Ich halts mit Oli Kahn: "Weitermachen, immer weitermachen" :-)

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 07.04.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ DividElephant
Danke für den Zuspruch.

Anmerkung  von  Lars Zapf    geschrieben 10.04.2014     
Website unfoldyourpassion.com

Tim, für mich hättest Du den „comdirect finanzblog award 2014“ gewonnen!!

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 13.04.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Lars
Danke Lars für den Zuspruch. Ich versuche, frei von der Leber zu schreiben, was mich interessiert.

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Hochfrequenzhändler kochen Anleger ab

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New York, Dienstag, 1. April 2014

Heiße Diskussion an der Wall Street, ob die Börsenkurse von Hochfrequenzhändlern manipuliert werden. Entfacht hat die Diskussion Erfolgsautor Michael Lewis, der sein neues Buch "Flash Boys: Revolte an der Wall Street" fertig hat.

Lewis gab jetzt der TV-Sendung „60 Minutes“ ein Interview. Die Behörden ermitteln seit längerem, ob die superschnellen Computer den „langsameren Anlegern“ vorauseilen, um einen illegalen Preisvorteil herauszuschlagen. Aus einem Unterschied von Millisekunden kann offenbar ein Milliardengewinn werden. Angesichts der vielen täglichen Trades wäre es nicht verwunderlich.

Für den normalen Anleger bestätigt sich mal wieder: Seien Sie geduldig. Verzichten Sie auf zu viele Trades. Börsenaktivität kostet Geld. Bleiben Sie besser Jahre investiert. In der Ruhe liegt die Rendite.

Hier geht es zum Interview mit Michael Lewis über die umstrittenen Hochfrequenzhändler:


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Anmerkung  von  Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog    geschrieben 07.04.2014     
Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/

In dem Buch von Deinem Journalistenkollegen Jens Korte gibt es auch ein Unterkapitel zum Hochfrequenzhandel und Dark Pools. Das war wirklich sehr interessant zu lesen.

Hier noch der direkte Link zu dem Buch von Jens Korte:
http://finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/2014/03/buch-rezension-jens-korte-rettet-die-wall-street-warum-wir-die-zocker-brauchen/

Kennst Du das Buch schon Tim?

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 07.04.2014     
Website www.timschaefermedia.com

Hallo Markos,

nein, das Buch kenne ich nicht. Danke für den Hinweis.

Ich frage mich, wozu Langfristanleger diese Zocker brauchen? Es ist ja nur ein zwischengeschalteter Trade. Blitzschnell geht ein Aktienpaket hin und her. Es ist ja eine Art Frontrunning vor der eigentlichen Order.

Ich persönlich sehe keine Vorteile im Hochfrequenzhandel, eher Nachteile. Ich sehe die Gefahr eines neuen Flash-Crashs, eines Softwarefehlers und schon kann Panik ausgelöst werden.

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 08.04.2014     
das ist m. E. alles völlig entkoppelt von den eigentlichen Unternehmen, die Schokoriegel, Damenstrumpfhosen, Toilettenpapier o. ä. herstellen. Da liegt das Problem. Von Handel oder Investition in dem Zusammenhang zu sprechen ist dann lächerlich, da vieles wahrscheinlich automatisiert über Rechnerroutinen abgearbeitet wird und kaum noch menschliche Entscheidungen getroffen werden, bzw. die Reaktionszeit dafür ja gar nicht reichen würde. Blasenbildung oder Megaabsturz innerhalb einer Minute nicht auszuschließen, Verantwortung oder intelligente Steuerung wird ja aus der Hand gegeben. "Gamification" der Börse.

Anmerkung  von  Couponschneider    geschrieben 18.04.2014     
Website couponschneider.blogspot.de

Wie verrückt die Welt der Daytrader ist, kann mir hier sehen:

https://www.youtube.com/watch?v=MbiYNtpGGCc

Ahnungslose Opfer wie Koko verspielen 100000 € innerhalb kürzester Zeit. 100000 € ist das, was er in 10 Jahren als Autohändler zusammengespart hat, was keine schlechte Leistung ist. Er hätte lieber die Ersparnisse in Value-Aktien langfristig anlegen und seinen Autohandel weiterbetreiben sollen.

Solche Typen wie Birger Schäfermeier halte ich für gemeingefährlich.

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Deutschlands Riester-Renten sind bürokratische Gebührenmonster

Illustration

New York, Sonntag, 30. März 2014

Ich mache mir Gedanken zur Riester-Rente. Mich wundert, dass das deutsche Volk in dieses Instrument Milliardensummen reinbuttert. Und zum Großteil nur lausige Renditen herauskommen. Manchmal ist die reale Rendite sogar negativ.

Unsere Politiker verkaufen in Talksendungen zu den besten Einschaltzeiten die Riester-Dinger als großen Erfolg. Als Durchbruch. Ich halte das für Augenwischerei.

Schauen wir uns die Grundlagen der Geldanlage an. Auf was kommt es an? Auf die Kosten. Und die erwartete Rendite (Risiko). Bei beiden Faktoren schneidet die Riester-Rente grottenschlecht ab. Ein Vertreter, der einen Riester-Vertrag abschließt, kriegt eine fette Provision. Der Vertreter kommt mir vor wie ein Autoverkäufer, der 500 Euro bei einem Deal erhält. Das Autohaus macht noch mal einen 1.000er extra. So ist es bei vielen Riester-Verträgen. Fette Gebühren fließen nach Abschluss in die Taschen der Finanzindustrie. Den Kunden ist gar nicht klar, was an versteckten Gebühren aus der angesparten Summe verschwindet.

Die Wochenzeitung „Die Zeit“ hat schon im Jahr 2008 die Riester-Rente als „Altersvorsorge für den Berater“ beschrieben. Der Artikel schildert den Fall der 19-jährigen Sonja Ruland, einer Auszubildenden, die vor einem Jahr einen Riester-Vertrag bei einer deutschen Assekuranz unterschrieben hat:

„Immerhin 15 Euro im Monat legt sie seitdem steuerfrei für die Rente zur Seite, der Staat gibt 156 Euro pro Jahr dazu. Was Ruland aber nicht weiß: Kaum hatte sie die erste Monatsrate bezahlt, bekam der private Finanzvermittler, der ihr zur Altersvorsorge verholfen hatte, knapp 450 Euro überwiesen. Und sie muss das bezahlen: Die ersten 30 Monatsraten fließen nicht in Rulands Altersvorsorge, sondern an ihren Berater.“

Wunderbar. 30 Monatsraten fließen von der jungen Sparerin an den Berater. Das ist ein Fehler im System. Wie kann es sein, dass so viele Gebühren abgezogen werden? Wie kann ein Staat so etwas mit Staatsmitteln unterstützen?

Es muss doch jedem Idiot einleuchten: Je mehr Kosten, Provisionen und Gebühren ein Kunde bezahlen muss, desto weniger bleibt mit dem Rentenantritt übrig.

Wie kann unsere Regierung das nicht verstehen? Haben sie Tomaten auf den Augen? Die Riester-Dinger sind enorme Gebührenfresser. Die hohen Kosten und geringen Renditen sind das Kernproblem.

Die Bürger sehen die versteckten Kosten nicht mal.

2011 nahm Ökotest 144 Riester-Verträge unter die Lupe. Nach Meinung der Tester waren die Angebotsunterlagen häufig irreführend und manchmal sogar fehlerhaft, zitiert das Wochenmagazin „Der Stern“ die Studienergebnisse. Bis zu 60 Seiten umfassen die Angebotsunterlagen. Mit unvollständigen, widersprüchlichen oder verwirrenden Angaben. Wunderbar.

Hallo? Wo sind wir? In der Steinzeit? Wer reguliert denn das? Was machte die Bundesregierung, was die Bafin, was das Verbraucherschutzministerium all die Jahre? Anbieter würden die Kosten in ihren Unterlagen "geschickt verschleiern".

Im Endeffekt landen die staatlichen Zulagen mehr oder weniger in den Taschen der Anbieter.

Mir kommt es so vor, als ob Riester nicht für die Bürger, sondern die Anbieter geschaffen worden ist.

Die Riester-Dinger lohnen sich kaum – wegen der immensen Kosten. Darin sind sich viele einig.

Gut, Bürger können per Aktienfonds und Banksparplan ebenfalls riestern - statt klassisch über eine Versicherung. Doch ist auch hier der bürokratische Aufwand immens. Die Renditen sind trotzdem nicht immer gut – auch hier lauern versteckte Kosten. Riestern ist generell zu unflexibel, das Vermögen lässt sich nicht vererben.

Hätte unsere Bundesregierung die gleiche Förderung und die gleichen Steuervorteile für das direkte Aktiensparen gewährt, wäre das rentierlicher für die Bürger gewesen. Die Kosten wären geringer ausgefallen. Mit einem simplen Indexfonds zum Beispiel.

Lernen wir von den anderen. In den USA können Bürger seit den 1970er Jahren in ein „Aktiendepot für die Rente“ sparen. Steuerfrei. Aus dem Brutto. Die Programme heißen dort für Arbeitnehmer 401(k), für Selbständige heißen sie SEP-IRA.

Jede Dividende, jede Kurssteigerung, jeder Gewinn ist in dem Aktiendepot für die Rente komplett steuerbefreit. Es gibt in meinen Augen langfristig keinen effektiveren Weg, um für den Ruhestand zu sparen. Die Kosten sind extrem niedrig (wer aufpasst) und alles ist eben steuerbefreit.

Die Briten haben ihr ISA-Aktien-Sparprogramm. Es gibt keine Auflagen. Jeder Bürger kann sparen, wie er möchte. In Dividendentitel, in Pennystocks, Blue Chips, Aktienfonds, Indexfonds.

Die Norweger investieren ihre Öl-Milliarden für ihre Bürger überwiegend in Aktien rund um den Globus. Sie sind sehr erfolgreich damit.

Und wir Deutschen? Wir riestern. Schon dämlich.

Warum riestern wir? Entweder verstehen die in Berlin die Grundlagen der Geldanlage nicht oder aber geht es um persönliche Vorteile bestimmter Personen auf der politischen Bühne?

Massenweise zeigen Studien ganz klar: Aktien sind über 10, 20 und 50 Jahre anderen Assetklassen überlegen, sie werfen einfach mehr Rendite ab.

Natürlich kann es ein paar schlechte Jahre an der Börse geben (auch katastrophale Crash-Zeiten kommen vor). Aber im langen Schnitt ist es die beste Methode, um ertragreich sein Geld anzulegen.

Sorgenfrei geht das Sparen an der Börse wohl am besten monatlich. Stetig. Im Idealfall schauen Sie nicht auf die Börsenkurse. Jeden Monat einen Tropfen in den Eimer. Das füllt den Eimer recht schnell. Die Amis nennen das Dollar-Cost Average. Es ist die beste Entscheidung, die Sie machen können.

Fazit: Immer auf die Kosten und Gebühren achten. Ein einsichtiger Mensch würde einen Fehler zugeben. Deutschlands Politiker dagegen feiern Riester als Erfolg.

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Anmerkung  von  Couponschneider    geschrieben 30.03.2014     
Website couponschneider.blogspot.de

Riester ist KLV 2.0. Bei Youtube gibt es ein Video von Plusminus, das zeigt, dass Riestern noch schlechter für der Versicherten ist als die KLV.

Ich halte nichts vom Riestern. Man geht beim Riestern viele Risiken ein.

1. Man kann früh sterben und dann war alles für die Katz.

2. Man kann in eine Situation kommen, in der man sein Geld braucht und dann muss kündigen, wenn das möglich ist. Ansonsten holt man sich ein Darlehen und zahlt darauf Zinsen.

3. Wenn man nicht so will wie der Gesetzgeber und seine Lebensabend in sonnigeren Gegenden verbringen möchte, dann darf man die Förderung zurückzahlen. Mit Riestern legt man sich auf immer und ewig an den Standort BRD fest.

4. Die Gefahr, dass der Gesetzgeber die Konditionen nachträglich zulasten der Versicherten ändert, ist groß. Man schaue sich die Policen (KLVs, Aussteuerversicherungen, etc.) aus der Zeit vor 1945 an und was danach damit passierte. Da Riester relativ neu ist, ist vieles noch nicht klar, was Witwenregelungen angeht. Eine Scheidung und eine zweite Heirat. Wie sieht's mit Förderungen aus bei gemeinsamer Veranlagung bei der Steuer? Es gibt Konstellationen, die noch nicht klar und eindeutig geregelt sind und der Gesetzgeber wird in jedem Falle "nachbessern" müssen.

5. Die Wahrscheinlichkeit, dass die BRD in dreißig Jahren nicht mehr existiert, ist größer als die Wahrscheinlichkeit, dass Exxon Mobil, Coca Cola oder Colgate-Palmolive pleite gehen.

6. An Rentenansprüchen nagt immer die Inflation. Aktien sind Unternehmensanteile, keine Zahlungsansprüche. Viele Unternehmen können auf Inflation reagieren und die Verbraucherpreise anheben. (Eigentlich ein Zirkelschluss, denn die Inflation wird anhand der Verbraucherpreise gemessen.) Die Dividenden können dann mit der Inflation wachsen.

7. Und wie du schon schriebst: Die Rendite ist lausig. Eigentlich sollte die Rendite höher sein, denn höhere Rendite muss man normalerweise mit mangelnder Flexibilität bzw. höheren Risiko bezahlen. So sind die Zinsen auf Festgeld höher als auf Tagesgeld. Dass es beim Riestern wie beim Bausparen und bei der KLV anders ist, zeigt, dass dort die Marktkräfte ausgehebelt worden sind.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 30.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Couponschneider
Danke für die ausführliche Liste mit den Argumenten.

Ich finde es einfach unverantwortlich vom Regulierer/Staat, dass er die Kosten aus dem Ruder laufen ließ.

Hier wird der Kleinsparer, der sinnvoll für das Alter sparen möchte, abgezockt. Die Kosten, Gebühren und Provisionen müssen radikal eingedämmt werden.

Anmerkung  von  Stefan Müller    geschrieben 30.03.2014     
Ich finde es gut, dass ihr auf das Thema aufmerksam macht.
Nur wir haben ja an der neulich vorgestellten Petition gesehen, dass das Thema Altervorsorge mit Fonds und Aktien in Deutschland überhaupt keine Resonanz findet.

Ich finde es wichtig, dass die Politiker informiert werden. Ich habe alle Parteien diesbezüglich angeschrieben und es kamen nur die Standardsätze der Parteiprogramme zurück.

Ein Kollege hat die großen Börsenmedien wie Börse Online, der Aktionär und auch Max Otte als Medienliebling anschrieben und auf die Petition aufmerksam gemacht.
Es kam nichts zurück.

Es ist wie das Reden gegen den Wind. Dieses Thema scheint kaum jemanden zu interessieren.
Wen könnte es interessieren:

Den Börsianern, besser Zocker genannt, nicht, da er nur kurzfristig Aktien hält. Das ist der Großteil der Börsianer.

Den Börsenmedien nicht, da diese als Kunden aktive Trader haben. Langfristanleger kaufen kaum Zeitschriften und schwimmen mit der Masse. In den Börsenzeitschriften findet man kaum Langfriststrategien.

Den Banken nicht, da diese an den Kauf- und Verkaufsgebühren verdienen und Langfristanleger eigentlich nicht wollen.

Den Normaldeutschen nicht, da er Festgeld, Riester, Bausparen und Lebensversicherungen bevorzugt.

Den Politikern nicht, da die Masse Aktien für Teufelszeug hält. Fast die Hälfte der Politiker, also der linke Flügel aus Grüne, SPD und Linken, fordern Vermögensabgabe, Vermögenssteuern und höhere Steuern auf Aktiengeschäfte, sei es über eine höhere Abgeltungssteuer und/ oder Einführung einer Transaktionssteuer. Die FDP war die einzige Partei, die 2009 für eine Wiedereinführung der Spekulationsfrist Wahlkampf betrieben hat. Als Regierungspartner wurden Ihre Versprechungen vergessen und verraten.

Also wer könnte sich eines solchen Themas öffentlichkeitswirksam annehmen und die Politik und Masse überzeugen?
Ich bin ratlos und kämpfe seit langen mit dem Thema.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 30.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

Hi Stefan,

ich denke, das Thema interessiert schon einige. Es dauert. Es liegt wohl an der mangelnden Finanzbildung. Selbst im Reichstag sitzen Leute, die haben gravierende Wissenslücken. Ein Parlamentarier muss kein Aktienexperte sein. Nein. Keineswegs. Aber Grundzusammenhänge zu verstehen (Was ist eine Aktie? Was ist eine Anleihe?), das erwarte ich schon.

Was mich an den überhöhten Riester-Gebühren wundert: Es spricht sich rum, es kommt raus, es wird zu einem Thema. Wenn Kunden herausfinden, dass ihr Anbieter zu gierig ist, dann verbrennt man seinen Ruf. Die Gebührenstrukturen kommen mir vor wie vor 40 Jahren. Da hat kein Umdenken stattgefunden. Am wichtigsten ist es doch dem Kunden zu helfen. Fair. Günstig. Ehrlich. Transparent. Offen. Darum sollte es gehen. Es geht schließlich um die Altersvorsorge des "kleinen Manns".

Wobei ich den Unternehmen keine alleinige Schuld zuweise, sondern eher dem Gesetzgeber für so einen Gebühren-Unsinn.

Anmerkung  von  Anna    geschrieben 30.03.2014     
Also, Riester lohnt sich doch --- für die Versicherungen (Achtung, Sarkasmus oder ironisch gemeint). Was haben die vor der Einführung dieser Versicherung gespeckert und gemeckert. Man hört nichts mehr...
Meine ganze Familie hat auf Riester verzichtet. Stattdessen kauft ein Sohnemann Belegschaftsaktien, der andere hat sowieso schon lange Aktien.
Der Enkel bekam von uns ein Depot mit zwei Dividendentiteln.
So hoffe ich auf Aktienkultur.



Anmerkung  von  Tim    geschrieben 31.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

Hi Anna,

mit Aktien bist Du gut bedient.

Es gibt ein paar Anbieter/Banken, die sind bei den Gebühren moderater. Aber die Mehrzahl ist schon sehr aggressiv beim Gebührenabkassieren. Das ist jedenfalls mein Eindruck.

Jedem Bürger müsste vorab ganz klar sein, was der Spass kostet. Jedes Jahr müsste in meinen Augen der Anbieter eine Kostenaufstellung an den Kunden schicken. Jeder Handwerker, Rechtsanwalt, jedes Hotel muss jeden Cent an Kosten zeigen. Nur beim Riester-Vertrag ist das nicht nötig.

Und ich glaube in der Rentenphase werden die Riester-Gelder auch noch vom Finanzamt besteuert. Das ist der größte Witz. Das passt einfach nicht in die heutige Zeit. Das ist Steinzeit.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 31.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

Hier ist ein Video von Plusminus, das im Kommentar von "Couponschneider" dankenswerterweise angesprochen worden ist (glaube ich):


Anmerkung  von  Lalucky    geschrieben 31.03.2014     
Also ich denke, dass alle staatlich geförderten Programme ausschließlich der Wirtschaft dienen sollen. Es ist Selbstbedienung für jede "Firma", die Verträge anbietet, die "förderfähig" sind. Ich vermute mal, man muss das Schneeballsystem (bei uns natürlich Versicherungssystem genannt) am laufen halten. Über die geringe Teilnahme an der Petition bin ich zwar enttäuscht, gewundert hat es mich indes nicht. Die Menschen (besonders in Deutschland) werden mächtig dumm gehalten. Gott sei dank gibt es jedoch (noch) Möglichkeiten sich selbst zu informieren- nur muss sich erstmal Interesse aufbauen. Ich bin die einzige der Familie (und die ist relativ groß), die überhaupt Finanzinteresse aufbringt. Ich gelte, fürchte ich, als geizig und verschroben. Mein Sohn (9) hat bereits ein Aktiendepot. Schade nur, dass er darüber nicht mit seinen Freunden reden kann, da niemand ihn verstehen würde- geschweige denn die Eltern seiner Freunde anders reagieren würden, als wahrscheinlich mich zur Rede zu stellen. Aber mir ist letztlich auch nur noch wichtig meinem Kind und mir die Zukunft zu sichern. Alles andere ist mir egal. Bei mir wird keine Versicherung mehr abgeschlossen. Wenn ich über einen soliden Aktienstock verfügen werde, wird auch die ach so notwendige "Berufsunfähigkeitsversicherung" gekündigt.

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 31.03.2014     
Ja, es ist ein Fass ohne Boden. Es gibt so viele unsinnige Finanzprodukte. Aber das ist im materiellen Bereich nicht anders. Dort feilschen Händler auch um Waren die den Euro nicht wert sind. Der Käufer muss selbst entscheiden ob ihm die Ware als Gegenwert für sein Geld reicht.

Finanzprodukte sind oft komplex, nicht direkt greifbar, werden mit seitenweise Prosa und Klauseln verschleiert und unverständlich dargestellt. Hier hilft nur eins, gesunder Menschenverstand. Wenn ich nicht verstehe was in so einem Vertrag steht, dann muss ich mir das erklären lassen. Ich muss fragen:

"Was bringt mir dieses Finanzprodukt für mein hart erspartes Geld?"

"Was ist der Sinn dieses Finanzproduktes, warum kaufe ich es überhaupt?"

"Kann ich mein Geld besser anlegen, bzw. wenn ich es in andere Hände lege, was ist der Gegenwert dafür, dass diese Leute davon etwas kaufen können?"

Ist es vielleicht nur eine mir aufgelegte Disziplinierungsmaßnahme zum Weglegen von Geld ohne Rendite bzw. anders rum ein auf Beschäftigung von windigen Beratern (helpern) ausgelegte Finanzierung?

Ich glaube schon diese einfachen Fragen werden nicht immer gestellt. Man hört in den Medien Riester, "Riestern ist gut für Deine Altersvorsorge!" Dazu noch ein Profisprecher und einlullende Musik und schon ist der deutsche Michel bereit seine Geldbörse zu öffnen.

Ein weiterer Punkt, der aus den anderen Beiträgen vielleicht nicht so klar rauskommt, ist das Risiko. Risiko von Riestern in vielerlei Gestalt:

- möglicher Zahlungsausfall der Raten durch eigene Krankheit, Arbeitsunfähigkeit etc., Vertragsstrafe mit hohen Verlusten im Knebelvertrag
- Ausstieg aus Vertrag wegen Geldnot, Ausland, Entdeckung besserer Sparanlage: Vertragsstrafe mit hohen Verlusten im Knebelvertrag
- allgemein miese Rendite die zu Altersarmut führt
- mögliche staatliche Anpassung der Riesterverträge zu Ungunsten des Sparers

Riestern ist dermaßen unflexibel, passt sich in keinster Weise an veränderte Lebensumstände an und dazu noch unrentabel, obwohl ich mich auf einen irrsinnig langen Zeitraum festlege, was üblicherweise mit höheren Renditen abgegolten wird.

Im Vergleich kann ich bei Aktien je nach Lage Sparraten erhöhen, absenken, einzahlen/auszahlen. Ich kann mit konservativen wesentlich höhere Renditen erzielen bei guter Absicherung über einen langen Anlagehorizont. Ich bin der Steuermann meines Lebens, nicht der Staat oder windige Finanzberater, letztere besitzen sogar die Frechheit mein erspartes Geld für Pauschalverträge zu nehmen, durch staatliche Abkommen, was in keinster Weise mit einer adequaten Gegenleistung, nämlich in Form einer guten Rendite gekoppelt ist. Hier kann ich auch nur appellieren: nachdenken, nachrechnen, aufwachen! Ein Riestersparplan ist einfach ein Finanzprodukt von vielen, wie auch im Supermarkt, hier hilft nur das Produkt erst mal zu verstehen (was ist drin? wie funktionierts? was nützt es mir? ist es das Geld wert?und ob es nicht bessere Produkte gibt. Vor allem (wie auch bei Markenartikeln), nicht vom Etikettenschwindel täuschen lassen, hinter die Fassade schauen, es geht nicht um den schillernden Werbespot oder die hübsche Sprecherin, es geht um mein, nur mein Geld, was ich hart verdient habe und nicht einfach irgendjemanden in die Hand drücke für nichts!

Anmerkung  von  Sams1974    geschrieben 31.03.2014     
Natürlich drücke ich mein Geld jemanden für nichts in die Hand.
Die Dienstleistung dieses Menschen ist folgende, er Beschützt mich vor mir weil ich zu dumm bin das Geld zu sparen d.h. nicht auszugeben. Deshalb gebe ich für lange Zeit das Geld aus der Hand damit ich damit möglich unflexibel bin. Das ist auch der Grund warum ich wenig Rendite brauche, ich will ja nur unflexibel sein, darum geht es mir ja hauptsächlich. Sonst hau ich das Sparschwein, das Sparschwein kapput. Lol Was ist nur aus langfristig Investieren und dafür höhere Rendite erwarten geworden. Kopfschüttel.
Deshalb nagt er wie ein Hamster an meinem monatlichen Einkommen rum.
Ist ungefähr das gleiche wie mit den Leuten die teuer jeden Tag 5 Flaschen Bier kaufen weil sie sonst den ganzen Kasten saufen würden.
Der Mensch ist eben irrational, er ist eben Mensch.
.und dann hau ich mit dem Hämmerchen mein Sparschwein, mein Sparschwein kaputt.
Mit dem Inhalt von dem kleinen....
gut.
Ich weiß ja nicht, es erklärt mir ja keiner.
Wenn ich jetzt schnell Geld brauche was ist einfacher.
A. ich verkaufe ein paar Aktien aus meinen Depot.
B. ich hole mir einen Kredit und besichere mit meinen Depot und Tilge über laufende Dividendeneinnahmen.
C. ich mach eine Teilauzahlung meines Riestervertrages oder was auch immer.
Kann mir jemand Riesterkundiges sagen wie ich Geld aus dem Riestervertrag hole bevor ich in Rente gehe?
mfg

Anmerkung  von  Finanzwesir    geschrieben 31.03.2014     
Website www.finanzwesir.com/blog/was-spricht-gegen-riesterrente

In Abwandlung eines bekannten Spruchs: Was ist der Abschluß eines Riestervertrages gegen den Besitz einer Allianz-Aktie?
Man muß auf der Empfängerseite des Geldstroms sitzen und nicht auf der Absenderseite.
Der Einzahler schickt das Geld in Richtung Versicherung, deshalb sollte man Anteile an einem Versicherungsunternehmen besitzen. Relativ simpel diese Erkenntnis, aber auch in meinem Bekanngtenkreis nicht mehrheitsfähig. :-(

Anmerkung  von  Felix    geschrieben 31.03.2014     
Ich weiß nicht so recht, warum hier im Blog, den an Aktienanlage Interessierte lesen, dauernd die gesamte Welt beglückt werden soll? Leben und Leben lassen.
Ich werde mich jedenfalls hüten Freunden, Bekannten, ... Gegen ihren Willen Aktieninvestments aufzuschwätzen, die danach - alles schon erlebt - kurz mal 50 % abtauchen. Gerne gebe ich meine Erfahrungen, mein Wissen darüber weiter, wenn jemand von sich aus auf mich zukommt. Zwangsbeglückung jedoch halte ich für den falschen Weg.
Nicht jeder ist psychisch in der Lage größere Kursschwankungen wegzustecken. Der ist mit anderen Anlage- und Sparformen besser bedient.
Man sollte sich auch davor hüten, dauernd sein tollen Anlageerfolge herauszustreichen. Das nervt nur.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 01.04.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@Finanzwesir
Im Grunde sind diese extrem hohen Abschlusskosten und laufenden Gebühren eine Vernichtung von Privatvermögen.

Eine Zeitlang kann das gut gehen für die Anbieter. Aber irgendwann werden die Menschen dahinter kommen und fragen, was mit ihrem Geld eigentlich passiert? Oder nicht?

Wofür werden diese immensen Kosten fällig? Damit jemand im Wohnzimmer Platz nimmt für eine "Beratung"?

ICH FINDE DAS ALLES SO MERKWÜRDIG. Das passt doch nicht in die heutige Zeit. Wer den Riester-Vertrag bis zum Ende durchzieht, bekommt die eingezahlten Beiträge garantiert. Das heisst ja im Umkehrschluss nach Abzug der Inflation war es ein Minusgeschäft - oder sehe ich das falsch?
Das wäre ja so: Ich nehme Dir heute 100 Euro ab und verspreche Dir, die 100 Euro in 30 Jahren zurückzugeben. Ehrenwort.

Anmerkung  von  Martin    geschrieben 01.04.2014     
Website agnostic-investing.blogspot.com

Ich finde den Artikel sehr gut. Das Beispiel mit dem Berater ist echt erschreckend. Man lässt sich beraten und kriegt dennoch so einen falschen Vertrag, da hätte die Dame auch selbst was abschließen können und wäre besser gefahren.

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 02.04.2014     
@Felix, denke nicht das es hier um irgendwelche Zwänge geht. Der Blog kann aber zum Nachdenken anregen. Andere wie Bogle machen es drastischer, sie nennen ihr Buch zum Thema z. B. "Enough" und schreien es förmlich in die Welt, weil es eben teilweise so haarsträubend blöd ist und Riester ist für mich so ein Beispiel aus dieser Kategorie "aktiv Geld verbrennen" und viel schlimmer noch, es ist in weiten Bevölkerungsschichten als seriöse Anlageform anerkannt und es existieren immer noch Millionen Kunden und neben den rückläufigen Zahlen und Kündigungen werden trotzdem neue Kunden hinzukommen.

Beiträge wie von Plusminus oder Finanzwesir sind eigentlich das Totschlagargument und belegen so klar die Probleme, dass man nicht wegschauen kann. Ich finde diese Form der Aufklärung und Diskussion auf Tim's Blog einen sinnvollen Beitrag der viele (Interessierte) vor sowas bewahren kann bzw. gibt es hier auch immer wieder interessante Perspektiven für mich. Klar denkt jeder auch an seine Geldanlage, und klar kann man den Wissensverweigerer nicht bekehren mit sowas, aber für Leute die nach solchen Infos suchen ist es eine wertvolle Quelle und ich bin deshalb auch für diese Plattform dankbar.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 02.04.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Tino
Danke. Danke.

Es geht ja bei Riester-Verträgen nicht nur um die Rendite. Ich finde, es geht um viel mehr. Ethische Standards. Transparenz. Millionen Sparer vertrauen den Anbietern. Bürger geben über Jahrzehnte hinweg enorme Summen in diese Verträge. Kann ich als Kunde nicht Ehrlichkeit verlangen? Was ist der wahre Wert des Vertrags? Was die Qualität? Wie viel kostet es? Es geht um Vertrauen, Anstand, Image.

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 02.04.2014     
@Martin, das ist ja das Grundproblem aus meiner Sicht. Gerade wenn das eigene Geld, was die Lebensader für jeden in einem kapitalistischen System darstellt einfach in die Hände von Beratern für irgendwelche Finanzprodukte gegeben wird, wird unnötig Eigenverantwortung abgegeben und führt zu hohen Risiken, nicht umgekehrt. Die Parabel über die Gotrocks Familie zeigt schön was Berater oder Vermittler immer sind, ein Kostenfaktor. Ein Riestervertrag ist eine cashcow für helper. Ein Sparstrumpf oder Tagesgeldkonto würde den gleichen Zweck erfüllen, mit fast grenzenloser Flexibilität, ohne dreistellige Gebühren und negative Rendite vor Inflation gleich nach Vertragsabschluss.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 03.04.2014     
Das Menschen Eigenverantwortung abgeben ist schon seit Anbeginn der Menschheit so...

Nur dass diese sich dann auch noch die Frechheit besitzen, sich über die Konsequenzen zu beschweren... ;-)

Anmerkung  von  Finanzwesir    geschrieben 04.04.2014     
Website www.finanzwesir.com

@Tim:
"Es geht ja bei Riester-Verträgen nicht nur um die Rendite. Ich finde, es geht um Vertrauen, Anstand, Image."

So sehe ich das auch. Ich predige ja keineswegs "Aktien für alle". Einer der Kommentatoren hat das korrekt angemerkt: "Nicht jeder hält die Schwankungen aus".
Aber es gibt doch zwischen Riester (stellvertrendend für die ganze Palette der politischen Finanzprodukte) und Aktien ein breites Feld an Anlagemöglichkeiten, das man nutzen kann.
Weg von Riester bedeutet doch nicht unbedingt zwangsläufig hin zu Aktien. Ich persönlich würde das immer so machen, aber ich werde nicht mit dem Finger auf Leute zeigen, die sich "nur" zu einer Sparbriefleiter durchringen können. Das ist immer noch besser, weil gebührenbefreit, als diese Riester-Dinger.

PS: Dein Spamschutz ist eines Finanzblogs würdig. Aber bitte keine Zinseszins-Rechnung ;-)

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So bauen Sie ein Vermögen an der Börse auf

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New York, Freitag, 28. März 2014

Die Bild-Zeitung schreibt über Ex-Schwimmstar Sandra Völker. Sie ist pleite. 100.000 Euro Schulden haben sie finanziell ruiniert. Jetzt versteigert die Insolvenzverwalterin ihre Medaillen, die sie bei der Olympiade gewonnen hat.

Es ist traurig. Ein Immobilienkauf riss sie in den finanziellen Abgrund.

Die Freundin von Mick Jagger, LWren Scott, nahm sich in ihrer Wohnung in Manhattan das Leben – sie soll überschuldet gewesen sein. Ihre Modefirma hat sich nicht wie erhofft entwickelt. Schulden! So glamourös manche Promis leben, so toll ist es gar nicht bei genauer Betrachtung.

Der legendäre Filmemacher Peter Bogdanovich beschrieb im Januar im „Wall Street Journal“, wie er sich ruinierte. Ein blödsinniger Businessdeal. Schwuppdiwupp war er pleite.

Die Privatfinanzen gut zu verwalten ist nicht einfach. Ich rate zu einem vorsichtigen Umgang mit Schulden, Luxus, Konsum(rausch). Mit einem Budget, einem Sparplan, der richtigen Einstellung kriegt fast jeder seine Finanzen in den Griff. Es ist gar nicht so viel Arbeit nötig. Und das Leben macht trotzdem Spass.

Riskante Geschäfte führen oft ins Verderben. Vor wichtigen Entscheidungen ist es empfehlenswert, sich mit einer erfahrenen Person (aus dem persönlichen Umfeld ist OK) abzustimmen. So wird manche Illusion schnell enttarnt. Illusionen können mit einem Federstrich Vermögen vernichten. Ich glaube, Gespräche helfen einem, Ängste abzubauen und die Fakten zu beleuchten. Wo liegen die Chancen, wo die Risiken?

Wie misst man sein Vermögen? Auf NETTO-Basis. Also nach Abzug der Schulden und Verpflichtungen. Das vergessen viele gerne.

Wie sparen Sie am besten? Ich denke, die Börse bietet auf lange Sicht eine herrliche Rendite.

Wer Geduld hat, um ein Qualitätsdepot mit Dividendenzahlern aufzubauen, hat gute Chancen vermögend zu werden. In Amerika werden immer mehr Menschen über die Börse zu Millionären, einfach weil sie stetig sparen. Weil sie diszipliniert sind. Weil sie das Geld nicht mit vollen Händen zum Fenster hinauswerfen.

Meine Möbel sind zum Teil Gebrauchte. Meine Küche: Ikea. Meine Küchenschränke sind voll mit Utensilien aus einem Restaurant. Als der Koch die Türen für immer schloss, bot er seine Profi-Sachen (Schüsseln, Messer, Töpfe, Maschinen) für einen Appel und ein Ei an. Nie zuvor hatte ich bessere Qualität in meiner Küche.

Ich orientiere mich gerne an anderen. Die Sparmethode des freien Schriftstellers Hayford Peirce (Foto: Wikipedia) fasziniert mich. Peirce kaufte 1987 Altria-Aktien. Er erbte Geld von seinen Eltern und wollte es gut anlegen. Er bevorzugte schöne Dividendenpapiere, weil er von den Ausschüttungen leben wollte.

Er stockte seine Tabak-Aktienposition jedes Mal auf, wenn es in den darauffolgenden Jahren zu kräftigen Kurskorrekturen kam. Das war 1988, 1991, 1996 und 1997 der Fall. Schließlich hatte er 11.000 Aktien angehäuft. Aus einem Investment von ursprünglich 145.074 Dollar reiften mit der Zeit 1,1 Millionen Dollar heran (im Kommentar auf dieser Website beschreibt er die Fakten). Allein die Dividende, die sein Altria-Paket abwirft, bringt ihm 49.000 Dollar jährlich ein.

Sie sollten nicht Ihr Geld aufs Sparbuch legen und hoffen, dass es mehr wird mit der Zeit. Das bringt nichts. Es ist gefährlich wegen der Inflation.

Fazit: Für Aktionäre ist die Zeit ein Freund und Motivator. Für Sparbuch-Besitzer ist die Zeit ein Feind.

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Anmerkung  von  dieter    geschrieben 28.03.2014     
Die Kunst ist es wohl, wen alle Angst haben,dann nachzukaufen.
Wen ich von der Aktie überzeugt bin,dann weiter drann bleiben.
Ob es die Firmen zb cola,pepsi,altie,mcd, in 40 Jahren noch geben wird?
Ich denke schon,aber keiner weis es genau.
Breit streuen,und simple Aktien kaufen.
Ich lese gerade das Buch " the rocket boys" von homer hickam.
Ein kleiner Junge,der in den 60 er Jahren Rakten baut,und Jahre später zur Nasa kommt.
Seine Mama hat vom Gehalt des Vaters,immer wieder einige Dollars in simple Aktien angelegt.
Sie konnte sich davon ein Haus kaufen,und ein Stipendium finanzieren. Seht euch den Film "october sky einfach mal an. Oder einfach das Buch lesen.

lg dieter

Anmerkung  von  Felix    geschrieben 29.03.2014     
Ich würde sagen, da hatte unser Schriftsteller Glück gehabt. Sein ganzes Vermögen in einer Aktie anzulegen ist Monopoly mit richtigem Geld.
Immerhin ist Altria auch das Malboro-Unternehmen und das hätte mit Schadensersatzklagen - gerade im seltsamen Rechtssystem der USA - auch gut ruiniert werden können. Zuviel Geld in eine Aktienposition anzulegen ist leichtsinnig. Es sind schon riesige Dampfer untergegangen. Ich habe keine Position, die auch wenn sie gut gelaufen ist mehr als 5% meines Depotwertes ausmacht.

Anmerkung  von  Stefan    geschrieben 29.03.2014     
Ich glaube Ben Bernanke hatte vor seiner Zeit als Fed-Chef auch sein gesamtes Vermögen in Altria Aktien stecken. Die galten/gelten jahrelang als Goldesel mit Renditen über 15 %...

Ich diversifiziere erst wenn ich genug Geld habe. Also 100.000 € aufwärts. Bis dahin hab ich kein Problem damit mehr als 10.000 € in eine Aktie zu stecken. Dann natürlich nur Blue Chip bzw. sicherer Dividenden-Aristokrat.

Warren hat privat glaube ich über eine Milliarde Dollar in zehn Unternehmen stecken...

Ich halte nichts davon 1.000 € in jedes Unternehmen zu stecken und dafür 100 Positionen zu haben. Da kann man ja gleich den Index kaufen.

Anmerkung  von  Martin    geschrieben 29.03.2014     
Website agnostic-investing.blogspot.com

Man kann mit 10 Positionen besser diversifiziert sein als jemand mit 100 Positionen.
Alles in Altria halte ich auch nicht für ein Vorbild. Nach den Spin-Offs konnte wenigstens nicht mehr alles durch Klagen wegfallen, aber dennoch wäre mir das zu riskant.

Übrigens für Deutsche wäre Altria auch nicht so attraktiv gewesen, da die spin-offs voll besteuert wurden, obgleich es sich nicht um eine Gewinnausschüttung handelt. Also ist das kein passendes Beispiel, leider. Wer macht denn solche Steuergesetze?

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 29.03.2014     
8% Rendite mit Berücksichtigung von "Crah"- Einkäufen...
Ist die Dividende reinvestiert oder verkonsumiert worden? (Altria hat so gut wie immer stark ausgeschüttet)

Es ist ne nette Summe und ne nette Ausschüttung, aber ich sehe keine große Leistung dahinter, außer dass das geerbte Vermögen "halbwegs sinnvoll" und stoisch angelegt worden ist.

Moralisch wieder fragwürdig, ein Vermögen mit der Schwäche und Dummheit von anderen Menschen aufzubauen, welche sich selbst Lungenkrebs mit stark erhöhter Wahrscheinlichkeit raussuchen...




Anmerkung  von  Tim    geschrieben 29.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Felix
Stimmt. Ein Risiko war bei der Tabak-Aktie da, obgleich es sich um ein riesiges Konglomerat handelte.

Ich sehe es anders: Viele Leute hätten das Erbe binnen eines Jahres komplett ausgegeben. Klamotten, neues Auto, Luxusurlaube, neues Haus/Apartment. Aus dem positiven Geldstrom (Dividenden) wäre schnell ein negativer Geldstrom (Hypothekenzinsen) geworden. Insofern war der Mann vernünftig.

Massenweise kommen Menschen nie auf einen grünen Zweig, weil sie Schulden anhäufen und konsumieren wie die Weltmeister - ein Leben lang.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 29.03.2014     
Die Frage ist, ob wir diese Massen von Menschen brauchen, die so viel konsumieren und wenig sparen...

Wenn alle nur noch sparsam und asketisch leben, geht es den Unternehmen schlechter.

Insofern nützt die finanzielle Unwissenheit von Großteilen der Bevölkerung einigen wenigen, welche das Prinzip von Zahlungsströmen verstanden haben.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 29.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

Hi Markus,

stimmt. Bis zu einem gewissen Grad. Wenn der Konsum und das Schuldenmachen Überhand nehmen, muss der Staat die Zeche zahlen (Hartz IV, faule Kredite, Finanzkrise, Altersarmut ...)

Ein Freund riet mir übrigens: "Schreib nicht über Value Investing und Buy and Hold. Das braucht keiner zu wissen. Je weniger es wissen, desto besser."

Anmerkung  von  Frank    geschrieben 30.03.2014     
Nur keine Angst Tim,
die Menschheit hat in der Regel kein Erkenntnis sondern ein Umsetzungsproblem.

Anmerkung  von  Lars    geschrieben 30.03.2014     
@ Frank
Ja, da gebe ich dir vollkommen recht.
Es liest sich alles so schön und hört sich auch plausibel an, nur Theorie und Praxis sind immer noch 2 paar verschiedene Schuhe...

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 30.03.2014     
Genau, die Überbewertung vom s&p (cape) interessiert auch niemanden mit hohem us-Anteil. ;-)

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Nobelpreisträger: Vielen Rentnern wird das Geld ausgehen

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New York, Dienstag, 25. März 2014

Ich sprach für das WirtschaftsBlatt mit Nobelpreisträger William Sharpe. Er rät, substanziell Vorsorge für das Alter zu treffen. Gerade an junge Menschen appelliert der 79-jährige, lieber etwas mehr zu sparen. Es liegt an der alternden Bevölkerung. Der Finanzwissenschaftler sagt: „Letztlich müssen Sie mehr sparen und länger arbeiten, als Sie es sich vermutlich wünschen und als es Ihre Eltern taten.“ Er rät, kostengünstige Indexfonds und Immobilien zu kaufen. Gleichwohl weist er auf die Risiken von Immobilien hin. Mit Blick auf das Sparen meint er, es sei wichtig die Kosten/Gebühren so gering wie möglich zu halten.

Wer hohe Risiken bei der Anlage eingehe (etwa mit Aktien), der habe die Chance hohe Renditen einzustreichen. Gleichwohl gebe es eine Kehrseite der Medaille: Es könne auch zu einer schlechten Rendite führen – wegen des erhöhten Risikos. Die Amis sagen dazu: "There is no such thing as a free lunch." Anders ausgedrückt: Nichts ist umsonst. Es handelt sich um eine Abwägung von Risiko und Rendite. (Bildschirmfoto von Youtube)

Meine Meinung dazu: Ich finde es unverantwortlich, dass unsere deutsche Regierung das Aktiensparen für die Rente nicht von der Steuer befreit. Berlin muss mehr für die eigenverantwortliche Rücklagenbildung seiner Bürger tun. Dazu sind steuerliche Anreize, wie es sie in den USA gibt, nötig. Wer vernünftig für die Rente vorsorgen möchte, wird in Deutschland vom Finanzamt bestraft. Aktien- und Indexsparen wird von vielen Politikern fälschlicherweise als Zockerei abgetan.

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Anmerkung  von  Fabian S.    geschrieben 25.03.2014     
Das liegt daran Tim, dass die Politiker total dumm sind!

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 26.03.2014     
ja, es ist deshalb wie in einem vorangegangenen Beitrag zu lesen, Eigenverantwortung jedes Einzelnen gefragt. Bis die Politik aufwacht (wenn sie denn überhaupt will) oder sich weiterbildet, sind längst schon wieder Millionen verarmt ohne es gemerkt zu haben. Wenn sich die Lage in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zuspitzen sollte, wird sowieso ein Umdenken einsetzen, in welche Richtung auch immer.

Es ist jedoch unverantwortlich sich blind zum Spielball der Politik und Regierung zu machen. Jeder hat das Recht selbst über sein Leben zu bestimmen und sich auch eine gewissen finanzielle Freiheit aufzubauen. Das Indexsparen z. B., seien wir Deutschen auch steuerlich benachteiligt kann trotzdem praktiziert werden und wäre ein Baustein für die Altersvorsorge. Es muss sich bloß erst mal eine Strömung in diese Richtung entwickeln, praktiziert werden. Je mehr diesen Weg trotz der aktuellen Benachteiligung gegenüber der USA gehen, desto mehr politisches Momentum könnte daraus auch entstehen und diesen Missstand mehr in den Fokus rücken um ihn letztlich zu überwinden.

Anmerkung  von  DERKRIGR    geschrieben 26.03.2014     
Nein @Fabian,

in diesem Fall liegt es daran, dass DU dumm bist - oder zumindestens die Zusammenhänge der "Demokratie" nicht begreifst.

Nenn mir EINEN sinnvollen Grund, warum die HEUTIGE Regierung mit ihren HEUTIGEN Verpflichtungen auf diese Steuern verzichten sollte? Es gibt schlicht keinen Grund dafür!

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 26.03.2014     
Auf Anbieterseite fallen bei amerikanischen Fonds bei Verkäufen von Positionen Steuern an, die dem Gesamtvermögen entnommen werden...

Es ist nicht alles amerikanische besser!

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 26.03.2014     
das Problem mit der Besteuerung ist aus meiner Sicht einfach so wie es Tim schon öfters geschrieben hat, es werden die eigenverantwortlich handelnden Menschen, die nicht dem Staat auf der Tasche liegen wollen damit bestraft um andere Lebemenschen (nicht nur) durchzufüttern bzw. sollte die Steuerlast dem Anlageziel angemessen sein. Altersvorsorge mit Aktien ist zu hoch besteuert, Punkt. Schließlich opfern diese Leute auch Dinge um das Vorsorgeziel zu erreichen. Bildlich steht bei Renteneintritt der Wegelagerer an der Ecke neben der Bank und lauert dem Sparer auf, der gerade seine Zusatzrente abgehoben hat, um erst mal tief in den Geldbeutel zu greifen und seinen Zoll zu verlangen. Ich weiß nicht was das mit Demokratie zu tun hat.

@Markus, die TER ist aber schon mal um ein Vielfaches niedriger (VOO z. B.), was sich langfristig deutlich bemerkbar macht, Steuern bei Realisierung hin oder her.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 26.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ DERKRIGR

Aufgabe der Politik ist es sich um das langfristige Wohl seiner Bürger zu kümmern. Eigene Interessen müssen dabei zurückgestellt werden.

Das Phänomen der alternden Gesellschaft ist wohl bekannt. Es handelt sich um eines der größten Herausforderungen der westlichen Welt.

Anmerkung  von  Felix    geschrieben 26.03.2014     
Dass Kapitalerträge zu versteuern sind, finde ich im Prinzip schon richtig. Frau Kladden, aus der Quant-dynastie und BMW-Hauptaktionärin, gilt als die reichste Frau Deutschlands. Sie erhält alleine von BMW pro Jahr etwas 60 Mio. EUR Dividende, ohne einen Finger zu rühren. Erarbeitet haben die Überschüsse die BMW-Arbeiter. Wenn da einer 100 € Lohnerhöhung erhält, bleiben ihm gerademal 50 € übrig (Progression). Frau Kladden zahlt dagegen nur 25 % Kapitalertragssteuer auf ihre 60 Mio. Schon das ist schwer zu vermitteln.

Anmerkung  von  de    geschrieben 26.03.2014     
Website dividelephant.wordpress.com

Hallo,

deswegen wäre eine progressive Kapitalertragssteuer durchaus sinnvoll. Man könnte zB Dividendenerträge bis (Hausnummer) 25.000 Euro/Jahr nicht besteuern, bis 50.000 €/a mit 5 %, etc. bis hin zu Dividendenerträgen wie von Frau Klatten, die dann ruhig auch mehr als 25 % berappen können.

Diese Gleichbehandlung vom Otto-Normal-Sparer mit Superreichen, finde ich auch unfair und auch schlecht.

Anmerkung  von  Couponschneider    geschrieben 26.03.2014     
Website couponschneider.blogspot.de

@de
Warum macht man nicht einen Schuh draus und hebt die Freibeträge der Einkommenssteuer radikal an. Und dann besteuert man Dividenden ganz normal wie einst nach dem Halbeinkünfteverfahren oder aber das Unternehmen zahlt die Dividenden aus dem Gewinn vor Steuern. Es gäbe einige Möglichkeiten.

Anmerkung  von  Stefan Müller    geschrieben 26.03.2014     
Hat jemand denn eine Partei in Deutschland, bei der man für diese Ideen ein Kreuzchen setzen könnte?

Mir ist keine bekannt. Die FDP stand 2009 dafür, hat aber in der Regierungsverantwortung dafür keinen Finger krumm gemacht und ist jetzt draußen.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 26.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Stefan
Mir fällt keine Partei ein.

In diesem Punkt (Altersvorsorge via Index, Fonds und Aktien) sind die Amerikaner Europa um Jahrzehnte voraus. Die steuerliche Förderung ist ein alter Hut in Washington.

Es wird in Deutschland genauso kommen. Nur dauert es halt leider sehr, sehr lange in Berlin. Die schlafen dort. Irgendwann werden die Bürger aufwachen und fragen, wie sie die Rente denn noch finanzieren sollen, wenn die Menschen 90 Jahre und älter werden. Riester war in meinen Augen ein Witz-Produkt, weil die Gebühren zu hoch sind und die Rendite fehlt.

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 27.03.2014     
es muss aus meiner Sicht einfach Macher geben, die trotz der schlechteren Bedingungen diese Möglichkeit vorrechnen und vorleben, um dann mittel- bis langfristig das Vertrauen in solche Anlagen interfamiliär, im Kollegenkreis schaffen bzw. wiederherzustellen. Erst wenn die schwachen Finanzprodukte von der breiten Masse entlarvt und nicht mehr gekauft werden, erst wenn Zocken nicht mehr automatisch mit Börse assoziiert wird, wenn das Gros der Leute aufgeklärter und eigenverantwortlicher handelt, ihr mühsam erspartes Geld intelligenter investiert, dann gibt es m. E. auch politisch Signalwirkung, aber einfach so, wozu, Geschäft läuft doch? Steuern in Milliardenhöhe können für Megaprojekte verballert werden, inkompetente Manager handeln fern ab von wirtschaftlicher Nachhaltigkeit. Die Leute leben einfach von Sekt und Selters, solange sie nicht alle auf der Straße rumlungern (müssen) wie in New York, wird sich keiner drum kümmern. Der Leidensdruck ist einfach noch zu gering.

Ich hatte heut morgen im Zug erst wieder ein Gespräch von zwei Tagelöhnern mitbekommen, wo der eine dem anderen 4,50 EUR für einen Lottoschein aus dem Kreuz geleiert und ihm die Werbung vorgelesen hat, was es für tolle Gewinne da gibt und das man doch mal wieder spielen sollte und so wurde der Skeptische überzeugt und hat bereitwillig seine Geldbörse für ein Luftschloss geöffnet..wieder mal.

Anmerkung  von  Sams974    geschrieben 27.03.2014     
Ha ha, ja so ist das mit den Spielen.
Was ist das Problem, wir werden in 20 Jahren auch Leute brauchen die die Scheißhäuser putzen, Inventurhilfe machen und "Freiwillig" in Kita´s mitarbeiten, sonst Hartz ähh Rentenkürzung....
Putzen halt irgendwann die 70jährigen..
In den Zeitungen werden Krokodilstränen rausgedrückt und alles geht weiter wie bisher. Ähnlich wie heute, ich glaube der "deutsche" Mensch hat noch genug zynische Reserven, bin da sehr hoffnungsvoll.
mfg

Anmerkung  von  Felix    geschrieben 27.03.2014     
Bei manchen Kommentaren glaube ich in einem anderen Land zu leben als der Kommentator. Verarmung, Elend uvm. als ob D ein 3. Weltland wäre.
Wer andere Länder bereist, wird wenige auf der Welt finden, wo es besser ist als hier.
Ich plädiere dafür die Kirche im Dorf zu lassen. Jedes Land hat so seine Kultur und Tradition. Nirgend ist alles gut und in D ist nicht alles schlecht.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 27.03.2014     
Website www.timschaefermdia.com

@ Felix

Deutschland ist eines der ältesten Länder der Welt (Durchschnittsalter der Bevölkerung). Es ist insofern hilfreich zu schauen, wie man den Wohlstand erhält, den unsere Mütter und Väter aufgebaut haben.

Gut, es geht nicht darum, jemandem Angst einzujagen. Aber wenn jemand mit Phantasie umschreibt, wie das in 30 Jahren aussehen könnte, wenn die Menschen nur Riester und Gesetzl. Rente haben, sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Es ist schlicht unverantwortlich sich dazu keine Gedanken zu machen. Wer etwas Vernunft walten lässt, meidet Konsumschulden, legt Geld zur Seite, nutzt vernünftige Anlagen (wie das Indexsparen). Der Staat sollte dabei behilflich sein. Steuern machen die Sache nicht einfacher, sondern das Problem der Altersarmut nur größer - allein schon, weil die Motivation zum Sparen fehlt.

Der Staat hat die Aufgabe seine Bürger zu schützen. Dafür ist ein Blick nach vorne nötig.

Nicht alles, was aus den USA kommt, ist erstrebenswert nach Deutschland zu importieren. Aber von einigen Dingen können wir Deutschen etwas lernen.

Anmerkung  von  Matthäus Piksa    geschrieben 27.03.2014     
Website www.welt-im-wandel.net

Ich frage mich gerade, wofür wir unsere Politiker eigentlich bezahlen? - Nachdem erst kürzlich die Transparenzvorschriften bezüglich der Nebeneinkünfte verschärft wurden, kam heraus, dass da manch einer sechsstellig hinzuverdient, neben der Diät natürlich.

Ich gönne es ihnen auch, nur lese ich auch die Nachrichten und Blogs und so weiter, und stelle vor dem Hintergrund der Europa-Reise Obamas fest:

1. Die USA haben die beste IT-Infrastruktur, die ihre Unternehmen in die Lage versetzt Gewinne zu erwirtschaften und uns auszuspionieren.
2. Das Rentensystem ist so ausgestaltet, dass es steuerlich Sinn macht in Produktivkapital zu investieren.
3. Die Finanzindustrie ist dominant. Die WallStreet kann uns nach Belieben up&downgraden. (Das ist wie im alten Rom: Daumen hoch oder runter, der Cesär/Kaiser entschied über Wohl und Wehe.)
4. Mit dem Fracking ist es den Amis gelungen, die Energieversorgung zu sichern und die Preise zu senken. Bei uns passiert das genaue Gegenteil. - Die EU-Leader haben Obama gefragt, ob die Amis das Gas nicht exportieren können, woraufhin Obama ihnen empfahl selbst zu fracken. Geht es noch erbärmlicher und peinlicher?
5. Sie haben ein starkes Militär und begegnen Bedrohungen entschlossen. Wir haben nichts vergleichbares und müssen auf ihre Unterstützung hoffen, wenn es knallt. Wer weiß, was der unberechenbare Putin noch so vorhat. Wahrscheinlich nichts, ich weiß. Aber der Kreml-Lenker lacht sich doch kaputt, wenn man bedenkt, dass führende Bundespolitiker (Gauck&vdLeyen&etc.) erst kürzlich von einer aktiveren deutschen Außenpolitik sprachen und jetzt im Hinblick auf die Krim-Krise feststellen müssen, dass das nicht umsetzbar ist. #Gasabhängigkeit
6. US-Treasuries dort, keine Euro-Bonds hierzulande. Folge: In wirtschaftlichen Schwächephasen kauft die Fed die eigenen Anleihen, es geht schneller wieder bergauf. Die EZB kann vergleichbares nicht machen, aktuell gibt es einen Kompetenzstreit zwischen dem Bundesverfassungsgericht, dem Europäischen Gerichtshof und der EZB, zu der Frage, was erlaubt ist und was nicht. Ausgang noch offen. - Ich bin für die Euro-Bonds, weil es ein weiterer Schritt zu mehr Integration ist. Das Problem der Haftung wird überschätzt: Wer sollte denn jemals in Europa einmarschieren, um sich das Geld zurückzuholen? Genau, es wird niemals so weit kommen, genauso wie es nicht dazu kommen wird, dass jemals irgendwer die USA für ihre hohe Verschuldung in Haftung nehmen wird.

Die Liste könnte man fortsetzen.

Sicherlich, warum die Amis ihre Studenten mit horrenden Studiengebühren ausnehmen, ist mir schleierhaft. Dass sie sich einen besseren Sozialstaat leisten können, merken sie gerade selbst, wenn auch relativ spät. #ObamaCare

Anmerkung  von  Felix    geschrieben 27.03.2014     
Um eines vornweg klarzustellen, ich bin ein Anhänger Amerikas und stimme der Liste von oben zu. Es gibt aber auch eine lange Problemliste bei die Amis:
1. Sie haben ein marodes öffentliches Bildungssytem.
2. dto. Infrastruktur
3. Eine seltsame Gewaltkultur
4. Das Rechtssytem scheint an einigen Stellen äußerst seltsam
5. Sie haben ein kompromissunfähiges Zweiparteiensystem
6. Alles, was dem öffentlichen Sektor zuzuordnen ist, scheint mir krass Unterfinanzierung.
7. Ähnlich wie die guten Bildungseinrichtungen quasi "unzählbar" sind, ist es auch das private Gesundheitssytem

Anmerkung  von  Stefan    geschrieben 28.03.2014     
@ Matthäus Piksa:

Super Beitrag! Du hast die entscheidenden Punkte gut zusammengefasst! Schön zu lesen so was.

Bin auch Amerika-Fan. Allerdings auch nicht blindlings. Einiges liegt auch über dem Teich im Argen. Die Staatsverschuldung ist die größte die es in der Geschichte der Welt je gegeben hat.

Was mich stark stört: das Beibehalten der Todesstrafe! Die USA befinden sich hier auf einer Liste mit Iran, China, Saudi-Arabien, Jemen, Sudan, Mauretanien usw usw...Find ich für ein derart modernes, aufgeklärtes, freies Land wie die USA eine Schande!

Dass Politiker so viel nebenher machen ist auch ein Skandal. Jeder Arbeitnehmer schuldet seine volle Arbeitskraft seinem Unternehmen. Er darf nicht ohne weiteres nebenher arbeiten. Die Politiker schulden uns Wählern auch ihre gesamte Arbeitskraft. Man hat teilweise den Eindruch die machen den Politiker-Job nebenher...Aufsichtsratpöstchen hier, Vortrag/Rede da...nebenbei noch die Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas eingefädelt und hinterher für den Pipeline-Betreiber arbeiten...

Ansonsten bin ich nicht sehr optimistisch, dass sich in Sachen Altersvorsorge was zum Besseren ändern wird. Die Aktie ist in den Augen der Deutschen etwas böses. Rechne eher mit einer höheren Abgeltungssteuer mittelfristig.

Dem Deutschen ist sein Häuschen und sein SUV plus zwei Mal in den Urlaub fahren wichtiger als sich übers Sparen fürs Alter verrückt zu machen.

Hab gerade gelesen, dass ein Europäische Sparbuch geplant ist. Mit Steuervorteilen! Haha, wenn der Deutsche meint 2 Mark 50 Steuern sparen zu können wird er eh blind...wird bestimmt ein voller Erfolg :-)


Anmerkung  von  Markus    geschrieben 28.03.2014     
@Matthäus

Was ist an der Aussage von Obama erbärmlich oder peinlich, dass wir selber fracking betreiben sollten?
Vor seinem eigenem Haus will der Exxon Ceo kein Fracking. (Gerne aber vor Leuten, die sich nicht so wehren können)
Abgesehen davon, dass das Chemikalien-Problem gelöst werden kann ist das nächste Problem die immense Wasserverschwendung.
Auch was das Thema Sand angeht, sollte mann mal nachdenken, das weltweit die Strände hops gehen und wir dafür leer stehende Immos z. B. in Spanien haben.

Ich finde eher peinlich, was das für eine Energiewende abgeben soll.

Das Vorbild USA:
- Geld ist wichtiger als die Natur
- getürkte Inflationsrechnung und Wirtschaftsdaten z. B. Inflation mal hedonistisch ab den 80ern

Anstelle der USA Brille oder irgendwelcher sonst hochgejubelter Staaten, sollten die Menschen eine Brille für die ganze Welt, auf und von der wir leben, aufsetzen.

Anmerkung  von  Matthäus Piksa    geschrieben 28.03.2014     
Website www.welt-im-wandel.net

@Felix

Es ist nicht alles perfekt.

@Stefan

Danke! Viele Congressmen sind Millionäre.

@Markus

Ich meinte nicht Obama, sondern die EU-Leader. Aber ich nehme es zurück, schließlich wird man ja wohl fragen dürfen, wenn der Hauptversorger Russland sich zu einer Bedrohung entwickelt bzw. zumindest unberechenbar wird. - Ich spiele damit auf die aktuelle Diskussion an, Öl&Gas aus den USA&Kanada zu importieren.

Anmerkung  von  Ulrich    geschrieben 28.03.2014     
Website www.valueblog.de

@dividelephant: Warum gerade bei den Kapitalerträgen nicht progressiv versteuert wird verstehe ich auch nicht.

Klares Geschenk für die Großen. Widerspricht auch dem Ansatz der privaten Vorsorge.

-
Generell denke ich, dass es nun einmal Fakt ist, dass die meisten Menschen nicht vorsorgen (manche können nicht, manche wollen nicht, manchen fehlt der Wille) sei dahingestellt. Das Gemeinwohl ist aber dennoch unter Druck, da auch die Verarmung ungeheure Kosten nach sich zieht.

Bin mir unsicher was besser ist. Vollkasko ist nicht die Lösung... vieles andere aber auch nicht :(

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 28.03.2014     
@Matthäus

Jeder von uns kann fast überall unsere vorgefasste Meinung mit Artikeln im Netz bestätigen...
Was Tatsache und was durch fremde Interessen verfälscht wird, ist oft schwierig als Laie zu verstehen...

Fracking soll angeblich ein Kurzfristhype sein... Ob es stimmt, oder ob es ne Falschmeldung ist...keine Ahnung...

Komplette Zusammenhänge zu verstehen, wo vieles aus dem Zusammenhang gerissen wird, ist oftmals nicht möglich.

Wir bilden auch nur noch Spezialisten aus, die andere Einflüsse gar nicht mehr wahrnehmen wollen und können.

Unabhängige und möglichst sachliche Informationsquellen wären wünschenswert. Kennt jemand welche?

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 28.03.2014     
Wenn der Artikel aus einer Ökotest stimmt, dass ein hochrangiger Klimawissenschaftler vor dem Kongress von einem durch Exxon bezahlten professionellem Redner diskreditiert wird... und der Kongress im Sinne von Exxon und nicht der langfristigen Interessen der Bevölkerung entscheidet...

Öffentlichen Diskreditierungen & unterschwellige Drohungen gegen seine Familie und Kariere...

Ich bin kein radikaler Öko, aber solche Methoden lassen mich nur noch an seriöser Politik für die Bevölkerung (ver)zweifeln.

Finanzzeitschriften, wo der Verleger mehrfach Kleinanleger geprellt hat, und das Imperium des Verlegers wird durch nen Online Broker erweitert und immer weiter vergrößert...

Anmerkung  von  Felix    geschrieben 28.03.2014     
Was Amerika so einzigartig macht, sind natürlich auch die exzellenten Unternehmen. Wenn man sich anschaut, wie viele Weltkonzerne binnen 20 Jahre rund um das Internet in den USA entstanden sind, dann muss man neidlos anerkennen: So etwas gibt es in keine zweiten Land auf diesem Planeten.
Die EU ist gut darin sterbende Industrien zu subventionieren, aber Innovation, Unternehmertum, Risikofreude damit können die Brüssler Bürokraten nichts anfangen, das gedeiht auf dem freien Markt, eben in den USA.
Und so werden allen Unkenrufen zum Trotz auch in diesem Jahrhundert die USA die führende Welt- und Wirtschaftsmacht bleiben.
Das sollte man bei seinen Investitionsentscheidungen berücksichtigen; dementsprechend halte 2/3 meiner Aktienanteile in US-Unternehmen.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 28.03.2014     
@Felix

Die Bürokratie ist wirklich schlimm.
Auch der Spruch, dass Deutschland ein Land vieler Angsthasen ist, enthält schon ein paar Funken Wahrheit.

Allerdings ist unsere Industrie und Exportwirtschaft sehr stark. Es gibt sehr viele positive Dinge auch bei uns!

Ob Amerika nun Weltmacht bleibt, darüber kann man nur spekulieren...

Nach BIP-Daten und Kaufkraftparitäten dürfte ein US-Depotanteil rein wissenschaftlich nicht so hoch sein.
Behaupten zumindest ein paar Nobelpreisträger und komische Käuze von Elite-Unis...

Allerdings kann man sicherlich auch gute reale Renditen mit US-Aktien schaffen.

Anmerkung  von  Matthäus Piksa    geschrieben 01.04.2014     
Website www.welt-im-wandel.net

@Tim+alle

Noch ein Nachtrag zu meinem obigen post und der Idee mit den Euro-Bonds, die nicht neu ist.

Ich las heute in der Zeitung, dass die Inflationsrate in der Euro-Zone mittlerweile bei 0,5% angekommen ist. In Deutschland, Immo-Blase im urbanen Raum hin oder her, liegt sie aktuell auch deutlich unter 2%. - Selbst in den USA liegt die Inflationsrate schon längere Zeit unter 2%. Trotz all den QE-Maßnahmen. Die vergleichsweise niedrigen Energiepreise tun hier ihr Übriges.

Rein von der Inflationsrate her wäre also noch Luft für weitere Maßnahmen bzw. eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik.

Die Euro-Bonds könnten für den Euro-Raum also von Vorteil sein, auch wenn sie so ausgestaltet sein müssten, dass Deutschland nicht drauf zahlt... Daran scheitert die ganze Geschichte derzeit wohl. Gut fand ich übrigens Joschka Fischers Vorschlag in einer Rede, Polen sollte dem Euro-Raum beitreten. Es wäre ein Zeichen der Stabilität und des Vertrauens, das im Hinblick auf Russland mehr bringen würde als jede Sanktion. Davon mal abgesehen, zurück zu den Euro-Bonds: Angesichts einer Rekord-Beschäftigungsquote, Rekord-Steuereinnahmen, Milliarden-Überschüssen in den Sozialkassen, einer angepeilten Schwarzen Null für das Haushaltsjahr 2015 etc. müssten Vorschläge für eine weitergehende, vertiefte europäische Integration eher aus den Problem-Ländern kommen... Spanien, Griechenland usw. - Ich seh da allerdings nichts... auch wenn ich mich zugegebener Maßen nicht verbissen mit dem Thema auseinandersetze.

Ein paar Gedanken von mir.

Gruß Matthäus

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Yoga für den Börsenerfolg

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New York, Montag, 24. März 2014

Nach fünf Jahren Dauerrallye werden Anleger etwas nervöser. Insbesondere die Börsenlieblinge verlieren kräftig. Facebook, Netflix, Tesla. Tief im Minus stehen an diesem Montag massenweise Internet- und Biotechtitel. Ob das der Beginn einer Korrektur ist oder gar ein Crash werden könnte? Keine Ahnung. Das weiß NIEMAND.

Wie sparen Sie am besten an der Börse? Das ist nicht so einfach zu skizzieren. Natürlich besteht eine gute Möglichkeit darin, regelmässig einen Indexfonds zu kaufen. Legen Sie 200 Euro im Monat für 40 Jahre zurück, kommt ein schönes Sümmchen zusammen. Ich unterstelle jetzt Mal eine Verzinsung von 6,5 Prozent (obgleich an der Börse im langen Schnitt fast zehn Prozent drin sind). Dann befinden sich zum Ruhestandsbeginn 430.000 Euro im Depot. Nicht schlecht. Das regelmässige Sparen kombiniert mit dem Zinseszins macht es möglich.

Eine andere Möglichkeit ist es, jedes Mal dann Aktien zu kaufen, wenn die Börse gerade nach unten rutscht bzw. am Boden liegt. Das ist aber nicht so einfach. Das Timing bekommt kaum jemand so recht hin. Und in der Zwischenzeit muss das Geld auf einem Festgeldkonto mit einer lausigen Verzinsung ruhen. Kommt es tatsächlich zum Crash, stellt sich diese Frage: Haben Sie wirklich den Mut, einzusteigen? Das ist die entscheidende Frage. Ein weiterer Knackpunkt: Es kann ewig lange dauern, bis die Börse abstürzt.

Ich bin daher eher ein Fan des regelmässigen Sparens. Hierbei können Sie selbstverständlich Akzente setzen - eben mehr Aktien während der Korrektur kaufen.

Grundsätzlich ist es ein Riesenproblem unten zu kaufen, weil unser Gehirn so programmiert ist, oben zu kaufen. Wenn Euphorie an der Börse herrscht, ist die Meute entzückt und greift zu. Fliegen die Fetzen, rennt die Meute davon.

Am besten können Sie die Gefühle ausschalten, wenn Sie einen automatischen Aktien- bzw. Indexkaufplan haben. Monat für Monat zu kaufen, wird sich auf Jahrzehnte hinweg auszahlen. Damit entfällt das Phänomen, dass wir gerne auf Basis von Informationen Aktien traden. Kommt etwas Neues über das Unternehmen XY in einem Börsenkanal, wollen wir die Info gleich nutzen, indem wir eine Order aufgeben. Tagesmeldungen mitsamt den Kursschwankungen werden völlig überschätzt.

