Vollzeit oder Nebenjob: Online-Handel, Schreiner, Gärtner, Dogwalker, IT-Security-Firma. Das Geld liegt auf der Straße


New York, 2. Juni 2018

Chace Hatcher rechts im Bild hat eine Technologie entwickelt, um Fingerabdrücke abzugleichen mit einer Datenbank. Seine Technologie kommt millionenfach in Pakistan und Indien zum Einsatz. Bill Gates investierte in sein Startup namens Diamond Fortress. Ich werde noch ausführlicher über ihn berichten. Er lebt in Birmingham, Alabama.


Sie betreibt eine Schreinerei mit ihrem Gatten in Alabama. Sie hat Kunden nicht nur in der Nachbarschaft, sondern auch in Kalifornien und New York.

Es gibt jede Menge Tipps, wie Du im Internet Geld verdienen kannst. Aber es ist natürlich leichter gesagt, als getan. Hast Du Interesse mehr über das E-Commerce-Geschäft zu erfahren? Es gibt Leute, die bauen sich ein lukratives Zubrot im Internet auf. Mit einem lohnenden Zubrot kannst Du den Weg in die Freiheit schneller schaffen. Aber es gibt keine Garantie. Im Web sind Scharlatane unterwegs, die Dir kostenpflichtige Kurse anbieten. Ob sich solche Ratgeber bezahlt machen? Es hängt vom Einzelfall ab. Grundsätzlich ist eine gehörige Portion Skepsis angebracht.

Ich bin ein Fan der städtischen Bibliothek. Dort gibt es alle gratis. Vom Buch über Filme bis hin zu Zeitungen und Magazine. Es wird trotz der vielen Informationen vermutlich Jahre dauern, um ein gutes Geschäft im Web aufzubauen. Nicht jedes Projekt wird zum Erfolg.

Ich hab hier schönen Traffic im Blog. Aber Geldverdienen – das lohnt sich ehrlich gesagt nicht für mich. Ich sehe es als Hobby. Das Internet-Geschäft mag für die meisten von Euch nicht interessant sein, aber wenn Du an einem Nebenjob interessiert bist, könnte es nützlich sein. Als Unternehmer tätig zu werden, hat etwas Spannendes. Du lernst neue Dinge.

Vielleicht arbeitest Du gar nicht darauf hin, ein E-Commerce-Geschäft zu gründen, aber eines führte zum anderen. Du fängst womöglich mit einem Blog an. Oder einer anderen Idee. Und Du endest wo ganz anders.

Es beginnt mit Deiner Neugierde. Du recherchierst über ein Produkt/Idee. Du wunderst Dich, wer alles Geld an dem Produkt verdient. Du fragst Dich: „Wieviel Gewinn macht der Verkäufer?“ Du suchst nach Großhändlern/Lieferanten. Du erhältst einen guten Großhandelspreis. Und legst los.

Am Anfang werden Dich viele ignorieren. Du wirst unterschätzt. Sie werden sagen: „Meine Güte. So lange Du kein echtes Geschäft hast, bist Du uninteressant. Melde Dich wieder, wenn Du Kunden hast.“ Du versuchst, auf Ebay Dinge zu verkaufen.

Vielleicht findest Du einen Großhändler, der Dich als Anfänger unterstützt. Großhändler wollen zuweilen mit Endkunden nicht umgehen. Also hast Du bald Deinen ersten Lieferanten.

Du machst Testläufe. Du verkaufst 2 oder 3 der Produkte auf Ebay. In den ersten sechs Monaten verkaufst Du für umgerechnet 1.000 Euro Produkte. Es ist hart. Vielleicht schreibst Du alternativ ein eBook. Du bist, was immer Du machst, zufrieden und machst weiter. Du denkst Dir: „Es wird sich für einen schönen Urlaub lohnen.“ Das ist Deine einzige Hoffnung zu diesem Zeitpunkt.

Nun machst Du weiter. Du baust neue Vertriebswege auf. Du verkaufst über Facebook, über eine eigene Website Produkte. Du verdoppelst die Einnahmen. Plötzlich verdienst Du 5.000 Euro pro Jahr. Es wird mehr und mehr. Je mehr Du lernst, desto besser wirst Du.

Mit Deinen Profiten findest Du jemanden, der Dich berät und die E-Commerce-Site größer macht. Du machst zusätzliche Verkäufe. Du beginnst ernsthaft darüber nachzudenken, es zu einem echten Geschäft auszubauen.

Du optimierst die Bezahlung über Kreditkarten. Du achtest auf die Kosten. Du kontaktierst lokale Unternehmen. Du baust ein kleines Vermögen auf. All das erfordert Arbeit. Es ist etwas, was viele nicht tun wollen. Aber es lohnt sich, sich zu bemühen.

Dann beginnst Du den Verkehr/Traffic auf Deiner Website hochzufahren. Du schaltest via Google AdWords-Anzeigen. Du lernst, wie Du via Facebook und Google AdWords effizienter wirbst. Deine monatlichen Werbeausgaben gehen hoch. Aber der Profit wächst schneller.

Du kontaktierst immer mehr Lieferanten. Vielleicht machst Du mit einem Lager einen Deal, das die Bestellungen direkt rausschickt. Je größer Du wirst, desto größer werden die Rabatte, die Du erhältst. Die Versandkosten sinken mit der bestellten Menge. Ein paar Jahre später läuft Dein Geschäft so gut, dass Du Deinen Job aufgibst. Ein Jahr später entscheidest Du Dich, ins Ausland zu ziehen. Du verkaufst Deine Firma für 150.000 Euro. Du benutzt das Geld, um das Depot zu füttern. Du nutzt Dein Wissen für ein neues Projekt. Du bist vielleicht jetzt frei: Du hast im Depot 600.000 Euro.

Voraussetzung ist: Du bist ein Tüftler. Du kennst Dich im Internet aus. Du baust eine E-Commerce-Website. Du fängst an, Dinge im Web zu vertickern. Wenn Du Dich in einem Bereich besonders gut auskennst, kannst Du Dein Wissen zu Geld machen.

Mit der Zeit läuft es immer besser. Dein Nebengeschäft expandiert. Du holst Dir einen Webdesigner, einen AdWords-Berater, einen SEO-Profi. So kannst Du aus einem kleinen Projekt ein großes Ding machen. Ganz klein fing auch Ralph Dommermuth oder Mark Zuckerberg an. Du musst ja kein Milliardär werden. Es genügen Dir vielleicht 1.000 Euro im Monat an Zusatzeinnahmen.

Läuft Dein Internet-Projekt besser, gehst Du im Hauptjob auf Teilzeit. Du genießt Dein Leben mehr. Es kann Spaß machen, ein kleines Projekt zu starten, das wächst und gedeiht. Klar musst Du aufpassen. Nicht jede Selbstständigkeit wird ein Erfolg. Manch einer verbrennt Tausende – in der Hoffnung etwas aufzubauen, was aber im Desaster endet. Daher mein Rat: Pass auf! Investier am Anfang nicht zu hohe Summe. Limitiere Dein Risiko. Halte Dich von bestimmten Dingen fern. Zum Beispiel bin ich kein Fan von Netzwerk-Marketing bzw. Multi-Level-Marketing. Das endet zu oft im Desaster.

Einige Nischen können durchaus lukrativ sein. Denke nach. Probier es aus. Es gibt Leute, die können kleine Holzmöbel wie Couchtische, Spiegel, Stühle aufarbeiten. Manch einer findet auf dem Sperrmöbel alte Stücke und poliert sie auf. Das kannst Du im Internet anbieten. Manch einer importiert Möbel aus Bali oder Thailand, um sie in Deutschland zu vermarkten. Aber Du musst Dich auskennen. Am besten bist Du wohl vor Ort, eben in Bali oder Thailand, wenn Du so ein Geschäft aufziehen willst. Was ist aber mit der Qualität? Das ist ein Knackpunkt. Wer clever ist, findet Wege, um gute Gewinnmargen zu verdienen.

Ich hab in Alabama einige Gründer getroffen. Es war super spannend. Ich hab Familie Leigh und Cliff Spencer getroffen, die eine Schreinerei in Birmingham betreibt. Wenn Bäume in der Region umfallen oder gefällt werden müssen, holt der Betrieb das Holz ab und verarbeitet es zu Möbelstücken. Ich lernte einen Tüftler kennen, der eine Technik entwickelte, um Fingerabdrücke bei der Kontoeröffnung mit einer staatlichen Datenbank abzugleichen. Seine Lösung kommt in Schwellenländern zum Einsatz. Millionen Menschen nutzen das Programm. Bill Gates beteiligte sich über seine Stiftung an dem Senkrechtstarter. Darüber werde ich noch ausführlich hier im Blog berichten. Es ist faszinierend, welche Ideen ehrgeizige Tüftler in die Tat umsetzen.

Hier habe ich Schreinerin Leigh Spencer am Freitag interviewt. Es gibt erstaunlich erfolgreiche Kleinbetriebe:

Ich hab mit Kasey Birdsong gesprochen. Er hat eine App namens „Planet Fundraiser“ entwickelt. Selbst McDonald’s ist Kunde geworden. Immer mehr Großkonzerne stehen auf seiner Kundenliste. Er sprühte vor Begeisterung, als ich ihn traf:

Veganes Essen? Wer sich hier auskennt, warum nicht? Veganismus ist ein Mega-Trend. Es gibt endlose Möglichkeiten. Schmuck? Dieser ist leicht zu bekommen. Das kann was werden, wenn Du es vielleicht über Etsy anbietest. Klar, es ist nicht leicht. Die Konkurrenz lauert an jedem Eck.

Was Absatzchancen angeht, kannst Du Testläufe machen. Erst wenn Nachfrage besteht, investierst Du weiter. Starte vorsichtig. Ob Du konkurrenzfähig bist, wird sich zeigen. Du musst spezielle Werbe-Aktionen/Plattformen und Preise ausprobieren.

Grundsätzlich gilt: Je jünger Du bist, desto mehr Einsparungen sind empfehlenswert. Zu Sparen ist immer wichtig. Aber die eingesparten frühen Euros haben viel mehr Zeit, um ihren Unterhalt (Rendite) zu verdienen. Der Zinseszins kommt richtig in Schwung, wenn das Geld in jungen Jahren investiert wird.

Wer es schafft, 100.000 Euro zu sparen, kann auch 500.000 Euro erreichen. Wer 500.000 Euro im Depot hat, kann es zur 1 Million Euro schaffen. Du musst wissen, wann es genug ist.

Das Verrückte ist: Ist es Dein Ziel 800.000 Euro im Depot zu haben und Du hast die Zielmarke geschafft, wird es Dir schwer fallen, aufzuhören. Es kann sein, dass Dir der Job mehr Spaß macht als vorher. Es fällt Dir leichter. Du hast das Gefühl, schneller Vermögen aufzubauen als jemals zuvor (aufgrund des Zinseszinses). Du kannst jetzt, da Du Dein Zielvermögen zusammen hast, jederzeit aufhören. Aber Du fühlst Dich wie in einem goldenen Käfig. Das Geld sprudelt schneller in Deinem Depot. Du erhöhst die Sparrate. Du hängst noch 3 oder 4 Jahre dran. „Sicher ist sicher“, denkst Du.

Am wichtigsten ist, sich auf die Gegenwart zu konzentrieren. Verschiebe das Sparen nicht auf Morgen. Du hast lieber den Vogel heute in der Hand als die Taube auf dem Dach. Also beispielsweise die 800 Euro Sparsumme im Monat – das ziehst Du durch. In den nächsten 5, 10 oder 15 Jahren wird klar, wohin die Reise geht. Du strengst Dich an.

Was die finanzielle Freiheit Dir an die Hand gibt? Du schlägst den Weg ein, der Dir Spass macht. Du wirst mit der Zeit unabhängiger von der Arbeit. Dein passives Einkommenspotential nimmt zu. Dein zukünftiges Ich hat dank des Finanzpolsters mehr Freiheiten. Du entscheidest später in aller Ruhe, was Du machst.

Was die Ausgaben angeht, ist meine Erfahrung, dass Du auf jeden Fall mehr ausgeben wirst, wenn Du älter wirst. In meinen 20ern und 30ern lebte ich wahrscheinlich von 1.500 Euro Monat (und weniger). In meinen 40ern sind es ungefähr 2.300 Euro, die ich im Monat brauche. Ich möchte es aber im Blick haben. Ich hoffe nicht, dass ich in meinen 50ern 4.000 Euro im Monat verpulvere. Der Schritt zurück ist schwer. Ein Teil meines Anstiegs ist für mehr „Luxusgüter“ (hauptsächlich Reisen, Elektronik, Wohnen, Hobbys). Aber eine Menge davon ist wohl auf Verbesserungen der Wohnlage zurückzuführen. Erst wohnte ich im Elternhaus. Damals betrug meine Sparquote 80 Prozent. Dann lebte ich im Studentenwohnheim und WGs. Vielleicht hilft Dir Dein höheres Einkommen, Deine Sparquote stabil zu halten. Aber die höheren Ansprüche ans Leben sind schon ein Problem.

Eine praktische Empfehlung ist also dieselbe Sparquote beizubehalten, aber Einkommenszuwächse zuzulassen, um zusätzliche Ausgaben zu finanzieren. Noch besser wäre es, wenn Du Deine Ausgaben stabil hältst, selbst wenn Dein Einkommen steigt. Das ist aber nicht leicht. Die Versuchung, mehr zu konsumieren, ist groß. Ich bin früher gerne mit Leute weggegangen, die bodenständig waren. Mir macht es mehr Spass in eine billige Kneipe zu gehen als in einen Edel-Schuppen. Ich fühle mich wohler, wenn ich bodenständig bleibe.

Als ich 20-30 Jahre alte war, war es spassig, Freunde nach der Arbeit zu treffen. Wir backten eine gefrorene Pizza auf. Oder wir machten eine Suppe. Es war super. Selbst das Kochen von Essensreste kann Spass machen. Es geht ja in erster Linie ums Zusammensein.

Werden Deine Freunde älter, haben sie immer weniger Zeit. Millionen Menschen schauen lieber verschiedene TV-Sendungen, als einen Freund zu treffen. Ich weiß, dass viele Menschen erschöpft sind, wenn sie vom Job, den sie hassen, nach Hause kommen. Aber ich glaube wirklich, dass viele meiner Freunde glücklicher wären, wenn sie mehr Zeit mit anderen als mit einem Fernseher verbringen würden.

Meine größte Herausforderung besteht nun darin, Personen zu finden, die daran interessiert sind, Dinge zu tun und Zeit für Aktivitäten / Beziehungen zu haben.

Ich glaube, dass die meisten Menschen starke zwischenmenschliche Beziehungen haben müssen, um sich wohl zu fühlen.

Ich machte mit 15/16 Jahren schon Nebenjobs. Zeitungen austeilen. Marktforschung in Mannheim. Freier Journalist bei einer Lokalzeitung. Schaust Du Dich um, kannst Du lukrative Nebenjobs finden.

Ich war schockiert, als ich erfuhr, was ein Dogwalker in New York verdient. Ich hab von Nachbarskindern gehört, die 25 Euro fürs Rasenmähen kassieren. Wenn sie 4 Nachbarn als Kunde haben, sind das schon 100 Euro. Meine Nachbarin kochte gern edel. Ich war 18 Jahre alt. Ich hatte gerade meinen Führerschein in der Tasche. Sie rief mich ständig an und wollte, dass ich zum Supermarkt fahre, um die Zutaten zu kaufen. Sie gab mir reichlich Trinkgeld für die Einkäufe. Dieser Job ergab sich per Zufall.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein Jugendlicher ein paar Flyer verteilen kann, um das Rasenmähen im Ort anzubieten.

Hast Du zehn Kunden, wären das 250 Euro für eine überschaubare Arbeit. Sind die Gärten größer, kannst Du 30 Euro und mehr verlangen. Ich finde Rasenmähen kann fast meditativ sein. Du kannst Deinen Nebenjob womöglich genießen. Der frühe Vogel fängt den Wurm. Es geht um die Einstellung. Wer sich anstrengt, wird in der Regel belohnt.

