Leser Peter: Er kauft ETFs, Aktien, Bitcoin und besucht Hauptversammlungen

Ich hab Peter in New York vor gut zwei Jahren getroffen. Er hat mich zum veganen Essen an der Wall Street eingeladen. Dabei hat er mir alles über eine gesunde Ernährung erzählt. Ich fand das motivierend, seither bin ich Veganer geworden. Etliche Reportagen hab ich mir anschließend auf Netflix und Amazon Prime angeschaut. Peter hat die Gabe, Themen gut erklären zu können und kann andere schnell begeistern.

Er besitzt Beyond Meat-Aktien und ist von Bike24 aus Dresden begeistert, die eine Shop-Plattform für Rad-Enthusiasten betreiben. Die Rad-Aktie fährt seit dem Börsengang im Juni davon. Alles, was mit Sport, Gesundheit, Reisen und Kunst zu tun hat, dafür begeistert er sich. Ich hab einiges von ihm gelernt. Er hat diesen Leserbrief geschrieben.

Leserbrief

Lieber Tim,

seit vielen Jahren lese ich Deinen Blog. Ich profitiere dabei immer wieder von Deinen Gedanken, neuen Ideen sowie den Leserbriefen. Nun möchte ich mich ebenfalls mit meinen Erfahrungen daran beteiligen. Danke, dass Du mir die Möglichkeit bietest!

Externe Motivation benötige ich dabei kaum noch, da ich sehr für Finanzen und Geldanlage brenne. Ich beschäftige mich leidenschaftlich gern damit.

Dabei wurde mir das Interesse an diesem Thema nicht in die Wiege gelegt. Es gab zwar einen Großvater, der Banker war und der mit Geld umzugehen wusste. Aber erst seit Anfang 30 gehe ich systematisch bei der Geldanlage vor, nachdem ich meine Ziele im Leben festgelegt habe.

Erste, kurze Erfahrungen am Aktienmarkt machte ich in der wilden Zeit des Neuen Marktes ab 1999. Aktuelle Kurse bekam man damals noch aus der Tageszeitung oder dem Videotext. Schlussendlich verblieb mein Geld jedoch nicht am Aktienmarkt, sondern ich gab es damals immer wieder für größere Reisen aus.

Durch Erfahrungen interessiere ich mich schon seit meiner Jugend für Sport und gesunde Ernährung. Seit meinen 30ern verstärkten sich diese Trends. Ab 2013 begann ich mich, systematisch damit zu beschäftigen, so dass ich mich seitdem fast ausschließlich pflanzlich ernähre. Das bereitet mir viel Freude. Gleichzeitig tue ich noch etwas Gutes für Tier und Umwelt.

Leser Peter ist hier im Kunstmuseum Rolandseck in Remagen: Er mag Kunst, Aktien, ETFs und ist begeisterter Veganer.

Gesunder Lebensstil, solide Finanzen, Zufriedenheit

Der Grundgedanke dahinter ist ein wenig egoistisch: Durch einen gesunden Lebensstil das Maximum an Lebenserwartung rauszuholen, geht für mich Hand in Hand damit, die eigenen Finanzen auf eine solide Grundlage zu stellen. Nur das Vorhandensein von beidem kann aus meiner Sicht ein Optimum an Zufriedenheit gewährleisten. Das wünsche ich mir natürlich auch für meine Liebsten und die Personen, die mir nahe stehen. Natürlich weiß ich, dass man nicht immer alles in seiner eigenen Hand hat.

Ob es sich um Ernährung, Kunst oder Aktienanlage handelt – richtig Auftrieb bekommt ein Thema für mich durch gute Literatur. Aber auch wenn man sich mit Leuten vernetzt, die auf der gleichen Wellenlänge sind und sich ebenfalls für die gleichen Themen interessieren und ggf. dafür brennen.

So koche ich: Vegan, Tofu mit Gemüse:

Freundschaften im Aktienbereich

Nachdem ich in den 2010er Jahren systematisch mit der ETF-Anlage begann, waren weitere Meilensteine der Beitritt zu verschiedenen Aktiengruppen. Mit der Zeit haben sich viele spannende persönliche Kontakte und Freundschaften entwickelt. Auch reine Online-Bekanntschaften habe ich, was heutzutage gut funktionieren und für alle eine Bereicherung sein kann.

Ein Höhepunkt war für mich das Treffen mit Tim im Mai 2019 in New York, welches meinen Aufenthalt dort, der sowieso schon beeindruckend war, zu einem noch denkwürdigen Erlebnis machte. Wir unterhielten uns damals z.B. über die Aktie von Beyond Meat, welche ich zeitnah nach dem IPO kaufte und die im Anschluss zum Höhenflug ansetzte.

Mein Ziel ist es natürlich, langfristig Vermögen aufzubauen. Und dieses, wenn möglich, zu vererben. Dabei sollen mich die Erträge aus den Anlagen unterstützen, meine Ziele und Wünsche zu erreichen. Selbst wenn zum Beispiel das Ziel, einmal in den Weltraum zu fliegen, im Jahr 2021 immer noch ein wenig utopisch anmutet.

Jeder muss für sich herausfinden wofür er brennt

Mittlerweile kommen Freunde und Bekannte auf mich zu und fragen mich um Rat bzgl. eines Einstieges in den Aktienmarkt, insbesondere zur Altersvorsorge. Besonders freue ich mich immer wieder, wenn sich Frauen für das Thema interessieren, weil diese in dem Bereich weiterhin unterrepräsentiert sind.

Meine Einzelwerte

Meine Geldanlage unterteilt sich in 4 Bereiche. Der Hauptteil von ca. 65% besteht aus Einzelaktien zur Langfristanlage. Ich würde mich mittlerweile als sicherheitsorientierten Anleger beschreiben. Diese Einstellung wurde durch Corona und vorherige Krisen verstärkt. Ich bleibe mittlerweile cool, auch wenn in Krisenzeiten das Depot mal abtaucht. Das geht aber auch nur, weil ich von 95% meiner Werte sehr überzeugt bin.

Meine größten Positionen sind eher klassische, wenn vielleicht auch zum Teil ungewöhnliche Werte: 1. Apple, 2. Blackrock, 3. Hermès, 4. Waste Management, 5. Nvidia, 6. Nornickel, 7. Disney.

Dividenden mag ich sehr. Ich achte auf ein stabiles Geschäftsmodell: niedrige Ausschüttungsquoten, stabile und regelmäßige Anhebungen der Dividende, wenn möglich. So wie es aus meiner Sicht Warren Buffett vorlebt.

