Ein ETF ist eine feine Sache. Aber du kannst auch ein Dividenden- oder Wachstumsdepot aufbauen – mit mehr Risiken ist das verbunden


New York, 31. Mai 2020

Ich bin voll investiert und mache mir keine Sorgen um das Depot. Ich habe etliche Dividendenaktien. Aber jetzt bin ich enttäuscht worden von ExxonMobil und Chevron. Trotzdem behalte ich beide. Ich baue stetig meine ETFs aus.

Eine der erfolgreichsten Strategien ist ein ETF-Sparplan zum Laufen zu bringen. Ich habe dazu ein neues Video gemacht. Es ist so einfach:


Das Problem bei der Auswahl einzelner Aktien ist, dass du daneben liegen kannst.

Lange Zeit galten Öl-Aktien als Dividendenmaschinen für die Ewigkeit. Einmal gekauft, brauchte man sie nur behalten und konnte sie sogar vererben. Nur keine Sorge. Es sind Goldgruben.

Doch die Aussichten sind düster. Ich habe Chevron und ExxonMobil im Depot. Sie stehen schwer unter Druck. Auch BP, Total, Equinor und Eni sind abgestürzt. Covid-19 hat zum tiefsten Nachfrageeinbruch beim Öl in der Geschichte geführt.

Der britisch-niederländische Titan Royal Dutch Shell hat zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg seine Dividende gekürzt. Am 1. Mai meldete ExxonMobil seinen ersten Verlust seit der Mega-Fusion 1999, aus der es hervorging.

Anleger suchen nach geringeren Risiken und höheren Renditen. Aber wo sollen sie investieren? Der Öl-Kollaps kam überraschend. Das konnte niemand wissen. Energie war in vier der vergangenen sechs Jahre der Sektor mit der schlechtesten Performance im S & P 500-Index.

Ich bin ja bekanntlich ein Fan des langfristigen Investierens. Ich habe das mit Chevron nicht absehen können, als ich dieses Aktienpaket vor gut elf Jahren schrittweise aufgebaut habe.

Wie sieht es wohl in 20 Jahren mit der Chevron-Aktie aus? Es ist schon äußerst riskant, einzelne Unternehmen zu kaufen. Zumal wenn du Schwerpunkte wie ich im Depot hast.

Selbst gigantische Unternehmen, wo du denkst: “Sie werden niemals scheitern, ihr Wassergraben ist riesig und sie haben keine Konkurrenten”, können Jahre später scheitern. Schau Dir zum Beispiel GE, Boeing, Deutsche Bank, General Motors, BMW, Blockbuster oder Ford an. Das waren mal starke Giganten.

Schau dir IBM an. IBM kommt nicht mehr in die Puschen, der IT-Gigant eilt dem S&P 500 Index hinterher. Wer hätte das vor 20 Jahren gedacht? Deshalb ist die Lösung: Hole Dir einfach einen Indexfonds.

Weil mich Leute trotzdem immer fragen, was schaust du dir an? 3M, Target, Procter & Gamble, Johnson & Johnson, McDonald’s, Pepsi und Waste Management sind heute Aktien, die ich speziell mit der Erwartung kaufen würde, um hier Dividenden für den Rest meines Lebens zu sammeln. Aber ich weiß es nicht. Ich vermute es nur. Und ich kann daneben liegen.

McDonald’s und Pepsi gehören zu den stärksten Marken der Welt. Ich kann mir keine Welt vorstellen, in der die Menschen zu meinen Lebzeiten aufhören würden, deren Marken zu konsumieren. Bei Coca-Cola ist das ähnlich. Die Abfallwirtschaft bietet einen wichtigen Service, den jeder benötigen wird. Alle Unternehmen haben eine lange Phase, in der sie ihre Dividenden jedes Jahr steigerten. Diese Unternehmen halten sich auch in Rezessionen besser als der Durchschnitt. Daher bin ich ziemlich zuversichtlich, dass sie nichts abhalten wird, ihre Dividenden jedes Jahr weiter zu steigern.

Das moderne Kaufhaus Target erhöht die Ausschüttung seit 52 Jahren. Der Pharmakonzern Johnson & Johnson ist schon seit 57 Jahren dabei. Der Haushaltsgüterfabrikant Procter & Gamble macht das seit 63 Jahren. Hier ist eine gute Liste mit den Dividenden-Königen, die seit über 50 Jahren ihre Ausschüttung erhöhen.

Andere gute Aktien, die eine Dividende ausschütten, sind Microsoft, Apple und Visa. Aber ihre Dividendenrenditen sind derzeit gering, deshalb kaufe ich sie nicht wegen der Dividende. Ich kaufe sie allenfalls als Wachstumsaktien. Die Dividende ist nur das Sahnehäubchen obendrauf. Aber denk dran: Wir wissen nie, was alles passieren kann. Manchmal können wir negativ überrascht werden.


tim schaefer (Author)

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thoughts on “Ein ETF ist eine feine Sache. Aber du kannst auch ein Dividenden- oder Wachstumsdepot aufbauen – mit mehr Risiken ist das verbunden

  1. Avataryankee

    Guten Abend,
    mein Depot, welches seit Anfang 2015 Bestand hat wächst jeden Monat weiter indem die High Yield Variante des Vanguard ETF per Sparplan bespart wird. Weiterhin sind im Depot die im Artikel benannten bekannten Dickschiffe wie McDonald’s, Coca Cola, P&G, J&J, Apple, Microsoft aber auch Unternehmen wie Allianz, Altria, Gazprom, Weyerhaeuser (leider Dividende gestrichen), Svenska Cellulosa, BHP Group, Archer Daniels Midland, General Mills, Gilead Sciences, OHI, die Monatszahler Main Street und Realty Income, Cisco Systems und Marine Harvest. Desweiteren der Stoxx Europe 600 und der Stoxx global 100 sel. Div. zur weiteren Streuung des Depots.

    Aktuell bin ich noch auf der Suche nach Unternehmen im Bereich IT, Netzwerk, Technologie generell… hat da jemand noch Empfehlungen/ Ideen ?! Habe jetzt Texas Instruments in die Watchlist genommen… würde gern noch mehr in dieser Richtung haben. Ganz begeistert bin ich von Alphabet… nur der hohe Preis… ^^

    Jetzt gerade zu unsrem aktuellen Männertrip am Rhein (Bingen) gehört bekannterweise auch ein guter Wein und wo es jetzt am letzten Abend ruhiger wird… dachte ich spontan, schreib ich mal hier im Blog meinen Senf dazu 🙂

     

    Beste Grüße an euch alle

  2. AvatarStefan

    @Yankee

    Moin,

    Ich gebe noch kürzer meinen Senf dazu, da Du eine Empfehlung möchtest.

    “Datagroup” ist, so glaube ich, interessant.

    Gruß!

     

  3. AvatarUfuk Erdem

    Bring doch mal öfter wieder “Geheimtipp” – Aktien. Das hast du vor einigen Jahren glaube ich häufiger gemacht.

  4. AvatarChrisK

    @Yankee

    Schau Dir mal skyworks Solutions an.

    @tim: wie haben dich exxon und chevron enttäuscht? Zahlen doch weiter fleißig Dividende und wollen zukünftig noch mehr auf Rendite gehen.

    Wegen Boeing: meinst du, dass Boeing nicht mehr auf die Beine kommt? Diese phase ist eine tolle Gelegenheit zum zukaufen.

  5. AvatarRalf

    @Aktien oder ETF: Aktien und ETF lassen sich auch mischen. So mache ich das.

    Tendenziell Sektoren-ETFs und diverse Aktien. Derzeit rund 75 % Aktien und 25 % ETF. Die größte Position ist Danaher, gefolgt von Blackrock. Mein Depot hat durchaus eine wilde Mischung und mittlerweile 26 Positionen. Ich fühle mich jedoch wohl damit und komme bisher auch gut durch die Börsenzeiten. Sparpläne laufen auf Microsoft, MDAX-ETF, MSCI World Information-ETF,  Technology und MSCI World Quality-ETF. Ich lasse jetzt einfach mal die Hose runter und präsentiere mein Depot. Hier die Details, vielleicht hat jemand eine Meinung dazu:

    3M
    Adidas
    Allianz
    Altria
    Apple
    BASF
    Berkshire
    Blackrock
    Coca-Cola
    Danaher
    iShares Automation & Robotics UCITS ETF
    iShares Digital Security UCITS ETF
    Lyxor German Mid-Cap MDAX UCITS ETF (Sparplan)
    Mc Donalds
    Microsoft (Sparplan)
    Lyxor MSCI World Information Technology TR UCITS ETF (Alter Sparplan, umgestellt auf Xtrackers)
    Royal Dutch
    SAP
    S&P US Dividend Aristocrats UCITS ETF
    Swiss Re
    Unilever
    Vonovia
    Xtrackers FTSE Developed Europe ex UK Real Estate UCITS ETF
    Xtrackers MSCI World Health Care UCITS ETF
    Xtrackers MSCI World Information Technology UCITS ETF (Sparplan)

    Xtrackers MSCI World Quality UCITS ETF (Sparplan)

  6. AvatarFamilien Finanzen im Griff

    Guter Beitrag Tim

     

    @Felix: ob er nun wirklich auf ETFs umstellt ist wohl fraglich… er sagt nur wie es aktuell ist, dass man auch mit Dividenden Aristokraten auch nicht immer sicher ist.

     

    Es gibt weiterhin solide Unternehmen, man muss aber genauer schauen.

    Gruß Stefan

  7. AvatarPilger

    @Whirlwind

    Ich möchte gerade auch einen Einsteig in Texas Instruments finden aber die Bewertung scheint mir gerade ein bisschen zu hoch. Was denkst du?

    Ansonsten wäre Qualcomm aus dem gleichen Segment noch interessant gerade wegen 5G….

  8. AvatarNils

    Indexfonds sind eine schöne Sache, sie ermöglichen einfaches Buy & Hold, die Gewinner steigen auf, die Verlierer steigen ab. Mit einem ETF-Sparplan ist man maximal diversifiziert und nimmt die Aktienrendite (aber auch das Risiko) mit, einfacher geht es nicht.

    Bei Einzelaktien kommt man unweigerlich zu Buy, Hold & Check. Wie viel Mehrperformance p.a. im Vergleich zu einem geeigneten Index als Benchmark erwarten Einzelaktionäre für ihren damit verbundenen Zeitaufwand? Klar, man kann sich das als Hobby zurechtlegen. Aber irgendein monetärer Mehrwert sollte dabei schon herumkommen.

  9. AvatarRüdiger

    McDonald’s und Pepsi gehören zu den stärksten Marken der Welt. Ich kann mir keine Welt vorstellen, in der die Menschen zu meinen Lebzeiten aufhören würden, deren Marken zu konsumieren.

