Finanziell frei werden kannst du nur, wenn du anders als die Masse bist

So sah mal meine WG in New York in China Town aus.

Ich bin finanziell unabhängig geworden mit einem Hauptjob, vielen Nebenjobs und einer enormen Sparsamkeit. Ich war über zehn Jahre angestellt und habe geackert wie verrückt. An den Wochenende und am Abend hatte ich Nebenjobs. Kontinuierlich lag meine Sparquote über 50 Prozent. Manchmal waren es 70 bis 80 Prozent. Das Geld steckte ich vor allem in Aktien. Ich war besessen davon. So kam der Schneeball ins Rollen.

Ich gab in manchen Monaten nur kleine Summen aus. Als ich noch im Elternhaus wohnte, hatte ich keine Kosten für Unterkunft. Rauchen oder Alkohol brauchte ich nicht (bis auf eine kurze wilde Bier-Phase). Ich lebte lange weiter wie ein Student.

Aber selbst ich konnte die Lebensstilinflation nicht aufhalten. Meine Ausgaben stiegen mit dem Einkommen, zumindest zeitversetzt. Ich zog aus dem Elternhaus aus, legte mir eine Wohnung zu. Dann stiegen die Kosten um ein Vielfaches.

Es spielt der soziale Druck eine Rolle. Du willst nicht ewig bei den Eltern wohnen. Du willst nicht als geizig angesehen werden.

Nur ein stählerner Wille sorgt für eine hohe Sparquote

Ein stählerner Wille hilft dir, um sparsam zu bleiben. Der Druck von Freunden, Familie, Bekannten, Kollegen, Nachbarn ist enorm. Wenn du dein Nettoeinkommen zum Großteils sparst, ist das eine super Leistung. Als ich in die USA umzog, ging ich zurück in Wohngemeinschaften, verkaufte mein Auto, mein Hab und Gut in Deutschland. Das war der Turbo. Zurück ins Studentenleben. Dabei war ich kein Student mehr. Als mein Depot groß genug war, fing ich an, nicht mehr als Angestellter, sondern als freier Journalist zu arbeiten.

Ich habe versucht, in meinem Umfeld andere Menschen zu begeistern für den Aktienmarkt. Das gelang manchmal. Aber nicht immer. Die meisten Menschen haben Angst vor der Börse. Ich wollte trotzdem allen erklären, dass sie mit ihrem Geld weiteres Geld verdienen können. Ich wollte ihnen zeigen, dass sie nicht hart für zusätzliches Geld (passives Einkommen) arbeiten müssen.

Aber ihr wisst bestimmt, wie das ist: Die meisten Leute halten dich für bekloppt, wenn du das Thema Börse ansprichst. Ich versuchte es wenigstens zu erklären und sie schüttelten meistens mit dem Kopf. “Nee, lass mal gut sein”, hörte ich dann. Sie behandelten mich, als ob ich ihnen etwas verkaufen wollte. Es ist für sie nicht interessant. Nach dem Motto: “Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.” Sie trauen dem Aktienmarkt nicht. Skandale wie Wirecard oder der Flop der Deutschen Telekom vergessen sie nicht.

Elon Musk und Warren Buffett sind Minimalisten

Beim Minimalismus ist das ähnlich. Überzeugungsarbeit kannst du kaum leisten. Zwar zeigen einige Menschen Interesse daran. Doch bleiben sie skeptisch und sehen mehr Nachteile als Vorteile. Dabei hat der Minimalismus viele Vorteile: Sparsamkeit, Umweltschutz, Zeit, Fitness, weniger Stress, finanzielle Freiheit… Du verhältst dich als Minimalist rationaler. Du kaufst nicht emotional oder spontan.

Reiche Menschen versuchen auch diese Gefühlsfallen beim Konsum zu vermeiden. Leute wie Warren Buffett oder Elon Musk sagen zu unwichtigen Dingen in ihrem Leben einfach NEIN! Musk verkaufte all seine Immobilien. Es war für ihn mehr eine Last als ein Genuss. Die meisten können nicht NEIN sagen. Gemessen an ihrem enormen Vermögen sind Musk und Buffett in gewisser Weise Minimalisten. Buffett wohnt seit über einem halben Jahrhundert im selben Haus.

Niemand will belehrt werden

In dem Buch “Rich Dad Poor Dad” (Affiliate) beschreibt Autor Robert Kiyosaki, dass er Freunde hat, die arm sind, aber niemand bietet ihnen Hilfe an. Der Grund: Die meisten Menschen wollen eben nicht “belehrt” werden. Jeder lebt in einer eigenen Gedanken-Blase.