Hauptversammlungen

Zusätzlich hat sich aus eigenem Antrieb (aber auch durch einen guten Freund mit viel Erfahrung in diesem Bereich) das Interesse am Besuch von Hauptversammlungen entwickelt. Ich erfahre viel über das jeweilige Unternehmen. Und lerne interessante Leute kennen, die ebenfalls für das Thema brennen. Nicht zuletzt hab ich oft einen sehr schönen Tag in nettem Ambiente. Zumeist mit gutem Essen.

Ich besuche Hauptversammlungen, von denen ich oft nur 1 Aktie der jeweiligen Gesellschaft im Depot habe. Bisher habe ich jedoch wegen Corona und aus Zeitgründen nur einen Bruchteil davon besucht. Dafür vorgesehen sind bei mir: Artnet, BASF, Bike24, Deutsche Post, DocCheck, DWS, E.ON, Hugo Boss, Lang &Schwarz, Scherzer, Schloss Wachenheim, Secunet, Sino, Tui, Varta, VW sowie Weng Fine Art.

Dabei sind für mich die HVs der kleineren Gesellschaften oft die interessanteren. Die Wahrscheinlichkeit zum tatsächlichen Besuch einer HV steigt dabei natürlich, wenn es sich um eine lokale Gesellschaft handelt (für mich im Raum Düsseldorf). Manchmal kann ich schöne Dinge miteinander verbinden. Wie z.B. den Besuch eines Freundes in einer weiter entfernten Stadt mit dem (gemeinsamen) Besuch einer HV und z.B. einer Stadtbesichtigung.

Weng Fine Art

HV der Weng Fine Art mit Kapitalmarktprofi Tobias Kramer (links) im Gespräch mit Vorstand Rüdiger K. Weng (Mitte).

Die letzte Hauptversammlung, die ich besucht habe, war die der Weng Fine Art AG am 24. August 2021 im InterContinental in Düsseldorf. Bei der Weng Fine AG handelt es sich nach eigener Definition um „ein führendes international agierendes Kunsthandelsunternehmen, das hauptsächlich gewerbliche Kunden beliefert.“

Für mich war es spannend, den Ausführungen von Vorstand Rüdiger K. Weng zu den Entwicklungsmöglichkeiten der Gesellschaft zu folgen. Ich interessiere mich selbst sehr für den Kunstbereich und besuche regelmäßig Ausstellungen, Museen und Galerien.

Die Hauptversammlung begann in einem für mich sehr ansprechenden Interview-Format, in welchem Herr Weng den neuen digitalen Kunstbereich der NFTs (Non-Fungible Tokens) als digitale Vermögenswerte erläuterte, in welchem die Gesellschaft sich engagieren will.

Kunstwerke werden in digitale Tokens eingeteilt

Wengs Idee (so wie ich sie verstanden habe): Ein physisches Kunstwerk kann (digital) fraktionalisiert werden. Z.B. in 1.000 Token, welche dann einzeln verkauft werden und als Anteilsrecht am Kunstwerk oder als das Kunstwerk selbst verstanden werden können, analog zu Aktien als Anteil an einer Gesellschaft. Ähnlich wie bei Editionen, wo es z.B. 100 Exemplare von einem physischen Kunstwerk gibt, ist so eine Homogenisierung dieses an sich sehr heterogenen Bereiches möglich. Durch die Struktur mit eindeutigen Identifizierungscodes ist jeder NFT dabei einmalig. NFTs schaffen also digitale Knappheit.

Wie Herr Weng möchte ich hier das Beispiel des Künstlers Damien Hirst nennen

„Während viele Künstler heutzutage ihren Käufern zusammen mit dem digitalen Token auch ein physisches Objekt überlassen, hat man bei Hirsts System die Wahl. Der Sammler kann den NFT entweder behalten oder gegen eines der physischen Werke eintauschen. Und er hat ein Jahr Zeit, sich zu entscheiden. Bis zum 27. Juli 2022 um 15 Uhr (BST) wird das entsprechende Kunstwerk verbrannt, wenn die Sammler die NFT nicht gegen einen Druck eingetauscht haben.“

Laut Weng wird es so möglich sein, dass ein privates oder öffentliches Ausstellungshaus z.B. 51% der Rechte eines Werkes hält und dieses z.B. lokal physisch ausstellt, während 49% der Rechte digital als Token an Investoren verkauft werden.

Als Beispiel für die Entwicklungen in diesem Bereich möchte ich das Werk Fidenza #313 des Künstlers Tyler Hobbs nennen. Es wechselte für 1.000 ETH den Besitzer, zu dem Zeitpunkt entsprach das ca. 3,3 Millionen Dollar.

Manchmal wechseln Anteilsscheine aus meinem Bereich der HV-Aktien zur Langfristanlage. Bei der Weng Fine Art AG ist das bei mir der Fall. Ein Highlight des Tages der Hauptversammlung war für mich ein kurzes Gespräch und Foto mit Christian W. Röhl, der Mitglied des Aufsichtsrates ist.

Leser Peter traf kürzlich Aktienprofi und Aufsichtsrat der Weng Fine Art, Christian W. Röhl.

Exchange-Traded Funds (ETFs)

Den dritten Bereich bilden günstige physisch-replizierende ETFs, in die ich zur Basisabsicherung investiere. Dieser Bereich macht ca. 30% meines Portfolios aus. Wie bei meinen Einzelwerten liegt mein Schwerpunkt klar auf den USA, wobei es durch meine Einzelwerte und ETFs teilweise zu Überschneidungen kommt, was ich so akzeptiere.

Auch hier bevorzuge ich die ausschüttenden Varianten. Ich habe den Fokus auf den S&P 500 mit dem IE0031442068 gelegt. Ich besitze Anteile am Stoxx 600 (DE0002635307). Ebenfalls habe ich den Welt-Dividenden-ETF von Vanguard (IE00B8GKDB10) sowie einen REIT-ETF (IE00B1FZS350).

In China bin ich ausschließlich über einen ETF investiert. Es handelt sich nur um einen sehr kleinen Anteil am Gesamtdepot. Es ist der HSBC MSCI China ETF (IE00B44T3H88).

Bitcoin (BTC)

Seit diesem Jahr investiere ich zusätzlich regelmäßig im Kryptobereich. Ich muss zugeben, dass ich ein Fan von Elon Musk bin. Seine Tweets verfolge ich natürlich. Dazu gehört der Hype um „DOGE“. Ich muss immer herzlich über kursierende Memes dazu lachen.

Investiert habe ich nur in Bitcoin. Ich bin diesbezüglich sehr dankbar über die Ausführungen eines Freundes, der mir zur Einführung als Lektüre ein Buch und seinen Blog empfohlen hat. NFTs oder andere Kryptowährungen besitze ich aktuell keine.

Dankeschön!

Vielen Dank für das Interesse an meinem Beitrag. Ich freue mich auf konstruktive Kommentare.

Falls jemand weiß, wie es abläuft, wenn man Hauptversammlungen französischer Aktiengesellschaften besuchen will (Hermès), bitte ich ebenfalls um Informationen im Kommentarbereich.