Wenn Du mit so einer Einstellung startest, wirst Du es rechtzeitig in die Freiheit schaffen. Der eine baut ein ETF-Depot auf. Der andere setzt auf einzelne Aktien. Dann gibt es Leute, die bauen aggressiv ein Immobilienportfolio auf. Du hast ein Haus in einer Zwangsversteigerungen weit unter Marktwert geschnappt. Du renovierst. Du tilgst die Hypothek schnell.

Vielleicht bringen die Renditeobjekte 2 Dekaden später 2.800 Euro im Monat. Du hast Fixkosten mit Deiner Familie von 2.200 Euro im Monat. Du investierst clever. Eines Tages merkst Du, dass Dein Nettoeinkommen alle Deine Ausgaben übersteigt. Dann macht es klickt.

Dieses Video machte ich am Flughafen in Chicago, als ich auf dem Weg nach Alabama war:


tim schaefer (Author)

drucken


Gedanken zu „Vollzeit oder Nebenjob: Online-Handel, Schreiner, Gärtner, Dogwalker, IT-Security-Firma. Das Geld liegt auf der Straße

  1. Kiev

    Tim, Du hast einen sehr motivierenden Beitrag geschrieben. Vielen Dank dafür. Gerade der erste Teil mit der Selbstständigkeit motiviert enorm und zeigt mir, warum ich Deine Beiträge zur Sparsamkeit immer wieder lese. Mir sind die Themen zur Sparsamkeit fast 100% bekannt, aber Deine Beiträge unterstützen mich bei der Umsetzung. Wenn es in Deinem Stil einen Blog zum Starten eines Unternehmens gäbe, würde ich auch diesen Schritt irgendwann unternehmen. Ein Gewerbe habe ich ja schon angemeldet. Ich könnte sofort loslegen.

    Den Punkt mit den 1000€ finde ich sehr gut. Es ist nicht notwendig ein neues Facebook zu gründen. 500€ oder 1000€ sind schon sehr viel Geld. Die Arbeit als Angestellter wird man so nicht reduzieren, aber man kann einen neuen Sparplan anlegen, der das Vermögen durch diesen Beitrag schnell aufbaut. Auch wenn die Summe klein ist und man sich auf die Einnahmen konzentrieren soll, so hat man auch Vorteile auf der Ausgabenseite. Internet, Telefon, PC, kleiner Arbeitsplatz zu Hause als Pauschale. Viele Kosten können hier abgesetzt werden, die man vorher rein Privat aufgebracht hat. So kann man auch die ausgabenseite reduzieren. Dabei sollte man, aber nie Dinge kaufen, die man nicht braucht, allein um Steuern zu sparen.

    Ich freue mich schon auf die Videos. Die habe ich mir noch nicht angeschaut.

  2. Eigenheim-Joe

    Hallo! Ich habe dein Blog erst jetzt gefunden und bin etwas traurig, dass ich nicht alles umsetzen kann im Moment.

    Wir haben vor 2 Jahren ein Haus gekauft und geben viel Geld dafür aus jeden Monat. Wir verdienen auch gut und der Kaufpreis des Hauses war nur 3 Jahresbruttogehälter, in dieser Hinsicht sind wir auf dem Boden geblieben.

    Meine Frage: Soll ich erst das Haus komplett abbezahlen und dann in Aktien invesiteren oder vielleicht parallel schon mit dem Aktiensparen beginnen?

    Das Haus ist unser Hobby, es ist eine Quelle großer Lebensfreude und wir lieben es immer etwas zu renovieren. Aber natürlich muss man sich immer fragen, ob man nicht lieber schnell die Schulden zurückzahlt.

    In der Finanzbloggerszene ist das eigene Haus ja sehr verpönt, aber ich muss sagen, seit ich ein eigenes Haus habe bin ich sehr zufrieden, es ist ein Bauchgefühl, aber es fühlt sich sehr gut an. Zumindest steht es nicht auf dem platten Land sondern in guter Lage in einer Metropolregion.

  3. Ruben

    Danke für den motivierenden Beitrag!

    Ich habe meinen Nebenjob auf der Arbeit. Ich bekomme 35% Zuschlag für jede extra geleistete Stunde. Arbeit ist fast immer da und mein Standardvertrag sieht nur eine 35 Stundenwoche vor. Alleine durch die zusätzlichen Stunden sind oftmals schon die meisten Hauptausgaben gedeckt und ich kann den Großteil meines eigentlichen Gehalts sparen.

    Ich habe einen Kollegen, der immer mehr Wünsche als Geld hat, doch er ist nicht bereit 1 Minute länger zu arbeiten. Nein, dafür wäre ihm die Zeit zu schade. Dieser Leier muss er wohl auch schon bei anderen Bekannten gebracht haben, da sie ihm auch schon Nebenjobs angeboten haben. Dort würde er allerdings viel weniger als auf der Arbeit bekommen, trotz Befreiung der Sozialversicherung bei einem 450 Euro Job. So oder so ist die Motivation des Kollegen immer nur, direkt noch mehr konsumieren zu können.

    Für einen Nebenjob neben der Haupttätigkeit spricht allerdings eine höhere Abwechslung und eine noch größere Unabhängigkeit vom Hauptjob. Wer weiß, vielleicht wird dann auch der Nebenjob irgendwann zum Hauptjob und zusätzlich wird der Horizont erweitert. Wenn jemand eine gute Idee für eine Selbstständigkeit neben der Arbeit hat, ist das natürlich noch besser.

    Alles Gute,

    Ruben

  4. Thorsten Rohweder

    Sehr schön Tim. Insbesondere die bescheidene Art zu leben. Wir haben als Studenten und heute noch einfaches Essen bevorzugt. Essen gehen ging damals noch. Für 3,50 (DM) ein riesiges mit Schafskäse gefülltes Fladenbrot. Heute undenkbar, alles teuer und selbst gemacht preiswerter. Nach der Euroumstellung haben sich die Preise verdoppelt. Pizza über Nacht von 8 DM auf 8 Euro. Das wars dann. Für den Aktionär bieten die Aktien einen Inflationsschutz. Steigen die Preise, sollten sie Aktienkurse mindestens mit der Inflation steigen. Unternehmen, die weltweit agieren bieten Schutz gegen Währungsverfall. Alles besser als zu viek Cash auf dem Konto. Das verbrennt sich selbst, wenn es zu lange dort liegt.
    @Ruben Mehrarbeit ist der Katalysator, wenn sie denn bezahlt wird. Ich hatte mehrfach Verträge bei denen die Mehrarbeit als mit dem Gehalt abgegolten festgehalten wurde.

  5. Paul

    Ich finde auch, ein sehr schöner Beitrag. Leider alles in Deutschland nicht mehr so einfach möglich. Grund: Die neue Datenschutzverordnung. Aus Angst vor Abmahnanwälten und Strafen schließen viele ihre Blogs oder kleine Internetshops und Hompages. Verkauft wird nur über A… oder e…. und ander große Anbieter. Leider.

  6. Thorsten Rohweder

    Wegen der Sparquote..der größte Posten dürfte bei den Meisten das Wohnen sein. Wir haben mittlerweile Quoten von 30% des Einkommens und mehr.

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article168912703/Wenn-die-Miete-fast-die-Haelfte-des-Einkommens-frisst.html

    Ich kann nur empfehlen eben diesen Posten niedrig zu halten so lange wie es geht.  2 Personen können dauerhaft in 60 qm oder weniger glücklich sein, wenn man nicht nur vor dem Fernseher sitzt und die Wohnung von Krempel befreit. Wer 90 qm für 2 Personen ohne Kinder anmietet und dann 30 qm als Luxus finanzieren muss, der schafft die hohe Sparquote kaum. Der ein oder andere mietet zu viel an, weil er vor den Kollegen mithalten muss wie beim großen Auto vor der Tür ?

    Der Erwerb einer selbst bewohnten Immobilie hat mich vor 20 Jahren schlagartig befreit. Die Tilgung war hoch, der Zins schon damals unter dem historischen Mittel von 6%. Die Tilgung war reine Sparquote, die Zinsbelastung niedriger als die Miete, die reine Ausgabe war und die Sparquote verbrannte.

    Die Höhe der Ausgabe für Wohnen muss zum Gehalt passen, das steht für mich an Stelle 1.

     

     

  7. Zwitsch

    @thorsten rohweder…stimmt 100 %… Ich bin der Meinung „der schlaue wohnt zur Miete „… Eine Immobilie ist für mich keine Geldanlage aufgrund Renovierungskosten etc… Hab selbst eine Immobilie besessen dann ist Ehe gescheitert …So geht’s vielen.. Immobilie dann unter Wert verkauft..wohne jetzt in 90 qm für 750 warm zusammen mit meiner neuen frau..auf dem Land . Das sind 15 % unseres einkommen..dadurch 4 Urlaube im Jahr plus gute Spar quote .. Mein Weg aber alles individuell ..

  8. Thorsten Rohweder

    @Zwitsch Ja, verstehe, ist alles individuell. Bei uns auf dem Land (ab 100 km) ist alles sehr preiswert, aber die Anfahrwege machen alles zunichte. Beispiel Wendland: man kann preiswert kaufen, das Nachbarhaus wurde letztes Jahr für 47.000 Euro verkauft. Es hat ein kleines Grundstück mit 5000 qm (nicht 500). Keine Autobahn, kein Berufsverkehr, Auto obligatorisch. Der nächste Supermarkt ist 20 km entfernt.

    Scheidung ist natürlich heftig, aber nicht der Regelfall mit dem man Immobilien von vornherein  ablehnen sollte. Angenommen  es geht gut, kann man jederzeit vermieten, wenn die Lage stimmt. Dann machen auch Reparaturen keine Probleme. Dar Mieter zahlt das im Übrigen  alles, nur schnallt er es oft nicht, da diese Kosten in der Miete enthalten sind (da gehören sie legal und anständig auch hin). Wie ein Ratenkredit. Mieter zahlen ihr Leben lang einen Konsumkredit auf Wohnen – ohne Tilgung.

  9. Daniel

    @thorsten rohweder…stimmt 100 %… Ich bin der Meinung „der schlaue wohnt zur Miete „… 

    Das kann man so pauschal nicht sagen. Es werden ja hierzulande immer noch sehr viele Immobilien vererbt. Wenn es jetzt nicht eine total zugige Bauruine ist die mit gewaltigen Ausmaßen den Energieverbrauch einer Kleinstadt hat, dann ist das Wohnen in bereits bezahltem Eigentum ziemlich günstig.

    Selbst bei 2000€ Gas und 1500€ Stromkosten + zusätzliche Nebenkosten + 2000€ Rücklagen für Indstandsetzung im Jahr, also sagen wir mal 8000€ im Jahr fährt man günstiger als die meisten Mietwohnungen und hat zudem mehr Wohnfläche.

    Das man etwas erbt ist natürlich pures Glück, aber irgendwie ist es ja auch der Fluch der Deutschen. Da kaum noch jemand baut und viele Mieter sind ist jeder potentieller Mieter auch wohl höchstwahrscheinlich jemand, der kein Immobilien-Eigentum an die nachfolgende Generation vererbt. Genau das ist ja auch die Krux mit dem Wohlstand, denn das wir in Deutschland fast die ärmsten in Europa geworden sind hat auch etwas damit zu tun, dass beispielsweise in Italien, Griechenland und Spanien die Immo-Eigentumsquote signifikant höher liegt.

  10. Freelancer Sebastian

    @ Thorsten

    Doch immer die gleichen Debatten….

    Es möchte sich nicht jeder 350.000€ Schulden aufladen.

    Wir leben annehmbar – genossenschaftlich – zur Miete. Vor zehn Jahren egal, heute ein Traum. Wie schnell könnten wir denn mit 800€ pro Monat den Hauskredit abbezahlen? Mal abgesehen vom Zins, den die Bank einstreicht.

    Das Geld, das nicht an die Bank, sondern ins eigene Aktienportfolio wandert, sollte mit 8% p.a. über 30 Jahre rentieren. Für uns die bessere Alternative.

    Zumal ich aus erster Hand weiß, welche Arbeit Haus und Grundstück machen können. Nichts für uns. Wer gerne Zäune streicht, Rasen mäht und jedes Wochenende im Haus werkelt…… einverstanden. Ich lese lieber ein Buch auf dem Balkon.

    Meine Meinung bleibt. Wer günstig mietet und die Differenz zum alternativen Abbezahlen des Hauskredits samt Zins – bei uns wären das wohl 600€ im Monat – gut diversifiziert in Aktien investiert, hat am Ende mehr vom Geld.

    Ich rede ausdrücklich davon, das eingesparte Geld NICHT zu verkonsumieren, sondern zu investieren.

    Es bleibt Geschmackssache.

  11. Mattoc

    Vielleicht ist ja auch ein Mischding gut:

    Bis man (vielleicht) 50 Jahre alt ist, genau das machen, was Free macht, und wenn man dann langsam sieht, wie die restlichen Jahre im Leben laufen, einen Teil des Depots für eine kleine Wohnung verwenden und die Wohnung ohne Schulden zu machen bezahlen.

    In der heutigen Zeit, in der qualifiziertes Personal bestenfalls ortsunabhängig überall im Einsatz sein muss, kann ich jungen Leuten den Immobilienkauf nicht empfehlen.

  12. Mike

    @Eigenheim-Joe

    „Meine Frage: Soll ich erst das Haus komplett abbezahlen und dann in Aktien invesiteren oder vielleicht parallel schon mit dem Aktiensparen beginnen?“

    Ich würde unbedingt sofort mit Aktiensparen beginnen und nicht erst das Haus komplett abbezahlen, kommt natürlich auf den Zins an aber die sind aktuell ja sehr tief und langfristig wirst Du am Aktienmarkt deutlich mehr verdienen als dich der Hauskredit kostet, von daher lohnt es sich zuerst in den Aktienmarkt zu investieren.

    Ich weiss aber meine Meinung werden nicht alle teilen, aber rein ökonomisch gedacht finde ich dies der bessere Weg.

  13. Daniel

    Ich würde unbedingt sofort mit Aktiensparen beginnen und nicht erst das Haus komplett abbezahlen, kommt natürlich auf den Zins an aber die sind aktuell ja sehr tief und langfristig wirst Du am Aktienmarkt deutlich mehr verdienen als dich der Hauskredit kostet, von daher lohnt es sich zuerst in den Aktienmarkt zu investieren.

    Das kann aber auch komplett nach hinten losgehen. Deutschland bzw. die gesamte EU steuert mit großen Schritten auf eine schwere Krise zu. Die Zahlen und Verhaltensweisen in Italien sind, um es milde zu formulieren, besorgniserregend, die Schulden in Griechenland sind höher denn je. Zank und Streit sind doch inzwischen in der EU an der Tagesordnung, dabei leben wir noch quasi in einer Boom-Phase.

    Sollte es in den nächsten Jahren, und beim Schuldenberg des Hauskaufs reden wir über möglicherweise Jahrzehnte, zu einer mittel bis schwerwiegenden (Währungs-)Krise kommen und möglicherweise zu einer langjährigen Rezession, dann ist der unglücklichste Umstand in einer solchen, der, Schulden zu haben. Denn mitnichten wird bei einer Hyperinflation oder eines Euro Austrittes derjenige glimpflich davonkommen, der auf Pump gelebt hat. Ist noch nie so gewesen, weder bei der Ostmark, noch bei der Reichsmark usw.

    Was viele nicht auf dem Schirm haben ist, dass in solchen Zeiten die Arbeitsplätze massiv gefährdet sind und damit die oftmals einzige Einkommensquelle zur Tilgung der Schulden. Kommt man dieser nicht mehr nach wird das Haus verpfändet und der ganze Aufwand war umsonst. Die abgezahlte Immobilie kann ggf. mit einer Zwangshypothek o.Ä. versehen werden, aber hier ist man in einer deutlich angenehmeren Situation.

    Prio 1 sollte eigentlich stets das Abtragen der Schulden haben. Ich würde diese Regel nur brechen, wenn Kredite derart günstig sind, dass man sie für sich einsetzt während man dennoch das Geld zur sofortigen Tilgung im Hintergrund hätte. Diese Situationen hat man häufig bei Subventionen z.B. im Solarbereich. Aber bei Häusern stehen da andere Summen.

  14. Freelancer Sebastian

    @ Mattoc

    Bist du so vorgegangen? Klingt interessant.