Ich dachte, wenn ich wenigstens einer Person helfen kann, wäre das super. Wichtige Informationen erreichen am besten diejenigen, die eh schon alles wissen in dem Themenfeld. Das ist eigentlich ärgerlich. Jene, die meinen Blog lesen sollten, lesen ihn nicht. Die treuen Leser, die hier täglich sind, brauchen die Infos vermutlich eh nicht. Das ist irre.

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52 Kommentare
  1. Ich bin froh das ich deinen Blog lesen darf.
    Du Holst mich immer wieder zurück auf den Boden der Tatsachen.
    Ich mag die Einfachheit, wenn ich ein neues Handy brauche sind heute meine Kriterien anderst.
    – Nutzen
    – Akku\Handy defekt
    – Programme die nicht mehr laufen
    Der Preis ist natürlich auch wichtig, aber nicht Priorität.

  2. Ich sehe das Tag für Tag in der Arbeit wie sich die Konsum Clowns gegenseitig übertrumpfen. Es gibt nur wenige Kollegen die dieses Spiel durch schauen können. Viele haben sehr viel Druck, Mann merkt es an ihrem Verhalten. Große Schulden Berge zwingen sie in die Arbeit und Kompromisse einzugehen. Sie holen sich den arschtritt und bedanken sich schön dafür. Es ist absurd.
     
    für mich gibt es keine Alternative, ich muss dieses hamsterrad verlassen. 

  3. @ Tim
    Ich fand Deinen Beitrag sehr interessant. Auch wenn ich Deinen Hintergrund bereits eine Zeit verfolge, stellen sich mir heute neue Fragen.
    Was meinst Du genau mit als Dein Depot groß genug war fingst Du an als freier Journalist zu arbeiten? Warst Du zu dem Zeitpunkt bereits FU oder wie viel Vermögen fehlte Dir? Hattest Du an dem Zeitpunkt bereits die Immobilien? Du musstest ein Darlehen bedienen, was trotz Einnahmen auch ein Risiko darstellt. Mich würde hier genau interessieren wie Du vorgegangen bist.
    Ich bin in einer verhältnismäßig ähnlichen Lage. Manchmal ergeben sich Dinge vor dem theoretischen “idealen” Zeitpunkt…
    Hattest Du damals bereits als freier Journalist einen Fuß in der Tür oder hast Du von Neuem gestartet? Gab es eine Durststrecke in der Du ein wenig von Deinem Vermögen gezährt hast bis die neuen Einnahmen ausreichten? Wie hast Du Deine neue Arbeit festgesetzt? Hast Du eine gewisse Wochenzeit, die Du arbeiten möchtest oder ein gewisses Einkommen angestrebt? Mich interessiert vor allem der Zeitpunkt mit dem Schritt in die Selbstständigkeit.

  4. So ist es: Börse und sparsame Menschen wuden/werden belächelt und beargwöhnt. Ich finde das schade und freue für jeden, der sich mit Finanzbildung beschäftigt, die Sparquote hoch hält und das Geld investiert.  Vor kurzem konnte ich duch ein kleines Gespräch einen jungen Kollegen zum ETF-Sparen bewegen und er hat mir erzählt, dass seine Freunde nun auch interessiert sind. Tim, dein Blog wächst und ich habe grosse Hoffnung, dass auch das Finanzwissen weiter wächst. Also Danke und einfach bitte weiter so – so wird Wissen weiter getragen!

  5. @ Kiev

    Ich habe das nicht geplant mit der Freiberuflichkeit. Das hat sich alles zufällig so ergeben. Ich habe für meinen alten Arbeitgeber als freier Journalist gearbeitet. Ich hatte sofort einige Auftraggeber. Das Risiko war gleich Null. Man kann das als Glück oder als Fleiß/Zuverlässigkeit bezeichnen.

