Cooler Trend: Weniger Arbeiten bei gleichem Gehalt


New York, 23. Januar 2019

Immer mehr Firmen bieten Teilzeit an, zahlen aber das volle Gehalt. Ich finde das super. Es soll laut Studien sogar hilfreich sein, wenn man weniger Stunden arbeitet, weil dann Kreativität, Motivation und Einsatz zunehmen.

Meine Eltern sind nach dem Zweiten Weltkrieg aufgewachsen und ihre Haushalte waren äußerst sparsam. Es gab kaum etwas zu essen. Das Zuhause war eine Hütte. Die meisten Menschen waren damals ausgebombt. Wer ein Dach Über dem Kopf hatte, war ein Glückspilz. Meine Eltern mussten nur so leben, um zu überleben. Wer damals fließendes Wasser hatte, der war gut dran.

Als ich aufwuchs, lebte ich in einem sparsamen Haushalt. Heute ist ein sparsamer Lebensstil für mich normal. Ich bin froh darum. Ich lebte lange Zeit in Wohngemeinschaften, ich habe wenig Plunder, kein Auto, kein TV.

Ich werde mir vermutlich nie mehr ein Auto kaufen. Ich meide Restaurants so weit es geht. Ich trage Second-Hand-Kleidung. Ich schlage nicht vor, dass andere das tun sollen.

Aber ich treffe immer wieder massenweise Leute, die sehr schöne Autos fahren, wunderschöne Einbauküchen haben und sie können sich keine grundlegenden Reparaturen von ein paar hundert Euro leisten. Zumindest jammern sie ungeheuerlich, wenn etwas kaputt geht. Sie müssen finanziell blank sein, sonst würden sie nicht so jämmerlich meckern.

Mein Rat: Spar etwas Geld, weil du eines Tages wahrscheinlich in einer Notlage davon gerettet werden wirst. Starke Finanzen zu haben ist ein Schatz, ein Schutz und ein Freiheitsfaktor.

Hast du ein Depot aufgebaut, sollst du keine Angst haben, wenn die Kurse sinken. Alles wird in Ordnung sein. Wenn dein Depot gut strukturiert ist, vielleicht mit einem Welt-ETF, dann bleib cool. Dein Geld ist genau dort, wo es sein sollte.

Was ein cooler Trend ist, ist die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohn. Das finde ich kultig. Das gibt dir mehr Freiheiten.

Die oberösterreichische Online-Marketing-Firma eMagnetix stellte ab Oktober 2018 auf eine 30-Stunden-Arbeitswoche um. Und das bei vollem Gehalt. „Unsere Zielgruppe ist vorwiegend die jüngeren Generation“, sagt Geschäftsführer Klaus Hochreiter. „Für Millenials steht die Work Life-Balance an erster Stelle ihrer Bedürfnisse und Erwartungen, sie ist wichtiger als ein hohes Gehalt oder dicker Firmenwagen. Zeit ist das neue Statussymbol – und genau da setzen wir mit der 30 Stunden-Woche an.“

Ich finde das super. Es gibt genug Studien, die zeigen, dass Mitarbeiter kreativer und leistungsfähiger werden, wenn sie Teilzeit statt Vollzeit arbeiten. Vor allem in Österreich entdecke ich Firmen, die die Arbeitszeit reduzieren. Wie das Grazer Unternehmen Bike Citizens. So bleibt dir mehr Zeit für deine Familie, für Freunde, Sport, Lernen, Hobbys.


tim schaefer (Author)

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thoughts on “Cooler Trend: Weniger Arbeiten bei gleichem Gehalt

  1. AvatarChrissie

    Da wär ich sofort dabei, obwohl ich kein Millenial bin 🙂

    Wollte letztens auch was für meine Work-Life Ballance tun und hab Stunden reduziert. Das Gehalt damit leider auch. Das Arbeitspensum damit leider nicht.

    Hab meine Stunden nun wieder erhöht…

  2. AvatarFabian S.

    Hallo Tim, echt toller Artikel wieder.