    Tatsächlich haben wir schon überlegt, in 15 Jahren – wenn die Kinder ausgezogen sind – eine kleine Wohnung/Appartement als „Basis“ zu beziehen und diese auch Bar aus dem Portfolio zu finanzieren. Wir werden dann viel reisen.

    Ich will auch gar nicht den Hausbau, -kauf generell verteufeln. Mich nerven nur diese ständigen Theorien, die einen Idealzustand konstruieren, der so in der Realität nie stattfindet.

    Ich kenne aus dem Freundes-, Familienkreis die Praxis. Da wird so finanziert, dass eigentlich jeder Euro ins Haus fließen muss. Wer 20, 25 Jahre abzahlen muss, kann die gleiche Summe noch mal ins Haus stecken, damit am Ende keine Ruine übrig bleibt.

    Dann sollte es auch nicht immer nur um den finanziellen Aspekt gehen. Die Zeit, die man in das Projekt steckt….. Hunderte oder gar tausende Stunden mentale und körperliche Arbeit. Das mag eben nicht jeder.

    Wir sind schuldenfrei und haben ein ansehnliches Portfolio aufgebaut, trotz Teilzeitarbeit und drei Kindern. Vor unserem fünften Lebensjahrzehnt. Das alles trotz Miete. Ich sage sogar, gerade wegen der Miete. Ein Haus wäre für uns das Gegenteil von Freiheit.

    Vielleicht sind die Ansprüche heute auch zu groß. Mein Vater hat noch in den 60ern mit Eltern und Schwester in einem Zimmer gelebt, bis nach der Rückkehr aus dem Ausland das selbstgebaute Haus fertig war. Gemault wurde da nicht.

  15. Jan

    Man schuldet niemandem etwas. Das wusste schon meine Urgroßmutter.

    Schulden sind das Gegenteil von Freiheit. Sie sind Abhängigkeit und Risiko.

    Ich verzichte vielleicht auf den ein oder anderen Euro der per Kredithebel (und nichts anderes ist das) möglich gewesen wäre? Kann sein. Mir egal.

    Wenn wir schon dabei sind: Tim, schau mal wie Haribo schuldentechnisch aufgestellt ist. Dem Gründer Hans Riegel wollte damals die Bank die Zuckersäcke pfänden. Seitdem nimmt Haribo keine Schulden auf. Kategorisch. Eine beeindruckende Firmengeschichte. Davon kann man auch lernen was es bedeutet sich in Abhängigkeit zu begeben.

     

    Schöne Grüße von Rock im Park

    Jan

  16. Mike

    @Daniel

    Die meisten wo Schulden haben und sich nur eines im Kopf haben „Schulden abtragen Schulden abtragen…“ haben es leider nie geschafft. Konsumschulden sehe ich es ähnlich wie Du, aber wenn eine Immobilie zu 1% finanziert ist, dann würde ich nicht prioritär die abbezahlen zulasten sich ein Depot aufzubauen.

    Ich sehe das langfristig, wer z.B. eine 10jährige Hypothek zu 1% ergattern konnte, der kann auch einen Crash gut durchhalten und fährt langfristig besser, wenn er in den Aktienmarkt investiert und sich dann später erst die Schulden tilgt.

    Wer natürlich an den totalen Kollaps denkt und dass Aktien langfristig nicht mehr die beste Anlageklasse sind, der muss anders vorgehen. Für mich spricht nichts dagegen, Italienkrisen kommen und gehen wie immer, aber langfristig wird es zumindest die nächsten 50 Jahre weiter aufwärts gehen davon bin ich überzeugt.

    Ich kenne viele die seit der letzten Finanzkrise extrem ängstlich unterwegs sind, sie haben sehr viel verloren oder potentielle Rendite verpasst. Gerade in Deutschland sind die Anleger immer extrem ängstlich, kurzfristig kann man das sein, aber langfristig sollte man keine Angst haben, sonst besser nicht in Aktien investieren.

  17. Zwitsch

    Man kann alles beantworten worten mit ‚alles Geschmackssache „… Dann könnte man diesen Block auch alles Geschmackssache nennen und beenden … Denke es gibt schlaue und etwas weniger schlaue ..

     

  18. Hendrik

    @Jan Oh man beim Rock im Park wäre ich jetzt auch gerne…

    Dieses Jahr kann ich leider auf kein einziges Festival, da ich für ein Praktikum ein paar Monate in Korea bin 😀 Aber naja wenn man die inflationär steigenden Preise von den Festivals sich anschaut, bin ich wohl doch ganz froh dieses Jahr wegzubleiben.

  19. Fit und Gesund

    @Tim,

    guter Artikel, nur für den Nebenjob bin ich definitiv zu alt *lach*, hier geht es eher in die andere Richtung. Auch wäre ich ungeeignet für irgendwelche Handelsaktivitäten, bin schon froh wenn ich nun ein bisschen von meinen gefühlten 3 Tonnen Schmuck mühseligst verkaufen kann, was ich mir vorstellen könnte wäre eine Katzenferienpension wenn die Meinen mal ausgestorben sind, das würde mir sogar Spass machen.

    @All

    mit dem Eigenheim das ist wohl wirklich nicht so einfach zu beantworten, und ja, es ist Geschmackssache, Jeder tickt anders, aber am Ende muss ICH persönlich mich wohlfühlen und ruhig schlafen können. vor über 20 Jahren habe ich eine für mich enorm teure ETW in der CH gekauft, die Hypozinsen beliefen sich in der Spitze auf über 6%, die Bank hat ja gesagt dazu, ich hatte ja was gespart um die erforderlichen 20% Eigenkapital einschiessen zu können.

    Ich habe am Anfang echt Angst gehabt und getilgt wie ein Weltmeister, eine Zwangssparsau sozusagen, sobald der Hypothekarvertrag ausläuft zahle ich die Wohnung ab, das Geld ist da, aber der Vertrag läuft leider noch, auch wenn man mir eine Hypothek für 0.1 % bieten würde, NIEMALS, die Hypothek muss weg, auch wenn ich steuerlich dann ungünstiger fahre, mir egal, ruhig schlafen zu können hat immer Priorität, besonders wenn man älter wird. Man fühlt sich freier.

    Abbezahlt lässt sich die Wohnung auch besser verkaufen, die Wohnung ist im Dachgeschoss ohne Lift, könnte wenn es dumm läuft mal später zu meinem Nachteil sein, sollte ich was Kleineres ebenerdig oder mit Lift finden, wäre es schön, aber 2Zi-Wohnungen gibt es hier praktisch nicht, oder aber neu, riesig und unbezahlbar.

    Man wird sehen, unverhofft kommt oft, im Guten wie im Schlechten.

    Schönes WE, geniesst die Sonne!

  20. Albr

    Ich habe meine Wohnung in Frankfurt vor knapp 10 Jahre gekauft und das war eine sehr gute Entscheidung ?

    mietfrei, kein Ärger mit Vermieter oder Kündigung wegen „Eigenbedarf“, Mieterhöhungen oder anderes, nebenbei ist die Wohnung heute mehr als doppelt soviel wert wie vor 10 Jahren 😉

    finanziell frei und leben in der eigenen schuldenfreien Wohnung; was will ich noch mehr…

    meine Frau und ich können allen Hobbys wie reisen, Kultur, kochen/Grillen (mit guten Zutaten), ausgehen etc. wunderbar nachkommen…

    auf eine Mietwohnung hätte ich keine lust mehr !

  21. Fit und Gesund

    @Albr

    das mit dem „Eigenbedarf“ kommt noch hinzu, besonders wenn man älter ist, war ja auch bei Tim’s Rentnern der Fall die dann nach Bulgarien „auswandern“ mussten, wobei… meines Erachtens „muss“ Niemand nach Bulgarien auswandern, man findet sicher in D auch eine Bleibe, nur evtl. weniger gross oder komfortabel, ist wohl Ansichtssache.

  22. Slazenger

    @Albr

    du sprichst mir aus der Seele Albr, ganuso so sehe ich das auch, ich komme aus dem Großraum Stuttgart, und erlebe im Bekanntenkreis immer öfters wie emorm schwierig es ist eine (passende) Mietwohnung zu finden. Das brauch ich im Alter definitiv nicht mehr. Unsere Hütte ist abbezahlt und das Depot einigermaßen gut bestückt, was will man mehr!

    Miete oder Kauf wurde hier oft kontrovers diskutiert, das kann jeder gerne machen wie er will, aber wenn man wie ich im Süden lebt, da ist es echt schwierig eine passende bezahlbare Mietwhg.zu finden! Und das wird nicht besser! Und darauf hätte ich als Rentner keine Lust mehr!

    Nice Weekend

  23. Der HSV steigt endlich ab

    Wir haben ebenfalls eine abbezahlte Wohnung in einer Großstadt. Um Vergleichbares zu mieten, müssten wir ca. 2.500 Euro pro Monat zahlen.

  24. A.

    Wir haben am Anfang vor 5 Jahren doch so finanziert das es knapp war. Das war dumm bzw naiv da ich eine Beförderung eingeplant hatte.
    Zum Glück habe ich diese mit Glück und Fleiß bekommen und auch meine Frau hat mittlerweile einen unbefristeten Job in Teilzeit wegen unserer Tochter.
    Ja das Haus macht Arbeit und es nervt mich auch gewaltig. Gleichzeitig bietet es extrem viel Lebensqualität.  Jedoch bleibt die Rate in den nächsten zehn Jahren gleich, keine Mieterhöhung, muss halt ab und zu für Instandhaltung extra Geld zahlen. Fazit, Haus ist teuer, aber Lebensqualität steigt trotzdem, ein Verkauf geht zur Not auch wenn man keine Lust mehr hat. Mietwohnungen muss man auch erstmal finden die gefällt und mittlerweile sind die Mieten auch gestiegen.

    Wir können mittlerweile 1000 Euro sparen im Monat ohne größere Probleme, wenn die Kleine aus dem Kindergarten ist, dann noch mehr. Alle weiteren Steigerungen des Gehalts werden zum Sondertilgen genutzt. Für ein Haus braucht man viel Geld in der Hinterhand. Dann geht’s.

    So wie es im Moment aussieht können wir in 5 Jahren sogar günstiger finanzieren und den aktuellen Vertrag kündigen wegen den noch niedrigeren Zinsen und dann einer kleineren Restschuld. Dadurch wird die Tilgung steigen. So kann es auch gehen.

  25. Thorsten Rohweder

    @Freelancer die genossenschaftliche Wohnung ist aus meiner Sicht die einzige Alternative zu Eigentum, da sie aber in den meisten Städten nicht verfügbar ist betrachte ich sie meistens nicht. Der Regelfall ist die kommerziell oder privat vermietete Immobilie.

    Die Hütte, die ich bewohne und die Wohnung,  die ich vorher besaß könnte ich mir heute zur Miete gar nicht mehr leisten. Kaufen, abzahlen, mietfrei wohnen, im Alter mit Gewinn verkaufen ist für mich an Stelle 1. Kann nicht jeder, aber das sollte klar sein.

  26. Albr

    Ich würde mal schätzen, das die Wohnung, in der ich wohne und Lage in Frankfurt mind. 2TEur p.m. kalt kostet zzgl. regelmäßige Mietsteigerung…

    mieten, das brauch ich beim besten Willen nicht mehr…

    ein Haus ist Geschmacksache… das ist mir Zuviel Arbeit, aber wem es Spaß macht, warum nicht…

    ich habe immer maximal für 2 Jahre finanziert, dadurch zahle ich momentan einen Kreditzins von knapp 1%, kann nach 2 Jahren teilweise /ganz tilgen (was ich nächstes Jahr tue, denn die Zinsen steigen wieder)…

    ich gehe jetzt mal auf einer meiner zwei Terrasse Grillen 😉

     

     

  27. June

    Hallo zusammen,

    Mieten oder Kaufen, die Frage kann man m.E. nicht pauschal beantworten. Es kommt immer darauf an:
    Zum einen auf die individuelle Situation
    Zum anderen auf dem Markt
    Und darauf wie diszipliniert ich an einen Immobilienkauf herangehe.

    Ab einem bestimmten Alter hat eine eigene Immobilie einen unbestreitbaren Charm, man ist unkündbar. Auch für Familien mit Kindern oder Besitzen von Tieren kann es von Vorteil sein, eine Immobilie zu kaufen, so sind viele Vermieter leider nicht besonders Kinder- und/oder Tierfreundlich eingestellt.

    Je nach Angebot und Lage kann es im Moment günstiger sein zu kaufen oder auch zu Mieten. Man muss sich das genau ausrechnen und vor allem nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Zum Beispiel, möchte ich eine 70er Jahre Wohnung mieten, muss man diese mit eine ähnlich alten und ausgestatteten Wohnung zum Kauf vergleichen. Das coole 150 qm Penthaus wäre als Vergleichsobjekt hier sehr unglücklich gewählt und umgekehrt.

    Wir haben unsere Wohnung gekauft, da es hier einfach nichts vergleichbares zum ähnlichen Preis als Mietwohnung gab. Haben dann Abstriche bei der Größe der Wohnung gemacht und sind rundum glücklich, unter anderem auch weil hier die Kaufpreise in den letzten 5 Jahren stark angestiegen sind.

    Leider tendieren die meisten Menschen beim Kauf einer Immobilie dazu alles perfekt haben zu wollen. Man kauft ja nur einmal. Damit explodiert der Kaufpreis aber gewaltig. Außerdem kauft sie meist zu groß. Und man muss sich überlegen, wenn mir als Mieter eine Wohnung reicht, reicht mir diese nicht auch als Immobilienbesitzer?

    Bei Mietern sehe ich ähnliche Tendenzen, man möchte möglichst viele Quadratmeter möglichst luxuriös mieten. Das kann aber schnell sehr teuer werden. Viele mieten einfach den Raum um ihren ungenutzten Krempel unterzubringen.

    Heute ist Wohnen Lifestyle. Wo und wie man wohnt grenzt ein Individuum vom anderen ab und ersetzt zunehmend das Auto als Vorzeige- und Angabeobjekt.
    Der Vermieter muss also investieren um seine Wohnung gut vermieten zu können und diese Investitionen in wertige Ausstattung verteuern das Wohne für den Mieter. Hat man eine 100 qm Wohnung in einer guten Wohnlage mit 60er oder 70er Jahre Bad interessiert sich trotz günstiger Miete nur ein Mietklientel das man als Vermieter unter keinen Umständen haben möchte. Eine Badrenovierung macht eine Wohnung aber sofort mindestens 100 – 150 € pro Monat teurer und meist kommen noch weitere Wünsche der Mieter hinzu. Laminat, Einbauküche, Gäste WC sind nur einige Beispiele.

    Meine Großeltern haben in den 50er Jahren gebaut und dann wegen dem großen Wohnungsmangel nach dem Krieg mit 7 Personen auf ca. 110 qm gewohnt. Da Bäder unbezahlbar waren hatte man ursprünglich nur ein Gäste-WC eingebaut und erst Jahre später das Badezimmer. Heute undenkbar. Inzwischen gehört das Haus meinem Vater und ich vermiete es für ihn. Das Haus hat jetzt ein kleines modernes Badezimmer und es wohnt ein Paar darin. Wir hätten gerne an eine Familie vermietet, aber da war das Haus entweder zu klein, bzw. der Garten zu groß. Oder wir hatten Bedenken, dass das Einkommen nicht ausreichen könnte. Auch wenn wir in diesem Fall günstig vermieten, so ein Haus hat eine Menge Nebenkosten.

    @ Eigenheim-Joe,
    Ich würde eine Mittelweg wählen. Kredit abzahlen mit Sondertilgungen und auch schon in ETF’s investieren. Ich mache das folgendermaßen: mein Ziel ist es in spätestens 10 Jahren keinen Kredit mehr für unsere Wohnung zahlen zu müssen. Das bedeutet wir müssen im Moment die Sondertilgung zu ca. 65% ausnutzen. Nur Geld das darüberhinaus zur Verfügung steht kann an die Börse. Der Anschlusskredit zahlt dann ohne Sondertilgung die restliche Kreditschuld ab. Uns war es sehr wichtig bei der Finanzierung so zu rechnen das auch ein Einkommen im Notfall für die Finanzierung ausreicht.