Es entscheidet über den Börsenerfolg nicht (nur) die Information, sondern unsere mentale Verfassung, unsere Gefühle, unsere Stimmung.

In einer Zeit der Informationsexplosion wird der Börsenerfolg immer schwieriger. Die Aktivität an der Börse explodiert, was brisant für den Privatanleger ist. Denn Geduld ist ein wichtiger Faktor für eine positive Rendite. Behalten Sie Qualitätsaktien im Idealfall mindestens zehn Jahre lang. Eigentlich ist Geduld für die meisten Assets empfehlenswert. Das gilt für begehrte Kunst, außergewöhnliche Schmuckstücke, rare Antikmöbel, Wohnungen in guten Lagen, Grundstücke...

Ein befreundeter Anwalt sagte mir vor dem Immobilienkauf: „Verspreche mir, dass Du Deine Wohnung mindestens fünf Jahr behältst, sonst mache es besser nicht.“

Ihre Aktivität in den Griff zu bekommen, ist das A+O. Schalten Sie den TV aus oder machen Sie einen langen Spaziergang, um Ruhe zu finden. In hektischen Zeiten kann das helfen. Vor allem Yoga scheint sich auszuzahlen. George Soros setzt jedenfalls darauf.

Übrigens liebt Soros den Sport. Er hat in ein feines Fitnessstudio in New York investiert, wo er selbst trainiert. Kein Wunder, dass der 82-jährige körperlich und mental so fit geblieben ist.

Ähnlich macht das Warren Buffett. Der Milliardär hat einen Sportraum in seinem Haus in Omaha. Mit einem Fitness-Trainer arbeitet Buffett mehrmals die Woche zusammen.

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Anmerkung  von  Couponschneider    geschrieben 25.03.2014     
Website couponschneider.blogspot.de

Entgegen meiner Anlagephilosophie habe ich letzte Woche nicht wenige Anteile veräußert. Mit ein bisschen Cash auf dem Giro-Konto sehe ich Kursabstürze locker entgegen.


Anmerkung  von  Tino    geschrieben 25.03.2014     
meine Aktien sind (zum Glück) alle gestiegen, keine Spur von Korrektur oder fundamentaler Angst. Börsennachrichten, vor allem die plakative trägt immer zu meiner Belustigung bei, nach dem Motto "Wo schwingt heute wieder das Pendel des Todes hin, na!? Sie wissen es nicht, wir geben Auskunft!", "Der Dax ist massiv abgestürzt, wann endet die Talfahrt?" Das sind Schlagzeilen im Stunden- oder Tagestakt die auf einen einprasseln, wenn man sich das alles gibt. Ich frag mich dann immer, woher bekommen die diese Informationen, macht es Spaß sich solche Kurzgeschichten mit simplen Spannungsbogen auszudenken oder haben die komplett den Verstand verloren?

Bei Recherche filtere ich diese Infos der bunten Presse schon beinahe automatisch. Hype-Aktien interessieren mich nicht die Bohne, wozu der Herde hinterher laufen. Der nächste IT-Hype kommt vielleicht mit der Candy-Crush-Aktie. Meine Prognose, die Aktie werden selbst Leute kaufen, die vorher maximal einen Kinofilm über Aktien gesehen haben. Der Markt bietet immer Schnäppchen die keinen interessieren, die gerade einen Unfall hatten, in politische Wirren verstrickt waren, "schmutzige" oder langweilige Sachen machen und trotzdem hochprofitabel arbeiten und einen dauerhaften Kundenkreis haben.

Bin natürlich trotzdem immer gespannt wie sich die Börse entwickelt und damit meine eigenen Werte, nur entspannt und ohne Hellseherei. Wo ich auch mal erstaunt und belustigt zugleich war, war eine Werbung von einem Tradingportal, die in ihrer Softwareoberfläche so einen grünen und roten Knopf für buy und sell eingebaut haben. Bildlich ist mir da der Schleudersitz in einem Düsenjet eingefallen. Da soll es dann auch solche Mehrfenstersichten geben, wo man mehrere Kurse in Echtzeit gleichzeitig verfolgt und wie John Wayne den Finger am Abzug, einfach nur super, haha :)) Kein Wunder das es so beliebt ist, vgl. einarmiger Bandit.

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Wie Sie gute Anlageprofis finden

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New York, Sonntag, 23. März 2014

Was entscheidet über den Erfolg von Profianlegern? Kurz ist die Antwort: Welche Anlagen sie auswählen. Wann sie einsteigen. Welche Strategie sie fahren. Intelligenz, Glück, Zufälle. Logisch! All das leuchtet ein.

Aber es gibt ganz simple Dinge wie Gebühren, Gehälter, Verwaltungskosten, die ebenso verdammt wichtig sind. Sind diese Kosten moderat bis billig, fällt oft die Rendite im langen Schnitt viel höher aus. Das macht Sinn. Denn die Kosten werden den Assets entnommen, das Geld fehlt am Ende des Tages dem Kunden.

Ein weiterer Kostenblock sind die Tradingkosten. Etliche Fondsmanager halten nicht mal mehr ein Jahr lang an ihren Positionen fest. Aber je mehr getradet wird, desto mehr Kosten fallen an – die Gebühren werden den Assets entnommen. Es bleibt also weniger für den Anleger.

Das „Wall Street Journal“ schrieb: „Die erste und wichtigste Regel, um Investmentfonds zu finden: Nehmen Sie Fonds, die am wenigsten berechnen.“

Klar gibt es Ausnahmen. Und klar, haben die Profis etliche Vorteile gegenüber Privatanlegern. Wir können alle meckern über zu hohe Gebühren, wie wir wollen. Die Profis haben Vorteile. Ich habe noch nie davon gehört, dass ein solider, großer Fonds das gesamte Vermögen verspielt hat. Von Privatanlegern höre ich das immer wieder. Insofern erfüllen Fondsmanager, auch wenn sie teuer sind, durchaus einen positiven Zweck. Das Vermögen wird erhalten und langfristig gesteigert.

Die „New York Times“ beschrieb den Vermögensverwalter Harold J. Bowen III, der seit Jahrzehnten den Index übertrifft. Bowen (52) verlangt sehr, sehr niedrige Gebühren und tradet die Aktienpositionen extrem selten. Anders ausgedrückt: Er ist ein Gebührensparer und Langfristanleger, der nach dem Prinzip des Value Investings vorgeht. Die Polizisten und Feuerwehrleute in Tampa sind von ihm hellauf begeistert, verwaltet er doch ihre Pensionen. Und das macht er sehr geschickt.

Fazit: Niedrige Gebühren, geringe Kostenstrukturen sind von Vorteil. Eine langfristige Strategie ebenso. Aber es gibt selbstverständlich Ausnahmen.

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Anmerkung  von  Felix    geschrieben 23.03.2014     
Genau genommen sind Investmentfonds, wenn sie gut gemanagt sind, hervorragende Instrumente, um Vermögen aufzubauen:
- Ein Profi kümmert sich hauptberuflich um das Geld. Viele Privatanleger haben weder die Zeit, noch die Kenntnisse (von den Lesern des Blogs abgesehen natürlich), um fundierte Anlageentscheidungen treffen zu können.
- Auch mit kleinen Beträgen wird das Geld weltweit angelegt und gestreut. Wer weiß schon über den hinterasiatischen Aktienmarkt Bescheid.

Die Hauptnachteile sind m.E. nicht nur die Gebühren, sondern die Frage welchen Fonds nehme ich. Angeblich gibt es inzwischen mehr Fonds als Aktien. Also auch da stellt sich die Qualitätätsfrage und das Problem der richtigen Wahl.

Ich zahle gerne Gebühren, wenn die Leistung stimmt. Leider weiß man das aber immer erst im Nachhinein. Und dann ist es meist zu spät. Zeit, die man in falschen Anlage verbracht hat, kann man nicht zurückholen.
Ich habe beides, Fonds und eigenes Aktiendepot. Es ist interessant zu beobachten, wie mal das eine, mal das andere vorne liegt. In der Summe sind die Unterschiede nicht groß. Fonds nehme ich dort, wo ich mich nicht auskenne. Bei Unternehmensanleihen, bei SmallCaps, in Schwellenländern.

Anmerkung  von  Thomas D. S.     geschrieben 23.03.2014     
zu Felix:

"Die meisten Anleger haben keine Zeit, ..."

Keine Zeit zu haben, ist nichts als eine Ausrede. Jeder Mensch hat die gleiche Zeit zur Verfügung. Nämlich 24 Stunden pro Tag. Es kommt nur darauf an, wie man seine Prioritäten setzt. Was ist mir wichtiger? Meine Finanzen oder ein Fußballspiel im TV? Entscheide ich mich für TV, räume ich dem mehr Bedeutung ein und ordne meine Finanzen unter.

Keine Zeit zu haben, stimmt nicht.

Anmerkung  von  Fritz    geschrieben 23.03.2014     
@Thomas D. S.

Ich habe drei Kinder. Ich habe definitiv weniger Zeit als andere!

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 24.03.2014     
Geht mir genauso Fritz ;), aber ich verzichte lieber mal auf das "Fußballspiel" (ja dafür wäre abends auch Zeit..) und recherchiere ein Unternehmen, einen Sektor. Durch das Internet macht mir das auch Spaß, da man immer wieder neue Querverbindungen, Zusatzinformationen findet, die langsam ein vollständiges Bild formen. Ich schreibe mir dann sog. "Stories" auf, die z. B. sich um ein Produkt oder eine Branche drehen und sammle dann das Für und Wider um am Ende evtl. eine Investition zu tätigen.

Fonds vertraue ich nur stark eingeschränkt. Die außergewöhnlich guten leben auch vom aktuellen Manager. Ist dieser kurz vor dem Ruhestand oder ein Ausstieg absehbar, würde ich die Finger davon lassen. Intransparent sind mir auch die interne Organisation von Fondsgesellschaften. Was passiert wenn der Fonds-Manager Druck von irgendeiner Seite bekommt, sich von einer Klasse bestimmter Anlagen verabschieden muss, die eigentlich den Kernerfolg des Fonds ausmachen? Das fühle ich mich zu sehr als fremdgesteuerter Spielball.

Wenn dann nur einen schnöden Indexfond mit niedrigsten Gebühren oder wo absehbar ist, dass ein großartiger Fondsmanager noch 10 oder mehr Jahre weitermacht. Lynch war so ein konträres Arbeitstier, der sich über 1000 Aktien in seinen Fond geladen hat, die u.a. unspektakulär, unpopulär, profitabel, klein waren, das was die Masse der Fondsmanager nicht tun, wo aber auch die großen Wachstumspotenziale und eine genügende Absicherung durch große Streuung liegen. Bei Fondsmanagern gibt es leider auch viele Herdentiere und denen sollte man lieber nicht hinterher laufen.

Ansonsten sehe ich immer die Möglichkeit für Privatinvestoren ohne größeres Risiko in stabile, große Unternehmen zu investieren, ohne das ein Berater notwendig wäre, der sich nur seinen Teil von der Rendite abzwackt.

Anmerkung  von  Florian Kling    geschrieben 24.03.2014     
Website blog.aktienfreunde.net/blog

Am Anfang meiner Investmentzeit habe ich viel zu viel Zeit darauf verwandt zu versuchen einfach alles über ein mögliches investment herauszufinden. Je länger man aber gräbt, desto mehr stellt man fest das keiner die Zukunft vorhersagen kann - und sich besonder die Analysten immer und immer wieder widersprechen.

Seit mich meine persönliche fundamentalinvestor-Strategie gefunden habe und nach einer gewissen Einarbeitungszeit benötige ich inzwischen nur noch sehr sehr wenig Zeit um mich um meine Anlagen zu kümmern. Ich brauche keine Börsenticker, keine Aktienbriefe oder Zeitungen und schon garnicht die Analysen zur politischen Börse. Wenn ich auf die Indexe in den Nachrichten schaue reicht das aus - wenn sie steigen freue ich mich mit, und wenn sie fallen werde ich bestärkt wie wichtig das lange halten der Papiere ist. Alle paar Monate justiere ich dann mal wieder neu, prüfe die fundamentalen Kennzahlen und sortiere neu angespartes Geld in neue Chancen an - es ist toll ganz ohne Stress und Hypes an den Märkten teilzuhaben. Und ich schlafe besser als wenn ich wüsste, dass mein Geld auf dem Konto jeden Tag von der Inflation weiter verbrennt.

p.s.: Kann es sein, dass mit jedem Kommentar der Verifizierungscode schwieriger zu berechnen ist ? :-) das hilft mir meine Kopfrechenkünste wieder in Schwung zu bringen

Anmerkung  von  Couponschneider    geschrieben 25.03.2014     
Website couponschneider.blogspot.de

Ich sehe jeden Morgen einen guten Anleger im Spiegel. :-)

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 25.03.2014     
Man sollte sich immer eine eigene Meinung bilden, mit gesundem Menschenverstand. Sog. Analysten wetten meistens auch nur. Der Begriff Analyst an sich schon stört mich, weil er immer so eine hohe Qualifikation unterstellt, die gar nicht gegeben sein muss bzw. nicht im Verhältnis mit der nicht wissenschaftlichen Bewertung von Aktien steht. Anleger können dadurch sehr schnell in die Irre geführt werden und werden es sicher auch.

Für mich ist besonders wichtig die Unternehmen zu kennen in die ich investiere, was stellen die her, welche Lieferanten gibt es, wieviel verkaufen die von dem Zeug? Wer konkurriert mit denen? Gibt es einen konstant hohen ROE, ROA? Werden Aktien verwässert? Gibt es eine Dividende und wie hoch? Wo investiert das Unternehmen und für was und wieviel? usw. also ein ganz natürliches Interesse vor einem Kauf.

Anmerkung  von  Olaf    geschrieben 25.03.2014     
Hallo,

hohe Tradingkosten gerade bei Fonds sind mir auch ein Dorn im Auge sodaß ich kaum noch Fonds als Anlagestrategie wähle.
Ich setze lieber auf Einzeltitel oder ETFs und eine Bank, die mir das Handeln zu günstigen Konditionen ermöglicht.
Gute Wissensquellen, wie u.a. diese Internetseite, u.a. sowie die ein oder andere gute Börsenzeitung lese ich schon interessehalber. Manchmal lassen sich gute Überlegungen mit ein sein "Börsengesamtbild" einfliessen lassen. Gesunder Menschenverstand und das Lesen von Fundamentaldaten und etwas Chart-Technik kann nicht schaden um sich für die ein odere andere Anlage zu entscheiden.

Grüße
Olaf

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Sparen und Investieren: Übernehmen Sie Verantwortung

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New York, Donnerstag, 20. März 2014

Mir geht es im Blog darum, dass Sie sich um eine vernünftige Altersvorsorge kümmern. Denken Sie dabei an die Inflation. Mir sagte jemand, sein Ziel seien 100.000 Euro für den Ruhestand im Depot zu haben. Das ist nicht schlecht. Es klingt gut. Aber es ist nicht viel. Denken Sie daran, in 20 Jahren sind 100.000 Euro nicht mehr das, was sie mal vor einiger Zeit wert waren. Die Inflation nagt unentwegt am Ersparten.

In den USA besteht die Millionärsschicht oftmals aus Familien aus der höheren Mittelschicht, die einen Lebensstil verfolgen, der dem Value-Stil gleichkommt. Sie sind sparsam, sie legen ihre Taler an der Börse langfristig an. Sie fahren alte Autos, verzichten auf Luxusurlaube, essen Reis mit Bohnen, das alte Brot fliegt nicht gleich in den Müll, kurzum sie sind finanziell vernünftig.

Ausreichend Geld im Depot zu haben ist diesen Menschen wichtiger, als ein neues Auto vor der Haustüre. Für sie ist das wie ein imaginärer Urlaub, den sie jeden Tag genießen können, wenn im Depot ausreichend Kohle schlummert. Es geht diesen Menschen darum, Verantwortung für sich zu übernehmen, Weitsicht zu zeigen. Niemand braucht geizig zu sein, das Leben nicht zu genießen – es kommt im Endeffekt auf einen ausgewogenen Lebensstil an. Meine Helden sind jene, die unterhalb ihrer Verhältnisse leben und umsichtig sind. Ja, ich weiß, in einer Konsumgesellschaft ist das nicht leicht.

Sparen Sie lieber heute etwas mehr. Es ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. Rühren Sie das Ersparte nach Möglichkeit nie an. Selbst wenn Sie arbeitslos oder krank werden oder ein anderes Problem Sie heimsucht, sollte Sie das Depot für die Rente im Idealfall nicht anrühren. (Ich weiß, das ist einfacher gesagt, als getan.)

Seien Sie mutig im Umgang mit Aktien. Im langen Schnitt sind knapp zehn Prozent zu holen mit einem Index wie dem S&P oder DAX. Selbst ein paar Horrorjahre wie 1980, 2000 oder 2007 sind in dem Zehn-Prozent-Szenario mit dabei.

OK, sind wir knochenkonservativ: Angenommen, Sie werden künftig nur sieben bis acht Prozent Rendite per annum mit dem DAX erzielen können. Dann ist das noch immer sehr rentierlich.

Setzen Sie am besten gleich auf mehrere Einkommensströme. Auf die Gesetzliche Rente, auf Dividendenzahlungen, womöglich auf eine abbezahlte Eigentumswohnung und andere Sparanlagen.

Die Deutschen haben den Großteil Ihres Geldvermögens bei Banken und Sparkassen gebunkert. Es handelt sich um Sicht-, Termin- und Spareinlagen. Im Umkehrschluss bedeutet das im langen Schnitt weniger Rendite als mit Aktien. Ich glaube, hier fehlt den Deutschen ein wenig der Optimismus, der Mut, die Zuversicht. Produktivkapital ist etwas herrliches.

Überhaupt kein Verständnis habe ich für diejenigen im Konsumrausch, die noch die Frechheit haben sich zu beklagen, wie schwierig es ist fürs Alter vorzusorgen. Diese Leute machen gerne die Regierung, den Arbeitgeber usw. für ihre Misere verantwortlich, aber nicht sich selbst. Die Lebemenschen geben ihr gesamtes Einkommen für Konsum aus und werden es mit hoher Wahrscheinlichkeit eines Tages bereuen. Kaum kommt das Gehalt aufs Konto, rieselt es wie Staub durch deren Hände. Glücklich sind sie nicht wirklich nach meinem Dafürhalten, der Konsumrausch kann eine Maske sein.

Ich habe lieber die Freiheit entscheiden zu können, wie lange ich arbeite. Ich finde es erschreckend, Leute zu erleben, die mit 70 oder 80 noch Regale im Supermarkt auffüllen, weil ihnen das Geld nicht reicht.

Denken Sie über die Spieler nach. Ausgesorgt haben selten jene, die Haus und Hof für eine heiße Wette aufs Spiel setzen. Nein. Selbst wenn sie einmal goldrichtig liegen mit einer Wette, sie können es einfach nicht lassen. Sie sind Spielernaturen. Dieses Leben mit den Risiken kann nicht entspannend sein, glaube ich.

Um ein schönes Polster für die Rente anzusparen, brauchen Sie kein Großverdiener zu sein. Es ist in kleinen Schritten möglich. Fangen Sie früh mit dem Aktiensparen an. Diversifizieren Sie. Achten Sie auf die Nebenkosten. Behalten Sie Ihren Konsum im Griff. Mit der richtigen Einstellung kommen Sie weiter.

Ich traf vor einiger Zeit eine Mitarbeiterin der US-Börsenaufsicht SEC. Sie sagte, es sei wichtig die Anlagenebenkosten zu überwachen, die erwartete Rendite, das Risiko. Gleichzeitig riet sie, extrem vorsichtig bei der Geldanlage generell zu sein. Sie warnte vor Finanz-Betrügern. Gerade ältere Männer geraten häufig ins Visier von Schwindlern. Lassen Sie sich nicht einen Bären aufbinden. Lassen Sie sich nicht zu viel Rendite versprechen. Seien Sie skeptisch, vorsichtig. Investieren Sie nur in ein Produkt, das Sie verstehen bzw. kennen. Ein gesundes Misstrauen gegenüber Personen, die Sie nicht kennen, ist bei der Geldanlage ratsam.

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Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 20.03.2014     
Ja, das ist das A&O. Im Alter würdelos von ein paar Almosen zu leben, das wäre mein Horror.

Der mit dem 100.000 Euro im Depot...

Das denkt man ja alles nach heutigen Maßstäben und Kaufkraft. Wenn das Depot nach jetziger Kaufkraft vielleicht 6% abwirft, dann er im Monat 500 Euro Zubrot zur Rente. Das ist doch nicht schlecht.
Bis es soweit ist, inflationiert ja auch das Guthaben bis dahin entsprechend mit.
Anfang der 90er Jahre war ich so 35 Jahre alt, und hatte ein paar Mark Notreserve. Damals gab es so 8% für Bundesschatzbriefe und Festgelder und so Zeug. Da habe ich immer geträumt, wie sagenhaft (und mir schier unvorstellbar) es wäre, wenn ich als Rentner 100.000 Mark als Festgeldanlage hätte. Damals wären 8.000 Mark Zinseinkünfte ein super Luxus gewesen für mich. Das hätte 2 Urlaube, Unterhalt fürs Auto, paar nette Spielereien usw. aus Zinseinkünften bedeutet. Einfach traumhaft.
Jetzt bin ich noch lange nicht in Rente und habe 100.000 Euro längst hinter mir gelassen. Fazit, ein Ziel haben, es verfolgen und sich nicht wundern wenn man es erreicht. ;-)

MS

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 20.03.2014     
ja, hohe Ziele stecken um kleinere zu erreichen, es funktioniert aus eigener Erfahrung. Es ist erstaunlich was man mit einem Ziel vor Augen alles leisten kann. Habe mich da auch schon oft selbst überrascht ;)

Wenn ich damals so alt gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich die tollen Zinssätze bereits genutzt. Als Teenager hatte aber andere Sorgen :)

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 20.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

In New York sehe ich, wie die Zahl der Obdachlosen explodiert:
http://www.nydailynews.com/new-york/uptown/homeless-rate-alarming-14-manhattan-article-1.1719707
Die Stadtverwaltung der Millionenmetropole hat eine Insel eingerichtet, wo die Armen leben können.

Auf dem Blog von Markos http://finanzielle-freiheit-dividende-blog.de habe ich ein trauriges YouTube-Video entdeckt über die Altersarmut in Deutschland:

Anmerkung  von  Friedrich    geschrieben 21.03.2014     
Das mit den Zielen kann ich nur bestätigen.
Man sollte sich ein monatliches Sparziel setzen und auch die jährlichen/monatlichen Renditen immer im Blick haben.

Zur Altersvorsorge.
Ich hatte vor einigen Monaten einen Termin bei der Deutschen Rentenversicherung, weil ich was nachfragen wollte.
Die Beraterin war erstaunt wie gut ich mich auskenne und noch mehr darüber, dass ich mir in meinem Alter darüber gedanken mache.
"Jemand in ihrem Alter kommt hier nur ganz selten vorbei".
Nachdem ich die Rentenberechnung mit Ihr zusammen nachgerechnet hatte, hat sie mir noch einen Termin zum Intensivgespräch zur Altersvorsorge empfohlen.
Da ging ich auch hin. Das war seh interessant, wobei der Typ wirklich ne lahme Ente war.
Das wichtigste was für mich dabei rauskam.
Für mich lohnt sich weder Riester noch Rürup-Rente (Basisrente)!!!
Noch was war sehr interessant.
Wenn man die Rentenlücke berechnet hat, dann gibt es eine Faustformel, welche in meinen Augen durchaus Sinn macht!

Pro 100Euro Rente sollten 25.000 bis 30.000Euro an Deckungskapital vorhanden sein.
Das entspricht einer Rendite von 4,00 bis 4,80%.

Wie viel Kapital man zu Rentenbeginn benötigt kann sich jetzt jeder selbst ausrechen.

Gruß Friedrich

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 21.03.2014     
im Video ist auch die Tragik unverschuldeter Armut durch Krankheit bzw. durch Schicksalsschläge zu sehen. Bei dem alten Ehepaar liegt das mit an der einseitigen Einkommensverteilung bzw. einfach an den immensen Kosten für Pflege die wohl auch ein Depot schnell aufzehren können, wenn dadurch keine Zusatzleistungen vom Staat in Anspruch genommen werden könnten, kenne mich da nicht aus. Die Vorsorge wurde aber wahrscheinlich auch nur sehr konservativ mit Sparbuch gemacht, der Mann hätte da wahrscheinlich eine Absicherung aufbauen können, aber reine Spekulation, wird ja nicht konkret drauf eingegangen. Und dann auch noch der Sohn, der seiner Mutter vielleicht noch wenigstens den Traum hätte erfüllen können..

Bei der jüngeren Frau ist es der oft genannte Lebemensch, sich reich beschenken lassen hat, überschwenglich konsumierte und dann das Gejammer wegen Forderungen der Bank, die einfach nur ihr Geld zurückhaben wollen, eindeutig massive Bildungslücke und jahrzehntelange Abhängigkeit von anderen. Die Einstellung wurde anscheinend auch an die Kinder weitergegeben, was umso tragischer ist.

Der nimmermüde Mann mit seinen Bildern und dem Rückenleiden hat mir am meisten leid getan. Seine ständigen Bemühungen auf dem Arbeitsmarkt, die Notwendigkeit wieder in Ausbildung zu gehen um seinen einstigen Nebenjob ausüben zu können, wirklich sehr traurig. Zumal er auch noch in der Finanzbranche tätig war und dadurch evtl. bessere Voraussetzungen gehabt hätte.

Mein Fazit daraus, es ist nicht alles planbar, aber Risikominimierung ist anzustreben bzw. frühzeitige Vorsorge.

Die Faustformel ist gut, ich hatte auch mal eine zu einer Hypothek gelesen, glaube max. das 2- bis 3-fache des Nettojahreseinkommens sollte die sein, was ja auch eine böse Schuldenfalle sein kann.

Anmerkung  von  Sebastian    geschrieben 21.03.2014     
@Tino
Ich antworte mal hier auf deine Fragen nach Tims letztem Beitrag.

Womit man den Kauf von BASF 2009 begründet hätte? BASF ist der größte Chemiekonzern der Welt. Chemiekalien und Kunststoffe werden in fast allen Wirtschaftsbranchen gebraucht und das sicher noch viele Jahrzehnte lang.

Wen juckt da ein heftiger Konjunktureinbruch, wenn man LANGFRISTIG denkt?

Noch einmal: Es gibt nichts schöneres als die Konjunktureinbrüche, samt Börsencrash. Klar, wer nur das eine Jahr sieht, tappt im Dunkeln.
Die wirtschaftlichen Signale sind doch bloß Prognosen und Interpretationen. Und regelmäßig falsch, was die langfristige Perspektive anbelangt (diesmal ist alles anders - die Welt geht unter - alles bricht zusammen).

Daher halte ich nicht soviel von dem Kurzfristdenken der Herdentiere.
Die ganzen Zahlen können in die Irre führen.

Ich überlege mir, mit welcher Geschäftsidee ich mehr aus meinem Geld machen kann. Und statt nun selbst ein Unterhaltungsunternehmen aufzubauen (mir fehlt Know-How, Geld, Zeit) ist es doch schön, dass ich den Disney-Leuten mein Geld anvertrauen darf.

Klar, vielleicht mache ich mit einer anderen Aktien ein paar Punkte mehr Rendite, aber das ist eben nicht mein Ansatz. Erst die Idee, dann die Aktie.

Manch einer verliert sich ja in Mathematikseminaren....

Und so war es 2011 eine schöne Fügung, dass Disney mal einen Kinoflop hinlegt (und das wird sicher immer wieder passieren) und ich nach einem Kurssturz von knapp 25% günstig einkaufen durfte.

Das KGV hat mich da gar nicht interessiert. Die Aktie steht mittlerweile sehr weit vorne im Portfolio (ich investiere erst seit einigen Jahren), Gewinnwachstum hin oder her.

Einen anderen Punkt muss ich noch loswerden, weil er mich immer kribbelig macht: Die allgemeine Unkenntnis vom Unterschied zwischen Prozent und Prozentpunkten.

Statt 19,4% landet man durch Gebühren, Spesen und Steuern bei 13,5% Gewinn ? Das bedeutet dann ein Minus von 5,9 ProzentPUNKTEN. Tatsächlich ist der Gewinn um satte 30% geschmälert worden. Das hört sich doch schon ganz anders an.

Diese 30% könnten ohne Verkauf (und Steuern, Gebühren, etc.) eine schöne Zinseszinsspirale in Gang setzen.

Dass der Normalo durch ständiges Kaufen und Verkaufen eine Zusatzrendite erwirtschaftet, ist wissenschaftlich widerlegt (Hierzu mal wieder das wunderbare "Gier. Neuroökonomie" von Jason Zweig).

Im Gegenteil ist man mit simplen Buy-and-hold besser dran.

Ich freue mich auf Tims Beiträge beim nächsten Crash. Da hier viele fleißig am Sparen und Investieren sind, sollte gute Stimmung aufkommen :).

Alles Gute weiterhin!

Anmerkung  von  M&M    geschrieben 21.03.2014     
Ist hier niemand, der ein 7 stelliges Depot bis zum Rentenbeginn schaffen will?


Anmerkung  von  Stefan    geschrieben 21.03.2014     
Nee.

Die meisten wollen achtstellig :-)

Anmerkung  von  Frank / Berlin    geschrieben 21.03.2014     
ob mein depot 7- oder 6-stellig ist interessiert mich nicht.
ich möchte ca. 2.000+ euro netto aus dividende schaffen. dann können mich alle mal kreuzweise. :-)
und da bin ich schon gut am arbeiten dran. rente mit 67 wäre bei mir 2036. ich werd es wohl deutlich früher machen.
meine staatliche rente läuft noch nebenbei und würde im moment auch noch ca. 1000 abwerfen.
ein armer rentner werde ich wohl nicht werden.
was nutzt mir ein siebenstelliges Depot? der monatliche Ertrag ist mir viel wichtiger, da er ab einer bestimmten Höhe mir die Freiheit gibt zu tun und zu lassen was ich möchte.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 21.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Frank / Berlin
Das klingt vorbildlich. Gratulation!

Ich finde, richtig arm sind jene, die konsumieren wie die Weltmeister. Es ist doch ein lebenslanger Kampf. Jeden Monat ist all das Einkommen weg. Und wenn die Rente vor der Tür steht, stehen sie vor dem größten Problem ihres Lebens.

Lieber früher etwas zurücklegen. Gut, am Anfang kann das "hart" sein, die Umstellung ist nicht leicht. Aber nach einigen Jahren fühlt man sich stark und erleichtert, es getan zu haben.

Anmerkung  von  Felix    geschrieben 22.03.2014     
@ Frank
Es ist halt nur so, dass die Höhe der Dividendenausschüttungen meist nicht unabhängig vom Kurs sind.
Beispielsweise E-ON: Der Aktienkurs ist abgestürzt, weil das Unternehmen wegen der politischen Abschaltung der Atomkraftwerke weniger verdient. Damit fehlen auch die Gewinne für die Dividendenausschüttungen und so war es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Dividenden gekürzt wurden.
Insofern korreliert die Depothöhe durchaus mit den zu erzielenden Dividenden.

Anmerkung  von  Martin    geschrieben 22.03.2014     
Website agnostic-investing.blogspot.com

@Frank / Berlin:
Aber auch auf die Ausschüttungsquote achten, denn Dividende ist ungleich Gewinn. Sonst könnte der Kapitalstock fallen und letztendlich dann auch die Dividenden.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 22.03.2014     
Es kommt wie immer auf viele Varianten an:
1. Besitzt man schon Wohneigentum ohne Kredit oder sogar noch zusätzl. Pacht oder Mieteinnahmen.
2. Muss man 1, 2 Personen oder eine Familie und evtl. Pflegefälle von Eltern mitfinanzieren.
3. Reichen einem 2000 netto monatlich oder möchte man lieber 3000 - .... € monatlich.
4. Treffen einen Schicksalsschläge wie Scheidung, schwere Krankheit, Arbeitslosigkeit usw. und gefährden die Sparquote massiv.
5. Sollte man auch nicht nur die nominalen Renditen sondern auch die realen Renditen im Kopf haben. 3 % Inflation machen aus 2.000,00 € in 24 Jahren eine reale Kaufkraft von 1000,00 €.

Anmerkung  von  Frank / Berlin    geschrieben 22.03.2014     
@Martin / Felix:
Mein Depot ist zu 100% USA.
60% davon sind sog. Dividenden-Aristokraten. darunter keine Finanz- oder Technologie-Titel.
Man kann es natürlich nicht ausschließen, aber ich habe wenig Angst, dass mein Depot solche Turbulenzen wie Eon, K+S, Dt. Bank etc. durchleidet.

Anmerkung  von  Felix    geschrieben 22.03.2014     
Bleibt also nur ein nicht unerhebliches Fremdwährungsrisiko. Ggf. in die USA auswandern. Darüber habe ich auch schon nachgedacht.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 22.03.2014     
@Sebastian

Du schreibst: "Einen anderen Punkt muss ich noch loswerden, weil er mich immer kribbelig macht: Die allgemeine Unkenntnis vom Unterschied zwischen Prozent und Prozentpunkten.

Statt 19,4% landet man durch Gebühren, Spesen und Steuern bei 13,5% Gewinn ? Das bedeutet dann ein Minus von 5,9 ProzentPUNKTEN. Tatsächlich ist der Gewinn um satte 30% geschmälert worden. Das hört sich doch schon ganz anders an.

Diese 30% könnten ohne Verkauf (und Steuern, Gebühren, etc.) eine schöne Zinseszinsspirale in Gang setzen."


Bitte nichts verwechseln!

Eine Wertsteigerung auf der Aktivseite hat nichts mit Gewinn zu tun. Gewinn errechnet sich immer erst aus dem Erlös minus Kostenaufwand und Abgaben/Steuern. Vorher gibt es keinen Gewinn. Wenn Du eine Aktie einfach nicht verkaufst, dann steigert das vielleicht Deinen Depotwert, aber der Gewinn ist ohne Realisierung NULL.

Und die "Zinseszinsspirale" gilt genauso für zukünftige "Steuerforderungsspirale".

MS

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 22.03.2014     
@MS

Steuerstundung nennt sich das Zauberwort...

Du liegst leider falsch.

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 23.03.2014     
Jep, früh verbranntes Geld kann nicht mehr über Jahrzehnte im Depot arbeiten und den mächtigen Zinseszinshebel verstärken. Es ist zwar kein realisierter Gewinn da, aber am Ende, selbst nach der gestundeten Steuer ist dieser wesentlich höher. Bei Traderhelden wird das Depot deshalb schnell zum zahnlosen Tiger auf lange Sicht weil sie immer nur Brotkrumen aufpicken, das große Brot bäckt und isst jemand anders.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 23.03.2014     
@Tino

Was heißt schon "zu früh verbranntes Geld"? Jeder hat die Möglichkeit sich seine eigene Anlagephilosophie schön zu denken. Das ist einfach so. Ich für mich weiß einfach, dass, wenn ich nicht ab und zu verkauft und den Erlös nicht wieder in zu der Zeit mir erfolgversprechendere Werte investiert hätte, ich weniger hätte in Summe.
Ich habe einfach keine Lust und keine Zeit, mich mit 30 Jahren Hoffnung zu trösten.

Man kann ja mal ein kleines Beispiel rechnen. Ich bilanziere/überdenke wie üblich (Jahresabschluss) mein Depot.
Wer vor 1 Jahr 250 Stück KO für ca. 10.000 USD gekauft hat, verfügt heute über ca. 9600 USD Kurswert und 286,25 USD Brutto-Div. (ca. 210 netto), die sich eigentlich nicht zum Reinvestieren lohnen.

Wer vor 1 Jahr z.B. 810 Stück PHK für ca. 10.000 USD gekauft hat, verfügt heute über ca. 9900 USD Kurswert und 1166 USD Brutto-Div. welche sich sehr wohl zum Reinvestieren lohnen. Dafür kann man abzüglich der 25%+ ca. 70 Anteile dazu kaufen. Ab dem nächsten Monat bringen dann die statt 810 nun 880 Stück 105 USD statt 97 USD monatlich ein.
Was die Kurse von KO oder PHK zukünftig machen werden, weiß vorher kein Mensch.
KO ist sehr teuer bezahlt, bilanziert 27,6 Mrd Intangible Assets (12,3 Mrd Goodwill), Buchwert von 7,54 USD und Lynch-Preis von 18 USD.
Bei PHK überzahlt man auch den Namen PIMCO-Allianz mit 50% Premium auf den NAV. Nun ja...
Mir persönlich erscheint eben der Income-Way besser, speziell zu meinem Horizont und Zweck. Kann ja jeder sehen wie er will. Viel Glück.

MS

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 23.03.2014     
@MS

Hat nix mit schön denken zu tun, sondern mit einfacher Mathematik.

Tabelle Steuerstundung

Bei 10 % erwarteter Rendite, wovon 2/3 auf den Kurs entfällt, kann das über langfristige Anlagehorizonte ca. ein Prozent Rendite ausmachen...

Was ist ein Lynch-Kurs? Peter Lynch Wert für ne Aktie oder was?

Anmerkung  von  Florian Kling    geschrieben 24.03.2014     
Website blog.aktienfreunde.net/blog

@ Friedrich:
Interessanter Beitrag zum Besuch bei der Versicherung. aich habe längst allen Beratern und Verwaltern abgeschworen. Als ich noch in vor ein paar Jahren zur Bank "meines fast-Vertrauens" bin um mir mal ihre Rentenvorschläge erklären zu lassen, hat die Sachbearbeiterin nicht einmal die Inflation mit gerechnet. Nach langem hin und her zur Riester-Rente kam ich nicht daran vorbei, alles haarklein selbst nachzurechnen. Weder lasse ich mir von der Riesterrente meinen Traum zum leben im Ausland nehmen, noch gönne ich dem Makler mehrere tausend Euro Provision für eine schlechte Beratung und schon garnicht lege ich mein Geld in eine Kapitalanlage bei der ich nicht weiß was drin steckt. Selbst fondgebundene Konzepte haben extrem mickrige Renditen um die Mindestauszahlung zu garantieren.

Für ein paar Anleger lohnt sich das Riestern durch die Steuer, jedoch nur wenn bis zur versteuernden Rentenauszahlung nichts an den Gestzen geändert wird. Anlagen lohnen nie wenn nur über die Steuer Geld zu machen ist! Wer also disziplin hat sollte definitiv sein Geld in die eigene Hand nehmen.

Anmerkung  von  Olaf    geschrieben 25.03.2014     
Anmerkung zu Frank / Berlin geschrieben 22.03.2014

"Mein Depot ist zu 100% USA.
60% davon sind sog. Dividenden-Aristokraten. darunter keine Finanz- oder Technologie-Titel.
Man kann es natürlich nicht ausschließen, aber ich habe wenig Angst, dass mein Depot solche Turbulenzen wie Eon, K+S, Dt. Bank etc. durchleidet."
-------------------------------------
Ich glaube, daß niemand sich von solchen "Turbulenzen" und Aktienverwerfungen freisprechen kann, egal bei welchen Aktien auch immer. Selbst solideste Aktien können in solche Turbulenzen kommen. E.ON und K+S sind sehr solide Firmen und ich glaube auch, daß die Aktienkurse in einigen Jahren wieder viel weiter oben stehen werden.

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 25.03.2014     
@Matthias,

was den Verkauf von voraussichtlich nicht mehr rentierlichen Wertpapieren, besseren Anlagen oder zu riskanten Werten angeht, sehe ich das genauso. Ich würde z. B. auch zu einer großen Chance wechseln und dafür riskantere Werte die aber weniger rentierlich sind aufgeben. Das heißt, wenn z. B. über die Jahre ein Wertpapier sich in eine neue Größen- oder Risiko-Klasse transformiert hat, überbewertet ist, geschäftliche Probleme hat, dann sind das mögliche Ausstiegsszenarien für mich, bzw. auch die Chance für eine Umschichtung auf bessere Werte.

Eine KO zu verkaufen, naja, wo gerade diese Investitionen langfristig wirken und kurzfristig nur die Coke aber nicht den gesamten Kasten bringen, für mich nein. Das sage ich aber aus Sicht eines Anlegers, der die Papiere schon lange Zeit hält, zu vernünftigen Preisen eingestiegen ist. Die Gebühren sind und bleiben für mich ein Betrachtungsschwerpunkt im Depot. Diese zu kontrollieren und zu minimieren ist eines der Hauptziele, neben verlustfreier, risikominimierter Investition, Erzielung einer hohen Rendite.

@Markus
Peter Lynch Value

Im Buch "One Up On Wall Street" sind einige dieser auf Millimeterpapier gezeichneten Lynch-Kurven erklärt, als eine Art Barometer für günstige Einstiegszeitpunkte, bzw. hohes Potenzial, Timing also, was immer auch spekulativ ist. Das basiert auf den erzielten Gewinnen, bzw. ist auf Wachstum von 10-20% im Jahr ausgelegt. Höhere Wachstumsraten werden beschnitten auf den Maximalwert. Im Prinzip auch ein P/E-Spiegel nur normalisiert als Überlagerung mit dem Kurs aufbereitet. Dadurch halt besser auswertbar, wie alle Kalkulationen von Trends mit großer Vorsicht zu genießen.

Hier ist auch erklärt wie man sich das mit dem interaktiven Diagramm auf Gurufocus selbst konfigurieren kann bzw. was dahinter steckt.

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 26.03.2014     
@Florian,

hatte vor einigen Jahren ein ähnliches Erlebnis mit der Sparstrumpfkasse. Ich habe der Beraterin direkt vor Ort vorgerechnet was bei der vermeintlich tollen Sparanlage übrig bleibt, nach Inflation. Sie hat nichts mehr gesagt, ich und meine Frau sind einfach kopfschüttelnd gegangen. Das gleiche Szenario bei der eigenen Hausbank. Es wird versucht unrentierliche Anlagen zu verkaufen, niedrig verzinste Schatzbriefe z. B. die auf keinen Fall den Einsatz des mühsam gesparten Geldes wert sind. Das liegt dann bei der Bank schön für Investitionen rum, der Sparer selbst schaut in die Röhre, kriegt grad mal seinen Einsatz nach vielen Jahren wieder, gibt der Bank quasi einen zinslosen Kredit für riskante Finanzmanöver, die unbemerkt hinter den Mauern geschehen.

Hier wird so viel Unfug getrieben. Omis heben brav von ihrem ohnehin schon wertmindernden Sparbuch für die Enkel ab, lassen sich irgendwelche Boni-Sparanlagen aufschwatzen. Die Beratungskompetenz die ich im Bankensektor erfahren habe, ist einfach unterirdisch, es wird ohne Skrupel versucht den wertvollen Kunden jedweden Mist aufzuschwatzen. Die Post ist momentan am schlimmsten, jedes Mal wenn ich ein Päckchen hole oder abgebe, fangen die an mit ihrer Postbank zu hausieren, wollen einem Sparanlagen mit 1 bis 2% Rendite aufschwatzen und nerven mit anderen Finanzdienstleistungen, glaube sogar Versicherungen. Das ist wirklich penetrant geworden, besonders wenn man nur mal ein paar Briefmarken kaufen will oder einen Brief abgibt, müssen die Mitarbeiter ihr Werbeprogramm abfahren und Kunden nötigen, unseriös. Schließlich geht es nicht um einen Schokoriegel oder ein Softeis, die Mitarbeiter im Verkauf sind für eine derartige Beratung einfach nicht qualifiziert.

Anmerkung schreiben

 

Ich behalte meine Aktien für die Ewigkeit

Illustration

New York, Samstag, 15. März 2014

Ich kaufe tolle Aktien und halte sie durch bis zur Rente. Ich denke gar nicht ans Verkaufen. Sollte eine Aktie mal abstürzen, behalte ich die. Ganz egal. Ich achte nämlich auf eine ausreichende Streuung – da stört mich ein Flop nicht (obgleich er unschön ist). Ich hatte hier im Blog 2010 schon einige meiner Lieblingsaktien vorgestellt.

Gerade für den kleinen Mann eignet sich diese Methode. Warum so viele Menschen glauben, mit dem Trading reich zu werden ist mir ein Rätsel.

Man muss das Rad nicht neu erfinden. Warum kaufen eigentlich so wenige die Berkshire-Aktie? Warren Buffett hat ein halbes Jahrhundert lang gezeigt, dass er das Eigenkapital im Schnitt um 20 Prozent per annum steigern kann. Buffett macht es uns vor, wie es geht. Er kauft großartige Unternehmen und hält diese über Jahrzehnte hinweg durch.

Ich glaube, vielen Anlegern kommt die Buffett-Strategie zu langweilig vor. Aber was soll an 20 Prozent jährlich langweilig sein? Es ist vielleicht nicht sexy genug Berkshire zu besitzen.

Mir ist es egal, ob eine Aktie sexy ist. Hauptsache sie entwickelt sich LANGFRISTIG gut. Ich besitze einige Berkshire-Aktien und lasse sie einfach liegen wie einen alten Schinken.

Es gibt viele Anleger, die mit der Buffett-Methode steinreich geworden sind. Man könnte sie auch als Buy-and-Hold-Strategie bezeichnen, die von Professor Ben Graham geprägt worden ist (Buffetts Lieblingsprofessor an der Columbia Universität).

Grandiose Firmen kaufen, um sie anschließend nie mehr zu verkaufen – das machte Shelby Davis. Er war ein geiziger freier Journalist. Er spezialisierte sich auf Versicherungen, kaufte sie unter Buchwert und behielt diese bis zu seinem Tod. Als Davis 38 Jahre alt war, begann er, 50.000 Dollar zu investieren. Das Geld erhielt er von seiner Frau. Als er 47 Jahre später starb, hinterließ er ein Vermögen von 900 Millionen Dollar.

Für den Anleger ergibt sich ein Steuervorteil aus dem Kaufen-und-Liegenlassen. Sie können so Rendite aus einem unversteuerten Gewinn immer und immer wieder neu erzielen. Jahr für Jahr. Aus einem unversteuerten Gewinn können Sie mit den Jahrzehnten ganz legal Dividenden ziehen. So lange Sie nicht verkaufen, so lange bleibt der Gewinn (auf dem Papier) unversteuert. Es kann sich eine Maschine daraus entwickeln.

Zahlen Sie jedes Mal Steuern und Gebühren für das Traden, dezimieren Sie Ihr Vermögen. Lassen Sie es steuerfrei arbeiten. Ganz legal. In aller Ruhe.

Shelby Davis riet: „Großartige Firmen zu einem großartigen Preis gekauft, sollten wie großartige Freunde sein – Du gibst sie nicht einfach jäh auf.“ Oder sagte er: „Investiere langfristig. Sei nicht zu gierig und sei nicht zu ängstlich.“

Warren Buffett beschreibt Trader so: „Jemanden, der aktiv tradet, als Investor zu bezeichnen ist so, als ob Sie jemanden, der etliche One-Night-Stands hat, als Romantiker bezeichnen.“

Hier finden Sie in einem PDF weitere Zitate smarter Investoren.

Den Schnappschuß oben habe ich übrigens in der Pinakothek in München gemacht.

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Anmerkung  von  Tom    geschrieben 15.03.2014     
Hallo,

Es liegt nicht in der Natur des Menschen lange auf die Belohnung zu warten.
Wenige Menschen besitzen diese Fähigkeit.

Schon interessant - der grösste Investor legt die Formel für den Erfolg der Welt vor die Füsse und keiner hört zu.

Schönes Wochenende :-)

Anmerkung  von  Jan    geschrieben 15.03.2014     
Website www.smart-reich-werden.de

Ich versuche auch der Buy-and-Hold Strategie zu folgen. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist aber, dass man in Werte investiert, die es auch wirklich Wert sind. Wichtig ist, dass diese Werte einen "Burggraben" haben der es Konkurrenten schwer macht ihnen die Marktanteile streitig zu machen. Wenn man diese Unternehmen dann noch zu einem halbwegs fairen Preis einsammeln kann, steht einer zweistelligen Rendite nichts mehr im Weg.
VG Jan

Anmerkung  von  Felix    geschrieben 15.03.2014     
Inzwischen, nach fünfjähriger Börsenrallye, hat Buy and Hold 80 % meiner Aktien deutlich steigen lassen. Es sind teilweise fantastische Renditen von +400 % dabei, so dass ich schon langsam Höhenangst bekomme.
Um Langfristanleger zu werden, der kurzfristige Belohnungen ignoriert, muss man wahrscheinlich selbst die Erfahrung gemacht haben, wie Aktien steigen können, wenn man sie in Ruhe liegen lässt.
Etwa meine BASF, 2008 für 10.000 € gekauft, auf über 40.000 € steigen sehen und das bei wachsenden Dividendenausschüttungen macht Laune. Interessant ist zudem, dass ich kaum noch eigenes Geld in der BASF stecken habe, weil ein gut Teil über Dividenden bereits an mich zurückgeflossen ist. Also 40.000 € aus dem Nichts plus umgelegt rund 100 € Dividende jeden Monat, was will man mehr.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 15.03.2014     
Buy & Hold ist auch eine Frage des Alters.

Jemand, der nur noch 5 - 10 Jahre Zeit hat und in den letzten Jahrzehnten wenig angespart hat, steht unter Zeit und Rendite-Druck...

Bei einzelnen Kontinentalen Märkten würde ich größere Einstiegssummen auch nach dem 10 Jahres-KGV als Einstiegskriterium "timen".

Idealfall ist aber eher konstantes sparen und investieren über mehrere Dekaden mit Geld, dass man für das tägliche Leben nicht braucht.

Anmerkung  von  Fritz    geschrieben 15.03.2014     
@Tim:

Heinz ist ja nun weggefallen aus deiner Liste der ewigen Aktien. Könntest noch ein paar deiner Favouriten aufzählen? Welche Titel kann man deiner Meinung nach noch ewig liegen lassen?

VG

Anmerkung  von  Stefan    geschrieben 15.03.2014     
@ Felix:

erinnere mich nicht an BASF ! :-(((

Hatte sie auch 2008 gekauft. Noch vor der Abgeltungssteuer! Leider musste ich die damals mit einem kleinen Gewinn verkaufen weil ich das Geld gebraucht habe für ein Auto. So sind mir über 8.000 € (steuerfrei) durch die Lappen gegangen. Sehr schmerzhaft.

Aber dir glückwunsch! Hast es genau richtig gemacht ;-)

Anmerkung  von  Frank    geschrieben 15.03.2014     
hallo,
habe gestern an berkshire geschrieben bloß keine dividende zu zahlen, weil mr. buffet das investieren der erträge in neue investments besser kann als ich

Anmerkung  von  Michael C. Kissig    geschrieben 15.03.2014     
Website www.intelligent-investieren.net

Prima Artikel, Tim.

Die Buy & Hold Strategie, wie Buffett sie verfolgt, ist besonders erfolgversprechend, weil er auf Aktien setzt, die ihm Dividenden einbringen (und nicht börsennotierte Firmen, deren Gewinne an Berkshire fließen). So erhöht sich sein Cashbestand stetig und er hat in Krisensituationen an der Börse das nötige Kleingeld, um seine Investments aufzustocken oder neue Positionen einzugehen. Denn zu Buy & Hold gehört - meines Erachtens zwingend - auch, dass man nicht immer in die steigeneden Kurse nachkauft, sondern eben auch mal sein Pulver trocken hält, auch mal über Jahre. Für Buffett ist dieser niedrig verzinste Cashberg kein Malus, der zu geringe Erträge einbringt, sondern eben sein (Kursgewinn-)Hebel, um in fallende Börsenkurse hinein eine große Menge an Aktien zu erwerben. Von Top-Unternehmen, die dann billig zu haben sind, weil alle sie verkaufen wollen. Ist man stets bis zum Anschlag investiert, kann man in solchen Phasen nicht zukaufen und so seine Rendite auf mittlere und lange Sicht maximieren.

Anmerkung  von  Fabian S.    geschrieben 15.03.2014     
Super Artikel Tim,

aber die Super-Unternehmen muss man ja erstmal zu dem günstigesten Preis versuchen zu bekommen. Also warten bis zum nächsten Crash und dann loslegen:-)

Bis dahin kann man es ja ruhig "etwas" aktiver betreiben....hat Graham ja auch gemacht!!!!

Warren Buffett ist erst viel später zum eiwigen Halten übergegangen....

Value Investing heißt ja nicht nur dass, man Aktien unbedingt"ewig" hält, sondern bei fairem Wert auch mal verkauft!

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 15.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ alle
danke für die Zustimmung

@ Fritz
Ich finde, die Dickschiffe aus dem S&P 500, DAX, ATX usw. spannend. Jeder muss selbst seine Lieblinge suchen und halten. Es ist ja wie eine Freundschaft.

Beobachten würde ich Aktien wie Walt Disney, Berkshire, P&G, GE, BASF, J&J, JP Morgan, Bank of America, AIG, McDonalds, BP, Exxon, Chevron, Wells Fargo, SAP, 3M, Siemens, Münchener Rück, Allianz, Nestle, UnitedHealth, MasterCard...es sind sehr viele.

Familienbetriebe bzw. Mittelständler aus der zweiten Reihe kann man auch rein tun ins Depot. Im MDAX + SDAX gibt es einige tolle Namen. Insbesondere langweilige Produkte rund um den Globus sind sehr billig an der Börse: Kloschüsselhersteller, Flaschenfabrikanten, Maschinenbauer, Lebensmittel, Versicherungen, Banken, Putzmittel, Brauereien...

Anmerkung  von  Frank    geschrieben 15.03.2014     
@Tim: Welche Titel aus dem MDAX und SDAX stehen denn auf deiner Watchlist? Würde mich sehr interessieren.

Grüße nach NY

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 15.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Frank
Interessant finde ich (Bewertung muss man sich gesondert anschauen) aus dem MDAX: Rational, Hugo Boss, Airbus, Springer (Online-Riese), Bilfinger, Kuka, Fielmann, Fuchs Petrolub, Gerry Weber, Hannover Rück, Talanx, RTL, ProSieben. Und viele andere.

Jeder sollte selbst entscheiden, sich einlesen, auf Wachstum + Gewinn + Marge + Image + Dividende + Kundenzufriedenheit + Marktanteil + Bewertung achten.

Im SDAX gefällt mir ganz gut (ohne jetzt die Bewertung zu prüfen): Amadeus Fire, Hawesko, Sixt, Villeroy, Vossloh, KWS Saat, CTS Eventim und andere.

Ich möchte vermeiden, in meinem Blog einzelne Aktien zu empfehlen. Das sollte jeder in aller Ruhe selbst heraufinden. Es gilt Schillers Sprichwort für Langfristanleger: "Drum prüfe, wer sich ewig bindet."

Anmerkung  von  dieter    geschrieben 15.03.2014     
Nur in eine Sparte zu investieren ,finde ich zu Risiko voll.
Aber es hat gut hingehauen bei ihm.
Ich streue meine Aktien,und gerade die langweiligen könnten auf die lange Sicht die besten sein.
Ich sage nur, was die Leute eben so täglich brauchen.
Viele meiner Arbeitskollegen Rauchen,ich denke mir immer dabei,ja raucht nur weiter,euch schadet es,mir nicht.
lg dieter

Anmerkung  von  Couponschneider    geschrieben 15.03.2014     
Website couponschneider.blogspot.de

Tim schrieb:

> Kloschüsselhersteller

Gibt's die an der Börse, denn gesch... wird eigentlich immer. :-)

Manche Toiletten haben regelrechte Fans:

http://www.youtube.com/watch?v=wyHBV2_R-aQ

http://shop.ferguson.com/search/toilets

Fergusan gehört zu Wolseley plc, also britisches Unternehmen. Dividendenrendite liegt bei etwas mehr als einem 1 %.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 15.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Couponschneider

haha. Danke für das lustige Video.

Die von mir erwähnte Kloschüssel war eigentlich als Witz zu verstehen.

Ich glaube, der Keramikhersteller Villeroy & Boch macht einiges fürs Bad.

P&G ist bei Windeln und Toilettenpapier mit von der Partie.

Anmerkung  von  Chris    geschrieben 15.03.2014     
Website www.gieristgut.com

Die Zeiten des Buy-and-Hold sind meiner Ansicht nach vorbei.
Klar kann man bei großen Werten weiterhin so vorgehen, aber es findet aktuell so ein massiver Wandel statt und gerade die großen Firmen können hier einiges verschlafen.

Stichworte sind z.B. Mobile (hier ist bei weitem nicht alles ausgeschöpft), Big Data, Shift zu mehr E-Commerce, Argumented Reality, Rapid Prototyping usw.

Argumente à la: Gegessen wird immer, geschi**en wird immer, geraucht wird immer finde ich ziemlich irreführend. Klar wird immer das und das gemacht, aber wer sagt, dass ein Unternehmen auch weiterhin seine Stellung im Markt halten kann.

Nur weil McDonalds die letzten 50 Jahre so gestiegen ist, heißt das noch lange nicht, dass es auch so weiter geht. Vielleicht kommt es zu einem stärken Ruck durch die Gesellschaft und McD wird einfach boykottiert o.Ä.

Graham hat übrigens den Cigarr-Butt Ansatz verfolgt. Und keinen Buy-and-Hold Ansatz. So etwas zu sagen ist einfach nur falsch. Wenn die Aktie den intrinsischen Wert erreicht hat, wurde sie verkauft, oder nach (glaube ich - weiß ich aber gerade nicht genau) 3 Jahren.

Den Buy-and-Hold verfolgt Buffett auch nicht schon immer. Eigentlich erst seitdem sein Portfolio zu groß ist, um es ständig umzustellen. Das würde den Markt einfach zu stark belasten.

Buffett hat übrigens vor ~2 Jahren ein Interview gegeben in dem er gesagt hat, dass er auf 50% p.a. kommen würde, hätte er nicht so ein riesen Portfolio. Und das würde er sicher NICHT mit Buy and Hold machen.

Cheers

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 15.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Chris

Ja, die Trader behaupten gerne, dass sich alles ändert. Es ändert sich einiges, aber nicht alles. Autos, Eisenbahnen, Schiffe, Glas, Schmuck, Lebensmittel, Parfüm, Möbel, Keramik, Sport, Kleidung, Häuser, Lederschuhe, Brot.... ist ziemlich konstant.

Ich habe nicht gesagt, dass Ben Graham ein waschechter Buy-and-Hold-Anleger war. Ich habe vielmehr geschrieben, dass Ben Graham Buffetts Stil "geprägt" hat. Von seinem Professor Graham hat der Student Buffett gelernt, "wie" er günstige Aktien findet. Buffett hat von seinem Professor gelernt, wie er die irren Gefühlswelten der Meute (Panik) zu seinem Vorteil nutzen konnte.

Buffett hat mit den Jahren gelernt, dass Buy and Hold viele Vorteile hat. Gemeinsam mit Charlie Munger hat Buffett Zockerei studiert - sie lasen wissenschaftliche Ausarbeitungen über Sportwetten (insb. Pferderennen). Das hat mir Munger in einem persönlichen Gespräch gesagt. So lernten sie, dass das Zocken nichts bringt. Und eher eine Gefahr ist.

Anmerkung  von  Florian Kling    geschrieben 15.03.2014     
Website blog.aktienfreunde.net/blog/

Hallo Tim,
grundsätzlich sehe ich es ähnlich wie du und halte an Aktie sehr lange fest. Da ich noch jung bin und noch lange bis zur Rente habe, gehe ich aber auch des öfteren ein höheres Risiko ein. Jetzt kann ich mir die Verluste noch erlauben, mit 65 muss alles 100% sicher sein.

Ich glaube aber, dass dir ein wesentlicher Steuerfehler bei deiner Strategie noch entgangen ist, der vielleicht mit diesem Tipp geändert wird. Wenn du zwei Aktien hast die beim Renteneintritt einen satten Gewinn abwerfen, zahlst du auf alles davon 25% Abgeltungssteuer. Du hast also deine ganzen Jahre deinen Sparerfreibetrag nicht ausgeschöpft (wenn nicht mit Tagesgeld) bzw. deine Verlustverrechnungstöpfe unangetastet gelassen.

Wenn du am Ende jeden Jahres alle deine Aktien mit Verlusten verkaufst und direkt wieder kaufst entsteht ein Steuerverlusttopf den du mit ins neue Jahr nehmen kannst für weitere Gewinne von kurzgehaltenen Aktien. Wenn du aber gleich im Umfang deiner Verluste auch Aktien mit Gewinnen verkaufst und wieder kaufst, hast du deine Gewinne (die nicht ins neue Jahr vorgetragen werden können) mit deinen Verlusten ausgeglichen. Du hast dann immer noch deine verlustreichen Aktien (die du ja halten willst) und deine Gewinneraktien im Portfolio, aber zu deutlich höheren Einstandskursen - damit fällt beim Renteneintritt und dem Tag des großen Verkaufs aller Wertpapiere keine riesige Steuersumme an - da du die ja die ganzen Jahre hinweg mit den Verlusten ausgeglichen hast.

Die Verlustverrechnung passiert in der Reihenfolge Verlusttopf dann Freistellungsauftrag. Du kannst so also deinen Freistellungsauftrag auch komplett für deine Tagesgeldzinsen frei halten und nutzen.

Das ist übrigens legal und vom BGH bestätigt - schliesslich ist es dem Investor überlassen aus welchen Gründen (auch Fehler sind möglich) er Aktien verkauft und evtl. wieder kauft.

Manchmal ist also selbst für einen hold-till-death-Investoren das Verkaufen ganz nützlich :)

Gruss florian

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 15.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Florian,

danke für Deinen Einwand. Das mag sein, dass Anleger Verluste und Gewinne steuerlich geschickt verrechnen können für das Finanzamt.

Ich versuche, mich auf die langfristige Rendite zu fokussieren. Ich sehe eine Gefahr darin, mich zu sehr nach dem Finanzamt (mit Deiner Methode) richten zu müssen.

Ich treffe etliche Gründer, Investoren und Privatanleger, die mit Buy and Hold reich geworden sind. Ich kopiere diese Langfristanleger einfach. Das hat bei mir bislang am besten funktioniert. Das Hin und Her funktioniert bei mir nicht. Ich kriege es nicht hin. Während der Finanzkrise habe ich ausgebombte Banken eingesammelt. Die werde ich nie mehr hergeben. Die müssen meine Rente finanzieren.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 16.03.2014     
@Florian

Warum der Tag des großen Verkauf`s beim Rentenbeginn???

Dividenden oder/und ein paar k Verkäufe reichen doch auch pro Monat...

Anmerkung  von  Felix    geschrieben 16.03.2014     
Kapitalertragssteuer
Was den Steuerfreibetrag von 801/1602 € anbelangt, so wird dieser von den meisten Investoren ja durch Dividendenausschüttungen mehr als ausgeschöpft sein.
Mit der der Steuer erlebt man ja so einiges, was man nicht erwartet. Als Siemens die Osram an die Börse brachte und mir Osramaktien einbuchte, musst ich beim Verkauf der Osram keine Steuer zahlen. Das hat mich angenehm überrascht.
Als sich ITT in drei Firmen aufspaltete und sich der Kurs der Folgefirmen drittelte, wurden mir die beiden nicht mehr als ITT bezeichneten Firmen voll als Kapitalertrag angelastet. Mit anderen Worten, es ist mein Grundkapital, nicht der Zuwachs besteuert worden. Bei solchen Aufteilungen, das ist meine Lehre, sollte man vorher unbedingt verkaufen, sonst erlebt man eine böse Überraschung.
Ich weiß nicht, wie das jetzt bei Vodafone gelaufen ist, da ich keine habe.

Anmerkung  von  Der Couponschneider    geschrieben 16.03.2014     
Website couponschneider.blogspot.de/

@Tim
Du triffst viele Buy-and-Hold-Anleger, die vermögend geworden sind. Aber wo? Häufig in den USA, wo die Begebenheiten doch anders sind und es der Staat positiv sieht, wenn seine Bürger vermögend werden.

Umso mehr ich mich in den Deutschland umso, desto düsterer werden meine Gedanken. Den Aktionären wird es genauso schwer gemacht wie den Unternehmen. Ich habe das eBook "Der grüne Blackout" gelesen: http://www.amazon.de/Der-gr%C3%BCne-Blackout-Energiewende-funktionieren-ebook/dp/B00ITZ2L7S

Die Unternehmen in Deutschland sind sich ständig wechselnden und sich widersprechenden Herausforderungen konfrontiert, speziell bei der Energie. Und das Verrückte ist, dass die Bevölkerung mehrheitlich der Meinung ist, die Opfer (RWE, Eon, energieintensive Betriebe wie BASF, Wacker Chemie etc.) seien die Täter.

Anmerkung  von  Reich-mit-Plan.de    geschrieben 16.03.2014     
Website www.reich-mit-plan.de

Hallo Tim,
ich habe mich von der Berkshire-Aktie verabschiedet, da ich selbst Dividendenerträge generieren möchte.
Denn das gleiche machen wie Buffett ist nun mal nicht seine Aktie kaufen. Und unterm Strich wächst das langfristige Vermögen schneller, wenn man solide Dividenden kassiert und sie wieder anlegt. Dies bietet leider die Berkshire-Aktie nicht. Auch die historischen Kurssteigerungen wurden in den letzten Jahren nicht mehr erzielt. Sollte Berkshire mal dazu übergehen eine stetig steigende Dividende auszuzahlen (was ja aktuell wieder zur Hauptversammlung im Raum steht) dann würde ich sie natürlich sofort kaufen. Des weiteren sehe ich ein gewisses Risiko falls Warren Buffett mal stirbt. Da wird es sicherlich zu einem emotionalen Kursrutsch kommen, da viele den Mann mit der Aktie verbinden. Hier wird sich dann bestimmt wieder ein gutes Einstiegsniveau ergeben.

Gruß aus Valley nach New York
Alex

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 16.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Der Couponschneider
Ja, die Amerikaner verstehen besser, dass der Kapitalmarkt kein Monster ist. Sie wissen, dass er Funktionen erfüllt. In den USA gibt es eine größere Akzeptanz in der Politik und Bevölkerung für Produktivkapital.

Im Bundestag sitzen Leute, die wissen nicht, wie der Kapitalmarkt funktioniert. Sie verstehen nur Bahnhof, wenn es um Themen wie Aktien + Anleihen geht. Denen fehlt jedwede Grundkenntnis. (Ich habe das erlebt in Gesprächen). Und das in den großen Parteien. Es ist bedauerlich.

Es liegt wohl an der Deutschen Geschichte: Weimar, Hyperinflation, Hitler ...

Anmerkung  von  Stefan Müller    geschrieben 16.03.2014     
Ich verzweifle langsam an die deutsche Gesetzgebung. Wäre fast zum Steuersünder geworden, weil ich vor 3 Jahren den PI Global Value Fund von Max Otte gekauft habe.
Wollte diesen Fond für die Ewigkeit liegen lassen.
Jetzt stellt sich raus, das ich die intern angelegten Erträge selbst versteuern muss und dies nicht über die Abgeltungssteuer erfolgt.

Ich habe nachgesehen und festgestellt, dass mein Steuerberater die ausländischen Kapitalerträge eingetragen habe.
Als ich damals die Steuererklärungen noch selbst gemacht habe, habe ich Kapitalerträge nie angegeben, weil ich immer die Spekulationsfrist eingehalten habe und Dividenden automatisch besteuert wurden.

Es ist so kompliziert, selbst einen einfachen Auslandsfond zu halten.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 16.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Reich-mit-Plan.de

Berkshire ist eine steueroptimierte Holding. Weil Buffett Großaktionär ist, möchte er keine Dividende. Denn die müsste er versteuern. Er hat genug Geld, lebt bescheiden. Buffett argumentiert, für die Aktionäre sei es besser, nicht auszuschütten - wegen der Steuer. Er reinvestiert also lieber die Gewinne.

Mit Blick auf seinen möglichen Rücktritt oder Tod. Ja, das kann passieren. Buffett hat Vorsorge getroffen mit seinem Sohn und 2 Ex-Hedgefondsleuten. Aber es wird sicher einen Rutsch geben in der Aktie, wobei das an der Bewertung mit dem 1,4-fachen Buchwert nix ändert und an den stillen Reserven ebenso.

@Stefan
Ja, das Steuersystem ist ein Dschungel. Kein Mensch blickt durch. Jede Lobbygruppe mit dickem Geldbeutel kriegt ihre Ausnahmen. Und dann gibt es Ausnahmen von der Ausnahme. Andere werden bestraft. Ich habe manchmal das Gefühl, dass es um Parteispenden geht. Unser Wolfgang Schäuble, Helmut Kohl und Leute aus anderen Parteien haben ja schon Schwarzgeld in Empfang genommen. Das ist grotesk.

Subventionen und Strafsteuern sind in Ausnahmefällen ok. Das sollte transparent sein. Mit geheimen Geldübergaben habe ich das Gefühl, dass es unfair zugeht. Grundsätzlich sollte der Steuer-Dschungel vereinfacht werden.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 16.03.2014     
Unser ganzes echauffieren über die Steuerproblematik bringt wenig...

Kirchhoff hatte damals eine radikale Steuervereinfachung geplant und wurde abgesägt...

Die Petition für das sparen mit Aktien zeigt die Realität in Deutschland.

Die CDU ist inzwischen mehr sozialistisch als liberal geprägt.

Selbst die Liberalen sind in der letzten Legislaturperiode trotz eines sehr guten Wahlergebnisses von der Mutti runtergebuttert worden.

Andere Promis wandern aus und sparen legal steuern. Wäre dem Herrn Hoeneß deutlich besser bekommen...

Gleichzeitig verschwendet der Staat so viele Steuergelder und schafft für die Politiker selbst Ausnahmeregelungen...

Eine Wendehals-Politik wie bei Fukushima, schnell wechselnde Rahmenbedingen für Energiekonzerne und Solarbetriebe, super geplante Großprojekte wie BER, Elbphilharmonie, Stuttgart 21 sind die Regel und nicht die Ausnahme. Es regiert eine Politik der Angst, Gier, Befangenheit und Planlosigkeit...

Wo sind die Charakterköpfe mit Weitsicht und Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Volk hin?

Anmerkung  von  Alexander Moshe    geschrieben 16.03.2014     
Hallo Tim,

Ich habe eine Frage:
Gibt es irgendwo eine Seite, die die Performances bekannter Value-Investoren aufzeigt?
zB Joel Greenblatt, Mohnishi Pabrai, etc.?

Bei Warren Buffett ist das ja schnell zu finden.

Ich plane langfristig eine WebSite über Value-Investing zu machen, und will dort die wesentlichen Infos auf den Punkt bringen.
Die mögliche Performance ist eines davon.