Vielen Dank insbesondere an Dich, Tim, für unseren Kontakt und die Veröffentlichung meines Beitrages!

Beste Grüße aus Düsseldorf

Peter (41 Jahre alt)

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  1. “Falls jemand weiß, wie es abläuft, wenn man Hauptversammlungen französischer Aktiengesellschaften besuchen will (Hermès)”

    Ich war mal auf der GV von LVMH das ist aber lange her war da zufällig gerade in Paris, es lief gleich ab wie hier, musste aber die Bank kontaktieren so dass ich die Formulare bekommen hab, Discountbroker bieten den Service teilweise wohl nicht an.

    Ich nehme an Hermés ist auch eine Inhaberaktie dann musst Du deinen Broker oder Bank kontaktieren, du bist ja nicht eingetragen, und auch da verschicken wohl nicht alle Unternehmen Einladungen in die ganze Welt.

    Ein Grund weshalb ich 2 Depots habe eines etwas teurer dafür mehr Service in solchen Fällen lohnt es sich.

    Goodies gab es aber dort keine, bei Schweizer Aktien ist das häufiger, bei Lindt gibt es einen Koffer mit Schokolade, bei Swatch eine Aktionärsuhr, bei Calida ein Pijama oder bei Jungfraubahnen Gratis-Tickets 🙂 Braucht man ja nicht unbedingt aber kann es ja weiterverschenken aber ich finde das eine nette Geste und man hat so eine ganz andere Beziehung zur Gesellschaft als wenn es nur eine Zeile im Depot darstellt.

  2. @Bruno
    wobei man dazu klar sagen muss dass es sich bei den “Goodies” der aufgezählten Schweizer AG’s um die (Sach)Dividende handelt.
    Das Goodie anderer Firmen ist dann halt analog die klassische Gelddividende.

    Und für den Lindtschokokoffer muss man 109.000 CHF zahlen (Wert einer Aktie)… 😉

  3. Hi Tim
    ein interessanter Bericht. Hauptversammlungen besuchen macht Spass. Ich habe einmal ein Ehepaar kennengelernt, das pro Jahr rd, zwanzig Versammlungen besucht und mit Reisen verknüpft. Sie treffen dabei Leute und mitunter gibt es sehr spannende Veranstaltungen. Ich war teilweise auch sehr positiv überrascht, Produktpräsentationen, Firmenführungen, Präsente etc.
    Beste Grüsse

  4. Das Interesannte am Bitcoin ist, dass alle Negativaspekte in der Fanwolke ausgeblendet werden. Ich vergleiche das mit Gold “gibt keine Zinsen”. Stört bei Kryptos nicht, die Gier blendet es hier aus.
    Im Gegensatz zu Gold sind Kryptowährungen in ihrer Gesamtheit beliebig vermehrbar, indem neue Währungen definiert werden. Bitcoin, Ethereum,…. Wenn die zu teuer würden, käme die nächste Kunstwährung dran und würde gepusht.
    Ein unregulierter und anfälliger Markt kommen dazu.
    Und noch viel mehr.

    Meine Meinung : Hochriskant und nur für Zocker.

    Und wenn ich das schreibe kenne ich auch schon die Reaktion : man solle sich mit Blockchain beschäftigen, ideologische Betrachtungen über Vorzüge einer nicht von einer Notenbank kontrollierten Währung, etc. Das greift wie Zahnräder ineinander und trägt Züge einer Religion.

  5. @Nixolino
    Meine Lindt-Aktie hat 10k gekostet, das dürfte schwierig werden diesen EP wieder zu erreichen. Bei Calida braucht es 20 Aktien aber für die Swatch Aktionärsuhr reicht eine Aktie, aber man muss glaub einen Wohnsitz in der Schweiz haben.

    Ich würde aber nie eine Aktie wegen diesen Dingen kaufen, ich erwarte auch bei der Apple-Aktie nicht jährlich des neuste IPhone 😀

    Essen tut man aber glaub ich nicht mehr so gut wie früher, da wird gespart, es gab da einige Rentner die hatten von jeder Aktie ein Stück nur um dann jeden Tag irgendwo gratis essen zu können und etwas Gesellschaft.

    @Bitcoin
    Ich bin denke ich relativ resistent gegen Verschwörungstheorien, eine besagt ja, dass Bitcoin als trojanisches Pferd entwickelt wurde von der US-Regierung um schmutziges Geld anzuziehen und irgendwann dann zu “cleanen”. Ich glaube nicht wirklich daran aber es ist natürlich schon auch erstaunlich, dass die FED und US-Regierung nie wirklich kritisch waren ist ja immerhin zu einer Alternative geworden ausserhalb des FED-Geldsystems 🙂

  6. @Bruno:
    Das klingt spannend wegen Bitcoin/cleanen. Wie wäre denn gemäß dieses Narrativ der Ansatz? Schmutziges Geld soll in BC gehen, und irgendwann final wird der verboten und das schmutzige Geld ist damit aus dem Kreislauf absorbiert(sozusagen Trap)? Kenne mich nicht aus, und in der Tat gibt es so viele Theorien. Dass sämtliche Zentralbanken hier überhaupt nicht wirklich regulatorisch intervenieren, während sonst jeder Pups durchreguliert wird, finde ich nicht nur erstaunlich, sondern auch äußerst schwer einzuordnen.

  7. Ich vermisse bei Leserbriefen wie diesem häufig interessante Informationen zu nicht ganz unerheblichen “Randbedingungen” wie Beruflicher Werdegang, Familienstatus, Wohnsituation etc. für eine ganzheitlichere Einordnung. Vielleicht kann man da künftig etwas nachjustieren, muss ja keiner damit völlig die Hosen runter lassen. So bleiben für einen Teil der Leser doch einige Fragezeichen.

    @Bitcoin: Spekulation pur. Aber warum nicht? Ein kleinen Posten Kryptowährungen-Mix decke ich über ein Zertifikat ab.

