Es ist ein Finanzporno: Jeden Tag sprechen sie über die Kurse, dabei weiß niemand, wohin die Kurse laufen werden


New York, 6. Januar 2019

Ich erhalte Emails nach dem Motto: „Meine Güte. Mein Depot ist um 33 Prozent gesunken. Was soll ich tun?“

Anleger, die auf Wachstumsaktien gesetzt haben, stehen vor einem Scherbenhaufen, denken sie. Manch einer dreht durch und verkauft.

Gerade die jungen Anleger machen mehr Fehler. Sie haben nicht die Erfahrung. Da wird schnell das Depot beliehen, um noch mehr zu zocken. Dann kann so ein Einbruch einen kalt erwischen. Wer große Aktienpakete von Apple, Facebook, Netflix oder Nvidia hat, der leckt nun seine Wunden.

Junge Anleger verhalten sich zuweilen wie Kleinkinder, die im Winter schwimmen wollen:

When it’s winter but you want to swim from r/KidsAreFuckingStupid

Mein Rat: Den Absturz aussitzen. Und nachkaufen. Dein Depot niemals beleihen. Das kann schief gehen. Vergiss die Zockerei. Investiere langfristig. Plane, deine monatlichen Investitionen zu erhöhen, wenn das möglich ist. Nutze den Bärenmarkt.

Die Kunst besteht darin, langfristig zu investieren. Gerade wenn du jung ist, bietet sich das an. Den Großteil deines Geldes (oder alles) in Indexfonds/ETFs zu geben, ist keine schlechte Idee.

Warte einfach ab. Verkaufe nichts. Erhöhe die monatliche Schlagzahl bei der Sparrate. Höre am besten auf damit, die Kurse und dein Portfolio täglich zu überprüfen. Warte einfach. Du musst noch nicht mal monatlich in dein Depot reinschauen. Lasse Dein Depot und den Sparplan einfach laufen.

Fidelity fand heraus, dass die besten Renditen jene Anleger einfahren, die ganz vergessen hatten, dass sie überhaupt ein Depot haben. Nichtstun ist ein Rediteturbo. Was lernst du daraus? Sparplan laufen lassen und kümmere dich dann um andere Dinge.

Wenn Du dein Depot alle sechs oder zwölf Monate überprüfst, reicht das eigentlich. Mehr ist nicht nötig. Du ziehst das dann Jahrzehnte durch. Es kommt auf die Zeit an, die du an der Börse investiert bist. Und nicht auf das perfekte Timing. Die Börse ist einer der wenigen Orte, an der dich Faulheit nach vorne bringt. Es ist verblüffend. Aber es ist tatsächlich so.

Börsenaltmeister Warren Buffett bringt es so auf den Punkt: „Die Börse ist ein Ort, um Geld von den Ungeduldigen auf die Geduldigen zu übertragen.“

Brenne dir das in dein Gehirn ein. Das tägliche Gequatsche über die Kurse ist eigentlich Zeitverschwendung. Es ist Finanzpornographie. In der gleichen Zeit kannst du dir genauso einen Pornofilm auf Pornhub anschauen.

Niemand an der Wall Street weiß wirklich, wohin die Kurse kurzfristig laufen werden. Selbst Warren Buffett oder George Soros wissen das nicht. Anleger sind süchtig nach den Kursen und Nachrichten. Dabei bringt sie das eher vom Weg ab. Es macht dich nervös.

Während sich nun viele Sorgen machen um die Zukunft von Apple nach der jüngsten Gewinnwarnung, deckt sich vielleicht Buffett mit mehr Anteilen ein. Wer weiß? Buffett mag verlässliche Dividendenzahler. Und Apple zahlt immer mehr Dividenden. Das dürfte einer der Gründe gewesen sein, warum sich das Finanzgenie auf Apple gestürzt hat.