Gruss
Alex

Anmerkung  von  Alexander Moshe    geschrieben 16.03.2014     
Zu Warren Buffett und Buy & Hold:

1. Herr B. macht B&H uA desw., weil er sonst nicht wüsste, wohin mit dem Geld.

2. Herr B. würde heute (sicher nicht mit ewigem Halten) 50% pro Jahr machen. (Siehe Google Buffett 50pa).
Mit Small Caps und Beträgen bis 10 Millionen $.

3. Ich selbst habe den Wert-Index entwickelt:
(1/KBV)+(10/KGV).
Beispiel: KBV 1.0, KGV 8 ergibt:
(1/1)+(10/8)=1+1.25=2.25.

Bei Verlusten wird einfach ein unendliches KGV angenommen (und als Kehrwert 0 genommen, also 10/unendlich = 0).
Dh die Formel geht auch ohne Gewinne, dann zähjlt nur das KBV.
Ich *kaufe* bei WI 5.0 und höher.
Ich *verkaufe* bei WI 1.5 oder 2.0, da bin ich noch nicht sicher.
2.0 hiesse KBV 1 und KGV 10.
Weil ich da vermute, dass sich der Aktienkurs langsam langsamer steigert.

Man kann, wenn man Buy&Hold machen will, auch bei WI 1.0 verkaufen, was zB einem KBV von 2 und KGV von 20, oder einem KBV von 3 und einem KGV von 15 entspräche.


Alex

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 17.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

Hi Alexander,

schau Dir
http://www.gurufocus.com,
http://www.Stockpickr.com und
http://www.insidermonkey.com
an.

@ alle
Publikumspreis der Comdirect: Bitte denkt dran, für mich abzustimmen:
http://www.finanzblog-award.de/community/

Übrigens mache ich zu fast jedem Blogeintrag ein kurzes YouTube-Video in mein Youtube-Account www.youtube.com/user/BoerseNewYork

Dort habe ich schon über 100 Abonnenten. Value Investing und Buy and Hold interessiert viele Menschen. Hier mein neuestes Video in Englisch:


Anmerkung  von  Tino    geschrieben 17.03.2014     
"Ich glaube, vielen Anlegern kommt die Buffett-Strategie zu langweilig vor."

ja, genau das habe ich mir schon angehört. Es wird von manchen mehr mit einem Spiel verglichen, zur eigenen Unterhaltung. Zum Entertainment gehört Spannung einfach dazu, die dann mit Traden gleichgesetzt wird. Die Belohnung eines Spiels ist z. B. das Absolvieren einer Stufe (Level), für den Spekulanten ist es die zwischenzeitliche Ernte der jungen Pflänzchen bzw. der Bonuspunkte, Goldmünzen, von denen dann ein schwacher Gegenstand gekauft werden kann, ohne zu bedenken dass man mit Geduld vielleicht dieses schwache Item überspringen könnte und ein um vielfach stärkeres kaufen könnte, was einem eine große Ersparnis an Goldmünzen bringen würde und evtl. erst den Kauf insgesamt ermöglichen würde. Aber, der Weg wird steiniger ohne Items die Level zu absolvieren und das wiederum macht nicht unbedingt Spaß..Belohnungssystem, was die meisten von klein an lernen, rein menschlich. Deshalb wollen m. E. auch viele gar nicht zuhören, auch wenn sie es rational verstehen. Die emotionale Seite ist mächtiger. So wie ein Raucher auch genau weiß, dass seine Zigaretten auf Dauer tödlich sind.

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 17.03.2014     
noch eine Seite, die zwar nicht ganz zur Frage von Alexander passt, aber die m. E. sehr solide und übersichtlich aufbereitete Unternehmenszahlen bietet, die auch Warren Buffett interessieren. Die Anzahl der betrachteten Unternehmen ist hier auch stark eingeschränkt.

StockPup.com

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 17.03.2014     
@Alexander

Hast Du schon mal nur die Kriterien von Strong Value etf`s, rafi-Indices oder Value-Aktienfonds angeschaut?

Bei einzelnen oder starken Konzentrationen von billigen Werten im Depot muss man auch mit value-traps rechnen oder am besten gleich ausschließen können. Enron und andere Werte haben einige Value-Investoren böse erwischt.

So übel wie buy & hold manchmal dargestellt wird, ist es laut der Mehrzahl von Studien nicht! ;-)
Wobei ich momentan Nachkäufe in S&P 500 aufgrund des hohen kgv`s nicht machen würde.

J. Siegel & Swensen recherchieren sicher auch nicht ganz übel.

Das Problem ist, dass manche offenbar mit ca. 8 - 12 % nominaler Rendite nicht zufrieden sind... Wobei dass jetzt nur auf das asset Aktie/etf bezogen ist.

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 17.03.2014     
8-12% beinhalten schon einen langfristigen Horizont um seine Investition vollständig zurückzubekommen. Das ist vielen (Zockern) schon zu lange aus meiner Sicht. Dann kommt noch der Vergleich mit Starinvestoren, Werbung von Trading-Portalen, windigen Börsenbriefen, die emotionale Verlockung. Im Vergleich zu anderen Anlagen wie Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld, Anleihe, Schatzbrief ist das eigentlich fantastisch.

Die Leute, die auch auf Sparbüchern über Jahrzehnte sparen können, das Durchhaltevermögen erlernt haben, wären die idealen Investoren. Viele von ihnen haben aber Angst, aufgrund der Volatilität, möglicher Ausfallrisiken, Negativpresse von Bankenzockern etc. (wo Trader auch Wellen erzeugen) und ertragen diese vermeintliche Unsicherheit nicht.

Lieber eine konkrete Zahl wie 4% auf 10 Jahre und das Gewissen ist beruhigt, so sehe ich das. Denn wenn eine Aktie mal 20 und mehr Prozent fällt, und das auf ein Vermögen von 100.000 gleich mal vermeintliche fünfstellige Wertverluste bedeutet, egal ob das Unternehmen dahinter weiter profitabel arbeitet, macht halt vielen Menschen enorm zu schaffen. Die sehen dann ihre Sparreserven ruiniert oder sich betrogen.

Für die Börse ist ein Grundverständnis notwendig, was man sich erarbeiten muss, wenn man nicht in diesem Sektor arbeitet. Es ist in Deutschland absolut nicht selbstverständlich die Prinzipien der Börse und Langfristanlage in Aktien verstanden zu haben. Viele tappen m. E. im Dunkeln oder lehnen es einfach schon vom Hören/Sagen kategorisch ab. Für die Börse muss man m. E. richtig konditioniert sein, d. h. neben dem Wissen auch emotional möglichst erschütterungsfrei, sonst sinken die Chancen. Deshalb heißt es auch häufig, das man ein bestimmte Mentalität braucht um die Börse auszuhalten, weil es halt manchmal wie in einem Irrenhaus zugeht, auch wenn das viele Stammgäste hier wahrscheinlich gar nicht merken bzw. damit selbstverständlich umgehen.

Anmerkung  von  Stefan    geschrieben 17.03.2014     
@ Tino:

vielen Dank für den Tipp! Die Seite ist richtig klasse!

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 17.03.2014     
Jep, diese elendenden Vergleiche mit Buffett...

Ich würde mich beim 100 m Lauf nicht mit Bolt messen.

Ich würde nie auf die Idee kommen, dass ich eine Chance gegen Vettel mit seiner Susi in einem VW-Käfer habe.

Ganz zu schweigen von der enormen zeitlichen Trainingsleistung.

Beim Thema Geld als Hobby, bessere oder ähnliche Leistungen wie einer der besten Anleger aller Zeiten erzielen zu wollen, halte ich für irrational.
Es ist nicht zu 100 % unmöglich, aber eine 0,1 % Wahrscheinlichkeit ist mir zu wenig. Da bin ich lieber bei den besten 30 % aller Anleger dabei. ;-)

Bei der Börse ist ein leicht fatalistischer, rationaler und träger Investmentstil ganz brauchbar.

Auch findet man in fast jeder Phase günstige Märkte.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 18.03.2014     
Moin Moin!

"Werte für die Ewigkeit"...?

Hmm, ich bin da bescheidener, einfach, weil ich Gottes Ratschluss nicht kenne, Werte für alle Ewigkeit bestehen zu lassen oder nicht. ;-) Und ich halte mein Dasein auch für begrenzt, kaum vorstellbar, aber ich werde sterben. Heul! Ich will nicht reich sterben, sondern mit Hilfe von Dividenden angenehm gelebt haben.

Gestern habe ich in meine Canada-Sammlung ein paar Liquor Stores N.A. Ltd gekauft.
Neulich kam ja eine Meldung, dass das Justiz-Ministerium von B.C. erwägt, evtl. den Verkauf von Alkohol in Supermärkten zu erlauben. Darauf gab es einen Kursrutsch. Dort durfte Alk ja bisher nur in lizenzierten Läden verkauft werden. Inzwischen scheint der Kurs sich gefangen zu haben, Dividende für März wurde wie gewohnt gestern erklärt. 0,09 CAD pro Monat, also >9% p.a. Ich denke, gesoffen wird immer, und die Leute werden ihren vertrauten Läden nicht völlig untreu, falls es überhaupt so kommt. Oder es gibt Store-in-Store von LIQ in Grocery Stores, alles möglich.

Ist jetzt meine 11. CA-Aktie, die ich in CAD halte.

Nächste Kandidaten sind; SIR Royalty Income Fund, 8% p.a. bei monatlicher Zahlung und evtl. auch
A&W Revenue Royalties Income Fund, leider nur gute 6% p.a. bei monatlicher Zahlung , wie auch andere Royalties (Pizzaketten usw.). Auch finde ich sowas interessant wie Wajax Corp und Directcash Payments Inc (hat schwer gelitten, aber Cash aus ATMs halte ich längst nicht für outdated).

Allzeit gute Dividende!
MS



Anmerkung  von  Alexander Moshe    geschrieben 18.03.2014     
@Tim
Danke für die Links.
Allerdings finde ich auf Anhieb keine jährliche Durchschnitts-Performance zB von Buffett, Soros, Greenblatt, etc.

@Ewiges Halten:
Gegen ewiges Halten spricht dies:
Buffett tut dies nur, weil er zu wenig Möglichkeiten findet, sein Geld gewinnbringend zu investieren.
Zudem ändern sich die Steigungschancen. Die meisten Value-Investoren verkaufen bei Erreichen oder Überschreiten des fairen Wertes.

Stellt euch vor, die Moshe AG ist an der Börse.
1 Million Aktien im Umlauf.

Daten Stand 31.12.2008:
Buchwert: 20 Mio. CHF.
Gewinn 2013: 2 Mio. CHF.
Buchwert pro Aktie: 20 CHF.
Gewinn pro Aktie: 2 CHF.
Dividende: 0.50 CHF pro Aktie (25% Ausschüttung).
Aktienkurs am 1.Januar 2009: 8 CHF.
Innerer Wert nach Buchwert: 20 CHF.
Innerer Wert nach KGV20: 40 CHF.
KBV: 0.4
KGV: 4
Wert-Index: 5.0
Dividendenrendite: 6,25%

Jetzt kaufe ich diese Aktie zu 8 CHF.
Ich würde sofort mein Verkaufsziel auf Wert-Index 2.0, in diesem Fall 20 CHF, setzen.

Die Jahre vergehen, und der Buchwert der Firma steigt schnell, die Gewinne steigen langsam.
Das Verkaufsziel würde jeweils nach Bekanntgabe der neuen Jahreszahlen angepasst werden.


5 Jahre später sieht es so aus:
Stand 31.12.2013:

Buchwert: 30 Mio. CHF.
Gewinn 2013: 5 Mio. CHF.
Buchwert pro Aktie: 30 CHF.
Gewinn pro Aktie: 5 CHF.
Dividende: 1.00 CHF pro Aktie (25% Ausschüttung).
Aktienkurs am 1.Januar 2014: 27.25 CHF.
Innerer Wert nach Buchwert: 30 CHF.
Innerer Wert nach KGV20: 100 CHF.
KBV: 0.9
KGV: 5.45
Wert-Index: 2.94
Dividendenrendite: 3,67%

Das ursprüngliche Verkaufsziel habe ich über die Jahre von 20 auf 40 CHF angehoben.
Dies liegt am Wert-Index. Der Buchwert hat sich um 50% und der Gewinn um 150% gesteigert.
Zusammen ergibt das eine Verdoppelung des inneren Wertes nach dem Wert-Index.

Folglich würde ich heute, nach Bekanntgabe dieser neuen Jahreszahlen, das Verkaufsziel auf 40 CHF anheben.

Die Aktie ist nach wie vor unterbewertet. Meine persönliche Rendite in diesen 5 Jahren beträgt dennoch:
240% Kursgewinne
und bei Annahme von insgesamt 6 Dividendenausschüttungen von insgesamt 4 CHF,
50% Gesamt-Dividendenrendite auf mein eingesetzes Kapital.
Ergibt: 290 % Gewinn.

WICHTIG:
Natürlich setze ich voraus, dass das Unternehmen seriös arbeitet, und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in 10 Jahren
noch besteht, dh kein Value-Trap ist.
Dies klärt man am Besten durch aktuelle nachrichten etc. ab, wo keinerlei Kreditprobleme etc. vorkommen dürfen.
Die Marktstellung muss stark oder stabil sein.

Nachdem vor einer Woche die Jahreszahlen 2013 bekannt gegeben wurden, stieg der Kurs bis heute Nachmittag
auf 41,25 CHF.

Mein Verkaufsauftrag wurde dadurch ausgelöst, die Aktie wurde verkauft.

Wieso verkaufe ich nun aber so eine gute Gesellschaft, wenn sie doch so stabil ist und ich mich als Langfrist-Anleger
und als Buy&Hold-Stratege betrachte?
Nun, durch den Kurs-Sprung auf 40 CHF wurde schlicht der Wert-Index von 2.0 unterschritten.
Oder anders:
Ein KBV von 1,33 und ein KGV von 8 wurden überschritten, was zwar immer noch günstig, aber nicht mehr besonders
unterbewertet scheint.

Ob die Aktie nun noch auf 50, 60 oder gar 100 CHF steigt, weiss ich nicht.
Der innere Wert liegt sicher zwischen Wert-Index 1.0 und 2.0, dh zwischen 40 und 80 CHF.
Wie hoch sie steigt, weiss ich nicht.
Aber sie würde mit hoher Wahrscheinlichkeit die nächsten 5 Jahre weniger stark steigen, also eine Aktie,
die heute stark unterbewertet ist.

Um nicht zu früh oder zu spät zu verkaufen, richte ich mich strikte nach diesem Wert-Index.
Darüber hinaus muss natürlich mit hoher Wahrscheinlichkeit (dh Trefferquote 90% und mehr) sicher gestellt sein,
dass es das Unternehmen auch in 10-20 Jahren noch gibt.
Denn eine tiefe Bewertung kann auch auf eine unseriöse Firma hindeuten bzw. auf einen wahrscheinlichen baldigen Konkurs.


Nun schaue ich mich im Internet um.
Siehe da, zwei AGs springen mir ins Auge:
Die "Rammbock Einbrüche AG" und die "Meier und Eier Pissoir AG".

Die Rammbock Einbrüche AG hat diese Daten:
KBV: 0.2
KGV: 4
Wert-Index: 7.5

Die Meier und Eier Pissoir AG hat diese Eckdaten:
KBV: 0.2
KGV: 10
Wert-Index: 6

Die Rammbock Einbrüche AG ist günstiger, dh stärker unterbewertet mit stärkerem Steigerungspotential.
Allerdings zeigt sich bei näherer Recherche, dass das Geschäftsmodell der Firma nicht offen gelegt wird,
es ist unklar was die machen. Gerüchte über illegale Geschäfte gibt es auch.

Die Meier und Eier Pissoir AG hingegen ist grundsolide, ist seit 20 Jahren an der Börse,
macht seither Gewinne, hat ihre Dividende jährlich um rund 25% erhöht die letzten 5 Jahre,
mit inzwischen 2% Dividendenrendite.

Also kaufe ich mit dem gesamten Cash-Bestand (was 1/5 meines Depots ausmacht9 Aktien der Meier und Eier Pissoir AG
und werde damit glücklich.

Denn mit der Meier und Eier Pissoir AG mache ich bis 2020 voraussichtlich mehr Gewinn als mit der Moshe AG.
Und es geht nicht um kurzfristige Gewinne, ich hoffe, das ging aus obigem Text hervor.


FAQ:
Wie verhinderst du, dass die Meier und Eier Pissoir AG ein Value-Trap ist?

Die Firma ist seit 20 Jahren an der Börse, arbeitet seriös, hat ein anerkanntes und gut durschaubares
Geschäftsmodell. Daher halten wir das Risiko eines Value-Trapes bzw. auf sinkende Gewinne, für gering.
Selbst wenn die Gewinne sinken würden, müsste der Aktienkurs dennoch steigen, um an den inneren Wert heran zu kommen.


Könnte die tiefe Bewertung der Meier und Eier Pissoir AG nicht auf einen baldigen Konkurs hindeuten?

Ein Konkurs ist immer möglich. Aber bei einer grundsoliden Firma mit einem grundsoliden Geschäftsmodell
ist das Risiko wesentlich geringer, als zB bei Facebook (wer weiss, wo die 2020 stehen?).
Daher gehen wir von einem Konkursrisiko auf 10 Jahre von unter 5% aus. Das Risiko massiver Verluste sehen wir
unter 20%.

Die Rammbock Einbrüche AG macht im Vergleich zurMeier und Eier Pissoir AG die höheren Gewinne pro Aktie im
Verhältnis zum Kurs. Wären die nicht der bessere Kauf?

Nein. Die Rammbock Einbrüche AG gibt ihr Geschäftsmodell nicht bekannt. Das alleine ist (neben dem Namen) suspekt.
Ohne mehr zu wissen kann man sich darauf nicht einlassen.

Du spekulierst darauf, dass sich der Wert der Meier und Eier Pissoir AG massiv steigert.
Wie kommst du darauf?

Wir investieren. Wir spekulieren nicht. Der innere Wert der Meier und Eier Pissoir AG steigert sich durch die
ständigen Gewinne.
Selbst wenn es mal kleine Verluste gäbe, müsste der Aktienkurs dennoch um ein mehrfaches steigen,
um auf den heutigen inneren Wert zu gelangen.
Wir gehen aufgrund der Analyse des Geschäftsmodells davon aus, dass die Meier und Eier Pissoir AG im Jahr 2020
noch grösser als heute sein wird. Selbst wenn das heute nicht anzunehmende Szenario schlechterer Geschäfte einträfe,
wird der Aktienkurs 2020 durch die Mean Reversion (Rückkehr zum Normalwert) 2020 höher als 2014 stehen.



Euer Alexander Moshe

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 18.03.2014     
@Alexander Moshe

Du: "Gegen ewiges Halten spricht dies: Buffett tut dies nur, weil er zu wenig Möglichkeiten findet, sein Geld gewinnbringend zu investieren."

Ich weiß nicht, woher diese Mär kommt, dass Buffett strikt Buy&Hold verfolgen würde.

Klar, da ich keine Statistik finde, die bis zu den Anfängen zurück reicht, und ich zu faul bin die SEC Files zu durchsuchen, glaube ich, dass er wohl die 3 Kern-Werte WFC (mal minimale Verkäufe von paar Hunderttausend Aktien 2008), KO und AXP nicht handelt, sondern nur zukauft. Aber ich denke, alle anderen Werte werden gekauft, verkauft, reduziert oder ausverkauft.

Von GE hat er 2012 nahezu alles verkauft (7,189.000 Mio Aktien) zu 20-22 USD. Im Quartal 4/2013 dann viel teurer (zu ca. 28 USD) fast 10 Mio Aktien wieder gekauft. Ein Buy&Hold sieht anders aus. Ganz davon abgesehen, was er da Kohle vernichtet hat.

Einige Werte wurden gekauft und kurz oder etwas länger gehalten um sie wieder auszukehren.
Leider reicht die History dort nur bis Q4/2006 zurück.

Das will ich nicht kritisieren, ganz im Gegenteil... Für mich wäre es Sturheit, wenn man an einer Aktie festhält, obwohl man nicht mehr davon überzeugt ist. Das ist doch das Normalste überhaupt.

MS

--
Sir John Templeton: „Wer die gleichen Aktien kauft wie alle anderen, hat auch die gleiche Performance!“

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 18.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Alexander
An eine Performance zu kommen, ist schwierig. Es handelt sich ja um interne Infos bei George Soros und auch Buffett (er muss nicht alles offen legen).

Buffett verfolgt mit Berkshire eine strikte Strategie der Steuervermeidung. Wenn er seine Kernbestände verkaufen würde, müsste er gigantische Steuern bezahlen. Solange es sich nur um Buchgewinne handelt, die nicht realisiert werden, sind darauf keine Steuern fällig. So spart er enorme Milliardenbeträge an Steuern. Zu seinen Kernbeständen zählen Wells Fargo, Coca-Cola, American Express...

Buffett liebt Qualitätsfirmen, die wachsen, Dividenden zahlen und einen hohen freien Cashflow haben.

Anmerkung  von  Dividenden Depot    geschrieben 18.03.2014     
Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/

Solide Dividenden-Aktien kann man wirklich für die Ewigkeit behalten. (Procter&Gamble, McDonalds, CocaCola usw.)

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 19.03.2014     
Buy&Hold beinhaltet m. E. das Halten eines Kernbestandes an Aktien, heißt aber nicht, dass auch mal Teile veräußert werden. Aber das Gros wird gehalten, eben wie Tim schon mehrfach erwähnt hat, um die immensen Steuern und auch sonstige Gebühren zu sparen. Buffett hat ganz klare Prinzipien, wo Kostenvermeidung ein Schwerpunkt ist und das ist für mich auch eine Maxime an die ich mich in meinem begrenzten Rahmen auch versuche zu halten bzw. auch wenn ich nicht ein Optimum erreiche, zumindest die Kosten überwache und nach Optimierungsmöglichkeiten suche und immer die Netto-Performance meines Depots im Blickwinkel habe, als Orientierungsboje. 10% möchte ich dauerhaft erreichen.

Warum soll man eine Cashflow-Maschine verkaufen die auch noch eine ordentliche und stabile Dividende abwirft, ein stetiges moderates Wachstum verzeichnet und so über Jahrzehnte zur Zinseszins-Rakete wird? Das ist wie ein Sparbuch mit einem sehr hohen Zinssatz oder wie es Buffett betrachtet, eine Anleihe mit ständig steigendem Kupon. Beispiele wurden hier schon öfters genannt, sind in Büchern mit einfachster Arithmetik eines Vierklässerls vorgerechnet, wo Leute aus armen Verhältnissen zu Millionären wurden, weil sie einfach blind in einen Index gezahlt haben und dann nach Jahrzehnten fast vom Stuhl gefallen sind als ihr Bankberater ihnen das Ergebnis mitgeteilt hat. Wenn Sie ständig auf den Depotstand geschaut hätten, dann wäre jedes Mal die Verlockung groß was zu nehmen, woanders zu investieren oder zu verprassen. Ich bin auch kein Sparwütiger, bzw. generell geizig, sondern schaue nur genau was und wieviel ich kaufe, Werte die Bestand haben.

@Matthias, ja das hängt von den Zielen und finanziellen Möglichkeiten ab. Ich kann mich auch nicht zu den Reichen zählen, aber mein Hauptziel ist nicht den Großteil an Gewinnen aus meinem Depot zu verkonsumieren, sondern damit Altersvorsorge zu treffen und Kosten durch Sonderausgaben z. B. für meine Kinder zu decken. Um dieses Ziel zu erreichen strebe ich eine Wertmaximierung mit geringen Verlusten durch Steuern und Gebühren an. Eine geringe Ausschüttung von 10% ist auch eingeplant, diese soll auch als Motivation zur Steigerung des Depotwertes dienen.

Die anteilige Investition zum Nettojahreseinkommen ist aber auch relativ gering und liegt minimal bei 5% und wenn möglich höher, aber auf keinen Fall bei 30-50% wie hier z. B. Alleinstehende schon angegeben haben. Wenn sich die Möglichkeit dafür ergibt, natürlich gern. Es sind halt ganz individuelle Strategien, die für den Einzelnen Erfolg versprechen.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 19.03.2014     
Anmerkung wegen Buffett-Performance usw...

Prinzipiell bin ich ja "Buffettianer", nur dass da nix missverstanden wird, aber ich denke halt auch gern mit dem eigenen Kopf.

Was die Performance der letzten Zeit angeht, da gibt es als gute Alternative z.B. Gabelli/GAMCO (da habe ich auch einen CEF von denen).

Klick: Gabelli hat Buffett klar geschlagen!

Der GAB (The Gabelli Equity Trust Inc.) zahlt über 7% Dividende p.a. und hat in der Performance BRK.B hinter sich gelassen: GAB vs BRK.B Dafür ist der Preis auch immer über dem NAV.

MS

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 19.03.2014     
interessante Statistik, Buffett ist stabiler, konservativer, aber selbst der Gabelli musste sich schon dem S&P geschlagen geben. 2008 hätten wahrscheinlich einige Anleger das Zittern mit Gabelli bekommen. Was zahlst Du denn an Gebühren für so einen CEF (TER)?

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 19.03.2014     
@Tino

Zahlen muss man ja nur indirekt. Es wird ganz normal an der Börse an-und Verkauf gehandelt. Die Fees werden im NAV wohl eingepreist?!

Angegeben so um 1,5% im Schnitt.

Speziell bei diesem Beispiel (GAB) sind es 1,38%, also etwas mehr als bei den meisten ETFs, dafür i.d.R. mehr DIV/Distributions als bei ETFs:

Annual Expense Ratios

As of 12/31/2013 Per Common Share Management Fees 1.27%
Other Expenses: 0.11%
Baseline Expense: 1.38%
Interest Expense: 0.00%
Total: 1.38%

MS

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 19.03.2014     
Ach... warum Bammel? Sind doch ähnliche Sachen wie bei Buffett drin, aber eben doch besser performed. ;-)

Top Holdings

As of 12/31/2013 reported by Fund Sponsor

American Express Co $38.83M 2.44%
Rollins, Inc. $36.95M 2.33%
Honeywell International, Inc. $33.17M 2.09%
Deere & Co $29.41M 1.85%
MasterCard Incorporated A $28.99M 1.83%
Directv $27.51M 1.73%
Swedish Match AB $26.47M 1.67%
Diageo PLC ADR $25.49M 1.60%
Viacom, Inc. A $25.41M 1.60%
Rolls-Royce Group Plc $25.34M 1.60%
Ametek, Inc. $24.02M 1.51%

SEC File mit ausführlicher Übersicht

MS

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 19.03.2014     
Bei diesem interessanten Vergleich habt Ihr auch schon mal den Chart nach hinten geklickt oder den gesamten Vergleichszeitraum angeschaut????????

Man kann Geschichte natürlich auch so interpretieren, dass man nur den Einmarsch Russlands nach Berlin sieht...
Die Entstehung des 2. Weltkrieges aber nicht im "Ganzen" sieht...

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 19.03.2014     
@Markus

In der Tat, man kann die eigentlich nicht vergleichen, da ja bei dem einen die Gewinne thesauriert werden und bei dem anderen ausgeschüttet. Bei dem Ausschüttenden wächst der NAV dementsprechend nicht mit. Wenn man für den GAB einen durchschnittlichen NAV von 8$ und durchschnittliche DIV von 7% bei 28 Jahren annimmt, dann müsste der NAV heute gut 50$ sein ohne Ausschüttung, bzw. bei Wiederanlage.

Aber das ist eben genau das, entweder man will einen hohen Buchgewinn, oder frei bestimmbaren Income. Wenn man will, kann man es ja auch zur Wiederanlage verwenden.

Morgen kaufe ich mir JRI (Nuveen Real Asset Income and Growth Fund). Gibt es mit Discount zum NAV und knapp 9% p.a. monatlich.

SEC File von JRI

MS

Anmerkung  von  Sebastian    geschrieben 19.03.2014     
@Matthias
Bei deinem Chartvergleich musste ich ebenso "schmunzeln" wie Markus. Einfach mal ein Jährchen nach vorne gezogen und schon ist Buffett der Sieger....

Bringt doch eh nichts, abgerechnet wird nach 30 Jahren. War eine schöne Rally die letzten 5 Jahre. Da hält Buffett halt nicht mit, na und ? Schauen wir mal nach dem nächsten Einbruch weiter. Es gibt immer mal Fonds die im Boom 100% im Jahr machen und die Valueinvestoren schlagen (muss ja nicht immer der Buffett sein), aber ist das von Dauer?

Erinnere mich noch gut an die "Spitzenfonds" aus dem Finanztest-Spezial von 2007. Auch alles 5- und 10-Jahres-Performance-Sieger. Heute sind die alle Weg vom Fenster. So ist das mit den aktiven Fonds.

Der Vergleich mit dem S&P500 hinkt meiner Meinung nach außerdem. Wer hat denn EXAKT diese Rendite als realer Anleger erreicht? Stichwort andere Assets, Rebalancing, weitere Investitionen in den letzten Jahren, usw.

Das schöne an Berkshire sind doch gerade die Familienunternehmen, die den Anteilseignern gehören. Schokolade, Ziegel und Stiefel gehen auch die nächsten Jahrzehnte.
Da verzichte ich auf ein paar Pünktchen und fühle mich wohl.

Gute Nacht allerseits!

Anmerkung  von  Sebastian    geschrieben 19.03.2014     
Zum Thema faire Preise, Überbewertungen, "teuer verkaufen und billiger wieder zurückkommen", KGV-Urteile und "Buy-and-hold funktioniert nicht mehr" habe ich übrigens einen schönen Artikel vom März 2009 gelesen.

Einhellige Meinung der Experten: Die Unternehmen und ihre Aktienkurse sind momentan noch sehr überbewertet. Geduld ist gefragt beim Einsteigen. Die KGVs stehen zu hoch (wen wundert´s bei der Rezession?).

Da lacht man sich im Rückblick kaputt. Soviel zur Aussagekraft von irgendwelchen KGV-Beurteilungen und den Rechenspielen.

Schlechte Wirtschaftszeiten sind super Zeiten zum Einsammeln von Topunternehemn. KGV von BASF 2009? 28 (laut DiBa). Da schlägt man trotzdem zu!

Anmerkung  von  Alexander Moshe    geschrieben 19.03.2014     
Statistische Frage zur Performance:

Wenn ich 10'000 CHF in Aktien anlege, zB im Jahr 1995. Es sind Value-Aktien. Ich verkaufe die bei Erreichend es fairen Wertes.
Pro Aktie investiere ich 2'000 CHF.

Bis 2001 haben 4 Aktien ihren inneren Wert erreicht gehabt, 1 Aktie halte ich noch. Die Kurse sind inzwischen stark gesunken.

Im Jahr 1999 hatte ich noch alle Aktien, der gesamte Depot-Bestand war 24'000 CHF Wert.

2003 habe ich noch 1 (von 5) Aktien mit einem Marktwert von 1'500 CHF (Aktien auf Tiefkurs) und 18'000 Bargeld.

Jetzt kaufe ich erneut Value-Aktien.
Bis 2007 steigen alle Aktien, ich mache aus meinen 19'500 Depot-Stand 40'000 Depot-Stand.

Einen Teil der Aktien habe ich noch und die ziehen mir das Depot bis anfang 2009 wieder runter.
Da steige ich mit dem Cash-Bestand wieder fleissig ein.

Ich meine damit:
Die Performance hängt entschieden davon ab, wieviel Cash man in einem Crash hat.

Beispiel:
Wenn ich mitte 2007 ein Vermögen von 100'000 CHF besass, und alles in Aktien, so hatte ich zB im März 2009 noch 50'000 CHF. (Mit Value-Aktien, die schon unterbewertet waren, vielleicht etwas weniger Verlust).

Hätte ich hingegen seit 2005 schon massiv verkauft, und nur noch Aktien im Wert von 50'000 CHF und 50'000 CHF Cash, so wäre ich im März 2009 (ohne was am Depot zu Verändern) bei 75'000 CHF Gesamt-Wert (50'000 Cash).
UND ich könnte mit den 50'000 auf Einkaufstour gehen.

Aus diesen 50'000 in unterbewertete Aktien investiert wäre bis heute wiederum 200'000 CHF (unterbewertete Aktien stiegen durchaus auf das 4-fache 2009-2014) geworden. Die Aktien, die auf 25'000 unten waren, wären heute bei 100'000.

Hätte ich nichts verkauft, stünde ich schlechter da in der Gesamt-Performance.

Für mich ist daher ein frühes Verkaufen (bei Wert-Index 2.0) essentiell.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 19.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Alexander
Das Problem ist das perfekte Timing. Das bekommt niemand hin. Siehe all die Studien über die Trader dazu. Da kann die Formel noch so schön sein. Hinzu kommen weitere Probleme: Die Steuern + Gebühren.

Ich bin ein Investor und kein Spekulant. Ich bin am langfristigen Wohlergehen meiner Firma interessiert. Ich kann ein flaues Jahr aussitzen. Und wenn es ein paar flaue Jahre werden, ist es ebenfalls ertragbar. Einen Absturz nutze ich für Zukäufe.

Was hätte es gebracht, P&G, J&J, Wells Fargo, Nike, Procter & Gamble, Colgate, Walt Disney oder Berkshire in den vergangenen 30 bis 40 Jahren hin und her zu traden? Ich sehe in dem Springen keinen Vorteil.

Kaufe großartige Unternehmen und behalte sie langfristig. Bin ich investiert, ignoriere ich das ganze Gerede und Geschnatter.

Ich kaufe nur, was ich kenne bzw. verstehe. Ich konzentriere mich auf die Qualität beim Einkauf. Und auf einen vernünftigen Preis, wenn ich einsteige. Krisen, Kriege, Katastrophen, Crashs bieten natürlich schöne Kaufchancen. Baron Rothschild hat ja schon gesagt: "Kaufe so viel wie du kannst, wenn Blut in den Straßen fließt."

Die Kunst an der Börse besteht darin, ganz einfache Regeln zu befolgen. Das mit den schnellen Gewinnen ist ein Traum vieler. Die wahren Gewinner sind die Geduldigen, die auf Nebenkosten, Gefühle, Steuern usw. achten.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 19.03.2014     
@Alexander

Richtig, im Prinzip...
Nur, man weiß halt nie VORHER, ab es ein rasanter Crash wird, oder nur eine Korrektur. Man schaut wie das Kaninchen auf die Schlange.
Und, normalerweise hat man einfach immer zu wenig Cash im richtigen Moment. Man will ja investiert sein.

Ich persönlich versuche mein Portfolio so (um-) aufzubauen, dass ich immer weniger anfällig für die schlimmsten Schwankungen werde. Das geht natürlich auf Kosten eines theoretischen Buchwertes. Ich gebe mich mit einer geglätteten Performance und dafür stetigem Cashflow zufrieden.

In den letzten wilden Tagen ist das in meinem Depot schon ansatzweise so abzulesen, wie ich mir das vorstelle: hier zu sehen.

MS

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 19.03.2014     
@Alexander

Die Beispielrechnungen und Überlegungen sind schön und gut...

Aber irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass Du sehr viel Zeit mit Theorien und zu wenig mit Praxis und Umsetzung verbringst...

Evtl. täusche ich mich auch.

@Sebastian

Das mit den 5-Jahres-Bestenlisten als Auswahlkriterium bei Aktienfonds ist ein häufiger Fehler vieler Anleger.

Das 10er KGV im historischen Vergleich ist bei ganzen Ländern oder Regionen schon Aussagekräftig. Vor allem wenn es stark abweicht vom langjährigen Schnitt.

1-Jahres-KGV`s bei Einzelaktien in schweren Krisen sind schnell verfälscht.

Anmerkung  von  Alexander Moshe    geschrieben 20.03.2014     
@alle

Offenbar wurde ich falsch verstanden:
Ich verkaufe Aktien NICHT vor einem Crash, da ich ja das Timing nicht kenne.
Ebenso kaufe ich Aktien nur, wenn ich vom Unternehmen überzeugt bin, halte meine Aktien voraussichtlich mehr als 5 Jahre, etc.

ABER: Wenn eine Aktie sich verändert hat von extrem unterbewertet (80% unter meinem geschätzten inneren Wert auf 50% des geschätzten inneren Wertes, ausgedrückt als Wert-Index 5.0 auf 2.0), dann verkaufe ich langsam, zumal ich für den allfälligen Crash dann mehr Cash habe.

zB Swiss Life und Swiss Re:
Ich kenne die damaligen KBV und KGV nicht (wo kann man das nachschauen?), aber die sind heute etwa bei einem Wert-Index von 2 bzw. noch fast 3 (Swiss Life), dh die beiden hätte ich 2009 gekauft und würde sie erst 2014 verkaufen.

Immerhin eine Hlatedauer von 5 Jahren.

Stellt euch vor:
Ich hätte 2009 10 Aktien à 1'000 CHF gekauft.
Natürlich nach Value-Kriterien.

Bis ende 2012 hätte ich 5 Aktien davon verkauft und 5 andere Aktien gekauft.
Diese 5 neuen Aktien brachten mir mehr Performance als die 5 alten.

Im Laufe von 2013 hätte ich nun 8 von 10 Aktien nach und nach verkauft, anhand von Fundamental-Daten.
Aus 10'000 wurden 30'000 CHF Depot-Wert.

Jetzt gibt es für 2014-2016 diese 3 Szenarien:

Szenario A:
Die Aktien (der Index) steigt noch um 20%, dann kommt der Crash.
Meine Value-Aktien würden vielleicht sogar 40% steigen in dieser Zeit und dann mit nach unten gehen.

Szenario B:
Die Aktien (der Index) steigt noch um 40% (meine Value-Aktien um 60%), und ich verpasse diesen Anstieg weitgehenst, da ich nur noch 2 von 10 Aktien habe.

Szenario C:
Die Aktien (Index) steigen noch um 100% (über die nächsten 5 Jahre), meine Value-Aktien wären um 400% gestiegen.

In allen 3 Szenarien kommt aber der Crash.
In Szenario A kommt der Crash 2014 oder 2015, in B 2016-2018, und in C nach 2020.

Ich verpasse in jedem Fall einen Teil der Gewinne.
Aber in jedem Fall habe ich 50% oder mehr Cash-Anteil , wenn es an der Börse kracht.
Und meine Performance wird nach einem Börsencrash 2014 oder auch Börsencrash 2018 aus zwei Gründen viel höher sein als von Anderen:
1. Durch den höheren Cash-Anteil hat ein kleinerer Teil meines Depots Verluste erlitten, dh bei 50% Rückgang an den Börsen geht mein Depot nur um 20% zurück.
2. Durch den höheren Cash-Anteil sind nach dem Crash nicht 10% sondern 70% nmeines Depots mit extrem unterbewerteten Qualitäts-Aktien gefüllt.


Und welches Vorgehen empfehle ich deswegen?
Sicher kein Markt-Timing, sicher keine Crash-Prognosen.
Sondern ein frühzeitiger Verkauf, wenn das KGV über 10 und das KBV über 1 zu stehen kommt.
Die Schwelle kann man natürlich individuell höher stellen, um etwas später zu verkaufen.

Ich bin sicher, auch ihr macht dies so.

Oder würdet ihr eine Coca Cola-Aktie behalten, wenn der Kurs wg. irgendwelcher Gerüchte (Zusammenarbeit mit Facebook) von 38 auf 300 US-$ stieg?
Die wäre fundamental so überbewertet, dass zwar das Unternehmen nicht geschädigt würde, die Dividende weiterhin kommen würde, aber dass auch klar wäre, dass der Kurs wieder sinken würde...

Die Frage ist halt, wo man die Schwelle ansetzt.
Und ich persönlich definiere die Schwelle schon bevor ich die Aktie kenne, anhand einer mathematischen Formel.

Man kann auch 2 ver. Schwellen haben:
Für Marktführer/Burggraben etc. bei WI 1.0 (KBV 1.5 und KGV 30), für kleinere, aber auch solide Firmen WI 2.0 (KBV 1 und KGV 10 bzw. KBV 0.75 und KGV 15).

Wie auch immer:
Für mich ist das auch ein Buy&Hold-Ansatz, nur eben mit begrenzter Zeit.

Einerseits leite ich das aus Buffetts Aussagen ab, wonach er 50% pa machen könnte (und da würde er sicher kein Buy&Hold über Jahrzehnte anwenden),
andererseits sagt er selbst, Cash sei die beste Call-Option.

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 20.03.2014     
@Alexander, ich bemüh mal den hier geprägten Spruch, im Rückblick "hätte, hätte Fahrradkette". Manche haben einfach Glück, man sollte sich m. E. nur nicht all zu sehr damit brüsten, weil es immer anders kommt als man denkt. Buy&Hold Investoren verzichten eben auf die möglichen positiven Spitzen wie bei Gabelli, vermeiden aber auch massive Einbrüche und sind somit langfristig stabiler und vor allem stressfreier an der Börse. Der Aspekt des Tradens ist hier etwas untergegangen, der Sprung ins Haifischbecken bringt auch immer den Druck des Eintreffens der eigenen Annahmen mit sich "Hab ich den richtigen Zeitpunkt erwischt?" "Geht meine Spekulation auf?" lunz,lunz auf's Depot, manche wollen ihre Freizeit anders verbringen ohne Bluthochdruck. Im Rückblick hat sich Lynch auch einige private Fehler eingestanden, z. B. dass er selbst die Geburtstage seiner Kinder vergessen hätte, aber im Gegenzug 2000 Tickersymbole im Kopf hatte. Seine Performance von 29% ist auch kein Berkshire-Zeitraum, sondern eher kurzfristig im Vergleich. Boomphasen gab es schon länger als 10 Jahre.

@Sebastian, KGV ist für mich auch nur ein Punkt von vielen, aber einer der wichtigeren. Im November 2011 war der KGV von BASF laut ycharts bei knapp unter 7, Tief aus der jüngsten Zeit. Der Kurs ist seitdem von ca. 70 auf jetzt 107 gestiegen (2,5 Jahre), das sind satte 53% Zuwachs, Perfomance 21,2% per anno. Betrachte ich Deinen möglichen Zeitpunkt für Kauf z. B. Februar 2009 mit einem Kurs von 32 (5 Jahre) komme ich auf 234% Zuwachs, Performance von 47% per anno, toll. Bloß wie hast Du den Kauf begründet? Der Preis war gerade ein Alltime-Low, wußte natürlich keiner zu dem Zeitpunkt, wenn die Gewinne einbrechen auf's Jahr bezogen. Was waren die wirtschaftlichen Signale zu dem Zeitpunkt die einem Investor das Vertrauen gegeben hätten zu investieren? Was hätte das geglättete Shiller-KGV ergeben? Es war m. E. ein ttm-KGV was Diba angegeben hat. Wie hätte Buffett diese Investition begründet oder hätte er meilenweit Abstand genommen, das wäre mal eine interessante Diskussion.

@Markus, woher nimmst Du eigentlich das 10er KGV, immer selbst durchrechnen (hab mir dazu auch ein Excel-Template gemacht und z. B. Daten von finanzen.net genutzt, geht aber nur über 7 Jahre, Gurfocus hat den 10-Jahres-Blick, PE bekommt man aus dem Chart, Tabellensicht dafür nur mit Abo, braucht man aber nicht)? Ich sehe das auch als grobe Orientierung um Sektoren und die Bewertung des einzelnen Unternehmens darin einzuschätzen.

Bestenlisten zeigen halt die Vergangenheit. Das ist das Problem, viele sind populär, gehyped, eben durch solche Top-X, jeder kauft sich ein Stück davon und dann Peng, Feuerwerk vorbei.

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 20.03.2014     
noch ein kleines Rechenbeispiel, ich habe das abgewandelt aus meinem eigenen Depot gezogen, ist fiktiv. Beispiel gilt unter folgenden Randbedingungen
- ausnahmslos US-Aktien
- Haltezeit nehme ich jetzt mal ca. halbes Jahr an, d. h. vor z. B. halben Jahr im Herbst gekauft (Annahme), Stückelung ca. 1.000 - 2.000 EUR pro Aktie
dann

Performance (immer per anno hochgerechnet) auf den reinen Anteilswert 21% (klingt ja nicht schlecht)

Performance abzüglich der Kaufgebühren 14% (aua!)

Performance abzüglich der Kauf- und Verkaufsgebühren 8% (oh nein!)

Performance mit zusätzlicher Vollbesteuerung (Annahme) von 25% = 6% (Aaahhh!!!)

Das könnte ein reales Traderbeispiel sein und so werden Renditen gnadenlos dezimiert. Durch die kurze Haltezeit schlagen die Gebühren bei der kleinen Stückelung voll zu bzw. werden die jungen Pflänzchen gerupft bevor sie überhaupt richtig sprießen konnten. Depotführungsgebühren wurden ignoriert.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 20.03.2014     
@Tino

Ich bitte Dich! Wo zahlt man denn Depotgebühren? Die würden man, wenn schon, dann ja immer zahle. Und was zahlst Du denn Gebühren?

Dann mach ich mal eine Rechnung auf.

Ich kaufe für 1000 EUR eine Aktie und mache mit der in einer kurzen Zeit 20% Plus. -> Wert 1200 EUR.

Die verkaufe ich nun und führe 52,75 (25%+Soli)EUR an die Steuer ab. Wert nun 1147,25 EUR. Jetzt ziehe ich Kauf- und Verkaufgebühren eines herkömmlichen Brokers wie Lynx oder Flatex ab, also 2x 5,80 bzw. 5,90 EUR, also 11,60 oder 11,80. Rechnen wir 12 EUR. Restwert ca. 1135 EUR.

Ich habe also 135,25 EUR NETTO-Gewinn!
Das sind 13,5% NETTO-Rendite!

Bei meinen Positionen in CAD und USD ist das noch günstiger, weil eine Order in dem Rahmen immer 5 CAD oder 5 USD bei Lynx/Interactive Brokers kostet. Noch günstiger geht es bei kleinen Orders bei CAPTRADER (auch Interactive Brokers).

MS

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 20.03.2014     
Stichwort "kurz", in kurzer Zeit. Ich vermute das Du auch in sehr volatile Werte investierst und schnelle Gewinnmitnahmen realisierst. Das wird wohl nicht immer klappen, behaupte ich kühn. Durch's Traden hast Du statt 19,4% Rendite nur 13,5%, ein Minus von immerhin 5,9% (Da würden sich aber einige Sparer schon mächtig freuen über so einen Zinssatz). Du hast zwar was realisiert aber schenkst jedes Mal dem Staat was von Deiner Rendite, der kein hohes Risiko eingegangen ist. Fährst Du Verluste ein, dann ist es dem Staat schnuppe, bei Gewinnen aber geht die Kasse auf. Ist halt das von Tim immer wieder beschriebene Hin und Her. Ich halte auch selbst kleinere Werte, aber eher mittel- bis langfristig, ob ich das weiterhin tue, wird sich zeigen. Der Buy&Hold-Investor mit Dickschiffen verzichtet auf hohe Risiken und bekommt auf lange Sicht häufig eine reichere Ernte, meine Sicht.

Was am Ende ja zählt ist die Gesamtperformance abzüglich aller Kosten und ggf. graue Haare durch viel Stress beim Traden :). Es kommt natürlich auf den Zeitraum und andere Randbedingungen an. Wenn das Unternehmen plötzlich die Dividende aussetzt, wirtschaftliche Schwierigkeiten bekommt, Anleger die Aktie in die Stratosphäre hypen, dann würde ich mir das nach Abzug aller Kosten auch überlegen, aber nicht für das kleine Zuckerstückchen zum Naschen zwischendurch. Und im Umkehrschluss haben die großen Unternehmen häufig all diese Probleme nicht, der Investor kauft einfach ab und zu mal günstig nach und schaut in Ruhe seinem wachsenden Depot zu, ohne Gebühren- und Steuerverluste.

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 20.03.2014     
comdirect
US-Order z. B. 27,90 EUR

Das ist ziemlich viel, jedoch greift Flatex bspw. bei Dividenden im Ausland richtig zu und das ist gerade für Buy&Hold-Anleger sehr schädlich.

Der Service bei comdirect funktioniert super, Anfragen werden meist am gleichen Tag beantwortet, je nach Tageszeit. Praktische App für's Handy, Orderausführung zuverlässig. Das ist für mich der Maßstab.

Die Discount-Broker werben zwar mit niedrigen Gebühren, haben dafür aber auch technische Probleme, lange Reaktionszeiten bei Anfragen, Problemen, unübersichtliche Benutzermasken, etc. Hat halt alles seinen Preis. Ich hatte auch schon mal überlegt mein Depot zu Flatex zu verlegen wegen der höheren Kosten, bin davon aber schnell wieder abgekommen. Für Trader mit hoher Frequenz vielleicht sinnvoll, für mich nicht. Obwohl gerade die immer klagen, dass im Ernstfall die Systeme zusammenbrechen, naja, individuelle Entscheidung.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 20.03.2014     
spread...

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 20.03.2014     
@Tino

Dann musst Du Dir ja alle Spartipps von Tim noch richtig zu Herzen nehmen. Oder vielleicht kommt ja bald ein Artikel über Brokerkosten! ;-)

Im Gegensatz zu Deiner Mutmaßung bin ich kein Trader! Aber ich verkaufe auch gern mal was, wenn es mir mein Urteil sagt, dass es an der Zeit ist.

Ich habe ein Depot bei Flatex und eins bei Interactive Brokers/Lynx. Das dürfte einer der ältesten und bekanntesten Onlinebroker überhaupt sein.

Ich habe früher mal bei SBroker angefangen, bin dann zu Flatex. Flatex ist nur bedingt zu empfehlen. Wie von Dir schon angeführt, die haben die Unverschämtheit, für Dividenden ausländischer Werte Gebühren einzubehalten (deutsche Werte und ETFs nicht). Bei Dividenden bis 15 EUR 1,50, darüber 5 EUR! Wenn man also eine Quartalsdividende von 15,10 EUR bekommt, dann zwacken die 5 EUR ab. Aus diesem Grund habe ich noch ein Depot bei Lynx aufgemacht. Dorthin verlege ich meinen Schwerpunkt. Da die meisten Werte dort US Werte sind, nun auch noch Canada, kaufe ich die direkt in USD und CAD, und zahle dafür nur jeweils 5 Dollars. Ein Forextausch kostet minimal, so 2-5 EUR oder so.

Ansonsten gibt es nichts zu meckern. Support hat man prompt. Ich schreibe in der Früh eine Mail an Flatex und bekomme kurz nach 9 schon Antwort.

Bei Lynx rufe ich an und habe immer schnell und kompetente Hilfe bekommen.

APPs haben beide:
-Flatex
-mobile TWS für Lynx

MS

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 20.03.2014     
@Matthias,

danke für die Hinweise zu den beiden Brokern. Lynx schaue ich mir mal genauer an.

Zum Traden, ich denke es gibt da einen fließenden Übergang, keine Schubladen. Jeder muss ja mal handeln. Die Frage ist nur die Frequenz. Ein erzkonservativer Buy&Hold-Investor kauft eine Aktie wie KO oder eine Immobilie und hält sie ein Leben lang, d. h. er hat eine Frequenz von 1/50years. Ein anderer hat 1/5years, einer 1/1year bis zum 1/1month oder 1/1min (wo Dreibildschirmlösung flimmert).

Meine Vermutung war nicht die Dreibildschirmlösung :), eher zwischendrin, weil Du ab und zu konkrete Wertpapiere mit Kaufabsichten nennst, wohl wegen des bereits hohen Cashflows Deines Depots, Einkommen bzw. diversen Umschichtungen durch viele Werte, auch etwas riskantere in kürzeren Zeiträumen.

Bei mir ist das alles noch sehr übersichtlich und soll auch nicht zu komplex werden. Das Dividendendepot von Finanzielle Freiheit finde ich z. B. auch sehr interessant bzw. einzigartig in seiner Transparenz, ein vorgelebtes Beispiel wie man sowas machen kann, ca. 4,5% netto allein aus Dividenden, das Wachstum noch garnicht mit inbegriffen, die soliden Dickschiffe sind auch enthalten, sehr breit diversifiziert und sauber verwaltet. Letzteres ist aber m. E. auch bitter nötig, um noch den Überblick zu behalten.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 20.03.2014     
@Tino
Erstmal wegen Lynx. Ich habe mich dort jetzt eingerichtet und fühle mich wohl, aber... es gibt da noch CAPTRADER!

Ich will es nur gesagt haben, nicht dass sich jemand ärgert.
Dort herrschen amerikanische Verhältnisse des Börsenhandels.

USA: 1 Cent pro Aktie min. 2,00 USD max 0,5%

Kanada: 1 Cent pro Aktie min. 1,00 CAD max 1%

Das bedeutet, wenn man 10 KO kauft zu 38,45 USD, dann zahlt man 2 USD! Wenn man 400 Aktien a 1 USD kauft, dann zahlt man 400 x 1 Cent, also 4 USD.

Captrader richtet sich natürlich an Trader, die Menge soll es machen. Aber niemand kann einen zum Traden zwingen. Andererseits wird man ganz automatisch etwas aktiver. Man kauft eben einfach auch schon kleine Mengen. Wenn ich gerade mal wieder 500, 600 USD Dividenden bekommen habe, dann sind mir auch 5 USD bei Lynx nicht zu teuer um für 500 USD eine Position aufzustocken (bedeutet 1% Gebühr).

Wenn also jemand trotz Captrader bei Lynx ein Depot aufmachen will, der kann sich ja 50 EUR dort als Neukunde abholen, wenn er mich angibt. Warum Geld verschenken?! ;-)

MS

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 20.03.2014     
durchschnittlich 1% Handelsgebühren ist mein Ziel. Ich kaufe lieber große Positionen je nach finanziellen Möglichkeiten, das Donald Trump-Prinzip. Bei comdirect fährt man insofern günstiger, weil hier gedeckelt bei max. 60 EUR für einen Handel. Weiß natürlich nicht was passiert wenn man 1Mio in KO investiert, was da noch an Kosten entstehen würde..

Captrader sieht interessant aus, Du scheinst ja gute Erfahrungen gemacht zu haben. Vor allem bei den Handelsplätzen (80 Börsen) bin ich aufmerksam geworden, da ich bei comdirect nicht die erste Absage zum Handel bestimmter Aktien bekommen habe, das wäre für mich neben Kosten, Schnelligkeit, Zuverlässigkeit ein Argument.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 21.03.2014     
@Tino

Moin! Tino, ich finde die Kostenstruktur bei Lynx oder Captrader ideal. Für Handel mit kleinen Orders ist Captrader noch besser. Ich habe eigentlich noch nie mehr als die Pauschale von 5 CAD/USD oder 5,80 EUR bezahlt. Bei EUR sind meine größten Orders vielleicht 2000-2500 EUR (und eher selten). Mehr als 5,80 zahlt man erst ab 4150 EUR Ordergröße (0,14%) bei Lynx. Eine 10.000 EUR Order würde also 14 EUR kosten.

Die einzig mögliche "Kostenfalle" stellt sich mir bei CAD-Aktien. Hier zahlt man bis 2000 Stück bei Lynx 0,02 CAD. Wenn man also 500 Aktien kauft, dann sind das 10 CAD statt 5. Hier muss ich aufpassen, dass ich nicht viele niedrig gepreiste Aktien kaufe. Am Dienstag habe ich 250 Stück Canexus Corp. gekauft ohne darauf zu achten (die habe ich mir schon mal angeschaut, und am 27. ist ex-Div, da nehme ich das gleich noch mit). Wenn ich 300 genommen hätte, wären 6 CAD fällig gewesen, und ich hätte mich erstmal gewundert. Hier wäre Captrader deutlich sinnvoller. Das ist so eine typische Aktie, die ich mit einem Zielkurs gekauft habe, und nicht für Jahre. Aber ich kaufe auch keine Aktie, die ich zur Not nicht auch gern Jahre behalten würde. Bei spätestens Kurs 7 CAD verkaufe ich die aber wieder, und bis dahin bringt so ordentliche Dividende.

Was die vielen Handelsplätze betrifft... Die braucht man ja nicht wirklich. Der sinnvollste Mart ist USA (und Canada). Europa ist auch günstig zu handeln. Wenn ich beispielsweise eine spanische oder italienische Aktie ordern will, dann gebe ich "Handelsplatz" SMART ein, und dann wird die garantiert vom System in Madrid oder Mailand zu 5,80 geholt.

Handelsplätze die für evtl noch interessant wären sind London und Australien. Aber da ist mir der Handel zu teuer. London minimal 10 GBP (heftig!) und Australien 10 AUD (das geht eigentlich beim derzeitigen Kurs, und auch keine Preise a Stückzahl, die haben ja so viele Pennystocks). Also Australien kann ich mir noch vorstellen zu nutzen. Japan scheidet mangels sinnvoller Dividendentitel aus.

MS

Anmerkung  von  Alexander Moshe    geschrieben 21.03.2014     
Und weils gerade passt, hier meine interne, private Aktienstrategie in Vollversion.
Ist eigentlich nur für intern bestimmt, wurde soeben in Version 5.3 überarbeitet (durch Versionierung kann ich jede Änderung meiner Strategie nachvollziehen), und meiner Meinung nach ist das recht nahe, an dem was Buffett macht.

(Hinweis: Ich beschränke mich auf schweizer Aktien wg. der Übersichtlichkeit, daher wird auch der SPI, also Swiss Performance Index, erwähnt und nur schweizer WebSites).



1. Aktien-Kauf
1. Der SPI liegt unter 10'000 Punkten (ansonsten ist eine klare Überbewertung anzunehmen).
2. Danach wird auf www.fuw.ch/aktienfuehrer , auf www.finanzen.ch sowie in der NZZ (Samstagsausgabe) und bei onvista und Yahoo Finance nach
Aktien mit KBV unter 1.5 und KGV unter 20 geschaut und in Aktien2014.xlsx eingetragen, um den Wert-Index zu ermitteln.
3. Danach werden die Qualitätsanforderungen geprüft anhand von Informationen im Internet.
4. Kauflimits:
Kategorie 1: Bei Wert-Index 2.5 und höher.
Kategorie 2: Bei Wert-Index 5.0 und höher.
5. Es wird jeweils für knapp unter 5'000 CHF gekauft pro Aktie.
6. Halbiert sich der Kurs nach Kauf, wird für weitere 5'000 CHF nachgekauft, und dies bei jeder weiterer Halbierung.
7. Aktien-Käufe finden nie im 1.Quartal eines Jahres statt, weil einerseits direkt nach Dividendenausschüttung günstiger erhältlich
(wg. zu starkem Kursverlust und auf Dividende zahlt man Steuern), andererseits wg. neuen Jahresergebnissen.
2. Aktien-Verkauf
1. Aktien werden bei Erreichen des Verkaufslimits automatisch verkauft. Unabhängig davon, ob durch Wertverlust oder Kurssteigerung.
2. Verkaufslimits sind:
Aktien Kategorie 1: Wert-Index 1.0.
Aktien Kategorie 2: Wert-Index 2.0.
3. Wert-Index
1. Kehrwert des KBV plus ein Zehntel des Kehrwertes des KGV (Schätzung laufendes Jahr) bzw. (1/KBV)+(10/KGV) bildet den Wert-Index.
2. Ein Unternehmen, welches die Qualitäts-Anforderungen erfüllt, ist beim WI 1.0 fair bewertet, kleinere Unternehmen sind schon bei 2.0
fair bewertet.
4. Qualitäts-Anforderungen
1. Software-Firmen, Banken, sonstige Firmen ohne fertige Produkte werden gemieden.
2. Die Produkte müssen einfach verständlich sein, auch in einer Krise gebraucht werden, klar, solide, handfest und weitverbreitet sein.
3. Kategorie 1:
Das Unternehmen hat ein regionales oder schweizweites Monopol oder ist Marktführer oder hat einen anderen klaren dauerhaften Marktvorteil.
Kategorie 2:
Solide Unternehmen, die Gewinne schreiben (höchstens 1 der letzten 5 Jahre ohne Gewinn). Handfestes Produkt.
Es gibt kein Anzeichen auf Geldprobleme (Kreditprobleme, Konkurrenz-Druck verstärkt sich rasch, etc.).
Das Geschäftsmodell gibt es fast identsich schon über 50 Jahre und wird es voraussichtlich auch in 50 Jahren noch geben.
Das Unternehmen ist schon 10 Jahre an der Börse.
Kategorie 3:
Alle anderen Unternehmen, die nicht in Kategorie 1 oder 2 fallen.
Kategorie 3 wird nicht gekauft.
Für jede Aktie wird festgehalten, zu welcher Kategorie sie gehört.
4. Das Unternehmen geht sehr wahrscheinlich nicht Konkurs die nächsten 10 Jahre. Allfällige Verluste sind relativ sicher überwindbar.

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Zehn Spartipps für lausige Börsenzeiten

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New York, Donnerstag, 13. März 2014

Schlechte Nachrichten von der Krim. Kühle Stimmung in China. Vorsichtige Konsumenten in Nordamerika. Das sieht alles nicht gut aus. Viele Unternehmen steigern kaum noch ihren Umsatz, sie steigern stattdessen nur mit Sparmaßnahmen ihre Gewinne.

Säbelrasseln. Konjunkturflaute. Ängste. Der DAX befindet sich im Sinkflug. Die Fünf-Jahres-Rallye ging wohl einen Tick zu schnell nach oben. Die Börse war der realen Wirtschaft vorausgeeilt. Es dauert, bis sich die Arbeitslosenquote nachhaltig bessert. In Griechenland, Spanien, Portugal und Irland sind noch besorgniserregend viele Menschen ohne Job.

Der Dow-Jones-Index verlor am Donnerstag 230 Punkte auf 16.108 Zähler. Jene, die viel Cash horten, sollten die Börse gespannt beobachten. Brechen die Kurse weiter ein, wird es spannend. Aber: Was das Timing betrifft, sollten sich Anleger nicht zu große Hoffnungen machen. Ja, wir können günstig einsteigen. Aber den idealen Zeitpunkt erwischen nur ganz wenige.

Value Investing ist meiner Ansicht nach ein Lebensstil. Ich habe heute eine Spar-Liste für Sie zusammengestellt. Gerade weil momentan die Börse abschmiert. Es sind zehn Tipps. Ich finde, so können Sie unnötige Kosten sparen. Weitere Vorschläge (oder Kritik) sind wie immer jederzeit willkommen.

1. Leitungswasser

Leitungswasser trinken in den USA viele. Selbst im Restaurant ist es Usus es zu trinken. Es kostet nichts. Brita-Wasser-Filter sind in heimischen Küchen beliebt. Das spart nicht nur Geld, sondern einem gleichzeitig das lästige Kistenschleppen. Beim Edelwasser wird übrigens manchmal eine Scheinwelt „verkauft“.

2. Kredite meiden (wenn es doch nötig ist, vergleichen)

Am teuersten wird es, wenn Sie Ihr Girokonto überziehen. Achten Sie darauf, nicht ins Minus zu rutschen. Konsumkredite? Ich bin grundsätzlich kein Freund davon. Man kann sie aber nicht immer vermeiden. Wenn Sie einen vorübergehenden Kredit brauchen, vergleichen Sie die Angebote im Internet. Ich traf vor einigen Wochen Smava-Gründer Alexander Artopé (Foto) in Berlin. Der Entrepreneur betreibt ähnlich wie die amerikanische E-Loan das Vergleichsportal www.smava.de mit 50 Mitarbeitern. Artopé sagt, dank seines Kreditvergleichsportals könnten Verbraucher mehrere 100 Euro sparen. (Ich habe bei smava zwei Blog-Preise gewonnen, bin also befangen.) Artopé sprüht vor Optimismus. Er sagt über den Unternehmenserfolg: "Das Produkt ist alles. Die Kunden brauchen ein gutes Produkterlebnis."

3. Kontogebühren

Für das Girokonto kann man sich die Kosten sparen. Einfach umschauen. Kostenlose Konkurrenzprodukte werden Sie finden. Die Kontokündigung darf nichts kosten. Sie können zu einer preisaggressiven Direktbank oder genossenschaftlichen Bank wechseln. Sie müssen für Hypotheken keine Kontoführungsgebühren bezahlen. Etliche Gebühren berechnen unsere Institute (nicht alle) munter weiter, obwohl sie umstritten sind. Milliardensummen werden so von Verbrauchern zum Fenster hinausgeworfen, weil es keine klaren Regeln gibt. Nehmen Sie Gebühren kritisch unter die Lupe, akzeptieren Sie die Extrakosten nicht einfach so.

4. Scheidung

Eine Trennung kann teuer werden. Sie kennen ja sicherlich Friedrich Schillers Spruch: „Drum prüfe, wer sich ewig bindet.“ Der New Yorker Baulöwe Donald Trump macht sich gerne über Promis wie den Ex-Beatle Paul McCartney lustig. Wenn Promis für eine Scheidung tief in die Tasche greifen müssen, kann sich Trump darüber lange amüsieren. Er macht knallharte Eheverträge, um sich einen sündhaft-teuren Rosenkrieg zu ersparen.

5. Traden

Das Trading lohnt sich nicht. Wissenschaftliche Studien zeigen das ganz klar. Trader verdienen im Vergleich zu geduldigen Anlegern deutlich weniger. Das haben die beiden Wissenschaftler Brad Barber und Terrance Odean festgestellt. Sie hatten fünf Jahre lang 60.000 Konten bei einem Discountbroker analysiert. Ihnen standen zehn Millionen Transaktionen zur Verfügung. Eine so umfangreiche Studie hat sicherlich eine Aussagekraft. Das Resultat war, dass Daytrader in der überwiegenden Zahl der Fälle (80 Prozent) Geld verlieren. Nur bei 1,0 Prozent der Trader konnten die beiden Professoren wirklich mit Garantie resümieren, dass sich deren Strategie rechnete.

Daytrading hat vermutlich etwas mit der Spielsucht des Menschen zu tun. Es ist die Wunschvorstellung, die Welt steuern zu können. Dabei handelt es sich um eine Illusion. Es hat mit Selbstüberschätzung zu tun. Manch ein Trader leidet unter Narzissmus, einer Selbstverliebtheit.

Langfristanleger sind vielen Faktoren ausgesetzt – dem Auf und Ab, der Angst, der Euphorie. Die Kurse springen oft wild. Geduldige müssen hilflos zusehen, wie ihre Aktien Achterbahn fahren. Momentan zum Beispiel. Am schlimmsten ist es, wenn die Börse bebt und wir das ertragen müssen. Klar!

Mein Rat: Es bleibt uns kaum etwas anderes übrig. Investieren Sie langfristig, es zahlt sich aus. Entwickeln Sie eine Gelassenheit, wenn die Börse volatil verlaufen sollte. Betrachten Sie Ihre Aktien als Anteile an Unternehmen und nicht als Lotterielose. Großartige Unternehmen verkaufen immer ihre Ware. Nehmen Sie Colgate-Palmolive, die Zahnpastafirma zahlt seit 1895 Dividende - ohne Unterbrechung. Trotz zweier Weltkriege, trotz mehrerer Depressionen.

Eine hohe Tradingaktivität bereitet Fondsprofis genauso Kopfzerbrechen wie Privatanlegern, weil es mit höheren Kosten verbunden ist und erfahrungsgemäß zu weniger Rendite führt.

6. Qualität zahlt sich aus

Der ehemalige Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, besitzt in seinem Haus in Manhattan ganz wenig Sachen. Er ist ein Fan eines einfachen Lebensstils – eben mit wenig Krimskrams. Obgleich der Milliardär zum Beispiel nur zwei Paar Lederschuhe besitzt, sind diese von höchster Qualität. Bloomberg ist der Meinung, dass sich Qualität langfristig auszahlt. Dass hochwertige Computer bzw. Handys ihr Geld wert sind, weil sie länger halten, kann ich bestätigen. Mein Blackberry ist vier oder fünf Jahre alt und funktioniert noch immer einwandfrei. Der Samsung-Röhren-TV ist weit über zehn Jahre alt.

7. Immer vergleichen

Egal, was Sie kaufen. Ob Fernseher, Flug oder Hotelübernachtung, Vergleichsportale im Internet sind einen Blick wert. Ich nutze zum Beispiel ebay.com, kayak.com, hotels.com und tripadvisor.com.

8. Sparsame Einstellung

Kaufen Sie ein gebrauchtes Auto - das kann kultig sein. Kochen Sie häufiger zuhause, achten Sie auf Ihre Gesundheit.

9. Bahn statt Auto

Ich pendelte mit dem Auto jahrelang nach Frankfurt, es war eine enorme Strecke, kostete mich Nerven und Zeit. Ein Kollege rechnete mir damals aus, wie viel Geld ich jedes Jahr verbrannte, weil ich auf den Zug verzichtet hatte. Es war ein gigantischer Betrag (zumal wenn man die Abnutzung des Autos berücksichtigt). Von der Ökobilanz ganz zu schweigen. Der ÖPNV bietet manchmal eine gute Alternative zum Auto.

10. Frisch kochen

Frisch zubereitete Speisen sind nicht nur gesünder, sondern auch günstiger als Fertiggerichte. Ich finde, Gefriergut (Pizza, Baguette, Gemüse etc.) ist teuer und schmeckt wie alte Schuhsohlen. Ein Freund arbeitet als Ernährungswissenschaftler für eine Stiftung. Er sagt, bei einer ausgewogenen Ernährung sind Nahrungsergänzungsmittel unnötig. Er bezieht seine Aussage auf Menschen, die in westlichen Industrieländern leben. Einzelne Ausnahmefälle mag es geben.

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Anmerkung  von  Fabian S.    geschrieben 14.03.2014     
Ok finde alles super was Du schreibst Tim,

aber was ist mit der Problematik bei Leitungswasser?

Ich trinke es eigentlich auch, aber man liest seit einiger Zeit, dass viel Leitungswasser zu trinken und Alzheimererkrankungen im Zusammenhang stehen sollen?!

Anmerkung  von  Anna    geschrieben 14.03.2014     
@ Fabian,
wer ist den der Verursacher dieser Meldungen? Die Mineralwasserwirtschaft?? Oder Brauereien??
Irgendwann ist alles tödlich...

Anmerkung  von  Lalucky    geschrieben 14.03.2014     
Das mit dem Leitungswasser stimmt nur bedingt. In einigen Ländern wird das Wasser mit Aluminiumzusätzen behandelt (zur Reinigung wg. EU-Vorgaben). Aluminium steht generell im Verdacht Alzheimer und auch Krebs auzulösen bzw. zu begünstigen. Es gab dazu mal einen sehr interessanten Bericht. Zumindest in unserem Verband wird Aluminiumzusatz kaum bis gar nicht verwendet. Aber so ist das nunmal, wenn alles hochgradig rein sein muss und jede Bakterie (und sei sie noch so einsam und ungefährlich) abgetötet werden muss.