     

    Noch viel weniger könnte ich mir eine Welt ohne High-Tech und Software vorstellen. Wo werden wohl langfristig die höheren Gewinne generiert?

     

  10. AvatarRungholt

    Die Umstellung halte ich für sehr kluges Handeln. Denn wie sagte der Wesir sinngemäß : “Vermögen wird aufgebaut durch Konzentration und gesichert durch Diversifikation”

  11. AvatarAktiensparer

    Mittlerweile bin ich auch ein ETF-Sparer und ich muss gestehen: es ist zwar langweiliger und macht nicht so viel Spaß, auf der anderen Seite ist es aber auch wesentlich entspannter und im Endeffekt wohl auch besser was die Rendite betrifft.

    Ab einer gewissen Portfoliogröße (bei mir zB ca. 50 Titel) wurde es unübersichtlich, man (zumindest ich) hat jetzt nicht mehr den sooo genauen Überblick darüber wie es den Unternehmen eigentlich geht und das ganze wird schon sehr zeitaufwändig, alleine wenn man sich einen Überblick über Dividendenzahlungen machen möchte. Während der Corona Krise habe ich auch ein bisschen gezockt (allerdings in die “short”-Richtung), was sich bislang auch noch nicht bezahlt gemacht hat.

    All das erspart man sich natürlich mit einem simplen ETF Portfolio. Weniger Nervenkitzel aber auch weniger Glücksgefühl weil man vielleicht mal einen Highflyer rauspickt. 😉

  12. AvatarKay

    ETFs sind für die meisten Investoren sicherlich die beste Wahl, insbesondere wenn man sich nicht tiefergehend mit dem Thema Aktien beschäftigen möchte. Investoren der älteren Generation können das eigene Portfolio dann noch mit geeigneten Dividenden-Titeln erweitern, sodass die Dividenden die monatliche Rente in späteren Jahren aufbessert. Hier gilt es auf die Qualität und Zukunftsfähigkeit der gewählten Unternehmen zu achten.

     

    Für meine Generation, d.h. die 20-35 Jährigen sind Dividendenaktien aus Performance-Sicht m.E. allerdings ungeeignet. Die steuerlichen Nachteile lasse ich mal außen vor. Solide Tech-Titel wie Facebook, Google, Microsoft etc. halte ich hier für die bessere Wahl. Dazu noch eine ordentliche Beimischung von jungen wachstumsstarken Unternehmen mit disruptiver Technologie und schon hat man ein Portfolio, welches langfristig den breiten Markt wohl outperformen wird. Hier gilt es allerdings auf ein angemessenes Preis-Leistungsverhältnis zu achten, da viele dieser Titel momentan wieder recht teuer geworden sind.

     

    Will man den Markt allerdings dauerhaft und deutlich schlagen, wird man wohl nicht darum herumkommen, sich tiefergehend mit wirtschaftlichen Zusammenhängen und Bilanzen der Unternehmen zu beschäftigen und gezieltes Stock-Picking zu betreiben und sein Portfolio nicht unnötig aufzublähen. Das ist je nach Kenntnisstand zeitlich aufwendig und wohl nur für <2% aller Investoren interessant, zumal größere Kursschwankungen auch emotional belastend sein können. Eine klare Strategie ist hier unabdingbar.

  13. Avatarhump

    Selbst gigantische Unternehmen, wo du denkst: “Sie werden niemals scheitern, ihr Wassergraben ist riesig und sie haben keine Konkurrenten”,

    Die Vergangenheit hat auch auch leider gezeigt, dass auch ehemalige große etablierte Unternehmen, nicht immer ihr Geschäftsmodelle aufs neue in die Zukunft generieren können !! Warum sollte man dann diese Unternehmensbeteiligungen für immer halten ??!! 

     

     

  14. AvatarFelix

    @ Kay

    Wenn dem so wäre, würden aktiv gemanagte Fonds, wo sich gut ausgebildete Fachleute hauptberuflich mit den Unternehmen tagein, tagaus beschäftigen, den Markt dauerhaft ausperformen. Tun sie aber nicht.

    Lese ich gerade bei Kommer: Was war wohl die renditestärkste Branche in den letzten 80 Jahren? Nein, nicht Technologie, nicht Öl, auch nicht Pharma, nicht mal der Finanzsektor.

    Es war die Tabakbranche! Wer hätte das gedacht?

    Deshalb sind aktive Branchengewichtung und Sektoren- oder LänderETF natürlich auch der Versuch, aktiv dem Markt ein Schnippchen zu schlagen. In der Regel wird das nichts werden.
    P.S. Ich bin in Technologie FAMA stark übergewichtet. So tickt halt der Mensch :-). Und auf kurze Sicht, hat‘s geklappt, was ich natürlich meinen besonderen Fähigkeiten zuschreibe. Noch Fragen?

  15. AvatarNico Meier

    Es war Tabak! Wer hätte das gedacht?

    @Felix

    Tabak wird auch in den nächsten Jahrzenten gute Rendite bringen. Und weil Tabak in der westlichen Welt verteufelt wird sind die Preise der Tabakaktien extrem attraktiv.

     

  16. AvatarKay

    @Felix: Spontan fallen mir zwei Gründe ein, warum aktive Fondsmanager nicht outperformen:

    1) Sie verfolgen in der Regel Eigeninteressen. D. h. die kurz- bis mittelfristige Performance ist ihnen wichtiger als die langfristige. Ich rede hier von einem Zeithorizont >10 Jahren. Die wenigsten Fondmanager erhalten eine Erfolgsvergütung die von der 10-Jahres-Performance abhängt. Kurzfristige Erfolge sind wichtiger.
    2) Die meisten Fondsmanager müssen sich an strikte Vorgaben halten. Zum Beispiel bezüglich der Cash Quote sowie im Hinblick auf Diversifikation. Als Privatanleger kann man selbst entscheiden, in welche Länder, Branchen etc. investiert wird. Insbesondere auch was die maximale Anzahl an Aktien angeht. Ich persönlich habe zum Beispiel mein ganzes Vermögen auf nicht mehr als 5 Aktien aufgeteilt. Das dürfte ein Fondsmanager gar nicht. Warum ich das mache? Ganz einfach: Es gibt schlichtweg gemäß meiner Anlagestrategie derzeit keine günstigen Aktien die eine erwartete Rendite von >20 Prozent p.a. bringen. Und ich muss niemandem Rechenschaft ablegen, warum mein Portfolio kurzfristig um +/-30% schwankt. Deswegen sage ich ja auch, dass eine solche Strategie wohl nur für die Minderheit geeignet ist (<2%), zeitintensiv ist (für Recherche) und dafür dann aber deutlich höhere Erträge verspricht.

  17. AvatarStefan Müller

    Viel wichtiger finde ich eine Aufteilung der Assets.

    Z.B. den Anteil von Cash, Anleihen – Edelmetalle – Immobilien – Aktien/ETF.

    Das sorgt für gute Renditen und geringere Gesamtdepotschwankungen.

    Zur Zeit habe ich einen relativ hohen Cashanteil von 15% und 40% ETFs. Da freue ich mich auf den nächsten Rückgang. Und wenn nicht, freue ich mich auch.

  18. AvatarLad

    Ich bin mit meinen 29 Aktien und Dividenden zufrieden.

    Nur etwa 2027 werde ich die Royal Bank of Scotland verkaufen, weil ich seit Winter die Bank of Nova Scotia kaufe.

    29 von meinen 30 Aktien will ich wegen Dividenden als Rente ewig halten:

    Allianz, BASF, BMW, Deutsche Telekom, Munich Re, Siemens, Bank of Nova Scotia 🙂 , Enbridge, Mitsubishi Corp., AT&T, Bank of America, Cisco Systems, Johnson & Johnson, Kraft Heinz, Pfizer, Procter & Gamble, Raytheon Technologies, Walgreens Boots Alliance, Wells Fargo, BHP Group, British American Tobacco, HSBC Holdings, Natwest = RBS 🙁 , Royal Dutch Shell, Tesco, AB InBev, Banco Bilbao, Banco Santander, Iberdrola, Sanofi.

     

  19. AvatarHafenmeister

    Hallo Kay,

    magst du verraten auf welche fünf Unternehmen du dich konzentrierst?

    Sind alle fünf Unternehmen in deinem Depot gleich gewichtet?

    Besparst du diese Aktien regelmäßig?

    Kommen Aktien hinzu oder kann nur eine neue Aktie im Tausch einer anderen zugelassen werden?

    Klingt interessant, finde ich attraktiver als Depots mit 30 und mehr Positionen – obwohl dies natürlich auch Vorteile hätte.

    VG

  20. AvatarBruno

    @Whirlwind

    Ich finde diesen Ansatz gut, so ähnlich mache ich das auch.

    Aber ich bin seit ca. 2 Jahren am schwanken, ob ich das noch so weiterfahren soll, denn der Aufwand ist doch erheblich. Die saubere Analyse der Unternehmen kostet viel Zeit und wenn man dann so 40-50 Titel im Depot hat, sollte man diese ja auch weiter regelmässig prüfen, sonst weicht man ja von dieser Strategie ab. D.h. wenn das Management wechselt, wenn sich das Umfeld ändert, wenn ein Unternehmen den Anschluss verliert, die Kennzahlen etc. kann wie Tim mit Beispielen aufzeigt, jedem Unternehmen passieren. Auch Microsoft oder Apple, auch wenn es heute nicht so ausschaut.

    Ich baue seit einiger Zeit einen ETF auf, den MSCI World Quality Index.

    https://www.msci.com/documents/10199/344aa133-d8fa-4a15-b091-20a8fd024b65

    Ist ein einfaches Konzept und was dabei rauskommt (Holdings), deckt sich erstaunlich nah an meinem Depot. Einfach viel mehr Werte und die ganze Analysearbeit entfällt und kann dann anderweitig investiert werden.

    Da ich mich aber von den zumindest guten Einzelaktien nicht trennen will, wird es wohl auf eine Mischlösung herauslaufen, Core-Satellite Ansatz. Performancetechnisch wird das wohl nicht wirklich ins Gewicht fallen, aber ich möchte auch nicht gross umschichten, da die Transaktionskosten bei uns doch immer noch recht hoch sind.

     

  21. AvatarFinanzbär

    Ich fahre es so: Wird ein Unternehmen meiner Meinung nach + Prognosen den Markt schlagen? Wenn nein -> ETF. Wenn ja -> Einzelaktien

    Dabei muss die erwartete Rendite aber schon wesentlich höher sein als des Marktes. Da kommen mir wirklich nur 2-3 “zukünfitige” Amazons/Appels rein.