  8. @Tobs
    Ja so unfähr, aber wir wissen es nicht.
    Ich finde die Idee von Bitcoins oder generell auch Blockchain schon interessant und denke es wird noch einige spannende Anwendungen geben, ich bevorzuge dann eher in Unternehmen zu investieren die sich das zu Nutze machen. Die Notenbanken sind ja auch an eigenen Projekten dran, ich denke nicht dass man neu “private oder anonyme” Konkurrenz dulden wird in diesem Bereich, vielleicht warten sie bis sie ihre Sachen “produktionsreif” haben. Für mich sind das aber die Hauptgründe weshalb ich da nicht investieren, wer einen kleinen spekulativen Betrag dort investiert finde ich in Ordnung, aber grössere Geldbeträge würde ich da nicht reinlegen, nur in der Hoffnung dass die Leute laufend mehr dafür bezahlen, ist halt reine Spekulation auch mit dem Risiko eines Totalverlustes. Falls es sich einmal etabliert als stabiles, werthaltiges und inflationsgeschätzes System als Alternative zu Gold & Co. schaut es vielleicht anders aus, aber es müsste dann auch energieschonender sein. Aber ich sähe das dann nicht als Investment sondern halt Cash-Alternative, und grössere Cash-Reserven brauche ich eher im Unternehmen und nicht privat. Aber da sind wir weit weg, denn alleine die Volatilität ist ein Unding sowas professionell zu nutzen aktuell, jene die Produkte und DL darin anbieten für die ist es eher Spielerei. Denke auch Tesla würde auf die Welt kommen wenn plötzlich alle ihre Autos nur noch mit Bitcoins bezahlen würden.

  9. @Wolke: Vielen Dank für den Link, sehr interessant und lehrreich. Sehr klare Ansagen. Bei den ETFs verstehe ich durchaus seine Einwände, lässt sich aber z.B. durch Branchen-ETFs zumindest etwas gezielter steuern. Darum setze ich bei ETFs eigentlich nur auf Branchen statt auf einen breiten Index. Damit lassen sich Spezialgebiete wie Gaming, Robotik oder Cyber Securitiy schön abbilden und Chancen/Risiken zugleich etwas breiter streuen als bei Einzelaktien.

  10. Bitcoin als trojanisches Pferd zum cleanen, geht irgendwie in die Richtung Gates’ Chip Einpflanzung bei der Impfung, oder? Witzig aber allemal 🙂 Ich mag ja Verschwörungstheorien.

    -M

  11. @-M
    Die Frage ist nun wem vertraust du mehr, Bill Gates oder der FED haha.

    @Wolke
    Er ist ja ein guter Redner das muss man ihm zugestehen. Wäre ja aber auch komisch wenn ein aktiver Fondsmanager positiv auf ETFs gestimmt wäre dann müsste er ja sein Wirken hinterfragen. Umgekehrt werden sich Indexfonds-Company auch kaum positiv auf aktive Fondsanbieter oder Einzelwertinvestments äussern ausser sie haben das auch im Angebot.

    Eine Statistik wäre sicher interessant welcher Privatanleger besser gefahren ist langfristig, wer selber Einzelwerte ausgesucht hat oder ein weltweiter ETF. Die grössten Fehler sind aber bei den Meisten ganz andere, nicht die Wahl ETF oder Einzelaktien sondern Investieren oder nicht investieren, Trading oder Buy & Hold etc. etc.

  12. Elsässer – Fonds
    Ein aktiver Fondsbetreiber welcher ETFs nicht mag ist ja wenig überraschend. Der Herr Elsässer ist ein erfrischender Geselle. Ich mag seine klaren, fundierten und launigen Aussagen. Er bereichert die Szene positiv wobei sein etwas elitäres Gehabe schon kauzig ist mEn. Seien Fonds allerdings würde ich niemals kaufen. Special Values hört sich toll an, der Pergamon will antizyklische Sondersituationen nutzen. Super. Aber was ist die Realität und Fakten im Vergleich zum Wunschdenken? Selbst bereits vor Kosten schlagen die Fonds einen einfachen World ETF bisher klar nicht soweit ich das verglichen habe. Aber vielleicht in Zukunft – die kann niemand vorraus sagen, auch nicht Herr ME. Was sagt uns das über die prognosefähigkeit unserer Einzeltitelauswahl wenn schon ein gestandener und unabhängiger Profi, welcher ja noch von Skaleneffekten profitiert, einen dummen passiven Welt-ETF nicht zuverlässig outperformt.

    1. Na, das Herr Elsässer nicht so gut ist, wie viele hier im Forum, die nicht nur Einzelwerte, sondern sogar Einzelwerte aus China analysieren und erfolgreich herausfiltern können 🙂

      Gar nicht zu sprechen vom erfolgreichen Signaltrading in Werten wie BAT. Da kann sich noch der ein oder andere sogenannte Profi da draussen ein Scheibchen abschneiden.

  13. @4211
    Ich denke, mit der Prognose-Fähigkeit trifft Du einen wichtigen Teil des Problems, aber nicht das ganze Problem. Meines Erachtens verlieren die meisten in der Execution. Entweder haben die meisten gar keinen Plan (wenn man kein Buy & Hold Typ ist, sollte man eigentlich bei Einstieg wissen, was man will, das tut aber fast niemand) oder sind ein vermeintlicher Buy and Hold Investor, die sich aber bei ein bisschen gegenlaufenden kurz- bis mittelfristigen Entwicklungen schnell einnässen. Somit ist im Ergebnis das Meiste dem Zufall überantwortet. Das dies im Ergebnis zu einem schlechteren Abschneiden als der Marktdurchschnitt führt, ist überwiegend wahrscheinlich.

    Meines Erachtens braucht es eine gewisse confidence, die sich nicht aus einer vermeintlichen Prognosefähigkeit oder anderer Überlegenheit ableitet, sondern eher aus einem skill-set. Kein Mensch weiß, ob man damit obsiegt, aber gerade diese Unsicherheit zu akzeptieren ist doch Teil des Weges, überhaupt obsiegen zu können.

    @Syntax: Ich halte ETF für etwas fantastisches, und jeder der sie stur bespart, ist auf dem richtigen Weg. Es bringt aber wenig, sich dadurch zusätzlich selbst bestätigen zu wollen, indem man das Verhalten aktiver Investoren in Abrede stellt. Mir umgekehrt viele dies bezüglich sturer ETF-Sparer im Leben nicht ein. Wenn man bezüglich der eigenen Strategie confident ist, schaut man eigentlich nur auf sich selbst.

    1. Ich würde da noch anführen wollen, dass die Fondsmanager teilweise 100 Aktien im Portfolio haben mit je 1% Gewichtung….wie will man da überhaupt besser als der Schnitt sein. Das ist purer Zufall dann. Dazu die Kosten noch.

      Fondsmanager wie wie Tom Russo, die den Index geschlagen haben auf längere Zeit haben 95% des Depots in 15 Firmen liegen, und somit auch eine reelle Chance besser zu sein.

      Die meisten Privatanleger sind auch mit ETF schlechter als der Markt, da die bei fallenden Kursen wie blöd verkaufen. Menschliches Verhalten. Das Problem sitzt meist vor der Tastatur eben.

      Und ja ich China Heini sehe aus wie ein Depp, da muss ich alleine durch…alles gut so. Wie viele kann jeder. War ich aber noch nie der Typ.

      -M

      1. Hallo -M,

        keine Sorge, bei China-Werten halte ich Dir die Hand. Vielleicht schaffe ich es dieses Jahr noch aufzustocken….