Anmerkung  von  Hans Wurst    geschrieben 14.03.2014     
...das mit guten Schuhen kann ich auch bestätigen. Ich hab mir vor Jahren ca. 12 Paar Schuhe gekauft. Marken wie Alden, C&J usw. Diese werde ich bestimmt fast mein ganzes Leben lang anziehen. Diese Schuhe waren natürlich nicht ganz billig....aber wenn man es auf mehrere Jahre rechnet kommt da ein lächerlicher Betrag dabei raus. Natürlich ist Pflege für solche Schuhe wie z.B. Schuhspanner usw. sehr wichtig.

Was ich persönlich auch als Spartipp hier hinzufügen kann ist:

Rasieren mit Hobel und nicht mehr mit diesen ganz überteuerten Einweg Teile.
Mein Hobel (Merkur 34c) hat mich damals ca. 24 Euro gekostet. Die Rasierklingen in 500er Paket über ebay ca. 10 Euro. Rasierpinsel ca. 15 Euro...und Rasierseife paar Euro, was auch sehr ergiebig ist. Unabhängig von Ersparnis wird die Rasur mit einem Hobel auch viel gründlicher und viel verträglicher für die Haut.

Gruß

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 14.03.2014     
Bei Wasser scheiden sich die Geister...
Plastikflaschen, Leitungswasser, Ganderwasser, Kangenwasser, Flaschenwasser...
Esoterischer Krimskrams und Wissenschaft objektiv oder wirtschaftlich getrieben... da soll man als "nicht-Experte" noch durchblicken...

Ich tendiere momentan zu Glasflaschenwasser welches von Ökotest mit sehr gut bewertet worden ist.

Bei Ernährung ist es auch so, dass heute grüner Tee als gesund gepriesen wird und morgen wieder als schlecht für den Magen gepriesen wird...

Ein guter Grundsatz ist wohl: Nahrungsmittel, wo sehr nah an der Natur sind (d. h. wenig auf der Zutatenliste, Obst & Gemüse), keine übermäßigen Quantität von etwas bestimmten und dafür mehr Qualität aber auch sollte man den Genuss und den Spaß am Leben nicht zu stark einschränken.

Für mindestens 3 Dekaden gesund altern und buy & hold gehören eine gute Lebensführung dazu. ;-)

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 14.03.2014     
bezüglich ÖPNV vs. Privat-Pkw kann ich sagen, für mich (individueller Fall) rechnet es sich in mehrfacher Hinsicht:
- keine Kapazitätsbindung ans Lenkrad, produktiv arbeiten am Notebook in der Zeit, d. h. Einnahmen statt Ausgaben
- weniger Stress (gut, bei Arbeit im Zug gleicht sich das aus), keine quälenden Stop&Go-Fahrten in der Nachmittagszeit oder manchmal auch im Morgenverkehr, Zug fährt i. d. R. staufrei
- kein teurer Verschleiß des eigenen Pkw (wird gern vernachlässigt, ist aber m. E. sehr schwerwiegend mit Reparaturkosten, Wertverlust verbunden), Diesel-Kosten sind vergleichbar mit den Ticket-Kosten für den Zug
- Gesundheit, täglich 7km auf dem Rad unterwegs, Mitnahme im Zug, gleicht die oft geringen Möglichkeiten zum Freizeitsport etwas aus, ist also eine kostenlose Investition in die Gesundheit kombiniert mit dem Arbeitsweg

Nachteile:
- manchmal Zugverspätungen, oder selten Streckensperrungen
- voller Zug, Abstellmöglichkeiten Fahrrad eingeschränkt, Arbeitsmöglichkeiten mit Notebook eingeschränkt

Das funktioniert in meinem Fall gut, da ich nur 1h (x2) Fahrtweg habe, die Anbindung also gegeben ist und ich diese Zeit auch noch produktiv nutzen kann.

Anmerkung  von  Stefan    geschrieben 14.03.2014     
Donald Trump muss gerade mit Backen aufblasen! Der hat doch bei seiner Scheidung von Ivana selbst ordentlich geblutet! Der ist auch erst danach schlauer geworden.

Leitungswasser trinke ich auch gelegentlich aber nicht ausschließlich.

Zum Rasieren mit einem Hobel:

das mache ich auch seit einigen Wochen. Muss aber sagen, dass die Mach3 Klingen von Gillette schon wesentlich angenehmer sind und gründlicher rasieren! Wären sie nur nicht so überteuert! Mit dem Hobel dauert die Rasur wesentlich länger, sie ist ungründlicher und die Haut brennt bei mir viel mehr. Auch bekomme ich quasi keine Rasur hin ohne an zwei, drei Stellen zu bluten. Ich werde in Zukunft wohl abwechseln zwischen Mach3 und Hobel. Hatte mich übrigens umfassend mit der Hobelrasur beschäftigt. Eingelesen und Youtube Videos geguckt. Weiss also wie es geht :-)

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 14.03.2014     
Kleine Anmerkung zu Smava...

Ich habe mal Auxmoney.de probiert als "Anleger". Ich kann davon nur abraten. Obwohl ich schon geschaut habe, einigermaßen nur auf sinnvolle Projekte zu bieten, habe ich von 8 Projekten 1x Ausfall, 2x im laufenden Inkasso, 1x M2 Mahnverfahren, 2x aktiv, 2x abbezahlt. Das ist für Schuldner wie Gläubiger ein Minusgeschäft, natürlich nicht für den Betreiber. deswegen auch Respekt für die Geschäftsidee. aber diese Peer-to-Peer Kredite sind ja nichts anderes, als dass der absoluten Subprime-Kundschaft absolut überteuerte Kredite genehmigt werden, weil das Ausfallrisiko ja der private Gläubiger trägt. Die Vermittler kassieren ihre Gebühren. Bei Smava ist die Ausfallquote ja auch über 8%!

Zu Alu, die Sendung hieß "Akte Alu", hier zu sehen: Die Akte Aluminium (arte)

MS

Anmerkung  von  Couponschneider    geschrieben 14.03.2014     
Website couponschneider.blogspot.de/

@Hans Wurst

Das mit dem Hobeln ist ein hervorragender Tipp, den ich selbst immer wieder gebe:

http://couponschneider.blogspot.de/2014/01/beim-rasieren-sparen.html

Spart enorm und steigert zudem die Lebensqualität. Ich betrachte meine tägliche Rasur als Wellness.

Anmerkung  von  Martin    geschrieben 14.03.2014     
Website agnostic-investing.blogspot.com

Ich habe z.B. meinen Adidas Bestand um 20% reduziert, da ich die Guidance für zu ambitioniert hielt. Das war wohl auch Timing Glück.

Man muss eben nicht gleich alles auf einen Streich machen. Insgesamt habe ich momentan dennoch nur 3% Cash. Die Goldminen als Krisenhedge haben sich bezahlt gemacht und die Immobilienwerte sind zumindest nicht gefallen.

Was ich noch zum Sparen empfehlen kann, ist möglichst nicht alleine zu leben und zu kochen. Mit mehreren Personen reduzieren sich Fixkosten wie Kühlschrank/Backofen etc. pro Person und die Auslastung der Assets wird verbessert.




Anmerkung  von  Tim    geschrieben 14.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Couponschneider

Ja, die alten, traditionsreichen Sachen sind manchmal kultig. Ich mag zum Beispiel den Filterkaffee wie ihn Oma gemacht hat: Heißes Wasser über einen Filter direkt in die Kanne gießen. Das schmeckt wunderbar und ist ohne Chemikalien/Plastik.

Ich benutze einen uralten Gillette-Rasierer und bin zufrieden damit. Die Klinge tausche ich nur alle paar Monate aus. Ich brauche weder den neuesten Rasierer noch brauche ich jede Woche neue Klingen.

Ich wundere mich, warum Menschen immer das neueste Modell sofort brauchen. Ich lasse mir viel Zeit und bin damit gut gefahren. Ich glaube, es gibt ein Geschäftsmodell in vielen Branchen, ständig ein neues Modell herauszubringen - wobei es manchmal kaum bis keine Verbesserungen gibt.

@ Matthias
smava vermittelt "normale" Bankkredite über sein Vergleichsportal. Der Prozess ist transparent, gut vergleichbar und dadurch günstig. Für die Kunden ist das kostenlos. smava filtert aus einer Reihe angebundener Banken das beste Angebot für den Konsumenten heraus.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 14.03.2014     
@Tim

Nein, das ist natürlich nicht so. Smava ist das gleiche Modell wie Auxmoney. Hast Du Dir das noch nie angesehen? Dann schau doch mal hier.
Leute stellen ein Kreditgesuch ein, private Bieter geben ihre Anlagebeträge ab. Wenn die Kreditsumme finanziert ist, von vielen verschiedenen Privatleuten, wird der Vertrag über Fidor verwaltet und abgewickelt, und die Finanzierer bekommen ihre monatlichen Raten.

-
Hier geht es zu den offenen Kreditprojekten, in die man investieren kann. Man eröffnet ein "Anlegerkonto" bei der Fidor Bank. Über die wird das dann abgewickelt. Weiß nicht, ob das sein muss. Ich habe keins bei Auxmoney, da wurden die investierten Beträge vom Giro überwiesen.

- Fragen zur Geldanlage mit smava

MS

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 15.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Matthias
Ja, smava hat verschiedene Geschäftsfelder. Das wichtigste Geschäftsfeld ist die Vermittlung von Darlehen von Banken wie Postbank, Santander, Targo, DKB, ING ...

Hier habe ich eine Krediteingabe mal gestartet:
https://www.smava.de/5123+smava-Kreditantrag.html;jsessionid=CE6CE56550EB40C4321B7C789F893428.smava2_FE1?category=886&duration=120&amount=5000#PersonalData

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 15.03.2014     
@Tim

Natürlich muss Jeder einen Kreditantrag stellen. Man wird auf Bonität (Schufa etc) abgecheckt, die besseren Kandidaten bekommen dann Angebote der Banken. Die wollen sich natürlich den Rahm abschöpfen. Wer durchfällt, bzw. den Banken zu wackelig erscheint, der wird an die P2P Plattform durchgereicht und kann seinen Kreditantrag veröffentlichen, auf den dann die Bieter ihre Gebote abgeben.

Offensichtlich verlegt smava mittlerweile das Gewicht mehr auf Kreditvermittlung von Banken, weil mit weniger Ärger verbunden.

Auch das Logo hat sich wohl von smava - Direkt Kredit in smava - Ihr Kredit ist da. gewandelt.

Das Problem, das ich meine, liegt im P2P Bereich, so wie hier gut beschrieben in dem Kommentar:
"Problem bei Smava ist, dass das Unternehmen für jeden abgeschlossenen Vertrag eine Komission und nachträglich einen Anteil des Zinses bekommt. Smava ist daher an möglichst vielen Vertragsabschlüssen interessiert. Das Hauptrisiko trägt hingegen der Anleger. Zwar kommen alle Anleger einer bestimmten Kategorie für einander auf, aber einen Verlust muss man trotzdem hinnehmen. Inkassounternehmen die ausgefallene Kredite übernehmen, zahlen nur einen geringen Anteil der Raten (15 - 30%). Mussten Kreditnehmer anfänglich erklären, warum sie einen Kredit brauchten, sind solche Erklärungen zur reinen Formsache verkommen. Auch scheint Smava keine große Anstrengungen zu unternehmen, Kreditnehmer zur weiteren Zahlung ihren Verplichtungen aufzufordern. Insgesamt ist Smava daher für Kreditnehmer derzeit attraktiver, als für Kreditgeber."

Hier scheint sich smava inzwischen tatsächlich zu wandeln, man sieht nur noch wenige P2P Kredite online, und davon keiner, der nicht schon voll finanziert ist. Auch sind die Zinsen im Gegensatz zu Auxmoney sehr moderat. Bei Auxmoney müssen Subprimer 14,5% zahlen plus Gebühren usw.

MS

Anmerkung  von  Thorsten    geschrieben 18.03.2014     
Also irgendwann artet es in Geiz aus. Ich hab keine Lust Leitungswasser zu trinken oder mir das uninteressante Gelaber fremder Leute im Zug anzuhören.

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 19.03.2014     
@Thorsten
Kopfhörer, große Kopfhörer und nur Einzelplätze oder Zweierbank mit Tasche besetzen :) funktioniert einwandfrei, absolut ungestörtes Arbeiten..bis auf den Schaffner.

zum Rasieren, System-Klingen tausche ich sehr selten und nutze auch Werbegeschenke und Angebote (Rasierer mit paar Klingen für lau). Auf Dauer ist es sicher günstiger mit Hobel, die "Anfangsinvestition" haut ja ordentlich rein ;). Die Macht der vier Klingen ist für die hektische Rasur am Morgen auch gut, wenn man die Kosten im Griff hat :)

Bei Leitungswasser sind mir die alten Wasserleitungen in Häusern suspekt. Habe auch schon öfters welches getrunken, aber aus welchem "Behälter" man trinkt macht m. E. einen Unterschied und man kann sich diesen Behälter nicht anschauen, was da alles mit durchgespült wird.

Anmerkung  von  Passiv-Investor    geschrieben 20.03.2014     
Value Muster-Depot für preiwerte & hoffentlich unblutige Genuß-Rasieren:

1) Wichtig ist imho ein gescheiter Rasierpinsel. Ich hatte welche von 7-bis 200 Euro: Sehr gut und preisert sind die aus Wildschweinborste z.B. von der Familienfirma Semgoue 1305 oder von Omega.Die Dinger brauchen etwas Zeit zum Eingewöhnen, so nach 10 mal Einschäumen werden sie immer besser.

2) Die Rasierseife hängt vem Hauttyp ab, Klassiker sind: Z.B. der Palmolive Stick aus dem deutschen Supermarkt,die Tabac Rasierseife (riecht aber für mich nach Unteroffizier auf Freigang) , legendär hautschonend aber schwieriger aufzuschümen ist Mitchells Woolfatseife, Gut sind auch preiwerte Profibarbierseifen wie Klar Kabinett aus Heidelberg und die italienischen Valobra Seifen aus Norditalien.

Hochrpeisiger aber sehr langlebig sind Raiserseifen von Dr. Dittmar aud dem Westerwald oder die britischen Seifen von DR Harris, z.B. Windsor, Almond oder Arlington. Rasiercremes enthalten mehr Wasser als Seifen und sind generell teurer.Nutze ich seltener, sehr gut sind Musgo Real und Taylors.

@Tim: bei Dir In USA sollen Mikes Natural Soaps Rasierseifen preisgünstig und sehr gut sein.


3) Rasierhobel muss nicht sein, spart aber langfristig Klingen: Deutsche Wertarbeit sind Hobel von Merkur 34c, Merkur Progress oder für harte Bärte Merkur 37. Klingen z.B. ägyptische Lord Platinum, Derby,oder russische Gilette aus französischen Supermärkten 100 Stück kosten 10 Euro vorher Probepacks schicken lassen

Alaunstein für kleine Schnitte, Rasierwasser braucht man nicht unbedingt.
Aftershavebalsam leiste ich mir Weleda, gut soll auch das von Mikes sein, Speick,
oder das von 333 von vintagescent, einfach ausprobieren. Mir ist wichtig, dass wenig Chemie drin ist, und kein David Beckham für zig Millionen dafür posiert.
Gute, launige Infos gibts im Internet von Shavetutor ehemals mantic59.

Bezugsquellen sind in USA z.B. Bullgoose Shaving u andere, informieren kann man sich bei shavemyface oder badgerandblade.oder im deutschen Gut-Rasiert-Forum-
Bezugsquellen In Deutschland und Europa z.B. shaving.ie oder rasierladen.de oder tonsus.at bzw. tonsus.de, und vintagescent für Semogue Rasierpinsel.

Anmerkung  von  Olaf    geschrieben 24.03.2014     
Hallo,

irgendwann muß man aufpassen, daß man nicht in den Geiz abgleitet.
Wofür arbeite und verdiene ich denn Geld? Um jahrelang alte Autos, Rasierer, etc. zu benutzen und nur Leitungswasser zu trinken, welches mit Arzneimittelrückständen und anderen derzeit noch nicht nachweisbaren Substanzen enthalten sind? Nö, muß nicht sein.
Ich bin zwar sparsam aber ich will nicht geizig werden.

Grüße
Olaf

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 24.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

Hallo Olaf,

ich gehe nur mal kurz auf das Leitungswasser ein.

Es ist so eine Unsitte, dass es das in Deutschland im Restaurant nicht gibt. In anderen Ländern ist das Usus. In Frankreich oder den USA zum Beispiel: http://chezbonnefemme.com/how-to-ask-for-water-in-france/.

Viele Flaschenwässer stammen aus der Leitung. Die ganzen Sodas (Cola, Fanta, Sprite, Pepsi) bestehen aus Leitungswasser. Es ist eine clevere Strategie Leitungswasser schön verpackt teuer zu verkaufen. Das Trinkwasser wird besser überwacht als Quellwasser-Anbieter.

VG

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Drei Aussagen über die Börse

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New York, Dienstag, 11. März 2014

Ich lese bzw. höre manchmal Aussagen über die Börse, die mich wundern. Es wird viel gesprochen, geurteilt, verallgemeinert. Ich bin eher ein Freund der Fakten. Folgende drei Statements habe ich gehört:

1. „Procter & Gamble bewegt sich nicht. Die Aktie hat keinen Schwung. Das lohnt sich nicht.“

Ich sehe das anders. Seit Januar 1970 legte der Windel-, Seifen- und Waschpulverhersteller um 4.500 Prozent zu. Die Dividendenrendite kernige 3,1 Prozent. Was will ein Anleger mehr? Natürlich gibt es Aktien, die besser liefen. Aber man muss als Anleger an die Risiken denken. P&G erscheint mir ziemlich stabil: Starke Marken, weit über 100 Jahre alt, Weltmarktführer in vielen Bereichen.

2. „In den kommenden zwei Wochen wird es knallen an der Börse. Die Krise an der Krim spitzt sich zu. Der Ölpreis wird durch die Decke gehen und die Wirtschaft lahm legen. Ich habe meine Aktien vorige Woche verkauft. Ich warte ab. Und steige tiefer wieder ein.“

Mein Statement dazu: Nun, ich weiß nicht, wo die Kurse in zwei Wochen stehen werden. Die Einstellung kommt mir ein wenig vor wie im Kasino. Die Chance steht 50 zu 50. Mir wäre das zu viel Hin und Her. Ich möchte solche Transaktionen vermeiden. Warum? Weil ich keine Steuer auf Verkaufsgewinne bezahlen will, ich möchte keine neue Transaktion auslösen nur aufgrund einer Vermutung. Ich bin ein Fan des „Buy and Hold“.

Grundsätzlich bieten Krisen, Kriege und Unsicherheiten gute Chancen für ZUKÄUFE und nicht für VERKÄUFE. Ich möchte nicht ausschließen, dass die Kurse deutlich niedriger notieren werden in zwei Wochen. Das kann passieren. Ich weiß es nicht. Es gibt etliche wissenschaftliche Studien (wie diese im PDF), die zeigen, dass sich das Traden für die Mehrheit nicht lohnt. Es gibt natürlich verdammt gute Trader. Aber sie sind die Ausnahme.

3. „Auf dem Festgeldkonto ist das Geld sicher. Da weiß ich, was ich habe. Wo soll ich es sonst hintun? Sicherheit ist mir wichtig.“

Ja, Bares ist wichtig. Ein Autounfall, eine Krankheit, Arbeitslosigkeit – alles kann einen aus der Bahn werfen. Liquidität ist folglich nötig. Aber nicht extrem viel. Denn die Inflation wird in den Sparstrumpf langfristig ein riesiges Loch fressen. Ich halte Aktien für langfristig sicherer. Die Kunst besteht darin, die Volatilität der Dividendenpapiere zu ertragen.

Natürlich klingen alle drei Aussagen irgendwie logisch. Sie haben durchaus etwas „Wahres“. Ich habe jedoch einen anderen Blickwinkel.

Ich bin nicht allwissend. Ich habe selbst genug Fehler gemacht. Und lerne ständig dazu. Ich habe zum Beispiel Facebook, Amazon und das Modelabel Michael Kors unterschätzt.

Was meinen Sie lieber Leser zu den drei Aussagen oben?

Noch was: Wenn Ihnen mein Blog timschaefermedia.com gefällt, stimmen Sie bitte für mich ab. Die comdirect hat den „finanzblog award 2014“ ausgeschrieben. Mein Blog nimmt an der Abstimmung für den Publikumspreis teil. Bis zum 25. April können Sie unter www.finanzblog-award.de/community/ abstimmen. Pro Person ist nur eine Stimmenabgabe möglich.

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Anmerkung  von  Tino    geschrieben 11.03.2014     
Meine Stimme hast Du, aufgrund regelmäßiger Beiträge, interessanter Diskussionen, konkreter (Unternehmensanalyse z. B.) und allgemeiner (Anlagestrategien z. B.) Themen. Weiter so! Die bemängelte Wiederholung in Beiträgen setzt Du immer wieder in einen neuen Kontext und es ist m. E. wichtig diese Prinzipien von Zeit zu Zeit zu wiederholen, da Menschen den Launen des Mr. Market gern (bullig) oder ungern (bärig) folgen und Prinzipien schnell mal vergessen sind.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 11.03.2014     
Guten Morgen!

zu 1.) Ohne Frage sind die globalen Kolosse der Wirtschaft prinzipiell sichere Häfen. Man kann wohl nicht grundsätzlich etwas falsch machen damit. Aber lange Jahre mit Schrumpfungen und wenig Dividenden-Rendite muss man sich schon auch schönreden können.
Außerdem finde ich es etwas zu optimistisch, sich vergangene Entwicklungen in die Zukunft zu projizieren. Bei der Renten-Erwartung macht man (Grund des Blogs ja hier, Absicherung wegen Unsicherheit der staatlichen Rente) es seltsamerweise ja gerade nicht. Niemals haben wir so viel (absolut) Rente bekommen wie heute. Die Renten sind (wahrscheinlich) seit ihrer Einführung gestiegen. Zumindest die letzten 25 Jahre sieht man das z.B. hier. Man müsste eigentlich die Projektion in die Zukunft machen, und die Renten weiterhin als steigend und sicher bezeichnen. Es sind ja nicht einmal temporäre Einbrüche wie bei Blue Chips drin. Trotzdem will man nicht auf eine Fortschreibung trauen.
Woraus nimmt man dann aber die Zuversicht, die Blue Chips in die Zukunft fort zu schreiben? Das ist meiner Meinung nach nicht wirklich berechtigt oder rational.

Ich bin der Meinung, ich lasse mich von nichts und niemandem in die Zukunft vertrösten. Ein Unternehmen, was heute nicht willens oder in de Lage ist, seine Aktionäre an riesigen Gewinnen angemessen zu beteiligen, muss ich nicht haben.

zu 2.) Niemand kennt die Zukunft. Die Börse reagiert meistens anders als man glaubt.
Es stellt sich die grundsätzliche Frage für Jeden; was bezwecke ich mit meinem Depot? Will ich jemals etwas verkaufen um vom Erlös zu leben? Wenn nicht, was habe ich von einem hohen Buchwert, das ist doch nur eine Zahl? Oder will ich aus einem Dividenden-Erlös ein schönes (Neben-)Einkommen erzielen?
Ist man auf "Hochtraden" aus, weil man kein anderes Vermögen (Erbe von Immos etc) zu erwarten hat? Will ich "nur" Einkünfte sinnvoll sichern? Auf einem Haufen Cash nutzlos zu hocken, um auf DEN Crash zu warten um groß einzusteigen, ist auch rein spekulativ. Was auch immer... Es gibt halt nicht DIE Lösung. Meine persönliche Absicht ist, mit Renteneintritt mich nicht zu verschlechtern, bzw. noch etwas mehr Nettoeinkommen zu haben als heute. Dazu erhoffe ich mir ein Depot, was mir monatlich ca. ab 1200 EUR netto ausschüttet, so dass ich als Rentner zwischen 2700 und 3000 EUR Nettoeinkommen hätte.

Auch finde ich, es hat seine Berechtigung, wenn man bei schnell gestiegenen Kursen mal einige Werte verkauft um billiger zurück zu kaufen. Ich mache es allerdings auch nicht wirklich.

zu 3.) Sicher ist natürlich nichts. Wenn jemand wohl situiert ist, abgezahltes Wohneigentum hat, womöglich sonstige Nebeneinkünfte, eine ordentliche Rente erwartet, dann kann man das Geld auf 2 oder 3 Banken verteilt als Festgeld liegen lassen. Ansonsten, wenn man sich finanziell frei schwimmen muss, ist man natürlich gezwungen andere Wege zu suchen.

MS

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 11.03.2014     
@Matthias
zu 1) ich habe mir den Buchtipp von Tim "So liest Warren Buffett Unternehmenszahlen" zu Gemüte geführt. Da ist z. B. das Prinzip des intrinsischen Wertes von Coca Cola wieder schön beschrieben, d. h. eine Fortschreibung in die Zukunft und wie man stabile Aktien quasi als Anleihe mit ständig steigendem Kupon betrachtet. Meine Überzeugung ist schon, dass mit a) einer vernünftigen quantitativen und qualitativen Analyse eines Unternehmens b) mit ausreichender Diversifikation und c) langem Atem eine sehr gute Rendite erzielt werden kann. Es gibt genügend Beispiele die das belegen. Es gibt haufenweise Rentenrechner im Internet, rückläufige Zahlen, unabhängig davon ob die Rendite auf die eingezahlten Beträge positiv bleibt, kann man durch Inflation und dem geringen Rentenbeitrag im Alter nicht im Wohlstand davon leben, es ist allenfalls ein Zubrot, keine Absicherung.

zu 2)
Ich selbst habe einen langfristigen Horizont, möchte z. B. nur max. 10% des jährlichen Depotzuwachses nehmen, d. h. nicht als Zusatzeinkommen, eher als kleinen Bonus für Geschenke o. ä. (mehr nur in Ausnahmefällen), um den Schneeball so lang wie möglich weiter rollen zu lassen, einen Teil für's Alter, einen Teil für Kinder. Crashs gehören dazu und sind für Value-Anleger immer Chancen. Timingchancen halte ich für sehr seltene Ereignisse, die für einen Value-Anleger automatisch eintreten, wenn ein Wert in die Stratosphäre abgehoben ist, hat man wahrscheinlich schon verkauft und falls der Gummi jemals wieder zurückschnappt, könnte es eine Chance sein, darauf baue ich aber nicht. An der Börse sollte man m. E. Optimist sein, sonst wird es schwer.

zu 3) das von Dir beschriebene Szenario würde ich nicht für besonders klug halten. Wieso soll dieser Anleger nicht einen gewissen Prozentsatz in Aktien investieren und zwar langfristig, um eine bessere Rendite zu erzielen? Er hat doch die Zeit und Ruhe, ist nicht auf kurzfristige Gewinne wie ein Trader angewieseen und kann das Potenzial von Aktien voll ausschöpfen. Wozu das ganze Geld auf Festgeldkonten bunkern und das Potenzial nicht nutzen, um es für Investitionen, d. h. auch die resultierende Rendite zu nutzen.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 11.03.2014     
@Tino

Ich will Dir gar nicht widersprechen, nur paar Anmerkungen aus meiner Sicht.

zu Deinem 1) Ich kenne das Buch nicht. Aber ich möchte nur mal auf einen Gedanken kommen, den sich wohl einige Anleger machen. Ich finde es beispielsweise nicht statthaft, sich eine Rendite schön zu rechnen, indem man sich eine Yield-to-Cost Rendite errechnet. Also; wenn ich KO zu 20 USD gekauft habe, damals mit 3% Div, und heute auf 38 USD auch 3% bekomme, dann kann ich mir nicht sagen, auf meine bezahlten 20 USD rentiert die KO jetzt zu 5,7%! Man muss immer davon ausgehen, dass man das zur Verfügung stehende Kapital, und wie es rentiert, sieht. Ich könnte die KO zu 38 verkaufen, und damit etwas kaufen worauf ich mehr bekomme als 3%.
Ich will das nicht propagieren, aber 3% sind mir einfach zu wenig. Und von Kurszuwächsen hat man bekanntlich nur etwas, wenn man sie auch realisiert, sonst Null.

zu Deinem 2) Natürlich gehören Crashs zur Börse, und sind gute Gelegenheiten (bei mir liegen ein paar Daimler mit Kaufkurs 25 EUR drin, oder Deutsche Post zu 10,70). Aber als Value-Anleger sollte man eigentlich immer investiert sein, und eigentlich gar kein größeres Cash flüssig haben um im Crash zuschlagen zu können.

zu Deinem 3) Größere Festgelder, verteilt auf paar Konten, halte ich für Leute sinnvoll, die keine Rendite nötig haben, dafür lieber ihre Nerven nicht strapazieren wollen.
Wenn ich mir es leisten könnte auf Rendite zu verzichten, würde ich auch weniger Rendite und dafür kaum Vola zu nehmen.
Aber Kostolany schon sagte; "Wer Geld hat KANN spekulieren, wer kein Geld hat MUSS spekulieren. ;-)

MS

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 11.03.2014     
zu 1) wenn ich in die Produktivkapital bzw. in ein Unternehmen investiere, habe ich doch einen Wert. Das ist mir mehr Wert als Bargeld, was sofort anfängt zu schrumpfen, sei es durch Inflation oder durch Konsum. Wenn ich eine Aktie über einen definierten Zeitraum halte, habe ich eine bestimmte Performance. Diese kann ich per anno z. B. in Excel immer wieder prüfen, nach allen Gebühren. Was soll daran nicht statthaft sein? Als Investor brauche ich doch diese Entscheidungsgrundlage. Eine Investition muss sich rentieren und so treffe ich auch in einem gewissen Rahmen Annahmen für die Zukunft. Ich gehe davon aus, dass ich diese Rendite zum Zeitpunkt t "realisiere" mit einem Toleranzwert.

2) Value = Wert, wenn die Börse Unternehmen maßlos, also mit KGV's jenseits der 50 z. B. (immer individuell) überbewertet, dann sehe ich das als Signal, bzw. macht es dann Sinn evtl. zu verkaufen oder umzuschichten und ggf. das Unternehmen nach der Blase erneut zu kaufen, evtl. mit viel Bargeld, das sich aufgrund der Maßlosigkeit beim Value-Investor angehäuft hat. Im Moment sehe ich diese Entwicklung nur branchenspezifisch im IT-Bereich z. B., Amazon, Netflix, Facebook und Co. wo ich mich frage: "Ist das euer Ernst?!" Ansonsten sieht es relativ vernünftig aus, es gibt sogar hier dort Kaufchancen bei größeren Unternehmen (s. a. Tim's Hinweise), moderate Bewertungen, wo für mich kein Grund besteht derartige Aktien zu verkaufen.

zu 3) aber Vola interessiert mich doch nicht als Langzeitinvestor. Vola ist für mich nur ein Ticker der Emotionen an der Börse, der irgendwo um den realen Wert schwingt. Was soll ich mich darüber aufregen. Dann könnte man ja auch das Leben nicht ertragen, was immer auf- und abschwingt. Es gibt immer Marktschreier, Crash-Propheten, Pessimisten, Euphoristen. Die alle ändern aber nichts daran, ob ein Unternehmen funktioniert oder nicht, sondern können höchstens mal für einen kurzen Zeitraum (Wochen, Monate, einige Jahre) die Realität verzerren und einen Hype erzeugen. Zoome ich aus der Preiskurve sehr weit heraus, kann ich den wahren Wert interpolieren, so wie es Tim in seinen Videos im Langzeitchart schon desöfteren gezeigt hat. Alles gut, Spekulation über kurze Zeiträume ist halt immer ein heißes Eisen an der Börse, an dem sich viele verbrennen. Manche sind auch gern Masochisten, ich gehör nicht dazu.

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 11.03.2014     
das Kostolany-Zitat ist ja lustig, aber auf's reale Leben bezogen würde ich eher sagen "Hast Du kaum Geld, dann bleib bescheiden und verzock nicht auch noch das wenige!" "Folge dem Buy&Hold-Prinzip, spare regelmäßig, und ernte später." Wenn man über seine Verhältnisse lebt (zocken an der Börse gehört da auch dazu), bekommt man irgendwann die Rechnung bzw. die meisten. Das bringt m. E. nichts.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 11.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Tino
Danke für das Lob und Deine Stimme.

@ alle
Das ist hier eine spannende Diskussion. Danke dafür.

Ich glaube, man sollte sich selbst als Anleger nicht so wichtig nehmen. Niemand weiß, wohin die Börse kurzfristig läuft. Es sind alles nur Vermutungen.

Auch sollte man tägliche Kursschwankungen nicht allzu ernst nehmen. Es spielen so viele Dinge mit rein. Viele viele Zufälle. Mit Geduld und Vernunft hat ein Anleger enorme Vorteile an der Börse.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 11.03.2014     
Ich halte es auch schwierig, vergangenes einfach in die Zukunft zu projizieren.

Sicher haben Aktien nicht nur über 30 Jahre, sondern auch über 100 Jahre inkl. 2 Weltkriegen mit die besten Renditen gebracht. Allerdings ist die letzten 30 Jahre ein enormes Missverhältnis von Geld- zu Gütermenge durch zu starke Kreditschöpfung entstanden. Kredite sind aber nicht per se schlecht.

Allerdings ist eine Aktie zum Teil ein Sachwert und es geht um Produktivitätssteigerungen und Innovationen. Die Wirtschaft ist ein ständiger Kampf ums überleben.
Das sind entscheidende Punkte, warum ich auch in Zukunft auf Aktien vertraue.

Punkt 1:
P&G ist ein starker Überlebender und das Unternehmen wird auch sehr wahrscheinlich zukünftige Krisen besser als ein Großteil überstehen.
3 % Dividende sind toll.
Wer 4 - 12 % Ausschüttungen braucht oder will, sollte an den Spruch mit dem Gratis-Mittagessen mal denken.
Small-caps können aber eine Bereicherung für ein Depot mit Multis darstellen. Zudem bringen Sie langfristig oft etwas mehr Rendite als Standardwerte-Indizes. Momentan sind viele sc aber nicht mehr billig.

Punkt 2:
Eine Timingstrategie ist für mich nur in abgewandelter Form eines Rebalancing`s sinnvoll. Auch die Mehrheit landet mit timing unter dem Schnitt, wenn man zahlreichen Studien glauben schenkt.
Die Exit-Strategie würde ich aus einem Mix aus Rebalancing-Verkäufen und Ausschüttungen planen. Evtl. sind auch keine Verkäufe notwendig.

Punkt 3:
Evtl. wenn man Möbel, Auto oder sonstiges in 3 - 5 Jahren kaufen will, kann Festgeld Sinn machen.
Aufgrund des geringen Zinsunterschiedes zu Tagesgeld, macht es eigentlich gar keinen Sinn mehr auf Festgeld zu setzen.

Anmerkung  von  Olaf    geschrieben 11.03.2014     
Hallo Leute,

interessante Diskussion...auf meinem Lieblings-Blog :-)

zu 1)
Eine P&G ist eine Aktie, die auch Klein Fritzchen kaufen kann, obwohl er vielleicht keine Ahnung von Aktien hat.
Einfach liegen lassen und in 20 Jahren freuen, daß sie um einiges gestiegen ist ;-)

zu 2)
Ich war auch immer der Meinung, Aktien wie P&G kaufen und liegenlassen, Durststrecken durchstehen. Das ist die richtige Strategie. Ich habe aber auch miterlebt, wie schöne Buchgewinne plötzlich und sehr schnell weg waren. Seitdem arbeite ich mit Stop-Kursen. Ich kaufe zwar Value-Aktien, möchte aber nicht auf dem falschen Fuß erwischt werden und zumindest echte Gewinne einfahren.

zu 3) Cash auf dem Festgeldkonto: Ja, aber nur um etwas in der Rückhand zu haben um bei Schwächephasen wieder einsteigen zu können.

Beste Grüße
Olaf

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 11.03.2014     
Man kann natürlich 3% Dividende für toll halten. Ich denke, es ist besser als nix, und gerade mal 1,xx% über der Inflationsrate. Ich habe auch einige Werte, die nicht viel bringen. Intel, Cisco usw... Ja mei, aber froh bin ich damit nicht wirklich, und ich weiß nicht, wieso ich so noch habe. Irgendwelche Sentimentalitäten wahrscheinlich.

Sinnvoller wäre es, den Kram zu verkaufen, und wenigstens einen ETF wie Deka DAXplus® Maximum Dividend UCITS ETF zu kaufen. Der hat wenigstens in 2013 5,5 EUR ausgeschüttet, was selbst beim jetzigen (gestiegenen) Kurs noch 6,42% sind. Das ist doch schon ganz manierlich, wenn auch noch nicht der Burner.

Aber ich habe ja schon einige ETFs und CEFs. Anfänge der Umstrukturierung sind ja gemacht. Derzeit fließen bei mir bereits ca. 350 EUR jeden Monat effektiv an Dividenden.

MS

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 11.03.2014     
@Matthias

Ich denke es kommt auf die Relation der Dividendenrendite an.

Kann das Unternehmen das Geld sinnvoller investieren ohne das zu viel Steuern anfallen? Kann es daraus Wettbewerbsvorteile ziehen?

Eine Ausschüttung aus der Substanz heraus geht langfristig logischerweise nicht gut.

2/3 Kursgewinne inkl. sinnvolle Rückkäufe und 1/3 Dividende sind für mich erstrebenswerter und langfristig sinnvoller als die "goldene Gans" zu schlachten.

Wobei wir beide unterschiedliche Zeithorizonte und unterschiedliche Strategien haben.

Eine der beiden Strategien als besser oder schlechter zu beurteilen, sieht man erst objektiv im Rückblick.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 11.03.2014     
@Markus

Das ist natürlich richtig. Keine Dividende nützt etwas, wenn sie das Unternehmen ausbluten lässt. Wir sollten unsere Sichtweisen auch nicht als Gegnerschaft sehen. Für jeden Leser sind auf beiden Seiten nützliche Hinweise zu finden.

Ich versuche natürlich die Substanz im Auge zu haben. Letzte Woche habe ich nach mich nach einem halben Jahr von einem Fund verabschiedet (2 Quartalsdividenden und kleines Plus mitgenommen), weil der NAV weiter sinkt (die MLPs leiden derzeit), und der Kurs weiter steigt. Es handelte sich um Cushing MLP Total Return Fund: SRV . Man muss jetzt schon über 22% Premium zahlen. Das wäre nicht weiter tragisch, wenn es ein beliebter Fund ist, und der NAV in dem Abstand immer auch bleibt. Aber die Schere darf nicht auseinander gehen, weil die DIV zu sehr als ROC (Return of Capital) gezahlt wird.
Es muss anders herum aussehen. So wie z.B. bei Cohen & Steers Glb Inc Builder: INB. Da fiel der Preis weit unter den NAV, und im August gab es den für 10% Discount; Kaufalarm.

MS

Anmerkung  von  Florian Kling    geschrieben 11.03.2014     
Website blog.aktienfreunde.net

Erneut Danke für deine Einblicke.
Persönlich bin ich kein allzugroßer Fan von sehr großen BlueChips wie P&G - und schaue mir die meist garnicht erst an weil die KBVs immer sooo groß sind, dass ich es sehr schwer finde hier tatsächlich zu entscheiden was denn der innere Wert des Unternehmens ist. Ich suche mir immer lieber Medium Caps, deren Unternehmen und Produkte ich kenne und die gerade eine schwere Zeit haben. Hier findet man teilweise KBVs von 1 und kleiner mit schlechtem Chart in den letzten Monaten. Zur Diversifizierung hatte ich aber auch, als alternative zu Festgeld oder Fonds in Berkshire Hathaway investiert und wurde extrem positiv überrascht wieviel Bewegung nach oben da tatsächlich noch drin ist. Ich bin noch jung und risikiere auch mehr - das Risiko wird natürlich wieder geringer je länger ich ausharre, und das tue ich.

Aber danke für P&G, ohne dich hätte ich die Aktie garnicht angeschaut weil ich diese Liga garnicht mehr wirklich betrachte. Für moch ein klarer Kauf - und da freue ich misch schon auf die nächsten Jahre!

In Krisen wie jetzt kaufe ich ein, dafür habe ich genug
liquide Mittel gehalten und nach dem sehr erfolgreichen 2013 durch Verkaufe frei gemacht - mir ist grade alles viel zu positiv in Europa. Die Krise hat mich bestätigt, auch wenn ich natürlich nicht vorausgesehen habe. Meine Italien und Griechenlandpapiere haben heute bis zu 120% Rendite gebracht.

Bin langer und treuer Leser, weniger Kommentierer und werde für deinen Blog stimmen. Er hat mir Mut gemacht einfach auchmal loszulegen und einen Blog zu starten.

Anmerkung  von  Sebastian    geschrieben 11.03.2014     
Beim KGV-Thema muss ich immer schmunzeln. Kennt einer Phil Fisher?
Dem waren die KGVs relativ egal, der hat auch den 50fachen Gewinn eines Jahres gezahlt, wenn er begründet damit rechnen konnte, dass das (Wachstums-) Unternehmen seinen Gewinn in den nächsten Jahren/Jahrzehnten durch gigantisches Umsatzwachstum um einige hundert Prozent steigern würde.

Es gibt sicher auch heute Unternehmen, die aus einer Nische heraus ihre Gewinne pro Aktie verhundertfachen. Da spielt das heutige KGV keine große Rolle.

Um Mißverständnissen vorzubeugen: Das ist nicht meine Spielwiese und wohl eher etwas für Profis. Mir ist schon klar, dass dieser Investmentstil eine Menge Arbeit verlangt.
Aber die Gewinne von übermorgen können das aktuelle KGV mal eben zehnteln und damit obsolet machen.....

Zum Thema Timing war Fisher übrigens überdeutlich: Wenn ich ein Hammerunternehmen besitze, verkaufe ich doch nicht wegen irgendwelcher Spekulationen um die nahe Börsenzukunft. Das Unternehmen ist gerade teuer (KGV ;) ) ? Na und ?
Wenn es auch in zehn Jahren noch gut läuft, wird es mehr Wert sein. Warum also verkaufen?

Gibt es irgendeinen, der IMMER günstiger wieder eingestiegen ist? Bitte melden....

Ansonsten auch von mir ein Lob an Tim - es macht immer Spaß, hier mit Argumenten versorgt zu werden und von Anlegern mit ähnlicher Strategie zu lesen.

Sag mal Tim, du "propagierst" ja immer die gelungene Diversifikation.
Geht dein Risikokapital komplett in den Aktienmarkt oder hältst du auch Anleihen?

Wünsche allen weiter viel Erfolg!

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 11.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Florian
Danke für die Stimme. Gut, dass Du einen Blog gestartet hast. Für mich ist das ein Hobby und Teil meiner Therapie (lol).

@ Sebastian
Danke für das Lob.

Ja, mit den hohen KGVs ist mir aufgefallen, dass ich zu kritisch war. Teure KGVs haben (manchmal) ihre Berechtigung. Vor allem wenn Unternehmen sehr zufriedene Kunden, extrem hohe Qualität und Wettbewerbsvorteile haben: Etwa Google, Amazon, Disney, Facebook, Netflix etc. Da stößt man aber als Value-Anleger an seine Grenzen.

Mein Depot besteht überwiegend aus Hausmannskost. Langweiliger Kram, günstig bewertet, Dividendenzahler: Öl, Banken, Maschinenbau, Mischkonzerne, etwas Software. Anleihen besitze ich keine, aber dafür Immobilien. Mein Cashbestand ist gering. Ich bin sozusagen fast zu 100% investiert. Alles langfristig. Bis zur Rente.

Anmerkung  von  Fritz    geschrieben 12.03.2014     
Achtung, ich habe Tims Computer gehackt, hier ein exklusiver Einblick in sein Depot:

- Berkshire Hathaway
- Procter & Gamble
- Adidas
- SAP
- Heinz (noch)
- Wells Fargo
- Coca Cola
- Exxon Mobil
- Chevron
- Church & Dwight
- Palmolive
- Clorox
- Walt Disney

@Tim: Bin ich nah dran? ;)

Viele Grüße

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 12.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Fritz
Haha.
Viele der genannten Aktien erwähne ich in der Tat positiv im Blog. Das heisst aber nicht automatisch, dass sich diese Papiere in meinem Depot befinden. Nur ganz wenige davon etwa Chevron oder SAP. Heinz hatte ich, die sind aber von Buffett (gemeinsam mit einem Finanzinvestor) übernommen worden.

Anmerkung  von  Steuerfuchs    geschrieben 12.03.2014     
@Tim: Deine Aussage "Weil ich keine Steuern auf Verkaufsgewinne bezahlen will" ist doch unsinnig, zumindest wenn Du Dich nicht nur an Buchgewinnen erfreuen willst. Du schreibst ja, dass Du mit Renteneintritt verkaufst, also dann wirst Du Deine Steuer zahlen und Du wirst keine Euro durch ydein Nichttradeb an Steuern gespart haben, zumindest nach meinem Verständnis, ansonsten würde ich das gern erlöutert bekommen, wie Du dabei Steuern auf Gewinn vermeiden willst.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 12.03.2014     
@Steuerfuchs

Vermutlich geht das nur über einen 401k Plan.

In USA hat man die Möglichkeit, in ein speziell für die Rente angelegtes Depot Aktien und deren Dividenden (müssen wohl immer "qualified Dividends/Distributions" sein) anzusparen. Die Gewinne können dann steuerfrei entnommen werden in der Rente/Retirement. Hat eine gewisse (ausreichend großzügige) Begrenzung (Einzahlung pro Jahr).
Das ist genau das, was uns in DE fehlt.

MS

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 12.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Steuerfuchs
Das Traden bringt einfach keinen Mehrwert (es ist eher eine Gefahr für das Vermögen/Last). Das zeigen wissenschaftliche Studien ganz klar. Insofern möchte ich mich einfach nicht damit beschäftigten.

Als Rentner zahlst Du geringere Steuern, weil Dein Einkommen geringer ist (weil es Steuererleichterungen gibt).

Womöglich verkaufe ich nicht mal als Rentner. Und kassiere die Dividende.

WO soll der Vorteil darin liegen, eine Aktie wie J&J, P&G oder Berkshire zu traden? Mein Portfolio ist permanent. Ok, ich stocke auf. Ich halte z.B. das Chevron-Ding einfach 30 Jahre durch, kassiere regelmässig Dividenden. Und fertig.

http://finance.yahoo.com/echarts?s=CVX+Interactive#symbol=cvx;range=my;compare=fb;indicator=volume;charttype=area;crosshair=on;ohlcvalues=0;logscale=off;source=;

Anmerkung  von  Steuerfuchs    geschrieben 12.03.2014     
@Tim:ja wenn Du keine Lust auf Trading hast oder es einfach nicht willst, i st es doch ok. Nur hat das in keinster Weise etwas mit Steuersparen zu tun. Im Übrigen habe n wir in D eine Abgeltungssteuer, die auch im Rentenaltereantwortet gilt, wobei ich unterstelle, dass Du wenigstends so einRenteneinkommen hast, das Dein Steuersatz mindest dem der Abgeltungssteuer liegt, was also keinen Sinn mit dem geringerem Steuersatz im Rentenalter zu tun hat. Zu Deiner Frsge, was das Trading für Sinn macht, ist einfach beantwortet, Du verkaufst Dein Aktien jetzt wen der Markt laufend ATH produziert hat und kaufst die dann im Tal wieder zurück, ohne natürlich genau zu wissen wann die Talsohle erreicht ist, aber zumindest geringer als Du verkauft hast.Und das es nicht ewig nach oben geht ist ja klar.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 12.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Steuerfuchs
Das mit dem Trading klingt so einfach: Oben verkaufen und unten kaufen.

Viel Spaß damit.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 12.03.2014     
Das mit dem Trading ist schon z.T. ganz ok. Ich fände es optimal, wenn man mit einem Teil (vielleicht 25%) des Kapitals etwas aktiver umgeht, und die Gewinne in Langfrist-Anlagen steckt. Das ist natürlich alles Theorie. Ich verkaufe eigentlich nur, wenn ich fundamental nicht mehr überzeugt bin. Und dann stecke ich das Geld aber i.d.R. in irgend etwas anderes. Wenn der verkaufte Wert vielleicht mal wieder einen Kaufkurs hat, dann habe ich sicherlich gerade keine liquiden Mittel dafür.

Aktives Traden probiere ich eigentlich nur testweise ohne Gefahr.

Hier ist mein unveröffentlichtes Wikifolio (für GMCR noch nicht mal ein Kurs drin). Ist 1 Jahr alt und hat ca. 100% gemacht. Das ist eine sehr deutliche Outperformance! Aber wie lange hält man sowas durch? Zumindest würde ich das nie für Anleger in mein Wikifolio riskieren wollen.
Traden kann also schon wirklich funktionieren! Dagegen hat mein Realdepot wieder eine Underperformance von ca. 12,6% gehabt. Allerdings eben die Ausschüttungen.

MS


Anmerkung  von  Sebastian    geschrieben 12.03.2014     
@Steuerfuchs
Ich würde die Gefahr nicht unterschätzen, Stück für Stück aus dem Markt auszusteigen und dann am Ende - wenn der richtige Boom kommt - ohne Papiere dazustehen.

Alles schon vorgekommen. Da muss man dann aber weiter zurückblicken als nur die letzten 15 Jahre. Die 50er sind sehr lehrreich.

Ebenso daneben lagen viele mit der 200-Tage-Linie. Schnitt nach unten verkaufen - Schnitt nach oben wieder kaufen.
Das hieß dann leider immer TEURER rein als zuvor raus.....

Im letzten Jahr sind doch schon viele beim neuen ATH raus. Wie ergeht es denen jetzt?

Am Ende ist es eine Wette. Kann gut gehen, muss es aber nicht. Wer investiert ist und es auch bleibt, kann dagegen gelassen in die Zukunft segeln.

Einen ordentlichen Crash würde ich übrigens begrüßen! Billiger kommt man doch nicht an die neuen Papiere heran :).

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 12.03.2014     
Website www.tischaefermedia.com

@ Sebastian

Ich stimme zu. Traden klingt in der Theorie so einfach, die Praxis sieht anders aus.

Ein Beispiel: Wenn Du die besten Tage im Jahr versäumst an der Börse, hast Du ein Problem.

Du hast selbst in Deutschland Steuervorteile als Langfristanleger: Wenn Du lange genug Qualitätsaktien besitzt, kassierst Du ja aus einem unversteuerten Aktienportfolio Dividenden. Wenn Du jedes Mal wegen der Trades Steuern + Gebühren abführst, ist das Depot erheblich kleiner und damit auch die Dividenden.

Zudem kannst Du ein Buy-and-Hold-Depot vererben. Freibeträge lassen sich hier ausnutzen.

In den USA sind die Vorteile des Aktiensparens für die Rente natürlich noch besser geregelt als in Deutschland. Matthias hat das ja schon erwähnt.

Anmerkung  von  Florin    geschrieben 12.03.2014     
Die Vorgehensweise bei einem "all time high" zu verkaufen, um dann wieder niedriger einzusteigen klingt in der Tat einfach. Ich habe aber selbst in der Praxis die Erfahrung gemacht, dass es alles andere als sicher ist.

Beispiel: Aktie A erklimmt mit 80$ ein neues ATH. Der Anleger verkauft nun mit dem Vorhaben, bei niedrigeren Kursen wieder einzusteigen.
Die Aktie steigt allerdings weiter auf 120$. Der Anleger ärgert sich nun, dass er nicht dabei geblieben ist und will beim nächsten Rücksetzer die Aktie wieder kaufen.
Der Rücksetzer kommt in der Tat und die Aktie fällt auf 100$. Der Anleger kauft diese nun wieder.
Was ist aber im Endeffekt geschehen? Der Anleger verkauft rel. billig und kauft wieder rel. teuer. Dazu kommen noch die Transaktionskosten. Ein schlechtes Geschäft.
Also es Anfang 2014 zu einem Rücksetzer an der Börse kam, der Dax also wieder nahe an die 9000er Linie zurückfiel, war das für einige Anleger wieder eine interessante Einstiegsmöglichkeit.
Vor einem Jahr wäre ein Dax Stand von 9000 als sehr hoch bewertet worden und mancher Anleger hätte hier eher Gewinne realisiert.
Man sieht hier recht deutlich, dass diese Überlegungen auf einer sehr kurzfristigen Sichtweise beruhen.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 12.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Florian

Gut erklärt. Danke.

Es gibt Millionen Lottospieler und Kasinobesucher, die sich enorme Hoffnungen machen.

Wo ich persönlich sehr viel Wissen herausziehe, sind wissenschaftliche Studien. Zum Trading gibt es etliche. Und die zeigen eben glasklar auf, dass es sich nicht lohnt. Ich kann gerne noch mal einen Blogeintrag dazu bringen, falls Interesse besteht.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 12.03.2014     
@Florian

Wer es so macht, der macht es natürlich verkehrt, und führt die Taktik ad absurdum, die dem Vorhaben zugrunde liegt. NUR wenn man eine Aktie unter dem Verkaufskurs zurück kauft, macht das Sinn. Wer es wie von Dir beschrieben macht, der hat einfach den Sinn nicht verstanden. ;-) Wenn die Aktie weiter läuft, dann muss man sich was anderes suchen. Das Anlage-Universum ist sehr groß.

Es sollte natürlich so aussehen:
2 Leute kaufen sich 100 Aktien a 20 $.
Die Aktie steigt auf 40 $ (ab 100% werde ich persönlich kribbelig).
Der eine hält, der andere verkauft.
Irgendwann gibt es die Aktie wieder für 30 $. Der eine sagt; ja, Rücksetzer sind normal und ich bin ja immerhin noch 50% im Plus.
Der andere kauft jetzt statt seinen ursprünglichen 100 Stück nun 133 Aktien zu 30$ zurück aus den erlösten 4000 $. Aus erneuten Anstiegen profitiert er nun überproportional. Sollte das so noch mehrere Male gelingen, kann er seine Stückzahl immer weiter erhöhen. Theorie eben. Aber in eine verkaufte Aktie erneut teurer wieder einsteigen macht keinen Sinn.

MS

Anmerkung  von  Sebastian    geschrieben 13.03.2014     
@Matthias
Als Beispiel für die Problematik können meine Adidas-Papiere gelten, die ich seit 2010 im Depot habe.

Immer wieder habe ich ganz "valuemäßig" errechnet, dass sie doch fair- wenn nicht gar überbewertet sind und ich sie verkaufen könnte, um sie dann später günstiger zurückzukaufen.

Zum Glück habe ich es nicht getan - ich bleibe bei Buy-and-hold - denn es hätte nicht funktioniert.

Dazu kommt der tägliche Psychostress (fallen sie jetzt endlich oder steige ich doch wieder teurer ein ?). Das erspare ich mir.

Deine Theorie leuchtet ein, allein die Praxis zeigt, dass es so gut wie niemand hinbekommt....

Wenn die Kurse noch ein wenig weiter fallen, investiere ich meine nächste Rate ins Papier. Aber selbst bei 70€ stehen sie noch weit über dem damaligen "Verkaufskurs".

Dem Aktienhopping kann ich übrigens nichts abgewinnen. Erinnert mich eher ans Sepekulieren als ans Investieren. Aber gut - jedem seine Strategie!

Anmerkung  von  Anna    geschrieben 13.03.2014     
@ Hi Steuerfuchs,
die Variante (verkaufen und später wieder kaufen) hat sich wohl jeder mal überlegt.
Aber: Kannst Du in die Zukunft schauen? Wenn ja, wäre Lotto effektiver.
Es kann ziemlich stressig werden und zusätzliche Kosten (Steuern und Gebühren) verursachen.

Mein Sohn hat sich zu Deiner Variante nur kurz und knapp geäußert: "Auch ein Fuchs wird mal überfahren".

Nix für ungut.

Anmerkung  von  Christian    geschrieben 13.03.2014     
Spekulation ist toll. Zumindest für die Menschen, die bereit sind Geld zu verlieren.
Da Markettiming Unfug ist, bleibt nur noch buy & hold, bzw. intrinsische Analyse übrig.
Welche Strategie verfolgt wird hängt meiner Meinung nach von dem Grund des Kaufs ab. Kaufe ich einen deepvalue wert mit negativem ncav oder kaufe ich ein sehr stabiles business von dem man ausgehen kann, dass weiterhin sehr gute kapitalrenditen erwirtschaftet werden...

Anmerkung  von  Stefan    geschrieben 13.03.2014     
Vom voreiligen Verkaufen bin ich kuriert seit ich mir durch einen zu frühen BASF Verkauf circa. 8.000 € durch die Lappen gegangen sind! Glaub mir, es ist wesentlich schlimmer sich nach einem Verkauf zuzugucken wie die Aktie steigt und steigt. Viel schlimmer als mit einer Aktie auf Verlusten zu sitzen...

Zu P&G:

das ist natürlich ein Wert mit dem man langfristig nichts falsch machen kann. Aber ob da auch zufrieden stellende Renditen drin sind? Selbst Buffett äußert sich mittlerweile eher kritisch über P&G. Er meinte kürzlich, dass die Gewinnentwicklung seit ein paar Jahren eher enttäuschend verliefe. Ich meine er hat auch ein paar verkauft, weiss ich aber nicht sicher.

Gruss

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 13.03.2014     
@Stefan

Buffett hat zuletzt in Quartalen 1-3 2012 P&G kräftig ausgekehrt. Da muss sie ihm damals schon zu teuer erschienen sein. Seitdem schaut er den Kurssteigerungen nach.

Die letzten 365 Tage gibt nur Insiderverkäufe, keine Insiderkäufe.

MS

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 13.03.2014     
Trading zu proklamieren, wo noch nicht mal eine halbwegs vernünftige Aktienkultur da ist... Das ist wie jemand nen Porsche-Schlüssel in die Hand zu geben, wenn er noch nicht mal einen Führerschein hat und keine geistige Reife hat.

Markettiming vorschlagen, wenn die Leute nicht mal stupides buy & hold bei günstigen etf`s drauf haben...

Buy & Hold kann die Abgeltungssteuer von 25 % auf 9 % Steuerlast senken. Schreibt zumindest der Kommer.

Das einzige, was m. E. sogar stärkere Aussagekraft als die Gewinnentwicklung hat, ist das geglättete 10 Jahres-KGV...

Anmerkung  von  Christian    geschrieben 13.03.2014     
Denke auch, daß man das Timing nur mit Glück oder per Zufall hinbekommt. Man hat ja 2 Timingprobleme, den Kauf und den Verkauf.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 13.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Matthias
Aktienverkäufe bei Blue Chips durch Führungskräfte sind Usus. Sie sind Teil der Managementvergütung. Das sollte man als Privatanleger nicht überbewerten.

Obgleich Käufe durch Manager natürlich ein schönes Signal sind. In der Summe überwiegen aber in der Regel die Verkäufe immer die Käufe.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 13.03.2014     
@Tim,

ja, prinzipiell ist mir das klar. Nur sehe ich es doch lieber, wenn der Wert meines Vertrauens von Insidern gekauft wird, weil als Schnäppchen begriffen.
Wenn ich mich für PG entschieden hätte, würde ich deswegen auch nicht verkaufen...

Das heutige Kurs-Desaster habe ich erst auf der Fahrt nach Stuttgart mitbekommen. Habe mich vorhin lange nicht getraut ins Depot zu schauen. ;-) Aber dann doch gewagt, und siehe da, bin sogar 400 EUR im Plus zu heute morgen. BDCs ausgeglichen, die CEFs ausgeglichen bis leichtes Minus, der ganze andere Rest auch +/- Null aber die mReits im Plus (bei denen bin auch insgesamt zum Einstand inzwischen wieder im Plus, minus nur bei ARR und NLY), auch meine Kanadier mehrheitlich im Plus, und bei USD und CAD auch leichter Kursgewinn.

Gutes Nächtle
MS

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 17.03.2014     
sehe mit Interesse die unterschiedlichen Anlegertypen hier. Ich schaue z. B. einfach nur ins Depot, um die Aussagen in Literatur bestätigt zu finden und messe (nicht wirklich) die Volatilität min/max für verschiedene Unternehmensgrößen um z. B. im Hinterkopf mit sog. Statistiken von Screenern zu vergleichen (auch nicht systematisch).

Angst vor dem Blick hab ich jedoch nicht, weil ich weiß was innerhalb eines Tages häufig passiert, es ist geradezu amüsant und ich frage mich dann, wo wieder eine Tradingwelle losgetreten wurde und warum eigentlich. Ansonsten ist es rein aus Anlegersicht für mich völlig egal, bzw. kein Zeitraum oder ein Signal der mich zu irgendwelchen Entscheidungen veranlassen würde. Das Auf und Ab ist einfach nur interessant anzuschauen und auch wie der Wert gemittelt dann i. d. R. kontinuierlich steigt und über große Zeiträume sich glättet. Wie bei Graham zu lesen, ignoriere den Lärm um nichts, lass die Leute handeln, schwatzen, spekulieren, wen juckts wenn's dem zugrunde liegenden Unternehmen gut geht?

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 18.03.2014     
Steuerfuchs:"Du schreibst ja, dass Du mit Renteneintritt verkaufst, also dann wirst Du Deine Steuer zahlen und Du wirst keine Euro durch ydein Nichttradeb an Steuern gespart haben, zumindest nach meinem Verständnis, ansonsten würde ich das gern erlöutert bekommen, wie Du dabei Steuern auf Gewinn vermeiden willst."

Darum geht es nicht. Es geht um die Zockerei bei jedem Verkauf und der Spekulation dass die Aktie deutlich fällt und man einen neuen guten Einstiegszeitpunkt findet, der die Tradingkosten aufwiegt. Jedes Mal stehen die Chancen 50:50, vielleicht auch leicht anders. Gebe Dir ein Beispiel: Soros hatte letztes Jahr JCP zum zweistelligen Betrag gekauft (wo sie schon deutlich eingeknickt war, um wahrscheinlich einen erneuten Anstieg mitzunehmen. Viele haben bestimmt geglaubt, das ist die Talsohle, tiefer geht's nicht mehr. Die Lehre (s. a. Hinweis von Peter Lynch in "One Up On Wall Street"), die Aktie ist mittlerweile bis auf unter 6 Dollar gefallen (never catch a falling knife). Es kam alles zusammen, massiver Verlust von Marktanteilen durch Mismanagement, Rückzug von großen Investoren, u. a. Bill Ackmann, unangekündigte Verwässerung, Absprung von weiteren Investoren, ein Knall. JCP versucht sich gerade zu erholen. Rein buy&hold-seitig schlechtes Beispiel, da das Unternehmen durchaus bankrott gehen kann. Aber auch Buffett erwischt regelmäßig bei Einstiegen nicht die Talsohle, wenn man seine Käufe z. B. auf Gurufocus anschaut, aber noch mal das ist für ihn nicht der Punkt. Das Risiko dieses Trading-Verhaltens ist nachgewiesen wesentlich größer als die Pleite oder die Stagnation eines starken Unternehmens mit Wettbewerbsvorteil. Bei jedem Trading springe ich ins Haifischbecken um zum goldenen Ring zu schwimmen. Wozu dieses Risiko, mal verliert man eine Hand mal einen Zeh, vielleicht auch seinen Kopf. Es ist einfach auch mathematisch nachgewiesen (Jack Bogle) das diese Zockerei absolut keinen Sinn macht und nur vielleicht 1% besser abschneiden als der Buy&Hold-Investor. Ein großes Casino mit hohen Verlustrisiken. Da ist es doch verständlich, warum man sich mit sowas erst garnicht befassen möchte. Die Statistiken zeigen eindeutig die geringere Performance von Tradern. Darin erkennt man aber nicht die Totalverluste, die Leute die sich damit sogar verschulden mit irgendwelchen Hebelpapieren. Für mich ein heißes Eisen, was ich nicht anfasse.

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130.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto

Illustration

New York, Freitag, 7. März 2014

Ein Bekannter hortet Bargeld. Auf dem Tagesgeldkonto. Die Verzinsung ist mickrig. Es wird immer mehr Geld. Es sind schon 130.000 Euro. Das ist natürlich eine der schlechtesten Formen der Geldanlage. Natürlich braucht jeder etwas Cash, eine Notreserve ist wichtig. Aber so viel? Alles auf dem Festgeldkonto?

Ich halte das für Unsinn. Wenn man dieses Geld nicht kurzfristig braucht, sollte es rentierlich angelegt werden. Die beste Assetklasse sind Aktien. Dort können Sie im langen Schnitt mit fast zehn Prozent vor Steuern (und Inflation) rechnen.

Der norwegische Staatsfonds hat fast sein gesamtes Vermögen an den Aktienmärkten angelegt. Das Geld ist dort gut aufgehoben. Die Norweger hätten ja genauso gut alles in Staatsanleihen, ähnliche Produkte wie Riester-Versicherungen, in Sparbücher, in Lebensversicherungen investieren können. Das wäre aber nicht sehr rentierlich. Clever so.

Ähnlich macht das der Pensionsfonds für Lehrer in Kalifornien, Calpers. Die Pensionsmilliarden aus dem Sonnenstaat liegen an den Aktienmärkten. Die Aktien werfen gute Renditen ab. Sehr zur Freude der Lehrer.

Droht ein Krieg an der Krim? Kommt es zu einer Korrektur? Kommt ein Crash an der Börse? Keine Ahnung. Das weiß niemand mit Sicherheit (obwohl viele „Experten“ so tun, als wüssten sie alles). Trotz dieser Gefahren ist Ihr hart verdientes Geld an der Börse verdammt gut LANGFRISTIG aufgehoben.

Dagegen wird Geld auf Festgeldkonten mittel- und langfristig von der Inflation vernichtet. Langsam, aber sicher wird Ihr Spargroschen weniger wert. Obgleich optisch kein Geld abhanden kommt, schwindet die Kaufkraft über die Jahrzehnte. Der Schaden ist immens. Es handelt sich bei gering verzinsten Sparguthaben um ein wirklich schreckliches Langfristinvestment.

Unsere Bundesregierung in Berlin hat leider nicht begriffen, wie wertvoll Produktivkapital für die Altersvorsorge ist. Daher fördert sie das Aktiensparen für die Rente nicht, obwohl andere Staaten wie die USA sehr gut zeigen, wie man es besser macht. Es ist eigentlich eine traurige Entwicklung in Berlin. Wenn eine Regierung über Jahrzehnte hinweg sich nicht SINNVOLL um die Altersvorsorge seiner Bürger kümmert, ist etwas faul.

(Das Foto oben habe ich in der Pinakothek der Moderne in München gemacht.)

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Anmerkung  von  Der Couponschneider    geschrieben 07.03.2014     
Website couponschneider.blogspot.de

Es hat Gründe, warum die Politik keine Aktiensparer will. Wirtschaftlich starke Bürger kann man nicht so leicht bestechen. Wer einmal von Dividenden gekostet hat, der interessiert sich doch nicht mehr für Sozialleistungen.

Ich bin nicht gegen Sozialleistungen und den Sozialstaat an sich, aber sehr wohl gegen das, was wir da heute vorfinden. Nicht mehr soziale Härtefälle sind im Zentrum der Sozialindustrie, sondern schon die obere Mittelschicht und viele Akademiker. Ich halte es für eine Verschwendung von Ressourcen, dass sich der Staat um Leute kümmert, die es eigentlich nicht nötig hätten. Ich verstehe bis heute nicht, was die Politik dazu bewegt, Akademiker in Elternzeit zu locken. Die verdienen doch gut und wenn die Kinder kriegen, können die doch vorher sparen und eine berufliche Auszeit mit dem Ersparten finanzieren. Ich habe häufig den Eindruck, dass die Mentalität vorherrscht, dass am Monatsende das komplette Gehalt vorkonsumiert sein muss, die Politik dies geradezu forciert.

Die Konzentration auf viel zu viele Bevölkerungsteile führt zwangsläufig zur Vernachlässigung jener, die wirklich unserer Hilfe bedürfen.

Ich kann mich noch gut an die Einführung von Hartz IV erinnern. Arbeitslosenhilfeempfänger waren total dagegen, weil sie nicht mit dem "Gesocke" der Sozialhilfeempfänger gleichgestellt sein wollten, die ja nie gearbeitet hätten. Das hat die PDS (früher SED) schnell aufgegriffen und diese teilweise sehr menschenverachtende Haltung propagiert, denn unter Sozialhilfeempfängern befanden sich viele junge, alleinerziehende Mütter, junge Erwachsene, die bei alkoholkranken Eltern aufwuchsen, also teilweise wirklich arme Schweine, die mal auf die schiefe Bahn gerieten. Die PDS (heute Linkspartei) ist ja sonst schnell dabei, anderen vorzuwerfen, wie menschen- oder frauenverachtend sie seien.

Anmerkung  von  dk    geschrieben 07.03.2014     
Über den norwegischen Staatsfond habe ich kürzlich eine gute Story in der "Capital" gelesen.
Sehr schlau der Mann, der den Fond leitet.
Auch, wie du schon gesagt hast Tim, legen die Norweger komplett alle Infos auf der Internetseite zur Schau. Was hat man gekauft, wie viel davon usw.
Und richtig, über 64% in Aktien.

Zum Artikel:

130.000 T€ gut angelegt und man erntet im Frühling Tausende Euros an Dividenden, die man dann reinvestiert. Herrlich. Und das über Jahrzehnte. Also bis zu einer Million ist es dann nicht mehr so weit.

Anmerkung  von  Lars    geschrieben 07.03.2014     
@dk
130T gut anlegen und dann Tausende von Euro einstreichen schreibt sich immer so leicht.
Meines Erachtens darf man nicht nur auf die Dividenden schauen, denn z.B. nach ´nem Crash müsstest du wirklich sehr lange investiert bleiben, bis du mit deinen Dividenden die "Verluste" halbwegs ausgleichen könntest.
Jetzt werdet ihr sagen, Crash ist ´ne gute Gelegenheit nachzukaufen, aber wer kann schon eine so lange Zeit auf eine solch hohe Summe verzichten?
Das dürften die Wenigsten sein...

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 07.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ dk
@ Lars
An der Börse gibt es Risiken. Keine Frage. Die darf man nicht unterschätzen. Es kann passieren, dass die Börse in der Tat um 50% nach unten rauscht im Crash. Und es kann passieren, dass der Index 10 Jahre seitwärts läuft. Alles ist möglich.

Das Aktiensparen sollte als ein Baustein der Altersvorsorge dienen. Daneben gibt es ja die Bausteine Gesetzliche Rente/Pension + andere Assets wie Immobilien oder Betriebsrente.

Alles auf ein Sparkonto (hier im Fall 130.000 Euro) zu packen, ist ein Fehler, finde ich. Wegen der Geldentwertung.

Anmerkung  von  Chris    geschrieben 07.03.2014     
Website www.gieristgut.com

Die Finanzierung des norwegischen Staatsfonds ist ja auch mit keinem anderen Staatfonds vergleichbar...
Hier müssen die Norwegen einen bestimmten %-Satz ihres Einkommens in den Fonds einbringen (gibt auch andere Möglichkeiten, aber der Staatsfonds ist mit Abstand der günstigste).