    Naja statt eines Welt ETFs habe ich etw. anderes bald vor 😉

     

  3. KievKiev

    @ Tim

    Die 4 Tage Woche bei vollem Lohnausgleich ist natürlich wunderbar. Das wird es bei mir vermutlich in den nächsten Jahren nicht geben. Ich kann selbst die Stunden reduzieren und entsprechend weniger verdienen.

    Ich denke auch das Integrität, Interesse und Engagement wichtigere Faktoren sind als die Anwesenheit die vergütet wird. Graz ist leider etwas weit entfernt und wir fühlen uns wohl in unserem Eigentum in der Region. Sonst würde ich die Radfirma mir einmal genauer ansehen.

    Wir haben aktuell einiges in der Pipeline. Ich werde in den nächsten Monaten ein Update geben. Der Dezember war finanziell gesehen außergewöhnlich schwach. Ich hoffe, dass die Zukunft den Monat ausgleicht.

     

  4. AvatarSteven

    Schön geschrieben.

    Ja Freizeit ist unbezahlbar. Noch wichtiger finde ich aber ein angenehmes Arbeitsklima mit einem tollen, lockeren Team. Denn in so einem Team gespickt mit spannenden Themen, geht der Arbeitstag auch schneller vorbei.

    Wenn man morgens aber schon mit unwohl vor dem Büro steht und den Rest des Tages höchstens 10 Wörter mit den Teamkollegen wechselt, läuft etwas falsch. Da hilft auf Dauer nur raus aus dem (nicht vorhandenen) Team.

    So etwas kann sich sein Unternehmen aufgrund von Bewertungsportalen und einem Fachkräftemangel heute nicht mehr leisten.

    Schade das dies viele Firmen noch nicht verstanden haben.

  5. AvatarMarco Livermore

    Hallo Tim,

    das will ich auch!

    Ich kann meine Arbeitszeit reduzieren, allerdings gilt das gleichermaßen auch für mein Gehalt. Immerhin wirkt sich die kalte Progression hier positiv aus und aus 25% weniger Arbeit wird in meinem Fall nur 20% weniger Geld.

    Ich vermute auch hier die wahren Beweggründe der Bemühungen dieses Staates für die Abschaffung der KP, da immer mehr das Hamsterrad verlassen wollen.

    Eigentlich wollte ich mit 50 auf 3/4, mit 60 auf 1/2 und mit 63-65-67-70? dann in Rente.

    Allerdings raubt mir die Vollzeit die ganze Lebensqualität, so dass ich es früher anstrebe (bin Anfang 40). Das Loch muss ich dann aber mit einem Nebenjob schließen, da weniger sparen keine Option ist und die FF noch in weiter Ferne liegt.

    Ich favorisiere den 6hTag, da bekommt man noch die halbe Stunde Pause geschenkt.

  6. AvatarChristian Kugelstadt

    Also ich arbeite glücklicherweise sehr gerne in meinem Job und habe sogar den Arbeitgeber wechseln müssen um auf eine 40h Woche (inkl. dem Gehalt natürlich) steigern zu können. Nebenher habe ich dann noch ein Fernstudium absolviert, was ich wohl nie wieder machen würde wenn ich an die viele Freizeit denke die damit draufging.

    Mit etwas Glück steht auch der dritte Jobwechsel im nun 6ten Berufsjahr in der Branche an und dann endlich in eine Führungsposition. Ich habe es satt auf der Arbeitsebene die vielen Probleme überall zu sehen aber zu wenig Einfluss zu haben sie zu lösen, ich hoffe das ändert sich dann ein wenig.

  7. AvatarAnton

    Hallo Tim,

    Dein Artikel trifft es auf den Punkt. Die Reduzierung der Arbeitszeit entwicklet sich zum immer mehr populären Trend/Thema. Das „Experiment“ bei der Deustchen Bahn hat eindrucksvoll gezeigt, dass den meisten Mitarbeitern mehr Urlaub wichtiger war als eine Gehaltserhöhung. Ich fand diese Option toll. Bin auch an dem Punkt angekommen, an dem ich sofort mehr Urlaub wählen würde. Ich habe diese Idee intern in meinem Untermehmen reingestreut. Es wäre super, wenn diese Option irgendwann zur Realität würde.