  6. Hallo Tim,
    ich bin auf deinen Block irgendwann in 2019 gestoßen. Habe ihn dann ab und an mal gelesen und schaue nun fast täglich rein. Ich habe mir noch vor 2008 ab und an mal Aktien gekauft, leider immer nur in großen Abständen und nicht regelmäßig, die eingezahlten Geldbeträge waren minimal. Auch hatte ich immer mal wieder verkauft (leider) und neu gekauft, weil es nicht schnell genug ging. So ist mir leider Netflix flöten gegangen und z. B. Nemetschek mit seinen Splits u.a. (hatte verkauft). Seit ich nun deinen Block lese, investiere ich monatlich was geht (momentan 35% meines Einkommens, 700 Euro). Ich freue mich auf meine Gehaltszahlung und das Geld wandert umgehend in mein Depot. Jetzt im Corona-Cras habe ich alles bis auf wenige Teilverkäufe und damit Neukäufe (Tesla, Hypoport, JD Com) ausgesessen, nichts ganz verkauft und monatlich stur Aktientitel gekauft. Und ich kann sagen, dass es sich gelohnt hat. Mein Depot stieg dann bis Juni/Juli gleich mal um 30000 Eus mehr an. Habe jetzt 30 Aktientitel und 3 ETFs. Bin von commerzbank weg und bei Onvista rein. Danke Tim, dass du deinen Block betreibst. Man lernt sehr viel, man bleibt auf dem Boden und kauft z. B.nicht mehr irendwelches Zeugs das in der Wohnung rum steht und geputzt werden muss, alte Sachen erfüllen auch noch ihren Zweck. Ich bin 56 Jahre alt, muss mich mit dem Sparen beeilen. Möchte/kann nicht bis 67 arbeiten. Hilfe, mir fehlen noch schöne Dividendenzahler ohne Quellensteuerabzug. Zahle jetzt in BAT ein. Bei amerikanischen geht ja diese Steuer ab und es gibt wohl nur 5 % rückerstattet. Das geht doch auch auf die Rendite? Ich kann nur raten, früh anfangen mit dem investieren, immer dabei bleiben und nicht große Zeiträume garnichts einzuzahlen, gute Titel kaufen und liegen lassen.

  7. @ Tim
    Der Aufbau eines Vermögens hilft besonders bei unerwarteten positiven wie negativen Ereignissen. In der Theorie kann man sich mit Fünftel Regelung, extrem früher Rente, Selbstständigkeit usw. befassen oder auch dafür sorgen, dass sein Humankapital nicht an Wert verliert. Es ist auch möglich weitere kleine Standbeine aufzubauen, die man bei einem Jobverlust übergangsweise oder auch langfristig umstellen könnte. Somit hast Du mit Deinem Vermögen Ruhe bewahren können und mit Deinem Einsatz auch weiterhin Aufträge erhalten. Für Dich hat sich die Veränderung vielleicht positiv ausgewirkt. Die Änderung an sich war aber vermutlich für Dich nicht beeinflussbar. Das ist für mich kein Glück oder Pech sondern eine Veränderung, die auftreten kann. Wenn jetzt alles sehr gut verlief, dann ist vielleicht schon ein wenig Glück im Spiel.
    Im Laufe des Lebens gibt es immer Weggabelungen, die man sich gut überlegen sollte und das weitere Leben stark formen. Für solche Gabelungen möchte ich zumindest die finanzielle Grundlage haben gute Entscheidungen zu treffen. 

    @ Wolke

    Ich habe nichts gegen die Erwerbstätigkeit
    Ich finde es allerdings erstrebenswert wenn man sich aussuchen kann mit was man sich wie lange beschäftigen möchte und mit wem man sich umgibt. Und das unabhängig von der finanziellen Seite.

  8. Ich kann Tim nur zustimmen. Arbeiten, stetig sparen, trotzdem leben und Geld nur für die Dinge ausgeben, die einem wirklich wichtig sind. Das Ziel durch Dividenden einen stetig steigenden Geldfluss zu erhalten und gleichzeitig ein “Vermögen” im Hintergrund zu haben ist äußerst beruhigend. Wenn man dann noch etwas zu vererben hat, ob für Kinder, Enkel, Bibliotheken, Krankenhäuser, Schulen, etc. und damit der Allgemeinheit (Reichtum verpflichtet) etwas zur Verfügung stellt, hat man in meinen Augen alles richtig gemacht. Schade, dass sich hier die Frauen sehr zurück gezogen haben, was ich allerdings aufgrund der Kommentare verstehen kann. Apple hat einen Split gemacht…Da freut sich die Dividendenjägerin 🙂

  9. @Tim:
    Wie groß sollte ein Depot mindestens sein, damit man den Weg in die Freiberuflichkeit/Selbstständigkeit wagen kann?

  10. Du kannst deine Kerngedanken auch für treue Leser immer wieder neu verpacken. Sie tun gerade in turbulenten Börsenzeiten gut, motivieren zum Weitermachen und sind einfach immer lehrreich. Mach bitte genau so weiter. 

  11. Hi Tim
    Super Artikel. Seit ich deinen Blog gefunden habe hat sich einiges bei mir verändert. Ich habe meine Gewohnheiten geändert und investiere jetzt steig in Etfs. Mein Ziel ist es früher in Rente zu gehen , da ich körperlich meinen Beruf nicht so lange ausüben kann. 
    Lg Timo 
     

  12. Hy Tim, wieviel Einkommen hattest du eigentlich in der Anfangszeit als Journalist und mit den Nebenjobs?
    Grüße 

  13. Hallo Tim,
    vielen Dank für deinen Blog.
    Viele Fragen sind ja schon gestellt, aber vielleicht magst du was über die “(bis auf eine kurze wilde Bier-Phase)” erzählen 🙂
     
    Hab einen guten Start in die Woche
    Liebe Grüße
    Flow

  14. Danke Zwitsch für die Nachricht über den Tod von Beate Sander.
    Es hat mich einen Moment lang heftig erwischt, obwohl man ja wusste, dass sie nicht mehr lange zu leben hatte.