    Habe somit auch nach mehr als 5 Jahren an der Börse erst 2-3 Titel gefunden die ich für sowas halte. Der Rest in ETF 🙂

     

     

  22. AvatarFelix

    Das stimmt und erstaunt mich immer wieder. Alle modernen Finanzinstrumente sind in der Schweiz unvergleichlich teuer und Finanzinovationen kommen wenn über haupt erst mit jahrelangen Verspätung auf den Markt.

    Liegt das an der Macht der traditionellen Banken in ihrem aussichtslosen Abwehrkampf oder an der sehr konservativen Schweizer Art, die nichts Neues will?

  23. AvatarBruno

    @Felix

    Zu kleiner Markt, zu hohe Kosten, und bestehende Banken haben kein Verlangen, etwas zu verändern, alle verdienen gut daran, die Lobby auch in der Politik ist stark (siehe z.B. Eigenmietwert der hilft, dass sich die Leute hoch verschulden). Der Markt in Deutschland ist 10x grösser, die Kosten (Löhne, Mieten etc.) deutlich tiefer, der EUR Währungsmarkt noch deutlich viel grösser.

    Man kann ja ein Depot im Ausland eröffnen, dann hat man die tiefen Kosten auch. Einziger Nachteil die Steuererklärung wird dann etwas komplizierter resp. aufwendiger.

    Da ich fast keine Transaktionen habe und mit Aktionen auch die wenigen Transaktionen fast kostenlos bekomme, hat mich das bisher nicht gestört, es ist sogar ein Schutz, dass man sich jede Transaktion 3x überlegt, ob sie wirklich auch Sinn ergibt und nicht überstürzt ist. Aber für jemanden der aktiv handelt oder viel umschichtet, wäre das nix.

  24. AvatarKay

    Hallo Hafenmeister/Whirlwind,

     

    ich bin ehrlich gesagt überrascht, dass sich Leute dafür interessieren wie ich investiere. Wenn ich in meinem Bekanntenkreis davon erzähle, hält man mich nämlich eher für verrückt, aber das ist auch gut so 😉

     

    Aber um die Fragen zu beantworten:

    Den Namen Phil Town kannte ich bisher noch nicht. Aber der Ansatz ähnelt in der Tag meinem eigenen. Es klingt ein bisschen komisch, aber mein Vorbild ist in gewisser Weise Warren Buffet, auch wenn ich absolut nicht auf Dividenden-Aristokraten wie Coca-Cola setze, sondern auf Grund meines Alters ausschließlich auf günstig/vernünftig bewertete Wachstumstitel mit Potenzial. Um mal Warren Buffet zu zitieren:

     

    “If you have a harem of 40 women, you never get to know any of them very well.”

    Oder auch (ebenfalls von Buffet) :

    Diversifizieren ist ein Schutz gegen Unwissen. Es macht wenig Sinn für diejenigen, die Bescheid wissen.”

     

    Ich persönlich hätte gar keine Zeit, mich mit mehr als 5-8 Aktien zu beschäftigen. Darunter verstehe ich das Lesen sämtlicher Jahresabschlüsse, Quartalszahlen sowie das tägliche Überprüfen der IR News hinsichtlich neuer Unternehmensnachrichten. Auch gehört für mich dazu das tägliche Checken diverser Foren, denn auch hier finden sich oft nützliche Informationen (>90% der Beiträge sind allerdings Müll und versuchen nur die eigene Long/Short Position zu untermauern).

     

    So wie es Buffet (oder eben auch Town) macht, investiere ich in Unternehmen und nicht in Aktien. D.h. die frühere bzw. auch die kurz- bis mittelfristige zukünftige Aktienentwicklung ist mir egal. Wenn man jung ist, sagt sich das allerdings auch leicht, denn 10 Jahre kann ich locker warten, irgendwann wir der Aktirnkurs sich schon dem wahren Unternehmenswert annähern 😉

     

    Bevor ich meine derzeitigen Aktienpositionen nenne, muss ich allerdings noch etwas klarstellen. Es handelt sich dabei absolut um keine Handlungsempfehlung! Außerdem würde ich 98% der Aktieninteressierten von eben diesen Aktien abraten. Warum? Weil sie extrem schwankungsanfällig und daher nichts für schwache Nerven sind. Um es noch klarer auszudrücken: Wer ein Problem damit hat, dass das eigene Depot mal um gute 50% oder mehr einbricht, braucht sich die Aktien eigentlich nicht anschauen. Es handelt sich im speziellen um drei Aktien, die allesamt ihre Gründe haben, warum sie derzeit preiswert erscheinen. Es ist also ein leichtes zu argumentieren, warum man eben NICHT in diese Aktien investieren sollte (die meisten Argumente kenne ich schon) . Umso mehr Leute diese Aktie meiden, umso besser. Denn das zeigt in der Regel, dass zum heutigen Stand die wenigsten investiert sind (die in ein paar Jahren potenzielle Käufer werden könnten). So sieht mein derzeiges Portfolio aus:

     

    1) Nutanix (IT Unternehmen, macht derzeit eine Transition vom reinen Hardware- zum SaaS Anbieter durch, wodurch Umsatz und Kostenstruktur und damit die Aktie für den oberflächlichen Investor unattraktiv wirken)

     

    2) Baozun (chinesisches E-Commerce Unternehmen, Alibaba ist mit ca. 15% beteiligt. Die Aktie leidet derzeit, also seit ca. 2 Jahren, an der politischen Spannung zwischen USA und China, sowie diversen unternehmensinternen Negativschlagzeilen, wie zB der Verlust des größten Kunden Huwei)

     

    3) Wirecard – hier brauche ich wohl nichts zu erklären. Kennen wohl die meisten. Leidet an dem anhaltenden Vorwurf der Bilanzmanipulation. (passt normalerweise nicht in mein Beuteschema, da es i. d. R. kein gutes Zeichen ist, wenn das Unternehmen in der breiten Bevölkerung bekannt ist)

     

    Alle drei Aktien sind unterschiedlich gewichtet, die Priorisierung von 1-3 habe ich basierend auf meinem angenommenen Potenzial für die kommenden 10 Jahre angenommen. Das spekulativste ist sicherlich Wirecard, denn je nachdem ob die Vorwürfe wahr oder falsch sind, ergibt sich ein deutlich unterschiedlicher wahrer Wert des Unternehmens bzw. der Aktie. Beides liegt m. E. jedoch über dem derzeitigen Kursniveau, welches vor allem durch Hedgefonds mit Short-Positionen und ängstlichen Kleinanlegern bestimmt wird. Ich vertrete die Meinung, dass in 5-10 Jahren sich niemand mehr an diesen Skandal erinnern wird. Der Mensch vergisst i. d. R. schnell. Aber hier werden einige sicherlich gänzlich anderer Meinung sein und das ist auch gut so 😉

     

    Auch wenn ich von allen drei Aktien absolut überzeugt bin (und mir lieber einen Arm abschneiden würde als eine Aktie zu verkaufen 😉 ) so muss ich dennoch ganz klar sagen, dass sich das Zukunftspotenzial und damit auch meine Meinung zu diesen Aktien ändern kann. Alle drei werden derzeit mit einem erheblichen Risikoabschlag bewertet. Ich persönlich kann mit diesen Risiken sehr gut schlafen und bin davon überzeugt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis diese Risiken verschwinden. Sollten diese Aktien irgendwann zu teuer werden und günstigere Alternativen existieren, bin ich gern bereit zu tauschen 🙂 Das müssen dann aber schon richtig gute Alternativen sein, denn idealerweise möchte ich die 25% Abgeltungssteuer erst am Ende meines Investoren-Daseins bezahlen, damit solange die noch nicht bezahlten Steuern mit dem Zinseszins arbeiten können. Gerade der Zinseszins wird von uns linear denkenden Menschen meist unterschätzt, macht am Ende aber den mit Abstand größten Teil des Vermögens aus.

     

    @Hafenmeister:

    Ich bin zu 100% investiert. Monatliche Sparraten machen am meisten bei kostengünstigen ETF Sparplänen Sinn. Eine einzelne Aktie würde ich nicht unter 1500-2000 Euro kaufen, denn sonst fressen einen irgendwann die Transaktionskosten auf. Dann lieber halbjährlich oder so investieren, und zwar in Aktien die dann zu diesem Zeitpunkt günstig sind, aber das wissen wir ja heute noch nicht 😉

     

    Noch ein Wort zum Schluss:

    Ich glaube ganz im Sinne von Warren Buffet daran, dass ein erfolgreicher Investor nicht überdurchschnittlich intelligent sein muss. Er muss nur die Fähigkeit mitbringen, überzeugt von der eigenen Strategie zu sein und sich gegen die breite Masse zu stellen (deren Meinung allerdings durchaus zu berücksichtigen ist). Außerdem die Fähigkeit, Kursschwankungen aussitzen zu können (für letzteres hilft es übrigens ungemein ganz im Sinne von Tim sich im Klaren darüber zu sein, dass Geld allein nicht glücklich macht. Wenig Geld kann also auch glücklich machen, alles eine Frage der Einstellung 🙂

     

    Gruß

    Kay

     

     

     

  25. AvatarWhirlwind

    @Bruno: Welchen Ansatz findest du gut – den von Phil Town?

    Wenn ich “Regel Nr. 1” richtig interpretiert habe, erfordert die Strategie aber auch kein Depot von 50 Unternehmen. Ich meine mich zu erinnern, dass er bereits bei 5 bis 15 Positionen von einer ausreichenden Diversifzierung spricht. Wichtig ist halt, dass die Unternehmen eine jährliche Rendite von mindestens 20 % erwarten lassen. Und 5 bis 15 Unternehmen lassen sich zumindest einfacher engmaschig überwachen, als 40+. In Gänze setze ich die Town’sche Strategie jedoch auch nicht um, sondern habe mir nur einige Aspekte, wie die “Großen Fünf”, herausgepickt. Meine Strategie habe ich hier beschrieben:

    https://www.whirlwind-investing.com/meine-investmentstrategie-nachhaltig-entspannt-vermoegen-aufbauen/

    Was hältst du davon?

    Der MSCI World Quality Index ist super. Nutze den auch gern als Anregung, um weitere Unternehmen zu finden, die evtl. in mein Raster passen könnten.

    Viele Grüße,

    whirlwind.

     

    P.S.: Ich bin mir dessen bewusst, dass ich in den letzten Kommentaren verhältnismäßig viele Links gepostet habe. Es geht mir jedoch ausdrücklich nicht darum unnötig viele Leser auf meinen Blog “zu locken”. Ich habe die Links gepostet, weil es thematisch passt, z.B. zu Texas Instruments in Bezug auf yankee, zu Phil Town in Bezug auf Kay und meine Strategie aus Diskussionsgrundlage mit Bruno. Also bitte nicht steinigen.