    Und noch herzlichen Grlückwunsch zu den Besucherzahlen in Deinem Blog!

    Anton

  8. AvatarThorsten

    @Marco

    Die Emissionssteuern sind eine staatliche Geldmaschine. Die Ökosteuer reicht wohl nicht. Aber was wird schneller sein, die angepassten KFZSteuern oder die PKW-Maut ?

  9. AvatarJan

    @Christian, leider wird man regelmäßig durch Abhängigkeiten und Vorgaben auch da schwer ausgebremst. Viel Erfolg wünsche ich dir. Die Tage werden länger und die Arbeit trotzdem mehr. Wenn es dir Spaß bereitet, kommst du mit dem Druck zurecht. Daher wähle jeden Morgen eine positive Einstellung. Dann klappt das!

    zum Thema: ich halte nichts davon. Ich wurde die Tage vom Betriebsrat aufgrund meines ausufernden Überstundenkontos ermahnt, ich solle es herunter fahren. Was denen bekannt ist aber gleichzeitig egal ist: dass viele Stunden an Wochenenden und Nachts überhaupt nicht erfasst sind. Jetzt schreibe ich eben noch weniger auf und arbeite weiterhin so viel. Ähnlich wie das bei der „Vertrauensarbeitszeit“ bei den meisten so ist. Immerhin habe ich eine 110% Stelle. Das bringt etwas Linderung.

    Das Pensum in 30h? So viel Kreativität kann ich überhaupt nicht entwickeln, dass das Erfolg haben könnte. Und ich seh auch meine Arbeit nicht als Hobby. Ich weiß, das ist en vogue! Nur ist es auch erfolgreich? Bisher habe ich von den typischen Vertretern der Generation Z kaum Eigeninitiative auf Jobs gesehen bei denen Ranglotzen eine Einstellungsvoraussetzung ist. Ist halt alles so schwer und anstrengend, warum sollen wir denn uns da bemühen? Leitende Funktionen in 30h? Na da freuen sich aber diejenigen die auf dessen Organisation und Führung angewiesen sind einen Ast!

    Ne danke. Warten wir mal bis zur nächsten Rezession. Dann bin ich gespannt wie sich diese Einstellung aufrecht erhalten will. Fördern werde ich sie jedenfalls, egal was komme, nicht. Es gibt auch unter den vorgenannten Geburtenjahrgängen genügend junge Leute die atypisch sind und sich einbringen. Die versuche ich weiterhin zu bekommen und zu halten. Das geht auch. Man muss sich eben auch da im Recruiting-Prozess entsprechend anstrengen und ein gutes Gehalt bieten. Aber wer weiß, vielleicht arbeitet deren HR Berater auch nur 30h? Das würde jedenfalls vieles erklären. 😉

    Schöne Grüße

    Jan

     

  10. AvatarDaniel

    Diese Sache ist auch immer stark vom Land abhängig. Insbesondere hier in Deutschland ist die Steigerung des Lohnes mit einer stetigen Steigerung der Steuer verbunden. Mit anderen Worten, 50% mehr verdienen bedeutet eben nicht 50% mehr auf dem Konto.

    Ob ich mich mit so einem Modell anfreunden könnte ist fraglich. Ich wäre wahrscheinlich derjenige der Fragen würde wieviel Gehalt man denn bekäme wenn man eine 40 Stunden Woche macht 🙂

    Schon heute mache ich einen Tag die Woche Home-Office. Wann ich beginne und aufhöre, ob ich dazwischen Pausen mache und was anderes tue, ist weitestgehend mir bzw. meiner Terminplanung überlassen. Man kann also sagen es hat gewisse Ähnlichkeiten mit einem Tag frei zu haben. Ob ich dies als so gewinnbringend sehe, fällt mir schwer. Es ist sicherlich ganz angenehm, allerdings ist es in meinem Fall so, dass ich praktisch nichts davon habe. Alle Freunde sind arbeiten, ich kann also die Freizeit nicht nutzen um irgendjemanden zu besuchen. Einkaufen tue ich auch nur max. 1 die Woche und das an einem Samstag. Ich habe hierdurch keinen Vorteil.