    Take care,

    June

  28. Andrea

    Wir haben unsere Wohnung erst abbezahlt, bevor wir ins Aktien investiert haben. Genauer gesagt hatten wir schon damals ein paar Tausend Euro in Aktien investiert, die wir dann verkauft haben. Es ist eine schwierige Entscheidung, aber wir haben uns so wohler gefühlt. Wir haben alle Sondertilgungen ausgereizt, so dass wir die Wohnung schnell abgezahlt hatten (innerhalb von 10 1/2 Jahren).

    Ob man eine eigene Wohnung / eigenes Haus hat oder lieber zur Miete wohnt, ist meines Erachten eine Lifestyle-Entscheidung. Eine Wohnung mit einem schönen Terracottaboden, wie wir ihn haben, hätten wir bestimmt nicht zur Miete gefunden. Das Mieten hat allerdings durchaus auch seine Vorzüge, vielleicht verkaufen wir die Wohnung ja im Alter und ziehen dann in eine kleine Mietwohnung? Alles Geld von vorneherein in Aktien zu stecken und gar nicht erst zu kaufen, ist auch okay.

    Tim, ein paar gute Vorschläge für Nebenjobs, Rasenmähen scheint mir kein dauerhaft solides Geschäftsmodell mehr zu sein, jetzt wo es die kleinen Rasenmäherroboter gibt.

  29. June

    @Andrea,

    wie ihr das gemacht habt, so war mein ursprünglicher Plan. Leider passt es bei uns mit der Schlußtilgung nicht das wären knapp unter 50 k €. Vor 5 Jahren war mir das Zuviel zum zusätzlich ansparen.  Ich habe errechnet, dass unser Anschlusskredit mindestens 50 k € haben muss um dann auch eine kostengünstige Folgefinanzierung zu bekommen. So sind wir jetzt bei einer Sondertilgung von ca. 65 – 70 % p.a. gelandet. Die ersten Jahre haben wir die Sondertilgung auch voll ausgenutzt. Und ich hatte den Zinseszins Effekt unterschätzt. Sollten wir aber den Plan nicht einhalten und zu viel Sondertilgen schreckt mich das jetzt auch nicht mehr. Dann zahlen wir eben höhere Zinsen. Die Bank wird obwohl sie das nicht gerne macht uns auch einen kleineren Anschlusskredit zur Verfügung stellen.

    Diese Erkentniss musste erst in mir wachsen.

    Take care,

    June

  30. Kiev

    @ Eigenheim vs Miete

    Ich sehe hier oft den Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Falls man zu zweit als Beispiel eine 60qm Wohnung bewohnt zahlt man bei 10€/qm 600€ im Monat oder 7200€ im Jahr. Bei 4% Rendite sollte diese Wohnung knapp 150k€ kosten. Eine 80% Finanzierung hat oft gute Konditionen. Man muss somit 120k€ finanzieren und dafür inkl. Kaufnebenkosten 45k€ auf den Tisch legen. Nehmen wir 1% als Zinsen fürcdas Darlehen an. Es fallen somit 1200€ im Jahr oder 100€ im Monat als erste Zinszahlung an. Bei einem Annuitätsdarlehen verringert sich dieser Betrag entsprechend der Tilgung bereits ab dem nächsten Monat. Bei einer ETW gibt es aber Rücklagen und auch Verwaltungskosten. Ich kenne mich hier nicht so genau aus wie andere, aber 200€ sollten bei dem Beispiel wohl genügen. Somit spart man 300€ gegenüber der Miete ein. Wenn man diese als Tilgung verwendet so spart man ohne Zinseszins in 10 Jahren bereits 36k€. 10 Jahre ist ein guter Zeitraum für ein Darlehen. So liegt die Restschuld bei vermutlich etwas unter 90k€. Das ist doch ein guter Wert, oder nicht?

    Natürlich hätte man mit dem Eigenkapital von 45k€ auch in der Zwischenzeit Rendite erwirtschaften können. Das muss man einfach mal gegen rechnen. Vielleicht ist man risikoavers und nutzt Sondertilgung in den ersten 10 Jahren so gut es geht. Inflation und eine niedrigere Restschuld relativieren den Stand in 10 Jahren. Man kann die Refinanzierung dann anpassen. Sie hängt ja auch von dem Leitzins ab. Vielleicht lässt man die Tilgung dann langsamer wirken und investiert das Geld an der Börse. Ich würde auch nicht mit 8% Rendite an der Börse rechnen. Die letzten 10 Jahre war die Rendite an der Börse noch höher, aber so schön das klingt. Es wird sich früher oder später zum Mittel angleichen. Vielleicht gibt es ja auch eine längere Durststrecke. Erst wenn ich mich mit der offenen Schuld sicher fühle oder hohe Überschüsse trotz maximaler Sondertilgung hätte würde ich anfangen verstärkt in Aktien zu investieren. Bei einer Korrektur oder gar Crash kann man ja vielleicht etwas intensiver in Aktien investieren. Aber erst wenn man selbst gut abgesichert ist und sich wohl fühlt. Ansonsten ist man durch die Schulden zittriger als schuldenfreie Investoren. Das sollte man im Hinterkopf behalten.

  31. Neuling

    So mache ich das auch mit dem Nebenjob. Es ist leider ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis und keine Selbstständigkeit. Dementsprechend verdiene ich mit Zuschlägen damit auch „nur“ rund 500€ zusätzlich.

    Wie lange ich das noch mache, weiß ich nicht. Es ist schön mehr Geld zu haben und damit das Depot noch schneller zum wachsen zu bringen. Gerade am Anfang, an dem ich mich gerade befinde, habe ich mir vorgenommen so viel wie möglich reinzustecken, damit man bereits eine nette Summe aufbauen kann. Dennoch merke ich, dass es bereits etwas an mir zerrt. Man hat einfach weniger Zeit für andere Dinge. Ich mach diesen Nebenjob seit  4,5 Jahren. Damals habe ich zusammen mit dem Studium damit angefangen. Jetzt bin ich bereits seit einiger Zeit fertig und mache ihn immer noch. Das hätte ich damals so auch nicht gedacht/erwartet. Ich hab mir mal die Mühe gemacht und nachgerechnet, was ich in dieser Zeitspanne durch den Nebenjob verdient habe. Das sind bis zum heutigen Tage in Summe 25.350€. Mein Depot ist nur minimal größer. Hätte ich den Nebenjob nicht gehabt, wäre mein Depot jetzt rein rechnerisch fast auf 0€. Wobei ich damals mein Geld auch teilweise unsinnig verprasst habe und das sowieso nur eine Milchmädchenrechnung ist, dennoch finde ich das beeindruckend sich die Zahlen vor Augen zu führen.

  32. Eric

    Dass dich der Erwerb einer selbstbewohnten Immobilie vor 20 Jahren befreit hat mag ja stimmen. Aber die Aussage „Mieter zahlen ihr Leben lang einen Konsumkredit auf Wohnen – ohne Tilgung.“ ist ein absurder Vergleich. Der Kanckpunkt ist doch die fehlende Flexibilität bei selbstgenutzem Wohneigentum. In einer statischen Welt könnte man sich das alles schön rechnen.

    Bin seit 1989 etwa sieben mal umgezogen innerhalb der Stadt, von 7mm Zimmer ohne Kinder bis jetzt 140 mm Etagenwohnung mit Frau und vier Kindern. Die 7mm Bude hatte damals ganze 10 DM pro MONAT gekostet. Habe auch keine historischen 6 Prozent Zinsen gezahlt und auch nicht jedesmal die unverschämte Blindleistung abgedrückt, die allein durch die Nebenkosten (Grunderwerb, Notar, evt. Makler) entstünden.

     

  33. Oliver

    Ich denke, kaufen oder mieten lässt sich nicht so eindeutig beantworten. Ich habe mich für das mieten entschieden, weil ich keine Lust auf Gartenarbeit oder den ganzen Administrationskram habe. Dafür bin ich aber aussen vor bei Wertsteigerungen einer Wohnung und es ist in der Tat nicht leichter geworden, eine neue Mietwohnung zu finden. Alles hat seine Vor- und Nachteile.

    Im Grunde habe ich mich schon bei meiner Ausbildung zum Bankkaufmann (örtliche Sparkasse) dagegen entschieden. Das kuriose damals war, dass die ganzen Frauen schon Baufinanzierungen mit ihrem Freund geplant hatten und einige das in dem Alter rigoros durchgezogen haben. Ich fand das wirklich mutig, ich selber hatte mit 20 nicht die Eier dazu. Andererseits war ich 2 Wochen in der Immoabteilung und vielleicht habe ich auch nur den falschen Zeitraum erwischt, aber dort habe ich einige Dramen miterlebt. Ein Ehepaar, was mitten in der Pampa ein Riesenhaus hingestellt hatte, das Geld für nichts gereicht hat und wo es absehbar war, dass es in einem finanziellen Desaster ended. Was sehr gerne ausgeblendet wird: Nicht wenige Finanzierungen gehen schief. Damals mussten die Leute wegen dem Zinssatz noch disziplinierter sein, aber heute sagen sich doch viele, dass es kaum Zinsen koste und man deshalb die größere Variante nehmen kann. Die Baugesellschaften sind sowieso ausgelastet und ich bin mir sicher, dass aufgrund der Nachfrage die Bausubstanz etwas geschönt wird. Auf dem Gebiet kenne ich mich nicht aus und bin dann das perfekte Opfer, dass mich jemand hinter die Fichte führt. Und wahrscheinlich betrifft das mindestens die Hälfte der Bauherren.

    Zu meiner Studienzeit lebte ich zur Untermiete in einem riesigen Haus oberhalb von Starnberg. Das nur, damit die Besitzer wochen- und monatelang wegfahren konnten und das Haus nicht leer stand. Es waren sehr wohlhabende Leute und sie konnten sich das Haus locker leisten. Mit riesen Garten, nettem Swimmingpool und allerlei schönen Dingen. Am Anfang war das für mich wie im Traum, ich hatte nichts derartiges davor erlebt. Aber ich merkte, wie sich der ganze Luxus abzunutzen begann und nach einem Jahr hat man es kaum mehr wahrgenommen. Er sagte mir, 20.000 DM sind kein Geld, da bekomme er kaum irgend etwas repariert von. Ich hatte zu der Zeit weitaus weniger im ganzen Jahr zu leben. Da wurde mir klar, dass so ein Haus neben der vielen Arbeit einfach nur ein Sparschwein ist. Und da ist relativ viel Arbeit dabei, wozu ich absolut keine Lust habe.

    Ich sehe das bei einem Freund von mir, der ein gebrauchtes Haus gekauft hat. Was der alles schon machen mußte, um Dinge zu verändern. Das ganze Holz am Haus renovieren, im Garten die Äste und einen Baumstumpf beseitigen und das Entfernen eines Teils einer alten Hecke darf man auch nicht unterschätzen. Daneben einiges an Umbauten innen sowie der Modernisierung der Heizung. Leute, die daran Spaß haben, werden sicher darin aufgehen. Ich dann wohl eher nicht.

    Das sind nur meine Punkte und ich habe nur negatives zum Hausbau geschrieben, obwohl es sehr viele positive Sachen gibt. Ich denke, die Frage ist nur individuell auf die jeweilige Person beantwortbar. Ich habe mich mehr bemüht, mein Depot auszubauen. Da steckt jetzt sicher sehr viel Geld drin, was sonst in einer Immo wäre, hätte ich mich dafür entschieden. Trotzdem ist es individuell, da ich das Glück habe, im Gegensatz zu sehr vielen anderen Menschen, dass ich das Konzept des Zwangssparens (durch Tilgung von Hypothekendarlehen) nicht benötige. Es gibt da draussen einfach zu viele, die sonst nichts beiseite legen würden. Und da ist so ein Haus ein ganz guter Erzieher, sonst wäre das Geld in Malle oder für andere nette Sachen geblieben. Jeder muss entscheiden, wo er die Schwerpunkte setzt. Das wichtigste dabei ist, dass man seine Schwerpunkte auch konsequent verfolgt.

    Allen einen schönen Sonntag.
    Grüße Oliver

     

     

     

  34. Ex-Studentin

    Mit meinem Bruder habe ich da letztens auch drüber gesporochen. Ca. 6h pro Woche hat er was an Haus zu tun. Heizung, Renovierungen, Rasen mähen. Zudem höhere Nebenkosten als bei einer Wohnung. Sie müssen viele leere Räume heizen.

    Letztlich ergibt sich das Ganze irgendwie. Wenn man auf der Suche nach einem Zuhause ist, sollte man nach Eigentum und Mietwohnungen schauen und individuell kalkulieren, was sich eher rechnet. Wir zahlen nun 630€ Kaltmiete für 2 Zimmer. Um eine vergleichbare Wohnung zu kaufen, müssten wir 250k zzgl. Nebenkosten hinlegen. Dafür müsste ich aber mein Erspartes einsetzen, um überhaupt ein Darlehen zu bekommen. Unser Timing passt gerade nicht: Vor 5 Jahren hätte man nur 150k gezahlt, aber da war ich grad frisch mit dem Studium fertig und musste beruflich & finanziell erst mal Fuß fassen. Ist halt „Pech“.

  35. Daniel

    Ich sehe das bei einem Freund von mir, der ein gebrauchtes Haus gekauft hat. Was der alles schon machen mußte, um Dinge zu verändern. Das ganze Holz am Haus renovieren, im Garten die Äste und einen Baumstumpf beseitigen und das Entfernen eines Teils einer alten Hecke darf man auch nicht unterschätzen. Daneben einiges an Umbauten innen sowie der Modernisierung der Heizung. Leute, die daran Spaß haben, werden sicher darin aufgehen. Ich dann wohl eher nicht.

    Ich glaube das viele Leute diesbezüglich in einer verklärten Welt leben. Ich beobachte diese „Idylle vom Garten“ inbesondere bei Menschen die immer in urbanen Gebieten, oftmals großen Städten gewohnt haben. Der Traum scheint, warum auch immer, dann das Haus auf Pump in der Pampa zu sein, wie Gerald Hörhan so schön sagt.

    Ich konnte das nie verstehen, vielleicht weil ich als Kind bereits auf dem Land aufgewachsen bin, vielleicht weil ich meine Mutter ständig habe fluchen hören wieviel arbeit so ein 1200m² Grundstück macht. Vielleicht weil ich selbst als Kind mit meiner Oma bei 30 Grad irgendwelche Kartoffeln auf unserem kleinen Gemüsegarten herausgerissen habe, vielleicht weil ich selbst als Kind schon zig mal im Jahr den ollen Rasen mähen durfte der genau wie Unkraut wuchs und riesige Mengen Laub beim Heckenschnitt in Säcke stopfen konnte. Vielleicht ist es für den ein oder anderen Idylle, ich empfand es als lästige Verpflichtung und sehe das auch heute noch so. Vielleicht nutzt sich diese Begeisterung auch einfach ab und sie ist versiegt wenn man das ganze Spektakel schon als Kind hatte. Ich weiss es nicht.

    Und das betrifft das Haus genauso. Hier ist es dann nciht das urbane Gebiet sondern die tatsache dass diese handwerkliche Begeisterung von denjenigen ausgeht, die bis dato nur zur Miete gewohnt haben. Insbesondere diejenigen im Freundeskreis, die in Eigentumswohnungen/Häuser der Eltern aufgewachsen sind und auch dort lange geblieben sind, haben eine andere Begeisterungsfähigkeit für die Instandhaltung von Gebäuden. Natürlich ist es schön etwas so zu gestalten wie man es möchte, aber ich sehe dort größtenteils lästige Arbeit.

  36. Trudi

    @Daniel

    genauso sehe ich das auch. Bin ebenfalls auf dem Dorf aufgewachsen in einem gr0ßen Haus mit Garten. Von morgens früh bis abends spät meistens nur Arbeit. Hinzu kommt noch, dass die ländliche Bevölkerung noch etwas sehr konservative Einstellungen und Ansichten hat, wo man es als „leicht andersdenkende“ Person, zumal als Kind, schon auch sehr schwer hat. Das wäre meines Erachtens in der Stadt so nicht gewesen, da man dort meistens nicht so „unter Beobachtung“ steht.