    Mein Beileid an die Familie.

    Ich wollte aber eigentlich über ein ganz anderes Thema schreiben.

    Ich würde gerne von euch wissen, was ihr über den weiteren Verlauf an der Börse denkt.

    Ihr wisst ja, in Bärenmärkten gibt es dazwischen immer wieder Aufwärtsphasen (Bärenmarkt-Rallys), und ein Bärenmarkt kann (wie 2000 bis 2003 oder 2007 bis 2009) in mehreren Stufen verlaufen (“Salami-Crash”).

    Es gab aber auch Fälle wie der Flash-Crash 1987, als es brutal runter ging innert weniger Tage, und danach erholte es sich rasch, wie wenn nichts gewesen wäre.

    Bezüglich Corona haben wir nun steigende Fallzahlen, überall gibt es Rekord-Anstiege usw.
    Und der Winter naht, und Grossveranstaltungen kommen (zumindest in der Schweiz).

    Wenn nun die Covid-19-Fallzahlen ein Stück steigen im Winter, denkt ihr, das ist alles schon eingepreist und die Börsen bleiben damit stabil?
    Dann wäre der Crash im März 2020 sowas wie der Flash-Crash 1987 gewesen, einfach mit anderer Ursache.

    Oder denkt ihr, wenn die Zahlen weiter steigen, die Arbeitslosigkeit auch noch ein Stück steigt,
    und sich die Impfstoffe verzögern, dann reicht es für einen heftigen Bärenmarkt wie 2002 oder 2008?

    Mich würde eure Einschätzung interessieren.

    Mir fiel übrigens zumindest für die Schweiz auf, dass der Index zwar schon nahe an seinem Hoch von Februar 2020 steht.
    Aber sehr viele Aktien (Swiss Life als Beispiel) stehen heute immer noch 20-40% tiefer da als im März.

    Aber ob das ein Zeichen ist, dass wir am Anfang eines Bärenmarktes stehen,
    oder ob das nicht viel eher ein Zeichen ist, dass es eher aufwärts geht (weil viele Aktien niedriger bewertet sind als vor 9 Monaten), weiss ich nicht.

    Wie seht ihr das?

    A) Der Corona-Crash im März 2020 war sowas wie der Flash-Crash 1987, und nun geht es weiter aufwärts.

    B) Der Corona-Crash im März 2020 war der Auftakt zu einem mehrjährigen Bärenmarkt, und wir sind jetzt nur in einer Bärenmarkt-Rally.

  15. Momentan sieht es nach A aus, aber könnte zu B werden. In 5 Jahren wissen wir es und dann war es auch total logisch…rückblickend. 
    -M
     

  16. oder C = Seitwärts, aber ich bin für D = Don’t know.
    Aber eines bin ich ziemlich sicher, der Dow steigt auf 100’000 🙂

  17. An Zwitsch: Respekt, dass sie bis zum Schluss gearbeitet hat: Bücher, Artikel und Videos. Für mich ist das nichts.

  18. @Mark 85 Es war ihr wohl wichtig und ihre Leidenschaft/Lebenswerk. Erstaunlich dass sie noch die Kraft dazu hatte bis kurz vor ihrem Tod. 
    Ich weiss nicht wie ich mich verhalten werden wenn es mal soweit ist, das kann man nicht planen, es kommt halt stark auf die Umstände an. Heute würde ich vielleicht sagen ich hätte dann gerne die Familie in der Nähe, aber je nach Situation würde ich mich vielleicht auch lieber zurückziehen und die Liebsten nicht noch mehr belasten.
    Auf jeden Fall eine besondere Frau, die viel für die Aktienkultur getan hat aus tiefster Überzeugung und nicht Habgier.

  19. @ Britta Winter

    Prima, dass ich dich motivieren konnte. Du machst das super. Einfach wie ein Eichhörnchen weiter einen Vorrat aufbauen.

    @ Flow
    Bier-Phase war im Alter von 16 bis 20. Lange ist es her. Das machen wohl viele in dem Alter. Es war nicht bis zum Koma, aber trotzdem viel zu viel Alk. Im Urlaub und auf Partys floss einfach zu viel. Mittlerweile trinke ich so gut wie nix mehr. Ist auch besser so:
    https://www.kenn-dein-limit.de/alkohol/schaedlicher-konsum/gefahren-und-folgen/

  20. @-M

    “Momentan sieht es nach A aus, aber könnte zu B werden. In 5 Jahren wissen wir es und dann war es auch total logisch…rückblickend. ”

    klar, darum wollte ich jetzt fragen, wie ihr es seht.
    Im Nachhinein wollen es alle schon gewusst haben.