Im Film „Wolf of Wall Street“ fasst es Schauspieler Matthew McConaughey so zusammen:

„Die Regel Nummer eins der Wall Street ist: Niemand weiß Bescheid und es ist mir egal, ob Sie Warren Buffet oder Jimmy Buffet sind. Niemand weiß, ob eine Aktie nach oben, unten, seitwärts oder sich in verdammten Kreisen dreht. Am allerwenigsten wissen es Börsenmakler… „


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Es ist ein Finanzporno: Jeden Tag sprechen sie über die Kurse, dabei weiß niemand, wohin die Kurse laufen werden

  1. AvatarChristian

    Ein schöner Artikel, Tim. Wer zu oft das eigene Depot checkt (ggf. als „Hobby“) hat schlicht noch nicht das passende Hobby gefunden. Dabei gibt es so viel Möglichkeiten:

    1) Handy + Computer aus 2) raus in die Natur, in die Bibliothek, ins Café, Mama besuchen…

    Man prüft ja auch nicht täglich den Ölstand des Motors… 🙂

  2. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Ja, alles ganz richtig. Für einen „normalen“ jungen Anlegertypen ist das sicher richtig. Wer seine Sparpläne eingerichtet hat, und ansonsten eigentlich nichts weiter macht, der hat keinen Grund dauernd ins Depot zu schauen.

    Wenn man aber engagiert und mit Lust bei der Sache ist, dann wird man sich da nicht beschneiden.

    Wenn ich mal 3 Tage nicht ins Depot schaue, dann werde ich von mindestens 10 neuen ungelesenen Nachrichten begrüßt, wo man Entscheidungen über Finanzmaßnahmen treffen muss, oder nur informiert wird über alles mögliche Zeug.

    Jetzt musste ich wieder entscheiden, ob ich Aktiendividende wähle oder Cash. Als Voreinstellung war zwar Aktiendividende ausgewählt, was in meinem Sinne ist, aber hätte auch andersrum sein können.

    Für mich ist es einfach eine wunderbare Beschäftigung. Ohne dauerndes Aktiengucken und Studieren der Depotaktivität (im Dez. 77 kleine Dividendenzahlungen) bekäme ich Entzugserscheinungen. 😉

    Aber ich betrachte mich in der Beziehung auch nicht als Referenz.

    Macht Euer Ding!

    MS

  3. AvatarThomas Wünsche

    Das „vergessene“ Depot sollte aber nicht aus Enron, Nokia, RWE, Praktiker, Deutsche Bank, Commerzbank etc. bestehen! Ansonsten wieder ein guter Artikel.

    Thomas W.

  4. AvatarGainde

    Schlussendlich geht es darum, bei anständigen Bewertungen und Marktumfeld („This time it’s different“) einzusteigen – egal ob Einzelaktien oder ETF. Dies bewahrt einem davor während Jahren rote Zahlen im Depot zu sehen. Stetiges Nachkaufen (Temporal diversification) , besonders bei fallenden Kursen, dürfte den Schaden etwas mildern.

     

  5. AvatarHubertus

    Tim

    jetzt schimpfst Du aber über die eigene Zunft. Du weißt doch, wie das Medienbusiness funktioniert.

    Auflage, Klicks, Reichweite, reißerische Headlines, Angstmacherei etc. gleich mehr Werbeeinnahmen. Gerade im Finanzjournalismus hat das perverse Auszüge.

    Nicht selten lechzt man nach den Werbegeldern der bösen und teuren Fondsgesellschaften/Produktanbietern, über die man andernorts so wettert. Auch schön sind die „unabhängigen Empfehlungslisten“. Ganz zufällig wurden (werden?) beim Capital/n-tv Depotcheck die Produkte des Sponsors als Optimierung empfohlen.

    Würde sich irgendjemand noch CNBC (außer wegen den hübschen Moderatorinnen) angucken, wenn die nicht täglich wieder eine andere scheinbar hochkomplexe, ultra wichtige Sau durchs Dorf treiben würde? Keine Umsätze für die Bunte, Gala und Co ohne Hochglanzbilder und Tratsch und Klatsch.

  6. AvatarNico Meier

    @Gainde bist du denn bereits am Nachkaufen oder hortest du immernoch Bargeld?

  7. AvatarGainde

    @ Nico Meier

    Tranchenweise nach unten einkaufen, sofern es weiter runter geht dieses Jahr. Erste Tranche am 04JAN gekauft.