  14. @China-Aktien
    Was ich mich hier frage, und tatsächlich erst besonders auf dem Schirm habe, seitdem dieses Thema in den letzten Wochen wieder verstärkt besprochen wurde: Wie sicher ist es, dass ich als Aktionär Eigentümer eines Chinesischen Unternehmens bin?
    Die Frage hängt natürlich davon ab, ob ich die Aktien direkt an einer Börse in China gekauft habe, oder ich mir ADR`s zb. über US-Börsen beziehe.
    Und zweitens: Ist es richtig, dass ich bei Aktien-ADR`s Chinesischer Unternehmen, die ich mir zb. in den USA kaufe, die Depotbank diese mit einer Gebühr versehen kann, und die Bank evtl. diese Gebühr dann zb. über eine gekürzte Dividende einbehält?
    Hat hier jemand, der Aktien aus China hält, evtl. schon seine Erfahrungen mit Direktkäufen oder ADR`s in Hinblick auf meine obigen Ausführungen gesammelt? Ich selbst habe noch nie eine China Aktie besessen und auf diesem Gebiet nur theoretisches Wissen.
    Es würde mich allgemein mal interessieren, ob es bei ADR`s Abzüge von der Depotbank für die Verwaltung der Anteile geben könnte. Die Frage hat wahrscheinlich nicht nur mit China als Land zu tun. Theoretisch kann man ADR`s auch von Konzernen anderer Länder erwerben.

    1. https://de.wikipedia.org/wiki/American_Depositary_Receipt

      Ich halte mich fern von ADRs. Ich möchte keine Zertifikate und Kontrahentenrisiken, wer die Finanzkrise miterlebt hat weiss warum, es ging da ja relativ gut aus aber in einer potentiell nächsten Finanzkrise könnte es anders aussehen, da dann die Notenbanken wohl am Anschlag sein werden. Bei chinesischen ADRs kommen noch die ganzen politischen Risiken hinzu.

      Deine Frage bezüglich Abzüge / Verwaltungskosten das würde ich nicht ausschliessen die Depotbank kann jederzeit ihre Bedingungen ändern, sie hat in normalen Zeiten sicherlich kein Interesse weil ihr dann die Investoren davon laufen aber man hat halt einfach deutlich mehr Risiken bei ADRs als bei richtigen Aktien.

      Ich finde einfach, als Grundsatz, man sollte alle Risiken, welche vermeidbar sind, vermeiden. Gibt genug Umstände, worauf man keinen Einfluss hat. Also würde ich BABA in HK kaufen und nicht an der NYSE als ADR.

      1. Danke für deine Antwort. Ich stehe dem ganzen auch eher skeptisch gegenüber. Wie ich oben schon erwähnte, besitze ich keine Anteile chinesischer Konzerne. Ich würde wahrscheinlich auch nie in den Genuss kommen eine Hauptversammlung im Reich der aufgehenden Sonne zu besuchen. Aber Urlaub in Shanghai würde ich gerne mal antreten. Nur mal eine Woche, müsste nicht länger sein.

  15. Alibaba
    Einer der reichsten Menschen der Welt, der immer spektakuläre Auftritte als Rockstar vor Publikum liebte, wurde seit seiner kritischen Rede vom 24. Oktober 2020 (also bald fast 1 ganzes Jahr!) nicht mehr wirklich gesehen. Ant wurde ‘anscheinend’ Teilverstaatlicht.
    https://www.forbes.com/sites/georgecalhoun/2021/06/24/what-really-happened-to-jack-ma/
    https://www.forbes.com/sites/georgecalhoun/2021/06/07/the-sad-end-of-jack-ma-inc/
    Nichts genaues weiss man nicht – so ist meine persönliche Überschrift zu Chinaaktieninvests. Gut, das geht einem mit Elon Musk bei Tesla oder bei Bitcoin auch nicht viel anders…

    1. Jack Ma ist vermutlich im Hausarrest, im Straflager oder Tod. Egal was davon, es ist bestimmt nicht freiwillig. Sehr merkwürdig finde ich, wie wenig über sein Schicksal in der westlichen Presse berichtet wird.

  16. Weil Herr Elsässer angesprochen wurde: Seine 2 Fonds gibt es zwar bereits seit 2002, aber ein einfacher Vergleich mit dem ältesten in Deutschland gehandelten MSCI World aus dem Jahr 2005 reicht für ein aussagekräftiges Ergebnis aus: Nicht ETFs, sondern seine überteuerten Fonds sind schlecht: https://www.fondsweb.com/de/vergleichen/ansicht/isins/IE00B0M62Q58,LU0150613833,LU0179077945

    Es ist immer wieder erstaunlich, wenn selbsternannte Profis nicht einmal die Marktdurchschnittsrendite erreichen, aber gleichzeitig allen anderen die Aktienwelt erklären wollen. 🙂

    1. Neben der Performance sind ja die Verkaufsargumente in Deutschland für aktive Fonds meist auch “Sicherheit” und “besondere Qualität”. Wenn man dann schaut ist die Volatilität und maximale Korrekturen doch nicht signifikant anders als beim sturen World-ETF.

  17. @Mark 85
    Danke für die Darstellung. Habe mir das Interview mit Friedrich angesehen. Der Elsässer redet total wirres Zeug. Fast schon Florian Homm Niveau.

    1. Wobei die Namen beliebig austauschbar sind: Ob Herr Elsässer, Müller, Otte oder neuerdings Beck – alle kassieren für unterdurchschnittliche Leistungen überdurchschnittlich ab.

      Letztendlich ist natürlich jeder Privatanleger nur für sein eigenes Geld verantwortlich, aber mir tun die gutgläubigen Anleger etwas leid, die auf die Redegewandtheit der Herren hereinfallen.

      1. Ist an vielen Orten so, nicht die besten Produkte und Dienstleistungen gewinnen, sondern die besten Verkäufer oder das beste Marketing. Diese Herren sind ausgezeichnete Verkäufer und verdienen damit sehr gut. Aber sie sind auch gut zu durchschauen, man muss nur sachlich analysieren.

        Bei Unternehmen ist es aber auch oft nicht anders, McDonalds hat nicht die besten Burger der Welt, Starbucks hat nicht den besten Kaffee, aber sie sind trotzdem extrem erfolgreich.

        Selbst im Privatleben bei der Sozialakquise bekommen die besseren VerkäuferInnen die besseren Partner, wie nachhaltig, ist dann eine andere Frage 🙂

      2. @Mark 85
        Von Elsässer, Müller, Otte, Beck stimme ich bei den ersten drei zu, aber Beck halte ich für sehr ehrlich und kompetent. Sein Fond ist überflüssig, aber ich habe durch seine Interviews nochmal einiges gelernt (lernen = seine Aussagen verstehen, auf Plausibilität prüfen, als korrekt bewerten, als Wissen im Kopf abspeichern). Natürlich kann ich das nur durch meine eigene Wissensblase bewerten, aber Beck halte ich für sehenswert.