    Also du sagst, es sieht nach A aus, dass der Crash schon vorbei ist?
    Kann sein.

    @Bruno meinte
    “oder C = Seitwärts, aber ich bin für D = Don’t know.
    Aber eines bin ich ziemlich sicher, der Dow steigt auf 100’000”

    Ok, bei C = “Seitwärts” wäre der Crash auch vorbei, es würde einfach kaum vorwärts gehen.
    Das dachte ich mir auch schon, weil viele Indizes den alten Höchststand nicht
    erreicht haben bisher, obwohl die erste Hälfte der Verluste innert weniger Tage aufgeholt war.

    Aber der Rest bis zu den alten Höchstständen scheint sich immer mehr hinzuziehen.

    Dass der Dow Jones auf 100’000 Punkte steigt, da stimme ich dir zu. Ist ja klar.
    Das wäre etwa das 3,3-fache vom Allzeithoch aus.
    Das dürfte etwa in 10-20 Jahren geschafft sein.

    Der Dow Jones wird sogar bei 1 Million Punkte stehen, sagt Warren Buffett voraus:
    https://www.google.com/search?q=Dow Jones 1 Million Punkte Buffett

    Zu Beate Sander:

    Ihre Hoch-Tief-Mut-Strategie hat mehrere Parallelen zu meiner eigenen Strategie.

    Beispielsweise reinvestiert sie die Dividende. Das tue ich auch.

    Börsenweisheiten von Beate Sander, die auch in Ihrer Strategie eine Rolle spielten, waren:

    Breit gestreut – nie bereut.

    Langfristig anlegen ist kein Fluch, sondern Segen.

    Meide die gefährlichen Vier: Euphorie, Panik, Angst und Gier.

    Ein Crash ist gut – für Leute mit Mut.

    Die besten Rennpferde bleiben im Stall. – Komplettverkauf auf keinen Fall.

    Breit streien tue ich nicht, komplett verkaufen hingegen schon, siehe unten.

    Aber die restlichen Punkte kommen in meiner Strategie auch vor:
    Langfristig anlegen, nicht emotional handeln, den Crash für Nachkäufe nutzen.

    Das sind alles auch Elemente, wo ich wie Frau Sander handle.

    Abweichungen zu meiner Strategie finden sich in folgenden Punkten:

    Sie rät, ein Aktien-Depot mit über 100 Titeln aufzubauen, während ich mich auf 7 Aktien beschränke.
    Sie rät, gut laufende Aktien nur teilweise zu verkaufen, während ich Aktien nach Erreichen des fairen Wertes komplett verkaufe.

    Zum Schluss noch zur allgemeinen Unterhaltung:
    Wenn der damalige schweizerische Bundespräsident Ueli Maurer im CNN kommt, sieht das so aus:

    https://www.youtube.com/watch?v=80mA67FyMhs

    Ich finds durchaus lustig.

  21. @Zen
    Was sagst du eigentlich bei VW zur Verschuldung? ~400Mrd sind nicht wenig, bei ~70Mrd Marketcap (die zahlen aus dem Kopf raus)
    -M

  22. @ M: Wie kommst du auf 400 Mrd. EUR Schulden? Die Bilanzsumme von der VW AG müsste bei um die 160-170 Mrd. EUR liegen. Denke ein wenig EK werden die auch haben.

  23. @ ZEN
    Lustig ist der Auftritt von Maurer nicht. Eher komplett peinlich. Ein Staatsmann der Englisch auf dem Niveau eines Fünftklässlers “spricht” ist erbärmlich. Und sich dann noch vorsagen lassen. Viele Amerikaner denken nach so einem Interview wahrscheinlich: was sind die Schweizer für Hinterwäldler…

    VW würde ich niemals kaufen. Scheitert schon am ersten Punkt: Able and HONEST Management!
     
    Zu Beate Sander:
    sie hat auf jeden Fall mehr für die Aktienkultur in Deutschland getan als jeder Politiker (oder Manfred Krug ;-))
    Wobei ich in vielen Punkten nicht mit ihr übereinstimme. Z.b.: Breit gestreut, nie bereut. Dann kann man auch gleich einen ETF kaufen und sich die Einzeltitelauswahl sparen. Was ihr stark zugute gekommen ist war ihre Geduld: lange an Unternehmen festzuhalten. Das hat ihr das Geld gebracht. Nicht eine sehr gute Titelauswahl.
     
     
     

  24. @ Stefan: mag sein, wenn man dann den weißen Amerikaner nach einer Fremdsprache fragt sieht es mit den Skills noch deutlich dürftiger aus….