  8. AvatarThorsten

    Danke Tim, der ein oder andere wird es brauchen können.
    Ich würde auch nicht unüberlegt umschichten, das kostet nur Gebühren.
    Ach ja, bitte weckt mich,  gääähn, wenn der Crash da ist. Weihnachten war auch plötzlich da und schwupps ist es wieder vorbei.

  9. AvatarLad

    Doch alle großen Investoren, Buffett, Graham, Fisher, Templeton, Soros, Kostolany und andere wussten, dass man extrem überbewertete Aktien einmal verkaufen muss. Es ist sehr unvernünftig, wenn die teuren Aktien wie Netflix im großen Crash auf 1/4 fallen und keine Dividenden zahlen. Es schaut alles so aus, dass Tim den großen Crash von 2000-2003 nicht erlebt hat, weil er noch zu jung ist. Was hat das für einen Sinn, ständig weiteres Geld in die Berkshire Hathaway Aktie B zu stecken, wenn keine Dividenden kommen, bis man mit 86 stirbt und deine BRK.B und Netflix Aktien wird dann ein Tierheim mit Hunden und Katzen erben.

  10. Avatarthomas

    es scheinen nicht alle Leser zu ertragen den Spiegel vorgehalten zu bekommen. 😀

  11. Avatar-M

    Das schlimme sind ja neben den Gebühren auch die Steuern auf Gewinne, welche dann vom Investititionsbetrag abgezogen werden.

    Das neue Investment muss dann eine deutlich höhere Rendite abwerfen als das alte. Das geht oft in die Hose.

    Außerdem neigt der Mensch dazu einfach dumm zu handeln, wie Tim es in dem Artikel verlinkt hat. Wir sind aber meist zu blöd es selbst zu bemerken (mich eingeschlossen).

    Munger sagt ja immer, dass es schon super sei, keine Dummheiten zu machen, dann braucht man noch nicht mal klug handeln:-)

  12. Avatarthomas

    für den ein oder anderen Leser scheint es hart zu sein den Spiegel vorgehalten zu bekommen. 😀

    Getroffene Hunde bellen 😉

  13. AvatarNico Meier

    Wenn jemand rumheult sein Depot wäre 30% oder 40% im Minus, dann muss ich davon ausgehen, dass derjenige zu stark auf FAANG Aktien gesetzt hat. Wer zu einseitig investiert, wird auch überproportional getroffen von Korrekturen.

  14. AvatarGrandmaster Crash

    „But investing isn’t about beating others at their game. It’s about controlling yourself at your own game.“. Ben Graham

  15. AvatarDave

    “But investing isn’t about beating others at their game. It’s about controlling yourself at your own game.” Benjamin Graham

  16. AvatarThorsten

    @-M

    Bei einem Verkauf mit Verlust entsteht ein Verlusttopf, den man genüsslich und zu 99,9% sicher über Wochen oder Monate mit steuerfreien Dividenden wieder auf 0 bringt. Geht natürlich nicht so gut mit Wachstumsaktien ohne Dividenden 🙁 Ich habe mich so von Rohrkrepierern getrennt und die Verluste schneller wieder eingefahren. Das Restkapital wurde – ergänzt evtl. um Cash, das sowieso investiert werden sollte – in was Besseres gesteckt und wuchs dann auch vernünftig.

    Schön ist das natürlich nicht, aber es mildert das Problem ab, wenn man sich zu einer auslaufenden Aktie hat hinreißen lassen, z.B GE. 🙁

     

  17. AvatarMichael_2

    Hier wird gerne der Eindruck erweckt, als ob ein Investment in den Aktienmarkt sich langfristig immer auszahlen würde.

    Das ist leider mitnichten der Fall. Nicht nur der vielzitierte Nikkei zeigt das. Es lohnt sich auch ein Blick auf den EURO Stoxx 50. Dieser liegt heute 30% unter dem Stand von 1998(!!). Soviel dazu, dass Aktien langfristig immer eine gute Anlage sind.

    Natürlich wurden auch Dividenden ausbezahlt. Aber unter Berücksichtigung von Steuern und Inflation war ein Investment in den europäischen Aktienmarkt in den letzten 20 Jahren bestenfalls ein Nullsummenspiel !