    Nach meinem Auszug zur Miete in die nächstgrößere Stadt habe ich mich dort sehr wohl gefühlt. Leider hatte ich dann irgendwann 3 Katzen in der Wohnung aufgenommen (eine Übernahme älteres Tier von Bekannten und zwei Jungtiere aus dem Gebüsch vom Hausmeister, die eine ausgesetzte Katze dort geboren hatte) und ich dachte, den Jungtieren sollte ich besser ein freiheitlicheres Leben mit Freigang ermöglichen. Darum habe ich mich dann entschlossen, ein Haus zu bauen – natürlich dann wieder auf dem Dorf, da es im Speckgürtel der Stadt auch damals schon viel zu teuer für mich war. So kann auch ich vergleichen: ich habe zwar doppelt so viel qm-Wohnfläche als in der Mietwohnung, leider aber auch viel mehr Nebenkosten und die v i e l e  Arbeit! Man kommt nie zu Ende damit. Also, ich bin sehr gerne in der Natur, gehe viel Wandern, Walken und Spazieren, aber die Arbeit in der Natur brauche und will ich nicht. Im Nachhinein hätte ich mich jetzt nicht mehr so entschieden. Ich brauche noch 10 Jahre bis zu meiner Rente, dann sehe ich mal. wieviel Tiere dann noch von den jetzigen leben. Sobald nur noch 2 übrig sind, verkaufe ich mein Haus und ziehe wieder zur Miete in eine Großstadt in NRW.

    Aber ich weiß, es gibt Menschen im Dorf, die würden auch geschenkt nicht in einer  Stadt eben wollen. Für jeden ist es eben anders und ich glaube, das ist auch gut so.

  37. Iceman

    Ich kann mich June nur anschließen. Sie hat das sehr treffend geschrieben.

    Es kommt immer drauf an in welcher Lebensphase man sich befindet. Zudem kommt vll der Einfluß von zuhause noch mit.

    Für mich war klar ich möchte ein eigenes Haus, meine Frau wohnte immer zur Miete, sie konnte meinen Wunsch am Anfang nicht verstehen. Meine Eltern haben ein sehr großes Haus (450m² die sie jetzt zu zweit bewohnen)mit mehreren Werkstätten dran. Da mein Vater selbstständig ist, musste ich jedes Wochenende Strasse kehren, sowie alle Werkstätten aufräumen und kehren. Ich fand das nervig, es hat jedoch den Charakter geprägt. Deswegen nur ein kleines Haus mit einem Garten der uns Spass macht und unseren Kindern freude bereitet. Gartenarbeit oder arbeiten am Haus sind nicht für jeden, das sollte einem dann schon Spass machen.

    @Jenny, du willst ja mal Kinder, dann wird das mit der 2 Zimmer Wohnung nicht mehr klappen nehme ich an. Irgendwann muss man sich entscheiden was einem wichtiger ist. Oftmals muss man Kompromisse eingehen.  Was dabei rauskommt kann man leider erst rückblickend sehen.

     

    @Eigenheim-Joe

    in welcher Branche bist du Tätig oder welchen Beruf hast du erlernt/studiert?

    Vll kannst du anhand deiner Anstellung leichter entscheiden was gut für dich/euch ist.

  38. Ruben

    Oliver: „Trotzdem ist es individuell, da ich das Glück habe, im Gegensatz zu sehr vielen anderen Menschen, dass ich das Konzept des Zwangssparens (durch Tilgung von Hypothekendarlehen) nicht benötige. Es gibt da draussen einfach zu viele, die sonst nichts beiseite legen würden. Und da ist so ein Haus ein ganz guter Erzieher, sonst wäre das Geld in Malle oder für andere nette Sachen geblieben.“

    Ja, mir geht es genauso, ich benötige weder Haushaltsbuch noch Haus/Wohnung um so viel zu sparen wie es für mich erträglich ist. Der Masse geht es jedoch nicht so und ich sehe es bei den Kollegen jeden Tag. Die Mieter hauen oftmals alles Geld raus und nehmen noch Konsumkredite obendrauf. Die Hausbesitzer müssen erst einmal über viele Jahre oder gar Jahrzehnte im wahrsten Sinne des Wortes gut haushalten. Alleine aus diesem Grund ist für viele eine Immobilie sinnvoll. Ohne Immobilie fehlt vielen scheinbar irgendwie das Sparziel.

  39. Thorsten Rohweder

    @Eric eine abbezahlte Immobilie in guter Lage bietet sogar maximale Flexibilität. Dämliche Berater sagen manchmal „Immobilien sind nicht mobil , das sagt ja schon der Name „. Ich bin ja nicht im Haus angekettet. Du kannst jederzeit verkaufen oder ausziehen und vermieten. Wir reden doch nicht von unvermittelbaren Immos fern der Arbeitsplätze auf dem Land ? Das wäre keine gute Lage , sondern eher Liebhaberei mit garantierten Wertverlust (aber genau dahin ziehen manche auch gerne, z.B als Zweitwohnsitz).

  40. Thorsten Rohweder

    @Ex-Studentin. Die Nebenkosten können höher oder niedriger sein. Unser Haus ist wärmegedämmt und leere Räume gibt es nicht. Die Größe muss halt passen. Wenn die Kinder mal ausziehen dann haben wir leere Räume. Mal abwarten.Wird es zu groß könnte man an einen Umzug denken. Unsere Nebenkosten sind deutlich geringer als in unserem Altbau (1981). Die ganzen Grmeinschaftsposten vom Gärtner bis zum Treppenhauslicht fallen weg. Bei uns werden keine Heizungen verbaut, wer neu baut schließt sich an Nahwärme an. Für Heizung und Warmwasser zahlen wir zu viert 103€ im Monat. Vor 10 Jahren waren das 80€. Geht. Dazu kommt Strom (höher als im Altbau wegen der Unwälzpumpe und größerer Wohnfläche mit mehr Heizkörpern). Es gibt keine Folgekosten. Keine Heizung, die irgendwann ausgetauscht oder repariert werden muss. Vollkommen unökonomisch jede Hütte einzeln zu beheizen und den Platz dafür zu verschwenden. Der Arbeitsaufwand geht für Putzen, Aufräumen und den Garten drauf . 6 Stunden sind dafür zu wenig, je nach Jahreszeit und Wetter mehr.

  41. Jens

    Ich habe ein kleines Haus ohne Garten gemietet. Dadurch kann ich auch als Mieter ungestraft nachts laut Musik hören wenn ich will. Den „Bunker“ zu kaufen käme mir aber trotzdem nicht in den Sinn, ich hab einfach keine Lust darauf, so viele Schulden aufzunehmen.

    Im Bekanntenkreis haben wir einige Leute, die sechsstellig verschuldet sind, ein Spezialist mit über 300000 Euro (für ein 400000-Euro-Haus). Selbst wenn das der absolute Glückstreffer wäre, den ich später für 2 Mio. Euro verkaufen kann (was man vorher nie weiß), könnte ich nicht mehr ruhig schlafen. Und bei einem Haus ist es wahrscheinlich ähnlich wie beim Auto: Je teurer die Anschaffung, desto teurer auch die Reparaturen.

    Da ich im Home-Office arbeite, ist es mir im Prinzip völlig egal, wo ich wohne. Einzig meine Frau ist örtlich gebunden, aber auch das kann sich ändern. Von daher betrachte ich ein Haus eigentlich nur als Klotz am Bein. Als Renditeobjekt ist es für mich ebenfalls nicht interessant, da ich auch nicht die mindeste Lust habe, Vermieter zu spielen.

    Meine Frau und ich investieren in ETFs, alle drei Monate je nach finanzieller Lage zwischen 6000 und 8000 Euro.

  42. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @Kiev

    danke!

    @Eigenheim Joe

    Mache beides. Sondertilgung der Hypothek und baue langsam ein ETF-Aktien-Depot auf.

    Es ist emotional hilfreich, wenn Du bei der Tilgung schneller voran kommst.

    Vielleicht kannst Du das ein oder andere Renovierungsprojekt etwas aufschieben.

  43. Ex-Studentin

    @Iceman

    Ja, mit Kindern wird es mal eng. Aber erst mal irgendwann einen Schreihals bekommen – das geht auch noch ohne 3. Zimmer und dann müssen wir schauen, was der Markt hergibt. Ich bin ja auch recht ländlich aufgewachsen und habe es tatsächlich ziemlich gehasst. Derzeit will ich so lang wie möglich zentral wohnen, was zum Kaufen in unserer Gegend sehr teuer ist. Mal sehen, ob sich die Einstellung mit Kindern mal ändert.

    Wie kommen die 450m² zustande? Das klingt sehr, sehr viel. Oder nach einer großen Terrasse. 🙂

    @Thorsten

    Ja, prinzipiell können Nebenkosten natürlich auch beim Haus noch überschaubar sein. Vor allem, wenn man alles selbst macht und keinen Hausmeister etc. zahlt. Aber moderne Häuser sind ja auch wieder teurer in der Anschaffung als Altbau.

  44. Bernd

    Wie schon angesprochen, kommt es auf die Lebenssituation an. Mit drei Kindern, festen Jobs und keiner Motivation ständig umzuziehen, ist ein Eigenheim m. E. ideal. Wir zahlen mittlerweile seit 12 Jahren ab und werden noch etwa 13 Jahre benötigen. Sondertilgungen, wie am Anfang, machen wir nicht mehr. Es ist viel sinnvoller das Geld in Aktien zu investieren. Mit 55 haben wir dann hoffentlich ein abbezahltes Haus und ein schönes Depot. Im Monat zahlen wir übrigens nur fast 700 Euro für Zins und Tilgung. 165 Euro Zinsen, der Rest Tilgung. Seit 12 Jahren sind die Monatsausgaben konstant, das dürfte bei Miete nicht der Fall.

  45. Iceman

    @Jenny

    die 450m² kommen wie folgt zustande. Es ist ein großes Haus, welches teilweise angebaut wurde. Im vorderen Haus lebten meine Großeltern. Im hinteren Teil war im EG die Werkstatt meines Vaters, wir haben über der Werkstatt gewohnt. Als ich dann in der 4. Klasse war haben meine Eltern die Werkstatt dem Wohnraum eingegliedert und nochmal ca. 100m² angebaut. Eigentlich sind es 2 Häuser, welche aber miteinander verbunden sind und unter einer Hausnummer laufen, alles unterkellert was ich natürlich nicht zur Wohnfläche zähle. Zudem noch Dachboden welcher auch nicht ausgebaut ist. Die Gebäude aussenrum hat mein Vater nach und nach gekauft und Werkstätten eingerichtet. Aber es ist auch eine sehr sehr ländliche Gegend. Wenn du auch in ländlichen Regionen aufgewachsen bist kennst du das vielleicht.

    Meine Mutter wuchs mit ihren 8 Geschwistern und Eltern auf 130 m² auf und wollte einmal in ihrem Leben richtig Platz haben, sagt sie immer.

    Wir haben jetzt zu dritt 116m² was uns sehr gut reicht. Freunde von uns haben gebaut mit ca. 270m² sie sind auch zu dritt. Allerdings zahlen sie auch das doppelte für ihr Haus. Das muss jeder selbst wissen, was ihm wichtig ist.

  46. Ex-Studentin

    @Iceman,

    danke für die ausführliche Erläuterung! Mit den Werkstätten erklärt sich natürlich einiges. Handwerker brauchen Platz. 😀 Kenne das von Bekannten. Man kauft die Nachbarhäuser / Grundstücke, damit man seine Ruhe hat oder die Kinder dort mal wohnen können. Dafür ist meine Heimat noch nicht günstig genug. Rund 100.000€ für ein Haus musste man schon vor 15 Jahren hinlegen (und heute auch noch). Der Platz ist eins der wenigen Dinge, die ich ein bisschen vermisse. Man muss sich bei einer Feier keine Sorgen machen, ob alle einen Parkplatz finden. Und obwohl alle einen großen Garten haben, haben wir oft auf der Straße gespielt.

  47. Kiev

    @ Bernd

    Du hast es so ähnlich wie in meinem Beispiel gemacht. So machen wir es auch. Gerade in der heutigen Zeit ist es sinnvoll das Geld in die Börse zu stecken. Am Anfang sollte man so lange sondertilgen bis man sich mit der Restschuld wohl fühlt. Das ist ein individueller Wert, aber wichtig bevor man zu früh investiert. Manche fühlen sich ja auch ohne Schulden unwohl beim Investieren in Aktienunternehmen.

    @ Ruben

    Der Zwangsspareffekt ist sehr wirksam. Ich kann mir vorstellen, dass eine gewisse Höhe von Schulden auch bei Dir noch Potential freilegen kann. Auch wenn Du schon in Foren wie von Tim unterwegs bist. Ein Haushaltsbuch hilft vermutlich auch kleine unnötige Posten aufzudecken, die in der Summe vielleicht doch größer als vermutet sind.

    Ich war vor dem Kauf des MFHs sparsam und hatte auch eine gute Sparquote auch wenn ich die Höhe nicht kenne. Durch den Effekt kam ich auf Mr Moneymustache, Tim Schäfer usw. Ich habe auf der Ausgabenseite noch viel eingespart. Ich habe Zeit eingespart durch weniger Fernsehen und bewussteren Umgang mit Zeit. Ich mache wieder Sport. Und ich habe neue Einkommen erschlossen. Ich habe in allen Punkten, die mir wichtig sind viel mehr erreicht als ich es mir hätte vorstellen können. Und das nur indem ich mich eben auf diese Punkte fokussiert habe. Auch aus diesem Grund würde ich gerne ein letztes MFH erwerben. Damit wird es nicht nur durch den Hebel schneller vorwärts gehen. Mir wird sicher noch viel einfallen, wie ich die Last möglichst schnell reduziere.

  48. Kiev

    @ All Stadt oder Land

    Ich finde beides hat seine Vorteile und Nachteile. Man muss immer Kompromisse eingehen. Ich kann mir beides sehr gut vorstellen. Ein Hof auf dem Land fände ich auch sehr reizvoll. Vielleicht mit einem Atrium. Die Fläche, die diese Bauart bedingt, ist aber leider viel zu groß. Da komme ich mit dem Putzen nicht mehr hinterher. Wir haben in der Stadt einen überschaubaren Garten. Ein größerer Garten auf dem Land würde mir auch gefallen. Auch wenn ich weiß, dass ich ihn bei manchen Tätigkeiten verfluchen würde… Ab gewissen Größen ist bereits rasenmähen eine Last.

     

  49. Kia

    Tim, wieder ein tolles Thema. Ich habe letztens für wenig Geld etwas gebastelt das mich im Geschäft 15-20 € kosten sollte. Da es sehr unkompliziert selbst herzustellen war dachte ich daran das mal probeweisen bei eBay für 10€ anzubieten.

     

    @ Haus

    Meine Großeltern haben in einem 2-Familienhaus gelebt, und ich für ein paar Jahre mit ihn, als ich klein war. Es hatte auch ein 1200qm Grundstück mit Wiese, Gemüsegarten, Blumen, Garagen, Hasen, eine überdachte Schaukel und vieles mehr. Für mich als Kind war es der absolut Traum. Ich konnte überall spielen und es gab eine riesige Gartentafel, da nachmittags oft Leute zu Besuch kamen.

    Mit eigenen Kindern leben wir in einer Wohnung. Obwohl es hier für Großstadt grün ist und wir viel raus gehen habe ich immer das Gefühl, dass unsere Kinder keine richtige Kindheit haben weil sie nicht frei spielen können. Man kann sie einfach nirgends unbeaufsichtigt lassen und muss immer hinterherlaufen. Dadurch reguliert man als Erwachsener einfach vieles das man sonst nicht mitbekäme. Wir betreiben schon viel Inselhopping (Spielplatz, Schwimmverein, Park, Bauernhof, Badesee) um Ihnen Spielzeit zu ermöglichen bei der wir nicht direkt daneben stehen müssen. Aber zufriedenstellend ist das nicht. Ich schule meinen Sohn ein und habe das Gefühl er hat überhaupt keine Kindheit gehabt.

  50. Daniel

    Mit eigenen Kindern leben wir in einer Wohnung. Obwohl es hier für Großstadt grün ist und wir viel raus gehen habe ich immer das Gefühl, dass unsere Kinder keine richtige Kindheit haben weil sie nicht frei spielen können. Man kann sie einfach nirgends unbeaufsichtigt lassen und muss immer hinterherlaufen. Dadurch reguliert man als Erwachsener einfach vieles das man sonst nicht mitbekäme. Wir betreiben schon viel Inselhopping (Spielplatz, Schwimmverein, Park, Bauernhof, Badesee) um Ihnen Spielzeit zu ermöglichen bei der wir nicht direkt daneben stehen müssen. Aber zufriedenstellend ist das nicht. Ich schule meinen Sohn ein und habe das Gefühl er hat überhaupt keine Kindheit gehabt.