  25. @DanielKA
    Auf Ariva werden 168Mrd kurzf. FK und 196 langfr. FK ausgewiesen, also 364Mrd. Gesamt.
    Hatte letztens einen Artikel gelesen, dass VW weltweit mit die höchsten Schulden hat und da habe ich dann mal nachgesehen. 
     ZEN mag die ja so. Wollte mal wissen wie er damit umgeht. 
    364Mrd sind jetzt keine kleine Summe.
    -M

  26. Ich würde die Aktie aber aufgrund der Staatsbeteiligung vom Land Niedersachsen, der einzelnen verfeindeten Familienstämmen (Piech, Porsche und Co.) und der Arbeitnehmerseite mit Ihrem gewerkschaftlichen Co-Management nicht kaufen. ist ein großer unattraktiver Brei.

  27. Daniel
    Dann könnte das auf ariva ausgewiesene FK evtl. Leasingverbindlichkeiten beinhalten von der VW Bank?! Bei IBM das ist soweit mir bekannt ebenso. 
     
    Das sind dann natürlich keine Schulden, für die VW aufkommen muss. 
     
    87Mrd ist dann deutlich einfacher zu bewältigen. Auf dem Zinsniveau ja so oder so 🙂 Bleibt aber wie du sagst keine kleine Summe. 
    -M

  28. @Stefan
    Natürlich wäre es schöner wenn alle Bundesräte besser Englisch sprechen würden. Es geht aber viel vergessen, dass die Bundesräte neben Deutsch auch noch Französisch sprechen müssen, da viele in der Verwaltung Deutsch oder Französisch sprechen. Ich weiss nicht wie mancher Politiker in Deutschland neben Englisch auch noch Französisch kann.
    Ich habe einige Freunde in Deutschland und die sprchen wenns hoch kommt maximal etwas Englisch andere Fremdsprachen leider Fehlanzeige.
    Ich halte Fremdsprachen für sehr wichtig. Sitzungen in Englisch sind heute in den meisten Jobs keine Seltenheit mehr ich nehme gelegentlich auch an Sitzungen in Französisch teil.

  29. @Nico Meier
    Noch wichtig, irgendwann wird es ein “Gerät” geben, das direkt ans Hirn angeschlossen wird und uns ermöglichen wird, sämtliche Sprachen perfekt zu sprechen und auch zu verstehen. Science Fiction aber zeigt doch auch dass die Entwicklung nie fertig sein wird und so sehe ich (langfristig) für den Aktienmarkt auch grün.
     

  30. irgendwann wird es ein “Gerät” geben, das direkt ans Hirn angeschlossen wird
     
    Das ist ja noch gruseliger, als von Bill Gates geimpft zu werden  😉
     

  31. @ Bruno
    irgendwann wird es ein “Gerät” geben, das direkt ans Hirn angeschlossen wird
    …es gab ja schon den „Babelfisch“ aus Per Anhalter durch die Galaxis 🙂
     
    @ Rüdiger 🙂

  32. @Rüdiger
    An was man z.B. forscht sind Microroboter die in den Blutbahnen für Ordnung sorgen und so z.B. einen sich anbahnenden Herzinfarkt frühzeitig “reparieren” 🙂
    Müssen einfach richtig programmiert sein nicht dass sie sich ins Gehirn verirren und dort Unfug anstellen 😀 
    Aber dürften zu klein sein um noch einen Empfänger eingebaut zu haben für externe Steuerung haha.
    Ist wie mit vielen Erfindungen, man kann damit gute oder eben auch böse Sachen machen. Kernspaltung kann man für Energiegewinnung oder Bomben brauchen, ist also nicht neu die Problematik.

  33. @-M

    “Was sagst du eigentlich bei VW zur Verschuldung? ~400Mrd sind nicht wenig, bei ~70Mrd Marketcap (die zahlen aus dem Kopf raus)”

    “Dann könnte das auf ariva ausgewiesene FK evtl. Leasingverbindlichkeiten beinhalten von der VW Bank?! Bei IBM das ist soweit mir bekannt ebenso.

    Das sind dann natürlich keine Schulden, für die VW aufkommen muss.”

    Genau so ist es.

    Ich bin da jetzt auch nicht so der Experte, aber ich meinte, einen Artikel gelesen zu haben,
    wonach VW zwar extrem hohe Schulden hat, dies aber an der VW Bank liegt (Tochterfirma von VW?).

    Daher geht das.

    Übrigens: Die Marketcap sollte doch keine Rolle spielen, oder?
    Die Marketcap bei VW ist sehr tief (halber Buchwert), aber damit bezahlt man ja auch keine Schulden.