  26. Avatar-M

    Na schön, dass ich heute mal quergelesen habe @Kay

    Das war mal Inhalt bei dem sich das lesen gelohnt hat. Ich lege auch konzentriert an, wobei ich immernoch stark an der Seitenlinie stehe. Am Ende sollen es aber auch unter 10 Unternehmen werden, eher so 5-7 in die ich investiere und zwar auch sehr langfristig um den Zinseszins und gesparte Steuern wirken zu lassen.

     

    Das mit Coca Cola hast du für mich völlig schlüssig erklärt. Total sinnlos für junge Menschen sowas zu kaufen. Warren hat damals Coca Cola gekauft, als die mit 15-20% gewachsen sind!! Er hat eigentlich immer Wachstumsunternehmen zu günstigen Konditionen gekauft. Nie “Value” wie er in den Medien dargestellt wird. – für die zweifler, lest euch mal die Geschäftsberichte von 1980-2000 durch.

     

    -M

  27. AvatarWhirlwind

    @Kay: Klar, Phil Towns Ansatz ähnelt auch stark dem Quality-Investing-Ansatz von Buffett in seinen besten Jahren. Im Prinzip erfindet auch Town das Rad nicht neu, beschreibt seinen angepassten Ansatz jedoch einfach verständlich, kurz und prägnant. Wenn du mal einen Zehner übrip hast, empfehle ich dir mal sein Buch. Ist unterhaltsam geschrieben. Ideal für einen lauen Sommerabend in der Hängematte. 😉

  28. AvatarMrAktie

    Hallo Tim,

    bin kein Fan von ETF.

    Zur Diversifikation nur soviel … jeder, der sich selbständig macht, kauft nur eine Aktie (nämlich sein Unternehmen).

    Du beispielsweise investierst sehr viel in ein Projekt: In Dich und deinen Blog!

    Du würdest doch auch keine 800 Blogs betreiben.

    Es gibt sehr viele Menschen, die nur mit einem Unternehmen (eine Aktie) sehr reich geworden sind: Zuckerberg, Bezos, Gates usw.

    Warum 800 Unternehmen per ETF im Depot?

    Ich besitze genau 7 Unternehmen (Aktien) .. Coca-Cola, Pepsi, Kraft Heinz, Altria, BAT, Japan Tobacco und Imperial Brands …. reicht mir und bin zufrieden.

    Aber: Jeder muss seinen ganz eigenen Anlagestil entwickeln.

    Schöne Grüße

    Uwe

  29. AvatarBruno

    @Whirlwind Ja das Role One Investing. Die Strategien ähneln sich ja auch, was ja auch logisch ist, wenn es um mittel- und langfristige Selektion geht.

    Bei mir haben sich halt einige Aktien angesammelt, teils nur sehr kleine Positionen, nur 5-7 Aktien wären mir zu wenig, ich habe schon genug Schwergewicht mit meinem Unternehmen, da will ich wenigstens den Rest diversifiziert haben. Ich hab ja als kleiner Privatinvestor auch nur beschränkten Einblick in die Unternehmen und kann 0 Einfluss nehmen.

    Ich werde vermutlich weiter diesen ETF aufbauen solange alles weiter steigt, und wenn mal doch ein grösserer Crash kommt, dann kann es sein, dass ich dann dort die eine oder andere Einzelaktie noch aufnehme.

    Verändern würde sich die Lage, wenn ich mal einen Exit aus meiner Firma mache, ob und wann ist aber noch offen.

    Ich bilde mir auch nicht ein, dass ich langfristig 20% p.a. machen kann mit guter Auswahl, ich bin mit 8-10% zufrieden, und sind es weniger, ist auch kein Weltuntergang.

    @MrAktie
    Ja aber als Unternehmer hast Du 100% Einfluss, als Aktionär 0% (wenn Du nicht gerade Warren Buffett heisst). Aber wenn Du das als Beruf machst, ich meine Investieren, kann das schon aufgehen, aber dann musst Du dich natürlich auch viel tiefer mit den Unternehmen auseinandersetzen als ein normaler Privatinvestor das macht. Hauptunterschied ist aber der Einfluss, wenn Du nur 1 Aktie hast und siehst, das Management macht Fehler, bleibt Dir nur eines übrig, verkaufen und etwas anderes kaufen, mehr Möglichkeiten hast Du nicht. Als Unternehmer kannst Du alle Entscheide beeinflussen in einer Branche, wo Du dich hoffentlich aussergewöhnlich gut auskennst.

  30. AvatarWhirlwind

    @Bruno: Klingt vollkommen vernünftig, meiner Meinung nach. 20 % p.a. ist auch nicht unbedingt mein Ziel. Mittel- bis langfristig bin ich mit 10 % bis 15 % zufrieden. Obwohl ich mir schon vornehme mich regelmäßig mit dem MSCI World zu vergleichen. Auf 3 – 5 Jahre möchte ich zumindest dessen Performance erreichen. Hobby hin oder her, aber schlechter möchte ich keinesfalls abschneiden. Sonst lohnt der ganze Aufwand doch nicht. Werde demnächst etwas dazu schreiben, wie ich mir den Vergleich mit dem Benchmark vorstelle.

    Ansonsten ist mein Ziel im Depot ca. 25-30 verschiedene Unternehmen zu haben. Quasi mein eigener DAX, nur weltweit diversifiziert und mit meiner Auswahl an Qualitätsunternehmen. 😉

    So, nun geht es mit den Kids an den See.

     

    Viele Grüße,

    whirlwind.

  31. Avatartob

    Ich besitze genau 7 Unternehmen (Aktien) .. Coca-Cola, Pepsi, Kraft Heinz, Altria, BAT, Japan Tobacco und Imperial Brands …. reicht mir und bin zufrieden.

    Ganz “schönes!” Klumpenrisiko !!

  32. AvatarHafenmeister

    Hallo Kay,

    vielen Dank für deine ausführliche Antwort und die sehr interessante Darstellung deiner Geldanlage.

    Wie entdeckst du deine “Perlen”? Gibt es Quellen, die dich inspirieren und du diese Investment-Ideen dann weiterentwickelst?

  33. AvatarKay

    Hallo Hafenmeister,

     

    mein erster Anlaufpunkt war zunächst Wikifolio. Hier gibt es sehr viele unterschiedliche interessante Portfolios zu entdecken. Am hilfreichsten war für mich bisher das Wikifolio von Stefan Waldhauser in Verbindung mit seinem Blog. Stefan ist genau wie ich vor allem an interessanten Wachstumsaktien interessiert. Allerdings sind mir viele von seinen Portfolio-Titeln bereits deutlich zu teuer, was langfristig die Rendite drückt (zB Alteryx, Twilio, The Trade Desk etc.). Das heißt nicht, dass ich diese Unternehmen nicht interessant finde. Ganz im Gegenteil, es sind super spannende Unternehmen dabei. Allerdings sind mir >90% davon bereits zu teuer. Über 10 Jahre traue ich diesen Unternehmen zwar eine Outperformance gegenüber dem breiten Markt dar, allerdings sind für mich nur die wirklichen Schnäppchen interessant. Deshalb bin ich gern bereit mein Vermögen auch auf eine wenige Titel zu beschränken. Die damit verbunden größere Schwankungsbreite stört mich dabei nicht und entsprechend notwendige Geduld bringe ich auch mit.

     

    Für kurze Zeit war für mich auch ein relativ neuer Blogger namens Sharewizard interessant. Allerdings betreibt er mittlerweile einen ziemlich exklusiven Club, der monatlich um die 20 Euro kostet soweit ich weiß. Für Leute, die bereit sind, diesen Betrag in die Hand zu nehmen, sicherlich interessant. Ich persönlich bin allerdings (zumindest derzeit noch) nicht bereit, diese Summe zu zahlen, zumal ich meine Handelsaktivitäten eh in Grenzen halte.

     

    Für den etwas erfahreneren Anleger, kann ich die kostenlose Webseite von finviz empfehlen. Hier gibt es einen Aktien Screener mithilfe dem man super und effizient nach neuen Aktien suchen kann, die bestimmte Kriterien erfüllen (zB KGV, KUV, Wachstum  Dividende etc). Mittlerweile nutze ich fast ausschließlich diese Seite um neue Aktien zu finden. Ich filtere dabei auf einige wenige wichtige Kennzahlen, die meine Strategie widerspiegeln. Allerdings beschränkt sich das Angebot hier auf Aktien, die in Amerika gelistet sind. Deutsche Aktien sind also nicht dabei (aber eh nicht mein Anlageschwerpunkt, leider).

     

    Sind erstmal passende Unternehmen identifiziert, wird in die Bilanz geguckt und die Umsatz- sowie Kostenstruktur analysiert (da helfen mir sicherlich meine etwas eingerosteten BWL Kenntnisse aus dem Studium)

    Das wichtigste ist und bleibt jedoch eine analytische Denkweise sowie die eigene Strategie, egal wie sie auch aussehen mag. Eine auf die eigene Persönlichkeit zugeschnittene Strategie hilft, konsistent zu handeln und Emotionen soweit es geht auszublenden. Das ist für mich das wichtigste beim investieren.

  34. AvatarDietmar Bosum

    Moin,

    Ich vermisse bei vielen IT-Aktien und Wasserstoff-Aktien.

    Empfehlung:

    NEL ASA und Powersell

    United Internet und Teamviewer

    Diese Positionen laufen seit einiger Zeit hervorragend. Machen sehr viel Spaß. Tolle Performance.

    Habe noch einige andere sehr profitable Positionen. Wer Interesse hat, kann sich gerne bei mir melden. Für einen Erfahrungsaustausch bin ich immer zu haben.

     

  35. AvatarHafenmeister

    @ Kay

    Danke für die Mühe, ich werde mich dort mal umsehen.

    Eine letzte Frage habe ich noch – in welcher Größenordnung bewegt sich dein Depot eigentlich?

    VG

  36. AvatarRüdiger

    @Kay: Am hilfreichsten war für mich bisher das Wikifolio von Stefan Waldhauser in Verbindung mit seinem Blog.

     

    Und ich dachte schon, ich wäre der Einzige hier, der sich dort Anregungen holt  😉

     

  37. AvatarSchachmatt

    Hi Dietmar Bosum. Gerne. Wie weit gefasst ist Deine Definition von IT? Wenn man den Begriff weit genug fasst, besteht mein Depot zur Zeit fast ausschliesslich aus IT.