Außerdem werden die Einnahmen aus der Ölförderung angelegt...

Norwegen kann das Risiko eingehen, da der Cashflow vorhanden ist. Wäre dem nicht so, dann wäre das Anlage verhalten definitiv nicht so.

Summa summarum: wer auf sein Geld angewiesen ist, dem ist so ein Anlagestil nicht zu empfehlen. Deswegen immer ausreichend Cash halten - Cash is King.



Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 07.03.2014     
Ja mei... das ist 'ne Psychkiste. Wenn der gute Mann sich so wohler fühlt, dann lasst's ihn halt. Es ist nun mal so, dass manche Leute einfach die Volatilität nicht verkraften können, und dann lieber eine schmale, bzw. real negative (Kaufwert) Entwicklung in Kauf nehmen. Ich habe auch erst mein Tagesgeld aufgelöst, als die Zinsen unter 1,5% gingen.
Heute bin ich richtig waghalsig bis "greedy" geworden. ;-)
Heute habe ich dem Leckerbissen billiger CAD nicht widerstehen können und habe EUR für CAD verkauft. Dafür habe ich mir in Toronto "Aberdeen Asia-Pacific Income Investment(TSE:FAP)" gekauft. Das ist ein CEF mit Schuldtiteln, Schwerpunkt Australien, Inden, Mexiko, Indonesien... und bringt bei monatlicher Zahlung 11% p.a. Ich bin ja Income-Anleger.

Vielleicht ist sowas ja eine Alternative für den armen Menschen im Anlage-Notstand.

MS

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 08.03.2014     
Was für ein Verlust an Rendite, was für vergebene Chancen. Selbst mit einer sehr konservativen Investition in Aktien wären es jetzt bereits weit mehr als 130k Euro. Die Summe wurde ja sicher nicht gestern gespart. Aber sie wurde gespart, Respekt bei einer quasi Nullverzinsung und das sind ja nun wirklich ideale Voraussetzungen um zumindest einen Teil in Aktien oder Index zu investieren.

Anmerkung  von  Fabian S.    geschrieben 08.03.2014     
Wieso Tim?

Evtl. spart der gute Mann auch für einen Crash der irgendwann kommt und kauft dann viele Aktien zu totalen Schnäppchenpreisen ein.

Wenn er sowas vorhat macht er doch alles richtig....

Tagesgeld finde ich super, weil man dort ja im Gegensatz zu Festgeld kurzfristig Geld anlegt und sehr flexibel bleibt.

Die Zinsen sind zwar sehr niedrig, aber mir gefällt daran, dass man jederzeit an sein Geld kommt.

Bei günstiger Gelegenheit hebst Du einfach Geld ab und kaufst dann z.B. Aktien...

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 08.03.2014     
@Matthias

Was ist denn ein CEF?
Grob überflogen irgend ein geschlossener Fonds...oder?

Ohne Vorurteil abgeben zu wollen ist da aber ein Großteil von geschlossenen Fonds doch etwas undurchsichtig für Privatanleger.

Hm, wenn jemand sich nur mit 130 k Tagesgeld wohlfühlt...
Allein wegen der Einlagensicherung würde ein Aufsplittung sinnvoll sein.

Missionarische Missionen und "Besserwisserei" bringt nix, wenn der Mensch sonst schlaflose Nächte hat...

Jemand, der Angst hat, wird auch sicher nicht in der größten Krise, wenn es z. B. auf der Krim eskalieren sollte, sicher nicht komplett 130 k in Aktien stecken.

Das Zauberwort ist Diversifikation... Aktien, Rohstoffe, etf`s, Tagesgeld, Reits, evtl. Bonds...

Die meisten sind nun mal kein neuer Buffett, da hilft nur streuen!

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 08.03.2014     
@Markus

Ein CEF Closed-End Fund ist nichts Undurchsichtiges. Der einzige Unterschied zu einem Open-End Fund ist, dass bei Nachfrage nicht ständig neue Anteile begeben werden. Man kauft die einmal emittierten Anteile wie Aktien an der Börse.

Ein schöner Screener für US CEFs wird von Nuveen zur Verfügung gestellt.

Da sieht man wunderbar die Zusammensetzung, das Verhältnis Preis/NAV usw.

Bei speziell dem gezeigten Fund sieht man auch ganz klar das Exposure:

Die Top 10 Staaten (Government Bonds) in Gewichtung:
Australia 26.2%
USA 12,7%
Indien 12,1%
Mexiko 11,3%
Indonesien 10,1%
Brasilien 9,3%
Türkei 6,6%
Sri Lanka 2,5%

Sind einige 10% Kupons dabei (z.B. Indonesien), Laufzeiten bis 2030.
Den vollständigen Bericht bekommt man sicher auch, spätestens beim nächsten Report, als Halter ja sowieso auch zugeschickt.

Für CAD Werte geht "The Globe and Mail" ganz gut.

Ich schau auch immer bei Morningstar rein.

MS

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 08.03.2014     
@Matthias

Danke für die Info.

11 % ohne Risiko... Sorry, daran kann ich nach 14 Jahren Börse nicht glauben... Das sind small-caps und emerging markets Renditen mit den entsprechenden Risiken, nur sind diese transparenter.

Der Wiki-Eintrag zu CEF ist auch nicht verlockend...Geschlossene Fonds-CEF

Der 3. Absatz ist besonders schön.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 08.03.2014     
@Markus

Der (fehlerhafte, als mangelhaft gekennzeichnet) Wikipedia-Eintrag über deutsche geschlossene Fonds hat mit den US/CAD CEFs gar nichts zu tun. Diese geschlossene dt. Fonds sind nicht börsengehandelte Wertpapiere. Man zahlt dort Geld ein und bekommt es erst nach Ablauf einer festgelegten Zeit wieder. Das ist ein völlig anderes Produkt. Schade, dass man sich so schlecht informiert.

Außerdem, wer hat von "ohne Risiko" gesprochen? Das sollte uns doch allen klar sein, dass JEDES Kapitalmarktprodukt mit einem Risiko behaftet ist!

Das Risiko ist so hoch, wie das Ausfallrisiko der im Fund enthaltenen Anleihen ist. Australien? USA? Brasilien? Maxiko? Türkei? Indonesien?... Wie hoch würdest Du die Insolvenzgefahr dieser Staaten einschätzen?

Momentan sehe ich ein größeres Risiko, dass 130.000 EUR auf dem tagesgeldkonto mit 10 oder 15% "abgezypert" werden.

Ach kann eine Aktie mit 3% Div pleite gehen, oder ganz ohne Dividedne. Bei der müsste ja bei 0% Dividende das Risiko auch bei 0% sein, oder wie?

MS

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 08.03.2014     
@Matthias

Das ist das Problem wenn man vorgefertigte Meinungen hat.;-)
Man sucht sich schnelle Bestätigungen.
In dem Fall ich, sorry. Dann hätte in dem Fall die Schwarmintelligenz bei wiki leider auch versagt.

Gibt es denn gute und unabhängige deutschsprachige Informationsquellen?

Werden CAD-CEF`s besser kontrolliert als deutsche-CEF`s?

Wo ist denn der Vorteil gegenüber einem emle-etf?

Wobei natürlich ein risikoaverser Anleger, wie der imaginäre 130 k Typ, mit einer etwas unbekannteren Anlageform sicherlich nicht gut bedient wäre.

Also Australien ist ja eher eine Hartwährung, Amerika wird nur sehr schwer insolvent werden, da sie nicht in Fremdwährung sondern in Dollar verschuldet sind...
2 stellige Renditen bedeuten im allgemeinen mehr Risikobereitschaft, einen langen Atem, geringe Kosten und gute Nerven. Zudem wäre der Ein- und Ausstiegszeitpunkt und Cash in Reserve auch noch wichtig.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 08.03.2014     
@Markus

Keine Ursache, ich will ja auch nichts verkaufen. Deswegen macht mir Kritik da auch nichts aus. ;-)

Ich bin auf US/CAD orientiert, weil ich jetzt schon mein monatliches Zusatzeinkommen aufbauen will. Und dafür gibt es bei deutsche/europäischen Werten einfach keine Möglichkeit. Tim kann sicher bestätigen, dass die Amis einfach Das Retirement viel mehr mit monatlich zahlenden Funds nutzen. Das gibt es bei uns nicht. Ich habe noch ca. 8 Jahre bis zur Rente, und will mir eine Dividendenmaschine als Zusatzeinkommen basteln. Und gerade jetzt kommen mir die günstigen Kurse von USD/CAD/AUD entgegen. Ich habe mittlerweile 17 CEFs. Verteilt auf Assets wie Bonds, Preferred Stocks und Common Stocks. Auch ein paar Reits, BDCs und so.

2-stellige Renditen sind nichts Mystisches. Bei Reits und BDCs müssen 90% des Gewinnes ausgeschüttet werden, das ist so im Reglement festgesetzt, um nicht oder kaum besteuert zu werden.
Wenn eine normale Corp 4% Dividende zahlt bei 30% Payout, dann wären das bei einer BDC 12%, weil eben 90% Payout vorgeschrieben sind.

Die CEFs hebeln i.d.R. auch ca. 30% des Portfolios. Man nimmt also billigeres Geld auf (wie genau das funktioniert weiß ich nicht), und kauft damit höher rentierliche Zinspapiere auf. Daraus ergibt sich die gehebelte Rendite. So wie jede Firma das macht, also aus billigen Krediten eine höhere Kapitalrendite (ROI) erwirtschaften.

MS

Anmerkung  von  Fritz    geschrieben 08.03.2014     
@Tim:

Was hälst du davon, die Buffett-Strategie bzw. sein Depot einfach zu kopieren? Sein Depot ist ja bekannt. Über Zukäufe wird regelmäßig medienwirksam berichtet.

Beste Grüße

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 09.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Fabian S.
Kurzfristig ist Festgeld ok. Aber langfristig ist es eine schlechte Sache. Mein Bekannter hat das Geld dort langfristig. Und es soll auch so bleiben. Das ist natürlich eine schlechte Geldanlage.

@ Fritz
Ja, das kann man machen. Aber ich würde nach der Bekanntgabe etwas abwarten, weil es zu viele Copy Cats gibt, die den Kurs eines Buffett-Lieblings in die Höhe treiben können.

Besser finde ich es, gleich die Berkshire-Aktie zu kaufen (ich besitze sie). Das reduziert die Transaktionskosten. Berkshire ist wie ein verdammt guter Indexfonds. Bislang zumindest.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 09.03.2014     
Leider gibt es hier keine Vorschau, so dass man die Fehler nicht korrigieren kann. Bitte Vorposting löschen, ich probiere es neu.

@Fritz
Wie willst Du Buffett kopieren?
Das BRK-Depot reicht doch nicht. Du kannst nicht Geico nochmal kaufen, Du kannst keine "Wucherzinsen" von Harley Davidson nehmen usw.

@Markus

Wenn ich Skeptikern was empfehlen sollte, und die sich über 8% bei monatlicher Zahlung schon riesig freuen würden, dann würde ich vielleicht FFI.UN empfehlen. Die halten ausschließlich :"Investment grade portfolio: 100% of portfolio is invested in fixed income securities rated at least investment grade at time of purchase, primarily US Preferred securities, portfolio is highly diversified by issuer and issue." Da nehmen sich 35% Leverage nicht waghalsig aus: "The Fund may borrow up to 35% of the total assets of the Fund to purchase additional securities to enhance the total return of the portfolio. In addition, the Fund may borrow up to 2.5% of its total assets for working capital purposes.", bei von Google angezeigtem Return On Investment von 25%. Das Portfolio siehe hier. Morningstar vergibt die Silver Medal.
Das US-Pendant in USD wäre FFC.

MS

Anmerkung  von  Fritz    geschrieben 09.03.2014     
@Matthias Schneider
@Tim

Ich kann Cola, IBM, American Express, Wells Fargo, Procter & Gamble, MuinchRe usw. kaufen...

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 09.03.2014     
@Matthias

Die Besteuerung von ausländischen, geschlossenen Fonds ist nicht kompliziert?

Bei 2 - 4 Dekaden Anlagenhorizont lege ich mir keine Dinger ins Depot, die ich nicht verstehe, die hebeln und die evtl. von Ratings abhängen.

Anmerkung  von  Martin    geschrieben 09.03.2014     
Website agnostic-investing.blogspot.com

Sind diese ausländischen,geschlossenen Fonds steuerlich intransparent für den deutschen Staat und ziehen somit eine Strafsteuer nach sich?

Anmerkung  von  Anja    geschrieben 09.03.2014     
Hallo Tim,
die Margin Debts sind in den USA auf inzwischen 451 Milliarden US$ gestiegen. Wie siehst du das? Ich finde das beängstigend. Verschulden sich in den USA eigentlich auch Unternehmen um Aktien zurück zu kaufen, oder handelt es sich bei dieser aberwitzigen Summe in erster Linie um pure Zockerei auf Kredit?

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 09.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

Hi Anja,

ja, das sind Spieler. Zocker. Ich beobachte das mit ein wenig Sorge. Auf Pump würde ich nie Aktien kaufen. Ich rate jedem davon ab. Es ist ein Spiel mit dem Feuer. Und es kostet - vom Risiko einmal abgesehen - ein Haufen Geld (Kreditzinsen).

Es ist der typische "Kleinaktionär", der sein Geld verspielt. Irgendwann kommt der Crash, der Rücksetzer. Der gehört zur Börse wie der Sturm zum Wetter.

Dieses Zocken auf Pump führt letzten Endes zum Crash. Das war immer so. Die meisten Blasen platzen, wenn die letzten Spieler mit enormen Schulden an Bord gegangen sind.

Wann der Crash kommt? Keine Ahnung. Das weiß niemand. Noch sehe ich keine abenteuerliche Überbewertung an der Börse.

Ja, Firmen kaufen auch mal auf Kredit eigene Aktien über die Börse zurück. Die meisten Vorstände sind jedoch sehr vorsichtig und tun es mit überschüssigem Cash (siehe Apple, Microsoft, JP Morgan, Coca-Cola...).

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 09.03.2014     
@Markus

Ja, wenn man etwas grundsätzlich gar nicht verstehen kann, dann sollte man es nicht machen.

Apropos Hebel... Jede Firma, die Fremdkapital aufnimmt hebelt.

Wenn eine gewöhnliche Firma Kredite aufnimmt, dann tut sie das, weil sie mehr Prozente an Kapitalertrag erwartet mit der Wirtschaftstätigkeit, als es Kapitalzinsen kostet. Das ist Hebeln. Es gibt nahezu keine AG ohne Fremdkapital. Der Unterschied ist, dass eine gewöhnliche AG nur Brosamen des Gewinnes den Aktionären zukommen lässt. Also für sowas bin ich dann eher nicht zu haben. ;-)

Zur Steuer... bisher habe ich keine komplizierten Sachen erlebt. Ich zahle die üblichen 15% Quellensteuer, den Rest beim Jahresausgleich beim deutschen Finanzamt.

Lynx hat mich kürzlich wieder aufgefordert, mittels W-8 Formular online meine Steuerbefreiung als US-Steuerausländer zu erneuern. Das wars dann schon. Hier das Anschreiben:

W-8 ERINNERUNG
Diese Mitteilung dient als Erinnerung, dass Ihr W-8 Formular Ende dieses Jahres verfällt und Sie dieses vor dem 31. Dezember erneuern müssen, damit nach diesem Datum keine US Quellensteuer auf alle Bruttoerträge, Zinsen, Dividenden und Zahlungen, die Ihrem Konto gut geschrieben werden zurückbehalten werden. Diese Anfrage wurde vom US Finanzministerium und der Steuerbehörde (IRS) eingeleitet deren Regeln besagen, dass das W8 Formular alle 3 Jahre erneuert werden muss um den Status als Nicht-US-Bürger zu bestätigen. Es ist unsere Absicht, Ihnen mit dieser Information genügend Zeit zu geben, um auf diese Nachricht zu reagieren und das Formular zu erneuern um eine allfällige Quellensteuer Belastung zu vermeiden.


Verstehe ich zwar nicht ganz, da ich die 15% dennoch auf alles zahle, außer spezielle Zinsen und long term Erträge oder was weiß ich.

Na denn, wie gesagt, ich muss ja niemanden überzeugen. ;-)

MS

Anmerkung  von  Martin    geschrieben 09.03.2014     
Website agnostic-investing.blogspot.com

15% ist schon der ermäßigte Satz und der wird in DE angerechnet. Deshalb sind US Aktien steuerlich
unproblematisch.

Geschlossene Fonds (CEFs) kaufe ich mir aus Angst vor der Strafbesteuerung einfach nicht, obwohl es da manchmal gute Angebote unter NAV gab.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 10.03.2014     
@Martin

Ja, ein US CEF wird auch nicht anders besteuert als jede andere Aktie oder deutscher Fonds von Deka oder DWS o.a.
Es ist ja auch nichts anderes, nur dass eben keine neue Anteile produziert werden wie bei "open end".

Das hat nichts mit dem "Geschlossene Fonds Anlagemodell" zu tun, wie sie berüchtigt sind. Wo man also unternehmerisch mit Nachschusspflicht etc. als Teilhaber tätig wird (Container, Flugzeuge, Schiffe, Immos usw). Das sind völlig andere Graumarktgeschichten.

Ein US CEF bündelt einfach börsengehandelte Wertpapiere wie Aktien, Vorzugsaktien (Preferred Shares), Anleihen... und teilt das Paket in börsengehandelte Anteile.

Ein Bestandteil dieses einen CEF ist beispielsweise eine Banco Santander "Vorzugsaktie", also eine Preferred mit einem 10,5% Kupon. Du kannst diese "Vorzugsaktie" auch einzeln an der Börse kaufen. Die hat wie eine Anleihe einen Basispreis (hier 25 USD), wird derzeit also über par gehandelt, wodurch die Rendite des Kupons reduziert ist. Aber man wählt ja Fonds, um eben einen Topf mit verschiedenen Assets zu haben.

MS

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 10.03.2014     
@Matthias

Mal ne blöde Frage: ;-)
Wie soll etwas börsengehandelt sein, wenn es geschlossen für neue Käufer ist?

Kredite auf Anlage- und Produktivvermögen sind etwas anderes, als Überschuldung bei Staatsanleihen bzw. Geldwerten.
Es kommt aber bei beiden Formen auch auf das richtige Verhältnis an.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 10.03.2014     
@Markus
Moin!

Das ist doch ganz normal so. Ein IPO, also ein Börsengang ist doch auch so.
Der Neuling bietet eine gewisse Anzahl von Aktien zur Zeichnung an. Wenn die alle verkauft sind, dann ist die Kapitalisierung "geschlossen". Diese "geschlossene" Anzahl Aktien kursiert dann an der Börse. Aber jeder kann sie eben auch kaufen, wenn es Verkäufer gibt.

Diese Funds sind genau so. Sie bauen ein Portfolio an Assets auf. Das wird dann gestückelt. Diese Anteile sind steuerlich als "Common Stock", also Aktien behandelt. Und genau so werden sie an der Börse gehandelt.

Hier nochmal das Beispiel FFC

Es gibt Common Shares Outstanding: 43,474,105
Sie wurden beim IPO ausgegeben zu 25$: Inception Market Price $25.00

Das Portfolio besteht hauptsächlich aus "Preferred Shares" von Banktiteln usw.

Es ist eben so, dass die Einzeltitel für den Privaten oft kaum kaufbar sind (zumindest bei deutschen Emissionen), weil die Stückelung oft ab 1000 EUR/USD/AUD/CAD losgeht. Deswegen sind diese Funds so attraktiv, weil man eben die kleinen Stückelungen als Aktie bekommt.

Eine in DE gehandelte Anleihe von Coca Cola z.B. mal. Die hat einen Kupon von 7,375% (wird aber so teuer über par gehandelt, dass sich die Rendite auf 6,2% reduziert). Diese Anleihe kannst Du einzeln als geringsten Betrag (Stückelung) ab 1000 USD kaufen.

Das ist halt für viele Kleinanleger einfach zu unpraktisch. Da mache ich eben einen Fund, kaufe ein paar solcher Anleihen, teile dies in eine Stückelung von 25$ pro Anteil, und gebe sie so aus.

MS

Anmerkung  von  Stefan Müller    geschrieben 10.03.2014     
Wie es um die Kenntnisse in Aktiensparen und Langfristanlage steht und wie das Interesse an Politik auch in der Bevölkerung ist, sieht man an die Petition zu Verbesserung der Altervorsorge.

https://www.openpetition.de/petition/online/altersvorsorge-mit-wertpapierdepots


Tim hat diese hier vorgestellt und es gibt fast keine Resonanz zum Thema.
Auch die Börsen- Finanzmedien haben offensichtlich kein Interesse daran.

So tickt Deutschland.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 10.03.2014     
Website www.timschaeefermedia.com

@ Stefan

Ja. Das ist bedauerlich. Leider.

Die Politik ist so geworden, dass sie am liebsten Massenthemen beackert. Sie will gut beim Volk ankommen. Wenn aber das Volk nicht versteht, wie es am sinnvollsten für das Alter spart, haben wir ein Problem. Die Leitfunktion in Berlin schwindet.

Früher gab es richtige "Denker" in der Politik. Die haben gemacht, was sie vom Herzen her richtig fanden, selbst wenn die Mehrheit dagegen war. Heute ist das meiner Ansicht nach anders. Heute spielen Umfragen/Massenwünsche eine zu große Rolle.

Anmerkung  von  Stefan Müller    geschrieben 10.03.2014     
Danke für die Antwort.
Ich habe vor der letzten Wahl mit allen Parteien Kontakt aufgenommen, wie diese zum Thema Steuerreduzierung für Langfristanlagen steht. (sei es durch eine Wiedereinführung der Spekulatinsfrist, Erhöhung der Freibeträge oder direkte Steuerreduzierung bei Langfristanlagen).

FDP:
Die FDP stand früher für eine Wiedereinführung der Spekualationsfrist, wollte aber nach der Regierungsantwort davon nichts mehr wissen. Die aktuelle Situation soll bleiben.

CDU:
Riesterrente und Co sind ausreichend. Steuerreduzierung wird allgemein ausgeschlossen. Die aktuelle Situation soll bleiben.

SPD:
Erhöhung der Abgeltungssteuer von von 25% auf 32%. Es soll keine Haltefristen geben. Zusätzlich noch eine Vermögenssteuer für "große Vermögen". Anlage in Aktien wird Grundsätzlich als problematisch angesehen.

Grüne und Linke:
Persönlicher Steuersatz ohne Haltefristen, Vermögenssteuer und teilweise Vermögensabgabe.

AfD:
Aktien könnten stärker besteuert werden, um damit Zinsanlagen besser zu stellen.

Also es gibt keine deutsche Partei mit Aussicht auf Regierungsbeteiligung, die sich mit diesem Thema aktionärsfreundlicher verhält.


Wer also im Rentenalter viel Geld hat, muss befürchten, dass es sogar eine Vermögensabgabe gibt.


Anmerkung  von  Tim    geschrieben 10.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Stefan

Das Problem der Demographie (alternde Gesellschaft, Gesetzliche Rente) wird sich mit den Jahrzehnten mehr und mehr zeigen. Riester ist ein Tropfen auf den heissen Stein in 30, 40, 50, 60 Jahren.

Unsere Politik scheint sich eher den kurzfristigen "Problemen" zuzuwenden.

Es ist wirklich bedauerlich, wenn ein Staat vorausschauende Menschen bestraft, wenn sie das Heft in die Hand nehmen, indem sie sich frühzeitig um ihre Altersvorsorge kümmern.

Dies wird sich irgendwann in Berlin zum Positiven ändern. Die Frage ist nur: wann?

Anmerkung  von  Felix    geschrieben 10.03.2014     
Nach dem heutigen Tag würde ich sagen, die 130 k€ hätte man Hoeneß geben sollen, der nebenbei (vor Steuern :-) ein paar Millionen daraus gemacht.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 10.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Felix

Ich habe die Story nie verstanden. Hat Uli Hoeneß eigentlich Geld mit seinem wilden Trading verdient? Es schien ja suchtartige Züge angenommen zu haben. Hat er da überhaupt durchgeblickt, was er tat? Oder floss ständig frisches Geld von Kumpels (und ihm) auf das geheime Konto? Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Spielsüchtiger als Gewinner aus dem Kasino läuft. Klammern wir mal die Steuerfrage aus.

Anmerkung  von  Stefan    geschrieben 11.03.2014     
Angeblich war das Ganze ein Verlustgeschäft. Noch übler für Uli. Unterm Strich hat sich die ganze Zockerei nicht gelohnt. Ich bin mal gespannt ob er einwandert...

Anmerkung  von  Anna    geschrieben 11.03.2014     
Hallo Stefan,
die Beteiligung an der online-Petition ist wirklich mickrig. Ich habe unterschrieben, obwohl es mich persönlich nicht mehr betrifft. Ich finde das Thema trotzdem wichtig.

Aufschlussreich sind die Antworten der Parteien vor der Wahl.
Bei SPD, Grünen und Linken habe ich nichts anderes erwartet. 110 % wären noch besser (Achtung, Ironie).
FDP muss sich nun erst mal sammeln.
Bei der CDU interessiert es scheinbar keinen wie es aussieht. Riester reicht für die Allgemeinheit, super. (Ebenfalls Ironie)
Die Altersversorgung der MdB ist sowieso gesichert...

Die Antwort der AfD finde ich regelrecht "verschroben". Das Argument ist doch nur was für schlichte Gemüter als Köder für Wählerstimmen. Wie will ich mit erhöhten Abgeltungssteuern höhere Zinsen finanzieren..??? Vielleicht weiß es Herr Henkel?
Nun, die Partei befasst sich ja auch mit der Festsetzung einer Quote für ausländische und deutschsprachige Musik. Gabs schon mal, hat nicht funktioniert, man macht einfach aus der ausländischen Musik ein Medley.
Gruß Anna


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Was machen Stars besser? Was machen Hobbyanleger falsch?

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New York, Freitag, 7. März 2014

Wie gehen Stars wie Carl Icahn (Foto: CNBC), George Soros oder Seth Klarman vor? Warum sind die Milliardäre besser als die Meute? Was ist das, was Bill Ackman, David Einhorn, Bruce Berkowitz, Kyle Bass, Dan Loeb oder Howard Marks besser können? Ja, gut alle genannten sind in einer gewissen Form Value-Anhänger. OK, billig kaufen will ja jeder. Was machen sie aber konkret anders als die Meute?

Sie laufen entgegen gesetzt zur Herde. Sie sammeln günstig bewertete Aktien ein, die die Masse übersehen hat. Sie sind ausgebufft, sie können Bilanzen analysieren. Sie nehmen sich Zeit. Sie machen keine Kurzschlusshandlungen. Jede einzelne Order ist wohlüberlegt. Selbst George Soros hält teilweise etliche Jahre an seinen Investments fest.

Die Behauptung, die Profis verfügten über Insiderwissen, wird gerne aufgestellt, was aber nicht (immer) wahr ist. Warren Buffett spricht selten mit den Vorständen, bevor er eine Aktie kauft. Er macht es still und heimlich - ohne das Wissen von Dritten.

Wie wählt Buffett seine Aktien aus? Extrem defensiv verhält er sich. Er liebt Großkonzerne, die seit mehr als 20 Jahren ohne Unterbrechung Dividenden auskehren. Meist rangieren die KGVs seiner Lieblinge unterhalb von 20 oder gar 15, wenn er einsteigt. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis ist nicht abenteuerlich teuer. Und die Bilanz seiner Lieblinge ist bärenstark. Wackelige Bilanzen meidet Buffett. Er verdient sein Geld am liebsten langsam, stetig, sicher, anstatt schnell und risikoreich.

Icahn, Klarman, Ackman, Einhorn und die anderen Profis stellen eigene Recherchen an. Sie lesen viel. Sie sind extrem gut informiert. Sie können sehr lange auf ihre Chance warten. Sie haben eine enorme Geduld. Sie nehmen die Qualität des Unternehmens unter die Lupe, bevor sie einsteigen. Sie sehen meist etwas, was die Meute nicht sieht. Sie sehen Verbesserungsbedarf, eine Unterbewertung oder etwas anderes.

Der typische Privatanleger lässt sich dagegen von Kursanstiegen der Vergangenheit bzw. Trendthemen beeindrucken. Da wird geträumt und schnell gekauft, was eh schon teuer ist. Es ist ein aggressiver Anlagestil. Die Zukunftsaussichten eines Unternehmens werden überschätzt. Es geht nicht um Fakten, sondern um Wunschträume. Selten prüft der Privatinvestor, ob eine Bilanz solide ist, wie die Dividendenhistorie aussieht. Es wird gekauft, wo der Optimismus Überhand nimmt und nicht der Pessimismus kursiert.

Dabei wäre eine konträre Strategie lukrativer. Ein Skandal, ein Rücktritt, eine Rückrufaktion, ein Unglück, ein außergewöhnlicher hoher Verlust – das können Chancen sein. Nach solchen gehassten Dingern schauen die Genies. Sie lieben ein solches Umfeld. Wenn der Kurschart angeschlagen ist, wenn die Börse crasht, wenn ein Unternehmen einen grottenschlechten Ruf hat, dann wird es spannend. Meist reagiert die Börse hysterisch auf Probleme und treibt den Kurs der Aktie tief in den Keller.

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Anmerkung  von  Stefan    geschrieben 07.03.2014     

Berkowitz ist zum Beispiel groß bei AIG eingestiegen als die Krise auf ihrem Höhepunkt war. Meiner Meinung nach kann der normale Kleinanleger aber nicht einschätzen ob eine AIG durch die Krise kommt oder total kaputt geht. Das wäre ein 50/50 Spiel gewesen. Genau so hätte man Lehman kaufen können weil man hätte denken können die erholen sich wieder...dieses "Entgegengesetzt zur Herde handeln" beinhaltet halt auch enorme Gefahren. Hätte man eine Fannie Mae kaufen sollen oder eine Freddie Mac als die Herde die massenhaft verkauft hat? Diese große Kunst, zu erkennen welches Unternehmen es schafft einen turnaround hinzulegen, beherrschen eben nur ganz ganz wenige. Und von denen haben auch noch viele einfach nur Glück gehabt.

(Mit Sears hat Berkowitz allerdings nicht so ein glückliches Händchen...)

Diese Profis machen das Vollzeit, beschäftigen außerdem Heerscharen an Analysten. Es ist vermessen sich mit solchen Leuten messen oder vergleichen zu wollen. Ist aber zum Glück auch überhaupt nicht nötig...

George Soros halte ich immer für ein blödes Beispiel weil er extrem stark diversifiziert. Bei ihm kommt es mir immer so vor als ob er mit der Giesskanne sein Geld verteilt...das Anlageergebnis von jemandem wie Seth Klarman finde ich da aussagekräftiger.

Klarman ist laut Buffett übrigens der beste Value-Investor überhaupt (vermutlich gleich nach ihm :-) )

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 07.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Stefan

Ein extrem hohes Risiko ist nicht nötig, um gute Renditen in die Scheune zu fahren. Du kannst was kaufen, was Grundsolide ist. Und es einfach 30 Jahre lang liegen lassen. Etwa P&G, Nestle, Berkshire, BASF, Nike, Adidas, L'Oreal, Münchener Rück... So kriegst Du eine gute Perfomance. Und musst Dir keine Sorgen machen.

Wenn Du jedes Mal aufstockst, wenn die Börse gerade abschmiert, umso besser.

Anmerkung  von  Stefan    geschrieben 07.03.2014     
Genau so mache ich es ja auch. Allerdings hat das recht wenig mit gegen den Strom schwimmen zu tun...

Frage mich eh langsam ob das sogenannte Dividendinvesting (in Aristokraten) noch funktioniert wenn es alle machen. Man muss sich ja nur mal anschauen wie viele Blogs es zu diesem Thema in den USA gibt. Genau wie Early Retirement Blogs. Scheint gerade ein großen Thema drüben zu sein...

Nimmtst du das vor Ort auch so wahr?

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 07.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Stefan
Eigentlich hat diese Strategie schon etwas damit zu tun, "gegen den Strom zu schwimmen". Waschpulver, Seifen, Schuhe, Chemikalien, Wasserflaschen sind nicht gerade "heiß gefragt" an der Börse.

Wenn Du dann jedes Mal, wenn ein schwaches Quartal Deines Unternehmens kommt oder die Börse abstürzt, zukaufst, ist das typisches Anti-Herden-Verhalten.

Ja, die Dividende ist schon ein Trendthema in den USA. Auch die Altersvorsorge. Aber 4 oder 5% Dividendenrendite bleiben eben 4 oder 5%. Es gibt immer Aktien, die gut ausschütten und von der Meute übersehen werden. Viele Grüße über den Teich

Anmerkung  von  Felix     geschrieben 07.03.2014     
Was abgestrafte, ja teilweise verhasste Firmen angeht, so sind das die (alten) Energieversorger, allen voraus RWE und Eon. Während die Produzenten der grünen Energien, trotz erheblicher Subventionen, reihenweise pleitegehen (vom Handelsblatt als die Geldvernichter des Jahres 2013 prämiert), halten sich die o.g. Firmen ganz gut.
Jetzt gegen die Herde dort einzusteigen, könnte sich langfristig in Bezug auf Kurs und Dividende lohnen.

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Welcher Typ sind Sie? Konsummensch, Angstsparer, Immoliebhaber

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New York, Mittwoch, 5. März 2014

Warum besitzen so viele Deutsche keine Aktien? Weil sie die Börse nicht verstehen. Würde das Volk die Aktienmärkte wenigstens in den Grundzügen verstehen, wäre das Interesse weitaus größer.

Es dominieren im Grunde drei Bürgergruppen.

Die einen sind Konsummenschen, sie leben von der Hand in den Mund. Sie erfreuen sich an „Sachen“, an „Zeug“. Die Schränke sind vollgestopft, der Keller ist vollgepackt, das Girokonto leergefegt.

Die zweite Gruppe sind die Matratzensparer. Sie horten Cash auf Sparbüchern, Giro- und Festgeldkonten sowie in Lebensversicherungen. Sie haben Angst ihr Geld rentierlich anzulegen, sie scheuen jedwedes Risiko, sie sorgen sich vor Kursschwankungen. Daher horten sie enorme Barbestände und verschenken damit Rendite.

Die dritte Gruppe liebt Immobilien. Diese Hausliebhaber kaufen gerne mit einer Hypothek. Sie leben in den eigenen vier Wänden und sind manchmal sogar Vermieter.

Im Endeffekt ist ein gesunder Mix aus allen drei Gruppen ratsam - einschließlich dem Aktiensparen. Mit dem Aktiensparen rate ich, so früh wie möglich anzufangen. Wer seinen ersten Job antritt, sollte 15 bis 20 Prozent des Einkommens für Aktienkäufe nutzen. Legen Sie lieber etwas mehr zur Seite. Ziehen Sie das langfristig durch. Ich habe noch nie von jemanden gehört, der bereut hat, zu viel gespart zu haben.

Beim Konsum rate ich zum vorsichtigen Umgang mit teuren einmaligen Anschaffungen. Die meisten superteuren Käufe können Konsumenten vermeiden. Bei den kleinen Anschaffungen kann es sich lohnen, ebenfalls aufzupassen. Dazu hat der Schauspieler Hannes Jaenicke das Buch geschrieben: Die große Volksverarsche: Wie Industrie und Medien uns zum Narren halten. Ein Konsumenten-Navi. Jaenicke beschreibt unnötige Produkte und verlockende Fernsehwerbung. Grundsätzlich ist ein Haushaltsplan sinnvoll. Ich führe einen solchen nicht, habe aber gehört, dass er hilfreich ist und einem die Augen für unsinnigen Konsum öffnen kann.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sich trotz einer gewissen Sparsamkeit nicht lohnt, zu geizig zu werden. Erlebnisse bereichern das Leben. Ein Urlaub, Ausflug, Konzert, Sportevent, eine Schifffahrt – ja das kann Spass machen. Sehr wahrscheinlich macht ein Erlebnis mehr Freude als „Sachen“.

Bei „Sachen“ bin ich extrem vorsichtig. Ich brauche nicht jeden neuen Fernseher, nicht jedes neue Handy, nicht jeden neuen Computer. Ich benutze meine alte Konsumelektronik so lange sie funktioniert.

Noch was: Wenn Ihnen mein Blog gefällt, stimmen Sie bitte für mich ab. Die Direktbank Comdirect schreibt einen Publikumspreis aus. Über jede Stimme freue ich mich natürlich.

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Anmerkung  von  Der Couponschneider    geschrieben 05.03.2014     
Website couponschneider.blogspot.de

Oh nein! Jetzt wird auch schon Hannes Jaenicke positiv erwähnt, dabei ist er doch schon Teil der "Verarsche", schließlich macht er Propaganda für die öko-industriellen Komplex. Und von Büchern mit Kraftwort im Titel halte ich auch nichts.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 05.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Der Couponschneider

Ich habe kürzlich Freunde in Deutschland besucht. Und die waren begeistert von dem Buch. Ich schaute mir das an und fand es gut gemacht, weil es zum Nachdenken anregt. Es geht um Produkte: Was ist das? Aus was besteht es? Was brauche ich? Wozu ist etwas wirklich nötig? Wie wird dafür geworben?

Bei dem "kostenlosen Girokonto" frage ich mich das in Deutschland oft. Da gibt es etliche Grundvoraussetzungen, also Hürden wie Mindestcashbestand, Gehaltseingänge, Aktivitäten...

Ich halte einen Werbeslogan für ein "Kostenloses Girokonto" für nicht gerechtfertigt, wenn es Bedingungen gibt. In den USA würde die Bankenaufsicht eine solche Werbung verbieten. Weil kostenlos ist eben kostenlos - ohne Wenn und Aber.

Anmerkung  von  Stefan    geschrieben 06.03.2014     
Hier ein Artikel der ins Bild passt:

http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/boerse-inside/geldanlage-die-deutschen-kehren-der-boerse-den-ruecken/9571558.html

Die Zahl der Aktionäre in Deutschland sinkt kontinuierlich. Und das obwohl die Börsen seit längerem nach oben laufen...

Ist wieder das typische Bild: am Kleinanleger geht der Boom voll vorbei. Er lässt sich lieber von seiner Bank oder Versicherung abzocken...traurig, traurig.

Für eine Besserung der politischen Rahmenbedingungen oder gar Steuererleichterungen für Aktien sehe ich schwarz. Das würde denen keinen Stimmen bei den Wahlen bringen...

Anmerkung  von  Gast    geschrieben 06.03.2014     
die meisten Deutschen handeln strikt nach Warren Buffett :
Investiere nur in das, was Du verstehst.

Sie verstehen nichts von Börse und Aktien, also investieren sie auch nicht.... ganz schön clever diese Deutschen.

Anmerkung  von  Stefan    geschrieben 06.03.2014     
Hehe. So kann man das natürlich auch sehen!

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 06.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Stefan

Danke für den Link. Die schlechte Aktienkultur in Deutschland ist zum Teil auf die Bundesregierung zurückzuführen. Aufgabe der Politik ist es eine Leitungsfunktion zu übernehmen. Die Altersvorsorge wird ein ganz großes Problem werden, weil die Menschen immer älter werden.

Schon in der Schule müsste die Finanzbildung beginnen.

Das wird aber unterlassen. Es wird zu wenig informiert.

Das Problem, was wir in Deutschland haben, ist: Wenn schon die führenden Politiker die Börse nicht verstehen, wie soll dann das Volk die Börse verstehen?

Anmerkung  von  Felix     geschrieben 06.03.2014     
Jeder, der lesen kann und einen gesunden Menschenverstand hat, kann sich in unserem Informationszeitalter mehr als ausreichend informieren. Das Problem ist eher eine Informationsüberflutung als zu wenig Information. Jedem Werktag wird sogar im altbackenen öffentlich-rechtlichen Fernsehen von der Börse berichtet (Tagesschau, heute).
Im Schulunterricht ist das Anlegen in Aktien (außer vielleicht im Wirtschaftsunterricht der Oberstufe) kein Thema. Das muss es auch nicht sein, ebensowenig wie Autokauf kein Thema ist. Aber eine allgemeine Verbraucherschulung, die Tricks der Werbung usw. werden (zunehmend) behandelt.
Man kann auch nicht wirklich jeden empfehlen, in Einzelaktien zu investieren. Jemand, der sich 10.000 EUR vom Mund abgespart hat, und dann zusehen muss, wie die Börse mal kurz 10 % in einer Woche abgibt, ist ein gebranntes Kind. So abgebrüht können Kleinverdiener einfach nicht handeln, die. kriegen die Panik und verkaufen Hals über Kopf.
Und mal ehrlich, in USA hilft diese Anlageform doch auch nur den Reicheren aus der Patsche. Bei dieser Klasse reicht es dann sogar für einen Lebensabend in Florida. Und diejenigen, die vorher schon nicht viel verdient haben, verdingen sich bis sie Tod umfallen in irgendwelchen Aushilfsjobs.
Alles, was die Politik machen kann, sind steuerliche Anreize für die Altersversorgung setzen. Das hilft den gut Informierten, Gebildeten und Verdienenden. Also denen, die sich auch selbst helfen können. Die wirklich Armen wird man damit nicht erreichen, weil sie ohnehin keine Steuer bezahlen.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 06.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Felix
Die amerikanische Mittelschicht profitiert schon von der steuerlichen Förderung des Aktiensparens für die Rente.

Wenn Du einen Aktienindex regelmässig kaufst, sagen wir für 30 Jahre auf Monatsbasis, ist das ein herrlicher Baustein für das Alter. Und wenn dabei die Regierung (Steuer) und der Arbeitgeber (Zuschuss) helfen, ist das etwas Vorbildliches.

Die Aufgabe eines Staates ist eine Lenkungsfunktion einzunehmen.

Smarte Leute wie Charlie Munger oder Peter Lynch raten genau das ihren Mitbürgern zu tun. Eben diese steuerlich geförderte Altersvorsorge anzupacken: Regelmässig etwas zurücklegen in ein Spezialdepot. Das ist clever. Und löst viele Finanzprobleme.

Ein Staat sollte jedem Bürger die Möglichkeit dazu geben. Was dann der einzelne daraus macht, muss natürlich jedem selbst überlassen werden.

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 08.03.2014     
wer die Prinzipien der Börse verstanden hat, der hat auch keine Angst vor der Volatilität. Genauso wie es gutes und schlechtes Wetter gibt, Naturphänomene, ein ständiges Wechselspiel von Spannung und Entspannung. Es gehört zum Leben, Atmung, die Börse atmet halt auch und wir haben es eben speziell mit diesem manisch depressiven Charakter zu tun, der sicherlich nicht einfach zu nehmen ist. Hier hilft nur "Menschenkenntnis" und entsprechender Umgang. So kann Mr. Market auch ein Freund sein, auch wenn er einen manchmal ärgern, man kennt seine Sprunghaftigkeit und lässt sich davon einfach nicht kirre machen.

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Berlin belohnt Immobilienbesitzer und bestraft Aktionäre

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New York, Sonntag, 2. März 2014

Unsere deutsche Bundesregierung hat das Aktiensparen erschwert. Mit der Einführung der Abgeltungsteuer von 25 Prozent hat Berlin die Aktie unattraktiver gemacht. Ich halte das für einen grossen Fehler.

Für die private Altersvorsorge ist die Aktie ein geradezu ideales Instrument. Insbesondere eignen sie sich für den "kleinen Mann". Weil kleine Beträge schon Sinn machen. Selbstverständlich sind neben Aktien andere Bausteine wie die Gesetzliche Rente/Pension und weiteren Assets wie eventuell Immobilien wichtig.

Warum die Bundesregierung den Verkaufsgewinn von privat-genutzten Immobilien steuerfrei stellt und gleichzeitig Aktien besteuert, leuchtet mir nicht ein. Warum wird das Betongold gegenüber anderen Anlageformen bevorzugt?

Aktien werden gerne als Zockerinstrument gesehen. Dabei handelt es sich um eine grundsolide Form des Produktiveigentums.

Im deutschen Parlament habe ich Wissenslücken im persönlichen Gespräch feststellen müssen, als ich das Thema Börse ansprach. Es handelt sich zum Teil um gravierende Unkenntnisse - sogar bei führenden Politikern, die in wichtigen Gremien sitzen.

Bei Immobilien ist das anders. Dazu hat jeder eine Meinung. Jeder glaubt, sich hier auszukennen, das ist jedenfalls mein Eindruck.

Pikant daran ist: Ich sehe gerade bei Immobilien eine Blase heranreifen. In Metropolen wie Berlin, München oder Frankfurt habe ich das Gefühl, dass die Wohnungspeise in den Innenstädten das Niveau in Manhattan schon teilweise überschritten haben.

Beteiligen Sie sich bitte an der Petition für das Aktiensparen in Deutschland (im Kasten unten). Für die Aktie als Anlageform muss mehr getan werden. Es ist ein Versagen der Politik. Aufgabe der Politik ist es, den Menschen zu helfen.

Die Aktienanlage ist nichts anderes als eine Beteiligung an Unternehmen. Das kann eine sehr rentierliche Sache sein, wenn Sparer gewisse Grundregeln befolgen: Fangen Sie möglichst in jungen Jahren an und verfolgen Sie einen langen Anlagehorizont.

In den USA wird das Aktiensparen für die Rente steuerlich gefördert. Warum ist das in Deutschland nicht möglich?


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Anmerkung  von  Sin    geschrieben 02.03.2014     
Die Resonanz ist umwerfend.....

Anmerkung  von  Der Couponschneider    geschrieben 02.03.2014     
Website couponschneider.blogspot.de

Ich denke schon, dass es gute Gründe gibt, dass man den Gewinn aus einer Immobilienveräußerung nicht versteuern muss. Und dies muss man nicht einmal als Bevorzugung werten.

Eine Immobilie verursacht innerhalb ihres Lebens enorme Erhaltungskosten. Und wenn der Gesetzgeber sagt, lieber keine Steuern nach 12 Jahren zu erheben, als sich vorrechnen zu lassen, was alles an Reparaturkosten und anderen Kosten anfiel, dann ist das ein wichtiger Schritt zu weniger Bürokratie und zur Rechtssicherheit. Es ist sogar zum Vorteil der Immobilienbesitzer. Die meisten Privatleute kaufen ja in der Absicht, ein Leben lang die Immobilie zu halten und würden gar nicht an den Fall des Verkaufs denken und entsprechend alle Belege sammeln.

Natürlich halte ich Aktien für das weit bessere Instrument, weil flexibel, weil ohne Verbindlichkeiten und Verschuldung.

Dass Aktien das beste Instrument für den "kleinen Mann" sind, habe ich bereits im letzten Jahr geschrieben:

http://couponschneider.blogspot.de/2013/05/warum-aktien-auch-fur-den-kleinen-mann.html

Steuern und Abgaben sind im Allgemeinen viel zu hoch und Privatanleger werden stark benachteiligt. Er kann eine Investition nicht komplett von der Steuer absetzen, der Staat möchte aber am Gewinn der Investition mit 25 % teilhaben. Bei Verkaufsgewinnen mag das egal sein, aber bei Dividendengewinnen ist das total unfair.

Eine Investmentgesellschaft wird steuerlich viel besser behandelt.

Mich dünkt seit Jahren, dass die Politiker nichts mehr fürchten als selbstbewusste und unabhängige Bürger. Deshalb versucht man sie mit Subventionen (EEG), Steuererlassen (z. B. beim Riestern) und mit Sozialleistungen gefügig zu machen. Die Sozialleistungen betreffen ja nicht nur wirtschaftlich Schwache. Denen muss man wirklich unter die Arme greifen. Aber gut verdienende Akademiker brauchen doch keine Sozialleistungen, aber trotzdem sind sie im Fokus der Sozialpolitik, wie im Falle des Elterngeldes oder der Herdprämie oder wie immer das auch heißen mag.

Anmerkung  von  Dividendeninvestor    geschrieben 02.03.2014     
"In den USA wird das Aktiensparen für die Rente steuerlich gefördert. Warum ist das in Deutschland nicht möglich?"

Wird doch gefördert. Und zwar genau mit einem Freibetrag von 801 Euro für Singles und 1.602 für Verheiratete.

Früher, als dieser Freibetrag mal festgelegt wurde, gab es so Pi mal Daumen 4 % Zinsen. Das bedeutet, dass man es für völlig ausreichend hält, dass jeder so ca. 20.000 Euro fürs Alter anspart.


Anmerkung  von  Tim    geschrieben 02.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Dividendeninvestor

In den USA kannst du aus Deinem Brutto in das Aktiendepot für die Rente sparen. Es handelt sich um Dein unversteuertes Einkommen. Auch die Erträge (Dividenden, Kursgewinne) sind steuerfrei.

20.000 Euro sind als Aktien-Polster für die Rente zu wenig für einen Durchschnittsverdiener. Ich meine, das ist ein Tropfen auf den heissen Stein.

Anmerkung  von  Anja    geschrieben 02.03.2014     
Hallo Tim,
in den USA sind die Aktienerträge für Privatinvestoren steuerfrei?
Kannst Du mal ein wenig mehr darüber berichten?

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 02.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Der Couponschneider

Ich vermute, die steuerliche Bevorzugung der Immobilie versus Aktie liegt an der gravierenden Unkenntnis innerhalb der Politik bzw. im Volk.

Warum werden Daytrader steuerlich genauso behandelt wie Langfristanleger, die für das Alter Vorsorge treffen?

Die Gesetzliche Rente ist als Einnahmequelle zu klein. Und bei Riester handelt es sich vielfach um Gebgührengräber, die nur Mini-Renditen (wenn überhaupt) abwerfen.

Immobilien kann (oder will) sich nicht jeder leisten.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 02.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

Hallo Anja,

ich kann das gerne in einem neuen Blog-Beitrag aufzeigen, wie der US-Staat das Aktiensparen seiner Bürger fördert.

In zwei Blogs habe ich das bereits ansatzweise skizziert:

http://www.timschaefermedia.com/index.php?So_laesst_sich_die_Altersarmut_eindaemmen&id=1485&det=1

http://www.timschaefermedia.com/index.php?Amerikas_Rentensystem_ist_eines_der_besten_weltweit&id=1671&det=1

Anmerkung  von  Fabian S.    geschrieben 02.03.2014     
Du Tim,

ich verstehe nicht wieso ich Deine Petition unterstützen soll?

Ich habe doch kein interesse daran, dass andere genau so intellgent anlegen wir wir.. Ich liebe Value Investing und bion ein großer Fan von Warren Buffett und auch Deiner tollen Seite.

Aber ich bin der Meinung, dass es ruhig Zocker und Idioten geben sollte..sonst profitieren wir als Value Investoren ja nicht, wenn das jeder machen würde od?

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 02.03.2014     
@Fabian

Weil Du als Value-Investor genauso besteuert wirst wie ein Day-Trader.

Weil die deutschen steuer-ehrlichen Aktienanleger leider zu den Schlusslichtern der Industrienationen bei der Aktienanlage zählen.

Weil 25 - 28 % Deiner Rendite gewaltig an Deiner Rendite was wegknabbern. (1/4 - 1/3)

Weil bis heute noch kein tragfähiges Konzept gegen Altersarmut in Deutschland steht...

Es gibt so viele Punkte, die dafür sprechen würden!!!

Allerdings ist die Aktienkultur in Deutschland nach den letzten 2 Krisen (inkl. der Volksaktie) quasi nicht vorhanden bzw. genauso wenig ist leider auch eine tragfähige Mehrheit für die Petition zu erwarten.

Finanziell werden gravierende Fehler bei der Bevölkerung gemacht...
Einstein hatte schon Recht mit der Unendlichkeit der Dummheit von Menschen... leider...aber ich sehe so viele Beispiele dafür...

Anmerkung  von  Chris    geschrieben 02.03.2014     
Website www.gieristgut.com

@ Fabian S.
Zum einen gilt es die Altersarmut zu begrenzen und zum anderen kann durch eine geringere Altersarmut der soziale Frieden bewahrt werden.

Was denkst du, wer in 30 Jahren die Leute durchfüttern darf, die alles verzockt haben?

Daytrading und kurzfristige spekulative Maßnahmen sollten in meinen Augen anders behandelt werden.


Anmerkung  von  Dividendeninvestor    geschrieben 02.03.2014     
"20.000 Euro sind als Aktien-Polster für die Rente zu wenig für einen Durchschnittsverdiener. Ich meine, das ist ein Tropfen auf den heissen Stein."

Sag das nicht mir, sondern den Politikern. Die meinen ja das das ausreicht, sonst würden sie andere Freibeträge ansetzen.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 02.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Fabian S.
Alle werden eh nie vom langfristigen Investieren in solide Aktien überzeugt sein. Mir geht es darum, ganz ehrlich darüber zu schreiben, was mir auf den Nägeln brennt.

@ Dividendeninvestor
Ja. Da liegt der Hase im Pfeffer begraben. In Berlin ist die Quelle des Übels zu finden.

Unsere glorreiche Regierung (alte und neue) hat leider zu wenig Erfahrung/Wissen/Kenntnisse, wenn es um die Aktienkultur geht - das ist jedenfalls mein persönlicher Eindruck.

Aufgabe des Staates ist es eigentlich eine Lenkungsfunktion für seine Bürger zu übernehmen.

Wie kann ein Staat Gebührenfresser wie Riester-Dinger mit Milliardensummen fördern? Und gleichzeitig Anleger, die rentablere Alternativen wie Dividendenpapiere kaufen, bestrafen? Es ist ein grosser Unsinn. Ich sage voraus, das wird sich hin zu einer positiven Aktienkultur ändern. Die Frage ist nur: Wann? Es gibt zur Aktie keine Alternative. Sie muss ein Baustein der Altersvorsorge werden.

Dividendenpapiere sind eine erstklassige Anlageform für die Rente. Punkt. Schluss.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 03.03.2014     
Wobei man dass mit der Belohnung für Immobilienbesitzer auch relativieren muss...
Das Mietrecht bei Räumungsklagen gegen Mietnomaden ist eine einzige Katastrophe für Vermieter.
Mietnomaden werden belohnt, weil denen sowieso alles egal ist, und sie ja auch nix haben...

Gesetzgebung in Bezug auf Aktien und Altersvorsorge ist m. E. zu stark vom Banken und Versicherungslobbyismus beeinflusst.
Zudem fehlt die finanzielle Bildung nicht nur in der Bevölkerung.

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 04.03.2014     
Aus meiner Sicht liegt das einer über Jahrzehnte oder länger gewachsenen Kultur in Deutschland. Zu dieser zählt jeder in der Bevölkerung, Poliker, Unternehmer, Bandarbeiter, Akademiker, alle, eben auch die die Signale setzen in der Politik.

Wir halten uns an archaischen Modellen fest, die schon in der Vergangenheit nicht die beste Wahl waren, aber noch einigermaßen funktioniert haben. Die Beteiligung an Unternehmen im eigenen Land z. B. sollte ja eigentlich ein grundlegendes nationales und persönliches Interesse sein bzw. beschäftigen diese Unternehmen die eigene Bevölkerung, damit diese leben kann.

In den USA ist aus meiner Sicht ein sehr gute Symbiose gewachsen (und sowas wächst nicht über Nacht). Viele Unternehmen arbeiten im Sinne der Investoren, bekommen damit Aktionärskapital und umgekehrt geben die Unternehmen eine Rendite in Form von Dividenden und Kurszuwächsen zurück, win-win. Dazu kommen die von Tim schon oft erwähnten staatlichen Programme.

Wie sieht es in Deutschland aus? Es gibt keine ausgeprägte Aktienkultur, auf beiden Seiten. Leute hören häufig weg, sind perplex oder stempeln Aktionäre als Zocker ab. Habe ich die Wahl in amerikanischen oder deutschen Unternehmen zu investieren, so fällt die Wahl häufig auf erstere. Größer, stabiler, rentabler auch für den Privatanleger. Schaue ich mich in meinem kleinen Bekanntenkreis um, so sehe ich häufig Zocker oder zockerähnliche Verhaltensweisen mit deutschen Unternehmen, schnelle Gewinnmitnahmen, es wird nur von Aktien, nicht von Unternehmen gesprochen.

Bildung, Bildung, Bildung. Gute Literatur ist en masse verfügbar, tolle Blogs wie der von Tim geben den Wink mit dem Zaunspfahl, wer wacht auf? Der Staat könnte hier sich einlenken und einen ersten Rahmen schaffen, zumindest diese Option für die Altersvorsorge unter bestimmten Rahmenbedingungen anbieten.

Weg mit unrentablen Riester-/Rürup- oder sonstwas Modellen. Bloß die treibende Kraft muss hier auch aus der Bevölkerung kommen. Wenn ich die Teilnahme an der Petition sehe, so fühle ich mich nur bestätigt, was das Thema Aktienkultur angeht und so wird sich auch in absehbarer Zeit erst Mal nichts an diesem Zustand ändern. Die Investition (Betonung) in Produktivkapital muss belohnt werden und Steuern sind hier wirklich ein Fass ohne Boden.

Die Vorstellung, dass man alleine durch Abgeltungssteuer nach Jahrzehnten des Ansparens für's Alter 25% verliert und zwar als Belohnung für selbständiges Handeln, Schultern des Investitionsrisikos, um der drohenden Altersarmut zu entgehen, ist, englisch "ridiculous", lächerlich, absurd. Es ist praktisch eine Modelllücke, es gibt keins und zu wenige denken im Moment drüber nach bzw. sind im Unwissen welche Rendite aus all den vielen bekannten unglücklichen Finanzprodukten wächst.

Tim's Blog wird dafür einfach zu wenig besucht. Hier gibt es so viel zu lesen und zu verstehen und da liegt glaub ich das Problem, keiner nimmt sich die Zeit.

Anmerkung  von  Sams1974    geschrieben 04.03.2014     
Doch es gibt sie, die mitlesen und eigene Schlüsse ziehen.
Ich danke Tim dafür schon sehr lange die gleiche Leier zu wiederholen.
Ich dachte danach nur aus einem Anderen Blickwinkel darüber nach und 3 Jahre später.
Schwups, Freibetrag ausgeschöpft. Das Depot ruht wie ein Stein.
Der Cashflow entwickelt sich postiv bei minimalen Verbesserungen im Operativen Geschäft, wenn ich mal ganz unsentimental als "Wirtschaftssubjekt" verstehe hat das Finanzierungsergebnis 10% das operative Geschäft unterstüzt. Wenn ich das Operative Gschäft meine abhängige Beschäftigung nennen darf.
Tja was soll ich sagen, danke, und es muss nicht regnen, es reicht wenn es tröpfelt.
mfg und nochmal danke

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 04.03.2014     
@Tino

Die Unterschiede in den Aktienmarktrenditen im Vergleich USA / Deutschland sind nominal deutlich größer als real.
Inflation und hedonische Inflationsberechnung machen einiges aus.

Anmerkung  von  Thomas D. S.    geschrieben 04.03.2014     
Wenn ich Euch mal unterbrechen darf ...

Wir Leser von Tims Blog sind doch Value-Investoren. Habt Ihr bemerkt, wie groß der Aufschrei ist, bezüglich der Krise auf der Krim? Unsere EU-Weltverbesserer in Brüssel, die Journaille und die immer alles besser wissenden Westeuropäer schimpfen über Russland und Präsident Putin.

Ich habe mir derweil einen Schein auf den UTX (Ukrain Traded Index) rausgesucht und gehe grad shoppen. Klar weiß man nie, wann der Boden erreicht ist, doch das derzeitige Niveau ist einen Kauf wert. Das habe ich mit Griechenland im Herbst 2012 ebenso getan.

Also Value-Anleger, seid mutig! An der Börse gibt es nur Schmerzensgeld. Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld. (Kostolany)

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 07.03.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Thomas D. S.

Das ist mutig. Krisen boten im Rückblick generell gute Chancen. Gratulation zu dem Schritt!

Grundsätzlich ist Produktivkapital, also Aktien, besser als Cash, Sparbücher, Festgeld, Lebensversicherungen... Gerade in Krisen/Kriegen kann Cash beträchtlich an Wert verlieren.

Die Verzinsung ist grundsätzlich am besten bei Aktien. Es gibt keine bessere Assetklasse. Aktien sind spitze! Cash ist der Inflation ausgesetzt und auf lange Sicht verliert es massiv an Wert.

Natürlich kann man lange diskutieren, in welchem Land es besser ist zu investieren. Wenn Du gut streust, ist Russland eine gute Ergänzung, finde ich.

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Vorabinformation: Warren Buffetts Rat an Börsianer

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New York, Dienstag, 25. Februar 2014

Warren Buffetts neuer Brief an die Aktionäre ist auszugsweise vorab publiziert worden. Im "Fortune Magazin" ist es nachzulesen. Buffett schildert darin, wie er zwei Immobilien privat erworben hat mit ganz einfachen Kalkulationen. Seine Investments hat er langfristig für mehrere Jahrzehnte (bzw. für seine Nachfahren) gemacht.

Er nutzte jedes Mal das Platzen einer Blase, um billig einsteigen zu können. Eine Krise sieht er als eine Chance (und nicht als Desaster). Das ist sein Erfolgsrezept. Von der Zockerei hält er nicht viel. Er äußert sich kritisch über die Münzwerfer.

"Wenn Du den Samstag und Sonntag geniesst - ohne auf die Kurse zu schauen, versuche es auch an Wochentagen", rät der Börsenaltmeister.

Vom Leder zieht er über Ökonomen, die ständig Prognosen für die Wirtschaft und alles Mögliche abgeben. Er sieht es als eine Zeitverschwendung an, denen zuzuhören. Buffett: "Forming macro opinions or listening to the macro or market predictions of others is a waste of time. Indeed, it is dangerous because it may blur your vision of the facts that are truly important."

Buffetts Kritik an solchen Prognosen ist logisch, denn niemand kennt die Zukunft.

Fallende Aktienmärkte sieht er als Geschenk. "Ein Klima der Angst ist Dein Freund, wenn es ums Investieren geht. Eine euphorische Welt ist Dein Feind." (Im Original: "A climate of fear is your friend when investing; a euphoric world is your enemy.")

Buffett kauft Aktien, wenn er die Gewinnreihen fünf Jahre im voraus grob abschätzen kann. Buffett betont, nur dort zu investieren, wo er sich auskennt.

Buffett rät dem Laien, sich einen Indexfonds auf den S&P-500 zuzulegen. Er ist ein Fan des kostengünstigen Fondsanbieters Vanguard. Die Kosten seien an der Börse wichtig im Auge zu behalten. Das ganze Hin und Her, das Trading, bringe nichts.

Die Herausforderung für Anleger sei, eben nicht in der Euphorie zu kaufen, wenn sich die Kurse im Höhenflug befinden.

Sein Erbe (an seine Familie) wird zu 90% in einen Vanguard-Index-Fonds an Familienmitglieder übertragen. 10 Prozent befinden sich in US-Staatsanleihen.

Komplizierte Formeln seien bei der Geldanlage nicht nötig. Es seien nur einfache, klare Gedanken relevant.

Ein weiterer Rat des Meisters: Selbst wenn sich eine Blase abzeichnet, besteht kein Grund, grundsolide Investments abzustossen.

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Anmerkung  von  Chris    geschrieben 25.02.2014     
Website www.gieristgut.com

Sehr gut!

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 25.02.2014     
Die Frage ist, wer oder was kann mit Sicherheit die nächsten 5 Jahre die Gewinne eines Unternehmens voraussagen???

Das ist Kaffeesatzleserei oder hoch komplexe Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Darauf einen fairen Preis zu berechnen, wenn man z. B. 10 % bei der jährlichen Gewinnschätzung falsch liegt haut aber ordentlich auf die margin of safety.

Anmerkung  von  Stefan    geschrieben 25.02.2014     
Auf den Brief freue ich mich schon. Der ist Pflichtlektüre!

Die 10% in Staatsanleihen wundern mich jetzt allerdings. Auch, dass er 90% in Form eines Index-Fonds weitergibt. Hätte vermutet, dass er den Teil den er nicht der Gates Stiftung überträgt in Form von Berkshire Hathaway Aktien vererbt. Komisch.

Anmerkung  von  Thilo    geschrieben 25.02.2014     
@ Markus
Auch Buffett kann die zukünftigen Gewinne nicht 100% genau schätzen. Er sagt,möglichst verlässlich. Damit bekommt man in etwa eine Ahnung vom Wert. Hinzu kommt die MOS. Um die Abweichungen auszuschließen legt er wert auf stabile Geschäftsmodelle. Hinzu kommt der langfristige Anlagehorizont !

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 25.02.2014     
@Thilo

Also nach allem was ich über Value-Investing gelesen habe, liegt die MOS meistens so bei 50 % vom fairen Wert.
Manche akzeptieren auch weniger, wenn zusätzlich noch ein Burggraben bzw. Marke vorhanden ist.

Angenommen man schätzt sehr gut und liegt alle 5 Jahre nur 10 % zu optimistisch... war es das größtenteils mit der Geschichte 1 Euro für 50 Cent zu kaufen.
Ganz grob vereinfacht ohne Zinseszins usw.
Eines der einfachsten Unternehmen wäre ja Coke... Jetzt schätze mal bitte, wie sich die Gewinne bei mehr Gesundheitsbewusstsein die nächsten 5 Jahre entwickeln...
Ich würde es noch erweitern... Besser wäre es schlauer als alle Profi-Investoren zu sein und dass deren Gewinnerwartungen zu gut oder zu schlecht sind... und man als kleiner Angestellter schlauer ist als die institutionellen Gelder, die einen Großteil des Marktes ausmachen...

Der Großteil der Privatanleger schafft es ja nicht mal korrekt die eigene Rendite zu berechnen. Da zieht man einzelne Aktien raus, vernachlässigt Cash, Gebühren und Steuern...

Anmerkung  von  Felix    geschrieben 25.02.2014     
@Markus
Das ist auch alles gar nicht nötig, wenn man den Index kauft.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 25.02.2014     
Vor lauter rosa Wölkchen sollte man vielleicht als Kontrapunkt auch mal die Auswirkungen von Buffett-Investitionen auf die Beschäftigten und die Firmenkultur lesen. Bei "Heinz"-Ketchup hat er den Steigbügelhalter für 3G Capital gegeben.

"Als die Angestellten vergangenen Februar hörten, dass eine brasilianische Firma mithilfe des Investors Warren Buffett den Ketchup Hersteller für 23 Milliarden Dollar kaufen würde, waren sie guter Dinge. Die Fabrikleiter sprachen von Expansion.
Stattdessen sind die 400 Arbeiter beispiellosen Sparmaßnahmen zum Opfer gefallen. Obwohl Heinz als einer der schlankesten Konzerne der Branche galt, glaubt der brasilianische Hauptinvestor 3G Capital jede Menge überschüssige Pfunde gefunden zu haben.


MS

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 25.02.2014     
@Felix

Stimmt.

Ich wollte ja auch nicht über meinen Anlagestil debattieren, sondern erfahren, wie bei solchen möglichen Fehlerquellen "Value-Investing" für den "Otto-Normalo-Anleger" möglich sein soll.

Ich will weder meine Art zu investieren als die beste oder allein selig machende proklamieren!
Jeder muss seinen Stil finden, der zu seinem Gemüt, seiner Lebenssituation und seinem Zeithorizont passt.

Value Investing ist spannend und interessant, aber ist es auch für alle Börsenneulinge praktisch über 20 - 45 Jahre umsetzbar???

Antizyklisch kann man bei einem Crash auch Indexe kaufen, wenn man die Nerven und genügend Cash zu dem Zeitpunkt hat.

Anmerkung  von  Stefan    geschrieben 26.02.2014     
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Otto-Normalanleger keine inneren Werte eines Weltkonzerns (geschweige denn einer Bank) berechnen kann.

Meine Margin of Safety sind konstant steigende Dividendenströme...

Die Zeiten in denen Buffett Aktien mit 50 % Abschlag auf den inneren Wert kaufen konnte sind lange vorbei. Abgesehen natürlich von der Jahrhundert-Chance um 2008/2009 herum. Eine BASF für 20 € hätte ich jetzt gerne noch mal...

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 26.02.2014     
Ach, ich denke es kracht so ca. alle 5 - 8 Jahre mal ganz ordentlich...

Jahrhundert-Chance 2008... da gab es auch schon einige Chancen bei der dot.com...
Ich habe schon einige "Verzehnfacher" aber auch genauso viele Pleitekandidaten gesehen...
Die Chancen kommen immer wieder, wenn man Geduld, Nervenstärke und Cash hat... Dein Namensvetter auf simple value investing macht es schon mal ganz ordentlich...

Bei einem reinem und kontinuierlichem "Ansparer" wie mir haut das aber nicht so rein.
Das timen zu wollen geht bei der Mehrzahl der Anleger laut diverser Studien eher schief.

Der Großteil der privaten Anleger wäre mit kontinuierlichem sparen und investieren am besten bedient.
Egal ob Dividenden-Aktien, große nicht zyklische Aktien, Marken-Unternehmen, Distributoren-Vorteils-Aktien oder ein BIP-basiertes etf-Portfolio mit evtl. leichter Übergewichtung von small, value und emerging markets...

Mal sehen, was nach 20 Jahren Baby-Berks und gleichzeitig gestartetem etf-Portfolio geworden ist.;-)

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 27.02.2014     
@Tim, danke für den Link!, wieder sehr erleuchtender Artikel, mit der Farm hatte ich in der Tiefe bisher noch nicht gelesen.

@Stefan, zu irrationalen Bewertungen kann ich nicht zustimmen, Beispiel China aktuell. Genauso wie es im Schließungsverkauf eines Geschäftes manchmal unglaubliche Schnäppchen gibt, gibt es sie auch an der Börse, selten, aber es gibt sie. Ich meine damit natürlich den gesamten Markt nicht nur Large Caps. Und historisch gesehen, sind die letzten Crashs noch alle ziemlich jung, Schnäppchen waren quasi an jeder Ecke. Und Buffett hat eben am Anfang seiner Karriere nicht nur Großkonzerne gekauft, sondern auch nach der Graham-Methode die "Last Puffs" z. B., oder eben gute kleinere Unternehmen mit Wachstumspotenzial bzw. exzellentem Management. Es entwickeln sich immer wieder neue tolle Unternehmen, die z. B. noch garnicht auf dem Schirm von Investoren sind. Ich bin was das angeht sehr optimistisch. Es ist einfach eine Frage des Portfolios und Anlageverhaltens aus meiner Sicht, sehe das so ähnlich wie Markus.

Schätzen kann man den Wert eines Unternehmens auf Basis der veröffentlichten Zahlen immer, man muss halt nur eine ordentliche Spanne zulassen, und nicht erwarten, dass eine Zahl genau eintrifft, sondern nur die generelle Richtung. Man darf sich in der Hinsicht m. E. nie an harten Zahlenwerten festbeißen, sondern neben einiger einfacher Berechnungen, Kennzahlen (s. a. Tim's Videos) die qualitative Komponente parallel dazu betrachten (Management, Einstellung zu Investoren, Unternehmenskultur,..)