    Nach meinen Berechnungen (eigene Berechnung vom August 2020, basierend auf Geschäftszahlen 2015 bis 2019) gilt für VW:

    EKR: 9.7 %
    Langfrist-KGV: 5.9

    Die Eigenkapitalrendite ist die Steigerung des Buchwertes plus ausbezahlte Dividende,
    im Durchschnitt (geometrisches Mittel) vom 31.12.2015 bis 31.12.2019.
    Klar sehen die Zahlen jetzt wegen Corona viel schlechter aus.

    Aber wenn man bedenkt, dass der Diesel-Skandal erst im September 2015 bekannt wurde,
    und wir hier die nachfolgenden 4 Geschäftsjahre (2016, 2017, 2018, 2019) während der Bearbeitung des Diesel-Skandals ansehen, dann ist das doch eine recht ordentliche Leistung.

    Wie gesagt, meine Wette steht noch:
    Auf Sicht von 10 Jahren schlägt die VW-Aktie die Tesla-Aktie bei Weitem.
    Vermutlich schon auf Sicht von 5 Jahren.

    VW ist einer der grössten Autobauer auf diesem Planeten.
    VW machte trotz Milliarden-Rückstellungen im Diesel-Skandal weiterhin Gewinne.
    VW hat eine hohe Eigenkapital-Rendite.
    VW wird unter Buchwert gehandelt.

    Diese 4 Fakten sagen eigentlich schon alles.

  34. …VW ist einer der grössten Autobauer auf diesem Planeten…
     
    Nokia war auch einer der größten Handyhersteller…
    Was VW in 10 Jahren macht oder nicht macht, sind Glaskugelprognosen. Verlorene Zeit, darüber nachzudenken.

  35. @Wolke:

    “Nokia war auch einer der größten Handyhersteller…
    Was VW in 10 Jahren macht oder nicht macht, sind Glaskugelprognosen. Verlorene Zeit, darüber nachzudenken.”

    Das ist natürlich ein guter Hinweis.

    Allerdings war das mit Nokia ums Jahr 2000 herum.
    Heute haben 10 mal mehr Leute ein Handy.
    Handys waren neu und dann kamen Smartphones.

    Der Automarkt ist viel gesättigter als heute.

    Interessant ist, dass alle Leute Tesla-Aktien kaufen, weil sie in 10 Jahren extrem hohe Gewinne machen werden (angeblich) und der grösste Autoherstellter der Welt sein werden.
    Da sagt niemand, das sei sinnlos, darüber nachzudenken.

    Aber bei VW ist es plötzlich anders herum, da darf man gar keine Prognose machen,
    dass das Geschäft auch in 10 Jahren noch gut läuft.

    Auch ironisch finde ich, dass du in einem Blog, wo der Blogleiter Tim Schäfer predigt, man solle Aktien ein Leben lang halten, der Meinung bist, was in 10 Jahren sei, sei Glaskugelprognose.

    Aber Tim Schäfer selbst überlegt sich sicher auch bei jedem Unternehmen, ob das in 10 Jahren noch erfolgreich sein wird.
    Wie sonst kann er Unternehmen kaufen, die er 50 Jahre halten will?

    Bei Autos ist zudem der technologische Wandel viel kleiner als bei IT-Unternehmen.
    VW stellt gerade auf Elektrofahrzeuge um, und zwar im grossen Stil.

    Du kannst es drehen und wenden wie du willst:
    Aber nach deiner Argumentation dürfte man kein Buy&Hold betreiben,
    da niemand Aktien auswählen kann, die in 10 Jahren wahrscheinlich noch erfolgreich sind.

  36. ZEN
    Deine Ausführungen VW / Tesla haben schon Hand und Fuß, dass schrieb ich bereits vor Wochen. Ich glaube jedoch, dass es qualitativ viel besseres als VW gibt.
    Die EK Rendite ist maximal im Sektor vlt ok, aber insgesamt von allen möglichen Optionen weltweit eher ein Witz. 
     
    Ich mag deinen Ansatz, wenn du noch mehr Wert auf Qualität (wachsende Unternehmen UND hohe Gesamtkapitalrendite) legen würdest, wäre es glaube ich noch besser, als auf nur günstig zu gehen.
     
    -M

  37. @-M

    “Deine Ausführungen VW / Tesla haben schon Hand und Fuß

    Die EK Rendite ist maximal im Sektor vlt ok, aber insgesamt von allen möglichen Optionen weltweit eher ein Witz.”

    Darf ich fragen, welche EKR du denn bevorzugst und welche Unternehmen diese haben?

    Ich finde nicht sehr viele Unternehmen mit EKR über 20%.
    Ich glaube sogar, dass eher selten ist, mehrere Jahre über 20% EKR zu schaffen.

    Kannst du mir da ein paar Unternehmen mit sehr hoher EKR nennen?