  38. AvatarKay

    Hallo Hafenmeister,

     

    mein Depot war bis kurz vor der Krise noch 5-stellig. Seit März habe ich aber ordentlich aufgestockt, sodass es jetzt deutlich 6-stellig ist. Falls deine Frage also dahingehend abzielt, wie überzeugt ich von meinen Investments bin (da meine Investments in den Augen anderer sicherlich als hoch spekulativ einzuordnen sind): ich bin sehr überzeugt, sodass ich gern bereit bin mehr als nur ein paar Tausend Euro in eine einzelne Aktie zu stecken 😉

     

    Ich habe übrigens nichts geerbt, sondern habe einfach nur einen guten Job und lebe recht sparsam (da mich wie gesagt andere Sachen glücklicher machen als Geld 🙂

     

    Und noch ein Kommentar zum Thema Wasserstoff:

    Von dem aktuellen Wasserstoff-Aktien Hype halte ich absolut nichts. Kurz und mittelfristig sicherlich ganz nett, um schnell Geld zu verdienen, wenn man ein Zocker ist. Aber den letzten beißen bekanntlich die Hunde, wenn diese Blase platzt, denn nichts anderes ist es wenn man sich die gängigen Aktien aus fundamentaler Sicht anschaut. Nichtsdestotrotz aber ein zukunftsträchtiger Investmentbereich  in den ich gern zukünftig auch investieren möchte, sobald die Aktien nach einem Rücksetzer von 70-80% wieder einigermaßen fair bewertet sind 😉

  39. Avatarhump

    Dietmar Bosum
    1. Juni 2020 um 15:11
    Moin,
    Ich vermisse bei vielen IT-Aktien und Wasserstoff-Aktien.
    Empfehlung:
    NEL ASA und Powersell

    Bin in INFINEON und BALLARD POWER schon seit vielen Jahre investiert.!! Stimmt, sehr gute Peformance !!

  40. AvatarSchachmatt

    Kay und -M: Meine Anlagephilosophie. Insbesondere die Kriterien für die Auswahl der Unternehmen. Was heute „growth“ ist wird irgendwann „value“ bringen 😉 Wenn es bei Warren Buffett Coca Cola und American Express waren sind es heute andere Unternehmen, die jetzt und in den nächsten Jahren mit 20 % p.a.  wachsen. Ein konzentriertes Portfolio, Focus statt Streuen. Hier im Blog fahren die meisten mit breiterer Streuung. Ich fokussiere mich lieber. Die Investmentstrategie muss zur Persönlichkeit passen. Kostolany und Jason Zweig haben Interessantes über Anlegertypen und Psychologie geschrieben.

  41. AvatarKay

    @Schachmatt:

    Genau so ist es! Je mehr Energie und Zeit man in die Analyse einer einzelnen Aktie stecken kann, desto höher ist am Ende auch die Überzeugung, richtig investiert zu haben. Dadurch verhindert man außerdem, sich durch einzelne Meinungen aus der Ruhe bringen zu lassen (trotzdem natürlich wichtig, sich auch immer wieder die Argumente der Gegenseite zu Herzen zu nehmen und selbst zu überprüfen).

     

    Natürlich ist eine zumindest geringe Diversifikation immer zu raten. Ich würde zB auch nie mein ganzes Geld in eine einzelne Aktie stecken. Beispiel Boing: Solides Unternehmen, aber keiner konnte ahnen, dass die so einen Unfug treiben. Im Notfall sage ich mir bei meinen Investments: Sollte eine von drei Aktien aus welchen Gründen auch immer spontan pleite gehen, wird das locker mit der Vervielfachung der anderen zwei (oder wieviel auch immer) aufgefangen. Dass alle Unternehmen aus dem eigenen Portfolio pleite gehen, ist dann doch glücklicherweise eher unwahrscheinlich. Und im besten Fall, vervielfachen sich einfach alle Positionen über die Jahre 🙂

  42. AvatarHafenmeister

    Ja, darauf zielte meine Frage ab …. wow, das klingt nach einem großen Vertrauen.

    Schönen Abend und eine schöne Woche!

  43. Avatar-M

    @Schachmatt

    Die Antworten liefert Warren in seinen berichten auch auf dem silbertablett. Er suchte seinerzeit immer Unternehmen mit mindestens 15% Gewinn-Wachstum und möglichst starke Marken bei sehr guter Profitabilität.

     

    Welche Firmen hast du denn im Depot?

     

    Ich habe vollstes vertrauen in:

    Mastercard und Worldline. Amex war auch vor kurzem fast auf einem Niveau bei dem ich gekauft hätte.

    Wenn man nach diesen Kriterien schaut, gibt es gar nicht so vieles was einem gefallen kann:-)

     

    -M

  44. AvatarSchachmatt

    Hallo -M.

    in absteigender Gewichtung: Amazon, Paypal, Facebook, Alphabet, Brookfield Asset Management,    Veeva Systems, Apple, SAP.

    Die unterschiedliche Gewichtung ist bedingt durch die unterschiedlichen Kaufzeitpunkte und die Performance seit Kauf. Mehr als 10-12 Unternehmen gleichzeitig sollen es bis auf Weiteres nicht sein. Diversifizierung nehme ich über die Asset Allokation vor und nicht innerhalb des Aktienportfolios.

    Wie sieht‘s bei Dir aus?

  45. AvatarSchachmatt

    @ Kay: wie bist Du auf Nutanix und Baozun gekommen? Über Nutanix habe ich mal bei Stefan Waldhausers Blog gelesen. Ich finde beide vielversprechend.

    @  Ralf: Aufstellung gefällt mir. Du bist deutlicher auf Dividendenerträge fokussiert.

    good luck to all!

  46. Avatar-M

    @Schachmatt

    Schönes Depot mit deutlichen Chancen besser zu sein als mit einem Index!

     

    Alph, PP, Apple stehen auch auf meiner Liste. Apple würde ich gern wieder kaufen, hatte die bei 130€ und bei 280€ verkauft. Fallen die deutlich, dann kauf ich.

    Ich habe ja 70% Cash aktuell und mein Depot besteht aus:

    Kraft Heinz

    Mastercard

    Worldline

    Restaurant Brands Int.

     

    KHC bitte nicht beachten – mein größter Fehler… bleiben als Mahnmal im Depot.

     

    -M

  47. AvatarNils

    @Kay

    “If you have a harem of 40 women, you never get to know any of them very well.”

    Buffet liegt mit diesem netten Vergleich leider daneben. Ich behaupte mal, dass das überhaupt nicht Sinn und Zweck eines Harems war, die Damen alle zu kennen. Sondern es ging einfach nur um extreme Diversifikation. Irgendein geeigneter Thronfolger für den Sultan wird bei der ganzen Sache schon herauskommen 😉

    Und genau das ist der Sinn und Zweck bei ETFs: ich muss die Firmen NICHT kennen. Ich muss KEINE Geschäftsberichte lesen. Ich muss mir KEINE Gedanken machen und nach Feierabend auf Finanzblogs und Facebookgruppen nach den neuesten Amazons und Apples Ausschau halten. Einfach den Markt kaufen und fertig, ein besseres Return-On-Invested-Time gibt es nicht. Und auch wenn viele Loser dabei sind – die Überflieger, die das kompensieren und mir die Marktperformance bringen, sind auf jeden Fall auch dabei. Wenn man die als Einzelwerteanleger nicht hat, dann schaut man dem Index nur wehmütig hinterher. Klar, als Hobby taugt das nicht, und auf der Geburtagsparty kann man mit einem FTSE All-World auch nicht großartig angeben.

  48. AvatarSchachmatt

    Danke. Worldline kannte ich gar nicht. Wer weiß was aus KHC noch wird..nicht aufgeben!

  49. AvatarKay

    @Schachmatt:

    Auf Nutanix bin ich tatsächlich durch Stefan Waldhauser das erste Mal aufmerksam geworden. Nachdem ich dann im Rahmen einer Peer Group Analyse festgestellt habe, dass die Aktie gegenüber anderen SaaS Companies um mehr als 80% niedriger bewertet ist und noch dazu absoluter Leader in ihrem Marktsegment sind (ist ein Duopol), bin ich neugierig geworden und wollte herausfinden, was dafür die Gründe sind. Also habe ich intensiv recherchiert um herauszufinden, ob diese Unterbewertung gerechtfertigt ist oder nicht. Der Grund für diese krasse Unterbewertung bzw. den hohen Risikoabschlag war schnell gefunden (wie geschrieben hängt sie mit der Transition vom Hardware- zum Software- bzw. SaaS Anbieter zusammen, aber das weißt du sicherlich auch, wenn du Stefans Blog studiert hast). Damit war der Fall für mich klar. Glücklicherweise schaut die Börse nur 6-9 Monate in die Zukunft. Diese einmalige Chance wollte ich nutzen, denn es ist nur eine Frage der Zeit, bis die “wahren” Wachstumsraten zum Vorschein kommen (die Kernumsätze sind in den letzten Quartalen zwischen 55% und 70% YoY gewachsen, nur sieht man das nicht, wenn man sich nicht die SEC Filings genau anschaut)

     

    Baozun weiß ich ehrlich gesagt gar nicht mehr so genau, wie ich darauf aufmerksam geworden bin. Ich glaube, ich habe den Titel mal in irgendeinem Wikifolio gesehen und war sofort angetan von dem Business Model bei meiner weiteren Recherche: Ein Unternehmen, welches bekannte westliche Marken wie Microsoft, Adobe, Starbucks, Nike etc. darin unterstützt, im chinesischen E-Commerce Markt Fuß zu fassen. Noch dazu Alibaba als Ankeraktionär (die sollten es ja wissen!). Die attraktive Bewertung (um Gottes Willen bitte nicht auf das KGV schauen!), sowie die Tatsache, dass Baozun quasi in einem Nischenmarkt der Marktführer ist (ca. 20%, Marktanteil, allerdings evtl. veraltet die Info) hat mich auch hier neugierig gemacht. Also sämtliche Quartalszahlen in Excel abgetippt und mir mit Begeisterung deren positive Entwicklung angesehen. Allerdings muss man hier schon einiges aushalten, da auf Grund der noch geringen Marktkapitalisierung die Aktie extrem beeinflusst wird von den großen Playern im Markt sowie dem anhaltenden Konflikt zwischen USA und China. Aber alles nur eine Frage der Zeit. Politische Börsen haben bekanntlich kurze Beine und am Ende gewinnt immer (!) das Geld. Wer hier investiert, muss also einen laaaangen Atem mitbringen, wenn er ein Vielfaches seines Einsatzes erreichen möchte 😉

  50. AvatarKay

    @Nils:

    Und genau deshalb schrieb ich ja in meinem allerersten Beitrag, das ETFs wohl mit Abstand die beste Anlagemöglichkeit für den unwissenden Investor sind und man damit problemlos eine durchschnittliche Rendite von ca. 7-8% erreichen kann 🙂

     

    Ich zähle mich persönlich zu den 2%, die sich jedoch gern mit solchen Themen auseinander setzen (es ist quasi mein Hobby). Ich liebe es, das Business Model eine mir unbekannten Unternehmens zu verstehen und die Attraktivität bzw. das Potenzial der dazugehörigen Aktie zu bewerten. Dass man damit sogar noch gutes Geld verdienen kann, ist deshalb umso besser 🙂 Nicht jeder strebt eine Rendite von >20% p.a. an, deshalb ist es auch nicht notwendig in einem solchen Fall Stock Picking zu betreiben.