      3. K*mmer nicht zu vergessen. Es geht um Aufsehen, Klicks und Verunsicherung, um die Schafe in strukturierte Produkte, Plakativliteratur oder Vermögensverwaltungen zu treiben. Der Mensch, der den Goldpreis über 300 Jahre mittelt, die Aufhebung der Goldpreisbindung unterschlägt und die Unze Gold auf 28g drückt. Unsäglichen Aussagen über Immobilien kommen dazu. Mit eigenem Depot, Gold und Immobilien entkommen solchen Leuten die Kunden. Wer sich nicht einlullen lässt von Clickbaits, väterlichen Geseiere geht seinen eigenen Weg und kann dann mit 40+ in Rente gehen. Auch wenn Herr K*mmer das anders sieht.

  18. @Bruno

    ‘Eine Statistik wäre sicher interessant welcher Privatanleger besser gefahren ist langfristig, wer selber Einzelwerte ausgesucht hat oder ein weltweiter ETF.”

    Dazu gibt es zig Studien… vielleicht gefälscht von der etf Industrie? 😉

  19. Diskussionen ETFs vs Aktien bringen nichts.
    Da die Statistik immer sagt dass ETFs besser sind.
    Doch auch private Anleger die in ETFs investieren performen schlechter als der Index, da sie viel kaufen und verkaufen und oft zum falschen Zeitpunkt.

    1. Genau das meine ich. Es ist unfair einen Einzelaktienanleger mit ETF zu vergleichen. Man muss ihn mit einem ETF Anleger vergleichen, der meist genau die gleichen dummen Entscheidungen trifft.

      -M

  20. Klar sitzt das Problem meist vor dem Bildschirm.
    Ich würde gerne nochmal darauf hinweisen, dass ETF nicht gleich ETF ist. In den Diskussionen herrscht meist zu wenig Trennschärfe. Aktie ist ja auch nicht gleich Aktie. Es gibt alle möglichen und unmöglichen ETF. Meiner Meinung nach sind grobe 99,8% aller ETF völlig unnütze Produkte der Finanzindustrie für den Vertrieb die aktive Wetten beinhalten. Ein stures völlig simples und langjährig robustes Welt-ETF-Portfolio ist der benchmark.

    1. Wie würdest du denn das ETF Welt-Portfolio gestalten?

      Reicht deiner Meinung nach z.B. ein FTSE All World oder würdest du einzelne Komponenten kaufen (Developed World, Emerging Markets, Small Caps)?

      Wie steht ihr zu Beimischungen wie z.B. EM Bonds in USD für den risikobehafteten Portfolio-Anteil?

    2. Der Großteil der ETFs ist ja auch nicht für Privatanleger konzipiert, sondern als Asset Allokations-Tools für professionelle Anleger.

  21. @42sucht21
    Seitdem ich ETF habe hat sich das Bildschirm Problem drastisch reduziert. Die Kochkünste haben sich verbessert und der Sport kommt auch nicht zu kurz.
    Ich will hier keine weitere Diskussion auslösen bin aber bei dir betreffs simples ETF Welt Portfolio.
    Mag “dummes Geld” sein 🙂 ist aber trotzdem Geld.
    Gruss Markus

  22. @Abala
    Kannst du halten wie du möchtest. Hab mit Einzelaktien angefangen, meine private Zeit verdaddelt mit Analysen usw. Letztendlich alles verkauft und in den Vanguard All World gepackt. Da ich auch ein bisschen ein “Zocker” bin habe ich letztendlich 70% All World, 10% Nasdaq 100 und 20% Tagesgeld. Ich denke es liegt auch am Alter was du im einzelnen machst. Ich fühle mich wohl damit und bin seit längerem “Grün”. Von den spezialisierten ETF hatte ich gar nichts.
    Gruss Markus

  23. @Abala -EM Bonds in USD für den risikobehafteten Portfolio-Anteil
    War vermutlich ein Tippfehler aber ich sehe tatsächlich den Versuch mit dem sicheren Anleiheteil nun doch noch etwas Rendite einzufahren und dafür HY-Anleihen zu kaufen skeptisch. Das Zinsänderungsrisiko sehe ich eher negativ für solche Anleihen. Lieber den Aktienanteil erhöhen wäre meine Laienmeinung dazu. Aktuell sehe ich keinen Grund irgendwelche Anleihen zu kaufen.

    Zur Welt-ETf Zusammensetzung
    Ich denke, es kommt überhaupt nicht darauf an. Ich glaube fest, dass das sture Anlegen und die jährliche Erhöhung der monatlichen Sparrate um 4EUR deutlich mehr Auswirkung auf Ihre Endsumme haben wird als wenn Sie anstatt 100% ACWI noch 10% Small Cap hinzunehmen oder zB den EM-Teil anders Gewichten. Wichtig ist, sie vertrauen ihrer Strategie langfristig und dafür müssen sie eine persönliche Wohlfühlmischung erkennen und nicht zu viel aber auch nicht zu wenig RK3 wählen. Das wurde ja alles schon zig fach beschrieben.
    Wir können einfach nicht prognostizieren ob am Tag x, rückblickend 12% EM-Anteil oder 35% EM-Anteil besser gewesen wäre oder die Small Cap Prämie wirklich verlässlich weiter läuft. Sicher ist nur irgendwann wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben und man wird versucht sein seine Strategie zu verändern. Wir wissen nicht wann die FTSE/MSCI ect. Chefs zB China von EM in World rollen wollen. Wir wissen auch nicht ob irgendwann ein besserer Index kommt oder ein besserer Vanguard oder ob bestimmte ETF-Strukturen zukünftig verboten und vorher noch einen Crash auslösen werden. Wir wissen auch gar nicht wie lang Tag X sein wird, vermutlich mehrere Rentenjahre aber vielleicht auch wirklich nur 1 Tag.

    Kosten runter, Komplexität runter und dem Beispiel oben von @Markus folgen wäre mein Vorschlag. Ich persönlich mag deshalb robuste Lösungen. 1 ETF ist mir persönlich kompliziert genug um ihn 35 Jahre durchs Leben zu jonglieren mit wechselnden Bankgebühren, Anbietern, Steuergesetzgebung, Versuchungen und sonstigen Themen. Wer sich wohler fühlt, der kann es ja mit 2, 3 oder 4 so machen. Mehr finde ich dann doch unsinnig.

    1. Absolute Zustimmung, für Anleger, die diesen Weg gehen möchten! Mehr ist wohl nicht nötig. Besonders die +4€ (noch besser evtl. +2-3%) p.A. gehen schnell unter beim lesen des Textes, sind aber sehr wichtig!!