    Ich bin da eher der Typ der sich sagt, am Anfang des Berufslebens richtig Gas geben, Kohle machen, jeder Euro in jungen Jahren vervielfacht sich bis zur Rente bei guter Anlage. Das hier genannte Modell finde ich eher übergangsweise für junge Familien schön oder wenn man vielleicht mit Mitte 50 einen Gang runterschalten will. Und es ist nunmal so, dass ähnlich des Konsumlevels, einmal bekommene Annehmlichkeiten schwer wieder abgegeben werden können. Ich stelle mir vor man wechselt mit 20 in so ein Unternehmen, ist 8 Jahre dabei und dann ist es pleite. Dann kommt man in die „old economy“ und muss 40 Stunden machen. Das wird ein harter Weg.

    So ein Modell bringt eben nur etwas, wenn ganz viele Firmen sowas haben und man flexibel wäre den Tag zu wählen den man dann frei hat. Dann wären eben Besuche bei Freunden in der Woche möglich. 2

  11. AvatarEx-Studentin

    Ich fände es gut, wenn man regulär 30h schafft und nur bei Bedarf mehr macht. Das macht die Planung für den AG einfacher. Denn aus Angst vor Nicht-Auslastung heißt es sonst oft: Lieber zu viel Arbeit als zu wenig.

    Allerdings ist der Termindruck oft hoch, sodass das Konzept nicht überall umsetzbar ist.

    @Christian Kugelstadt

    Alles Gute für den Berufswechsel.

  12. Christian H.Christian H.

    Jan, dann kann ich Dir überhaupt nicht zustimmen.

    Diejenigen Kollegen, die ich als Teilzeitkollegen kennen gelernt habe, gehören allesamt nicht zur Generation Z, sonder sind alle eher schon älteren Semesters. Und diese Kollegen sind auch allesamt engagierte Leute, die gerne zur Arbeit kommen und sich sehr wohl sehr gut einbringen. Persönlich erlebe ich sie als entspannte Charaktere.

    Über Kreativität ließe sich lange schreiben. Ich bin aber überzeugt davon, dass ein Arbeiter, der in einer 60h Woche im Laufe der Jahre einen Tunnelblick bekommt, nicht durch Kreativität glänzen wird. Kreativität braucht, so meinen Meinung, Muße und Abstand. Mir ging das bisher immer so: sobald ich mit einem Problem nicht weiter kam, half: aufhören und spazieren gehen, vielleicht sogar „morgen weitermachen“, um auf gute Einfälle zu kommen.

    Ich Stelle mir einen äußerst kreativen Künstler vor, der in einer 60h Akkord Woche z.B. Bilder malt!?

    Ich gehe bald in 90 prozentige Teilzeit, das ist schon abgesprochen. Neulich habe ich ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt bekommen, in denen mein „persönliche Engagement „außerordentlich““ gelobt wurde.

    Bei Führungskräften gebe ich Dir recht, Jan. Die sollten ansprechbar sein.

    Und was ist denn in einer Rezession? Was konnten wir im Jahr 2009 beobachten? Einige Leute sind entlassen worden, aber massenhaft Leute sind auf Teilzeit (Kurzarbeit genannt) gesetzt worden – ob sie wollten oder nicht.

  13. AvatarJan

    Das meine ich nicht. Homeoffice finde ich hervorragend und forciere es weitgehend möglich. Mitarbeiter sind kaum effizienter als im Homeoffice.

    Teilzeit ebenso! Auch das ist ok.

    Es geht mir um die Darstellung ein 100%-Job, insbesondere in der Führung, sei in 30h zu erledigen, nur weil man hierdurch kreativer wäre.

    Ab einem gewissen Verantwortungsbereich ist eine zu kleinteilige Fraktionierung der Arbeit nicht mehr gut regelbar. Die Anzahl der Schaltstellen wächst, die Entscheidungsträger ebenso und damit der Abstimmungsbedarf. Mehr Abstimmungsbedarf bei weniger Wochenstunden ist noch ineffizienter. Schon heute ist mit FK  Tagungen, Bereichstagungen, Klausuren, Arbeitsterminen, Führungskreise, Gruppenbesprechungen, Abteilungsbesprechungen, Lenkungskreise, Zielvereinbarungen, Leistungsbeurteilungen, Meilensteine, Entwicklungsgesprächen, usw.  vollgeklatscht. Wenn das nun mit noch mehr Teilnehmer organisiert und diskutiert werden muss, wird das System lähmend ineffizient.