  51. Avatar-M

    Schachmatt

    Ja werde mit denen wohl nicht arm.

     

    Achso, Damengamit habe ich gerne gespielt und als schwarz die moderne Verteidigung 😉 aber meine schachvereinzeit ist laaaange vorbei. Vor 20 jahren als jugentlicher… Online macht mir Schach wenig Spass und so habe ich keinen zum spielen. Schade eigentlich.

  52. AvatarSchachmatt

    @ Kay: danke. Dieser Austausch und Tims Motivation macht den Blog hier aus . Über Baozun gibt’s auch gute Beiträge auf Seeking Alpha.

    @ -M: noch ein alter Schachspieler… ja mir fehlen auch Schachpartner aus Fleisch und Blut. Französisch mit Schwarz, Königsindischer Angriff und Réti mit Weiß! Es müsste Mal einen Investment&Schach Blog Treff geben.

  53. AvatarKay

    @Schachmatt:

    Ja genau, deshalb mag ich Tims Blog auch sehr gern. Immer wieder toll hier dazu zu lernen und neue Ideen zu bekommen. Danke auch nochmal für den Hinweis auf Seeking Alpha. Die Plattform hatte ich vorhin total vergessen zu erwähnen, denn dort lese ich auch sehr gern.

  54. JosefJosef

    @Kay

    Ein Hobby womit man Geld verdient ist immer gut.

    @-M

    Kraft Heinz hab ich mit 70$ angefangen zu kaufen, der letzte Kauf war bei 20$.

    Durchschnittspreis liegt bei 58$ im Moment.

    Ich bin noch überzeugt vom Unternehmen, doch ich habe Zuviel pro Stk. gezahlt.

    @Shell

    Shell hab ich mir auch gekauft, natürlich auch wegen der hohen Dividende.

    Durch die Kürzung werde ich Sie wohl bald wieder verkaufen, vielleicht noch vor dem Brexit Ende Jahr.

    @Wirecard

    Versteht jemand das Geschäftsmodell?

    Plattform für alle Kartenanbieter als App?

     

     

  55. AvatarGainde

    Bei ETF kann ich mit überhaupt nicht mit dem Emittentenrisiko anfreunden, besonders wenn es um grössere Vermögen geht. Ich möchte Assets direkt halten und so die Nerven schonen. Auch gibt es zurzeit nur ein Finanzprodukt, in das ich investieren würde und von den Krieterien her passt: Vanguard FTSE All World ETF. Das ist eindeutig zu wenig Auswahl. Wer sagt, dass es Blackrock, Vanguard und State Street mit ihren Produkten in 10-20 Jahren noch gibt? Die Vermögenden würde ja sonst alles in ETF reinbuttern. Aus diesem Grund bevorzuge ich Einzelaktien, auch wenn es auf dem Papier vielleicht weniger klug ist.

  56. AvatarKay

    @Josef:

    Wirecard bietet eine Technologie an, mit dessen Hilfe das Unternehmen Zahlungen für seine Kunden abwickelt. Der Markt ist ziemlich umkämpft, viele Anbieter tummeln sich auf dem Markt. Wirecard ist dabei sehr breit aufgestellt und erreicht dabei relativ hohe Margen, in dem es sich vor allem auf kleinere und mittelgroße Unternehmen spezialisiert hat (im Gegensatz zum großen Konkurrenten Adyen, welches sich eher auf größere Kunden fokussiert und daher geringere Margen vorzuweisen hat) Allerdings ist das Geschäftsmodell selbst für Wirtschaftsprüfer nur schwer zu verstehen, weshalb Wirecard immer wieder sich dem Vorwurf der Bilanzmanipulation gegenüber sieht. Deshalb ist Wirecard momentan relativ günstig bewertet für ein Wachstumsunternehmen. Es herrschen allgemein Zweifel an den hohen Margen und darüber, ob gewisse Umsätze tatsächlich existieren oder nicht. Allerdings konnte KPMG trotz intensiver Untersuchung über mehrere Monate keine Bilanzmanipulation feststellen  allerdings auch nicht vollständig entkräften.

  57. AvatarOlly Wood

    @kay, Schachmatt, M & all …wow heute war das mal echt wieder eine gute diskusionsrunde mit klasse beiträgen !! hat wirklich spass gemacht mit zu lesen 🙂

  58. AvatarAktien Noobs - Sky

    Tim,

    vielleicht magst Du recht behalten. Aber von Shell bin ich überzeugt, das die Produktdiversifikation mit Wasserstoff und deren Umrüstung von über 40.000 Tankstellen, weiterhin ein attraktives Investment ist. Ich halte meine Anteile im Depot.

     

    Welche Unternehmen stehen denn gerade auf deiner Einkaufsliste?

     

     

  59. AvatarValue

    Ja heute hat es echt mal wieder Spaß gemacht, neue Kommentatoren die mit interessanten Beiträgen den Blog bereichert haben. Sehr schön ? bitte weiter dabei bleiben.

  60. JosefJosef

    @Kay
    Das ist das was mir an Wirecard nicht gefällt.
    Zu undurchsichtig und zu viele Private Anleger sind gierig auf die Aktie und rechnen sich die Verzehnfachung aus, da werde ich vorsichtig.
    Was aber keinesfalls bedeuten soll dass es kein gutes Unternehmen ist.
    Es kann auch ein Wettbewerber kommen mit mehr Reichweite und was gleichwertiges entwickeln.
    Die Untersuchung hat mich eigentlich schon veranlasst dieses Unternehmen nicht mehr weiter im Detail anzuschauen.

  61. Avatar-M

    @Value

    Das kann ich nicht versprechen:-)

     

    @Wachstum / Value

    Warren hat es mal gut erklärt. Es gibt genau genommen diese Begriffe nicht einzeln.

     

    Beides zusammen ist das Ziel. Kein Value gibt es ohne Wachstum, da jedes gute Unternehmen wachsen sollte, zumindest bei den EPS. Ohne ein gutes Unternehmen zu einem attraktiven Preis zu kaufen ergibt auch keim gutes Ergebnis. Man muss einen wachstumswert zu einem guten Preis bekommen dann hat man Value.

    Was bringt einem Coca Cola zu KGV 30 mit 4% Wachstum, wenn man Mastercard mit KGV 30 haben kann bei 15% Wachstum? Was kauft man eher ?

    Anders sieht es aus, wenn man Coca Cola für KGV 8 bekommen könnte und Mastercard KGV 30 aufweist. Dann könnte man grübeln.

    -M

  62. AvatarRüdiger

    Die Vermögenden würde ja sonst alles in ETF reinbuttern.

     

    Warum sollten sie? Und wer sind diese “Vermögenden”? Ein Milliardär könnte in 1000 Aktien jeweils eine Million investieren. Könnte ich in alle Aktien, die mir gefallen, jeweils eine Million investieren, würde ich an ETFs keinerlei Gedanken verschwenden  😉

     

  63. AvatarDaniel

    Hallo Tim,

    bin kein Fan von ETF.

    Zur Diversifikation nur soviel … jeder, der sich selbständig macht, kauft nur eine Aktie (nämlich sein Unternehmen).

    Weil ihm meist auch das Geld dazu fehlt etwas anderes zu tun, weil insbesondere in jungen Unternehmen eine stetige “Besparung” notwendig ist um den Laden am Laufen zu halten und weil er direkt Einfluss auf die Geschicke seines eigenen Unternehmens hat.

     

    Es gibt sehr viele Menschen, die nur mit einem Unternehmen (eine Aktie) sehr reich geworden sind: Zuckerberg, Bezos, Gates usw.

    Und es gibt um de Faktor 10 viele Menschen die mit EINEM Unternehmen alles was sie besaßen an die Wand gefahren haben.

     

     

    Bei ETF kann ich mit überhaupt nicht mit dem Emittentenrisiko anfreunden, besonders wenn es um grössere Vermögen geht. Ich möchte Assets direkt halten und so die Nerven schonen. 

    Und du glaubst du hälst diese Einzel-Aktien-Assets direkt? Die liegen irgendwo bei amerikanischen Titeln bei deren Clearing-Stelle herum unter dem Namen deines Brokers der wiedderum einfach nur eine virtuelle Zuteilung macht. Das eigentliche Unternehmen in das du investierst, ob Registered Shares oder nicht, weiss doch nicht mal dass du seine Assets hälst.

  64. AvatarChristian

    So viele Strategen heute unterwegs… 😉

    Ich mache es wie Tim und kaufe nur EFT per Sparplan. Heute sollte wieder Tag der Ausführung sein… 🙂

    Alles Gute und eine schöne Woche!

  65. AvatarKay

    Guten Morgen zusammen,

     

    es scheint hier eine gewisse Unkenntnis über die Eigenschaften eines ETFs zu geben, die ich gern kurz aufklären möchte.

     

    Ein ETF unterliegt (ebenso wie ein aktiv gemanagter Fonds) NICHT dem Emittentenrisiko. Es handelt sich vielmehr um sogenanntes Sondervermögen, welches im Falle einer Insolvenz des Emittenten nicht der Insolvenzmasse zugeordnet wird. D.h. der eifrige Sparer verliert nicht sein Geld, nur weil der Emittent pleite geht.

     

    Was mich allerdings zu einer ähnlichen Thematik bringt: Physische vs. synthetische ETFs.

     

    Während bei physischen ETFs die tatsächlichen Aktien durch den Fonds gekauft werden, wird bei einem synthetischen ETF die Entwicklung des zugrundeliegenden Index mithilfe von Derivaten nachgebildet. Beide Varianten haben ihre Daseinsberechtigung mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen. So sind synthetische ETFs i.d.R. etwas kostengünstiger (solllte aber nur marginal sein) und bilden den Index etwas genauer ab, tragen auf der anderen Seite jedoch das sogenannte Kontrahentenrisiko mit sich. Hierbei handelt es sich um das Risiko, dass der Geschäftpartner, von dem die Derivate erworben wurden, ausfällt (d. h. die jeweilige Bank). In diesem Fall würde in der Theorie ein Verlust für den ETF entstehen.

     

    Praktisch gesehen, sehe ich hier nur ein minimales Risiko, da die Ausfallrisiken von systemrelevanten Banken wohl zu vernachlässigen sind (ich gehe davon aus, dass die Politik aus der Finanzkrise mit der Pleite von Lehman Brothers gelernt hat). Dennoch würde ich im Zweifel und bei einer Wahlmöglichkeit einen physischen ETF dem synthetischen vorziehen.