    Ohne selbst Kinder zu haben glaube ich, dass das eine sehr subjektive Einschätzung ist. Sicherlich hast Du Recht, als Kind ist das Leben auf dem Land sicher oftmals spannender usw. Aber andererseits willst Du mit 5-13 Jahren viele gleichaltrige Freunde haben, schon 1 Jahr Differenz sind da als Kind Welten; da ist es in der Stadt schon einfacher, da zentraler und mehr Kinder. Hier im Dorf veraltet bei uns zunehmend die Bevölkerung. Auf unserer Straße wärst Du mehr oder weniger das einzige Kind.

    Und später, mit 14-18 ist das Dorf gefühlt die Hölle, da du abends was mit deinen Kumpels unternehmen willst und nicht richtig wegkommst. Taxi unbezahlbar teuer, Bahn unbezahlbar teuer, ständig die Eltern bitten einen von A nach B aus der Pampa zu holen? Und im Dorf ist ja nix los…hmm…..

    Man darf sich also die Frage stellen was Kindheit ist. Für mich gehört da das jugendliche Zeitalter dazu und an das erinnere ich mich mehr als an meine Kindheitserlebnisse mit 5-10. Und da muss ich sagen, war es schon oftmals ätzend auf dem land zu leben. Das hat sich bei mir inzwischen komplett geändert da Einkäufe übers Internet laufen und ich ein Auto unterm Hinter habe mit dem ich jederzeit irgendwohin kann.

  51. Oliver

    @Kia

    Meine Kindheit war zweigeteilt. Bis ich 12 Jahre alt war, lebten wir in München Haidhausen an einer recht belebten Straße. Danach sind wir außerhalb Münchens gezogen in eine Ecke, wo nicht mehr sonderlich viel los war. Ich kann mich gut erinnern, dass ich es als Kind in München geliebt habe. Ich hatte extrem viele gleichaltrige Freunde – es waren schon fast zu viele – und man war als Kind den ganzen Wirbel in der Stadt gewohnt. OK, in den 70er-Jahren war die Rundum-Betreuung längst nicht so perfekt wie heute, d.h. sehr viele Kinder haben sich selbstständig am Nachmittag auf dem Spielplatz oder auf einer Spielstraße getroffen. heute sicher nicht mehr so möglich, da tun mir die Kinder ziemlich leid. Eltern waren nie dabei und haben wir nicht vermisst. Ich hatte damals überhaupt kein Bedürfnis nach eigenen Garten, Kühen oder Landleben. Das war etwas für den Sonntagsausflug und mal ganz spannend, einen Kuhstall zu besuchen. Aber mehr auch nicht.

    Als ich mit 12 also in der Pampa gelandet bin, habe ich zwei Jahre gebraucht, um mich zurecht zu finden. Was ich heute noch verwunderlich fand: Mir kamen dort die Gleichaltrigen um zwei Jahre zurück vor. Das kann aber auch nur ein subjektiver Eindruck sein, weil die Umgebung für mich sowieso negativ beeinflusst war. Irgendwann hatte ich mich daran gewöhnt, aber eigentlich hätte ich damals die Landflucht nicht gebraucht. Im übrigen hatte in der Stadt keiner von meinen Kumpels davon geträumt, in einem Reihenhaus auf dem Land mit Garten zu leben. Viel zu unspannend.

    Von daher verpassen deine Kinder nichts. Sie haben nur andere Eindrücke, die sie jeden Tag erleben und ganz normal für sie sind. Kinder wollen nur möglichst viel von deiner Zeit, das ist viel wichtiger. Die Idylle wird uns von der Gesellschaft/ der Werbung immer gerne eingeredet. Jeder braucht ein Haus mit Garten, Autos und natürlich den schönen Urlaub in den Süden, um das perfekte, glückliche Leben zu leben. Nichts gegen alle diese Dinge, aber glücklicher wirst Du nicht. Deine Kinder werden es dir mehr danken, wenn Du mit ihnen schöne gemeinsame Erlebnisse sammelst und sie unterstützt, wo sie es benötigen und möchten. Alles andere sind Äußerlichkeiten.

  52. Michael W

    Hallo

    Wie gewohnt ein schöner Text von dir Tim. Für mich ist der aktive Handel am Kapitalmarkt der Nebenberuf, denn Kapitalgewinne kann ich unabhängig von Kundenkontakten oder Bürokratischen Zeitblockaden machen. Ich denke die vielen Regulierungen, Kosten und Kundenärger verderben oft den Nebenerwerb.

    Zur Diskussion ob Land oder Stadt wohnen sage ich ganz klar Land. Wenn man ländlich wohnt hat man Platz  für Autos und Garten. Ich kenne viele Menschen hier die mehrere Autos besitzen, für Auto Liebhaber ist das Landleben wunderbar. Kommunikation findet heute sowieso meist über das Internet statt. Ich kann im kleinsten Dörfchen wohnen und mit Menschen aus der ganzen Welt in Kontakt stehen. Die Internetverbindung ist mittlerweile gut genug und hat die Lebensqualität in Dörfern sicherlich verbessert. Einkäufe finden übers Internet statt und Supermärkte gibt es eigentlich auch überall.

    Der Vorteil der Stadt sind die Unternehmen die dort positioniert sind. Ich denke jedoch, dass es bald einen Wandel geben wird. Wenn Wohnungen in der Nähe der Stadt zu teuer werden lohnt es sich für weniger Gehalt außerhalb der großen Städte zu arbeiten. Einige Städte wie London sind bereits heute Geisterstädte weil die meisten Wohnungen nur als Kapitalanlage von Superreichen verwendet werden. Solange die Immobilienblase nicht platzt wird es den Städten zunehmend schlechter gehen.

    Viele Grüße

    Michael

  53. Thorsten

    @ Ex-Studentin

    Ja, prinzipiell können Nebenkosten natürlich auch beim Haus noch überschaubar sein. Vor allem, wenn man alles selbst macht und keinen Hausmeister etc. zahlt. Aber moderne Häuser sind ja auch wieder teurer in der Anschaffung als Altbau.

    Da hast Du vollkommen recht. Die gesparten Nebenkonsten der ersten Jahre muss man praktisch im Voraus schon als Aufpreis drauflegen , wegen der Wärmedämmung. Man könnte heulen, die Kosten holen einen überall ein.

    Egal ob Miete oder Eigentum, eins ist sicher : Wohnen wird nicht mehr billiger. Dort wo Arbeitsplätze sind und Leute hinziehen geht es preislich nur nach oben.  Es könnte höchstens mal stagnieren in 10 oder 20 Jahren, aber fallen wird es nicht mehr. Wehe die Gehälter steigen nicht mit. Dann sind alle nur noch am Pendeln und im Stau. Das kann es doch nicht sein. Keiner weiß wie sich das entwickelt, aber in Hamburg stehen wir immer wieder kurz vorm Verkehrsinfarkt. Kurze Wege zur Arbeit, Fahrrad, ÖPNV,  auch mal zu Fuß gehen (davon wird man weder krank noch ist es nicht standesgemäß), die Kinder mit dem Rad in die Schule fahren lassen anstatt sie mit dem dicken SUV vor das Klassenzimmer zu kutschieren. Ich gebe die Hoffnung nicht auf. Dann kann man auch eine höhere Miete bezahlen, wenn man beim Auto spart.
    Immerhin gibt es jetzt einige Fahrradstraßen und es werden mehr, 25% des Individualkehrs sollen in Zukunft über das Rad laufen.

    http://www.hamburg.de/hamburg-auf-dem-weg-zur-fahrradstadt/2995602/radverkehrsstrategie-ziele/

  54. Kiev

    @ Thorsten

    Ich finde es sehr gut das Hamburg die Radwege ausbauen möchte. Das könnten sie vielleicht ja auch noch etwas schneller betreiben. Ich weiß nicht wie die Dichte von Grundschulen in Hamburg ist. In meiner Stadt im Süden ist sie sehr hoch. Es wohnen in der Stadt alle Eltern mehr oder weniger innerhalb eines etwas größeren Blocks. Niemand muss sein Kind mit dem KFZ zur Schule fahren. Außrhalb gibt es schließlich auch Schulen. Ich kann die Dichte von KFZs vor dem Eingang der Schule noch nicht beurteilen, da meine Kinder bisher nicht zur Schule gehen. Vermutlich arbeiten die Eltern etwas außerhalb (>5km) und bringen ihr Kind standesgemäß im Q7 zur Schule. Es ist ja auch wichtig, dass andere Eltern von Kinder dezent darauf hingewiesen werden mit welchen Kindern sich die eigenen am besten umgeben 😉

    Spaß beiseite, die nehmen sich einfach nicht die Zeit das Kind vielleicht gar zu Fuß zur Schule zu bringen. Das dauert schließlich bis zu 15min mit Kind und 3 min alleine zurück.

  55. Ex-Studentin

    @Oliver

    Das kommt mir auch bekannt vor. Bis 9 habe ich in einem größeren Dorf gewohnt (ca. 1200 Einwohner), Neubaugebiet. Das war tatsächlich sehr schön, gab viele Kinder an der Straße und wir haben die Nachmittage zusammen verbracht. Dann ging es vom gemieteten Haus ins Eigenheim, 15km weiter. Meine Geschwister und ich haben den Anschluss nicht geschafft. Mein kleiner Bruder wurde sehr schlimm gemobbt in seiner neuen Schule. Mein großer Bruder und ich hatten unsere Freunde außerhalb vom Ort. Da ich aufs Gymmi bin, musste ich 30km (einfache Strecke) mit dem Zug fahren.

    Meine Brüder und ich haben unsere Jugend viel am PC verbracht. Ich beneide andere, die ihre Freunde noch von Kindertagen kennen. Meine Brüder und ich haben konsequenterweise als Erwachsene nicht viel Zeit zuhause verbracht und sind schnellstmöglich ausgezogen. Mein Vater sieht es vermutlich heute noch als undankbar an, dass wir den großen Garten etc. nicht zu schätzen wussten. Den hat er gewollt, nicht wir.

    @Thorsten

    Ich frag mich oft, wie stark die Preise noch steigen.. Aber dann schaue ich nach München und sehe, dass auch in der Stuttgarter Region noch Luft ist. Irgendwann werden zentrale Häuser nur noch vererbt oder in der Familie weitergereicht oder eben zum höchstmöglichen Preis verkauft.

  56. Kia

    @ Daniel und Oliver

     

    Für mich gehört zur Kindheit dazu frei spielen, experimentieren, toben, sich bewegen zu können, auch mit anderen Kindern, und zwar ohne die permanente Reglementierung durch Erwachsene. Bei meinen Großeltern konnte ich das. Es gab auch genug andere Kinder. Wir waren den ganzen Tag draußen und uns wurde nicht langweilig. Wir haben z.B mit einer alten Wasserpumpe im Sommer viel Spaß gehabt. Erwachsene kamen um nach uns zusehen, haben gemeckert und wenn sie wieder weg waren haben wir weiter gemacht.

    Kinder verhalten sich anders wenn sie stets unter Beobachtung Erwachsener stehen. In einer Großstadt und Wohnung ist das so. Es ist alles eng und laut. Ich kann es nicht ignorieren wenn das Wasser ausläuft, Früchte in der Küche zermatscht werden usw. Also reglementiere ich ständig und kann mich selbst nicht mehr reden hören. Für meine Kinder tut es mir auch leid und ihre ersten Lebensjahre kommen mir im Vergleich zu meinen extrem eingeschränkt vor.  Man hat zwar viele Möglichkeiten wie z.B Wasserspielplatz. Muss aber alles extra einplanen und zeitlich begrenzt hinfahren und dann immer noch aufpassen, das sie keinen kleineren oder größeren Kind oder deren Eltern in die Quere kommen. Die Tür auf machen und die Kinder einfach rauslassen während man sich selbst um anderes kümmert geht nicht. Ich habe früher über Leute gemeckert die große Hunde, welche viel Bewegung brauchen, in Wohnungen halten. Mit meinen Kinden fühle ich mich so. Sie sind einfach nich für die „Wohnungshaltung“ geeignet.

  57. Pantoni

    @all

    Nun lese ich seit fast zwei Jahren diesen Blog & möchte euch allen für eure interessanten Kommentare danken. Sie sind sehr bereichernd für mich und gerade die Meinungen zum Thema Haus/Wohnung -Land/Stadt – Kosten etc. Das ist auch ein Thema, dass mich gerade umtreibt. Jetzt noch kaufen, wo kaufen, was ist besser für das Kind und seine Entwicklung, kommt die Eurokrise und werden dadurch irgendwann die Immobilienpreise wieder fallen? Werden die Preise immer weiter steigen? Sehr viele Fragen und daher in diesem Beitrag so toll, eure unterschiedlichen Sichtweisen und Erfahrungen zu lesen.

    Danke auch an Tim für die sehr motivierenden Beiträge. Ich habe in den letzten zwei Jahren einen für mich großen Sprung im finanziellen Bereich gemacht, besonders im Mindset. Betrachtet man das Alter (45) ist es für mich schon sehr spät, aber noch nicht zu spät um noch eine gewisse Absicherung zu erreichen. Auch inspiriert durch diesen Blog habe ich mir konkrete finanzielle Pläne ausgearbeitet.

    Im Nachhinein bin ich der Meinung, das ein BWL-Studium, zumindest zum damaligen Zeitpunkt, keinen Sinn macht. Haben wir etwas über die Börse gelernt – nein; haben wir etwas über die tatsächliche Geldschöpfung gelernt – nein; haben wir gelernt ein eigenes Business aufzubauen – nein. Sicher gibt es heute durch das Internet viel mehr Möglichkeiten sich zu bilden, aber ich vermute es ist beabsichtigt die Bürger, auch in finanzielle Hinsicht, unwissend zu halten. Aber: Problem erkannt – Gefahr gebannt. Ich werde meiner Tochter das entsprechende Wissen vermittelt, damit sie ihre Finanzen später einmal zielgerichtet managen kann.

    Nun ist der Kommentar etwas länger geworden; ich wollte eigentlich nur an euch & Tim danke sagen und hoffe auf viele weitere interessante Themen.

    LG Pantoni

     

     

     

     

  58. Thorsten

    @Kiev : Die Entfernung geht, aber hier werden rote Ampeln oft ignoriert – oft und immer an denselben Stellen. Noch eben schnell bei rot durchdonnern, die Ampel für Fußgänger steht schon auf 1 Sekunde auf grün. Es scheint ein Sport zu sein, oder dumme Ignoranz. Die Angst der Eltern ist begründet. Wir sind mit dem Rad mitgefahren, zuerst die ganze Strecke , später nur zum Teil dann gar nicht mehr. Ging, aber ein mumiges Gefühl im Bauch war jeden Tag Begleiter. Zu Fuß wäre es deutlich zu weit gewesen, entweder Bus oder Rad. Das verlässliche Einschätzen von Geschwindigkeiten ist bis zum Alter von 12 ausgeprägt. Grundschüler können es nicht.

  59. Bernd

    Hallo Pantoni,

    mit 45 hast Du noch etwa 20 Jahre Zeit Dich „rentenfest“ aufzustellen. Das kann eine selbstgenutzte Immobilie oder ein gutes Depot mit regelmäßigen Dividendeneinkünften oder auch beides sein. Wichtig ist, dass man aktiv wird und Vermögenswerte schafft. Wir Deutschen sparen wie die Weltmeister und haben kaum Vermögen. Das ist echt traurig. Die ewige Abhängigkeit (auch für die Kinder und Enkel) ist so vorgezeichnet. Seit dem ich das Prinzip verstanden habe, kann ich es kaum abwarten, wieder neue Aktien zu kaufen, wieder ein Stück unabhängiger zu werden. Auch Mehrarbeit und Nebenjob sind so erträglicher. Nur Mut, investieren macht Spaß, Einschränkungen spüre ich nicht.