@Markus, darf man fragen, was Du für Baby-Berks hast?

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 27.02.2014     
@Tino

Seit Mitte Dez. 2008 Berkshire Hathaway B Aktien. (Nur so ca. 5 % vom Gesamtdepot)

Finde es interessant, nach 5, 10, 20 oder 25 Jahren sofort mit den gleichzeitig gekauftem Ursprungs-etf-Portfolio vergleichen zu können.
Ist allerdings auch ein Apfel-Birnen-Vergleich ohne große Aussagekraft. ;-)

Es bleibt zudem sehr spannend, was uns bei dem einmaligen Experiment, Schulden mit neuen Schulden zu bekämpfen, noch alles ins Haus steht.

Deflation mit Depression und zahlreichen Pleiten oder die von der Politik angestrebte Inflationierung...


Anmerkung  von  Tim    geschrieben 28.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Tino

gerne. Ich bin gerade am Reisen. Lebe aus dem Koffer. Daher komme ich leider nicht zum Updaten. Das wird sich bald ändern.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 04.03.2014     
Inzwischen sollte es zwar schon jeder mitbekommen haben, aber falls durch Karneval verhindert, hier die schlechte Nachricht zuerst:

In diesem Jahr räumte Buffett ein, einen großen Fehler begangen zu haben. Er kaufte für zwei Milliarden Dollar Anleihen an dem Versorger Energy Future Holdings, der aber möglicherweise pleitebedroht ist. Buffett traf die Entscheidung alleine. "Die meisten von Ihnen haben noch nie von Energy Future Holdings gehört. Da können Sie sich glücklich schätzen. Ich wünschte, ich hätte auch noch nie was davon gehört", schrieb Buffett und versprach: "Das nächste Mal rufe ich Charlie an."
In der ansonsten strahlenden Bilanz gibt es noch einen zweiten Wermutstropfen: Der Buchwert je Aktie stieg im vergangenen Jahr um 18,2 Prozent. Er blieb damit wie schon 2012 hinter dem Anstieg des US-Aktienindex S&P 500 inklusive der Dividendenzahlungen zurück (32,4 Prozent). Diesen Index nimmt Buffett traditionell als Referenzmaß für seinen Erfolg. Dabei war der Abstand so groß wie seit 1999 nicht mehr.

(Warren Buffett beichtet großen Fehler.)

- Read Warren Buffett Latest Shareholder Letter

- Latest Trades

MS

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Genies: Seltsame Chaoten, Schlafanzugliebhaber, Stotterer

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New York, Montag, 24. Februar 2014

Was raten Karriereberater? Lerne wie verrückt. Sei fleißig. Zielstrebig. Mache Karriere. Die Noten sind wichtig. Kleide dich ordentlich. Sei so wie Du bist, aber halte Dich an wichtige Normen.

Was bedeutet der Rat der Experten? Nichts! Rein gar nichts.

Schauen Sie sich Mark Zuckerberg (Foto: Guillaume Paumier, CC-BY) an. Der Facebook-Gründer erschien schon früh morgens bei Investoren in Kalifornien im Schlafanzug, um seine Firma zu präsentieren. Zuckerberg wurde trotz seiner seltsamen Schlafanzug-Meetings steinreich.

Ich finde den Lebenslauf von WhatsApp-Gründer Jan Koum der Hammer. Er wuchs in der Ukraine auf, kam als Jugendlicher in die USA. Seine Familie bezog Sozialhilfe. Telefonanrufe in die Ukraine waren ihm zu teuer. Als die Online-Telefonfirma Skype an den Start ging, war er froh, günstig ins Ausland telefonieren zu können. Mit seinem Vater zum Beispiel, der in der Ukraine blieb. Koum entwickelte nach dem Vorbild von Skype ein System, um billig Kurznachrichten (SMS) rund um den Globus schicken zu können.

Koum schaffte die Schule mit Ach und Krach. Er war ein Störenfried. Seine Eltern starben früh. An der Uni in Kalifornien scheiterte er. Er arbeitete erst für Ernst & Young, dann für Yahoo. An der Börse verzockte er seine gesamten Ersparnisse nach dem Platzen der Dotcom-Blase.

2009 gegründete Koum WhatsApp. Zur Zeit gewinnt er 1 Million User am Tag - so erfolgreich ist sein SMS-Dienst. Mit dem Verkauf seiner Firma an Facebook wird aus dem Pechvogel ein Milliardär.

Denken Sie an den Netflix-Gründer Reed Hastings. Hätte Hastings seine Vision vom globalen Online-Abo-Fernsehen vor anderthalb Jahren jemanden erzählt, hätten ihn viele für verrückt erklärt. Damals fiel der Kurs immer tiefer. Es war eine Panik unter den Netflix-Anlegern ausgebrochen. Einige Aktionäre rechneten schon mit der Insolvenz.

Oder nehmen Sie Tesla-Gründer Elon Musk. Er stottert in Interviews, er wirkt schüchtern, unsicher, unerfahren. Wer hätte gedacht, dass Musk einen führenden Elektro-Autobauer formt? Wenn er eines Tages Autos anbietet, die extrem weit mit einer Batteriefüllung fahren, würde mich das nicht wundern.

Hätte die Personalabteilung eines deutschen Großkonzerns Koum, Hastings, Musk oder Zuckerberg eingestellt? Im Schlafanzug? Wohl eher nicht. Welche Chancen haben solche Genies in Deutschland, einen Job zu landen? Was sagen all die Uni-Noten aus? Was die Kleidung? Was der Haarschnitt? Nichts.

Eines lernen wir daraus: In Großkonzernen bekommen wahre Talente nicht wirklich die Chance, sich zu entfalten. Es wird ihnen schwer gemacht.

Einige schaffen den Durchbruch ganz allein. Wo? Meistens in den USA. Hier sind für Eigenbrötler die perfekten Voraussetzungen gegeben. Es ist die Mentalität. Mut wird königlich belohnt. Wer scheitert, macht weiter. Fehler sind kein Beinbruch. Sondern man lernt aus ihnen. Faszinierend.

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Anmerkung  von  Matthäus Piksa    geschrieben 24.02.2014     
Website www.welt-im-wandel.net

Hej Tim,

die story von Jan Koum ist in der Tat beeindruckend! Auch vor dem Hintergrund der aktuell blutigen Proteste in seinem Heimatland. Das zeigt einmal mehr was für ein Potential Länder mit autokratischen Systemen verschenken und wie wichtig es ist, dass jeder unabhängig vom persönlichen Background/Herkunft/etc. eine Chance bekommt.

Gruß

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 24.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

Hi Matthäus,

stimmt. Es wird viel zu viel Talent "verschwendet".

Leider lassen wir Menschen uns von Fassaden blenden. Ob jemand ein Loch in der Jacke hat, sagt nichts über dessen Intelligenz aus. Siehe Einstein. Aber nach solchen Fassaden-Mustern erfolgen Einstellungen in Unternehmen.

Anmerkung  von  Matthäus Piksa    geschrieben 24.02.2014     
Website www.welt-im-wandel.net

Solche Fälle sollten die Human-Resources-Abteilungen zum Umdenken bringen.

Ein Armutszeugnis ist auch, dass Koum, jüdischer Abstammung, in der Ukraine wohl auch auf anti-semitische Diskriminierung traf.

Nicht erst seit der Lektüre eines Buches von Malcolm Gladwell weiß ich, dass es eine sehr lange Tradition osteuropäischer Juden gibt, die irgendwann auswanderten und in den USA ihr Glück fanden.

Offensichtlich ist dieser Trend auszuwandern, der Diskriminierung zu entfliehen nicht zu Ende, wie der Fall Koum beweist. Der Fall wird darüber hinaus auch nicht dafür sorgen, dass das Image von (Ost-)Europa sich verbessert.

In diesem Sinne:
God bless the USA!

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 24.02.2014     
Mittlerweile erkennt man auch hierzulande das Potential von Autisten:

SAP stellt Hunderte Autisten ein

MS

Anmerkung  von  Chris    geschrieben 24.02.2014     
Website www.gieristgut.com

Also Elon Musk war bei der Gründung von Tesla bereits Multi-Millionär. Er hat Paypal mitgegründet...

Deine Beispiele sind alles Menschen mit Visionen. Wären alle Menschen Visionäre, dann würde vermutlich gar nichts mehr klappen. Möchte ich in der Buchhaltung Menschen mit Visionen? Will ich einen Visionär am Fließband? Will ich einen Visionär am Bankschalter? Wohl eher nicht...


Tony Hsieh, Jeff Bezos, Richard Branson, Steve Jobs usw.

Visionäre sind eher Zocker, Menschen die bereit sind alles auf eine Karte zu setzen. Sie sind überzeugt von ihrer Idee und geben dafür alles. Auch haben diese Menschen alle eine Sache gemeinsam: Sie kümmern sich einen Dreck um soziale Konventionen.

Wäre wohl jeder so, dann hätten wir wenn überhaupt eine Anarchie und nichts würde funktionieren.

Aber zum Glück sind nicht alle so. Nur so kann Innovation und Fortschritt funktionieren. Weil es ein paar mutige Menschen gibt, die bereit sind die Welt zu verändern.

Anmerkung  von  Felix    geschrieben 24.02.2014     
Ich sehe das wie Chris: Gut, dass es kreative, unkonventionelle Menschen gibt. Aber Überhandnehmen dürfen sie auch nicht. Wenn ich in ein Flugzeug steige, habe ich es ganz gerne, wenn der Pilot über eine solide Ausbildung verfügt und auch der Flugkonstrukteur mit Uni-Abschluss ist mir hier ganz Recht. Von kreativen Zahnärzten, Baustatikern und dergleichen halte ich mich auch fern. M.a.W. ohne die vielen solide ausgebildeten, korrekt gekleideten und arbeitenden Menschen würde der Laden auseinander fliegen.
Und auf der anderen Seite: Die paar Genies, die es geschafft haben, werden (zurecht) bewundert. Die Legionen, die auf der Strecke geblieben sind, kennt kein Mensch.

Anmerkung  von  Frank / Berlin    geschrieben 24.02.2014     
Ich sehe es eher so:
Wenn die Zeit für ein Produkt reif ist, dann hat das Produkt auch Erfolg.
Sogar dann, wenn dahinter ein Sonderling steht.

Anmerkung  von  willihope    geschrieben 26.02.2014     
Irgendwer wird mir auch erklären können was an Whatsup so super ist und einen 16 Milliarden Wert darstellt?

Es gibt da ja auch noch Viber, Line und Konsorten, Chat, Text, Video, Call - alles for free und in Asien auf jedem Mobile.

Ich versteh das nicht! Das sind
16 000 000 000
Dollar!


Anmerkung  von  Tim    geschrieben 28.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ willihope

Ja, das war viel Geld. Der Löwenanteil fliesst aber in jungen Facebook-Aktien. Ich war bislang zu kritisch gegenüber Facebook. Die Aktie lief nach oben wie im Rausch.

Verdammt teuer aus fudamentaler Sicht ist Facebook, keine Frage.

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Was macht Menschen glücklich: Das Geld ist es nicht

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New York, Freitag, 21. Februar 2014

Ich interviewte den ehemaligen Wall-Street-Trader Sam Polk. Er hat Millionen gescheffelt. Er arbeitete für Großbanken und einen Hedgefonds in New York.

Nach einigen Jahren im Job fand Polk heraus, dass ihn Geld nicht erfüllte. Seine eigene Geldgier kam ihm plötzlich unheimlich vor. Er kündigte. Er arbeitet seither mit seiner Frau für eine Stiftung in Los Angeles. Seine Wohltätigkeitsorganisation für gesunde Ernährung heißt Groceryships. Er gründete sie, weil er mitsamt Familie unter Übergewicht litt.

Mein Gespräch mit ihm über das Geld war echt faszinierend.

Massenweise zeigen Studien, dass wir Menschen nicht mit mehr Geld glücklicher werden. Was macht uns stattdessen happy? Wenn wir anderen helfen, wenn wir Freizeit haben, wenn wir etwas Gutes tun. Wenn wir Freunde haben. Wenn wir einen Job haben, der uns erfüllt, der uns Spaß macht.

Das hat zum Beispiel diese Studie herausgearbeitet, deren Beobachtungszeitraum sich über 75 Jahre erstreckte. Es ist eben nicht die steile Karriere. Und das fette Bankkonto.

Eine andere Forschungsarbeit (PDF) am "Institute for the Study of Labor", kurz IZA, in Bonn untersuchte die Zufriedenheit von Menschen mit wachsendem Wohlstandsgewinn (Bruttosozialprodukt). Unter die Lupe nahmen die Wissenschaftler verschiedene Länder. Das Resultat: Mit dem Wohlstandsgewinn steigt nicht automatisch die Zufriedenheit im gleichen Tempo.

Ein armer Fischer irgendwo an der mexikanischen Küste kann zufriedener als ein Multimillionär in Manhattan sein.

Das ganze Spielzeug (Villa, Porsche, Pool, Rolex, Rennpferd) ist also nicht der Weg zum erfüllten Leben. Komischerweise träumen genau davon Millionen von Menschen. Jeden Tag. Und jede Nacht.

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Anmerkung  von  Sebastian    geschrieben 21.02.2014     
Hallo Tim,

Ich kann Dir zu Deinem Beitrag nur 100% zustimmen. Ich bin gerade im Urlaub in der Dominikanischen Republik. Die Leute hier im Hotel sind total freundlich und happy, obwohl sie sicherlich weniger "haben" als wir, freuen sie sich dennoch uns einen schönen Urlaub zu bescheren und sie mit uns ihr Lebensunterhalt verdienen. Gerade in Deutschland sehe ich es oft, wie Leute mit hängenden Mundwinkeln in der S-Bahn stehen, weil sie meinen der Nachbar hat ein besseres Smartphone, Fernseher, Auto etc.
Wie ging doch mal der schöne Spruch: "jeder Vergleich ist der Anfang vom Unglücklich sein"
Ich muss aber zugeben dass ich mir das auch ab und zu selbst sagen muss, man vergleicht sich halt eher mit Kollegen, Nachbarn etc. als mit den Einwohnern der Dom. Rep. u.a.
In diesem Sinne viele Grüße aus der Karibik
Sebastian

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 21.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

Hallo Sebastian,

das klingt ja interessant. Stimmt. Wir vergleichen uns gerne mit anderen. Daher beginnt das Wettrüsten mit Statussymbolen (Auto, Haus, Kleidung, Handy, Möbel...) Manchmal auf Pump.

Ich glaube, das Klima in Deinem Urlaubsparadies hat zudem einen positiven Einfluss auf das Gemüt der Menschen. Genieße den Urlaub, VG Tim

Anmerkung  von  Pete    geschrieben 21.02.2014     
Nein, Geld allein macht mit Sicherheit nicht glücklich. Aber: Glücklich macht einen die Freiheit ohne zwingenden Lohnerwerb selbstbestimmt zu tun was einem beliebt. Jetzt kann man einwenden, "die freie Entscheidung hat man immer", doch ist das wirklich so? Wohl kaum.

Der Herr Millionär aus dem Interview hat sich auch erst eines besseren Besonnen, als er die Taler bereits auf dem Konto hatte.

Anmerkung  von  Chris    geschrieben 21.02.2014     
Website www.gieristgut.com

@Pete
Stimme 100% mit Dir überein!

Anmerkung  von  Florian    geschrieben 21.02.2014     
Ich denke, man muss das Ganze etwas differenzierter betrachten.
Ich stimme völlig zu, dass maßloser Konsum nicht glücklich macht. Ebensowenig wie Luxuspielzeug und Statussymbole.

Ich bin auch der Meinung, dass im Gegensatz dazu ein erfüllter Job, Hilfe für Andere und Möglichkeit der Selbstbestimmung wichtige Glücksbausteine sind.

Hier kommt nun doch wieder Geld ins Spiel. Wenn ich kein finanzielles Polster habe, dann sind die Entscheidungsspielräume für die Selbstbestimmung doch wesentlich eingeengt.
Sicherlich gibt es Lebenskünstler, die mit wenig finanziellen Mitteln ein eigenbestimmtes Leben führen, das dürfte aber eher die Minderheit sein.
Ebenso kann ich mit ausreichend finanziellen Mitteln viel mehr Hebel in Bewegung setzen, um anderen zu helfen.

Ich denke es kommt darauf an, was man mit Geld macht. Es muss ja nicht zwangsläufig in unnötigen Konsum gesteckt werden. Es ist auch ein Mittel zu mehr Entscheidungsfreiheit.

Anmerkung  von  Felix    geschrieben 21.02.2014     
Mag sein, dass Geld nicht glücklich macht. Schon gar nicht, wenn man welches hat und dauernd befürchtet, es wieder zu verlieren.
Der Umkehrschluss allerdings, dass kein Geld glücklich macht, ist jedoch definitiv falsch. Wenn eine defekte Waschmaschine oder sonst eine kleine Reparatur jedesmal ein finanzielle Katastrophe bedeutet, so trägt das wohl kaum zur Zufriedenheit bei.
Irgendwo gibt's den Spruch. Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt. Und so ist es. Ein finanzieller Polster ist ein schönes Ruhekissen, das ein gutes Stück Gelassenheit, etwa im Arbeitsleben, geben kann.
Wer Statussymbole braucht, hat eh andere, psychische Probleme.

Anmerkung  von  Frank / Berlin    geschrieben 21.02.2014     
ein Haufen Geld an sich macht nicht glücklich und dieser Haufen Geld beruhigt auch nicht die Nerven, jedenfalls nicht meine.
Ich kann fast die Hälfte meiner Ausgaben durch Dividenden finanzieren. das ist beruhigend.

Anmerkung  von  Stefan    geschrieben 24.02.2014     
@ Sebastian:

da bin ich Ende April mit der Family auch :-)

Wo bist du denn genau? Und wie gefällt es dir? Gerne auch per E-Mail...

Schoggy@gmx.de

Frage mich nur ob dieses "Nette" echt ist oder nur eine Show für die Touristen...

Gruss

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 24.02.2014     
@Stefan

Natürlich ist es dort wie in jedem dieser Länder. Touristen sind Melkkühe.

Ich habe vor paar Jahren meinen 50. dort in Cabarete gefeiert (3 Wochen lang ;-))

Du wirst am laufenden Band angemacht, und sollst irgendwelchen Touri-Plunder kaufen (Holzkettchen aus China mit 20 Cent Materialwert für 10 $ usw.).

Natürlich haben die alle sterbenskranke Großfamilien zu versorgen, und Du bist schuld wenn sie kein Geld verdienen.

Letztendlich haben wir einen Hotelboy bezahlt, dass er uns am Strand die Verkäufer vom Hals gehalten hat.

Will Dir natürlich nicht den Urlaub verderben, aber Romantik ist da fehl am Platz. Am heißesten fand ich den Inhaber eines kleinen Supermarktes um die Ecke. Der lief mit der Pumpgun im Laden rum.

Wir hatten trotzdem einen schönen Urlaub, aber man darf halt wirklich nicht blauäugig sein.

Nützlich ist es, einen dicken Packen Ein-Dollarscheine mitzunehmen, und bei jeder Gelegenheit Trinkgeld zu geben; Barkeeper, Putzfrauen usw.

MS

Anmerkung  von  Sebastian    geschrieben 24.02.2014     
Ja die Leute hier sollten auch nur exemplarisch dafür stehen sich mit weniger zu begnügen. Bei uns muss es immer mehr sein, andere haben das Leuchten in den Augen wenn sie einen Fussball geschenkt bekommen, bei uns muss es gleich die neuestes Playstation sein!
Ich finde es auch toll wenn Unternehmen es unterstützen mal Out of the Box zu kommen, z.B. Manager nach Afrika oder Südamerika schicken um eine Schule aufzubauen etc.
Leider werden dann Top-Level Manager hingeschickt und nicht bereits Manager auf kleinerem Level.
Im Endeffekt ist das was wir machen auch nur Luxus. Wir verdienen soviel dass wir noch etwas über haben um es in Aktien zu stecken, das kann selbst in Deutschland nicht jeder!
Naja, immer tolle Themn hier beim Tim, weiter so!!!!
Sebastian

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Deshalb lief die Börse per Dauerrallye nach oben

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New York, Donnerstag, 20. Februar 2014

In den USA geistert eine Schlüsselfrage durch die Medien: Warum lief die Wall Street wie im Rausch fünf Jahre in Folge nach oben? Das treibt Analysten, Journalisten, Bürger um. Wie kann dieser Boom möglich sein?

Nun, die Kurse waren in einer Panik zuvor abgestürzt. Irgendwann stabilisierte sich die scheinbar ausweglose Lage. Die Zahl der Arbeitslosen nahm nicht mehr zu, sondern begann, zu sinken. Die Banken möbelten ihre Bilanzen auf - der Gesetzgeber ließ ihnen keine andere Wahl. Die Verbraucher fassten langsam wieder Vertrauen. Die Aufräumarbeiten zahlten sich in der gsamten Wirtschaft aus. Die Kosten sind niedriger, die Cashbestände in den Bilanzen auf Rekordniveau, die Schulden gering.

Noch ist die Krise nicht völlig ausgestanden. An vielen Konsumwerten ist zu sehen, dass zwar der Gewinn in Fahrt kam, aber der Umsatz hinkt hinterher. Selbst das Erfolgsunternehmen Apple schafft es kaum noch, zu wachsen.

Die Notenbank pumpte Geld in die Wirtschaft. In einem nie dagewesenen Ausmaß.

Die Börsenkurse kamen zudem in Fahrt, weil Anlagenotstand herrscht(e). Wenn Sie Geld auf dem Festgeldkonto oder Sparbuch haben, können Sie nur lausige Zinsen kassieren, die unterhalb der Inflationsrate rangieren. Weil Sie also mit Ihren Spargroschen real (nach Abzug der Inflation) Geld verlieren, macht es wenig Sinn, noch mehr zu sparen in diese Anlageform.

Insofern flüchteten viele in Dividendenpapiere, um wenigstens ein wenig Rendite einzustreichen. In Deutschland gibt es viele Menschen, die kommen mit den Kursschwankungen nicht klar und glauben daher, die Börse sei gefährlich. Dabei sind die Kursschwankungen nicht gefährlich, wenn Sie Qualitätsfirmen kaufen und diese lange genug halten. Gefährlicher ist meiner Meinung das Festgeld bzw. Sparbuch. Das schwankt zwar nicht, verliert aber still und heimlich an Kaufkraft. Der Verlust über ein paar Jahrzehnte gerechnet kann enorme Ausmaße annehmen.

Aber was trieb die Aktienkurse noch? Die Zeitung „USA Today“ schrieb, die Zahl der börsennotierten Unternehmen sank um 44 Prozent seit 1997. Anders ausgedrückt: Es gibt fast halb so viele Firmennamen auf der Kurstafel. Einige gingen pleite, andere wurden übernommen. Es wagten sich zur gleichen Zeit weniger Firmen per IPO auf das Börsenparkett.

Diese Entwicklung vermengt mit dem Anlagenotstand führte zu der Dauerrallye. Es war ein heißes Gemisch. Außerdem betrieben die börsennotierten Firmen ein wenig "Financial Engineering", indem sie eigene Aktien über die Börse zurückkauften. So reduzierten sie die Zahl ihrer ausstehenden Aktien. Bekannte Großkonzerne wie Apple, IBM oder Coca-Cola schrumpften die Stückzahl dramatisch.

Das Resultat war folgendes:

Weniger Unternehmen + weniger Aktien + Anlagenotstand = Explodierende Kurse.

Noch was: Ich bin ein Anhänger des Buy and Hold. Mich verunsichert die Rallye nicht. Ich behalte meine Aktien langfristig. Selbst wenn es kurzfristig knirschen sollte an der Wall Street, bleibe ich investiert. Ich gehe mit meinem Depot durch dick und dünn. Der langfristige Wohlstandsgewinn rund um den Globus ist enorm. Deshalb haben Aktien eine herrliche Perspektive für die kommenden Jahrzehnte.

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Anmerkung  von  Peter    geschrieben 21.02.2014     
Hey Tim,

ich möchte deinen Optimismus nicht einschränken, aber:

margin debt 2014: 445 Milliarden Dollar
margin debt kurz vor der Schuldenkrise 2007: 425 Milliarden Dollar

margin debt (Aktienkäufe auf Kredit)

Risiko bei sinkenden Kursen margin call

Hebelung (investor net worth) jetzt bei 148 Milliarden Dollar

bei Aubruch der Krise 2007: 79 Milliarden Dollar

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 22.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

Hi Peter,

mag sein, dass die Zockerei zunimmt auf dem Parkett. Mag sein, dass Aktien teurer geworden sind.

Trotzdem ist "Buy and Hold" für solide Aktien eine verdammt gute Strategie. Siehe Warren Buffett. Der Versuch, exakt einen Wendepunkt in der Stimmung zu ermitteln, ist meiner Meinung nach zum Scheitern verurteilt.

Perfektes Timing ist ein Traum. Ich rate, hochsolide Aktien jahrzehntelang durchzuhalten.

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Börsenrallye, Börsenrausch: Fünf Jahre lang high

Illustration

New York, Sonntag, 16. Februar 2014

Seit fünf Jahren rennt die Börse nur nach oben. Es ist ein phantastischer Anstieg. Der S&P-500-Index sieht aus wie das Börsenwunder von New York. Allein im vorigen Jahr summierte sich der Anstieg des S&P-500-Index auf 30 Prozent. Die Börse ist eine Gelddruckmaschine geworden.

Der smarte Value-Anleger passt auf. Spätestens wenn die Meute an die Börse stürmt. Wenn die Euphorie ausbricht, zieht er sich zurück und baut die Kriegskasse auf. Der Smarte weiß, dass die Börse nicht endlos nach oben laufen kann. Meine Begeisterung lässt nach - je weiter wir nach oben laufen.

Es stellt sich die große Frage: Ist die gierige Masse zurück auf dem Börsenparkett? Oder ist sie noch nicht zurück?

In einigen Sektoren finde ich blasenartige Bewertungen. Ich denke an 3D-Druck-Hersteller, an Soziale Medien, Biotechs. Natürlich gibt es in den genannten Sektoren verdammt gute Firmen, die weiterlaufen werden. Aber alles in allem sieht es dort ziemlich teuer aus. Irgendwann wird es zu teuer. Irgendwann kann ein Einstieg zum Abenteuer werden. Wann die Rallye enden wird, weiß niemand exakt. Wir können nur Vermutungen anstellen. Es kann Jahre weiter nach oben laufen. Wir wissen es einfach nicht.

Value Anleger haben grundsätzlich einen starken Willen. Sie haben die Gabe, sich von der Masse fernzuhalten – auch wenn sie sich dabei wie ein Idiot vorkommen können. Denn Blasen bilden sich ewig lange. Man hat das Gefühl, etwas versäumt zu haben, wenn die Meute ihre Party feiert. Der Knall, die Korrektur kommt meist sehr spät.

Leute wie Carl Icahn, George Soros, Wilbur Ross, Bill Ackman, David Einhorn, Warren Buffett kaufen Unternehmen, die kaum jemand auf dem Radarschirm hat. Sie lieben niedrige KGVs, KBVs, KUVs, sie mögen Turnarounds. Sie meiden superteure KGVs.

Diese Profi-Anleger interessieren sich nicht für die täglichen Kursschwankungen. Sie haben mehr Geduld als der nervöse Trader daheim am PC, der den täglichen Kurssprüngen eine Botschaft abgewinnt, obgleich es sich um zufällige Aktionen handelt.

Sollte die Börse um 30 Prozent fallen, gerät ein Buffett, Einhorn oder Ross nicht aus der Ruhe. Im Gegenteil. Die Profis werden mutiger. Sie kaufen so viel zu, wie sie nur können. Anders der Privatanleger. Der kriegt Panik, steigt aus und vergisst die Börse für die nächsten Jahre. Das Spiel kann von vorne beginnen.

Jeff Sommer schrieb in der „New York Times“ einen guten Artikel über die fünfjährige Bullenrallye.

Es gibt zwei solide Strategien: Die einen kaufen regelmässig Aktien. In guten wie in schlechten Zeiten. Wie ein stetiger Tropfen den Eimer füllt, so füllt der stetige Aktiensparer sein Depot mit den Jahrzehnten auf. Der andere Stratege versucht, in Korrekturphasen auf Schnäppchenjagd zu gehen. In den Boomphasen spart dieser Anleger sein Geld auf einem Festgeldkonto an. Es ist psychologisch betrachtet nicht einfach, die Stimmung der anderen zu überlisten. In schlechten Zeiten Aktienshopping zu betreiben, erfordert extrem viel Mut. Es ist so, als ob Sie bei Regen und Sturm sich dazu entscheiden würden, einen langen Sparziergang zu machen.

(Mein Foto oben ist vom Broadway/Financial District, wo der Börsenbulle eine Touristenattraktion ist).

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Anmerkung  von  Felix    geschrieben 16.02.2014     
So ist es: Die letzten fünf Börsenjahre waren ein Traum. Wer Aktien hatte, konnte eigentlich nur gewinnen (naja, ein paar Ausnahmen gibt es: NOKIA, E-ON, ...).

Nur, die wenigsten werden am Tiefpunkt im April 2009 gekauft haben. Zufälligerweise spielte in Deutschland uns/mir dieses Mal die Politik mit einer eigentlich negativen Entscheidung für Börsianer in die Hände. Zum 31.12.2008 wurde die Kapitalertragssteuer auf Kursgewinne eingeführt. Altfälle blieben (für alle Zeiten) steuerfrei. Diese Steuer (fast genau) am Börsentiefpunkt eingeführt, veranlasste mich und sicher viele andere, mich mit Qualitätstiteln richtig einzudecken. Ich hätte sonst nie in dieser Menge zu diesem Zeitpunkt (Ende 2008) gekauft. Dass das fast genau der Tiefpunkt der Indices war, erwies sich als Glücksfall.
Ich habe noch alle meine Aktien von damals. Nicht wenige mit über 100 % Kurszuwachs (steuerfrei) und viele mit zweistelligen, persönlichen Dividendenrenditen.
Ich bin der Politik heute noch für dieses Timing dankbar; sie hat mein Vermögen in nur 5 Jahren verdoppelt und liefert einen auskömmlichen Dividendenstrom. Eine solche Chance hat man wahrscheinlich nur einmal im Leben.

Anmerkung  von  dk    geschrieben 16.02.2014     
Finde es immer wieder gut, von Tim erinnert zu werden, dass Value Investing und gegen den Strom schwimmen sich langfristig auszahlt.
Die "privaten Trader", die Tim anspricht, machen evtl. 80-90% aller Menschen aus. Da ist es verständlich, wenn man in deren Augen ein Outsider ist, wenn man sich zB jetzt NICHT mit Aktien eindeckt und lieber vorsichtiger wird.
Man muss ja nicht gleich der nächste Buffet werden. Aber diese Menschen (Buffet, Soros...) haben bewiesen, dass deren Strategie von dauerhaftem Erfolg gekrönt ist.

Wichtiger Punkt für mich auch - die persönliche Bildung in Sachen Geld, Anlage, Aktien usw.
Wie hoch ist wohl der Prozensatz aller deutschen, die Buffett oder Soros kennen & dazu einige Details aus ihrem Leben?
Erschreckend gering, würde ich schätzen.
Offenheit zeigen gegenüber möglichen Alternativen zum Geldsparen, gehört für mich ebenfalls dazu.

Anmerkung  von  Christian    geschrieben 17.02.2014     
Rätst Du dazu - wenn man eine Blase sieht - zu verkaufen um dann im Crash neu einzukaufen?

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 17.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Christian

Nein. Ich bin ein Anhänger des Buy and Hold. Ich halte meine Aktien durch gute wie schlechte Zeiten. Das perfekte Timing kriegt nämlich niemand hin. Das Springen lohnt sich meiner Meinung nach nicht. Siehe Buffett. Mit Buy and Hold ist er einer der erfolgreichsten Anleger aller Zeiten.

Bei Neuinvestments und der Aufstockung von Positionen bin ich etwas vorsichtiger geworden. Aber auch hier finde ich nach wie vor spannende Ideen zum Investieren.

Anmerkung  von  Christian    geschrieben 17.02.2014     
Danke für Deine Antwort, Tim.

Letzte Anmerkung noch bitte:
Macht es irgendwie Sinn einen Sparplan einzurichten um den Costaverage-Effekt auszunutzen, gleichzeitig aber von Zeit zu Zeit Gewinne mitzunehmen?


Anmerkung  von  Tim    geschrieben 17.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Christian

Ein Sparplan ist eine schöne Sache. Wichtig finde ich hierbei, dass man es sehr lange durchzieht. Im Idealfall über viele Jahrzehnte hinweg. Wer zwischenzeitlich Gewinne mitnimmt, macht ein wenig die Grundidee dahinter zunichte. Du kannst mal ein schwaches Jahrzehnt erwischen. Und dann?

DIe Börse ist ideal für Anleger mit viel Geduld. Mut zur richtigen Zeit, Stetigkeit, Ausdauer, Vernunft zahlen sich aus.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 17.02.2014     
@Tim

Buy & Hold mag ja prinzipiell ok sein, vor allem bei "Dickschiffen", aber man sollte schon sehen, dass Buffett natürlich schon verkauft und kauft wie er meint, dass es richtig wäre. Das Ergebnis daraus ist ja die Performance von "Berkshire Hathaway". Wenn man die Holding hat, dann braucht man nicht mehr timen, das macht ja Buffett für einen.
Wenn man dagegen selbst Einzelaktien hält, dann sollte man schon immer ein Auge auf die Entwicklung haben und bei Bedarf handeln.
Und dass auch Buffett die Lage nicht richtig einschätzen kann, das sieht man aktuell an dem Zukauf von 10 Mio GE-Aktien. Er hatte ja im Jahr 2012 erst 8.366.800 Aktien verkauft zu 20-23$. Jetzt kauft er 10 Mio teurer wieder ein; zu 28$!
Also das war eher ein "Geschäft", was schädlich war. Als Berkshire-Aktionär könnte man da schon Fragen stellen.
Jetzt hat er u.a. ja Glaxo ausverkauft. Wer weiß, ob das gut war? Man wird sehen...

Ich finde, jeder Anleger sollte sich durchaus zutrauen, eine eigene Strategie zu entwickeln. ;-)

MS

Anmerkung  von  Christian    geschrieben 17.02.2014     
Will mich doch noch mal melden.

Bei buy and hold widerstrebt es mir, wenn meine Aktien erst einen Gewinn machen und danach sogar ins Minus rutschen. Sicher habe ich immer noch die Dividende. Aber der Gewinn ist mir entgangen. Ich gebe Tim völlig Recht, daß man den Markt nicht/schlecht/nur selten/mit Glück timen kann.

Wäre es dann sinnvoll per Sparplan zu kaufen um den Costaverage-Effekt zu haben? Das Timen entfällt somit, da ich ja immer kaufe.

Allerdings fehlt mir auch eine Exitstrategie. Exit desween, weil ich ja immer auch Gewinn mitnehmen will. Auch hier fällt das Timen schwer. Wenn ich wüßte, daß die Aktie in Zukunft immer steigt, dann würde ich nicht verkaufen. Fällt sie jedoch zwischendurch unter meinen Durchschnittskaufkurs, habe ich einen möglichen Gewinn hergeschenkt.

Mein Exitvorschlag: Ich setze bei 20% Gewinn einen dynamischen Stoploss mit einem Abstand von 10% (Volatilitätsschutz). Steigt der Kurs weiter, bin ich weiter dabei. Fällt der Kurs, steige ich automatisch (mit Gewinn) aus.

Macht man es mit einem Index/Fonds ist die Gefahr auch nicht mehr gegeben heftigst ausgestoppt u werden wie 2010 mit P&G.

Wo siehst Du, Tim bzw. die Mitleser hier Kritik/Einwände/Denkanstöße an "meinem" System.

Soll bitte keine Handlungsempfehlungs ein, sondern nur Diskussionsgrundlage.

Viele Grüße
Christian

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 17.02.2014     
@Christian

Prinzipiell kann man diese Strategie schon verfolgen. Auch gibt es den ein oder anderen, der es so handhabt (nachziehende stop loss).

Ob diese langfristig besser ist, da bei jedem "Handeln" Steuern und Gebühren anfallen, wage ich zu bezweifeln.

Generelle Empfehlungen, die auf jeden passen, sind extrem schwierig zu geben. Jeder hat andere Bedingungen, Lebenssituationen und Risiko bzw. Verlustängste. Auch prägen den ein oder anderen unterschiedliche Anlagestile oder Bücher.

Meine Strategie ist buy & hold, regelmäßiges nachkaufen, Geduld (20 - 35 Jahre), genügend Cash für unvorhergesehene Dinge im Leben. Zum Thema Exit: Bei einer entsprechend großen Summe mit Entnahmeplänen und Rebalancing kann das schon das evtl. das reguläre Einkommen ersetzen...

Allerdings kommt es auf viele Dinge an: Familie, Immobilie, Lebensziele, Risikotoleranz, finanzielle Bildung usw.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 17.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Matthias

Die Strategie von Buffett basiert auf dem Value Investing gepaart mit Buy and Hold.

Kein Familienunternehmen hat er, glaube ich, bislang verkauft, das zu seiner Holding gehört. Seine Kernbestände (Amex, Wells Fargo, Coca-Cola...) hält er über Jahrzehnte.

Ja, seine neuen Hedgefondsmanager sind im Anlagestil aktiver als Buffett. Es handelt sich aber um kleinere Positionen (im Regelfall).

Buffetts gesamtes Leben wird von einer extremen Kontinuität bestimmt: Sein Haus, sein Job, seine Ziele, sein Geschäftspartner Munger, sein Wohnort, seine Lieblingsgerichte...

@Christian

Das Springen rein und raus aus Aktien lohnt sich nicht. Dazu gibt es massenhaft Studien. Gefühle, Fehler, Zufälle, Pech machen uns einen Strich durch die Rechnung. Wie Markus schon sagt: Gebühren + Steuern ebenso berücksichtigen.

Wer jedes Mal bei einem Kursverlust von 10% (und mehr) aussteigt, nutzt zudem immer die schlechten Phasen.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 17.02.2014     
@Tim

Buffett ist ja auch der "Guru", dem ich am ehesten nacheifern würde, WENN ich viel mehr Zeit hätte, also heute vor einem Anlagehorizont von mehreren Jahrzehnten stünde. Aber leider habe ich das nicht zur Verfügung. Deswegen habe ich für mich persönlich eine etwas aktivere Art angefangen zu praktizieren. Mal sehen was dabei raus kommt.

Übrigens sei hier der Leserschaft das (Hör-)Buch über Buffett anempfohlen: Warren Buffett. Das Leben ist wie ein Schneeball.

@Christian

Ich finde, man kann durchaus mal was mit Gewinn verkaufen. Gerade nach schnellen steilen Anstiegen ist doch oft eine Korrektur zu erwarten. Wenn man die Aktie prinzipiell weiterhin ok findet, dann kann man später günstiger wieder einsteigen.
Man findet ansonsten immer irgendwelche Gelegenheiten, in die man investieren kann.
Mein persönliches Vorgehen ist ungefähr so; ich will einen Großteil des Depots grundsätzlich unbegrenzt halten. Das sind dann eher Funds mit regelmäßiger (monatlicher) Dividende. Bei denen wird bei günstigen Kursen nachgekauft.
Wenige Einzelwerte, die ich als solche auch gern halte, aber auch mal verkaufe, habe ich unregelmäßig und immer mal wieder. Momentan ärgere ich mich gerade, dass ich Seadrill nicht wie beabsichtigt verkauft hatte. Derzeit hätte ich sie 20% billiger wieder kaufen können. Ein anderer Wert ist KFN, die ja einen Kurssprung gemacht hat, weil sie von KKR "gemergt" wird. Soll ich das Plus realisieren, oder die eingebuchten KKR dann im Tausch weiter behalten, trotz geringerer Dividende? Na ja ... schaun mer mal.

MS

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 17.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Matthias

Klar. Jeder soll das so machen, wie es persönlich am besten passt/Spass macht.

Grundsätzlich sind das aus meiner Sicht die Problem des Privatanlegers: Selbstüberschätzung, eine zu hohe Aktivität, Euphorie, zu geringe Einarbeitung ins Thema, Unkenntnis, Schnellschüsse, Angst, Herdenverhalten, Unterschätzung von Dividenden/KGVs, fehlende Geduld, einzelne Kursbewegungen werden überschätzt, fehlender Info-Austausch mit anderen...

(Ich selbst mache natürlich auch solche Fehler. Ich arbeite aber dran.)

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 17.02.2014     
Zudem sind 35 Jahre schnell geschrieben...
aber was das Leben in diesem Zeitraum alles so für einen Menschen bereithält...

Auch kommt es an, welche Erfahrungen man mit Aktien & Börse schon gemacht hat, bzw. wo man jemanden abholt.

Anmerkung  von  Chris    geschrieben 17.02.2014     
Ich bin der Meinung man kann jeden Tag etwas kaufen. Es gibt nur hohe Inidzes aber so gut wie nie Zeiten, in denen alles zu hoch bewertet ist.

Auch jetzt sehe ich nicht, wo die Märkte enorm überbewertet wären. OK, Tim spricht es an. Einige Branchen würd ich jetzt auch nicht mehr kaufen.

Aber diesen teuren Beispielen stehen genug Chancen gegenüber. Banken z.B. HSBC, Rohstoffgiganten wie Vale, Ölwerte, IBM, John Deere, Cisco, Tabakaktien um nur ein Paar zu nennen.

Auch Nahrungsmittel-Basics sind vielleicht nicht billig, aber auch nicht zu teuer. Coca Cola, Unilever, Mc Donalds, General Mills und viele mehr bieten Dividenden zwischen 3 und 4% bei KGVs im oder leicht unter dem historischen Schnitt. Dem gegenüber stehen 1% auf Festgelder.

Man kann jetzt vorsichtiger werden. Durchaus. Allerdings sehe ich keinen Grund jetzt nicht mit Aktien zu beginnen oder gar auszusteigen. Ich halte das Risiko, keine Aktien zu besitzen für größer, als immer weiter zu warten. Zumal es in der Vergangenheit deutlich längere Haussen gab als 5 Jahre.

Viele Anleger, die beim DAX Stand von 8000 ausgestiegen und den nächsten Crash vorausgesagt haben, würden heute die damaligen Preise ohne wenn und aber bezahlen - und haben ganz nebenbei die Dividenden in der Zwischenzeit auch noch verpasst.

Von Stop Loss halte ich gar nichts. Kurze Einbrüche, wie in den letzten Wochen kosten einen ohne Grund viele Steuern und Verkaufsgebühren. Anschließen wieder Kaufgebühren. Und auch Stop Losses mit eingem Abstand zum aktuellen Kurs nützen nichts. Im November 2011 hat das garantiert einige Anleger viel Geld gekostet.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 18.02.2014     
Übrigens... Soros hat seine S&P500-Shortposition recht großzügig ausgebaut. Er rechnet wohl wirklich mit einem markanten Einbruch. Vielleicht sollte man sich auch eine kleine Absicherungsposition eines Short-ETF zulegen, obwohl ich eigentlich "Permabulle" bin?

MS

Anmerkung  von  Alexander Moshe    geschrieben 18.02.2014     
Website www.dealjagd.ch

Christian fragte:
"Rätst Du dazu - wenn man eine Blase sieht - zu verkaufen um dann im Crash neu einzukaufen?"

Teil meines Systems ist es, erst bei einem fixen Punkt zu kaufen und zu verkaufen.

Dazu habe ich den sog. Wert-Index entwickelt:
Man nimmt den Kehrwert des KBV und den Kehrwert von KGV/10 und addiert diese Werte.

Beispiel:
Eine Aktie stürzt stark ab. KBV beträgt noch 0.5, KGV beträgt 8.
Der Wert-Index errechnet sich nun so:
(1/0.5)+(1/0.8)=3.25

Ich kaufe nur Aktien, die einen Wert von 5.0 oder höher aufweisen.
Dieser Wert kann als eine Art Steigerungspotential angesehen werden.
Unternehmen sind bei etwa 1 Punkt fair bewertet (entspricht zB KBV 2 und KGV 20).
Ich bin noch am studieren, ob ich bei 2.0, 1.5 oder 1.0 verkaufen will. Ich tendiere zu 2.0, weil dieser Wert erheblich schneller erreicht ist, und damit Cash für den nächsten Crash frei wird.


Anmerkung  von  Markus    geschrieben 18.02.2014     
@Alexander

"Ich kaufe nur Aktien, die einen Wert von 5.0 oder höher aufweisen."

Die Dinger müssen aber abartig billig sein, bzw. da brauchst Du ja schon ein KGV von 6 und ein KBV von 0,3 um überhaupt auf den Wert von 5 zu kommen...

Wo holst Du Dir denn das 10 Jahres-KGV her? Das findet man ja nicht unbedingt für jeden Wert und Index...

Wie lange testest Du diese Strategie?

Eine Bewertungsorientierte Strategie gibt es ja auch von strong value etf`s oder rafi indizes...

Anmerkung  von  Christian    geschrieben 18.02.2014     
Hallo Tim,
vorab mal ein großes Lob an deinen Blog, echt toll was du hier betreibst...lese nun seit 1 Jahr passiv mit und muss mich nun auch mal zu Wort melden:

Einkauf: wenn der Aktienkurs 20-50% unter dem inneren Wert liegt = Sicherheitsmarge
Verkauf: 0-20% über den inneren Wert, je nach Investmentqualität

Den inneren Wert bestimme ich nach der Methode von Max Otte

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 18.02.2014     
@Christian

Habe schon mehrere Bücher von Otte gelesen.
Wie wird denn nach ihm der innere Wert berechnet?
Das habe ich noch in keinem der Bücher gelesen.

Anmerkung  von  Christian    geschrieben 18.02.2014     
ImPrinzip ist es ein Scoring Modell mit diesem Aufbau http://maxotte.de/anlagestrategie?id=15

Ich glaube in "Endlich mit Aktien Geld verdienen" erklärt er auch Teile daraus

Da ich aber der Meinung bin als Privater die Bewertung nicht objektiv genug hinzubekommen (Qualität Management,..) und mir der Zeitaufwand zu groß ist kaufe ich mir die Bewertungen zu indem ich Mitglied bei IFVE bin.

Grüße Christian

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 18.02.2014     
@Christian

Die Königsstrategie kenne ich.
Das mit Score-System macht ja auch die Susan Levermann.

Welche Rendite p. a. hast Du denn die letzten 5 Jahre mit der Strategie gemacht? Also nur auf die Aktienquote bezogen und mit Angabe ohne / mit Steuer.
Wenn ich fragen darf. ;-)

Anmerkung  von  Christian    geschrieben 18.02.2014     
Mach das selbst erst seit 1 Jahr konsequent nach dieser Methode d.h. die Gesamtperformanceist etwas schlechter als der Dax ~20% vor Steuern....aber meiner Meinung nach ist das in steigenden Märkten normal beim Value Investing....wichtig ist die großen Fehler zu vermeiden lt. Buffett

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 18.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Christian
Danke für das Lob. Ich strenge mich an.

Anmerkung  von  Stefan    geschrieben 18.02.2014     
Hallo Alex,

Deinen Ansatz finde ich interessant, allerdings denke ich wirst du damit (auch in schlechten Zeiten) kaum Aktien finden die Deine Kriterien erfüllen. Nenn doch bitte mal ein paar Beispiele bei welchen Aktien Du mit Deiner Methode zum Zuge gekommen bist.

lg Stefan

Anmerkung  von  Alexander Moshe    geschrieben 19.02.2014     
Website www.dealjagd.ch

Hallo,

Es wurden mir Fragen gestellt:

F: Die Dinger müssen aber abartig billig sein, bzw. da brauchst Du ja schon ein KGV von 6 und ein KBV von 0,3 um überhaupt auf den Wert von 5 zu kommen...

A: Richtig. In der Tat. Ich möchte quasi den grösstmöglichen Sonderrabbatt.
Natürlich achte ich dabei auch auf Qualität. Wird die Firma in 10 Jahren noch existieren? Hat das Geschäftsmodell Zukunft? Werden die Gewinne wahrscheinlich höher sein als heute in 10 Jahren?

In der Schweiz sind zur Zeit Valartis Group (knapp) so günstig bewertet und New Venturetec.
Wobei ich beide nicht kaufen würde:
Valartis-Group nicht, weil es eine Bank ist. Und New Venturetec, weil die selber nur Geld mit Firmen-Beteiligungen machen. Die haben auchs chon Geld verloren, das ist mir zu unsicher für ein ernsthaftes (und damit langfristiges) Investment.
Die Daten der genannten Firmen gibts zB bei fuw.ch/aktienfuehrer

In der Finanzkrise 2009 waren zB Swiss Life (Marktführer Lebensversicherungen) und Swiss Re (2.grösster Rückversicherer auf dieser Kugel) beide so tief bewertet, dass ich hätte kaufen können.

Es ist also schon so, dass ich nach meiner Strategie teilweise jahrelang nichts kaufen kann. Wenn ich aber was kaufe, dann gehts so richtig ab.

Lest auch mal das Beispiel von Warren Buffett mit Western Insurances. 3$/Aktie bei 20$/Aktie Gewinn.


F: Wo holst Du Dir denn das 10 Jahres-KGV her? Das findet man ja nicht unbedingt für jeden Wert und Index...

A: Nun, ich nehme kein 10-Jahres-KGV, sondern der Einfachheit halber das geschätzte KGV2014. Schliesslich müssen die Daten einfach verfügbar sein. Mein System baut enorm auf Einfachheit auf.


F: Wie lange testest Du diese Strategie?

A: Noch nicht lange. Die Entwicklung begann im Dezember 2012.
Ich habe etwas Mühe, ältere KGV-Daten zu finden, sonst könnte ich BackTests machen.

Aber für mich ist klar: Eine mittlere bis gute Qualität (dh nur solide Firmen), kombiniert mit einer 5-fachen-Unterbewertung, ist ein Erfolgsgarant.
Sozusagen Value Investing Extrem.




Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 19.02.2014     
@Alexander
"Lest auch mal das Beispiel von Warren Buffett mit Western Insurances. 3$/Aktie bei 20$/Aktie Gewinn."

Ja, das sind natürlich feine Geschichten. Nur, was nützt einem das, wenn man nicht die Firma als Ganzes aufkaufen kann, zumindest Mehrheitsaktionär ist, um zu bestimmen was mit dem Gewinn geschieht?
Wenn ich als Kleinaktionär zuschauen muss wie der Gewinn verpulvert wird (sinnlose Zukäufe oder was weiß ich), hilft mir das gar nichts.

MS

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 19.02.2014     
Schon interessant, welch unterschiedliche Strategien verfolgt werden.

Ich bin sehr zufrieden damit, meine Strategie gefunden zu haben. Diese wird maximal leicht modifiziert.
Auch war der Abgeltungssteuertermin ein zusätzlicher Druck, Nägel mit Köpfen zu machen.

Einfache Umsetzbarkeit, wissenschaftlich fundiert, geringe Kosten und geringer Zeitaufwand, wenig Bereitschaft die einmal gefundene Strategie alle 2 - 5 Jahre über den Haufen zu werfen, wenig Handelstätigkeit sind Punkte, die durchaus langfristig wichtig und überlegenswert sind.

Meine ersten 8 Jahre Börse von 2000 - 2008 waren "Findungsjahre", wo mir meine monatlichen Sparquoten geholfen haben.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 19.02.2014     
Apropos Börsen On The Top, was noch kaufen?

Habe heute mal einen deutschen Screener bemüht, was man so mit guten Ratios in Deutschland derzeit noch findet.
Bei Finanztreff habe ich gesucht mit Vorgaben:

- Dividende > 5%
- KGV < 10
- KUV < 2
- KCV < 3

Von den 3 angezeigten Unternehmen habe ich mir "United Power AG" (aus China, in DE gelistet) mal angesehen. Ich finde die Firma "unterbewertet". Wahrscheinlich wegen relativ geringem Streubesitz um 20% und im Abseits des Interesses. IPO war 2011 und wenig erfolgreich (9 EUR). Kurs heute um 3 EUR.

Die bauen Generatoren (Outdoorbedarf) für weltweite Abnehmer (auch deutsche Baumärkte).
Leider ist wohl noch keine Dividende zugesagt, obwohl schon als geschätzter Wert für 2014 veranschlagt. Sollte die bestätigt sein, dann dürfte es einen Schub für die Aktie geben.

Ich bin mal mit gutem Beispiel voran gegangen, und habe heute paar gekauft. ;-)

Infos:

- Bericht zu der Firma von "Going Public"

- Artikel zur Aktie: United Power: Solide China-Aktie mit sensationellem KGV

- Homepage des Unternehmens

MS

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 20.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ MS

Das mag optisch alles günstig aussehen bei dieser kleinen Aktiengesellschaft aus China. Offenbar hat jedoch der Kapitalmarkt seine Zweifel, sonst wäre die Bewertung nicht so günstig. Ich kann es nicht beurteilen. Jedenfalls handelt es sich nicht um KEIN Witwen- und Waisenpapier.

Ich bin zur Zeit auf der Durchreise, komme leider nicht zum Updaten des Blogs. Ich bitte um Geduld.

Anmerkung  von  Fritz    geschrieben 20.02.2014     
Ich finde es verrückt, wenn jemand eine Firma kauft und gerade einmal weiß, dass diese Generatoren baut...

Grüße

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 20.02.2014     
@Fritz

Hast Du auch ein sachliches Argument dagegen?

Ich habe mir die Zahlen angeschaut, und die finde ich ok, bzw. die Bewertung.

Die Produkte finde ich auch ok, jedenfalls besser als Waffen, Tabak, Alkohol, Zuckerwasser und Tiermordprodukte...

Aber die Kaufentscheidungen trifft natürlich jeder selbst, und seine Fehler begeht auch jeder selbst.

MS

Anmerkung  von  Stefan Müller    geschrieben 20.02.2014     
Es gibt ein Argument dagegen. Wenn du die Firma und das Papier nicht kennst, lass die Finger davon.
Wer weiß, ob nicht vielleicht der Chef wegen Korruption verhaftet wurde, eine Zollbeschränkung aufgetreten ist, mangelhafte Waren geliefert wurden und irgendwelche Gerichtsverfahren geändert wurden ........
Diese Infos sind uns hier unbekannt, im Gegensatz zu Infos zu Cola, Nestle, McDonalds ....

Deswegen ist so eine Aktien ein Lotteriespiel.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 20.02.2014     
@Stefan,

ja klar, alles ist möglich. Aber unbegründete Vermutungen (Unterstellungen) sind Räuberpistolen und keine Argumente. Niemand Außenstehender kennt KO, MCD usw. Es gibt nur eine Hammelherde, die das kauft was alle kaufen.

Ich dachte, das Buffett-Credo lautet, finde billig bewertete Firmen?!

Suche doch mal was Feines bitte.

Diese Chinabude ist einfach ein Beispiel, wie man es anstellen könnte. Ich habe ungefähr 80-90 Werte in meinen Depots, und davon ist diese Klitsche einfach ein Versuch auf eigenes Risiko, gekauft mit dem Gewinn von meinem explodierten leveraged Coffee-ETFS.

Die obige Aktie ist billig weil abseits und unbeachteter Nebenwert mit dünnem Handel, ganz klar.

Die lass ich jetzt mal liegen und warte auf die Zahlen im April. Entweder es wird besser oder sie kommt halt wieder weg.

"With respect to valuation metrics, the stock remains cheap. As we have outlined in the past, net cash per share could grow above the market cap if there is no belief in a capital distribution to shareholders."

MS

Anmerkung  von  Stefan Müller    geschrieben 20.02.2014     
Da kennst du Buffet und seine Strategie aber schlecht.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 20.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

Nun nicht alle chinesischen Aktien sind schlecht. Es gibt dort natürlich spannende Konzerne.

Bei den kleineren Firma gab es ein paar Betrugsfälle, an denen sich selbst Promi-Anleger wie John Paulson die Finger verbrannt haben. Man muss hier als Anleger aufpassen, vorsichtig sein.

Warren Buffett hatte mal einen China-Riesen im Depot mit Petro-China, nahm aber schnell seinen Gewinn mit. Und andere chinesische Aktien sind noch im Depot von Berkshire wie der Batteriebauer BYD.

In seinem Privatdepot hat Buffett koreanische Aktien. Die hat er in sein Herz geschlossen, weil sie so günstig sind.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 20.02.2014     
Prinzipiell gibt es sehr verschiedene Meinungen zu Value-Investing und deren Unterarten...

Einige meinen, es geht nur mit sehr viel investierter Zeit und Recherche...

Andere nehmen nur das Zahlenwerk und bündeln das Risiko mit verschiedenen Zigarettenstummeln...

So selten sind Value-traps auch nicht... da hilft dann streuen.

Auch gibt es verschiedene Meinungen, ob die großen Multis mit Marke und nichtzykl. Konsum noch Value-Investments sind bzw. sein können.

Eine Gewinn Prognose sicher in die Zukunft zu interpolieren... ein Unternehmen besser kennen zu wollen, als der Ceo...

Ich glaube nicht daran.


Anmerkung  von  Chris    geschrieben 20.02.2014     
Website www.gieristgut.com

@Fritz
Man kann Produkte oft nur über financial statements einschätzen.

Selbst Produkte die man einschätzen könnte, so wie Produkte von McDonalds bezweifle ich sehr stark, dass man alle Produkte von McDonalds testen kann oder will. Oder von Procter&Gamble... Und ich glaube, wenn man sowas behauptet, dann lügt man sich selbst einfach nur an.

Viele Unternehmen und gerade Unternehmen die lediglich im B2B Bereich tätig sind, kann man nur über Zahlen einschätzen... Oder Unternehmen wie Siemens die viel im medizinischen Sektor macht, aber auch B2C Umsätze macht...

Finde auch nichts verwerfliches an diesem Ansatz. Walter Schloss hat bewiesen, dass es langt sich nach den Zahlen zu orientieren und die Produkte nicht wirklich zu kennen.

Viele Grüße
Chris von gieristgut.com

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 21.02.2014     
Nur gab es bei Schloss noch kein Internet.

Keine strong value etf`s, rafi indizes, lingohr systematic value fonds, value screener usw.

Die spannende Frage ist, wie viel Prozent der Anleger nach mechanischen Strategien das frühere alpha wegarbitrieren.

Und wenn es nicht nach Qualität von nicht messbaren Faktoren geht, geht es nur über eine entsprechende Streuung.
Einzelne Aktien, die gerade so mal ins Raster fallen, halte ich für zu riskant.

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Jeder Fünfte nutzt Dispo, jeder Zehnte hat ein Finanzproblem

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New York, Samstag, 15. Februar 2014

Enorme Teile der Bevölkerung lebt über ihre Verhältnisse. So nutzt zum Beispiel jeder fünfte Deutsche seinen Dispo-Kredit. Das ist ein teurer Spaß. Das heißt nichts anderes als extrem hohe Zinsen bezahlen zu müssen – meist für Konsum.

Fast jeder zehnte Deutsche hat mehr Ausgaben als Einnahmen. Das endet auf lange Sicht in der Privatinsolvenz.

Kaufen Sie sich nur dann etwas, wenn Sie es sich leisten können. Sprich mit Cash.

Ich kann gerne auf das modernste Smartphone, den flachsten Flachfernseher und die schnellsten Laufschuhe verzichten. Null Problemo. Das gleiche gilt für teure Restaurantsbesuche und superlange Urlaube.

Ja, manchmal gönne ich mir was. Die Dosis macht das Gift.

Ich gehe zu Starbucks. Das gebe ich zu. Eigentlich ist es ja unnötig. Was solls? Wenn ich mir als die komischen Bezeichnungen in der Kaffeekette anschaue, kommt es mir vor, als ob Starbucks dem Verbraucher Sand in die Augen streuen möchte. Warum heisst der kleine Kaffee eigentlich "Grande"? Geschickt, was die Marketingleute uns so alles als "groß" verkaufen.

Mich beeindruckt nicht, wenn jemand ein nagelneues Luxusauto fährt oder in einer schicken übergroßen Wohnung residiert. Letztendlich kann es sich um unnötige Konsumausgaben handeln. Geld, das im Alter womöglich fehlt.

Wer sich den Luxus leisten kann und ihn genießt, soll den Luxus genießen. Ich für meinen Teil habe gemerkt: Weniger ist mehr. All den Kram, den man als Konsument ansammelt – das meiste ist wirklich ziemlich unnötig und kann irgendwann zu einer Last werden. Ich merke es in meinem Kleiderschrank: Immer mehr Textilien häufen sich dort an – trotzdem neige ich dazu, obwohl die Auswahl vielfältig ist, stets meine Lieblingssachen zu tragen.

Ich rate jedem, zu versuchen, 15 bis 20 Prozent des Einkommens sinnvoll für das Alter zur Seite zu legen. Massenweise raten Experten, lieber etwas mehr zu sparen. Wir Menschen werden älter. Gleichzeitig steht die Gesetzliche Rente auf wackeligen Beinen. Allein schon wegen der alternden Bevölkerung.

Wie können Sie sinnvoll sparen? Sie können zum Beispiel regelmässig hochsolide Aktien kaufen. Papiere wie Berkshire Hathaway, Nike, Adidas, BASF, Johnson & Johnson, P&G, GE, GM, Google, Apple, Nestle, Mc Donalds, Coca-Cola, Kellogg, Walt Disney... Im Dow Jones, S&P 500, DAX, ATX und MDAX finden Sie jede Menge erstklassige Titel. Achten Sie darauf, ausreichend zu streuen. Ein abbezahltes Eigenheim kann außerdem im Alter seine Vorzüge haben.

Warren Buffett hat übrigens im vierten Quartal seine Exxon-Position aufgestockt.

In einem neuen Youtube-Video erkläre ich, wie Sie auf http://finance.yahoo.com Aktien unter die Lupe nehmen können. Ich zeige es anhand von Kellogg und Exxon:


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Anmerkung  von  Stadtkind    geschrieben 15.02.2014     
Hallo Tim,

habe mir gerade dein Video angeschaut - vielen Dank fürs Einstellen.
Wie oft schaust Du dir die Unternehmenskennzahlen von den Unternehmen in denen Du investiert bist an? Einmal im Quartal oder noch seltener.

Ich muss sagen. dass dies ein Grund ist, warum ich mich noch nicht wirklich traue direkt in Aktien zu investieren - meine Sorge ist einfach zu groß eine entscheidende Unternehmenssituation (positiv oder negativ) zu verpassen - gerade weil die auch Öl-Aktien ansprichst.

Ich bin bis auf wenige Aktien meines Arbeitgeber ausschließlich in ETFs investiert.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 15.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@Stadtkind

Wie oft ich mir die Unternehmensmeldungen anschaue? Es kommt darauf an. Manchmal 1 Mal im Jahr.

Exxon ist uralt. Der Öl-Titan ist einer der größten Konzerne der Welt. Der Langfristchart sieht ganz imposant aus:

http://finance.yahoo.com/echarts?s=XOM+Interactive#symbol=xom;range=my;compare=;indicator=volume;charttype=area;crosshair=on;ohlcvalues=0;logscale=off;source=;

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 15.02.2014     
Ja, so richtig als persönliche Empfehlung (für befähigte Einzelne) zur besseren Lebensführung dies alles ist, aber wir müssen uns klar sein, es geht nicht, dass alle Leute Guthabenbesitzer wären. Allen Guthaben müssen Schulden gegenüber stehen. Wir leben in einem Kreditgeldsystem. Ohne Schulden läuft gar nix. Und da es Zinsen gibt, müssen Schulden immer weiter wachsen. Das ist das eherne Gesetz dieses Wirtschafts- und Finanzsystems. Eine Entschuldung kann immer nur mit Enteignung/Verlust/Abschreibung einher gehen. Jeder von uns Guthabenbesitzern sollte jedem solventen Neu- bzw. Nachschuldner dankbar sein. Ohne diese würde das System sofort kollabieren, und Geldguthaben vernichtet werden.

MS

Anmerkung  von  Frank    geschrieben 15.02.2014     
Danke Tim für dieses tolle und informative Video! Würde mich freuen, wenn du des Öfteren solche Videos drehen würdest! Weiter so!

Anmerkung  von  Markos - Dividenden Depot    geschrieben 15.02.2014     
Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de

Danke für das tolle Video Tim. Ich stimme Dir zu wie bei Exxon. Es gibt solide Dividendenzahler die jedes Jahr ihre Dividendenzahlungen anheben und da reicht es, wenn man sich 1 mal pro Jahr die wichtigsten Kennzahlen bei Yahoo Finance anschaut.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 15.02.2014     
Gegenseitiges Schulterklopfen dafür, dass wir so unglaublich finanziell intelligenter sind! ;-) Bitte mit Ironie verstehen!

Probiert mal Menschen oder Ihr Jahre lang antrainiertes Verhalten zu ändern.
Aber bitte auf keinen Fall Dank erwarten...
Viele Menschen können mit plötzlich gewonnener Freiheit leider gar nichts mehr anfangen.

Anmerkung  von  Felix    geschrieben 15.02.2014     
@ MS

Naja, es stimmt schon ,in den letzten Jahren hat es ein paar Turbulenzen in unserem Finanzsystem, insbesondere in Bezug auf den Euro gegeben. Nur ist mir auf der ganzen Welt kein anderes funktionierendes (geschweige denn besseres) System bekannt. Und schließlich muss man nicht befürchten, dass es umgehend verschwindet. Schließlich hat sich, wenn ich mich recht an meinen Konfirmandenunterricht erinnere, bereit Jesus mit dem Zinssystem angelegt, ohne dass sich etwas geändert hätte (und er war/ist immerhin ein Gott :-).
Und, was ist daran schlimm, wenn jemand einen Kredit aufnimmt, um in die Zukunft zu investieren (Ausbildung, Fabrik bauen, ..). Mit den erzielten, höheren Einkünften wird dann der Kredit bezahlt. Gleiches gilt für die Häuslebauer.
Und, dass Kredite ausfallen können, gab es auch schon immer. Banken sind darauf spezialisiert, so etwas zu managen.

Anmerkung  von  Stefan    geschrieben 15.02.2014     
Website www.7mind.net

Hallo Tim,

ich lese deinen Blog seit einiger Zeit und in sehr vielen Punkten stimme ich dir zu.
Ein Aspekt wird meiner Meinung nach aber ein weniger vergessen: die Frage nach dem "Warum" Menschen so handeln, die emotionalen Trigger.
Menschen sind nicht gleich, haben unterschiedliche Motive und somit emotionale Trigger. Dopamin, Testosteron, Oxytocin usw. spielen eine riesige Rolle.

Ich glaube, dass die Rolle der Sozialpsychologie und Neurowissenschaften immer noch unterschätzt wird.
Als Lesetipp kann man die Werke von Gerhard Roth, Hans Georg Häusel, Dan Ariely und Daniel Kahneman nur empfehlen. Sie sind extrem nützlich, vieles offene Punkte zumindest zu verstehen.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 15.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@Frank
@Markos
Danke. Gerne.

Danke an alle für die nachdenklichen Anmerkungen.

Wir sind als Konsumenten selbst verantwortlich für unsere Entscheidungen. Ich finde es traurig zu sehen, wie jemand selbstverschuldet in eine Kreditfalle gerät, wenn es rein konsumbasiert ist.

In den USA werben Kreditkartenanbieter mit knapp 100 Dollar Cashbonus (oder anderen geldwerten Vorteilen), wenn man einen neuen Kreditkartenvertrag abschließt. Warum die Banken so viel Cash vorab herschenken? Die Kreditzinsen liegen weit über 10%. Hinzu kommen Gebühren.

@Stefan
Oh ja. Das sind spannende Autoren. Ich denke, es kann erhellend sein, so einen Daniel Kahneman und andere zu lesen.

Anmerkung  von  Stefan    geschrieben 15.02.2014     
Website www.7mind.net

@Tim
Dieses "selbstverschuldet" würde ich ein wenig differenzierzer sehen. Ein Großteil der Menschen ist dem Medien- Marketing- und Propaganda-Tsunamis hoffnungslos ausgeliefert. Eine zu 100% mündige und Eigenverantwortliche Gesellschaft ist eine Illusion.
Vor ca. 15 Jahren las ich das erste Mal den Begriff "tittytainment", er ist aktueller denn je.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 15.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Stefan

Was hilft, ist es seine Entscheidungen einzuteilen. Ich benutze 2 Kategorien:
1. Was ist für mich WICHTIG?
2. Was ist nett/schön/interessant?

So kann jeder ein wenig zumindest die Irrationalität "besiegen".

Anmerkung  von  Couponschneider    geschrieben 16.02.2014     
Website couponschneider.blogspot.de

@Stefan

Ich halte die externen Einflüsse durch Werbung und "tittytainment" für überbewertet. Nicht nur, weil es nach einfältigem Beklagen von Kulturzerfall klingt, sondern auch, weil man es den Leuten einfach zu bequem macht.

Das "tittytainment" kommt so auffällig und pampig daher, dass es eigentlich kaum eine Wirkung zeigt. Schlimmer finde ich, wenn die Politik und das öffentlich-rechtliche Fernsehen gezielt falsches fördert und unterstützt, wie z. B. Riester, Rürup, KLV und Bausparen. Und jahrelanges Verbreiten des Unsinns von den ach so unsicheren Aktien (Aktien sind nur volatiler) haben tatsächlich Wirkung, weil dieser Unsinn ernsthaft vorgetragen wird, von Institutionen, den die Deutschen vertrauen und weil es auch subtil in Nebensätzen daherkommt. Ich halte es für große Wohlstandsvernichtung, wenn man die Leute dazu bringt, Finger von Aktien zu lassen. Wir Deutschen haben großartige Unternehmen mit großartigen Produkten, aber haben zu wenig Anteile an diesen Unternehmen. Ich finde das schade. Und viel schlimmer finde ich, dass es genug Leute da draußen gibt, die es gut finden, dass die Deutschen kaum Aktien habe. Deren Meinung nach solle lieber der Staat Aktionär sein und damit der Bürger indirekt beteiligt. Damit aber würde man der Misswirtschaft Tür und Tor öffnen.


Anmerkung  von  Lars    geschrieben 16.02.2014     
Vielen Dank für diesen interessanten Blog! Bin seit geraumer Zeit regelmäßig hier und lese die diversen Einträge
Von diesen Videos würde ich gern mehr sehen.
Auch hätte ich gern mehr Informationen, wenn dies möglich ist, z.B. über die steuerliche Behandlung von diesen evtl. Aktienkäufen.
Wie ich finde, gehört mehr dazu, als nur in gute Dividendenzahler zu investieren...

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 17.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Lars
Danke für das Lob. Mehr Videos? Ja, das werde ich gerne machen.

Ich habe schon eine ganze Reihe Videos reingestellt:
http://www.youtube.com/user/BoerseNewYork.