     

     

  66. AvatarClaus

    @ Bargeldloses bezahlen…

     

    Verstehe nicht, warum hier bei diesem Thema so viel Wind um Wirecard gemacht wird, wo es doch wesentlich bessere Unternehmen in diesem Bereich gibt. Wer braucht einen solchen “Skandalladen” mit schwacher Führung?

     

    Beste Chancen mit moderatem Risiko sehe ich hier z.B. bei Alphabet (Google Pay), deren Smartphone-Betriebssystem ca. 2,5 Milliarden Menschen nutzen… Auch Apple (Apple Pay) kommt hier auf 1 Milliarde Nutzer. Und Amazon (Amazon Pay) sollte man auch nicht vergessen, sowie Visa und Mastercard. Mächtige Konkurrenz, die in dieses Segment drängt.

     

    Ist eine Wirecard da wirklich konkurrenzfähig?? Mir wäre dieses Risiko viel zu gross. Wie immer ist aber jeder selbst seines Glückes Schmied, ist nur meine bescheidene Meinung.

     

    LG und gute Investments

  67. AvatarKay

    In den Kommentaren zu diesem Beitrag von Tim wurde Wirecard in vielleicht drei Beiträgen kurz erwähnt. Von “viel Wind” um Wirecard kann denkee ich daher keine Rede sein (das mag in diversen Foren anders sein).
     

    Nut soviel: Die genannten Unternehmen bzw. Services (Google Pay, Apple Pay, Visa etc.) halte ich (derzeit zumindest noch) aus diversen Gründen eher für Geschäftspartner anstatt harte Konkurrenz. Die Überschneidungen sind eher marginal. Vielmehr würde ich von einer Peer Group sprechen.

     

    Jeder sollte sich sein eigenes Bild über ein Unternehmen und das dazugehörige Risiko machen und entscheiden, wie viel Zeit er oder sie bereit ist in eine ordentliche Analyse eines Unternehmens zu stecken (um zB auch die tatsächlichen Konkurrenten zu ermitteln und zu analysieren). Ich würde anstatt zu einer halbherzigen Analyse oder irgendwelchen Annahmen dann doch lieber auf ETFs setzen, wenn ich keine Muße für eine solche Analyse aufbringe. ETFs sind und bleiben die effizienteste Form des Investierens.

  68. AvatarValue

    @Claus, schön wieder was von Dir zu lesen . . . . . . . . und so bescheiden ist Deine Meinung nicht, ich lese sie z.B. ausgesprochen gerne 🙂

     

    @-M, sehe ich genauso

  69. AvatarThorsten

    @Wirecard

    und wieder eine neue Kooperation : https://www.novum-rgi.de/pm-vger-signaliduna

    Bitte kauft keine Wirecard, sie ist Schrott und reines Blendwerk, ganz ganz sicher. Die 5000 Mitarbeiter sind in Wirklichkeit bestellte Pappfiguren in einem Stadion wurde mir von einem Shortseller glaubhaft versichert 😉

  70. AvatarRalf

    @-M: “Ich habe ja 70% Cash aktuell …”. Durchaus interessant. Aber denkt du nicht, dass derzeit einfach viel zu viel Kohle im Umlauf ist und große Rücksetzer daher recht schnell verpuffen an den Börsen? Hat man ja an Corona gesehen. Die Notenbanken befeuern ja die Kursentwicklung weiter, auch wenn dies sicherlich auf Dauer nicht gesund sein kann. Ich bin auch ein Anhänger eines Cashanteils, finde aber 70 % eine recht ordentliche Hausnummer.

    @ETF: Die ETFs sind eine feine Sache. Allerdings finden in der Tat manchmal Veränderungen statt, die Nachteile bringen können. Bei einer Fondsfusion von ETFs mit unterschiedlichen Domizilen können steuerliche Nachteile entstehen. Ich hatte diesen Fall schon mal. Bei Aktien ist man einfach noch mehr “eigener Herr” über das Thema. Mehr Transparenz.

  71. Avatartob

    @in einem Stadion wurde mir von einem Shortseller glaubhaft versichert ?

    …. verdient ja damit … seine short  Spekulation !!! 

  72. Avatar-M

    @Ralf

    Was soll ich denn machen? Ich kann ja nicht investieren, wenn ich nichts finde was sich lohnt. Im März habe ich die 3 genannten Positionen gekauft (ok ich hätte vlt mehr davon kaufen können), aber da fand ich die gerade mal fair bewertet.

     

    Da wurde ja schon von Jahrhundertchance gesprochen….fand ich lächerlich. Mr. Market gibt mir aktuell wenig Möglichkeiten und so lange die Menschen für durchschnittliche Unternehmen KGV 25 bezahlen = 4% Rendite, seh ich nicht ein nur 1€ zu investieren. (Bei wenigen Unternehmen mit gutem Wachstum seh ich das ein, aber ich finde die meisten gerade nicht seht attraktiv).

     

    -M

  73. AvatarRalf

    “Was soll ich denn machen? Ich kann ja nicht investieren, wenn ich nichts finde was sich lohnt.”

    Nachvollziehbar. Je nach Anlagestrategie finde ich Werte wie z.B. Berkshire, Bank of America, American Express oder Walt Disney immer noch halbwegs interessant. Den idealen Einstiegszeitpunkt zu finden ist schwierig. Habe ich im März selbst festgestellt. Geht es noch weiter runter? Kaufe ich viel oder wenig? Darum sind Sparpläne als begleitende Strategie (Teilinvestment) nicht verkehrt. Der andere Teil kann ja als Cash weiter vorgehalten werden für den Fall X. Viel Erfolg beim investieren.

  74. AvatarDanielKA

    @ -M: Bargegeld/Cash ist auch eine Postion bzw. ein Risiko, im Laufe der Zeit geht der Wert gegen 0, muss natürlich jeder selbst wissen. In Zeiten in denen immer mehr Billionen (bald Billiarden) in den markt gepumpt werden, kann ich mich nur mit harten Assets anfreunden. Cash-Quote sehe ich da maximal bei 5-10 %.
    Aktien (auch die Techs) sind immer noch viel zu billig, corona war nur ein kurzer Dämpfer.

    @ Ralf: Schönes Depot

    @ Kay: Lege auch sehr konzentriert an, wobei die Techlastigkeit bei mir in einem ETF ausgelagert wurde.

  75. AvatarRalf

    “In Zeiten in denen immer mehr Billionen (bald Billiarden) in den markt gepumpt werden, kann ich mich nur mit harten Assets anfreunden. Cash-Quote sehe ich da maximal bei 5-10 %.”

    Sehe ich mittlerweile ähnlich, vor allem aufgrund der Geldpolitik der Notenbanken. Es bleibt fast keine andere Wahl. 10-15 % Cashquote reichen mir derzeit aus, wird systematisch immer wieder per Sparplan Geld nachgeschoben, da von Zeit zu Zeit kleine Nachkäufe erfolgen.

  76. AvatarFelix

    #Teslas Aktienkurs hebt wie Samstag die Dragon ab, steigt in Richtung $ 1000. Neues all time high in Sicht. Hat in einem Jahr 360 % Kurssteigerung hingelegt. Wenn das kein Raketenstart ist.

    Ich kann’s selbst kaum glauben, aber es macht Freude an Bord zu sein.

     

  77. Avatar-M

    @Ralf

    BRK, Amex, Disney sind auf meiner Liste. Alle waren auf dem absoluten Tiefpunkt im März langsam interesant geworden für mich. Da hat nicht mehr viel gefehlt und ich hätte zugeschlagen.

    Ich habe ja gesehen, dass die Kurse möglich sind. Nur war die schwelle halt recht knapp und nicht unterschritten.

     

    @Daniel

    Du hast recht, Cash ist nicht gut!
    Wie gesagt, ich kann aber nicht mit meinem Gewissen vereinbaren etwas zu kaufen, dass mir rein rechnerisch nicht viel bringt. Cash macht mich auf 1-2 Jahre nicht arm, auf 20 aber schon.
     

    Aktien viel zu billig, sehe ich nicht so. Trotz 0 Zinsen, welche natürlich das ganze verzerren und sich nicht einfach auf eine zeit übertragen lässt bei der man auf Anleihen risikolos 5 oder 10% bekommen hat. Wäre das jetzt noch der Fall stünden die weltbösen nicht so hoch, logisch.

    -M

  78. AvatarDaniel

    Während bei physischen ETFs die tatsächlichen Aktien durch den Fonds gekauft werden, wird bei einem synthetischen ETF die Entwicklung des zugrundeliegenden Index mithilfe von Derivaten nachgebildet. Beide Varianten haben ihre Daseinsberechtigung mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen. So sind synthetische ETFs i.d.R. etwas kostengünstiger (solllte aber nur marginal sein) und bilden den Index etwas genauer ab, tragen auf der anderen Seite jedoch das sogenannte Kontrahentenrisiko mit sich. Hierbei handelt es sich um das Risiko, dass der Geschäftpartner, von dem die Derivate erworben wurden, ausfällt (d. h. die jeweilige Bank). In diesem Fall würde in der Theorie ein Verlust für den ETF entstehen.

    ich könnte mir vorstellen das wir in Zukunft auch Hybrid-ETFs erleben werden die eine Mischung aus physisch und synthetisch sind. Wenn hier tatsächlich die Finanztransaktionssteuer kommt die sich vornehmlich auf Deutsche Blue-Chips konzentriert die aber in großen Indizes enthalten sind, könnte ich mir vorstellen dass man sie entweder ganz weglässt (sampling) oder synthetisch innerhalb eines physischen ETFs etablieren wird um dieser unsinnigen Steuer zu entgehen.

  79. AvatarRüdiger

    Wie gesagt, ich kann aber nicht mit meinem Gewissen vereinbaren etwas zu kaufen, dass mir rein rechnerisch nicht viel bringt. Cash macht mich auf 1-2 Jahre nicht arm, auf 20 aber schon.

     

    Du rechnest also damit, dass du innerhalb der nächsten 1 bis 2 Jahre etwas kaufen kannst, das dir rein rechnerisch etwas bringt?

     

  80. Avatar-M

    @Rüdiger

    Ja davon gehe ich aus. Kommt Zeit, kommt Rat. Natürlich weiß ich es nicht.

    Mr. Market macht was er will, aber ich bin mir sicher, dass ich in den nächsten 1-2 Jahren so 1-3 Unternehmen finden werde, bei denen ich qualitativ und preistechnisch zufrieden bin.