  60. Ruben

    Hallo Pantoni,

    ich denke auch es ist mit deinen 45 Jahren noch überhaupt nicht zu spät. Ich habe es erst kürzlich wieder nachgelesen, ab ca. 15 Jahren Haltedauer kann man mit nahezu 100%tiger Wahrscheinlichkeit mit einer positiven Rendite bei einem breit gestreuten Portfolio rechnen. Diesen Artikel habe ich auf Anhieb zum Thema gefunden:

    https://www.alleaktien.de/wie-riskant-sind-aktien/

    Alles Gute,

    Ruben

  61. Pantoni

    @Bernd & Ruben,

    ja, ich muss jetzt Gas geben, dann wird es klappen. Ich habe im letzten Jahr eine kleine Wohnung im Norden zur Vermietung gekauft, Kredit läuft auf 10 Jahre mit Sondertilgung (die ich nutze) 7 Jahre. Da ich aber eine Mini Rente zu erwarten habe (Teilzeit) muss ich es schaffen, wie Bernd schon sagt, im Alter mietfrei zu wohnen. Entweder ein Depot oder noch eine etwas größere Wohnung, in der ich dann lebe.

    In den vergangenen zwei Jahren habe ich an der Börse „investiert“, eher spekuliert, einiges Geld verbrannt aber meine Lektion gelernt, vielmehr meine Emotionen. Die meisten von euch investieren ja regelmäßig mit B & H. Ich merke, dass mir dazu die Geduld fehlt. Nun überlege ich, was strategisch am sinnvollsten ist: Aktien, wenn eine massive Korrektur kommt oder ca. 5 Jahre EK ansparen (Verzicht auf Rendite/Zinsen) und eine ETW oder ein kleines Haus anzahlen.

    Ich bewundere diejenigen von Euch, die B&H durchziehen. Schaut man sich die Langfristcharts an, dann funktioniert es ab einem Zeitraum von ca. 12 Jahren. Aber wenn es läuft wie in Japan, seitwärts? Die Dividenstrategie gefällt mir auch, aber vielleicht bin ich grundsätzlich zu ängstlich und ungeduldig für Aktien. Habe heute meine Geely nach ca. 3 Monaten plus minus 0 verkauft, weil es mich nervt jeden Tag den Kurs zu checken und es nicht vorwärts geht. Ansonsten bin ich ja der Meinung, dass die Chinesen uns überrollen und die Welt in 10 Jahren nicht mehr dieselbe ist.

    Was haltet ihr von den Aussagen in den aktuellen Videos von Max Otte & Co., das eine massive Korrektur bevorsteht? Ignoriert ihr dies? Alles nur Show?

    https://www.youtube.com/watch?v=vXN5FXJZ8Gc

    Cheers
    Pantoni

  62. Fit und Gesund

    @Pantoni,

    diese Crashpropheten ignoriere ich so gut es geht, irgendwann bekommen sie aber auch Recht, jede kaputte Uhr geht 2x am Tag richtig. Von daher, ja eine Korrektur steht bevor, es steht immer eine Korrektur bevor. Und dann stehen gute Zeiten bevor, das wechselt sich ab, nur die zeitliche Vorhersage ist sehr schwierig.

    Und Korrekturen oder gar Crash’s sind echt sehr ungemütlich, besonders für ältere Investoren, für Jüngere sind sie ein Segen.

    Bisschen Geduld ist hilfreich.

     

  63. June

    Hallo zusammen,

    ich habe diesen Wahnsinnstag in meinen Bürotreibhaus überstanden und kühle gerade in meinem Wohnzimmer ab. Auch wenn ich nicht explizite nach einem KfW Haus gesucht habe, so wohne ich jetzt in einem und die Wärmedämmung für den Winter hält zum Glück im Sommer auch die Hitze draußen.

    Wir zahlen im übrigen ca. 260 € Heizung im Jahr.

    @Kia,

    ich kann dich gut verstehen. Aber, wenn ich an meine Kindheit und die Kindheit meiner Kinder zurückdenke, dann war dieses selbständige spielen erst ab ca. sechs Jahren möglich. Vorher hatte ich meine Kids genau im Blick, Spielplatz nur mit Mama. Und mir ging es als Kind genauso. Vor dem 6. Lebensjahr hatten die Omas jeden meiner Schritte reglementiert. Deine Kinder sind erst ungefähr in diesem Alter. Je älter sie werden umso selbstständiger werden sie. Und spätestens ab dem 14. Lebensjahr wirst du froh sein, dass du nicht für jeden Kinoabend deiner Teenager um 22 Uhr noch 20 km durch die Pampa gurken musst. Oder deine gestrandete 18 jährige um 3 Uhr morgens von der Endhaltestelle des Nachtbusses abholen darfst.

    Auch deine Kinder haben eine Kindheit. Aber Kindheit heute ist insgesamt leider anders als vor zwanzig, dreißig oder vierzig Jahren. Und selbst mein Vater meinte seine Kindheit in den Fünfziger wäre lockerer gewesen als meine in den Siebziger und Achtziger.

    @Ex-Studentin,

    du hast ja selbst schon festgestellt, mit Baby geht es auch einer 2 Zimmer Wohnung. Zuerst brauchen die kleinen Frösche nämlich nur Futter, ganz, ganz viel Liebe und ein Bett.

    Solange ich mich erinnere ist wohnen teuer. Und es war meines Erachtens noch nie einfach eine Wohnung zu finden, egal ob zur Miete oder Eigentum. Wir haben fast immer ca. 30 Prozent unseres Einkommens für wohnen ausgegeben. Und ich erinnere mich noch sehr gut, wie verzweifelt ich war, als ich vor ca. 20 Jahren fast 1 Jahr lang eine neue Wohung gesucht habe. Aber entweder waren es Bruchbuden, oder Luxussanierungen, hatten Anfahrtszeiten von 30 und mehr Kilometer oder wir haben sie wegen der Kinder nicht bekommen. Lediglich vor 15 Jahren hatte der Wohnungsmarkt mal einige Jahre eine Seitwärtsbewegung. Aber das haben Aktien eben auch manchmal. Wie bei Aktien werden Wohungen und Häuser auch immer teurer werden. Zur Zeit ist es nur viel spürbarer.

    Take care,

    June

     

     

     

     

  64. Slazenger

    @Pantoni

    Die Chinesen überrollen uns?! Da warte ich mal ganz entspannt ab, denn das hat man in den 80ern von den Japanern auch gesagt! Und was is passiert? Nix!

    Geely kann man sicher spekulativ kaufen, ist aber keine B&H Aktie, generell sind Autos zu sensitive was Konjunktur und Korrekturen betrifft! Ich kauf generell keine Autoaktien, Ausnahme, VW habe ich ein bisschen spekuliert, als die unter 100 waren! Ich mach zu 90% B&H, ab und an etwas Spekulation, dafür nutze ich dann mein Zweitdepot!

    Für Ungeduldige wie dich eignet sich eher ein ETF!

  65. June

    @Pantoni,

    du hast keinen Plan, sondern nur eine rudimentäre Absichtserklärung. So eine Absichtserklärung kann man natürlich immer über den Haufen werfen und sich nicht daran halten.

    Zuerst brauchst du einen konkreten Plan und das möglichst schnell, denn deine Uhr tickt. 5 Jahre auf Rendite verzichten würde dich deine Rente kosten. Für ein eigenes Haus bist du m.E. bereits zu alt, sorry das ich das so konkret ausspreche. So ein Haus tilgst du mindestens 20 Jahre. Dann mit 65 fangen die kleinen Gebrechen an. Und man weiß nie ob man mit 75 noch die Treppe hochkommt. Ich habe mich in deinem Alter sehr bewusst für eine Wohnung mit Fahrstuhl entschieden. Ja, vielleicht ziehen wir nochmal um. Aber wenn unser Leben das nicht vorsieht, können wir hier auch Alt werden.

    Crash Propheten wird es immer geben. Und ja, du kannst auch auf dem Papier schlecht abschneiden und dann die Krise bekommen. Aber Verluste machst du nur, wenn du verkaufst.

    Wer in Japan investiert war,  hat sich nur wenn er nicht weiter investiert hat bis heute nicht von seinen Verlusten erholt. Nidec ein japanischer Lüfterhersteller z.B. ist in nur fünf Jahren von einem Kurs um 25 € auf ca. 130 € geklettert.

    Du solltest an dir und deiner Einstellung arbeiten. Dann klappt es auch mit der Rente.

    Ich drück dir die Daumen.

    Take care,

    June

     

     

  66. Bernd

    Hallo Pantoni,

    ja, Du musst an Deiner Einstellung arbeiten. Spekulation und Investition sind zwei paar verschieden Schuhe. Für die Spekulation sind die meisten von uns nicht Profi genug, aber investieren kann jeder. Investition ist aber eine Langfristangelegenheit. Der B+H-Anleger bindet sich idealer Weise ein Leben lang. Ich will keine Aktie mehr abgeben, ich möchte sie vererben und den Wohlstand in die nächste Generation tragen. Das Einzige, was mich interessiert, sind die monatlichen Einkünfte, die mein Depot abwirft. Davon möchte ich in Zukunft meinen Lebensunterhalt (zum Teil) bestreiten. Du kannst Dir selber ein Depot zusammenstellen oder einfach passiv in (ausschüttende) ETFs anlegen. Den täglichen Blick ins Depot solltest Du Dir aber sparen. Wen interessiert der Tagespreis? Dich sollte interessieren, was die Aktie in 20 Jahren für eine Dividende auszahlt. Wenn Du unbedingt spekulieren möchtest, dann lege Dir zwei Depots an. Mit dem zweiten kannst Du dann spekulieren – Du darfst sie nur nie vermischen. Wenn Du mental mit Aktien nicht klarkommst (das Problem haben ja viele Deutsche), dann kauf Dir eine angemessen Eigentumswohnung im Erdgeschoss oder mit Aufzug, dann kannst Du dort bis zu Deinem Lebensende wohnen. Wie die Immobilienpreise sich in Zukunft entwickeln, kann Dir dann auch egal sein.

    Viele Grüße Bernd

  67. Andrea

    Pantoni, was hast du denn erwartet, wo die Geelyaktie nach drei Monaten stehen sollte? Es geht immer mal eine Zeitlang gar nicht voran, das ist das tägliche Brot des Aktieninvestors. Geduld ist gefragt, und die Investition in Qualitätsaktien. Gerade bei den Elektroautos ist doch wahrscheinlich der Höhepunkt des Wachstums noch gar nicht erreicht, da kann mna doch der Geely ein bisschen mehr Zeit geben, wenn man an die Zukunft von Elektroautos glaubt.

    Am besten ist es, Aktien zu kaufen mit der Absicht, sie für immer zu behalten. Dann sucht man sich die Aktien auch sorgfältig aus.

    45 ist auf jeden Fall nicht zu spät, denn so kannst du noch ca. 20 Jahre sparen und investieren, bis du in Rente gehst. Ich arbeite auch nur teilzeit und mache es auch so, dass ich mir ein Zubrot zur vielleicht dünnen Altersversorgung dazu ersparen möchte.

    Crashphasen sind übrigens Phasen, wo man besonders viel investieren sollte (da die Aktien billiger sind, also Kaufkurse).

  68. Kiev

    @ Pantoni

    Du brauchst eine ruhige Hand beim investieren. Du hast vor einem Jahr eine kleine Wohnung zum vermieten gekauft? Wenn ich Dich richtig verstanden habe gibst Du Gas und die Wohnung ist in 7 Jahren bereits abgezahlt. Aber für Dich ist die Wohnung zu klein? Das ist nicht so günstig. Falls Du wirklich eine eigene Einheit bewohnen möchtest und eine weitere vermieten möchtest hättest Du es besser andersrum gemacht oder die zukünftige Wohnung erst einmal vermietet. Du hättest besser die freie Grundschuld der eigenen Einheit verwendet um eine weitere zu finanzieren. Wenn Du schon Schulden aufnimmst dann sollten sie möglichst lange abgesetzt werden. Privat schaust Du dass Du schnellstmöglich die 0 erreichst. Am besten fragst Du bei Strategiefragen hier im Forum wie man etwas am besten umsetzt. Hier gibt es viele Meinungen die bestimmt weiterhelfen.

    Ich sehe es ähnlich wie June. Mit 45 oder später wird es schwierig mit dem Kauf. Du müsstest ja spätestens ins 20 Jahren die Finanzierung sicher haben. Das ist in dem kleinem Zeitfenster ein großes Risiko, falls etwas anders kommt. Ich kann auch nicht sagen wie die Banken sich bei Refinanzierungen anstellen. Du sagst selbst das Deine Rente nicht so hoch ist. Am Ende bekommst Du keine Anschlussfinanzierung. Damit kenne ich mich aber noch nicht aus.

    Wenn Du erst in 5 Jahren die Traumwohnung zu 20% anzahlen kannst wird es sehr spät. Ab 65 wirst Du vermutlich auch nicht mehr die beste Rendite erzielen. Du wirst den Aufwand vermutlich reduzieren und langfristige Mieter suchen ohne, Service in Anspruch nehmen. Somit spekulierst Du eher auf einen Gewinn den Du durch Verkauf realisieren kannst. Ich betrachte allein den Cashflow. Wenn sich ein lukrativer Verkauf und Umschichtung ergibt, kann man es ja machen. Das sollte außer bei einer Entwicklung mit genau diesem Ziel aber nicht das Hauptkriterium sein.

    Überlege doch einmal wie viel Vermögen oder passives Einkommen Du haben möchtest. Ob Du dann im Eigenheim mit weniger investierten Kapital wohnst oder zur Miete mit mehr Kapital spielt dafür erst einmal keine Rolle. Dann kannst Du überlegen wie Du mit möglichst wenig Risiko dahin kommst.

  69. Pantoni

    Es stimmt schon, die Strategie zum Investieren steht noch nicht. Ich erreiche meine monatlichen (800 €) und jährlichen Sparziele und das finde ich schon mal toll. Habe lange nur konsumiert und kann daher sagen, dass für mich auch Tims Beiträge, in denen es eher um das Mindset geht, als Grundlage sehr wichtig sind. Wenn man lebt wie die Meisten und das Umfeld auch, muss das Denken erstmal umgestellt werden. Und ich denke es gibt auch an sich sparsame Menschen (Veranlagung, Erziehung) und andere denen es gar nicht leicht fällt. Über diese Phase seid ihr alle längst hinaus. Viele von euch investieren schon Dekaden, daher lese ich hier so gern.

    Für mich war erst mal Schritt 1 „dauerhaftes Sparen“. Jetzt muss Schritt 2 „weiter investieren“ kommen. Und hier bin ich offensichtlich noch in der Überlegung.

    @ Bernd: den Ansatz, wenn Aktien dann zwei Depots, finde ich gut

    @ Andrea: danke für, fürs Feedback. Das ist es, ich muss entscheiden ob ich langfristig mit B&H besser klarkomme oder mit einer zusätzlichen Immobilie

    @ Kiev: ich lese deine Beiträge sehr gern. Ich habe auch etwas abstrakt geschrieben, ohne Zahlenmaterial. Es gibt natürlich viele Parameter, die das Ganze auch einschränken. So habe ich nun einen kleinen Kredit, hätte aber gar keinen für ein größeres Objekt bekommen. Daher muss ich nun erstmal massiv ansparen, wenn ich noch ein Objekt möchte oder aber in Aktien gehen. Eine weitere Immo funktioniert nur, wenn ich es schaffe ca. 40 % anzusparen.
    Wir reden aber nicht von solchen Objekten, die ihr wahrscheinlich im Sinne habt. Eher etwas kleiner und im Norden.
    Trotzdem habe ich nicht ganz verstanden, warum du meinst, erst der Kauf des selbst bewohnten Objekts wäre besser?

    Ansonsten steht noch die Überlegung, anzusparen, in 5 Jahren (niemand weiß, wie dann der Immobilienmarkt aussieht) ein kleines Mehrfamilienhaus mit 40 % anzahlen, vermieten, Kredit auf 10 Jahre (dann bin ich 60 Jahre), dann die kleine ETW verkaufen und Restschuld abzahlen. Dann hätte ich ein kleines Mehrfamilienhaus, dessen Mieteinnahmen ich dann als Zubrot habe. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass man dann vielleicht nicht mehr so viel Energie hat und sich mit Mietern auseinandersetzen möchte.

    Euch einen schönen Tag
    Cheers
    Pantoni

  70. June

    @Pantoni,

    wenn man wie du erstmal den Weg zum Sparen findet ist das eine tolle Leistung. Und es ist nie zu spät überhaupt anzufangen. Umso wichtiger ist ein konkreter Plan.