Mmmmhh, die Steuer und die Börse? Da bin ich kein Experte. Überlege ich mir trotzdem eventuell auszubauen. Danke für die Vorschläge.

Wenn jemand Vorschläge, Kritik oder Fragen hat, bitte einfach hier in den Anmerkungen melden.

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 23.02.2014     
@Tim, danke für Dein Video, interessant fand ich vor allem die Erwähnung von Unternehmenswert/EBITDA bei Exxon.

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Intelligent Investieren wie Graham: So finden Sie Value-Aktien

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New York, Donnerstag, 13. Februar 2014

Manchmal spielen die Börsen verrückt. Es gibt immer wieder diese Lieblinge. Zur Zeit sind es die 3D-Drucker-Buden. Es scheint sich hier eine Blase gebildet zu haben. Jedenfalls machen die Bewertungen rational betrachtet keinen Sinn.

Mit dem 28-fachen Umsatz wird Voxeljet AG aus Deutschland an der Wall Street taxiert. Ich finde, das ist viel. Hinzu kommt: Die Börsenbewertung entspricht dem 255-fachen Buchwert.

Kann eine Firma jemals in eine solche Bewertung hineinwachsen? Ich meine: Möglich ist alles, aber es ist unwahrscheinlich. Jedenfalls macht es aus Value-Gesichtspunkten wenig Sinn, für ein verlustreiches Unternehmen so viel hinzublättern. Das ist jedenfalls meine Meinung.

Der smarte Anleger sucht nach logischen Bewertungen. Es muss günstig sein. Das KGV wäre bei 10 oder 12 sicher spannend. Wir wollen als Value-Fans eine Dividendenrendite von 2 bis 3 Prozent kassieren. Wir wünschen uns ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von vielleicht allenfalls 1,2. Das sieht eher nach einer guten Chance aus. Das waren jetzt nur beispielhaft gewählte Kennziffern.

Es gibt Branchen, die in Ungnade gefallen sind. So kriegen Sie jede Menge Banken und Versicherungen nach obigem Value-Muster nachgeworfen. Sie können massenweise Banken unter Buchwert einsammeln. Sie können auf steigende Dividenden hoffen. Und die KGVs sind nicht teuer. Im Gegenteil.

Ein vernünftiger Anleger (jemand wie Warren Buffett) kauft lieber eine Bank für eine moderate Bewertung - anstatt eine luftig gepreiste 3D-Drucker-Firma.

Der Spekulant wird gerne von Modethemen angezogen. Er lässt sich von Trends, von hohen Kursen anlocken. Der Value-Anleger meidet solche heißen Themen. Er sucht nach tiefen Kursen, nach Schnäppchen.

Wie können Sie am besten so denken, wie hier beschrieben? Wie können Sie vermeiden, zu teuer Aktien zu kaufen? Die neu in Deutsch erhältliche Value-Bibel von Benjamin Graham lege ich Ihnen ans Herz. Hier beschreibt der Lehrmeister von Warren Buffett, Professor Graham, wie Sie nach einfachen Prinzipien gute Aktien finden: Intelligent Investieren: Der Bestseller über die richtige Anlagstrategie.

Das Buch ist super, leider etwas teuer. Dafür ist es dick, leicht verständlich, vollgepackt mit Wissen. Ich lese es gerade voller Freude.

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Anmerkung  von  Tino    geschrieben 13.02.2014     
ja, sehr gut Tim. Bei mir war es so, dass Graham viele Bauchgefühle auch noch mal bestätigt hat bzw. gefährliches Halbwissen durch Fakten ersetzt hat, d. h. Dinge wo man vielleicht auch mal kritisch drüber nachgedacht hat, aber es irgendwie nicht richtig fassen oder an Fakten binden konnte und es dann wieder verworfen hat. Es klingt einfach logisch, was Graham da schreibt. Die gedankliche Referenz zu diesem und anderen Werken hilft mir immer wieder dabei auch keine überstürzten Entscheidungen zu fällen, "calm down", eine Nacht oder mehrere drüber schlafen, fundamental das Unternehmen noch mal betrachten, nicht den Werbespot oder nur das Produkt ansehen, weitere Informationen einholen.

Das hat für mich "Intelligent Investieren" getan, ich kann das als Einstieg oder Leitfaden für Börsenneulinge nur empfehlen. Buffett sagt zwar man muss dann einfach mal anfangen, aber das ist m. E. nicht so gemeint, gleich tausende EUR in den Ring zu werfen. Buffett hatte glücklicherweise diese große praktische Erfahrung schon in der Kindheit mit kleineren Werten (Sixpack Cola z. B.) und hat dadurch die Prinzipien des Handels mit Gewinn gelernt.

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 13.02.2014     
Mich erstaunt immer wieder, wie es zu den extrem hohen KGVs kommt. Die Psyche des Menschen ist unverändert, er baut gern Luftschlösser. Es ist als ob alle vor einem Schrein (Unternehmen) knien und beten, dass die Kurse auch morgen astronomisch weiter steigen sollen. Das Unternehmen aber arbeitet einfach weiter, so wie es kann, egal was die Anleger für Wetten abgeschlossen haben.

Ich stelle mir dann immer die Preiskurve als Gummiband vor. In beide Richtungen kann das Band vom Median des realen Wertes abweichend gespannt werden. In beiden Fällen gibt es i. d. R. irgendwann einen Spannungsausgleich oder einen Ausschlag in die andere Richtung, wenn jemand loslässt und die anderen unweigerlich mitgezogen werden. Nur will ich das Gummiband nicht anfassen, wenn es gerade jemand ganz nach oben gezogen hat.

Anmerkung  von  Fabian S.    geschrieben 13.02.2014     
Dieses Buch ist die "Bibel". Ein Jahrhundertwerk! Buffett selbst sagt, dass man nur dieses Buch lesen muss und sonst nichts. Daher schreibt er auch selber keins!

Allerdings warte ich schon gespannt auf eine neue Kommentierung, da die letzte meine ich von 2005 stammt!


Anmerkung  von  Keek    geschrieben 13.02.2014     
Also das hab ich mich auch schon gefragt, ab wann habe ich denn eine zumindest annähernd "aktuelle"?? Der Link zu Amazon spricht von einer 2013er Auflage...!?!? Wer kann helfen? Tim?

(und warum zum Teufel gibts das Ding nicht als Taschenbuch ;-)) Kleiner Scherz..)

Anmerkung  von  Couponschneider    geschrieben 13.02.2014     
Website couponschneider.blogspot.de

Ich hatte die deutsche Übersetzung. Sie war grauenhaft. Ich habe 2002 Abitur gemacht, gerne auch im Jahre 2002, aber niemals "in 2002". Und wenn man auf jeder Seite diesen Fehler vorfinde, dann lege ich das beseite und bringe es zurück zur Bibliothek.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 13.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Keek

Es heißt vorne im Buch: "6. Auflage 2013".

Es sind natürlich viele alte Passagen über US-Firmen aus den 1960er Jahren enthalten. Es geht um Bewertungsfragen, um KGVs, KBVs, Dividendenrenditen...

Die Firmenbeispiele sind zeitlos. Wie die Firma heißt, ist eigentlich egal. Es zeigt eben die hohen Bewertungsphasen und die günstigen Bewertungsphasen für eine Firma wie Du Pont oder A&P auf. Ich finde das spannend. So gibt es Phasen, in jenen eine Aktie wie die Supermarktkette A&P mit einem KGV von 30 und dann wieder mit einem KGV von 10 gehandelt wird. Je nachdem wie die "Modetrends" gerade sind. Die Börsenherde hat immer Lieblingsthemen.

Zur Zeit sind "in": 3D Druck, Soziale Medien, Software, Smart Grid, Wasseraktien, IPOs, eCommerce, Biotechs, Big Data, Cloud Computing, Kasinos, Roboter, Bitcoins...

"Out" sind: Öl, Banken, Versicherungen, Schwellenländer, China-Aktien, Nuklear, Versorger, Reits, traditioneller Einzelhandel, Restaurantketten, Tabak, Alkohol...

Das Buch ist zum Teil "aktualisiert" worden. Es gibt Charts, die bis Ende 2002 reichen.
Fazit: Nicht ganz neu, aber auch nicht uralt. Ich kann es empfehlen. Leider etwas teuer.

Anmerkung  von  Martin    geschrieben 13.02.2014     
Website agnostic-investing.blogspot.com

Gerade Versicherungen und insbesondere Banken sind aber sehr schwer zu bewerten. Nur mit KGV und KBV fällt man da 100% auf die Nase, weil man dann nur die Schrottfirmen kauft. Lieber einfach Wells Fargo kaufen, wenn es eine Bank sein muss. Nur meine Meinung. Ich gucke mir auch Sberbank an, aber Russland ist eben so eine Sache.

Ich erinnere mich noch im Studium wie ein Prof. Fan von Royal Bank of Scotland war. Mein Kommentar: Wenn die Gewinne wirklich so kommen wie von den Analysten erwartet, wären sie billig. KGV war 6 oder sowas. Dann kam am Ende die Finanzkrise.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 14.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Martin

Stimme zu. Bankbilanzen sind ein Buch mit sieben Siegeln. Niemand weiß als Außenstehender, was für einen fairen Wertansatz Derivate oder andere Finanzprodukte wirklich haben. Wir Börsianer wissen nicht, wie solide Kredite vergeben worden sind.

Erstaunlich ist ja, dass während der Finanzkrise nur wenige Großbanken pleite gingen. Jetzt sind die Bilanzen der Banken in den USA so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Es sind Festungen geworden. Europa hinkt hier den USA mal wieder hinterher. Trotz der hohen Bilanzstärke gibt es viele Institute exakt zum Buchwert oder unter Buchwert. Warum? Das Vertrauen ist noch nicht zurück. Ich sehe darin eine Chance.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 14.02.2014     
Die Dividenden der Banken sind ja eher Peanuts. Als einzige Bankaktie habe ich Santander. Gerade gestern wurden wieder die neuen Aktien (Dividende) eingebucht.
Dann lieber gleich die "Schattenbanken", wie Ellington Financial LLC (EFC) oder BDCs (Business Development Companies), da die wie bei REITs als "Regulated Investment Company (RIC) must pay out 90% of their taxable income each year to their investors". Meine Favoriten im Depot sind PSEC, FSC, MCC und TICC.

MS

Anmerkung  von  Markos - Dividenden Depot    geschrieben 15.02.2014     
Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de

Letztes Jahr habe ich sehr oft im Internet über Trendaktien gelesen und wie das so ist, selbst bei Trendaktien bricht irgendwann der Trend....

Fühle mich persönlich mit meinem Dividenden Depot seit ca. 3 Jahren sehr wohl und es macht Spaß zu sehen, wie Monat für Monat langsam aber stetig die Dividendenzahlungen steigen.

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Trotz psychischer Probleme Milliardär geworden (oder deswegen)

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New York, Mittwoch, 12. Februar 2014

Psychische Probleme können ein Segen oder Fluch sein. Es kommt darauf an. So können psychische Krankheiten den Alltag zur Hölle machen. Das fängt schon bei Kleinkindern an. Wer eine Lernschwäche hat, weiß, was das in der Schulzeit für ein Horror sein kann. Viele Kinder mit Legasthenie erleiden Höllenängste. Manch einer von ihnen landet im späteren Leben im Knast.

Andere nutzen ihre Schwäche und machen aus ihr ein Lehrstück fürs Leben. Sie lernen von Kleinauf, mit dem Problem richtig umzugehen. Sie lernen, zu delegieren, Freunde zu gewinnen, zu kommunizieren. Aus der Schwäche wird plötzlich eine Stärke.

Albert Einstein litt unter dem Asperger Syndrom. Über Facebook-Gründer Mark Zuckerberg wird gemunkelt, dass er dieselbe „Krankheit“, eine schwache Form des Autismus, hat.

Einstein legte nie einen großen Wert auf sein Erscheinungsbild. Seine Haare ließ er ins Kraut schießen. Er wechselte die Kleidung nicht all zu oft, er grinste komisch. Manchmal streckte er die Zunge raus. Einstein interessierte es nicht die Bohne, wie er auf andere wirkte. Ein Hotel gab Einstein kein Zimmer, weil er wie ein Obdachloser an der Rezeption erschienen war. Seine erste Ehe scheiterte. Er schien ein böswilliger Gatte gewesen zu sein, wenn es stimmt, was hier behauptet wird.

Mark Zuckerberg ist es völlig Wurst, was er trägt. Er kommt mit T-Shirt, Shorts und Badelatschen ins Büro.

Milliardär Richard Branson baute in jungen Jahren ein Firmenimperium auf, obwohl er unter einer Schreib- und Leseschwäche litt. Warren Buffett hatte als Student fürchterliche Angstattacken – manchmal musste er sich deswegen übergeben.

Donald Trump leidet meiner Meinung nach unter Narzissmus, einer Persönlichkeitsstörung. Das Foto oben machte ich auf einer Veranstaltung in New York. Für seine Gastrede erhielt Trump 1 Million Dollar. So teuer ist Trump (es war ein kurzer Auftritt). Der Baulöwe nutzte seine Selbstverliebtheit, um für sich wie kaum ein anderer zu werben. Der Name Trump ist weltbekannt.

Ich schrieb übrigens mit einer Kollegin einen Artikel über psychische Probleme etlicher Milliardäre.

Von all dem sollten wir lernen, Menschen nicht zu unterschätzen. (Ich muss das auch beherzigen, wie oft habe ich schon andere unterschätzt.) Selbst wenn jemand merkwürdig auf uns wirkt, kann diese Person außergewöhnliche Fähigkeiten haben. Jeder Mensch ist ein Meisterwerk. Denken Sie nur an die britische Sängerin Susan Boyle.

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Anmerkung  von  Tino    geschrieben 12.02.2014     
gerade die, die anders denken und handeln als die breite Masse, sogar vielleicht als verschroben gelten und teilweise wegen ihrer nicht massentauglichen Lebensweise verachtet werden, können aufgrund ihrer konträren, stets konsequenten Einstellung erfolgreicher sein. Die Strategie funktioniert ja nachgewiesen auch an der Börse. Kann den letzten Abschnitt aus eigener Erfahrung nur bestätigen.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 14.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Tino
Ich glaube, das Softwarehaus SAP stellt gerne IT-Leute mit Asperger Syndrom ein.
Ich habe zum Blog ein kleines Video erstellt:

Anmerkung  von  Markos - Dividenden Depot    geschrieben 15.02.2014     
Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de

Gut psychische Probleme habe ich keine, jedoch passe ich mich ungern an.

Auch ich lege keinen Wert auf teure Kleidung und bin trotzdem erfolgreich. Wichtig ist, dass man Ziele im Leben hat und konsequent darauf hinarbeitet.

Das kann z.B. ein Dividenden Depot sein, was man Monat für Monat weiter ausbaut, um später eine ordentliche Extra-Rente zu haben.

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Millionärstip: Beginn jung regelmässig zu sparen

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New York, Montag, 10. Februar 2014

Mir sagte mal ein steinreicher Promi-Arzt in New York: „Es kommt nicht darauf an, ob Du 1,00 oder 2,00 Dollar verdienst, sondern auf die 10 Cent, die Du sparst.“ Den Spruch des smarten Seniors werde ich nie vergessen. Wie wahr. In weiten Bevölkerungskreisen herrscht die falsche Annahme vor, Millionäre lebten in Saus und Braus.

Reiche fahren nicht zwangsläufig teure Autos, sie tragen nicht unbedingt schicke Uhren und teure Kleidung. Sie residieren nicht allesamt in luxuriösen Villen. Das Gegenteil ist eher der Fall. Viele Selfmade-Millionäre sind äußerst sparsame Menschen.

Das bestätigt eine neue Umfrage des Finanzdienstleisters PNC (im PDF).

923 Personen ließ die Bank befragen, darunter 473 Millionäre. Die meisten gaben an, ein sparsamer Lebensstil sei Grund für ihren Reichtum. Mit anderen Worten: In jungen Jahren anzufangen, regelmässig Geld zur Seite zu legen, das ist der Hauptgrund für finanzielle Unabhängigkeit. 56 Prozent führten dies jedenfalls in der Befragung an. Ein Erbe oder die Heirat eines reichen Partners sind eher Nebenschauplätze, wenn Sie sich die Resultate der Studie anschauen.

Neben dem vorsichtigen Konsum (38 Prozent) führen die meisten Millionäre smarte Investmententscheidungen als weiteren Erfolgsbaustein an (38 Prozent). Erst an vierter Stelle folgt „viel Geld zu verdienen“, das 26 Prozent nannten.

Die Umfrage zeigt außerdem, dass die reichen Amerikaner mit zunehmendem Alter zufriedener mit ihrem Leben werden. Jedenfalls behaupten sie das.

Fazit: Fleissig sein. Sparsam leben. Smart investieren. Bedächtig konsumieren. Das sind die vier Eckpfeiler für finanzielle Unabhängigkeit.

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Anmerkung  von  Markos - Dividenden Depot    geschrieben 10.02.2014     
Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/

@Tim:
Ich glaube durch die Aufklärung u.a. durch unsere beiden Finanz-Blogs fangen auch viele junge Leute mit Anfang 20 konsequent an in Dividenden Aktien zu investieren, oder in Dividenden ETFs. Hast Du die Erfahrung als Feedback auch schon gemacht Tim?

Anmerkung  von  Jack    geschrieben 10.02.2014     
@ Markos

Ich bin 23 und seit 5 Jahren an der Börse aktiv.

Ich habe immer noch Geld von meinem aller ersten Gehalt vor 5 Jahren, da ich mir gleich angwöhnt habe einen gewissen Prozentsatz zu sparen.

Monatlich investiere ich in ETF´s und die monatlichen Ausschüttungen/Dividenden sind mittlerweile schon über 100 €
!

Mir haben die ganzen Finanzblogs vorallem die mit Dividendenstratgien sehr geholfen.

Wo soll man auch sonst seine Finanzielle Bildung her holen?

Anmerkung  von  Jack    geschrieben 10.02.2014     
Achja und mir macht das zudem auch noch wahnsinnig viel Spaß!!!

Ich könnte mir nicht mehr vorstellen darauf zu verzichten :)

Ich liebe es mich an Unternehmen aus der ganzen Welt zu beteiligen und im Gegenzu eine Gewinnbeteiligung zu erhalten.

Ich sehe überall nur noch Marken/Unternehmen in den ich investiert bin und bin Stolz drauf und genieße meinen Wohlstand.

Vorallem wen ich wieder von irgendwelchen neuen Forschungen, Fortschritte oder Entwicklungen von Unternehmen höre die die Menschheit voran bringen.
Dann denke ich mir immer, dass ich daran zu einem kleinen Anteil mitgewirkt habe!!! :D

Anmerkung  von  Couponschneider    geschrieben 10.02.2014     
Website couponschneider.blogspot.de

@Jack

Du bist auf den richtigen Weg. Ich ärgere mich ein wenig, warum ich nicht eher auf den Aktienzug gesprungen bin. 2003, zum Studienbeginn, hatte ich einige tausend € auf dem Konto. Aber was soll ich mich grämen... Mein Berufseinstieg
fiel zusammen mit der Lehman-Pleite und großer Krise. 2009 kaufte ich meine ersten Aktien, das Buch von Martin Weber las ich damals auch.

Ich habe vor einigen Wochen darüber geschrieben, dass man über in jungen Jahren wie ein Berserker sparen sollte:

http://couponschneider.blogspot.de/2014_01_01_archive.html

Wenn du das jetzt länger durchhältst, dann wirst du noch locker Millionär. Ich spare auch wie ein Berserker und ich benötige nur ca. 50 % meines Nettogehaltes (ohne Berücksichtigung von Bonuszahlungen, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und Spesen). Der Rest geht in Aktien. Das Jahr ist erst wenige Wochen alt, aber ich habe schon 8000 € investiert. Ich hatte noch viel Cash aus dem Vorjahr.

Anmerkung  von  Martin    geschrieben 11.02.2014     
Website agnostic-investing.blogspot.com

Z.B. comdirect beendet jetzt sogar ihre ETF-offensive mit gebührenfreien Sparplänen zum Februar: http://www.comdirect.de/cms/wertpapiere-etf-offensive.html

Zum Glück kommen immer mehr ausländische Anbieter auf den Markt. Welche in Deutschland zugelassenen ETFs haben denn die geringste TER? SPDR ist mir erst neulich aufgefallen: http://www.spdrseurope.com/

In die von Tim geliebten Aktien könnte man z.B. mit einem Dividendenaristokraten ETF investieren oder auch direkt, wenn genug Geld zum diversifizieren vorhanden ist.

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 11.02.2014     
Bei der Suche nach günstigen Index-ETFs hab ich schon zweimal eine ähnliche Antwort bekommen "Handeln wir nicht, aber schauen Sie doch mal unsere Produkte an..". Vanguard selbst hat viele gute, nicht in Deutschland zugelassene ETFs, aber selbst die zugelassenen muss der Broker nicht handeln, so zumindest meine Erfahrung. Hat jemand bei comdirect einen nicht hauseigenen, der günstiger ist und den S&P500 z. B. nachbildet?

Anmerkung  von  Martin    geschrieben 11.02.2014     
Website agnostic-investing.blogspot.com

@Tino: Das ist ja interessant. Welche in Deutschland zugelassenen Fonds durften Sie denn nicht an der Börse handeln?
Das ist mir noch nie passiert.

Anmerkung  von  Frank    geschrieben 12.02.2014     
ich hatte nie besonders viel Geld übrig, habe aber in den 90 ern mein weniges geld in nokia aktien gesteckt.die gewinne hieraus sind dann mein grundstein für mein heutiges depot geworden. ich verdiene nicht viel da ich teilzeit arbeite um mich vor den zwangsabgaben des staates zu schützen.mein weniges gespartes und die dividenden werden aber nicht für unnützen konsum sondern zum kauf von aktien und gold verwendet.
frank

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 14.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

Ich erstelle auf YoutTube zu fast allen Blogeinträgen ein kurzes Video. Hier zum Beispiel ist mein passendes Youtube-Video:

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Lebensmittelfabrikanten: Tiefe Kurse, hohe Renditen

Illustration

New York, Samstag, 8. Februar 2014

Gesunde Nahrung ist ein Mega-Trend. Ökoketten wie Whole Foods können nicht schnell genug expandieren, so groß ist die Nachfrage. Auf der einen Seite ist der Hunger nach frischem Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch groß. Auf der anderen Seite leiden die Lebensmittelfabriken. Für sie ist es schwieriger geworden zu wachsen - insbesondere in den westlichen Industrieländern.

Die Konsumenten sind kritischer geworden. Sie möchten wissen, wie viele Kalorien in den Tüten, Boxen, Tuben, Dosen stecken. Sie wollen wissen, aus was eigentlich die Chicken McNuggets bestehen.

Coca-Cola, Pepsi, Campbell Soup, McDonalds, General Mills, Kellogg und andere befinden sich auf einem kleinen Leidensweg. Zumindest wenn Sie sich die Aktienkurse anschauen.

Nun zur guten Botschaft: Aus Value-Gesichtspunkten finde ich das spannend. Die Kurse der „ungesunden“ Fabrikanten sind regelrecht ausgehungert. Ich schrieb deshalb über den Frühstücksflockenhersteller Kellogg, die Aktie befindet sich nahe eines 12-Monats-Tiefs. Die Dividendenrenditen werden immer schmackhafter.

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Anmerkung  von  Jack    geschrieben 09.02.2014     
Dazu ein passender Artikel über Mc Donalds

McDonald's Umsatzrückgang in Deutschland

Anmerkung  von  Tom    geschrieben 09.02.2014     
Tim dein Link auf den Kellogg Artikel funktioniert nicht.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 09.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Tom
Komisch. Bei mir funktioniert die Verlinkung.

Anmerkung  von  Frank / Berlin    geschrieben 09.02.2014     
ich habe mehrere der Lebensmittel-Hersteller im Depot (Gen. Mills, Kellogg, Kraft, Sysco). für mich sind es die "Ewigen" bei denen ich auch regelmäßig aufstocke. Aktien deren Kauf ich nie bereut habe.

Anmerkung  von  Martin    geschrieben 09.02.2014     
Website agnostic-investing.blogspot.com

Ich war u.a. wegen der fallenden Währungen der Auslandsmärkte skeptisch, aber bin jetzt auch in Coca-Cola investiert. 5% im Jahr reichen mir und wenn andere Aktien stärker fallen, wechsle ich eben wieder.

Anmerkung  von  Tom    geschrieben 09.02.2014     
Du hast recht Tim.
Die Kurse der Tabak- und Lebensmittelkonzerne fallen derzeit gewaltig.

Was ist denn deine Prognose? Als Value-Anleger zuschlagen oder sind die besten Zeiten dieser Unternehmen vorbei?

VG

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 10.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Tom
Ich denke, die niedrigen Kurse der Lebensmittelriesen sind verlockend. Einige Markenanbieter sind schon 100 Jahre alt. Insofern dürfte wenig anbrennen. Das perfekte Timing ist nahezu unmöglich. Es ist wie verflixt: Nach dem Einstieg wird mit hoher Wahrscheinlichkeit der Kurs unter den Einstandspreis rutschen. Das lässt sich kaum vermeiden.

Anmerkung  von  Kurt Huber    geschrieben 10.02.2014     
Habe mal eine Frage: Kennt jemand eine gute Seite wo man nachsehen kann, welche Menge an eigenen Aktien das Unternehmen hält? Da es bei manchen Jahresberichten nicht angeführt wird bzw. ich es übersehen habe! Und in der Aktionärsstruktur werden diese auch nicht angeführt!

Danke!

lg

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 10.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Kurt Huber
Ich schaue im Bereich Investor Relations der Firmen. Das steht dort meist irgendwo. Zugegeben, es ist manchmal schwer zu finden.

In den USA werden die zurückgekauften Aktien in der Regel "vernichtet", das heisst diese Aktien werden nicht gehalten, sondern gelöscht.

In Deutschland kommt es darauf an. Manche Unternehmen behalten die eigenen Aktien als eine Art Kriegswährung. Es lässt sich im Geschäftsbericht finden.

Im Geschäftsbericht ist die gesamte Aktienanzahl ebenfalls zu finden. In deutschen Berichten heißt es oft: "Das Grundkapital ... ist eingeteilt in xy Stammaktien..." So lässt sich das Verhältnis ausrechnen.

... alles nicht so einfach.

Anmerkung  von  Markos- Dividenden Depot    geschrieben 10.02.2014     
Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/

Ich bin mit meinem Dividenden Depot und meinem Coca Cola und McDonalds Investments seit Jahren sehr zu frieden!

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 11.02.2014     
aus Konsumentensicht kann ich die Umsatzrückgänge bei den Fastfood-Ketten gut verstehen. Alles schmeckt irgendwie gleich, ist ungesund und dafür nicht günstig. Gehe ich jedoch zum kleinen amerikanischen Diner, bekomme ich ein Geschmackserlebnis zum fast gleichen Preis mit deutlich erkennbarem Belag (Zwiebel z. B.). Ketten wie Subway nutze ich wesentlich häufiger, ohne schlechtes Gewissen. Aber es gibt genügend andere Aspekte die große (ungesunde) Fastfood-Ketten den Kleinen voraus haben.

Kinder werden auf jeden Fall immer magisch angezogen von den Kindertüten mit Spielzeug drin, dazu Pommes und Nuggets, perfekt. Da punkten McDonalds und Burger King auf jeden Fall, da können die kleinen Läden nicht mithalten, ebenso mit Schnelligkeit bei trotz großer Vielfalt. Öffnungszeiten bis nach Mitternacht sind Magneten für Discogänger, Direktanbindung durch DriveIn und Parkplatz, da werden auch in Zukunft Kunden kommen, zumindest in unserer Gegend. Als gereifter Erwachsener hab ich andere Wertevorstellungen, wo Mc und BK nicht ins Bild passen.

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Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer

Illustration

New York, Donnerstag, 6. Februar 2014

Was ich an der Finanzkrise so erschreckend finde: Weltweit sind die Reichen noch reicher geworden. Die Milliardäre, die Vorstände, die Investoren. Eben die 1%. Ich habe nichts gegen die Superreichen. Ganz und gar nicht. Es ist nicht deren Schuld, dass sie immer reicher werden. Sondern es ist ein Problem der Regierung. Der Regierungen in Berlin, London, Washington usw.

Die Schere zwischen Arm und Reich geht auseinander. Die Mittelschicht schrumpft. Die einen schlürfen Austern, die anderen begnügen sich mit Reis und Bohnen.

Wenn immer weniger Menschen immer mehr besitzen, ist das gefährlich. Der alte Feudalismus kehrt offenbar zurück.

Das ist brisant. Politiker wissen das. Irgendwann kann die politische Stimmung instabil werden. Noch sind wir indes weit von einem Aufstand entfernt.

Reiche wie Warren Buffett wundern sich schon lange, warum deren Steuersatz geringer als der Steuersatz ihrer Sekretärin ist. Es gibt eben massenhaft legale Steuerschlupflöcher bzw. Gestaltungsspielräume gerade für die Vermögenden.

Diejenigen, die ganz oben sind, merken, dass die Wirtschaft nicht mehr wächst, weil sie vieles besitzen. Es ist in aller Interesse das System stabiler zu machen.

Um die Wirtschaftslage zu verbessern, brauchen die Menschen Geld, das sie ausgeben können. Um Geld zu haben, brauchen sie Jobs mit einer ordentlichen Bezahlung. Genau hier liegt das Schlüsselproblem.

Wie kann das Job-Problem gelöst werden? Der Kommunismus bzw. Sozialismus ist keine Lösung. Ein gerechteres Steuersystem wäre Teil einer Lösung. Bessere Schulen und Unis sind ein weiteres Gebot der Stunde. Das Aufheben globaler Schranken (Einwanderung, Zoll...) könnte ebenfalls förderlich für den Welthandel einschließlich Wohlstand sein.

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Anmerkung  von  Der Couponschneider    geschrieben 06.02.2014     
Website couponschneider.blogspot.de

Ich denke, so schlimm wie beschrieben, ist es nicht. In manchen asiatischen Ländern hat sich erst in den letzten Jahren eine Mittelschicht entwickeln können. In Osteuropa hat man auch erst seit 25 Jahren Marktwirtschaft. Aber ich sehe auch die Probleme der Mittelschicht in Westeuropa und in den USA. Meines Erachtens hat sich die Mittelschicht die Probleme selbst eingebrockt.

In den USA haben viele auf Pump gelebt. Kreditkartenschulden hat man mit neuen Kreditkartenschulden getilgt.

In Europa ist es nicht ganz so krass, aber auch hier feiert der Hedonismus fröhliche Urständ. Ich habe einen Kollegen, der immer noch Bafög-Schulden hat, was ihn nicht abhielt, für 10 Riesen ein Motorrad zu kaufen. Und dann sind da noch die Kleinigkeiten: Jede Woche werden mehrere Dosen an Energy-Drinks geleert. Und die hat er nicht im Sonderangebot erworben, sondern bequem an der Tanke. Dämlicher geht's eigentlich kaum.

Ein anderer Kollege leistet sich viel elektronischen Krimskrams. Er hatte schon einen Laptop, dann brauchte er noch Tablett mit Android, kurz darauf ein neuer Laptop, zwei Smartphone innerhalb von zwei Jahren und natürlich hat er auch einen Audi. Bei 2,5 km Arbeitsweg, muss man es gemütlich haben. Ich fahr bei fast jedem Wetter mit dem Rad und wenn nicht, dann halt mit dem Bus.

In den 90ern kam das Gerede auf, man müsse auch mal an sich denken und dann wurde konsumiert, man ließ sich scheiden und ließ die Kinder im Stich. Ich habe das schon als Jugendlicher abstoßend gefunden, obwohl man mir vorwirft, ich sei egoistisch. Natürlich denke ich häufig an mich, mache häufig Dinge, die mir Spaß machen und halte mich von Dingen fern, die mir nicht so einen Spaß machen. Ich bin nicht gerne auf Partys, um zu schauspielern, welchen großen Spaß mir das mache. Da gilt man schnell der egoistische Eigenbrötler.

Ich denke auch häufig an meine Investments. Wenn ich mich aber für eine Freundschaft oder eine Beziehung oder gar ein Kind entscheide, dann kann man auf mich zählen.


Anmerkung  von  Markos - DAX30 Dividendenkalender 2014    geschrieben 07.02.2014     
Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/2014/02/dax-30-div

@Tim:

Wenn die Politik nicht anfängt einzugreifen, dann wird in ein paar Jahrzehnten bestimmt das System kippen und es Aufstände geben.

Allerdings bin ich eher Optimist, als Pessimist und das bezieht sich auch langfristig auf die Aktienmärkte.

In 2014 werden z.B. die DAX30-Konzerne wirder reichlich an Dividenden an Ihre Aktionäre zahlen.

Anmerkung  von  Stefan Müller    geschrieben 07.02.2014     
Es gibt nur 3 Möglichkeiten, grundlegend finanziell zu entscheiden.

1. Ich gebe stets mehr aus, als ich habe. Irgdenwann, bin ich dann Sklave meines Geldes und komm aus der Spirale nicht mehr heraus.

2. Ich geben stets soviel aus, wie ich einnehme. Dann bleibt mein Vermögen konstant.

3. Ich habe stets mehr Einnahmen als Ausgaben. Irgendwann bin ich reich und meine Einnahmen wachsen bei vorsichtiger Lebensweise schneller als meine Ausgaben.

Ich finde, dass ist der eigentliche Grund für selbsterworbenen Reichtum und sollte erstrebenswert sein, um niemanden auf der Tasche liegen zu müssen und frei leben zu können.

Andere Gründe, wie hohe Erbschaften, Lotteriegewinne usw. sind nicht selbsterworben und könnten meiner Meinung nach entsprechend hoch besteuert werden.

Anmerkung  von  Martin    geschrieben 08.02.2014     
Website agnostic-investing.blogspot.com

Kapital ist ein sehr mobiler Produktionsfaktor. Die Politik kann zwar Rahmenbedingungen setzen aber die Macht einzelner Länder ist schon sehr begrenzt und wird wohl weiter abnehmen.

Ist nicht das Kapitaleinkommen schon höher als das Arbeitseinkommen? Irgendwie sollte man eher die Löhne anheben und die Kapitalrenditen entsprechend senken, aber keine Ahnung wie das in einem offenen System funktionieren kann.

Ein einfacheres Steuerrecht ohne Ausnahmen, von denen nur Reiche Gebrauch machen können, wäre in der Tat wünschenswert.

Anmerkung  von  Der Couponschneider    geschrieben 08.02.2014     
Website couponschneider.blogspot.de

@Martin
"Ist nicht das Kapitaleinkommen schon höher als das Arbeitseinkommen?
[...] Irgendwie sollte man eher die Löhne anheben und die Kapitalrenditen entsprechend senken, aber keine Ahnung wie das in einem offenen System funktionieren kann."

Kapital ist nur ein Hebel. Ein ungelernter Arbeiter verdient weniger, obwohl er genauso viel arbeitet wie ein gelernter Arbeiter. Das Kapital ist in diesem Falle die Bildung/Ausbildung.

Auch ein Fahrrad stellt Kapital dar, wenn man es gewinnbringend einsetzt. Ich nutze mein Fahrrad ständig, spare im Vergleich zum ÖPNV und zum Auto Geld und im Vergleich zum Gehen Zeit.

Das interessanteste Kapital ist natürlich jenes, welche ohne eigenes Zutun Einkommen schafft, z. B. dividendenstarke Aktien.

Ich bin der Auffassung, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist. Gerade in Deutschland jammert man auf hohem Niveau, bekommt man doch hierzulande alles wichtige für den Aufstieg kostenlos.

Das Problem ist, dass die Leute viel zu viel Plunder kaufen. Durch ein Anheben der Löhne würde nur noch mehr Plunder gekauft.

Dass "Reichen immer reicher" werden und Dynastien entstehen, finde ich nicht so schlimm. Wer vermögend aufwächst, ist häufig bequem und satt und so erledigt sich das Thema von ganz alleine. Jahrhundertelang hatte sich der Adel auf seine Privilegien ausgeruht, mit der Folge, dass der Adel im ausgehenden 18. Jahrhundert größtenteils verdummt und verarmt war. Das Bürgertum hatte zu jenem Zeitpunkt schon höhere Bildung und mehr Vermögen erreicht.

Anmerkung  von  Martin    geschrieben 09.02.2014     
Website agnostic-investing.blogspot.com

@Couponschneider:
Ich sehe es nicht so, dass jeder gleich viel arbeitet, nur weil er gleich lang gearbeitet hat.

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 09.02.2014     
@Martin, der Zeitraum in dem Arbeitnehmer anwesend sind, unabhängig was in dieser Zeit getan wird. Ich glaube jeder hat in seinem beruflichen Umfeld die Erfahrung gemacht, dass es hier starke leistungsbezogene Unterschiede gibt und das es auch Selektion durch den Arbeitgeber gibt um das Gleichgewicht wiederherzustellen.

Die Leistung in einfachen Tätigkeiten ist häufig körperlicher Natur, im höheren Dienst verlagert sie sich mehr in den geistigen Bereich. Das ist schwer zu vergleichen und doch sind beide Tätigkeiten wichtig und ergänzen sich im Unternehmen zu einer wichtigen Einheit. Es gibt in vielen Unternehmen ein Machtgefüge (je höher die Gehaltsstufe, desto mehr Macht), das teilweise auch ausgenutzt wird.

Es gibt aber auch viele positive Beispiele. Menschen unterschiedlichster Herkunft, fachlicher Qualifikation, sozialer Schicht arbeiten in Unternehmen zusammen an einem Produkt. Weichen für die spätere Entlohnung oder das Gehalt werden schon früh gestellt, interfamiliär in der frühkindlichen Erziehung, auf dem Bildungsweg, usw.. Menschen sind Gott sei Dank nicht alle gleich und jeder kann mit seinem Status zufrieden sein, wenn er nicht ausgenutzt wird und angebotene Chancen nutzt.

Ich bin auch der Meinung das ein mündiger junger Erwachsener in Deutschland immer die Chance hat, etwas aus seinem Leben zu machen, unabhängig davon wieviel Unterstützung er bekommen hat. Vieles hängt von der persönlichen Einstellung ab, die wenn manipuliert durch schlechte Einflüsse natürlich die Weichen falsch stellen kann. Es gibt immer die guten und schlechten Beispiele.

@Der Couponschneider, selbst Akademiker müssen nicht zwangsläufig durch ihren höheren Intellekt besser mit Geld umgehen. Ich hatte da auch wieder die Erfahrung gemacht, wo jemand noch vor einem Jahr sagte, ich brauch kein Geld zu sparen, ich geb es lieber für Reisen aus, dann hab ich davon meine Erinnerungen.

Mittlerweile hat er gemerkt, dass dieses Modell auf Dauer wohl nicht so zukunftsfähig ist und sieht jetzt die Börse als seinen persönlichen Rettungsanker, nur aus meiner Sicht mit der falschen Einstellung, für kurzfristige Spekulationen. Hier sehe ich Bildungslücken, die problemlos gefüllt werden könnten, beginnend in der Kita oder spätestens in der Grundschule. Einfache Arithmetik ist ganz wichtig aber nicht ausreichend um die Bedeutung von Geld z. B. zu verstehen. Es gibt z. B. ein Buch "Max macht Mäuse" was ich meinem Sohn gekauft habe.

Mehr Lohn oder Gehalt bringt allein nichts. Entscheidend ist das Wissen aus wenig viel zu machen (und zwar nicht im Casino), keine überzogenen eigenen Ansprüche zu haben, bescheiden zu bleiben. Es gibt viele Überlebenskünstler die mit staatlicher Hilfe auskommen müssen und das trotzdem meistern und es gibt halt auch Leute die den Wert des Geldes garnicht mehr auf dem Schirm haben und mit prolligen, extra teuren Autos bekannter Marken bewußt falsch parken, aggressiv und rücksichtlos durch die Gegend fahren, mit Handy am Ohr (das Verhalten im Auto visualisiert besonders gut so manche Einstellung).

Das richtige Maß zu kennen und zu leben, das halte ich für wichtig und dann ist es auch egal ob ich 1.000 EUR o. 10.000 EUR im Monat verdiene, ich werde damit in beiden Fällen verantwortungsvoll und nicht verschwenderisch umgehen und mein Leben meistern. Und aus dieser Einstellung wächst m. E. auch dann die Verantwortung für viele andere gesellschaftliche Dinge, die automatisch zu mehr Wohlstand führen. Kapital und Werte schaffen, nicht nur verbrauchen.

Anmerkung  von  Martin    geschrieben 09.02.2014     
Website agnostic-investing.blogspot.com

Ja, es ist schwer zu vergleichen.

Arbeit=Leistung/Zeit
Am besten kann man es bei Akkordarbeit.

Ich glaube auch nicht, dass mehr Lohn = mehr Arbeit entspricht. Obgleich wir im Kapitalismus sind, entsprechen die Löhne nicht immer Angebot und Nachfrage (z.B. bei Anwälten und Notaren).

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 09.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

Ich frage mich, ob es human ist, wenn Eric Schmidt (Google) auf einen Schlag 100 Millionen Dollar in Aktien als Bonus bekommt. Wie ist das zu rechtfertigen? Der Aufsichtsrat nickt ab und kassiert im Anschluss munter selbst?

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 10.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

Hier habe ich eine Studie zum Trend der reicher werdenden Reichen gefunden:
http://www.npr.org/blogs/thetwo-way/2014/01/20/264241052/oxfam-worlds-richest-1-percent-control-half-of-global-wealth

Klar geht es den Armen zunehmend besser. Die Wasserversorgung, Ernährung, medizinische Versorgung, Schule macht selbst in Afrika enorme Fortschritte. Trotzdem wird der Abstand zw. Arm und Reich größer.

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 10.02.2014     
@Tim, wegen Google, bei der Auswahl von Unternehmen ist das für mich ein wichtiger Punkt. Ein besonders schlechtes Beispiel ist für mich z. B. auch J. C. Penney, wo der reinkarnierte Geschäftsführer, der schon zuvor für die Misere des einst strahlenden Unternehmens (der Gründer würde sich wahrscheinlich im Grab umdrehen) verantwortlich ist, immer noch fette Bonuszahlungen einstreicht, mit einigen anderen im Board.

An dieser Stelle, wo auch Aktionäre kürzlich durch unangekündigte Verwässerung der Aktien quasi über's Ohr gehauen wurden und ein Bankrott nicht auszuschließen ist noch 1Mio Jahresgehalt plus Bonus zu kassieren ist für mich ein Rätsel als Unternehmer. Megaschuldenberg und munter weiter Geld aus dem eigenen Unternehmen saugen *kopfschüttel.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 10.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Tino
Ja, das ist bei JC Penney schade, wenn das so ist (ich habe es nicht im Detail verfolgt).

Grundsätzlich geht es beim Boni und Gehalt auch um eine Frage: Um Humanität, um Menschlichkeit.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 14.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

Hier mein kurzes Video zum Thema:

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Karriere, Geld, Statussymbole und was dann?

Illustration

New York, Mittwoch, 5. Februar 2014

Joshua Fields Millburn war ein Karrieremensch. Mit 27 wurde er der jüngste Direktor bei einer großen amerikanischen Telekomfirma. Millburn (auf dem Foto rechts) wohnte mit seiner Frau in einem riesigen Haus. Plötzlich starb seine Mutter. Seine Ehe ging im gleichen Monat in die Brüche. All das Zeug im Haus, der Konsum, die Statussymbole – all das war für ihn eine Scheinwelt, fand er heraus.

Er gab seinen Job auf, strich seine Konsumausgaben. Er besann sich auf ein anderes Leben. Auf seine Gesundheit, seine Freunde, seine Hobbys.

Mit einem Freund startete er das Blog The Minimalists. Beide schrieben das Buch Everything That Remains: A Memoir by The Minimalists.

Seit der Finanzkrise suchen mehr Menschen nach dem Sinn des Lebens, zumindest ist das mein Eindruck in den USA. Skandalumwitterte Unternehmen überdenken ihre Ziele. Ethik, Anstand, Moral und die Gesellschaft rücken ins Zentrum des Interesses. Konzerne merken auf einmal, wie wichtig das eigene Image ist. Wer seinen guten Ruf für die kurzfristige Gewinnmaximierung zerstört, dem laufen die Kunden in Scharen davon. Das ständige Streben nach Geld hat einen Knacks bekommen.

Die Lebensgeschichte von Joshua Fields Millburn erhielt kurze Zeit nach dem Erscheinen tausende Kommentare.

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Anmerkung  von  Finanzielle Freiheit mit Dividenden Blog    geschrieben 05.02.2014     
Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/

Das ist nicht nur so in den USA, sondern auch in Deutschland Tim.

Das letzte Hemd hat keine Taschen und wir nehmen nichts mit, darum macht es in meinen Augen keinen Sinn dem Geld hinterher zu rennen.

Das worauf wir uns konzentrieren sollten ist Zeit. Mehr Zeit für uns selbst, anstatt im Hamsterrad zu arbeiten und zu hoffen durch eine Karriere mal reich zu werden.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 05.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

Ins Bild passt folgende Meldung: Heute gab der zweitgrößte Einzelhändler der USA, CVS Caremark, bekannt, keine Tabakwaren mehr zu verkaufen. Die Drogeriemarktkette verzichtet freiwillig auf 2 Milliarden Dollar Umsatz. Zum Wohle der Kunden, zum Wohle der Menschen.

Präsident Barack Obama drückte seinen Dank gegenüber dem Unternehmen aus. (Wohlgemerkt ist Obama ein Raucher).
http://abcnews.go.com/Health/wireStory/cvs-caremark-plans-stop-selling-tobacco-products-22371836

Anmerkung  von  Chris    geschrieben 05.02.2014     
Website www.Gieristgut.com

Und wie die Amerikaner mit der Selbstreflexion beschäftigt sind, sieht man an den Kommentaren zur Coca Cola Werbung für den Super Bowl...

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 06.02.2014     
Selbstreflexion?
Was soll das wohl sein?
Das ist sicherlich völlig überbewertet.;-)

Anmerkung  von  Andreas    geschrieben 06.02.2014     
Der Sinn des Lebens ist es glücklich zu sein.
Denn wenn man glücklich ist fragt man nicht was der Sinn des Lebens ist.

Ich kann aber nicht glücklich sein, wenn ich
-Angst/Sorgen habe. z.B. vor Jobverlust, Fehler zu machen, alt zu werden, im Leben zu kurz zu kommen, was die Leute sagen etc.
-gierig, neidisch, eifersüchtig, einsam bin, mich ärgere, mir langweilig ist.
-Verlangen nach etwas habe.
-mich mit Anderen vergleiche
-uvm.

Also muss ich zu einem Verstehen von Angst, Kummer, Sorgen, Ärger, Verlangen etc. gelangen so dass ich davon frei bin (für immer nicht nur zeitweise).
Verstehen kann ich das alles nur wenn ich es beobachte, es aushalte, die Ursachen herausfinde.
Nicht wenn ich davor weglaufe, mich ablenke, einem Vergnügen nachgehe, mich anstrenge erfolgreicher zu sein,
versuche mich nicht zu ärgern etc.

Kurz, ich muss mich selbst verstehen. Die Konditionierung des Geistes, was Denken ist, wie es entsteht, was Intelligenz ist
was das "Ich" ist etc. Ich muß über mich lernen.

Aber die meisten Menschen werden von Geburt an darauf konditioniert nach dem "Mehr" zu streben. Mehr Erfolg, größeres Auto,
besserer Urlaub, bessere Ausbildung.... Was nicht generell schlecht ist, aber Selbsterkenntnis ist wichtiger. Das "Mehr"
macht nur kurzzeitig glücklich (bzw. lenkt von den Problemen, Ängsten usw. ab).


Mir war das alles Jahrzehnte nicht bewusst. Habe gelebt wie die Menschen in meiner Umgebung. Und versucht besser zu werden.
Bis ich zufällig ein Buch von Jiddu Krishnamurti gelesen habe. Es hat mich anfangs zwar stellenweise geärgert was er sagte (weil es
meiner Meinung/Konditionierung widersprach bzw. meines Vergnügens beraubte, ich einsehen musste das einiges falsch war was mir bis
dahin wichtig war etc.) aber ich bin dabei geblieben und habe mein Denken hinterfragt.


Tim ich möchte dir (und allen anderen) empfehlen dich mit dem was Jiddu Krishnamurti gesagt hat zu beschäftigen. Ich denke
du kannst dich ernsthaft damit beschäftigen, weil du erkannt hast, dass Konsum nicht glücklich macht und auch weil Du mal geschrieben
hast, dass du dich für alte Religionen interessierst.
Organisierte Religionen sind Zeitverschwendung, kein Angehöriger einer organisierten Religion wird Gott jemals finden.
Durch die Rituale wird der Geist nur stumpfsinnig und es mag eine Illusion von Gott entstehen.

Es sind Videos von ihm auf YouTube. Vor allem das mit Dr. Anderson (mehrere Teile) deckt eigentlich alles ab was er sagt.
Text dazu ist hier: http://www.jiddu-krishnamurti.net/en/a-wholly-different-way-of-living/1974-02-18-jiddu-krishnamurti-a-wholly-different-way-of-living-knowledge-and-transformation


Ich denke es ist besser zu lesen was er sagt. Man kann Innehalten und sich klar werden was überhaupt gesagt wurde,
wie man selbst darüber denkt, warum denkt man so? ...
Täglich 30min - 1h lesen und über das Gelesene nachdenken. Wiederholt dasselbe lesen.
Keine Meinung bilden sondern verstehen (wie alles zusammenhängt).
Seine Bücher sind im Netz zu finden.

http://www.jiddu-krishnamurti.net/en

Vielleicht beginnst du mit "Think about these things" oder "Life ahead". Es werden jede Menge Fragen gestellt
die in den Medien, Schule keiner stellt.

http://www.jiddu-krishnamurti.net/en/think-on-these-things
http://www.jiddu-krishnamurti.net/en/life-ahead


Übrigens hat K. immer gesagt, glaubt mir nichts, hinterfragt selbst....
Welcher Politiker, Priester, autoritäre Person, Autor etc. sagt so etwas jemals.

Anmerkung  von  Felix    geschrieben 06.02.2014     
Ich weiß nicht so Recht, wie ich diesen Beitrag einordnen soll. Ausgerechnet in einem Börsen-/Finanzblog wird das Motto ausgegeben: Geld ist nicht so wichtig!
Mag sein. Aber kein Geld zu haben ist viel schlimmer als Geld zu haben. Ich weiß, es gibt so Volksweisheiten wie "Geld verdirbt den Charakter!" Es ist richtig, wenn Geld zum Fetisch wird und alles anderes überstrahlt, dann ist das schlecht. Aber fehlendes Gels ist noch mächtiger und besitzergreifender als Geld zu haben. Man hat dann ständig damit zu tun, ob man sein Rechnungen bezahlen kann und wie man über die Runden kommt.
Deshalb ist es richtig und wichtig, sich um sein Geld zu kümmern. Sonst liegt man am Ende noch dem Staat auf der Tasche und das kann nicht das Ziel eines unabhängigen, freien Menschen sein.
Deshalb ist mein Motto (und ich meine das nicht zynisch)/: lieber reich und gesund als arm und krank.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 06.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Andreas
Danke. Schaue ich mir an.

@ Felix
Nun, das Sparen ist für die Altersvorsorge wichtig. Mir geht es um einen kritischen Blick auf den Konsum. Das ständige Streben nach großen Statussymbolen, um sich "Anerkennung" zu holen.

Gleichzeitig beschäftige ich mich gedanklich mit dem Geld. Wie viel brauche ich? Wie wertvoll ist es? Macht es mich glücklich?

Dann ist es interessant sich aus Unternehmenssicht mit dem Thema Geld zu beschäftigen: Wie viel Gewinn soll eine Aktiengesellschaft verdienen? Zu viel Gewinn bedeutet indirekt dem Kunden fehlt etwas.

Warum sind Aldi, Lidl, Amazon, Netflix, Google, Facebook, Twitter, Yahoo, Ryanair, Ikea so beliebt? Weil die Kunden zufrieden sind. Weil die Produkte günstig bzw. gratis sind.

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Eisige Stimmung: Ausverkauf an der Wall Street

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New York, Montag, 3. Februar 2014

Es geht seit Tagen abwärts. Am Montag rutschen DAX, EuroStoxx, S&P 500 und Dow Jones abermals tiefer. Der Dow schmiert zwischenzeitlich um mehr als 300 Punkte ab. Oder 2,1 Prozent Minus. Ich finde das aufregend. Die Korrektur ist überfällig. Es ging zu schnell nach oben.

Dow Jones und S&P-500-Index sind fast zehn Prozent vom Allzeithoch entfernt. Übrigens wird New York gerade von einem Schneesturm heimgesucht. Es passt zur eisigen Börsenstimmung.

Keine Lösung war die Gelddruckerei der Fed. Fünf Jahre lang hat die Notenbank die Druckmaschinen laufen lassen wie verrückt. Die Zentralbanker scheinen hilflos. Sie wissen gar nicht, was darauf folgen wird. Es fehlt die Erfahrung. Wie Zaubrer David Copperfield ständig neues Geld aus dem Hut zu zaubern, ist mehr eine Show als ein Heilungsprozess der Wirtschaft.

Eine Lösung braucht die US-Regierung. So kriegt niemand die Wirtschaft nachhaltig in Fahrt. Ein Grundproblem ist die Verlagerung vieler Jobs in Billiglohnländer. Nach China. Nach Indien. Nach Südamerika. In der westlichen Welt ersetzen Roboter plus Computer mehr Jobs. Ich schaute mir eine neue Autofabrik an – kaum einen Arbeiter sah ich zwischen den Roboterarmen. Im Krankenhaus übernehmen Roboter die OP. Im Taxi oder an der Eingangstür zum Hallenbad – dort wird uns irgendwann eine Maschine mit Siri-Stimme begrüßen: „Guten Tag. Was kann ich für Sie tun?“

Der Löwenanteil des frisch gedruckten Geldes liegt jetzt bei den Banken, bei den Großkonzernen, bei den Superreichen. Es landete bei den Top 1 Prozent. Ein wenig wurde die Börse mit dem billigen Geld aufgebläht. Bei der Mittelschicht kam jedenfalls kaum etwas an. Das ist in Europa ähnlich.

Kein Vorstand traut sich, im großen Stil die Kriegskasse zu investieren. Apple, Oracle, Microsoft, Intel, Amazon, Facebook, eBay, Chevron, sie alle horten unglaubliche Beträge auf der hohen Kante.

Fed-Chef Ben Bernanke übergab das Zepter an Janet Yellen. "Soll sich meine Nachfolgerin mit den Problemen herumschlagen", denkt sich wohl Bernanke. Der Ex-Fed-Leiter wird jetzt Bücher schreiben, Reden schwingen – und vermutlich Millionen privat einstreichen. Wenn Yellen irgendwann die Gelddruckmaschinen abstellt - was wird dann passieren? Kann es ein Drogenabhängiger verkraften, wenn seine Droge plötzlich weg bleibt? Nein. Das ist ein harter Prozess. Der Entzug kann heftig werden.

Im Endeffekt ist es so, als ob Sie ständig Luft in einen Ballon pumpen. Irgendwann platzt das Ding.

Was tun Sie am besten als Privatanleger in dieser Situation? Bewahren Sie Ruhe. Wenn Sie regelmässig Aktien kaufen, machen Sie weiter. Sie können zufrieden sein, wenn die Börsenkurse sinken.

Wie lange die Korrektur anhält? Kommt es zum Crash? Keine Ahnung. Das weiß niemand. Warten wir ab. Es kann sich auch aktuell um den Wendepunkt handeln.

Die Wirtschaft, die Börse, die Stimmung - alles verläuft in Zyklen. Smarte Anleger nutzen das zum eigenen Vorteil. Kommt es zum Crash, stocken Sie nach Möglichkeit massiv Ihre Aktienpakete auf.

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Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 03.02.2014     
Ja, ein zermürbender Tag heute.

Aber dem muss doch auch was abzugewinnen sein... ;-)

Das hat mich mal dazu veranlasst, den Januar meines Depots analysieren zu lassen, und siehe da; ich bin Sieger im Benchmarkvergleich! ;-)

Das ermutigt mich. Ich glaube, meine persönliche Anlagestrategie erweist sich als richtig. Mal sehen ob es weiterhin klappt.

Weiteres Highlight heute; Kaffee geht endlich ab. Hoffentlich ist das die Trendwende. Warte jetzt schon seit November auf die Trendwende.

Mein Instrument galoppiert.

MS

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 04.02.2014     
Die Frage ist, wer soll den Amis ihre Staatsanleihen abkaufen, wenn es die FED nicht mehr macht? Und daraus entsteht dann die Frage, woher der Staat Geld bekommen soll?

Die bedruckten Scheinchen sind nur so stark, solange der Glauben der Mehrheit stark an ihren Wert ist.

Gegen eine Insolvenz Amerikas wäre Lehman ein Kindergeburtstag.

Die beste Variante wäre möglicherweise, wenn die großen Notenbanken irgendwann auf Ihre Forderungen verzichten, damit die Staatsverschuldung auf ein erträgliches Maß zurückgefahren werden kann.
Somit wäre eine Finanzierung über den eigentlichen Markt wieder möglich.

Es grenzt schon bald an ein Schneeballsystem was die FED so treibt.

Es bleibt spannend...

@Tim
hat Buffett sich eigentlich schon zu der Staatsverschuldung mal geäußert?

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 04.02.2014     
Bekanntermaßen gehen nicht Staaten pleite, sondern deren Bürger.

Nach Zahlen steht der Staatsverschuldung ein Vielfaches an Privatvermögen gegenüber. Die Schulden sind also "gedeckt" durch mögliche Enteignung im großen Stil.

Buffett bezeichnet einmal die Schulden als "not a problem", da nach dem WWII höheres proz. Defizit.
Ein andermal sind sie eine "Atombombe".

Was soll's...

MS

Anmerkung  von  Felix    geschrieben 04.02.2014     
Endlich haben die Crash- und Weltuntergangspropheten wieder Futter.
Fünf Jahre ging's an der Börse nur in eine Richtung, bergauf. Der DAX hat fast die 10.000 gesehen, der Dow war über 16.000.
Wo standen wir nochmal vor 5 Jahren? Doch wohl eher bei der Hälfte der jetzigen Stände, also die Indices haben sich verdoppelt (!), das sollten wir nicht vergessen. Was machen da 10 % Korrektur? Die sind überfällig.
Ich kann mir Schlimmeres vorstellen, also kein Grund zu Jammern, nur weil es mal eine (gesunde) Korrektur gibt.
Ich nutze sie, um mein angehäuftes Geld zu investieren. Eine erste Position habe ich schon aufgebaut. Geht's weiter runter, werden ich aufstocken, was sonst?
Es macht keinen Sinn oben zu kaufen.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 04.02.2014     
Also zunächst einmal bin ich kein Crash- Prophet. ;-)

Mir schlottern auch nicht wegen 10, 20 oder 30 % Korrektur die Knie. Ich finde die Wortwahl mit eisiger Stimmung oder Gemetzel für 10 % Kursrückgang etwas polemisch.

Es ist nur einfachste Logik, dass wenn Staaten um Schulden zurückzuzahlen, neue Schulden aufnehmen, dass irgendwann ganz doof nach hinten losgeht. Wann, das kann ich nicht genau beantworten. Evtl. läuft es noch Jahre so weiter. Die Leidtragenden sind dann leider die Bürger des jeweiligen Staates.

Inflationierung, Konsolidierung mit anschließender Deflation, Steuererhöung (Kapital stärker besteuern, Vermögensabgabe 10 % usw.), Zusammenbruch von Banken, Arbeitslosigkeit, Firmenpleiten usw...
Man muss eigentlich nur nach Südeuropa schauen um einen Vorgeschmack zu erhalten, wenn einer der großen Staaten (USA, Italien, Japan, Frankreich, Spanien) umfällt.

Die Geldmenge hat sich seit 2008 in Amerika verdoppelt.
Wie ist es zur Subprime-Krise gekommen?
Zu viel billiges Geld für Kredite wurde zu lange in den Markt gelassen.
Die Ursache der Krise wird mit doppelter Dosis behandelt.
Mit was? Mit genau dem Auslöser der Krise! Das soll auf Dauer funktionieren???

50 % Kursrückgang wegen Lehman... Wie viel Kursrückgang bei Staatsinsolvenz und in Folge einem Massensterben von Banken, Firmen die von staatlichen Aufträgen abhängen usw.?

Nur weil wir 60 Jahre keine Währungsreform mehr hatten, blenden viele die Möglichkeit einer neuen aus.
Unschöne Dinge blenden viele im Hort der Glückseligkeit aus.

Kann es mir jemand mit einfacher Logik erklären, wie es die Industrieländer aus dem Schuldensumpf schaffen sollen, ohne dass die Bürger dafür bezahlen müssen?

Anmerkung  von  Felix    geschrieben 04.02.2014     
@ Markus
Mit Crash-Prophet habe ich nicht dich gemeint, sondern die allgemeine Stimmung: Spiegel-Online hat heute aufgemacht mit so etwas wie "Angst reißt die Börsen in die Tiefe!" mit entsprechendem Bild frustrierter Händler; sah nach Panik aus.
Was jetzt die aktuelle Korrektur mit der hohen Staatsverschuldung zu tun hat, weiß ich nicht. Dass USA zahlungsunfähig, sprich insolvent werden, glaube ich nicht; die drucken halt weiterhin Geld.
Den Staatsschulden stehen ja entsprechende Guthaben gegenüber, das ist ja spiegelbildlich. Vielleicht ist das System tatsächlich so, dass in gewissen Abständen der Resetknopf gedrückt und alles auf null gestellt werden muss.
Dass alle Industriestaaten (Demokratien) so hoch verschuldet sind, hat wohl eher mit dem politischen System zu tun: Alle vier Jahre sind Wahlen und wer gewählt werden will verspricht seinen Wählern Wohltaten. Die Wähler sind auch mit daran Schuld, da sie nicht erkennen, dass diese Wohltaten nicht der Staat bezahlt sondern die Steuerzahler, also letztlich die Wähler.
Es ist halt der hilfelose Versuch des Staates etwas soziale Gerechtigkeit im Kapitalismus zu etablieren. Und, wenn eine Verkäuferin für 3,50 € Stundenlohn arbeitet, dann ist das eben nicht O.K. und der Staat greift irgendwann mit dem Mindestlohn, der Mütterrente usw. ein. Das alles kostet Geld. Jede Gruppe schaut, dass sie etwas abbekommt. Natürlich muss es bei denen geholt werden, die zu viel haben, wo sonst?
Naja, sparen wäre staatlicherseits auch noch eine Möglichkeit, aber da wartet schon der nächste Wahltermin.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 04.02.2014     
Übrigens war das mit der Geldmenge falsch. M3 wird nicht mehr veröffentlicht und der Private Konsum muss sparen. Das ist eher ein Nullsummenspiel.

Die Bilanz der FED sieht nach 08 interessant aus. Auch bringt ein zusätzlicher Dollar Schulden nicht mehr 0,80 Dollar Wirtschaftswachstum wie Anfang der 80er Jahre sondern liegt unter 0,20 Dollar.

Das Problem mit dem Drucken bzw. heutzutage klicken von frischem Geld:
Es ist kein Allheilmittel!
Ob Inflation / Deflation hängt ganz entscheidend von der Umlaufgeschwindigkeit im Wirtschaftskreislauf an.

Und die Abkoppelung von der Realwirtschaft mit der Finanzwirtschaft ist vorsichtig gesagt, interessant.;-)

Anmerkung  von  Matthäus Piksa    geschrieben 04.02.2014     
Website www.welt-im-wandel.net

Roboter halten Einzug in Arbeits- und Privatleben.

Irgendwer muss die Roboter aber produzieren, vorher entwickeln, erforschen was möglich ist und was nicht. Es muss die Marketingmaschine zum Laufen gebracht werden um das Zeug zu vertreiben, neue Software und Hardware entwickelt werden.

Meine Eltern haben sich gerade einen Wisch-Roboter der Firma iRobot bestellt. Ich "freue" mich schon auf die Maschine.

Herd/Ofen, Spülmaschine, Waschmaschine, Mikrowelle, Trockner... und seit einiger Zeit Saug- und Wischroboter - im Haushalt muss immer weniger selbst gemacht werden.
Da das alles in früheren Jahrzehnten und Jahrhunderten überwiegend Frauenarbeit war, ist hier soviel Freizeit entstanden, dass infolge dieses Fortschritts die Frauenerwerbsquote enorm gestiegen ist. Ich kenne weder im Verwandten- noch im Freundeskreis irgendeine Frau, die keiner Erwerbsarbeit nachgeht. Ohne chauvinistisch klingen zu wollen: Ohne all die Maschinen, das zeigt ja die "Geschichte der Hausarbeit", sähe das anders aus.

Ein weiterer Nebeneffekt sind die höheren gezahlten Steuern und Sozialabgaben, die größeren Rentenanwartschaften usw.

Anmerkung  von  Chris    geschrieben 05.02.2014     
Website www.Gieristgut.com

"Im Endeffekt ist es so, als ob Sie ständig Luft in einen Ballon pumpen. Irgendwann platzt das Ding."
Genau das möchte man vermeiden - deswegen werden die Anleihenkäufe gedrosselt.

Soweit ich weiß, hat das Tapering auch nur Einfluss auf das lange Ende der Zinsstrukturkurve. Die kurzfristigen Zinsen werden weiterhin so niedrig bleiben...

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 05.02.2014     
ich stimme Felix zu, ich hab ganz entspannt in mein Depot geschaut (eigentlich unnötig) und die rot gefärbten Verluste zur Kenntnis genommen, mich gefragt, wie weit wird es noch runtergehen? Selbst Berkshire hat seit Oktobter 6% verloren. Philip Morris hat innerhalb weniger Tage einen gewaltigen Knick bekommen.

Endlich bewegt sich mal wieder was und die "all time highs" brechen ein, ein Fest für Value Anleger.

Gestern erst wieder Tragik von Stop-Losses von einem Kollegen erfahren. Der automatische Ausverkauf hat durch die jüngste Entwicklung sein halbes Depot entleert..hmm,wäre nichts für mich, gerade wenn ich den negativen Peak bei PM gerade sehe. Wie schnell verliert man dadurch einen guten Wert und ist der Steuer, neuen Gebühren ausgesetzt, ohne das es vielleicht notwendig ist, und die Gesamtperformance schrumpft. Das ist für mich auch die von Tim beschriebene Metapher mit den jungen Pflänzchen.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 05.02.2014     
sicher, wenn irgendwann das tapering abgeschlossen ist, werden die mittel- und langfristigen Zinssätze wieder steigen müssen, da sich der Staat am "freien" Markt wieder Gläubiger suchen muss...

Dann wird es interessant für den Schuldendienst und die Staatsschulden.

Das einmalige Experiment der Finanzierung der Staates über die Notenbanken ist mittel- bis langfristig ein Ritt auf der Rasierklinge.

Anmerkung  von  Frank    geschrieben 05.02.2014     
Hallo,
"Nur weil wir 60 Jahre keine Währungsreform mehr hatten, blenden viele die Möglichkeit einer neuen aus.
Unschöne Dinge blenden viele im Hort der Glückseligkeit aus."
Jetzt wirds hier schon philosophisch,ich muß Markus aber Recht geben.Die bisherigen Krisen kamen meist völlig überraschend und niemand konnte sich vorstellen wie sehr die bisherige Situation sich zum schlechten verändern konnte.
Ich habe meine Cashquote erhöht,habe Gold gekauft und überlege ernsthaft welche "Währungen" bei früheren Krisen wirklich hart waren.(Zigaretten?!)
Vielleicht habe ich gerade eine depressive Phase, aber die Aufblähung der Geldmenge die in der realen Welt nicht ankommt und zu Blasen in bestimmten Assts führt macht mir ernsthaft Sorgen.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 05.02.2014     
Sorry, also depressiv will ich niemanden machen! ;-)

Ich würde gerne nur mal gute Argumente gegen die These mit den Staatsbankrotten hören.
So ein starkes Wirtschaftswachstum, dass wir aus den Schulden rauswachsen, kann ich mir auch nicht vorstellen.
Vor allem wenn man bedenkt, dass die Statistiken teilweise schon extrem geschönt werden.
Bei Shadowstats ist z. B. die Inflationsrate wie früher berechnet worden... d. h. ein doppelt schneller PC in einem Jahr schlägt mit 50 % geringeren Kosten in der Inflationsrate mit rein...Gleichzeitig erhöht dieser das BIP...

Es lügen sich sehr viele in die eigene Tasche und die Medien spielen das Spiel mit.
Dazu muss man jetzt nicht wieder eine Verschwörungstheorie als Totschlagargument anführen.
Es reichen die Fakten, die nicht genannt werden oder unter den Tisch fallen.

Diese ominösen 100 % Aktien, weil Sie jede Krise überstehen hat praktisch auch so gut wie niemand.
Andere Assets als Beimischung sind sicherlich sinnvoll.

Anmerkung  von  Finanzielle Freiheit - Dividenden Depot    geschrieben 05.02.2014     
Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/

So eine Korrektur kommt genau richtig, um solide Dividenden Aktien für das Dividenden Depot nachzukaufen!

Anmerkung  von  Felix    geschrieben 06.02.2014     
Gestern habe ich nicht schlecht gestaunt: Vor der Tagesschau wird je immer ein Börsentrailer vom Parkett aus Frankfurt gesendet, da meinte der Moderator:
"Von seinem Hoch hat der DAX bereits über 6 % abgegeben. Es ist die Frage, ob man jetzt überhaupt noch Aktien kaufen könne oder solle!"

Das soll ja wohl heißen, ganz oben hätte man kaufen können, aber jetzt, wo sie billiger sind, ist es sehr gefährlich. Ich weiß zwar auch nicht, wo die Börse Morgen hinläuft, aber wenn zu besten Sendezeiten solche Dinge unters Volk gebracht werden, muss man sich nicht wundern, wenn es um die Aktienkultur schlecht bestellt ist.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 06.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Felix
Ja, stimmt. Es ist gerade anders herum:

Mit sinkenden Kursen sinkt das Risiko. Mit steigenden Kursen steigt das Risiko.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 14.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

Das ist mein Youtube-Video zum obigen Blog:

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Das ist die Erfolgsformel für die Börse

Illustration

New York, Samstag, 1. Februar 2014

Auf Talfahrt bleiben die Weltbörsen. Aus den Schwellenländern wird das Geld panikartig abgezogen. Auslandswährungen sind im freien Fall. Es waren wohl Carry Trades. Das billige Geld aus dem Westen investieren Investoren in Übersee auf die Suche nach der schnellen Rendite. Jetzt fällt das Kartenhaus im fernen Ausland zusammen. In Indien, Brasilien, der Türkei usw. nimmt der Ärger über die US-Notenbank Fed zu, die ihre Gelddruckmaschine schrittweise herunterfahren wird.