    Oder man lügt sich eben in die Tasche, behauptet man hat nur 30h pro Woche und erwartet von den Mitarbeitern trotzdem, dass die selbe Arbeit am Tagesende geleistet sein muss. Das geht dann zwar auch, ist halt nur unehrlich.

  14. AvatarNico Meier

    Bei uns in der Firma wollte der Chef besonders innovativ sein und hat deswegen eine Topsharing stelle geschaffen. Eine Teamleiterstelle wird nun seit rund einem Jahr von 2 50% Frauen „besetzt“. Die Frauen sind sehr nett und auch fleissig die erhalten 50% Lohn sind aber mindestens 60% anwesend und müssen nach eigenen Angaben in der Freizeit viel ansprechen zusammen. Ich habe bewusst besetzt und nicht ausgefüllt geschrieben denn die Kollegen in diesem Team fühlen sich häufig alleingelassen. Das Model funktioniert auf Ebene Teamleiter nicht!

  15. AvatarThorsten Rohweder

    Heute wurde Berkshire über Sparplan gekauft, passt, die Aktie ist wohl wegen Apple noch etwas zurück ?! Techaktien kriechen auch langsam aus der Deckung. Konsolidierung ist nicht verkehrt. Sparpläne sammeln das Fallobst ein, es schmeckt genauso köstlich wie die da oben am Baum.

     

  16. AvatarA.

    @Thorsten Rohweder?

    Welchen Broker hast du?

    Ich bin bei Consors, da werden die Sparpläne am 1. und 15. ausgeführt.

    Gruß

    A.

  17. Avatarggman

    @A.

    Thorsten Rohweder ist vermutlich bei Comdirect, da kann man auch am 23. des Monats kaufen

  18. Avatar42sucht21

    Es gibt viele Arbeitsstellen & Arbeitnehmer, da würde nach 5x 6 Std. die Woche das gleiche oder ein besseres Ergebnis für den Arbeitgeber herauskommen als Heute bei 5x 8Std.

    Positionen wie CEO oder Bundeskanzler mit 5x 6 Std. Arbeitswoche  kann ich mir eher nicht vorstellen. Aber wenn ich so darüber nachdenke, vielleicht wäre es gut die Bundeskanzlerstelle auf 2 Personen (m /w) zu je 50% aufzuteilen!

     

    @Marco Livermore /  was haltet ihr hiervon?

    Ich sehe 1. angepasste KFZ-Steuern und PKW-Autobahnmaut in Deutschland wird kommen und 2. überhaupt keine Substanz und viele Widersprüche in der verlinkten Bewerbungsrede. Nein, ich denke die deutsche Automobilindustrie wird nicht wegen der angepassten KFZ-Steuern Pleite gehen und nein Treibstoff aus „Abgase plus CO2 aus der Luft plus Energie“ ist keine bessere Lösung für die deutsche Automobilindustrie.

  19. AvatarLuckyMe

    Hallo Miteinander,

    hier meldet sich heute mal eine ansonsten stille Mitleserin.

    Im Juni 2017 habe ich (w, 52 Jahre) meine Arbeitszeit auf 32Std/Woche reduziert und habe seitdem ein 3-Tage Wochenende. Dass ich nicht unbedingt mit anderen Leuten etwas unternehmen kann, stört mich nicht weiter. Der Tag gehört mir ganz alleine und gestalte ihn so, wie ich gerade Lust habe. Meistens gehe ich Wandern (was ich sehr gerne alleine mache!!), gehe hin und wieder in die Sauna, zur Thai-Massage oder hänge in der Bibliothek ab. Ich liebe diesen Extra-Tag und möchte ihn nicht mehr missen!