    Ein kleines Mehrfamilienhaus ist etwas ganz anderes als ein Haus. Wenn jemand von einem Haus spricht, ist damit meist ein Objekt zur Eigennutzung gemeint.

    Die Zinsen eines vermieteten Objektes kann man von der Steuer absetzen. Diese Kosten reduzieren daher die Steuerlast. Kauft man eine Wohung, vermietet diese und zieht dann selbst ein, hat der Mieter einem die Wohung quasi über Miete, Anrechnung des Aufwands bei der Steuer und Abschreibung bezahlt.

    Banken müssen seit Mai 2017 viel strengere Richtlinien beim Immobielenkauf einhalten. Eine davon ist, dass die Immobile bei Renteneintritt abbezahlt sein muss/sollte. Mit 45 Jahren wird das einfach schwieriger dann einen Kredit zu bekommen. Und je älter man wird umso größer wird die Herausforderung, da man immer weniger Zeit hat.

    @Kiev,

    Anschlussdarlehen sind im übrigen von dieser Regelung ausgenommen.

    Pantoni, unter dem Gesichtspunkt, dass du keinen größeren Kredit bekommen hättest, ist so eine kleinere Investition sehr gut. Man muss einfach mal anfangen und lernen. Gerade bei Immobilien muss man auch viel Hintergrundwissen haben und das kann man sich leider nicht nur anlesen.

    Ich habe den Eindruck, dass gerade die Tatsache, dass du nun endlich mit dem sparen und investieren anfängst dich unheimlich ungeduldig macht. Du möchtest Ergebnisse und die möglichst schnell. Leider braucht man aber einen langen Atem.

    Mach dir doch erstmal einen konkreten Plan, Sparrate, Sparquote, Ziele, und dann versuche es umzusetzen. Zuerst eine eiserne Rücklage (3- 6 Monatsgehälter) bilden. Außerdem zusätzlich extra Rücklagen für deine vermietet Immobilie aus dem Cash Flow der Mieteinnahmen ansparen, meine Empfehlung ca. 6 Monatsausgaben. Investitionstopf anlegen, und klären wie du investieren willst. ETF’s, Aktien, Immobilien? Mit ETF’s und Aktien kannst du sofort beginnen. Immobilien bieten zwar einen größeren Hebel, du benötigst aber mehr Eigenkapital. Dann kannst du dir Gedanken machen wie du deine Einnahmen erhöhst, z.B mit einem Nebenjob. Und bedenke bei all dem bitte immer, der beste Plan nützt dir nichts, wenn du erstmal Monatelang oder gar Jahrelang brauchst ihn zu entwickeln. Der zweitbeste Plan, den du schnell umsetzt, kann besser sein, da du die Zeit und damit den Zinseszins nutzen kannst.

    Take care, und habt alle einen schönen Tag.

    Ich muss nachher zu einer Eigentümerversammlung, dass wird lustig.

    June

  71. Ex-Studentin

    @June

    Danke, wie immer für die netten Worte! Genau betrachtet, war wohnen wohl wirklich immer teuer. Man profitierte allerdings auch schon immer davon, wenn die Wohnkosten stagnierten, während das Gehalt stieg. Bin optimistisch, dass sich irgendwie schon was ergeben wird.

    @Pantoni

    Ich denke, dass alle Leser von Tim auf einem guten Weg sind. Das Aufbessern der Rente ist ein wichtiger Punkt. Wie viel brauchst du ca. dafür? MFH kann eine lukrative Sache sein. Man muss sich aber drum kümmern und braucht Rücklagen. Eine kleine selbst bewohnte Wohnung und ein 6-stelliges Depot klingen für mich stressfreier.

  72. Kiev

    @ Pantoni

    Mit zwei ETW hätte ich es so gemacht:

    Als erstes hätte ich das ETW gekauft für das ich mich interessiere. Auch wenn ich noch nicht dort einziehen möchte oder mir es aktuell noch nicht leisten möchte. Falls das Kapital dafür nicht ausreicht muss man dafür entsprechend lange sparen. Vielleicht wäre auch eine ETW in Frage gekommen bei der noch Dinge ausgebaut werden müssen. Vielleicht hast Du Ahnung in dem Bereich oder könntest manches ausführen?

    Die Einheit kostet als Beispiel 200k. Hier muss allerdings noch das Bad und Strom gemacht werden bevor Du einziehst. Dann machst Du die ersten drei Jahre nicht viel um keine Probleme mit dem Absetzen von Baumaßnahmen als Reparatur zu bekommen. Die Miete kann vielleicht gesteigert werden. Kurzfristigere Mietverhältnisse sind vorteilhaft, wenn Du später selbst einziehen möchtest (Studenten) und dabei gleichzeitig lukrativ (möbl. Vermietung). Spätestens 5 Jahre bevor Du einziehen möchtest renovierst Du alles teure und setzt es innerhalb von 5 Jahren ab. So musst Du auf die Kapitaleinnahmen keine Steuern bezahlen. Achtung, wenn es mehr als drei Gewerke sind, wird es vom Finanzamt nicht mehr als Reparatur anerkannt. Hier unbedingt vorher informieren wenn es konkret wird. Bad und neuer Sicherrungskasten wegen Badrenovierung FI ist z.B. eine schöne plausible Kombi.

    Jetzt hast Du die ETW für Dich hergerichtet und kannst sie beziehen. Das herrichten hast Du dabei von der Steuer abgesetzt und der Kaufpreis war durch die Notwendigkeit auch hoffentlich entsprechend günstig. Du konntest somit viel sparen.

    Da diese ETW immer den Hintegedanken der privaten Nutzung hatte, so hättest Du aggressiv Sondertilgung genutzt. Nehmen wir an die ETW ist mit 40k bereits abgezahlt. Du kannst ein neues Darlehen bei der Bank für eine ETW zur Vermietung über 100k aufnehmen. Die 40k dienen als Sicherheit (entspricht 40% Finanzierung). Du müsstest somit nur die Kaufnebenkosten von ca. 10k bezahlen.

    In diesem Fall ist die ETW zur Vermietung 100% beliehen. Du nutzt die Sondertilgung weiterhin maximal für Deine private Einheit. Wenn Du diese beziehst kannst Du diese Zinsen schließlich nicht absetzen. Bevor Du Aktien kaufst sollte natürlich das komplette konstrukt aus Schulden in einem guten Verhältnis stehen. Du musst es schließlich auch schnell abzahlen. Als erstes aber immer privat abzahlen und dann Invest. Das macht für das Risiko keinen Unterschied. Nur für Deine Steuer.

    Falls Du das Beispiel umdrehst siehst Du die Problematik. Du kaufst zuerst eine Einheit für 100k die nie privat verwendet werden soll. Du tilgst aggressiv, damit Du eine weitere ETW (private Nutzung) kaufen kannst. Nehmen wir an Du hast auch hier 40k abgezahlt. Jetzt kannst Du auch 100k für Deine Einheit nutzen. Du musst auch die Nebenkosten zahlen. Da diese Einheit vermutlich teurer ist musst Du weiterhin sparen. Alles Geld was die in die Sondertilgung steckst kannst Du nicht mehr auf die private Einheit umschichten. Du kannst nur das freie Darlehen für die Finanzierung nutzen. So wirst Du aber später einen hohes Darlehen mit entsprechend Zinsen für Deine Einheit haben und einen kleineres mit weniger Zinsen für den vermieteten Teil. Das ist nicht so günstig.

    Wenn Du die finanzierte Einheit nicht aggressiv tilgst lässt Du aber auch das Risiko stehen. Das Geld muss schließlich investiert werden. Und Investieren in Aktien bei hoher Verschuldung ist ein hohes Risiko.

    Die 800€ im Monat sind sehr gut um Dir ein finanzielles Polster aufzubauen, Notgroschen usw. wie von June beschrieben. Eine weitere ETW ist aber problematisch. Du kannst mit der Summe bei Problemen nicht viel bewirken. Freue Dich über die aktuelle Vermietung und den neuen Einkommensstrom und sichere ihn gut ab. Wenn die Verschuldung überschaubar ist kannst Du langsam in Aktien investieren. ETF ist vielleicht ein entspanntes Modell.

    Ich habe auch schon sehr gute Objekte besichtigt, die aber leider zu groß für mich waren. Andere mit mehr Kapital machen ein sehr gutes Geschäft mit der Immobilie. Ich kann das Risiko aber leider nicht tragen und muss nach etwas kleinerem mit weniger Rendite schauen. Diese Immobilien würden sich langfristig sicher lohnen. Ich könnte aber auf dem Weg dahin Probleme bekommen, die die Rentabilität stark einschränken. Zum Beispiel höhere Reparaturen ohne Mieterhöhungen. Auch wenn die Miete enormes Potential hatte kann es dauern bis sie auch genutzt werden kann.

     

     

     

  73. Thorsten

    @Ex-Studentin, @June

    Es stimmt, Wohnen war immer teuer. Manchmal haben die Preise stagniert, dann wurde es nachgeholt. Es sei denn in der Stadt ging es mit der Wirtschaft bergab. In Hamburg hat der Wohnungsmarkt 20 Jahre stagniert. Wer 1980 gekauft hat, hat 2000 gerade mal sein Geld rausbekommen. Dann ging die Post ab, erst unbemerkt , bis dann zuerst die Preise stiegen und  ca. 2007/2008 der Markt komplett gekippt ist. Da ging es nicht mehr um den Preis, es war schlichtweg nichts mehr da. Das konnte man sehen, das wusste die Politik sehr wohl und hat nicht gegengesteuert. Schon damals haben wir 1000 Einwohner netto pro Monat mehr gehabt. Der Wohnungsmarkt reguliert sich auch ohne staatlichen Eingriff, dann dauert es aber deutlich länger. Warum man die staatliche Eigenheimförderung just in dem Moment eingestellt hat, als der Babyboom angefangen hat und der Wohnraum weniger wurde, unverständlich. Die Steuergelder waren definitiv da. Heute kommt die Politik mit Baukindergeld , bla bla. alles viel zu spät. Leidtragende sind Familien, Geringerverdiner, Rentner. Die können kaum ausweichen sind gezwungen die Stadt zu verlassen oder in ungeliebte (Rand-)Bezirke zu ziehen. Und wer sich die Miete leisten kann, der kann halt weniger sparen.

    Ach ja ich habe gerade  Dominion Energy gekauft (932798). KGV 15,6, Div% 5,27 %. Energieversorger haben es mir seit Jahren angetan. Früher hatte ich Finanzwerte als stabile Anker im Depot, na ja, wir wissen was dann passiert ist und dass es im Prinzip unverändert gefährlich weitergeht… Also Energieversorger wie Konsumwerte : Konstanter möglichst steigender CashFlow. Dieses Unternehmen erhöht die Dividende ständig, ist gerade 20 % gefallen und könnte diesen  scharfen Kursverlust seit Top 12/2017 in den nächsten Wochen /Monaten (who cares ?) wieder erreichen . Dann gäbe es auch noch einen netten Buchwertgewinn (again : who cares, give me my dividends).

    https://www.buyupside.com/pricereturndividendinfo/pricereturndividendinfoinclude.php?symbol=D

    https://www.finanzen.net/analysen/Dominion_Resources-Analysen

     

  74. Mr. B

    Hallo Thorsten,

    werde Dominion Energy heutemittag auch kaufen. Interessant das du das gerade schreibst. Jetzt weiß ich auch wer die 80 Stück heutmorgen gekauft hat ; )

    Viel Erfolg und viele grüße, Mr. B

  75. Thorsten

    @ Mr.B du meine Güte, ich bin ertappt 😉

    Leider muss ich auch was beichten : Ich habe mich heute von meinen „HighTecAktien“ getrennt. Apple, Netflix,Amazon. Ich weiß, dass das Käse sein könnte, aber der Kaffeesatz sagt, dass diese Aktien so weit von ihren 100 und 200 Tage-Durchschnitten weg sind, dass sie jederzeit auf diese Linien zurückfallen könnten. Auf allen Charts ab 3 Monate bis 5 Jahre tobt der RSI mittlerweile zwischen 70 und 80 und das heißt überverkauft. Ich erwarte eine Korrektur bei diesen Aktien in Höhe von 5% (Apple), 10% (Amazon) bis  20% (Netflix) je nachdem wie die Börse insgesamt liegt.  Kaufkurse wären für Amazon 1250€, Netflix 240€, Apple 145€. Da können sich News aus Politik und Börse überlagern und es abschwächen oder verstärken. Apple hat mit geringem KGV einen guten Schutz, die anderen beiden sind ganz oben auf dem Seil, wehe man schaut nach unten. Alle diese Unternehmen sind Top, aber sie liefern mir keine Dividenden, stellen für mich ein Klumpenrisiko im Wachstum dar. Wer noch nicht wie ich im Rentenalter ist sollte sich davon unbeeindruckt zeigen. Ich kann und mag solche heftigen Einbrüche aber nicht und bunkere die Marie in Strom, Putzmitteln oder sonst langweiligem Zeug mit 3% bis 10% Rendite. Die Leute müssen in jeder Wirtschaftslage auf Toilette gehen, essen und putzen. Ob sie ein Iphone kaufen, kann sein, muss nicht sein. Irgendeine dämliche Nachricht wird die Aktien  vielleicht in den nächsten Wochen/Monaten runterprügeln und dann gehe ich shoppen. Wenn nicht auch gut, ich kann warten und kassiere meine Dividenden zwischendurch. Früher hatte ich Tagesgeld, jetzt Konsum- und Energieaktien zum Speichern von Cash.

  76. Slazenger

    Hallo Thorsten, Hallo Mr. B

    ich kannte Dominian Energy bis jetzt nicht! Die Dividenden Konstanz ist durchaus beeindruckend. Durchaus wert einmal einen zweiten Blick auf das Unternehmen zu werfen!

    Habt ihr eine Info, was den  rasanten Kurseinbruch in diesem Jahr ausgelöst hat?

     

  77. Thorsten

    Einen Teil habe ich dann doch fernab von Strom, Essen und Putzmitteln in AT&T gebunkert  KGV 9,5 , DIV% 6,2%

    Der Umsatz des gegen den Widerstand der US-Regierung um die Übernahme des Medienkonzerns Time Warner kämpfenden Unternehmens war im ersten Quartal um gut 3 Prozent auf 38 Milliarden US-Dollar gesunken. Der Gewinn legte unter dem Strich hingegen kräftig um mehr als ein Drittel auf 4,7 Milliarden Dollar zu. Analysten hatten beim AT&T-Zahlenwerk aber mit mehr gerechnet.
    Und weil es den Anlegern zu wenig war, haben sie den Kurs 5% in den Keller geschickt. Waaaas ? Boa ey.

    Ein anderer Teil geht noch in Holly Energy Partners KGV 17, DIV% 9%

    Beide Aktien habe ich schon im Depot, Aufstockung ist auch nett.

  78. Mr. B

    Wie sieht das bei der LP mit dem Steuerabzug aus? Wo hast du dein Depot?

     

  79. Pantoni

    @ June

    Danke dir für die tolle Zusammenfassung!

    @ Kiev

    Jetzt ist klar, warum du in anderer Reihenfolge vorgegangen wärst. Vielen Dank für deine Tipps!

    Cheers
    Pantoni

  80. Kiev

    @ Pantoni

    Das freut mich. Ich wünsche Dir viel Erfolg! Überlege was Du bis wann erreichen möchtest. Berechne die dafür benötigte Sparrate. Baue einen Notgroschen und Rücklagen auf. Und dann schaue nach einer passenden Strategie. Vielleicht gibt es ja auch  Alternativen. Es kommt darauf an was Du genau möchtest.

    Beispiel Wohneigentum

    Was sind die Gründe für den Wunsch nach Eigentum? Vielleicht kann mancher Grund entkräftet werden.

    Autark und frei bist Du nicht in einer WEG. Bei einem MFH mit Vermietung hast Du auch Verpflichtungen. Das alleinstehende Haus bietet viel Freiheit. Aber es hat seinen Preis. Es hat eine schlechte Rendite ( hoher Preis, zu viel Fläche) und die Lage ist meistens außerhalb des Zentrums.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

bitte lösen Sie diese einfache Aufgabe (Spamschutz) *