Wenn die Kurse an den Börsen sinken, ist das gut. Es sinkt das Risiko. Je niedriger die Aktienkurse, desto geringer die Risiken.

Sie können nun versuchen, die Börse zu timen. Das ist schwierig. Perfekt werden Sie es niemals hinbekommen. Grundsätzlich sieht es gut aus, wenn die Kurse fallen. Am besten sind Panikphasen. Diese bieten die besten Einstiegskurse. Steigen Sie dann ein, wenn sich massenweise die Menschen so richtig unwohl fühlen. Wenn die Herde Angst hat, sollten Sie mutig werden.

Die besten Anleger steigen in Katastrophenphasen mit voller Wucht ein. In der übrigen Zeit warten Stars wie Seth Klarman, John Templeton, Warren Buffett (mein Foto) oder David Einhorn geduldig ab. Sie warten, warten, warten - bis zur nächsten Krise. Was unterscheidet die Stars von der Masse? Die Meute kauft den Markt oben, die Stars unten.

Wer sich das Timing nicht zutraut, spart eben am besten regelmässig, vielleicht quartalsweise. Immer wenn Sie Geld übrig haben für Investments, kaufen Sie stetig Aktien zu. Egal, ob nun die Börse oben oder unten steht. Sie müssen sich das regelmässige Sparen wie einen Eimer vorstellen, in den massenweise Tropfen fallen. Irgendwann ist der Eimer (Ihre Altersvorsorge) voll.

Die meisten Anleger verstehen diese Grundprinzipien nicht. Sie lassen sich von den Kerngrößen, den Kernzusammenhängen ablenken. Dabei genügen ein paar simple Zahlen. Ein paar ganz einfache Formeln sind alles, was Sie brauchen.

Ständig rennen irgendwelche Leute durch die Gegend und behaupten, eine neue Geheimformel gefunden zu haben. Sie behaupten, sie hätten Statistiken, neue Superformeln, Trends in Sozialen Medien ausgespürt, Tradingvolumen enttarnt... ja das mag sein.

Fakt ist, es kommt nur auf ein paar einfache Zahlen an: Wächst der Gewinn? Wächst das Unternehmen? Wie hoch sind die Margen? Wie ist das Image? Wie zufrieden sind die Kunden? Wie sieht der Wettbewerbsvorteil aus? Wie hoch ist der Marktanteil? Wie üppig ist die Bewertung? Wie sieht es mit dem freien Cashflow aus?

Konzentrieren Sie sich auf Konzerne, bei denen Sie annehmen können, dass sie in einigen Jahrzehnten noch gutes Geld verdienen werden. Ich denke an Firmen wie P&G, Colgate-Palmolive, Unilever, Beiersdorf, Henkel, Walt Disney, Berkshire Hathaway, Nestle, BASF, Nike oder Adidas. Und viele andere.

Noch was gehört zum Börsenerfolg. Vieles hängt von ihren privaten Lebensgewohnheiten ab. Geben Sie einfach in Ihrem Alltag weniger Geld aus, als Sie einnehmen. Sparen Sie etwas. Legen Sie die Ersparnisse ins Depot. Mit den Jahrzehnten wird sich ein herrlicher Kapitalstock bilden. Das ist im Endeffekt einfach zu erreichen.

Wenn Sie jedes Jahr etwas Geld sparen, können Sie im Grunde genommen nie etwas verkehrt machen. Verkehrt machen Sie indes etwas, wenn Sie nichts sparen. Das wird sich irgendwann rächen. Das ist ja eigentlich eine logische Konsequenz.

Wie können Sie am besten die Grundzusammenhänge verstehen? Wie können Sie besser die Börse verstehen als die anderen? Wie können Sie mit dem Timing in Krisenphasen besser werden? Welche Unternehmen werden überleben und boomen?

Das lernen Sie, wenn Sie viel lesen. Alle Genies lesen übermässig viel. Lesen Sie so viel Sie können. Jeden Tag am besten 500 Seiten. Und zwar keine Regenbogenpresse, Romane oder TV-Zeitschriften, sondern Fakten. Geschäftsberichte, Bücher, Magazine, Zeitungen. Das rät jedenfalls Warren Buffett. Ich gebe zu, 500 Seiten ist eine Menge Holz. Ich weiß gar nicht, wie das Buffett schafft. Er ist ein Phänomen.

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Anmerkung  von  Matthias    geschrieben 01.02.2014     
Immer wieder spannend deine Beiträge..

Ich tue mich oftmals noch etwas schwer bei der Bewertung dieser Perlen (Cola, P&G, usw.). Letztlich spielt es wohl auf lange Sicht kaum eine Rolle, ob ich beispielsweise bei "80 oder 90$" einsteige. Dennoch versuche ich einen fairen Wert zu ermitteln, um mich daran zu orientieren, auch wenn ich weiß, dass das kaum möglich ist.
Mich würde interessieren, wie du das handhabst oder welche Tipps du geben würdest, z.B. für Coca Cola oder McDonald's. Ich halte beide für aktuell leicht unterbewertet und werde bei leicht tieferen Kursen einsteigen (bzw. wieder mal nachkaufen).

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 01.02.2014     
Ich denke Vollzeitinvestoren haben eben immer diesen entscheidenden Wissensvorteil durch die enorme Zeit die sie investieren, in Lesen, viel lesen und daraus entwickeln sie mit Engelsgeduld ihre Strategie, lassen sich nicht hetzen. Ich vergleiche das wie mit der Schaffung eines wirklich großartigen Kunstwerkes, dieses wächst auch organisch, langsam, nicht unter Zeitdruck, ein langsamer Reifungsprozess.

Hinzu kommt das man m. E. das Filtern von Hauptinformationen (hieß das bei uns in der Schule) gut beherrschen muss. Je schneller man auch aus 100 Seiten Text das entscheidende Wissen aggregieren kann, desto erfolgreicher wird man sein.

Die höhere Rendite entsteht dann m. E. aus der besseren Auswahl des Unternehmens/der Aktie und dem besseren Zeitpunkt. Das Warten auf einen Zeitpunkt, teilweise über Dekaden können die wenigsten, was ja auch verständlich ist, treu dem Motto "ich leb jetzt, dann ist doch mein Leben schon vorbei..".

Man muss aus meiner Sicht deshalb als Privatinvestor auch nicht der Rendite der Starinvestoren hinterher hecheln und auch nicht betrübt sein, wenn man es nicht schafft, da es ein ungleicher Wettbewerb ist.

Mir ist jedenfalls immer bewußt, dass ich noch wesentlich mehr lesen könnte, es aber zeitlich einfach nicht schaffe. Deshalb versuche ich immer einen Kompromiß durch Anwendung klarer einfacher Prinzipien und effektiver Filterung von Informationen aus dem www (GuV, Bilanz, Geldflüsse, Dashboards, Geschäftsbericht, Artikel,..) anzuwenden.

Hinzu kommt die Geduld, als Privatinvestor hetzt mich auch keiner, ich kann auch mal ein oder mehrere Jahre die Finger still halten, wenn ich will. Dadurch kann man m. E. auch mit einem Bruchteil der Zeit gegenüber den Starinvestoren eine ausreichende Sicherheitsspanne aufbauen und hat eine reelle Chance ein Vermögen aufzubauen.

Ich denke aber auch, das viele bei solchen Vorschlägen der Börse den Rücken zukehren oder anfangen zu zocken, weil sie bei geschildertem Aufwand einfach die Hände heben und sagen, ne ich will auch noch mal leben..was dann nachweislich in den meisten Fällen nichts wird.

Anmerkung  von  Felix    geschrieben 01.02.2014     
Ich bezweifle, dass man durch aggregieren von sehr viel Information automatisch bessere Entscheidungen trifft. Dass das nicht zutrifft, ist m.E. auch längst wissenschaftlich bewiesen.
Entscheidungen - wie an der Börse -, welche die Zukunft betreffen, müssen systembedingt unter Unsicherheit/Informationsmangel getroffen werden. Selbst, wer alle Infos der Vergangenheit und Gegenwart eines Unternehmens aufsaugt, kann seine Zukunft nicht hundertprozentig voraussagen.
Natürlich darf daraus nicht der Schluss gezogen werden, dass man nur aus dem Bauch heraus entscheiden sollte; das ist Quatsch.
Ich glaube, dass auch hier das Pareto-Prinzip weiterhilft: Mit 20% Aufwand liegt man zu 80% richtig. Jedes weitere Prozent erhöht den Aufwand unverhältnismäßig.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 01.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Matthias
Ich schaue mir vieles an. Ja, den Langfristchart (super lange über 50 Jahre oder so). KGV, Dividendenrendite, Cashflow-Bewertung, Cashflow-Entwicklung, Umsatz-Bewertung. Ich lese immer den Geschäftsbericht. Dann geht es um die generellen Perspektiven Coca-Cola und McDonalds müssen gesünder werden. Das ist ein riesiger Trend. Das ist für beide Unternehmen eine große Herausforderung.

In den USA sitzen manchmal Obdachlose einen ganzen Tag mit nur einem Hamburger oder Kaffe in einer McDonalds-Filiale. Trotz der Probleme sind beide Konzerne substanzstark und natürlich einen Blick wert.

@Tino
Stimmt. Es sind im Grunde genommen einfache Regeln zu beachten. Der Privatanleger befolgt sie nie richtig. Er kauft oben statt unten. Dann fehlt die Geduld. Es ist ja so, als ob ich einen Garten frisch anlegen würde. Kaum kommt der erste Spross aus der Erde, schneide ich ihn ab. Zu frühe Ernte.

@Felix
Da bin ich anderer Meinung. Super intelligente Leute sind Leseratten. Das ist einfach so. Schau Dir nur mal an, wie viele Bücher Albert Einstein geschrieben hat. http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_scientific_publications_by_Albert_Einstein

Es gibt zum Thema "Lesen und Intelligenz" Studien, vielleicht manche ich dazu einen Blogeintrag. Mal sehen.

Buffett meint, dass mit den Jahren des Lesens (500 Seiten am Tag) das Wissen förmlich explodiert. Es soll sich um einen Hebel handeln ähnlich wie bei der Zinseszinsformel.

Anmerkung  von  Felix    geschrieben 01.02.2014     
@ Tim
Da hast du mich missverstanden: Ich lese viel (denke ich, aber keine 500 Seiten am Tag - das scheint mir Leselatein zu sein), wohl aber ein Buch im Monat und diverse Finanzzeitungen und natürlich deinen Blog.
Ich habe lediglich auf den obigen Beitrag geantwortet, der suggeriert m.E. Börsenerfolg wäre erzwingbar, wenn man nur genügend Infos aufnähme. Das glaube ich nicht!
That's all.

Anmerkung  von  Der Couponschneider    geschrieben 01.02.2014     
Website couponschneider.blogspot.de

@Felix

In Informationssystemen unterscheidet man zwischen Daten und Informationen. Daten sind schlichte Fakten, Informationen helfen aber, Entscheidungen zu treffen. Das Extrahieren von Informationen aus Daten ist ein interessantes Forschungsgebiet.

Und natürlich hat Tim recht, wenn er schreibt, man müsse viel lesen. Will man solide und gute Entscheidungen treffen, muss man seine persönliche Fähigkeit, Informationen aus Daten zu extrahieren, trainieren. Und man darf sich nicht auf Finanzliteratur beschränken. Das wäre meines Erachtens sogar hinderlich.

Manchmal hilft es sogar, Boulevard-Medien zu konsumieren. Wenn die Hörzu einen Titel mit Aktien macht, dann ist das vielleicht schon das erste Anzeichen einer Blase. Gerald Hörhan beispielsweise nutzt Boulevard-Medien als Kontraindikator.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 02.02.2014     
Bei den Big Playern wie Coke oder McDo ne Unterbewertung als Privatinvestor vor den beruflichen Analysten zu erkennen?

Auch wenn Sie noch so oft daneben liegen oder allgemein immer positiver sein müssen, geht das nach gesundem Menschenverstand nicht! Außer in Phasen kollektiver Übertreibung...

Eine Unterbewertung hat meistens Gründe. Die Frage ist, wie genau man die Wahrscheinlichkeit einschätzen kann, dass diese Gründe auch so eintreten werden...

Die Frage beim Lesen ist, was einem wirklich etwas bringt. Qualität ist bedeutend wichtiger als Quantität. Nur welche sind es genau?

Anmerkung  von  Frank    geschrieben 02.02.2014     
Ich schaue gerne nach Dingen die absolut out sind.
Aktuell Kohleaktien,Versorger.
Was haltet ihr für out?
Frank

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 02.02.2014     
Ganz out = Prokon. ;-)

Emerging Markets, Südeuropa, Bankaktien, Ölaktien, Goldminen...

Wenn ich wählen müsste... emerging markets oder cash-quote aufbauen.

Anmerkung  von  Frank    geschrieben 02.02.2014     
@ markus:
barrick gold habe ich gekauft, royal dutch shell auf meiner wachlist.
dein vorschlag die cash quote anzuheben ist auch mir sehr sympathisch.da allle,wirklich alle von einer inflation sprechen kommt wohl eine feflationäre phase, da wäre cash dann king.

Anmerkung  von  Alexander Moshe    geschrieben 02.02.2014     
Website www.bilder-schuetzen.ch

"Bei den Big Playern wie Coke oder McDo ne Unterbewertung als Privatinvestor vor den beruflichen Analysten zu erkennen?"

Lieber Markus,

Es ist zunächst mal einerseits gar nicht nötig, sowas vor den Profis zu erkennen: Denn auch wenn die Profis schon festgestellt haben, dass was unterbewertet ist, heisst das noch lange nicht, dass es zu spät zum Einsteigen ist.

Zudem sehe ich immer nur, dass Profis höhere Kursziele NACH einem halben Jahr steigender Kurse angeben und umgekehrt, dh die offiziellen Analysten-Meinungen sind eigentlich recht schnell überholt.

So hatte ich Schmolz+Bickenbach gekauft und erst nach mir stieg Viktor Vekselberg ein.

Oder die Kursziele für Swiss Re oder Swiss Life sind lächerlich tief.


Die Profis müssen sich an zu viele Regularien halten, etc.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 03.02.2014     
Emerging Markets... Schuldtitel, "outer" geht nicht!

Da gibt es u.a. 2 CEFs mit Government- und Corporate Bonds;
- EDD (Morgan Stanley Emerging Markets - Non-US/Other-Emerging Market Income) Der enthält über 90% Staatsanleihen aus Brasilien, Türkei, Russland usw.

- EDF (Stone Harbor Emerging Mkts FI - Non-US/Other-Emerging Market Income). Der hält über 50% Staatsanleihen von Venezuela über Südafrika, Türkei usw., und 30% Corp.Bonds.

Die Venezuela-Anleihe USP17625AC16 ist nahe dem Tief von 2011.

Wer nicht an den Untergang dieser Staaten glaubt, der hat mit den Titeln wohl was zu gewinnen. Über 12% Rendite gibt es nach wie vor.

MS (Ich habe EDF)

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 03.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Frank
Langweilige Alltagsprodukte/Dienstleistungen sind out und günstig. Billig sind Fast-Food-Aktien, Reits, IT, China-Aktien, Öl, Versorger, Nuklear, Spin offs, Tabak, Porno-Aktien, Banken, Alkohol, Versicherungen...

Um günstige Branchen zu finden, kannst Du den Spieß umdrehen. Schaue gleichzeitig, was verdammt teuer ist. So kriegst Du ein gutes Gefühl für Stimmungen/Trends.

Teuer sind meiner Meinung nach: Soziale Medien, Wasseraktien, die jüngsten IPOs, Software, Smart Grid, Online-Retailer, Biotechs, Kasino-Aktien, 3D Printing, Cloud Computing (Salesforce.com), Cleantech,

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 03.02.2014     
@Felix, nein automatisch nicht, die Qualität des Gelesenen entscheidet für mich mit darüber und was ich aus den gewonnenen Informationen für meine Anlageentscheidung ableite. Ich kenne das aus meinem beruflichen Umfeld, wo ich meinen Wissensvorteil habe. Dort wähle ich auch ganz gezielt Informationsquellen aus. Das ist m. E. auch ein sehr komplexer Denkprozess, der Leuten wie Buffett spielerisch von der Hand geht.

Der Grund für mich, warum das so geht bei ihm, ist einfach dass er es über ein halbes Jahrhundert intensivst praktiziert hat. Diese immer währende praktische Auseinandersetzung (Wiederholung, Wiederholung,..) ist durch nichts zu ersetzen! Ich sage das so bestimmt, weil ich das aus meinem eigenen beruflichen Umfeld kenne, was überhaupt nichts mit Finanzen zu tun hat. Ich glaube das kann jeder bestätigen, der eine Berufung hat.

Ich kann mir gut vorstellen, wie sich so über Jahrzehnte ein Gesamtverständnis formt, wenn man tausende Geschäftsberichte "zerlegt" hat. An diesem Punkt angekommen macht es sicher einen Heidenspaß die Wissensfragmente intuitiv zusammenzusetzen und als "Orakel" Fragen zu beantworten.

Der "Edge" oder Wissensvorteil ist m. E. so enorm, da Buffett quasi aus einem nahezu unendlichen Wissensfundus schöpfen kann, und Antworten auf Fragen von Studenten oder Journalisten i. d. R. wie aus der Pistole geschossen kommen und dabei so exakt und unumstößlich sind, das Gegenfragen garnicht erst aufkommen.

Wenn ich das mit meiner eigenen Situation vergleiche, so bin ich weit davon entfernt. Es gibt so viele fehlende Wissensbausteine die noch zu sammeln sind. Ich bin davon überzeugt, dass durch dieses intensive Lesen kombiniert mit Praxis langfristig ein Wissensvorteil entsteht, der sich dann auch positiv im Depot niederschlägt.

Ich finde z. B. auch "Security Analysis" ein hervorragendes Buch, wo auch die Denkweise Buffetts immer wieder gut nachvollziehbar ist. Es ist für mich ein aufbauendes Werk zu "Intelligent investieren", da es mehr in die Tiefe geht und trotzdem verständlich bleibt, anekdotenhaft auch Beispiele zur Bewertung von Unternehmen erzählt.

500 Seiten sind für mich auch relativ, abhängig von Formatierung, Layout (Tabelle, Text, Bild,..), vorstellbar ist das schon, wenn man früh nach dem Frühstück in Ohama im Büro beginnt und zum Dinner zu Hause ist. (Ich warte insgeheim noch auf eine gute Verfilmung, vielleicht würde es ja Fincher schaffen..nicht wie das Desaster bei Jobs, Buffett und seinem alter Ego Munger im Duett zuzuhören macht immer wieder Spaß).

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 03.02.2014     
@Tim, ich hatte für meine letzten Investitionen einfach Listen aus Screenern von microcap bis largecap ausgewertet und dabei auf eine Vorfilterung weitgehend verzichtet. Dabei bin ich auch auf die von Dir genannten günstigen Branchen und Einzelunternehmen gestoßen. Das ist zwar relativ zeitintensiv, da hunderte oder sogar tausende Einträge durchgeschaut werden müssen, aber man findet so kleine Schätze, die ggf. bei einer Vorfilterung einfach unter den Tisch fallen würden.

Anmerkung  von  Thomas    geschrieben 03.02.2014     
@Tim

Du liest ja wohl nicht Geschäftsberichte komplett oder? Die sind ja teilweise hunderte von Seiten lang.
Schaust dir nur die Zahlen an oder was ließt du da alles? Ausblick etc?

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 03.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Tino
Ich filtere Aktienspektren nicht vor. Ich schaue mir aber schon an, in welchen Branchen viele Vorschusslorbeeren enthalten sind.

@ Thomas
Ich lese im Geschäftsbericht: Das Grußwort von Vorstand und Chairman (ca. 10 Seiten). Geschäftszweck (20-30 Seiten). Risikobericht (10 Seiten). Ein paar Daten zu G+V, Bilanz, Kapitalflussrechnung.

Anmerkung  von  Thomas    geschrieben 03.02.2014     
@Tim

Alles klar. Gibt's irgendwo eine Finanzseite wo alle Geschäftsbereiche gesammelt haben und einen per email informieren oder so ähnlich wenns es einen neuen Geschäftsbericht einer Firma gibt oder suchst da immer auf der jeweiligen Firmenseite bzw wenn die HV ist!?

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 03.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Thomas
Ich gehe auf die Firmenwebsites. (Dort kann sich jeder bei IR anmelden, um auf dem Laufenden zu bleiben.)

Anmerkung  von  Finanzielle Freiheit mit Dividenden    geschrieben 05.02.2014     
Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/

Deine Empfehlung 500 Seiten pro Tag zu lesen, wird wohl für jeden Tag schwer umsetzbar sein. Vielleicht besser 2 Bücher pro Monat zu lesen und zwar keine Romane, sondern Sachbücher und Ratgeber, oder?

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 14.02.2014     
Website www.timschaefermedia.com

Hier mein Youtube-Kommentar zum obigen Blog-Eintrag:

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Jungmillionär trotz Wirtschaftskrise

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New York, Donnerstag, 30. Januar 2014

Vor fünf Jahren geriet die Welt nahe an den Abgrund. Wir standen kurz vor dem Ausbruch einer Großen Depression. Zum Teil ließ sich das Desaster nicht mehr aufhalten. Massenkündigungen. Massenarbeitslosigkeit. Massenpleiten. Börsenpanik. Durch hanebüchene Kreditvergaben, rücksichtsloses Zocken in den Handelsabteilungen der Banken, absurde Boni und dubiose Ratings geriet die Finanzwelt aus den Fugen.

Dank der Gelddruckerei der Notenbanken, die endlos viel Geld in das toxische Umfeld pumpten, gelang es den westlichen Staaten, das Schlimmste zu verhindern. Noch ist die große Krise nicht völlig ausgestanden. Es mehren sich aber die Zeichen einer Besserung in der westlichen Welt.

Nun kriseln aber die Schwellenländer. In der Türkei, in Argentinien, Brasilien, Indonesien, Indien und Südafrika gibt es Grund zur Sorge. Kaum ist das eine Problem gelöst, kommen schon die nächsten Krisen.

Ich besuchte kürzlich mit anderen Journalisten etliche Großbanken in New York. Ich war bei Goldman Sachs, Bank of America, BlackRock usw. Dort waren die Ökonomen unisono jedes Mal vorsichtig, wenn sie auf die Perspektiven der Schwellenländer angesprochen wurden. Es war eine Einheitsmeinung. Nach dem Motto: „Passe dort auf. Sei umsichtig.“

Ständig was Neues. Die Börse ist natürlich riskant. Nur wer Geduld hat, ist hier in guten Händen. Denn langfristig sind immer Lösungen in Sicht.

Vor dem Hintergrund der Umbrüche und Krisen erstaunt es mich, wie manche es in jungen Jahren schaffen, ein Millionenvermögen anzuhäufen. Brenton Hayden (Foto) ist so einer. Vor dem 30. Geburtstag hatte der Entrepreneur fast 20 Millionen Dollar auf dem Konto. Er entschied sich, in Frührente zu gehen. Das ist echt der Hammer.

Interessant an solchen Stories ist es in die Details des Erfolgs hineinschauen zu können. Die exakten Geldflüsse würden mich schon interessieren. Wo hatte der Jungmillionär Brenton Hayden das Startkapital her? Wie setzte er es ein? Wie gelang ihm das auf dem Höhepunkt der Krise? Es klingt so einfach. Das war es sicher nicht.

Jedenfalls interessieren mich solche Erfolgsstorys mehr, als die Drogen- bzw. Alkohol-Spekulationen über Justin Bieber und Boris Becker.

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Anmerkung  von  Stefan    geschrieben 31.01.2014     
Da sagst du was Tim!

Ich frage mich immer wen diese Scheisse (Entschuldigung!) interessiert was Becker, Bieber, Rihanna usw. machen!? Das ist doch nur noch peinlich. Der Bieber, dieses Bübchen ist einfach viel zu jung zu zuviel Geld gekommen. Nun meint er mit dem Lamborghini und Prostituierten auffallen zu müssen. Vieles ist da auch inszeniert um in den Medien zu bleiben. Z.B. wird dann eine "Hustensaft" Abhängigkeit vorgegaukelt. Hauptsache wieder im Gespräch! Ätzend! Die Leute haben scheinbar kein eigenes Leben und müssen daher die Stars und Sternchen verfolgen.

Bezüglich der Kritik an deinem Blog die letzte Zeit:

ich finde du machst das super! Klar wiederholen sich viele Dinge. Allerdings muss man auch bedenken in welchem zeitlichen Abstand du hier die Beiträge bringst! Da kommt fast täglich einer hinzu. Andere schreiben nur einen pro Woche...MrMoneyMustache zum Beispiel. Den lese ich allerdings auch sehr gerne...(sorry fürs Fremdgehen:-) )

Auch Artikel über dein Leben in New York interessieren mich sehr. Ist für mich ein schönes Kontrast-Programm zu meinem "langweiligen" Leben hier in Mannheim :-)

Im übrigen hätte ich natürlich auch gerne präzise die inneren Werte von diversen Aktien vorgekaut bekommen. Das kann man aber von Tim nicht erwarten;-)

Gruss

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 31.01.2014     
Website www.timschaefermedia.com

Hi Stefan,

Danke für das Lob.

Die Kinderstars tun mir leid. Eigentlich wäre es sinnvoll, wenn die Medien sie in Ruhe lassen würden, wenn sie in Problemen stecken.

Viele Jungstars werden mitunter wegen des öffentlichen Drucks drogenabhängig. Sie haben keine echte Kindheit. Nur Stress. Geld. Auftritte. http://www.beliefnet.com/columnists/thecelebritytherapist/2013/08/child-stars-and-drug-addiction-the-tragic-reality.html

Anmerkung  von  Finanzielle Freiheit - Dividenden Depot    geschrieben 05.02.2014     
Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/

@Tim:
Mag sein das der jetzt in Frührente geht, jedoch in spätestens 5 Jahren wird auch eher sich an Projekte wieder wagen und diese umsetzen. Müßiggang bis zum Lebensende ist doch sehr schwierig umsetzbar. Nur wenn man sich entwickelt, dann stirbt man auch nicht.

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„Das ist unnötig. Das brauchst Du nicht!“

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New York, Dienstag, 28. Januar 2014

Um finanziell sorgenfrei leben zu können, ist weder ein Harvard-Abschluß noch ein Vorstandsjob, noch hoher IQ nötig. Nein, ganz und gar nicht.

Sie brauchen einen gesunden Menschenverstand. Ich hatte mal einen Arbeitskollegen, der teilte die Welt in „nötig“ und „unnötig“ ein. Oft hörte ich ihn sagen: „Das ist unnötig. Das brauchst Du nicht“. Manchmal sagte er über die Arbeit: „Das ist unnötig. Das gehört abgeschafft.“ Es stimmte. Es gab Arbeiten, die waren in der Tat ziemlich sinnlos. Mein Kollege hatte frühzeitig finanziell ausgesorgt gehabt. Er war, glaube ich, 50 Jahre alt und konnte seinen Job an den Nagel hängen. Ist es nicht herrlich, frei darüber entscheiden zu können, ob man in den Vorruhestand geht oder nicht?

Wer mit diesen beiden Begriffen (nötig und unnötig) im Hinterkopf einkaufen geht, legt sich nur zu, was wirklich im Haushalt benötigt wird. Ich denke, der Durchschnittskonsument kauft viel mehr ein, als er braucht. Vollgestopfte Schränke, Kammern, Garagen und Kellerräume sind ein Beleg dafür. Das fängt schon bei Kleinkindern an. Was Eltern für ihre Dreikäsehochs an Spielzeug kaufen, ist manchmal zu viel. Es wandert irgendwann in die Mülltonne.

Das meiste im Leben, was wir geniessen, kostet wenig oder gar nichts. Es ist selten in einem Leben nötig extrem hohe Summen auszugeben.

Es fängt schon beim Autokauf an. Ein gebrauchtes Fahrzeug, das drei Jahre alt ist, fährt auch. Ein gebrauchtes Auto für 10.000 Euro fährt sicher gut, es muss kein Neuwagen für 50.000 Euro sein. Sie können mit bodenständigen Autokäufen nach einigen Jahrzehnten eine gigantische Summe sparen.

Eine kleine Wohnung/Haus kann genügen. Es müssen nicht übermäßig viele Räume vorhanden sein. Die meisten Zimmer bleiben eh leer.

Als Warren Buffetts Tochter Alice ihre Küche erweitern wollte, bat sie Warren um Geld. Sie wollte sich von ihrem superreichen Vati 41.000 Dollar für den Umbau leihen. Buffett sagte sinngemäß: „Ich kann Dir nicht helfen. Schaue, wie Du selbst damit klar kommst.“

Ich halte überspannte Urlaube, häufige Restaurantbesuche, teure Handyverträge für Verschwendung. Konsumelektronik sollte nicht sofort nach der Einführung gekauft werden. Erstens stecken oft Kinderkrankheiten in der neuen Technik und zweitens ist sie zu teuer. Niemand braucht alles sofort. Ich wundere mich über Leute, die 70 Euro für ihr Handy im Monat ausgeben und gleichzeitig nichts übrig zum Sparen haben. Ziemlich unnötig bzw. ungesund ist das Rauchen und der Alkohol – das dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben.

Ich verbrachte mit meiner Familie in Italien in einer kleinen Pension einen herrlichen Urlaub. Dort fragte mein Vater an der Rezeption, wo die Einheimischen ins Restaurant gehen. Gut, das Lokal befand sich nicht direkt am Strand, es lang versteckt am Ortsrand. Dafür war das Essen lecker, die Portion groß, der Preis mini.

Kaufen Sie besser nichts auf Pump. Kredite sollten Sie nach Möglichkeit vermeiden. So viel zum Konsum. Nun zum Investieren.

Sparen Sie regelmässig. Gute Dividendenzahler bilden ein gutes Fundament in Ihrem Depot. Indexfonds bzw. kostengünstige Aktienfonds können eine schöne Ergänzung sein. Vermeiden Sie das Zocken. Selbst Profis fallen mit dem Traden auf Nase.

So verzockte sich Goldman Sachs, als es Gelder des libyschen Staatsfonds verwaltete. 98 Prozent des 1,3 Milliarden Dollar schweren Portfolios waren Anfang 2010 plötzlich weg. Die Goldmänner hatten mit Optionen auf Währungen und sechs Aktien gewettet. Unter den Aktien waren Allianz, Citigroup, UniCredit, Banco Santander, Electricite de France und die italienische Eni. Die libysche Regierung reichte in London eine Schadenersatzklage gegen Goldman ein. Darüber berichteten die US-Medien in epischer Breite.

Dass sich smarte Trader verzocken, kommt immer wieder vor. Denken Sie an Hegefondsmanager Bruno Iksil, der den Spitznamen "Londoner Wal" hatte. Zig Milliarden setzte der Trader bei JP Morgan Chase in den Sand.

Mein Rat: Das finanzielle Polster wächst mit den Jahrzehnten. Den Prozess des Sparens können Sie kaum mit der Spekulation beschleunigen. Das geht meist schief. Wer unbedingt den Nervenkitzel braucht, kann dem Depot ein paar heiße Aktien als kleine Beigabe beimischen. Generell wäre ich jedoch vorsichtig. Zumindest sollten Sie auf eine gute Streuung achten, wenn Sie hohe Risiken eingehen. Sparen Sie besser langsam, sicher, stetig. Nur nichts überstürzen.

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Anmerkung  von  Sebastian    geschrieben 28.01.2014     
Hallo Tim,

Ich lese regelmäßig Deinen Blog und finde Deine Prinzipien ähnlich den meinen. Wenn ich mir allerdings die letzten Einträge anschaue wiederholst Du Dich sehr oft. Ich lese es trotzdem ;-) Allerdings wäre es mal interessanter etwas von Dir über aktuelle Ereignisse zu lesen ( z.B. die Erpressung der FED durch die Märkte die monatlichen Anleihekäufe nicht zu senken, die Abwertung der Schwellenländerwährungen etc.). Oder mal wieder einen schönen Artikel über New York, wie Du dort lebst, nicht wie Du dort sparst... Posts über spezielle Aktien finde ich unnötig, da hat sowieso jeder seinen Stil oder braucht sich nur von den bekannten Valueinvestoren inspirieren zu lassen!

Weiter so!

btw. Ich bin Long mit Reckitt Benkiser, PepsiCo und Fuchs Petrolub. Aktien vom Arbeitgeber zu halten finde ich eh toll.

Viele Grüße

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 29.01.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Sebastian
Danke. Die vorgeschlagenen Themen kommen.

Nach der schweren Finanzkrise sind die Themen Konsum und Sparsamkeit in den USA ein riesiger Trend. Es liegt daran, weil die Arbeitslosigkeit bedrohlicher war in Verbindung mit der hohen Verschuldung der Privathaushalte.

Anmerkung  von  Friedrich    geschrieben 29.01.2014     
@Sebastian
schöne Aktienauswahl, ich nehme an du arbeitest bei Fuchs Petrolub.
Ein tolles Unternehmen und ein gutes Investment.

@Tim
Ich lese Deinen Blog sehr gerne, auch wenn ich findes dass du dich in letzter Zeit zu oft wiederholst mit Deinen Spar-Mantras, den Index-Fonds, Aktiensparen in USA usw.
Schreib doch lieber etwas aktueller.
Gerne auch mal wie du die aktuelle Marktlage einschätzt. Wann für dich Kaufgelegenheiten vorherschen usw.

Vielen DANK
Friedrich

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 29.01.2014     
@Friedrich

Was erwartest Du dir von einer Markteinschätzung von Tim???

Horoskope kann man auch zum Zeitvertreib lesen! Sorry, ich bin direkt, unhöflich oder ehrlich. ;-)

USA ambitioniert, Emerging ein Großteil günstig, Europa ein Großteil günstig (speziell der Süden), Deutschland moderat. Smallcaps und die Dickschiffe mit Marke sind schon moderat bis sehr teuer.
Das beruht auf 10 Jahres-KGV`s...

Ob die langfristigen kgv`s mehr Aussagekraft als die 1-Jahres-Dinger haben? Ich denke ja, aber Garantien gibt niemand.
Es hängt vieles von der zukünftigen Gewinnentwicklung ab. Makroökonomisch gibt es auch sehr brisante Baustellen...

Experten in wirtschaftlichen Dingen liegen extrem häufig daneben.

Wie der Privatanleger mit der Unsicherheit umgeht oder umzugehen lernt ist der interessante Aspekt.




Anmerkung  von  Tino    geschrieben 29.01.2014     
Sammel- und Herdentrieb sind für mich zwei Punkte, die das Sparen erschweren.

Häufig erlebt, günstige Angebote muss ich kaufen, weil jetzt gerade günstig. In der Summe hab ich mehr für's gleiche Geld, aber brauch ich das? Will ich nicht lieber dadurch sparen, anstatt mehr zu haben?

Auf Angebote schauen allein reicht nicht, weil damit der Schein der Steigerung der Lebensqualität entsteht, der auch dazu führen kann, dass man letztlich sogar teurer lebt, als wenn man nur wenige teure Produkte kauft, dafür aber wohl überlegt.

Ich kaufe selbst auch meist Jahre nach der Einführung von Technologie. Die Konsumerfahrung ist dann m. E. wesentlich besser, das Beta-Testing haben die Erstkäufer übernommen. Die Produktpalette ist entschlackt, die besten haben überlebt. Die Auswahl fällt leichter, weil mehr Testberichte und weniger, aber ausgereifte Produkte existieren und die Preise natürlich wesentlich geringer sind. Man kann halt nur nicht mehr mitreden bei den Technikfreaks der ersten Stunde, aber das nehm ich gern in Kauf.

Schon allein der massive Wertverlust direkt nach Kauf eines Neuwagens sollte einem zu denken geben. Das ist wie ein großen Stapel 100Euro-Scheine zerreißen.

Die bewußte Entschleunigung, die Geduld und das Vertrauen über Jahrzehnte an seinen Prinzipien festzuhalten ist m. E. die große Herausforderung die jedem gestellt wird, sei es beim Investieren in Aktien wie auch beim privaten Konsum. Der Aufbau eines Vermögens kann so mühselig und kräftezehrend sein, die Kreditkarte an der Kasse hingeben so einfach und der Rausch des Konsums so großartig.

Anmerkung  von  Ulrich    geschrieben 29.01.2014     
@Tim:

Wie mein Vater schon vor Jahrzehnten immer sagte: nach 5 Jahren fangen beim Auto die Reparaturen an. Und da hat er Recht. Müssen noch gar keine "richtigen" Schäden sein (die kommen dann auch irgendwann), aber der Monster-Kundendienst bei 50.000 oder 60.000 km, die früher oder später abgefahren Reifen etc.

Ein Gebrauchtwagen ist längst nicht so günstig wie du vielleicht glaubst. Tageszulassungen haben nach meiner Erfahrung das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Aber da du kein Auto hast, hast du leicht reden.

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 29.01.2014     
Auch ein Auto mit 10k,20k o. 40k km kann es lange gut tun ohne Reparaturen. Das ist abhängig vom Vorbesitzer, der eigenen zukünftigen Fahrleistung und der Produktqualität allgemein u. a., kann individuell immer ganz anders ausfallen. Bei Tim ist es optimal, seine Fahrleistung = 0km :)

Anmerkung  von  Stefan Müller    geschrieben 29.01.2014     
Neuwagen: Inspektionen durch Vertragswerkstätten zum Horrorpreis, hoher Wertverlust in den ersten drei Jahren (ca. 50% und mehr), dafür Garantie und wenig Verschleißteile, Wunschkonfiguration

Gebrauchtwagen: Inspektion durch Discounter möglich, viel weniger Wertverlust, günstiger Kaufpreis, höhere Kosten durch Verschleißteile-durch günstige Autowerkstätten nicht so teuer wie bei Neuwagen.

Ich kaufe immer nur Autos ab 3 Jahre und bin bestens damit gefahren.

Anmerkung  von  Felix    geschrieben 29.01.2014     
Wenn ich die Zeitung aufschlage, lese ich oft vom Konsumrausch, den manche beispielsweise um Weihnachten herum verfallen. Komisch, ich hatte noch nie in meinem Leben einen Konsumrausch, noch nicht mal einen -schwips.
Mir bereitet Geldausgeben seelische Schmerzen; es tut mir weh, wenn ich mit einer Unterschrift ausgebe (z.B. für einen Autokauf), was ich über Jahre angespart habe. Also mir bereitet auch das Shoppen keinerlei Freude; es muss halt sein (Kleidung, Nahrungsmittel, ...).
Richtig Freude hingegen bereit mir das Geldeinnehmen, nicht das Ausgeben.
Offensichtlich gibt es doch sehr verschiedene Charaktere.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 29.01.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Friedrich
wird gemacht.

@ Ulrich
Ich bin kein Autoexperte. Ich denke, die heutigen Motoren, wenn sie gepfelgt werden (Inspektion, Ölwechsel), laufen sehr lange.

Ich bin der Meinung, es lassen sich über die Nutzung von Gebrauchten (sofern sie solide sind) erhebliche Beträge auf Sicht von 4 Jahrzehnten einsparen. Es geht um Einsparungen, die eventuell sechsstellige Beträge erreichen können.

Buffett liebt Gebrauchtwagen. Der kann das besser durchrechnen.

Anmerkung  von  Martin    geschrieben 29.01.2014     
Website agnostic-investing.blogspot.com

Der Gebrauchtwagen spart auch Vollkasko und Opportunitätskosten auf das gebundene Kapital ein.

Gebrauchtwagenkauf ist allerdings nicht jedermanns Sache, da Wissen und Erfahrung vorhanden sein muss.


Anmerkung  von  Anna    geschrieben 29.01.2014     
Thema: alte Autos
Hallo,
mein Saxo ist am 24.1. siebzehn Jahre geworden und einige Tage vorher ohne Mängel durch den TÜV gekommen. Reparaturen, die bei diesen Autos noch problemlos gemacht werden können (ohne Elektronik u.a.), erledigt mein Ehemann mit seinen "goldenen Händen". (Der Arbeitsmarkt will dieselben ja nicht mehr.)
Ansonsten habe ich da nur die Haftpflicht incl. Schutzbrief drauf.
Bei 1x Volltanken haben wir 'ne Wertverdopplung. Der wird solange gefahren wie er mitmacht. Der ÖPNV ist auf dem Dorf ausgedünnt worden.

Anmerkung  von  Stefan    geschrieben 31.01.2014     
Ich habe auch einen 17 Jahre alten Benz. Hat aber erst 100.000 km auf dem Tacho. Den fahre ich quasi ohne Wertverlust. Hab ich für 1.500 € von einem alten Mann gekauft. Wenn man bedenkt was man bei neueren Autos jedes Jahr an Wert verliert dann kann man davon sehr viele Reparaturen bezahlen! Nur checken das viele nicht weil man den Wertverlust halt nicht so sieht! Bei einem Neuwagen sind schnell über 5.000 € weg.
Bis jetzt hatte ich keine größeren Reparaturen. Wenn die Qualität stimmt kann man schon ein altes Auto fahren. O.k.. Einen Peugot oder Citroen wollte ich mit diesem Alter jetzt auch nicht.

Außerdem hab ich nur eine Haftpflichtversicherung. Vollkasko und Teilkasko spare ich mir...

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 31.01.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Stefan
Ich finde Dein altes Qualitätsauto kultig. Herrlich. Da brauchst Du Dich auch nicht über Kratzer und Dellen ärgern.

Anmerkung  von  Finanzielle Freiheit - Dividenden Depot    geschrieben 05.02.2014     
Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/

Persönlich fahre ich einen 3er BMW der jetzt 12 Jahre alt ist und bin sehr zu frieden und hatte in der ganzen Zeit 2 Reparaturen !! Das gesparte Geld für einen Neuwagen, oder Gebrauchtwagen investiere ich lieber in meinem Dividenden Depot. In naher Zukunft kann ich mir, wenn ich will - jedes Jahr einen neuen gebrauchten Wagen kaufen und zwar von den Dividenden Einnahmen. ;-)

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Blick in die Glaskugel: Vorsicht vor Prognosen und Herden

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New York, Sonntag, 26. Januar 2014

In die Zukunft zu blicken ist schwierig. Verdammt schwierig. Es kommt meist anders, als man denkt. Gehen Sie mal in ihren Gedanken ein paar Jahre zurück. Damals rannte der Goldpreis von einem Hoch zum nächsten. Die Menschen hatten Angst vor der Inflation. Sie kauften Goldmünzen wie im Rausch.

Manch ein „Experte“ warnte vor der Hyperinflation wie zu Weimarer Zeiten. Komisch: Jetzt sorgen sich die Notenbanker eher vor der Deflation als vor der Inflation.

Im Jahr 2012 zählte in den Medien die Elektronikkette „Best Buy“ zu den nächsten Pleitekandidaten. Der Kurs entwickelte sich grauenvoll. Es waren die Sorgen durchaus berechtigt. 2013 drehte plötzlich der Kurs nach oben. Völlig überraschend kam der Turnaround. Die Aktie zählte zu den Top-Werten im S&P-500-Index.

Wer hat geahnt, dass der Iran den Frieden mit dem Westen sucht?

Wer hat geahnt, dass einer der reichsten Menschen der Welt blitzartig mit leeren Taschen dasteht?

Heftig gebeutelte Länder erlebten 2013 einen Börsenaufschwung. Venezuela legte grob um 450 Prozent zu. Island (plus rund 38 Prozent), Griechenland und Irland (jeweils 35 Prozent). Japans Nikkei-Index feierte einen Sprung um mehr als 50 Prozent.

Wer hätte gedacht, dass die USA bei der Staatsverschuldung (im Verhältnis zum Bruttosozialprodukt) das strauchelnde Griechenland überholen können? Wobei ich die Angaben in dem Artikel jetzt nicht überprüft habe.

Was lernen wir aus alledem? Antizyklisch zu denken, kann sich auszahlen. Die erfolgreichsten Anleger laufen entgegengesetzt zur Herde.

Hedgefondsstar John Paulson shortete den Immobilienmarkt, als die Amis wie im Rausch Häuser kauften. Warren Buffett stieg bei American Express ein, als die Kreditkartenfirma von einer Krise heimgesucht wurde und der Kurs in kurzer Zeit um 50 Prozent abgestürzt war. Milliardär David Einhorn kauft im großen Stil Ölaktien in einer Zeit, in der Regenerative Energien in aller Munde sind. Buffett übernahm völlig überraschend eine Eisenbahngesellschaft. Kaum jemand hatte Eisenbahn-Aktien auf dem Radarschirm. Alternative Transportmittel wie Flugzeuge oder Schiffe werden nämlich fortschrittlicher (Emissionen, Sicherheit, Zuverlässigkeit).

Die gängige Meinung ist nicht unbedingt das Gelbe vom Ei.

Was wir noch lernen können: Beobachten wir lange Zeiträume. Ganz lange. Ein Jahrhundert oder so.

Wir sollten vorsichtig sein mit aktuellen Meldungen, mit Krisen, mit Skandalen, mit Gewinnwarnungen. Der Fokus auf kurzfristige Trends kann von langfristigen Entwicklungen ablenken. Medien greifen gerne negative Kurzfrist-Ereignisse auf. Eine Liebesaffäre eines Vorstandschefs. Eine Rückrufaktion. Ein Unfall. Eine Gewinnwarnung. Ja, solche Meldungen können ihre Berechtigung haben. Gleichzeitig sollten Sie als Anleger die langen Trends berücksichtigen.

Fazit: Krisen bieten herrliche Chancen. Auch wenn es die wenigsten glauben.

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Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 26.01.2014     
Kurze Anmerkung zu Venezuela.
Mich wundert, dass es dort überhaupt noch eine Börse als typische "Ausgeburt des Kapitalismus" gibt unter Chavez.
Ich würde jedenfalls keinen Dollar dort investieren, auch wenn ich politisches Verständnis für Venezuela.
Auch die "Hausse" ist eine reine Inflationserscheinung, Ein Zitat von hier: (Krise in Venezuela - So läuft es im real existierenden Sozialismus),

Weil ein Aktienindex mit einem Punktestand im Millionen-Bereich aber selbst dem Börsenbetreiber ein bisschen hoch erschien, wurde am Jahresanfang ein „Split" im Verhältnis 1000 zu eins durchgeführt. Der aktuelle Stand ist heute 2783,71 Punkte. Die Rally ist jedoch nur auf die dramatische Abwertung des venezuelanischen Bolivar zurückzuführen. Er hat 2013 um 73 Prozent gegenüber dem Dollar abgewertet. Letztmalig hat Venezuela kurz vor Weihnachten den Bolivar um 44 Prozent abgewertet.

MS

Anmerkung  von  Felix    geschrieben 26.01.2014     
Insofern war das Jahr 2009 im Nachhinein ein guter Einstiegszeitpunkt (Höhepunkt der Finanzkrise). Seither ging es im Prinzip nur noch bergauf; man konnte kaufen, was man wollte.
Inzwischen ist es schwieriger unterbewertete Aktien zu finden. Eine Branche, die darniederliegt, sind die Energieversorger (zumindest in Deutschland).
Dementsprechend wären jetzt ein klassisches Contrarian Investment eigentlich RWE und E-ON. Was haltet ihr von den beiden? Keiner mag sie, sollte man sie nicht gerade deswegen kaufen?
Wie scheint, sind die regenerativen Energie nicht in der Lage zu wettbewerbsfähigen Preisen ein Industrieland wie Deutschland sicher mit Strom zu versorgen. Nicht nur die Netzstabilität leidet. Die Energiewende wird so wie sich das einige Politiker ausgedacht haben nicht klappen. Möglicherweise profitieren dann am Ende genau die so verschmähten Energie-Dinosaurier davon.

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 26.01.2014     
Hallo Felix,

ich halte EON seit einiger Zeit, noch immer im Minus. Seitdem ich mehr in USA und Canada aktienmäßig unterwegs bin, ärgere ich mich zunehmend. Aber ich will die nicht mit Verlust verkaufen. Kommt auf die Dividende an, auf die man mit Bangen ein Jahr warten muss, ob überhaupt und wie viel.
Ich würde jetzt den iShares STOXX Europe 600 Utilities UCITS ETF (DE) (EXH9) kaufen. Versorger gestreut und auch über 5% Rendite, und vor allem 4x Zahlung im Jahr.

MS

Anmerkung  von  Frank    geschrieben 26.01.2014     
@Felix:

Einen Fonds mit einem so geringen Fondsvermögen von knapp 135.000 Euro würde ich nicht kaufen...

Grüße

Anmerkung  von  Frank    geschrieben 26.01.2014     
Sorry, ich meinte @Matthias.

Anmerkung  von  Roter Franz    geschrieben 26.01.2014     
Das Fondsvermögen laut HJ Bericht zum 31.8.2013 war 107.069.008,92 Euro. Tägliches Handelsvolumen zwischen 400 und 500.T Euro

Anmerkung  von  Alexander Moshe    geschrieben 26.01.2014     
Website www.dealjagd.ch

Hallo,

vielleicht nur knapp On-Topic:
Ein Freund von mir sah heute einen Film über einen Banker. Dabei wurde im Film offenbar die Aussage gemacht, dass Privatanleger zwangsweise verlieren müssten, weil viele Profis auf den nächsten Crash spekulieren, und als Privatanleger sei man quasi in diesem grossen System gefangen.
Zudem sei Börse für Privatanleger wie ein Casino (von den Chancen her).

Für mich ist natürlich klar, dass es nicht so stimmt, denn die Börse steigt langfristig und Privatanleger handeln zu kurzfristig und zu emotinoal (kaufen nach lang gestiegener Börse).
Dh schon in dem man 20 Aktien zufällig auswählt und einfach 20 Jahre wartet hat man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gute Gewinne gemacht.


Jetzt die Frage:
Kennt jemand diesen Film ? (Müsste aktuell im Kino laufen).
Und wie kann man kurz und knapp dieses Argument entkräften?
(Mein Freund wird mir nicht so leicht glauben, dass ich es besser als der Banker weiss, und man als Privatanleger eben sehr wohl gewinnen kann an der Börse).

Ich hoffe, das passt hier rein. :-)

Gruss aus der Schweiz

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 26.01.2014     
@Franz

Die Angabe 134.686 ist in Tausend, also drei Nullen dran. Das ergibt knapp 135 Mio.
Die Umsätze sollten ausreichend sein, z.B.: Xetra ETF. Aber i.d.R. eh über Direkthandel außerbörslich.

Ich habe noch nie Probleme mit iShares bei Flatex gehabt.

MS

Anmerkung  von  Matthias Schneider    geschrieben 26.01.2014     
@Alexander Moshe

Momentan läuft Wolf of Wall Street. Das wird er wohl sein.

MS

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 26.01.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Alexander

Mit Buy and Hold hat ein Anleger eine gute Ausgangsbasis. Die Geduld ist also ein Erfolgsfaktor.

Die Auswahl der Aktien und das Timing kommen hinzu. Aber mit mit ein paar Kniffen, kann jeder diese beiden Hürden umgehen.

1. Ein Anleger kann das Timing umgehen, indem er regelmässig Aktien kauft. Mit dem Gehalt/Bonus usw.

2. Das Stockpicking. Das Stockpicking kann ein Anleger geschickt umgehen: Entweder einen Index wie den S&P 500 kaufen. Oder abgebrüht sein wie John Templeton.

Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, kaufte John Templeton 104 Unternehmen, die allesamt Pennystocks waren. Darunter befanden sich gar 34 Konkursfälle. Sein Motto: "Buy low, sell high". Das Resultat: Fette Gewinne, obwohl ihn seine Freunde für verrückt erklärt hatten.

http://www.templeton.org/sir-john-templeton/life-story
VG

Anmerkung  von  Musti    geschrieben 27.01.2014     
Hm?! Wo steht Best Buy heute?

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 27.01.2014     
@Alexander Moshe, zeig Deinem Freund doch einfach einen Langzeitchart (100 Jahre) vom Dax, Dow Jones, S&P500. Erklär ihm das Prinzip eines Sparplans in einen Index (Gesamtwirtschaft weltweit), steigende Bevölkerungszahlen, immer mehr Konsumenten, oder das Prinzip der Gehirneinpflanzung von Marken wie Coca Cola, Wrigley, Philip Morris. Gibt sicher noch viele gute Beispiele um das zu widerlegen.

Die Opfer von Spekulation sind aus meiner Sicht immer die Kurzfristigen, die Chartgucker, Einsatz auf Kredit finanzieren, Gebühren im zweistelligen Bereich bezahlen und denken besser als Profitrader zu sein. Ich hab den Film noch nicht gesehen, aber zur Unterhaltung wird ja auch gern dramatisiert bzw. eine für das Publikum interessante Gruppe von Kleinanlegern ins Visier genommen, der vor dem Schirm die Hände zusammenschlägt weil seine "Candles" ausgegangen sind.

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 27.01.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Musti
Best Buy ist wieder kräftig runter. Das passiert oft bei diesen Momentum-Aktien. Wenn die ein schwaches Quartal haben, entweicht die Euphorie. Kommt ein gutes Quartal, kann der Schwung in die Aktie zurückkommen. Aber keine Ahnung, ob es sich um ein exzellentes Investment handelt. Ich wollte hier nicht die Best-Buy-Aktie empfehlen. Darum geht es mir nicht. Ich möchte nur auf das Pendel hinweisen: Erst Angst/Panik, dann Euphorie.

Buffett hat die Gabe, substanzstarke Konzerne zu kaufen, wenn die in eine Krise geraten. Buffett hält stets Ausschau nach einem saftigem Discount zum inneren Wert. Beispiele sind Coca-Cola, American Express, Wells Fargo... Als Buffett einstieg, steckten sie in einer (vorübergehenden) Krise.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 27.01.2014     
Welche Garantie gibt den ein Langfristchart über 100 oder 200 Jahre??? ;-)

Natürlich kann man argumentieren, dass der amerikanische Index (für den die meisten Daten vorliegen) zwei Weltkriege und etliche Krisen überstanden hat und auch dementsprechend robust ist...

Aber noch langfristiger gesehen, gibt es in der Menschheitsgeschichte etliche Abstürze von so gut wie allen führenden Imperien...

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 27.01.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Markus

1. Weil der Kapitalismus (mit ausreichender Regulierung) funktioniert.

2. Weil 100 bis 200 Jahre ein Beleg sind.

3. Weil das Leben schöner ist, wenn man ein Optimist ist.

Natürlich sind kritische Gedanken manchmal ok. Insgesamt hilft es einem jedoch, positiv nach vorne zu blicken.

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 27.01.2014     
Ich bleibe Optimist, auch wenn der Kurs einbricht! :)

Anmerkung  von  Stefan    geschrieben 27.01.2014     
Ich glaube schon, dass das Imperium Amerika irgendwann vorübergehen wird. ob wir das noch erleben ist allerdings zweifelhaft. Wahrscheinlich bleiben die USA weitere 50 - 100 Jahre die führende Wirtschaftsnation. Die Entwicklung in manch anderen Staaten geht ja eher rückwärts als vorwärts, siehe Russland...auch China muss erst mal auf das Niveau der Amis kommen. Das dauert Jahrzehnte.

Anmerkung  von  Felix    geschrieben 27.01.2014     
Und das ist ja auch gut so! Die Werte der westlichen Welt sind m.E. immer noch das Beste, was wir auf dieser Welt haben. Und ohne die USA könnten sie kaum gegen die rückständigen Kräfte und diversen Diktaturen vertedtigt werden. Europa, das Abendland, wäre dafür viel zu schwach.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 27.01.2014     
Europa hätte starkes Potential wenn es keine Kleinstaaterei betreiben würde...

Auch wird es oft von Amerika klein und schlecht geredet um von eigenen Problemen abzulenken.

Wenn China`s Wachstumsraten von 9 oder 10 % nachlassen bedeutet dass noch keine Krise! ;-)

Anmerkung  von  Tino Riedel    geschrieben 28.01.2014     
seh ich auch so, obwohl ich die makroökonomischen Effekte nicht wirklich beurteilen kann, Prinzip Kolibri -> Tsunami, oder nicht mal laues Lüftchen, wer weiß..

Anmerkung  von  Matthäus Piksa    geschrieben 29.01.2014     
Website www.welt-im-wandel.net

Ich persönlich sehe mich auch eher im Lager derjenigen, die deflationäre Tendenzen sehen. Die Inflationsrate ist sowohl im Euro-Raum als auch in den USA verdammt niedrig.

Thematisch habe ich mich schon 2011 mit der Inflation beschäftigt. Nachzulesen hier und hier.

Ein europäisches Quantitative Easing könnte dazu führen, dass angeschlagene Länder mit zusätzlichem Kapital versorgt werden und nationale Konjunkturpakete& Infrastrukturprojekte schnüren und damit Arbeitsplätze schaffen.

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Dax, Dow, S&P: Sorgen im Börsenhimmel

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New York, Samstag, 25. Januar 2014

Mensch! Es knirscht im Gebälk. Am Freitag sausten die Weltbörsen in den Keller. In Argentinien und der Türkei mehren sich die Sorgen. Währungskrisen sind im Anmarsch.

Der Dax erlitt am Freitag den größten Tagesverlust seit Juni. Der Index schrumpfte um 2,5 Prozent auf 9.392 Zähler. Der deutsche Wochenverlust immerhin 3,6 Prozent.

Ähnlich mies ist die Stimmung in New York, wo übrigens eine Eiseskälte die Stadt heimgesucht hat. Der Dow plumpste am Freitag um 320 Punkte. Fast zwei Prozent weniger. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf 3,5 Prozent. Es war eine der schlechtesten Wochen seit 2011. Oben sehen Sie in der Illustration den Dow Jones der vergangenen 4 Wochen (Quelle: finanzen.net).

Es genügt eben nicht, in die Wirtschaft endlos Geld zu pumpen. Die Gelddruckerei ist keine Lösung für alle Probleme. Die amerikanische Notenbank FED mag das Problem der Illiquidität gelöst haben, aber nicht alle brenzligen ökonomischen Herausforderungen sind gelöst. Langzeitarbeitslose, Unterbeschäftigte, Geringverdiener – deren Anzahl sinkt nicht wie erhofft.

Es war ja fast zu gut, um wahr zu sein. Voriges Jahr schnellte der S&P-500-Index um 32 Prozent nach oben (einschließlich der Dividende). Im Jahr 2009 waren es plus 26 Prozent, 2010 plus 15 Prozent, 2011 plus zwei Prozent, 2012 plus 16 Prozent. Fünf Jahre in Folge geht es rauf. Ein perfekter Bullenmarkt. Es kam mir vor wie im Garten Eden. Sehen Sie sich hier die Jahreszuwächse an.

Grundsätzlich ist es so: Beben in der Tat die Kurse irgendwann, schlägt die Stunde der Schnäppchenjäger. Krisen sind ein Paradies für Value-Anleger. Kommt es zu einer Krise? Es kann sich „nur“ um eine Korrektur handeln. Was kommt, weiß ich nicht. Ob Krise oder Korrektur - keine Ahnung. Warten wir ab. Jedenfalls nimmt die Nervosität zu.

Mich regt das nicht auf. Im Gegenteil. Ich habe mich daran gewöhnt. Ich bin Langfristanleger. Ich sitze jede Korrektur, jede Krise aus. Kommt es ganz schlimm, kaufe ich nach. Ich schaue Jahrzehnte nach vorne. Und nicht Tage, Wochen oder Monate.

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Anmerkung  von  Felix    geschrieben 25.01.2014     
Mich erstaunen immer Sätze wie diese : "Die Gelddruckerei ist keine Lösung für alle Probleme. Die amerikanische Notenbank FED mag das Problem der Illiquidität gelöst haben – aber nicht alle Herausforderungen sind gelöst. Langzeitarbeitslose, Unterbeschäftigte, Geringverdiener – denen geht es nach wie vor nicht richtig toll."
Gab es auf der Welt je einen Zeitpunkt, wo "alle" Probleme gelöst waren? Ich denke nicht.
Auch Langzeitarbeitslosen, Geringverdienern usw. geht es quasi per Definition "nicht so richtig toll".

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 25.01.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Felix
Danke für den Hinweis. Ich habe die kleine Passage überarbeitet.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 25.01.2014     
So ein lustiger Börsenbrief prognostiziert ja einen extremen Crash Ende Januar...
Er verweist unter anderem auf Aussagen von Icahn und Maschmeyer...

Mal sehen, meistens bekommen die Recht wenn man nur oft genug die Prognose wiederholt...

40 % gegen Norden wären zwar extrem unschön, aber wenn man schon Dotcom und Subprime ausgehalten hat ohne zu verkaufen, dann wird ein langfristiger buy & hold Investor jetzt auch nicht anfangen zu timen.
Aus- und Einstiegszeitpunkte zu planen, wenn man weiß, dass der Zug bis jetzt immer langfrisitg nach oben tuckelt und gleichzeitig ein verpassen der 10 besten Börsentage im Jahr das ganze Anlegerjahr zu nichte machen kann, ist wohl Selbstüberschätzung.

Ich glaube nicht an "Experten". Ich glaube ans "Durchwurschteln" der Menschheit. ;-)

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 26.01.2014     
Website www.timschaefermedia.com

@ Markus

Das sehe ich genauso. Die Menschheit geht zwei Schritte voraus und einen zurück.

Jetzt kommt der Schritt zurück. Der Börsenboom war wohl einen Tick zu schnell.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 26.01.2014     
@Tim

Jetzt kommt der Schritt zurück??? ;-)

Warum so sicher?

Anmerkung  von  Tim    geschrieben 26.01.2014     
Website www.timschaefermedia.com

sicher bin ich nicht. Ich weiß nichts. Gar nichts. Es ist nur ein Gefühl. Ich weiß nur: Diese Woche flogen die Fetzen.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 27.01.2014     
Also wegen den paar Prozent fliegen doch noch keine Fetzen.

2008 hat Faber auch was von fließendem Blut auf der Straße gefaselt...

Stark emotionale Ausdrücke helfen den wenigsten.

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 27.01.2014     
Die Kurve gefällt mir :) mit dem Schlitten ist die Aussicht auf Täler auch besser als auf Berge.

Anmerkung  von  Markos    geschrieben 28.01.2014     
Website finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/

Sehe ich genauso wie Du Tim. Als Langfrisanleger kauft man sich solide Dividendenzahler und lässt diese einfach über Jahrzehnte im Dividenden Depot und wenn es eine Korrektur gibt, dann kauft man neue Anteile der soliden Dividendenzahler nach.

Anmerkung  von  Tino    geschrieben 30.01.2014     
Zitat Börse Online "Bei 9425/30 Punkten bilden die gestrigen Tageshöchstkurse heute eine erste schwache Unterstützung, bei 9345 Zählern folgt das gestrige Tagestief. Die Untergrenze des eingangs erwähnten Kurskorridors bei aktuell rund 9315 Punkten dürfte zusammen mit dem bisherigen Korrekturtief vom Montag bei 9310 Zählern eine stärkere Haltezone darstellen. Bricht der DAX deutlicher ein, ist aber noch nicht alles verloren."

Hallo?! Das ist eine Aneinanderreihung von lächerlichen Wortschöpfungen gepaart mit Kaffeesatzleserei, und der Artikel geht so munter weiter, mit so klar eintretenden Ereignissen hoher Wahrscheinlichkeit, Expertenwarnungen. Was ist am Ende die Information für den geneigten Leser? Wenn der DAX noch deutlicher einbricht, bin ich am Ende, muss mein Depot auflösen, Lebensmittel auf Vorrat kaufen, oh mein Gott!? Haltezonen kenn ich aus der Verkehrsplanung, Tiefs vom Wetterfrosch, ne ne, auf was man alles stößt im www.

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Im Luxusrausch

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New York, Donnerstag, 23. Januar 2014

Oje! Was für ein Angeber.

Der Gouverneur von Virginia, Bob McDonnell, lebte in Saus und Braus. Im Strandhaus eines Unternehmerfreunds verbrachte er den Urlaub mit der Familie. McDonnell bat per Email dringend darum, sich dessen Ferrari ausleihen zu können. Als er am Strand residierte, wollte er eben unbedingt den edlen Sportwagen fahren. Alles kein Problem.

Er nutze den Jet hin und wieder. Er ließ sich eine Rolex-Uhr, eine Louis-Vuitton-Handtasche, iPhones und Oscar-de-la-Renta-Kleidung bezahlen. 120.000 Dollar Cash kassierte der Berufspolitiker nebenbei von seinem Kumpel.

Jonnie Williams, ein lokaler Tabakunternehmer, bezahlte alles, worum ihn der Landesfürst bat. McDonnells Töchter ließen sich Geld für ihre Hochzeiten spendieren. Manchmal half der mächtige Politiker seinem Freund mit Kontakten für dessen strauchelnden Tabakbetrieb. Das war seine Gegenleistung.

Der Staatsanwalt wirft dem Ex-Gouverneur und seiner Gattin Maureen McDonnell nun Korruption vor. Ihnen drohen lange Gefängnisstrafen. Sie können bis zu 30 Jahre hinter Gitter kommen.

Das Politikerehepaar lebte über seine Verhältnisse. Luxusartikel spielten eine wesentliche Rolle in ihrem Leben. Es scheint eine persönliche Unsicherheit zu sein, wenn sich jemand mit diesem ganzen Krimskrams umgibt.

Schon bevor der Gouverneur in sein Amt eingeschworen wurde, bat dessen Frau 2009 den befreundeten Geschäftsmann per Email um Hilfe:

“I need to talk to you about inaugural clothing budget. I need answers and Bob is screaming about the thousands I am charging up in credit card debt. We are broke, have an unconscionable amount in credit card debt already and this Inaugural is killing us!! I need answers and I need help, I need to get this done.”

Es war ein Hilfeschrei an den reichen Kumpel Jonnie Williams. Frei nach dem Motto: „Bitte gebe uns Geld, wir können noch nicht mal neue Kleidung kaufen, weil unsere Konten leergeräumt sind.“

Das zeigt uns: Wohlstand ist relativ. Mir hätte das Salär des Landeschefs sicherlich gereicht. Den meisten Menschen hätte es gereicht. Aber diese Leute schienen so unzufrieden zu sein, so unsicher, dass sie eine Gier entwickelten. Sie glaubten, glücklich mit den Statussymbolen zu werden. Fehlanzeige. Das trieb sie immer tiefer ins Unglück.

Es gibt Menschen, die streben danach, neue Autos zu fahren, feinste Kleidung zu tragen, tolle Konsumelektronik überall im Haus installiert zu haben. Sie ziehen ständig in größere Häuser um.

Kennen Sie noch die Sparkassen-Werbung aus den 1990er Jahren - mit dem Spruch „Mein Haus! Mein Auto! Mein Boot!“?



Die Ansammlung von Luxusobjekten, um Bekannte, Freunde, Kollegen und Nachbarn zu imponieren, ist im Endeffekt ein trauriger Trend in unserer Gesellschaft.

Ich habe Respekt vor Menschen, die bodenständig bleiben. Beeindruckt bin ich zum Beispiel von „Mr. Money Mustache“, der mit seiner Familie den Frühruhestand geniesst. In seinem Blog beschreibt er, wie er mit einem Jahresbudget von 25.000 Dollar seine Familie über die Runden bringt. Diese Leute sind glücklicher als die Gouverneurs-Familie. Zufriedenheit kommt nicht mit dem Geld.

Diese Erfahrung machte auch Wall-Street-Trader Sam Polk. In der „New York Times“ spricht er Klartext. Der junge Profi-Trader beschreibt, wie er immer süchtiger nach Geld wurde, je mehr er verdiente. Trotz der fetten Boni auf dem Konto nahm seine Unzufriedenheit dramatisch zu. Seinen Job hängte er an den Nagel. Er zog nach Kalifornien. Und kümmert sich jetzt um eine Stiftung. Respekt!

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Anmerkung  von  Frank / Berlin    geschrieben 23.01.2014     
Eitelkeit und Protzerei sind wirklich Sünden. Diese Sucht nach Firlefanz.
Ich habe noch nie verstanden, warum ich bei steigendem Einkommen (und mein Einkommen ist in den letzten 10 Jahren deutlich gestiegen) auch mein Leben ändern sollte.
Meine Leidenschaft ist Bücher lesen, sehr preiswert im Vergleich und dümmer wird man auch nicht.


"So gab Diogenes häufig zu bedenken, dass man die wirklich wertvollen Dinge fast umsonst kaufen könne, während man beinahe Wertloses, das heißt Nutzloses, teuer bezahlen müsse. So koste eine Statue mindestens tausend Drachmen, ein Maß Gerstenmehl dagegen nur zwei Kupferstücke."

Quelle: http://www.derblauereiter.de/journal/journal/ausgaben/11-20/geld/leseprobe/

Anmerkung  von  Couponschneider    geschrieben 23.01.2014     
Website couponschneider.blogspot.de

Frank, das habe ich auch nie verstanden. Mein Lebensstandard ändert sich kaum; ich brauche nicht ständig neue Sachen, um zufrieden zu sein. Ich habe zum Jahreswechsel sogar mal meinen Kleiderschrank ausgemistet und selbst Sachen, die noch gut waren, die ich aber fast nie anzog, habe ich dann zum Container gebracht. Bei Kollegen sehe ich auch ständig neue Schuhe an den Füßen. Ich habe ein Paar, was ich im Alltag immer trage. Es sind Lederschuhe und die werden gründlich geputzt. Nächstens sind Schuhspanner eingesetzt.Ein zweites Paar werde ich mir demnächst kaufen, sodass ich meine Schuhe im Wechsel tragen kann. Dann halten die noch länger.

Und Bücher sind auch meine Leidenschaft.

Und ich habe noch meinen Beruf, für den ich brenne und der es erlaubt, dass ich mit intensiv in neue Thematiken einarbeite und meine Kreativität spielen lassen kann. Und wenn ich dann bis Mitternacht geistig darin vertieft bin, fühle ich mich glücklich, ohne auch nur einen Euro ausgegeben zu haben.

Als ich meine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen wollte, kam die Frage nach der Dynamik. Der Vermittler ließ durchblicken: Wegen Gehaltssteigerungen. Das hat mich natürlich nicht überzeugt, da mein Bedarf nicht abhängig ist von meinem Gehalt. Ich sagte: Dynamik ja, aber wegen der Inflation.

Anmerkung  von  Markus    geschrieben 24.01.2014     
Also zu stark an Kleidung zu sparen ist bei gehobenen Job`s aber auch nicht unbedingt sinnvoll.
Es kommt wie immer auf das richtige Maß an.

Anmerkung  von  Mario     geschrieben 24.01.2014     
Hallo,

tolle Luxus Wette gefunden. Allerdings behersche ich die Spielregeln nicht.
Schönes WE!

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/angebot-von-warren-buffett-eine-milliarde-dollar-fuer-richtige-1.1870997