    Die USA haben besser abgeschnitten. Aber die Vergangenheit sagt nichts über die Zukunft aus. Man sollte daher keine falschen Erwartungen wecken.

     

  18. AvatarStefan C.

    @ Thorsten

    „Bei einem Verkauf mit Verlust entsteht ein Verlusttopf, den man genüsslich und zu 99,9% sicher über Wochen oder Monate mit steuerfreien Dividenden wieder auf 0 bringt.“

    Das ist so nicht richtig.
    Aktienverluste können ausschließlich mit Aktiengewinnen verrechnet werden.

  19. Avatar-M

    @Thorsten

    Ja Verluste kommen in den Topf, aber Achtung ich glaube du liegst hier falsch. Die Verluste lassen sich nicht mit Dividenden verrechnen steuerlich sondern nur mit Aktiengewinnen.

    Ich habe aber eher auch an die rebalance Leute auch gedacht, die Gewinne realisieren und Steuern darauf zahlen um das Restgeld dann anderweitig wieder anzulegen. Hier muss dann die Rendite viel höher sein, als wenn man das Geld weiterlaufen lassen würde und keine Steuern realisiert.

     

    @Michael

    Ja eine EINMALIGE Investition in den Nikkei oder Stoxx50 hätte zum schlechtesten Zeitpunkt der Indices nichts gebracht.

    Wie realistisch ist das bitte ? LOL hier wird über Dekaden investiert und nicht nur 1x ! Keiner hier in dem Forum wird davon betroffen sein Lehn ich mich mal aus dem Fenster…

  20. AvatarThomas Wünsche

    Stefan C., das kann ich nur bestätigen! Es können nur Aktienverluste mit Aktiengewinnen verrechnet werden
    Thomas W.

  21. AvatarThorsten

    @-M Du liegst richtig, seit 2009 geht das nicht mehr. Kinder, wie die Zeit vergeht. (Es ging hier um Aktien mit Verlust, das hatte ich extra in Fettschrift markiert, es gibt nicht um Gewinne, Du hast da noch mal wiederholt, aber da hatte ich gar nichts zu gesagt). Es verbleibt der Verlusttopf, wenigstens ist der unverfallbar.

  22. AvatarSkywalker

    Pornhub kannte ich noch nicht… Was es nicht alles gibt, wahnsinn.man lernt nicht aus, bisher ist da scheinbar einiges an mir vorbeigegangen im Internet

  23. Avatarthomas

    Bezügl. Verrechnungstöpfe:

    Aktienverluste werden nicht mal mit Fondsgewinnen verrechnet und anders rum.

    Das Finanzamt nimmt es von denen die es haben 😉

     

  24. AvatarThomas Wünsche

    Skywalker, es gibt nicht nur Aktien und ETF’s auf der Welt. Da sind noch andere sinnliche Dinge. Die Mischung macht’s.

  25. AvatarNico Meier

    Ach warum sollte man auf Kursgewinne bei Aktien Steuern zahlen?

    Ich bin froh sind Aktiengewinne generell steuerfrei.

  26. AvatarDaniel

    Das ist leider mitnichten der Fall. Nicht nur der vielzitierte Nikkei zeigt das. Es lohnt sich auch ein Blick auf den EURO Stoxx 50. Dieser liegt heute 30% unter dem Stand von 1998(!!). Soviel dazu, dass Aktien langfristig immer eine gute Anlage sind.

    Naja, der Nikkei ist keine Diversifikation da der Index in nur einem Land vorhanden war und nur einer Währung. Wer nur hier investiert war hat sich mit den Grundlagen der Börse nicht auseinandergesetzt. Gleiches gilt für den Euro Stoxx 50. Dessen Zusammensetzung varriert war, wird aber zu 3/4 von Deutschland und Frankreich dominiert, abgeschlagen von Niederlanden und Spanien. Das hat mit Euro nicht viel zu tun, viel zu konzentriert und wenig diversifiziert und zudem in einem Wirtschaftsraum.  Die Rechnung müsste eher lauten, gab es jemals eine Situation in der jemand der auf der ganzen Welt investiert war und ist auf langer Sicht gesehen Verlust gemacht hat?

  27. AvatarKarl

    Die inflationsbereinigte Rendite des S&P 500 liegt nach Steuern aber vor Kosten bei ca. 5 %.