      -M

  24. @42sucht21
    Fully agreed. Wie man das abdeckt entscheidet jeder selber . 100 % Vanguard All world oder MSCI+ EM. Denke nicht so wichtig. Kohle rein und Zeit! Kein umschichten. Ganz nach dem Freelancer das Gedönse ausblenden ?

  25. Würde Anfängern ( in ETF interessiert) immer noch den Finanzwesir empfehlen. Allerdings die Pre-Alpha Ära. Hat viele gute Sachen geschrieben (damals).
    Anyway
    Grüße Markus

    1. @Markus – ja, die Veränderungen auf dem Blog zu sehen schmerzen mich auch. Ich finde, der FW hat aber nicht unrecht wenn er schreibt diese historisch sehr lange Boomphase wird einmal zu Ende gehen und man sollte möglichst vorbereitet sein (allseits bekannte Truthahn Illusion). Die Frage ist wie man das umsetzt. Ich persönlich glaube leider überhaupt nicht an irgendwelche sinnvolle Alphastrategien (nach Kosten) oder gute Prognosen. Meine Vorschlag ist RK3 zu reduzieren bzw. für die meisten wäre die selbst genutzte Immobilie abzuzahlen gute Risikominimierung.

  26. @42

    Als Narr des Zufalls kann man natürlich auch eine BIP Aufteilung, small caps etc. pp. mischen.

    Ob die sehr gute Dekade US & Nasdaq, welche auch beim World durchschlagen, bzw. dauerhaft überlegen sein wird… da scheiden sich die Geister (mean reversion, Bewertungen oder Monopolstellung).

    https://youtu.be/uXfRsOgHkPI

    Ob jetzt ein Mix wie der 9er hier vom Finanzwesir https://www.finanzwesir.com/blog/etf-index-rendite-vergleich für jeden passend ist, wage ich zu bezweifeln… aber für manche kommt sowas in Betracht.

    An sich kennt keiner die Zukunft und auch die Experten-Portfolios bei global asset allocation paper von Meb Faber sind je nach Zeitperiode im langen Zeitraum doch nicht so gravierend unterschiedlich, wenn man bedenkt…keiner weiss im Voraus die beste Zusammenstellung.

    https://www.finanzwesir.com/blog/etf-mischung-egal

    Wobei prinzipiell “reich” geht deutlich häufiger/wahrscheinlicher über die income Seite/Selbstständigkeit als deutlich seltener über den besten Aktienpick! …. Auch wenn es viele nicht glauben wollen.

  27. Bruno, ist doch alles egal. Der Knabe hatte eine persönlich bessere Rendite auf sein Kapital 🙂 oder wieviel Kohle hat der auf 10 Jahre in die eigene Tasche bekommen? Performance juckt doch nicht, er hat sogar das Geld seiner Anleger gemehrt. Der größte Teil ist vermutlich mehr als zufrieden:-)

    -M

  28. @Sparta
    Ja und Ja, das sehe ich auch so. Der World-ETF getrieben von der guten Dekade US & Nasdaq. Das kann sich eigentlich nicht weiter so abspielen. Oder doch? Das schöne an diesem All-World Tool ist doch, ich muss mir keine Gedanken darüber machen. Wenn Apple pleite geht und Teamviewer die Weltherrschafft erklimmt, mir egal, ich bin dabei. Wenn die EM die DC überholen, ich bin dabei. Wenn die Summe der Wirtschaftsleistung u. Börsenkurse/ Unternehmensbewertungen hochgeht reicht mir das.
    Der zweite gute Punkt ist, wenn man so vorgeht hat man eben auch mehr Ressourcen um an seinem Einkommen im Arbeitsleben zu arbeiten. Das ist ja die Stellschraube zum Vermögen – und die Vermeidung der Ehescheidung. Lieber dem Gatten/der Gattin mal wieder ein Kompliment machen und mit den Kindern Zeit verbringen als die nächste Unternehmensanalyse zu betreiben. Das ist echtes hedging vor Vermögensverlust, nicht ein Alphafonds.

    @Elsässer
    Er selber sagt ja selber, dass er seinen unerfahrenen Anlegern in Krisenzeiten Mut zusprechen kann und muss um deren Panikverkäufe zu verhindern. Den Anlegern eine gute story und das Vertrauen zu geben, damit diese viel und langfristig zu investieren, dass lässt er sich bezahlen.

  29. @ 42sucht21

    Richtige und wichtige Argumente.

    “Wenn Apple pleite geht und Teamviewer die Weltherrschafft erklimmt, mir egal, ich bin dabei.”

    Hinzuzufügen ist, dass dies im doppelten Sinne gilt. So wie jeder Einzelaktionär, ist man auch als ETF-Besitzer bis zum Ausscheiden (in der Regel dem bitteren Ende) bei den miesen Aktien dabei. Die oft zitierten Nokia, GE und Shell – alle im MSCI World enthalten. Die miese Performance nehmen ETF-Anleger also auch mit. Dies gilt übrigens auch für Lufthansa, Deutsche Bank und selbst Wirecard. Das Kind war performancetechnisch schon im Brunnen, als sich Wirecard aus dem Index verabschiedete.

    ETF sind eine prima Sache. Bespare sie für meine Kids. Sie sind allerdings kein Allheilmittel, um sich vor abstürzenden Aktien zu schützen. Der “Müll” steckt auch im MSCI World.

    Mehr Zeit für das gute Leben als für die Börse, genau meine Meinung. Allerdings gibt es – so meine Einschätzung – auch im “ETF-Milieu” Personen, die sich stundenlang in der Woche mit Börse und co, mit Blogs und YT beschäftigen, dabei könnte doch nach Einrichten des Sparplans die Zeit diesbezüglich auf wenige Minuten im Monat heruntergefahren werden. ETF schützen also nicht automatisch vor “verplemperter” Zeit, welche immer nur ganz individuell betrachtet werden kann. Die eine analysiert gerne, der andere schaut das 114. Video von Finanzfluss.

    Ob nun ETF oder Portfolio aus ausgezeichneten Qualitätsunternehmen, der Turbo zum Vermögensaufbau ist die eigene – stetig steigende – Sparrate, nicht die Auswahl von Aktie X oder ETF Y – da sind wir völlig d´accord.

    Im übrigen fragten Sie vor kurzem, was denn “Qualität” bedeuten könne. Ihre Meinung zu meiner Antwort hierauf würde mich interessieren.

  30. @Freelancer Sebastian
    Wir stimmen ja weitgehend überein stelle ich immer wieder fest und natürlich ist ein ausgwogener Korb mit Einzeltiteln sehr vergleichbar. Das häufige Argument contra-ETF, dieser enthalte auch alle diese miesen Aktien ist für mich der Versuch in die Irre zu führen. Es interessiert ja überhaupt gar nicht welche Aktien im All-Welt ETF sind, da, sehr vereinfacht gesagt, allein die Performance der gesamten Weltwirtschaft in Summe zählt.