  38. @Zen
    Ich schaue eher auf ROA, da so die Verschuldung mit in die Rendite einbezogen wird.
    Mastercard
    Visa 
    Apple
    Alphabet
    Rational
    Gentex
    Moodys
    Amex
    Canadian National Railway
    Booking
     
    Mal so ein paar, welche mir so in den Kopf kommen, ohne groß nachdenken zu müssen. Die haben alle einen besseren ROA bzw auch ROE als VW und würde ich VW bevorzugen was Qualität angeht. 
    -M
     

  39. ZEN
    Allerdings war das mit Nokia ums Jahr 2000 herum.Heute haben 10 mal mehr Leute ein Handy.Handys waren neu und dann kamen Smartphones.
     
    Hinterher sind wir halt alle immer kleine Warren Buffett‘s. Buy and Hold heißt Kaufen und Halten, aber nicht unbedingt VW oder Tesla…oder vielleicht doch…
    Börse ist keine exakte Wissenschaft. Als Mathematiker wird man da nicht reich, weil man sich dauernd selbst im Wege steht.

  40. @Zen: die Wette VW / Tesla gehe ich ein. 
    Ich wette, dass Tesla in 10 Jahren an der Börse mehr wert sein wird als Volkswagen.
    Der Verlierer muss ein Leser-Treffen dieses Blogs organisieren 🙂
    Deal?
     

  41. @Bruno

    Besten Dank für deinen Link auf
    https://aktien.guide/eigenkapitalrendite

    Laut dieser Liste hat Apple eine Eigenkapitalrendite von 61,06%.

    Wenn ich aber auf
    https://www.ariva.de/apple-aktie/bilanz-guv
    nachschaue, sehe ich für 2019 einen Gewinn pro Aktie
    von 2,99 $, bei einem resultierenden Buchwert pro Aktie von 5,09 (Vorjahr 5,63)
    und einer Dividende 2019 von 0,75$.

    Die Zahlen scheinen schon auf den neuesten Aktiensplit umgerechnet zu sein.

    Wenn 2018 mit einem Buchwert (pro Aktie) von 5,63 endete,
    und dann im Folgejahr 2019 ein Gewinn von 2,99 pro Aktie resultierte,
    komme ich auf eine Eigenkapitalrendite von 53,1%.

    Das ist etwas weniger als die 61,06% im von Bruno genannten Link.

    Was ich aber nicht verstehe:
    Im Gewinn sind ja schon sämtliche Abschreibungen usw enthalten.

    Wenn der Gewinn (Ergebnis) je Aktie 2,99$ beträgt, und davon nur 0,75$ als Dividende ausgeschüttet werden,
    wie kann dann der Buchwert (Eigenkapital) pro Aktie von 5,63 auf 5,09 sinken?

    Weil ich berechne das Eigenkapital aus Differenz im Buchwert plus Dividende.
    Und da ist dann nur eine sehr niedrige Eigenkapitalrendite übrig geblieben.

    Ebenfalls auf https://www.ariva.de/apple-aktie/bilanz-guv kann man die Angaben für das ganze Unternehmen (statt pro Aktie) anschauen:

    Demnach gab es ende 2018 ein Eigenkapital von 107 Mia $,
    ende 2019 noch 90 Mia $.
    Nach Steuern blieb ein Gewinn von 55 Mia $ übrig.
    Es wurden 14 Mia $ Dividenden ausgeschüttet.

    Wieso sinkt das Eigenkapital, wenn doch nur ein Bruchteil des Gewinns als Dividende ausgeschüttet wurde?

    Es gibt 107 Mia$ Eigenkapital, es kommt ein Gewinn nach Steuern von 55 Mia $ hinzu,
    wovon 14 Mia $ ausgeschüttet werden. Das müsste ja ein neues Eigenkapital ergeben von
    107 55-14=148 $ Mia $

    Also sind 58 Mia $ unerklärlich aus der Bilanz verschwunden.

    Kann mir das einer erklären?

    Keine Erklärung können Abschreibungen, hohe CEO-Gehälter oder ähnliches sein,
    da diese alle bereits vom Gewinn abgezogen sein müssten.

    Also kann mir einer erklären, wieso die Zahlen keinen Sinn ergeben?

    @Beobachter
    Ich weiss ja nicht, wer du bist. In 10 Jahren wird keiner von uns noch in diesem Blog unterwegs sein, um die Wette (Organisieren eines Leser-Treffs) einzulösen.

  42. @Zen 
    Aktienrückkäufe verringern das Eigenkapital, also den Buchwert. Das verfälscht vieles über die Jahre.
     
    Ich habe dir mal vor Wochen den Tip gegeben, dich mit “clean surplus accounting” zu beschäftigen. 
    -M

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