    Wenn man dann noch in den letzten 30 Jahren mit Euro- und/oder Japanwerten „diversifiziert“, kommt man leicht auf 3,5 %.

    Wenn jetzt noch die Zinsen in den USA weiter steigen, wird das Chancen-Risiko-Verhältnis schon deutlich uninteressanter.

  28. AvatarDennisDurmas

    Hallo Tim, wieder ein super Artikel. Wir sind alle nur Akteure am Markt ink. der großen mächtigen und starken Banken an der Wallstreet, niemand ist allwissend. Das müssen wir bzw. einige Marktteilnehmer endlich begreifen. Niemand, keiner auf dieser Welt, der Markt selber, weiß es nicht. Es kann nach oben oder nach unten gehen. Und weil mann es nicht wissen kann, muss man versuchen Value-Werte zu bekommen, dann habe ich etwas egal wo der Preis steht.

    Kostolany sagte einmal, dass es drauf ankommt, ob es mehr Idioten als Aktien gibt oder umgekehrt – das bestimmt den Preis. Recht hat er allemal..

     

    DennisDurmas

  29. AvatarDaniel

    Die inflationsbereinigte Rendite des S&P 500 liegt nach Steuern aber vor Kosten bei ca. 5 %.

    Ob hier allerdings die inflationsbereinigte Rendite der zu ermittelnde Faktor ist, ist fraglich, denn dann müsste man fairerweise auch die inflationsbereinigte Rendite von Anleihen und anderen festverzinslichen Anlageformen vergleichen, wo wiederrum die Aktie als klarer Sieger hervorgeht.

  30. AvatarThomasH

    Ach warum sollte man auf Kursgewinne bei Aktien Steuern zahlen?

    Weil man in Deutschland wohnt und nicht in der Schweiz …?

  31. AvatarThomasH

    @Thorsten:

    Bei einem Verkauf mit Verlust entsteht ein Verlusttopf, den man genüsslich und zu 99,9% sicher über Wochen oder Monate mit steuerfreien Dividenden wieder auf 0 bringt. 

    Ich weiß nicht, wo du wohnst, aber in Deutschland geht das so leider nicht. Der Verlusttopf bleibt bestehen und auf Dividenden (und ETF-Verkaufsgewinne!) zahlt man trotzdem Steuern, weil das ein anderer Topf ist (der allgmeines Topf).

  32. AvatarBruno

    Der Euro Stoxx 50 ist ein übler Index, ähnlich wie SMI oder DAX, einfach für einen Index zu wenig diversifiziert, dazu noch zu lokal.

    Europa hat viel falsch gemacht, insbesondere haben sie kein Tech-Sektor, der den Namen auch verdient hat.

    Wenn in Europa investieren dann eher den Stoxx 600, da hat man auch Mid Caps dabei. Der hat besser abgeschnitten, immerhin hat man dort mit Dividenden auch etwas verdient, wenn auch im Vergleich zur Welt insbesondere USA mager.

    Ich denke wer langfristig über Index-ETFs investieren will sollte ein Welt-ETF nehmen wie MSCI World oder ähnliches und auch Emerging Markets, Europa hat keine Aktienkultur und wenn die Handelskriege noch zunehmen wird es nicht besser aussehen.

  33. AvatarMattoc

    Das müssen wir bzw. einige Marktteilnehmer endlich begreifen. Niemand, keiner auf dieser Welt, der Markt selber, weiß es nicht. Es kann nach oben oder nach unten gehen. Und weil mann es nicht wissen kann, muss man versuchen Value-Werte zu bekommen, dann habe ich etwas egal wo der Preis steht.

     

    Was ist denn „der Markt“, und was ist in Abgrenzung dazu ein „Value-Wert“?

    Wird ein „Value-Wert“ besser performen als „der Markt“?

    Falls ja, warum kaufen dann nicht alle nur noch „Value-Werte“?

    Welche Unternehmen sind Value-Werte und welche nicht? Gibt es Beispiele?

    Ich verstehe das nicht, wäre super, wenn das jemand erklären könnte.