    Der Clou ist, dass mir mein Chef im Juli 2017 eigentlich eine fette Zulage für meine Leistungen zahlen wollte, aber das nur für Wissenschaftler oder technisches Personal unseres Instituts möglich war. Unsere Verwaltung hat sich Gedanken gemacht und meinte, man könnte meine Stelle ja wieder auf 100% setzen, arbeiten tue ich aber trotzdem nur an vier Tagen der Woche. Ich sags Euch, das war wie ein 6er im Lotto!

    Leider habe ich mit dem Sparen erst spät angefangen, so dass es mit der FF in diesem Leben wohl nix mehr wird, aber mit der 4-Tage-Woche halte ich auf jeden Fall gut bis zur Rente durch. Ich bin deutlich motivierter und die Arbeit macht noch mehr Spaß. Diese vier Tage Arbeiten vergehen wie im Fluge und zack…ist schon wieder Wochenende.

    Vielen Dank, Tim, für Dein tollen Blog! Das Lesen motiviert mich täglich am Ball zu bleiben und weiterhin sparsam zu sein. Also, mach bitte noch ganz lange weiter so!

    Gruß,

    LuckyMe

  20. AvatarThorsten

    https://www.n-tv.de/wirtschaft/Konsumgueterriesen-proben-Milchmann-Modell-article20826173.html

    Nestle, Pepsico und Unilever starten mit insgesamt 25 Unternehmen im Sommer damit, einige Produkte in Behältern aus Glas, Stahl und anderen Materialien zu verkaufen, die zurückgegeben, gereinigt und wiederbefüllt werden können.“

    Was spaßig klingt  und als Versuch startet ist knallharter Wettbewerb um den Konsumenten, der den Plastikmüll weder kaufen noch entsorgen möchte.  Gibt man auch dem vermutet härteren Druck der Politik schon im Vorfeld nach ? Im Hintergrund tobt es auch bei Aldi und Lidl in der Lieferkette, aber an der Front gibt es immer noch die unsäglichen Plastikbeutel in der Gemüseabteilung, Doppelt verpackte Produkte in Plastik in Pappe usw.  Der Konsument muss die Produkte ja auch akzeptieren. Das wird er nur über gesteigertes Umweltbewusstsein und den Geldbeutel.

    @A,@ggman : comdirect. Wenn eine Bank zwei Termine anbietet , dann kann man einen Sparplan auch splitten und dann zwei Mal pro Monat kaufen. Bei relativen Kosten ohne Grundpauschale steht man dann nicht schlechter da, was die Gebühren angeht, kann aber noch besser am Durchschnittpreis sein.

  21. Avatar-M

    @ Thorsten

    Mein Sohn ist auch bei comdirect mit dem Junior Depot.

    Bei Sparplänen muss ich aufpassen wegen den namensaktien in Deutschland oder ? Da kommt ja die eintrsgungsgebühr oben drauf wenn ich mich nicht irre bei comdirect.

    Berkshire möchte ich auch bespareb für ihn, da werde ich die Tage einen sparplan anlegen 🙂

  22. AvatarEka

    Teilzeit kann man nicht mit Kurzarbeit vergleichen.

    Bei Kurzarbeit wie es im Jahr 2008/2009 der Fall war, griff das liebe Finanzamt den armen abgestraften Steuerzahler dermaßen in die leeren und aufgestockten Taschen, das diese viele Steuer zurück zahlen mussten.

     

    Es gibt ein großen Unterschied zwischen Männer und Frauen, wenn diese Teilzeit arbeiten möchten.

    Männern wird dann vorgeworfen, sie können ihre Familie nicht finanziell versorgen und es wäre unmännlich vom Gehalt seiner Frau abhängig zu sein, die viel mehr verdient als Er. Das Paradebespiel von einem Kollegen, er wollte seine 40h/Woche auf 30h/Woche reduzieren, seine Freundin (jetzt Frau) verdiente mehr als er. Seinem Chef gefiel die Situation ganz und gar nicht. Da dieser genau wusste, Er sucht eine besser bezahlte Stelle an seinem Wohnort (Pendelstrecke 100 km/einfach). Denn die Aufgaben kann niemanden in 30h/Woche schaffen, man braucht 40h/Woche dafür. Und die freiwerdenden Teilzeitstelle könnte er dann bei der Personalabteilung nicht mehr als Vollzeitstelle mit 40h besetzen.