     

    Du willst natürlich darauf hinaus, dass ich einen weiteren Crash antizipiere bzw. Market Timing betreibe. Ich weiß das ich nichts weiß in der Hinsicht, aber zu teuer ist mir zu teuer, so viel weiß ich 🙂

    -M

  81. AvatarDanielKA

    @Daniel

    Du hast recht, Cash ist nicht gut!
    Wie gesagt, ich kann aber nicht mit meinem Gewissen vereinbaren etwas zu kaufen, dass mir rein rechnerisch nicht viel bringt. Cash macht mich auf 1-2 Jahre nicht arm, auf 20 aber schon.

    Du musst dich damit wohlfühlen, ich habe es eher auf die extrem hohe Quote von 70% bezogen, aber vielleicht hast du auch einige Immobilien, ich kenne deine Vermögenssitutation nicht, von daher ist nur meine Meinung.

    Aktien viel zu billig, sehe ich nicht so. Trotz 0 Zinsen, welche natürlich das ganze verzerren und sich nicht einfach auf eine zeit übertragen lässt bei der man auf Anleihen risikolos 5 oder 10% bekommen hat. Wäre das jetzt noch der Fall stünden die weltbösen nicht so hoch, logisch.

    Ich weiß ja auch nichts, höre aber auf Buffett 😉 Buffett hat schon vor zwei Jahren gesagt, wenn die Zinssätze auf 10 Jahres Sicht günstig bleiben, dann ist dr Aktienmarkt sogar unterbewertet. Damals gingen die 10 Y treasuries gegen 3 %, mittlerweile auch da eine rigorose Umkehr, die ganze Welt steuert auf japanische Verhältnisse zu.

    Dien Beispiel 25 KGV = 4 % Rendite (aber mit Wachstum) ist auch ein Riskpremium von teilweise bis zu 4,6 %.

    10, 30 Jahres Anleihe (top Bonität) ohne Wachstum

    10-jährige BundesanleiheDE10YT=RR
    -0,408

    30-jährige BundesanleiheDE30YT=RR
    0,079

    10-jährige US-AnleiheUS10YT=RR
    0,662

    30-jährige US-AnleiheUS30YT=RR
    1,453

    10-jährige brit. AnleiheGB10YT=RR
    0,233

    30-jährige brit. AnleiheGB30YT=RR
    0,620

    10-j. Frankreich-AnleiheFR10YT=RR
    -0,029

    10-j. Italien-AnleiheIT10YT=RR
    1,492

     

  82. AvatarRüdiger

    @ -M

     

    Du willst natürlich darauf hinaus, dass ich einen weiteren Crash antizipiere

     

    Nö, falsch geraten  😉

     

  83. AvatarBruno

    @Kontrahentenrisiko Swap-ETF’s

    Bei UCITS ETF’s ist dieses Risiko auf 10% der NAV beschränkt, je nach ETF häufig auch deutlich tiefer. Also die Angst vor dem Totalverlust ist da nicht begründet.

    @Teure Aktien?

    Realwirtschaftlich gesehen ohne Stimulus wären wir wohl deutlich tiefer resp. sind viele Aktien zu teuer. Aber das nützt einem nix, es ist, wie es ist. Was sich dann mittelfristig durchsetzt die Rezession oder der Stimulus der Notenbanken, werden wir sehen. Die Notenpresse in diesem Ausmass ist neu und bisher nie dagewesen, so wissen wir ganz einfach nicht, wie es herauskommt.

    Die Alternative wäre aber auch nicht gerade prickelnd. Von daher ist das wohl das kleinere Übel. Wie es dann langfristig ausgeht, ist eine andere Geschichte. Zurück kann man jetzt nicht mehr, das Debakel wäre grenzenlos.

     

  84. AvatarDanielKA

    @ Bruno: Die 30 jährige Bundesanleihe hat ein KGV von 1.265,8 (10 Jährige kann man mangels Gewinn gar nicht berechnen 😉 ), gute Wohn-Immos in Deutschland ein KGV von 50, da sind mit Unternehmen, welche soagr noch wachsen mit einem KGV von 25 dann doch lieber.

    Ich finde schon, dass der Markt differenziert, denn schlechte/umstrittene/ unter Druck stehende Geschäftsmodelle bekommen auch aktuell keine atemberaubenden Bewertungen hin. Von daher hebt die Flut nicht alle Boote gleichermaßen, was eigentlich ein gutes zeichen ist.

  85. AvatarBruno

    @DanielKA

    Ja das stimmt alles, deshalb bin ich auch kein grosser Freund in der aktuellen Situation auf gefallene Titel zu setzen. Gute Aktien sind halt relativ teuer. Im Vergleich zu Staatsanleihen natürlich Schnäppchen.

    Ich bin ja zu 95% investiert wie immer, von daher ist mir das alles schon Recht. Die 5% würde ich investieren, wenn wir nochmals crashen.

  86. Avatar-M

    @DanielKA

    Ja das schrieb/sagte Buffett in der Art, er hat nicht unrecht. Nur selbst handelt er anders. Er ist aktuell vom schreiben her eher wie in den Shareholder letter von 1999 und 2000 eingestellt finde ich. Auch schreibt er seit 2 Jahren das die Preise Sky high sind und selbst jetzt hat er verkauft anstatt zu investieren. Ist schon krass das alles.

    Er hat aber auch starke Prinzipien.

     

    Ich meine halt, nur weil der Rest noch viel mehr unattraktiv ist (Immo und Anleihen) heißt es noch nicht, dass ich komme was wolle nun das am attraktivsten bewertet, aber immernoch Sau teuer bewertete (aktien) kaufen sollte 🙂

    Ich kaufe, wenn ich nicht widerstehen kann. Fresenius bei 26€ habe ich leider verpasst, da war ich dumm! Das hätte mir sehr sehr zugesagt zu dem Kurs. Idiotisch da nicht gekauft zu haben im großen Stil…

     

    -M

  87. AvatarDanielKA

    @ -M: Bei Buffett weiß man natürlich nie, altes Schlitzohr. Die Meisten (auch die medien) machen den Fehler und schauen nur auf das Berkshire Aktienportfolio, obwohl die direkt gehaltenen Unternehmen mittlerweile einen deutlich größeren Anteil haben. Und hier kann man auch nur erahnen, dass der Kapitalbedarf wahrscheinlich gigantisch ist und daher auch der Wind der Vorsicht weht. Man kann sich vorstellen wie viele Milliarden investiert werden müssen und auch dort die Umsätze unter Druck stehen (Energy, BSNF, Versicherung und natürlich Precision Castparts die mit der Flugzeugindustrie mächtig unter Druck kommen, der Schulz Betrug usw.)

     

    26 EUR Fresenius war ein Schnapper, genauso wie Altria unter 30 EUR(da habe ich nachgekauft)

  88. AvatarThorsten

    Ich bleibe bei meinem Ansatz : US-Aktien sind stark überbewertet, Europäische Aktien leicht unterbewertet, russische Aktien stark unterbewertet, asiatische Aktien moderat bewertet. Die größte Gefahr für mein Depot sind derzeit US-Aktien, Bewertung und Wechselkurs, Dollar zu hoch bewertet gegenüber anderen Währungen. Beschleunigte politische Isolation der USA. Trotzdem habe ich natürlich einige US-Aktien zur Diversifikation und weil es dort interessante Unternehmen gibt. Aber einseitig in 90% US-Aktien , wie hier manchmal noch aufgezählt wird kann ich mir nicht mehr vorstellen.

    Tim kann anders disponieren, er bezahlt seine Lebenshaltungskosten mit Dollar. Bei Reisen ins Ausland muss er die Wechselkurse im Blick behalten.

  89. Avatar-M

    DanielKA

    Er ist halt absolut analytisch und das finde ich so bemerkenswert. Da ist kaum Bauchgefühl oder so vorhandenen, alles fundiert über zahlen darstellbar.

     

    Wie schrieb er in einem brief:

    Als Privatanleger ist das Portfolio als das eigene Unternehmen anzusehen! Man muss nun versuchen die EPS so stark zu steigern wie nur möglich auf 10-Jahressicht. Das geht im dem man tolle Unternehmen mit wachsenden gewinnen zu guten Preisen kauft. Hierbei ist zu beachten, das nicht die Dividenden nir zählen, sondern die gewinnrückstellungen gleichermaßen.

    Steigert man die um sagen wir 15% p.a. wird auch das Depot um ca 15% p.a. wachsen.

    Es gibt nicht viele Unternehmen die das schaffen.

    -M

     

  90. AvatarBruno

    @-M

    Die analytische Vorgehensweise finde ich gut. Wichtig hier ist dann auch der eigene Aufwand einzurechnen, auch dies muss sich entsprechend lohnen.

    Angenommen ich habe (rein hypothetische Rechnung) ein Depot über 500k. Nehme ich einen ETF um verdiene damit 8% p.a. oder mache ich aufwendige Analysen und schaffe tatsächlich 15% p.a.

    Wie hoch ist mein Aufwand für diese Peformancesteigerung?

    8%/500k = 40k p.a. im Schnitt

    15%/500k = 75k p.a. im Schnitt

    Performancevorteil 35k, angenommen ich brauche dafür 4h / Woche, d.h. 200h / Jahr, dann wäre dies ein Stundensatz über 175.- für Breakeven. Unter der Voraussetzung dass man dann tatsächlich diese Mehrperformance erreicht, was wohl den Wenigsten von Beginn weg gelingt, auch dies müsste man schlussendlich einkalkulieren.

    Diesen Aufwand muss man streng genommen abziehen. Verdiene ich nun mit einem andern Geschäft oder Arbeit mehr, dann lohnt es sich nicht. Umgekehrt genauso.

    Ich habe diese Rechnung für mich gemacht und muss sagen, ich investiere die Zeit lieber ins eigene Unternehmen, da hole ich mehr raus.

    Auf der andern Seite kann man es auch als Hobby/Abwechslung/Erholung/Unterhaltung sehen. So muss ich z.B. wenn ich hier einen Kommentar erfasse auch sehen, sonst dürfte ich nichts mehr schreiben 😉

     

  91. Avatar-M

    Guter Punkt Bruno aber genau deine 4 aufgezählten Eigenschaften hat Börse für mich. Also mache ich das gerne freiwillig. Dabei sich noch mit meinem Kumpel treffen und 6 Stunden am Stück über finanzen reden ist dann unbezahlbar haha.

    Falls ich jedoch merke am Ende keine 8% zu schaffen kaufe ich auch nur noch ein Markt sample. Bzw habe dann ein Depot mit 100 Unternehmen.

    -M

  92. AvatarGainde

    Die guten Unternehmen sind wieder viel zu teuer. Sammle wieder Cash und warte auf einen guten Einstieg bei Microsoft und L’Oréal. Der Rest meines Wunschportfolios habe ich bereits gekauft und komme auf 20 Titel.

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