Vor mehr als einem Jahr habe ich den letzten Leserbrief veröffentlicht. Nun dachte ich, es ist mal wieder an der Zeit einen neuen zu veröffentlichen. Im letzten Leserbrief habe ich zwei Aktien aufgezeigt, die ich im vergangenen Jahr kaufen wollte. Zum einen gehörte die KLA Tencor und zum anderen die LEG dazu.
Schlussendlich habe ich nur in KLA Tencor investiert, den Hersteller von Inspektionssystemen für die Chipindustrie. Den Kauf der LEG Immobilien habe ich nach vielem Überlegen doch nicht gemacht. Das war wohl die richtige Entscheidung. Mit meiner KLA Tencor Position stehe ich aktuell gut 63% im Plus. Rückwirkend betrachtet war es für das abgelaufene Jahr eine gute Entscheidung.

Die Performance der LEG Aktie ist im letzten Jahr schlecht gewesen. Natürlich kann ein Investment in die Aktie gerade jetzt sinnvoll sein, wenn diese keiner haben möchte. Ich habe allerdings schon den Markführer Vonovia in meinem Depot. Ein Grund, weswegen ich die Investition nicht durchführte.

Umbruch im Jahr 2025: Mein Jobwechsel
Das letzte Jahr empfand ich als sehr erkenntnisreich. Vieles gewohntes hat sich auf einmal in Luft aufgelöst. Gespannt und etwas nervös stellte ich mich den neuen Herausforderungen. Sicher hat jeder Mal so ein Jahr oder gar eine Phase. Für mich war es vor allem ein Jahr der Weiterentwicklung. So habe ich zum Beispiel meinen Job als Bankkaufmann an den Nagel gehängt. Es war ein gut bezahlter Job, der mir wirklich Spaß gemacht hat. Jedoch habe ich häufig Produkte verkauft, die ich selbst nicht wirklich vertreten konnte. Außerdem finde ich, dass der Job keine guten Zukunftsperspektiven hat. Ich wäre gerne bei der Bank geblieben und hatte den Wunsch mich weiterzubilden, mit dem Ziel eine Position zu erhalten, die ich vertreten kann und die mir darüber hinaus auch Spaß gemacht hätte. Leider blieb mir das verwehrt. Ich kündigte mit dem Hintergrund, dass ich bereits bei einem neuen Arbeitgeber einen Vertrag unterzeichnet hatte.
Ein neuer Lebensabschnitt begann somit Anfang August. Bei meinem neuen Arbeitgeber arbeite ich als dualer Student. In einer ganz anderen Branche. Im Nachhinein betrachtet, war es das beste, was ich machen konnte. Ich hoffe, das bleibt so, aber da bin ganz optimistisch. Mein neuer Arbeitgeber weiß auch, dass ich einen eigenen Blog betreibe und das ganze nebenher mache. Dieser ist damit fein. Als Bankkaufmann musste ich mich mit vor allem wegen der Interessenskonflikte zurückhalten.
Ich habe meine Strategie angepasst
Als dualer Student verdiene ich nun 60% weniger. Damit komme ich zurecht, auch wenn ich eine eigene Wohnung unterhalten muss. Ich habe meine Ausgaben meinem Gehalt entsprechend angepasst. Auch die Sparquote muss ein wenig leiden. Dennoch investiere ich jeden Monat durch Sparpläne. Zusätzlich lernte ich in den letzten Monaten Geld und vor allem Luxus mehr zu schätzen. Eine tolle Erfahrung, die mich darüber nachdenken ließ, meine Investmentstrategie zu überdenken. Des Weiteren las ich viele Bücher, so zum Beispiel das Buch von Charlie Munger mit dem Titel: “Poor Charlie’s Almanack (Afiliate)‘‚. Dieses ließ mich am meisten über meine Strategie nachdenken.
Mit knappen Ressourcen gut wirtschaften ist seitdem mein Motto. Das habe ich auf mein Hauptdepot adaptiert. So habe ich kleine Aktienpositionen veräußert und die Learnings aus den Büchern übernommen. Zudem hat mich der Investor Monish Pabrai inspiriert. Sein Fokus liegt auf wenige Unternehmen. Diese sollten vor allem drei Merkmale aufweisen:
- Das Unternehmen sollte von einem Idioten geführt werden können
- Das Unternehmen sollte keine Nettoschulden aufweisen
- Das Unternehmen sollte eine hohe Eigenkapitalrendite erzielen
Einen Satz wiederholt er sinngemäß in seinen Interviews immer wieder, wobei er diese Aussage von Warren Buffett hat.
,,Als Investor sollte man gefallen darin finden, Farbe beim Trocken zuzusehen“
Ich habe meine Cash-Position erhöht
Das hat mich dazu veranlasst, vor allem meine Cashposition aufzustocken. Bei einer großen Gelegenheit, die sich bieten könnte, möchte ich vorbereitet sein, um voll und ganz investieren zu können. Das soll mich davor bewahren, zu sprunghaft und vor allem zu teuer in Unternehmen einzusteigen. Außerdem soll es mein FOMO-Zustand in Schach halten, auch wenn dieser nicht so stark ausgeprägt ist.
Natürlich bleiben meine bereits getätigten Investments bestehen. Auch meine Sparpläne lasse ich weiter laufen. Hier und da kaufe ich gelegentlich Stücke von meinen Beteiligungen nach, wenn ich diese als günstig empfinde. In meinem Hauptdepot befinden sich aktuell 25 Werte, weitere werden wohl erst einmal nicht hinzukommen. Aktuell befinden sich auf meiner Watchlist mehrere Unternehmen, die ich kaufen würde, wenn die Kurse um 20 bis 30% zurückgehen. So lange bleibe ich relaxed und beschäftige mich mit anderen schönen Dingen im Leben.
Beste Grüße aus Dortmund
Nick