     

  34. AvatarMichael_2

    @Bruno: Der Euro Stoxx 50 ist nicht einfach ein übler Index, sondern durchaus das Spiegelbild einer wenig dynamischen und innovationsarmen Europäischen Wirtschaft.

    Umso wichtiger ist es in der Tat, global diversifiziert zu investieren.

  35. AvatarMarcus

    An dieser Darstellung könnte man ex post ermitteln wie sich Value in den letzten 20 Jahren idealerweise gegenüber Passiv entwickelt hat: Benchmark

  36. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Mattoc,

    echt jetzt??? Ok.. follow me -> What is a Value Stock? 

    @Thorsten,

    Du bist aber früh dran. Es sind noch 351 Tage!

    MS

    Zu der Beschreibung von @Olenka fällt mir nur demütiges Schweigen ein. Vielleicht kann sie daraus ein Drehbuch machen und sich mit den Einnahmen befreien. Habe mir zwar den Text gespeichert, aber leider nicht den Link. Sowas ist das täglich Brot meiner Partnerin in ihrem Beruf gewesen. Das geht auch nicht spurlos an einem vorüber.

  37. AvatarMoritz

    Ich habe aktuell ca. 50.000 € zum investieren.

    Sollte ich den Betrag direkt in die ETFs investieren oder lediglich die Sparrate erhöhen?

  38. AvatarBruno

    @olenka ich hatte die Geschichte damals übersehen, es gibt Geschichten da verschlägt es einem einfach die Sprache. Ich habe ja selbst schon viel Höhen und Tiefen erlebt und auch viel gehört bei andern, aber die Konzentration bei ihr übertrifft schon viel. Mehr sagen kann man dazu leider kaum.

  39. AvatarRalf

    Wenn ich nur Kohle hätte…

    Dann würde ich außerhalb der laufenden Sparpläne immer wieder mal aufstocken. Aber der Zielkonflikt zwischen Aktien und unserem Projekt Eigenheim besteht in dem Bezug eben doch, wenn das liebe und begrenzt verfügbare Cash eben für mehrere Dinge herhalten muss…

  40. AvatarAlbr

    die meisten beachten nicht die Dividenden, die mit der Zeit – hoffentlich – steigen, mein letzter Erwerb MüRü (Kapitalerhöhung November 2003) zu 78€, ergibt derzeit eine DivRendite von etwa 12%, insgesamt dürfte der Erwerb Durchschnittskurs bei MüRü bei etwa 50-60€ liegen… oder letzter Erwerb Allianz SE (damals AG), ebenfalls Kapitalerhöhung April 2003 zu 38€ und somit deutlich über 20% DivRendite bzgl. Einkaufskurs…

     

     

  41. AvatarKia

    Das was ihr verlinkt habt hat Olenka ja erst heute Mittag geschrieben. Leider unter einem sehr alten Beitrag. Wahrscheinlich wird sie dort auch nicht mehr reinsehen.

    Ich finde keineswegs das sie gescheitert ist. Sie hat nicht gelernt auf sich aufzupassen und das hat leider auch kein anderer getan. Das sollte sie dringend nachholen. Wenn ich die Jahre hochrechne müsste sie ca. 45 sein. Da hat sie noch viel vor sich.

     

  42. AvatarChristian

    @Michael_2: Ich kann mich noch erinnern, wie „Die Zeit“ 2008 von einem „verlorenen Jahrzehnt“ schrieb.

    Sieht man sich den DAX Kursindex, den Nikkei und den Stoxx50 in einem Chart seit 2000 an, so könnte man bald von „zwei verlorenen Dekaden“ sprechen, viel fehlt nicht mehr. Wie aber schon hier in den Kommentaren erwähnt, schneidet jedoch der Gesamtmarkt (MSCI World) mit 200% im Betrachtungszeitraum sehr gut ab. Das ist eine Verdoppelung und entspricht ungefähr 4% Verzinsung (zinseszins) p.A. Hinzu kommen die nicht enthaltenen Dividendenausschüttungen und die individuellen Einstandspreise der Anleger, welche permanent zugekauft haben.

    Anstatt „Die Zeit“ zu verlinken, verlinke ich lieber Tims Statement: „ein verlorenes Jahrzehnt – wie die Medien über Aktien hetzen“

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