    Ich hatte, glaube ich, geschrieben “Qualität” verstehe ich nicht und das meine ich tatsächlich auch so. Für Aktien wird es meist als nutzloses buzz-word verwendet. Keine Ahnung wie das zu Grahams Zeiten war. Wäre Waymo eine Qualitätsaktie / ein Qualitätsunternehmen?

  31. @ Qualität

    Ich schicke allen viele Grüße aus der Ferne. Ich sitze gerade mit meinem Hund am Rande eines Bergkamms mit Blick aufs entfernte Meer inmitten des spanischen Hinterlandes. Es ist absolut still und eine leichte Brise weht mir um die Beine. Wir haben eine kleine Wanderung durch wunderschöne Landschaften unternommen. In der Ferne höre ich ein wenig Hundegebell. Meinen Hund lässt dies kalt. Meine Frau ist mit den Kindern am Strand. Ich habe den Tag heute in unserem Haus verbracht und die Vorzüge mobiler Arbeit in Anspruch genommen. Was für ein herrlicher Tag. Wenn ich keine Kinder hätte, dann würde ich mehrere Monate im Jahr in Spanien verbringen. Aber Beschweren möchte ich mich nicht. Wir waren gestern mit mehreren Freunden in einem ländlichen Lokal essen. Ich habe einen Tipp meiner Nachbarn befolgt und diesen Urlaub eins mit nicht bekanntes Restaurant im Hinterland ausprobiert. Meine Nachbarn schreiben Artikel für eine renommierte Zeitung. Es gab mindestens 12 Gänge für unverschämt wenig Geld, aber es war für mich nicht die beste Küche. Dennoch waren sie äußerst herzlich und haben den Kindern für dieses Menü inkl. Getränke satte 6€ pro Person abgeknüpft. Mein Trinkgeld war entsprechend dekadent. Vielleicht bin ich auch ein Banause der mit Schnecken und Ochsenzunge nichts anfangen kann. Es war dennoch ein schöner Abend und ich habe weitere Restaurants auf der Liste, die ich neben den etablierten ausprobieren werde. Heute sind meine drei Hauptdepots um die 800€-1000€ im Plus. Ist mir eigentlich sch… egal.

    Selbst Corona bin ich mit seinen Auswirkungen persönlich zu Dank verpflichtet. Das Leben bietet so viel Gutes, wenn man die Gelegenheit beim Schopf packt. Ich wünsche Allen Lesern, dass sie ihre Ziele schnellstmöglich erreichen und entsprechend Zeit für das Gute leben aufbringen können.

  32. @42sucht21

    Da habe ich mich wohl mißverständlich ausgedrückt. Mit dem Argument wollte ich ETF nicht diskreditieren. Sie sind ja eine gute Sache. Man hat miese, durchschnittliche, aber eben auch alle Raketen im Gepäck und erzielt eine mehr als ordentliche Rendite. Die einzelne Aktie ist egal, man erhält die Rendite der Weltwirtschaft.

    Ich stoße mich eher an der Behauptung, die Pleitegeier wären nur etwas für den Einzelaktionär, der kauft und hält, während im ETF die Nieten immer ganz bequem ausgebucht werden und verschwinden. Kein Problem also. Das führt ebenso in die Irre.

    Performancetechnisch sehe ich hier nämlich nur höchst marginale Unterschiede. Bevor die Aktie aus dem Index verschwindet, nimmt der ETF die ganze Talfahrt des Papiers mit, genau wie das Einzelaktiendepot.

    Im ETF ist das Papier dann weg, im Einzelaktiendepot liegt es noch mit 0,….1% Gewicht. Nimmt sich nichts.

    Aber gut, sind nur Spitzfindigkeiten.

    Zu Waymo kann ich nichts sagen. Für die Mutter Alphabet mit einem ROI von um die 20% und phantastischen Umsatz- und Gewinnsteigerungen würde ich das konstatieren, ja.

  33. @ Kiev

    Klingt gut und sieht auch gut aus. In der Natur sein und die Seele baumeln lassen…. das liebe ich auch. Das gute Leben – ganz simpel. Ich bin in sechs Wochen zum Wandern im Thüringer Wald. Wird herrlich.

  34. @ M, Freelancer Sebastian

    Ich bin aktuell noch an die Schulferien gebunden. Da hat es Freelancer vielleicht schon besser…? Auch wenn hier aktuell nicht mehr so richtig viel los ist und ich auf dem Bild etwas abseits vom Schuss bin würde ich mich nicht in solche “Flitzer” Situationen begeben. Wer weiß, vielleicht unternimmt der ansässige Pfarrer mit der Jugend eine Wanderung. Das ist sicherlich mit ein großer Nachteil, wenn man im Urlaub zu Hause ist 😉

    Andererseits bin ich am Meer gewesen und am Ende von einem sehr schönen Fischerdorf in e in er Tiki Bar gewesen, die mir von einem 70 Jährigen empfohlen wurde. Es war herrlich, die Musik immer etwas zu laut. Für mich natürlich genau richtig und es lief etwas wie folgendes:
    Psychotic Reaction von Count Five. Dazu gab es passende Cocktails. Muss ich mir noch überlegen, ob ich mit 50 weiterarbeite… Aktuell ist meine Lust auf den USA Roadtrip wieder etwas gestiegen. Da muss ich neben den Nationalparks vielleicht noch einen Abstecher an die südliche Westküste machen.

  35. @Kiev
    Wenn Du noch nicht genug Schnecken hattest, ich lade dich gerne einmal in unseren kleinen Garten ein dann bleibt uns mehr Salat haha.
    Gute Zeit bei mir eher das Gegenteil, wenig Ruhe, keine Schnecken 😉

  36. @Free

    “Sie sind allerdings kein Allheilmittel, um sich vor abstürzenden Aktien zu schützen. Der “Müll” steckt auch im MSCI World.”

    Stimmt, es behauptet aber auch niemand dass etfs im allgemeinen crash besser sein müssen, bzw. weniger als z. B. ein 50er Aktien Depot abstürzen werden.

    “Ich stoße mich eher an der Behauptung, die Pleitegeier wären nur etwas für den Einzelaktionär,”

    Die Pleitegeier treffen beide. Wertmässig hat aber der Einzelaktionär bei großen Positionsgrössen dass größere Einzelwertrisiko, aber naturgemäß auch die etwas größere Chance!

    Jeder nach seiner Facion!

    Value-Fans, Qualität-Burggraben, China-Werte, Bitcoin, Immo’s…

    Diese Problemchen… sind Luxus von Menschen denen es sowieso schon sehr gut geht!

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