     

    Frauen wird immer geraten, z.B. nachdem die Kinder geboren wurden und dann durch externe Personen versorgt werden (bsp. Krippe, KiTa, Kindergarten) Teilzeit zu arbeiten. Nur nicht alle Frauen wollen oder können Teilzeit arbeiten, da Ihnen das Gehalt fehlt um sich den Lebensunterhalt leiten können. Da aufgrund der steigenden Lebenshaltungskosten, ein Gehalt für eine Familie nicht ausreicht zum überleben, da sind 2 Gehälter nun mal besser.

    Es sind im Ingenieurbereich bei Porsche einige Stellen mit 30h/Woche ausgeschrieben und diese richten sich an Frauen. Denn so der Kommentar von einem Abteilungsleiter: Frauen möchten gerne Teilzeit arbeiten!

    Das war ein sehr interessantes Vorstellungsgespräch und dann dachte ich: Die armen Frauen tun mir leid: Für die Rente wird es sehr knapp bemessen sein, ob die Ehe hält, davon kann man seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten.

    Mir fehlen die gesamten Zulagen, da man nur Teilzeit arbeitet, würde dann die Sonderzahlung, Bonus sehr gering/ anteilmäßig gering ausfallen, sehr niedriges Gehalt und trotzdem mehr Arbeit. Nein, danke!

    Als alleinverdiener kann man mit einem Gehalt kein Haus/ Eigentumswohnung abbezahlen.

  23. Avatarggman

    @-M

    ja bei Comdirect zahlst du bei Namenaktien extra.

    Bei der Consorsbank kann man sich die Gebühr für  Eintragung sparen, indem man dieser  widerspricht (man kann dann aber nicht an der HV teilnehmen)

    Wie es bei der Consorsbank mit einem Juniordepot ausshieht, weiß ich allerdings nicht, aber man kann hier deutlich umgangreicher (mehr Unternehmen)  besparen als bei der Comdirect. Bei der Consorsbank gibt es ebenfalls den Nachteil, dass hier um 8:00 Uhr morgens in München gekauft wird soviel ich weiß (bedeutet u.U. schlechte Kurse).

  24. AvatarCola-Viez

    Von durchschnittlich 45 Stunden im Büro werden 17 Stunden sinnfrei verschleudert. Mehr als ein Drittel aller Zeit wird also mit anderen Dingen verbracht, als mit Arbeit. Typischer schwarzer Peter sind Gruppenveranstaltungen: 5,6 Stunden sitzen wir auf dem Hosenboden um anderen beim Reden zuzuhören. Dabei halten rund 70 Prozent der Befragten die Besprechungen für sinnlos – gehen aber trotzdem hin!

    http://www.denkreich.com/2012/01/02/wie-viele-stunden-sind-sie-produktiv-ergebnisse-einer-studie-von-microsoft-uber-effektive-arbeitszeiten/

    Solche Studien oder Befragungen gibt es extrem viele und auch die Erkenntnis das längere Arbeitszeiten nicht gleich zu setzen sind mit erhöhter Produktivität.

    Ich persönlich arbeite in einem Betrieb mit 35 stunden Woche und bin auch sehr froh damit.

     

     

  25. AvatarJan

    Was übersehen wird: Diese Pausen wären aber sowieso notwendig. Niemand konzentriert sich über zwei Stunden bei gleicher Leistungsfähigkeit. Noch dazu bringts nichts die Arbeitszeit zu reduzieren und sich dann zu überlegen wie man das hin bekommen möchte. Anders herum, bitte. Weiter sind nicht alle Termine abzuschaffen. Oder wie soll ich dem Betriebsrat klar machen, dass meine Präsentation für eine uninteressant ist, dafür ich aber trotzdem die Zustimmung benötige. Usw. Das sind Studien um Aufmerksamkeit zu bekommen. Klicks zählen da mehr als Machbarkeit.

  26. AvatarThomasH

    Wenn ich auf 80% der Stunden (und somit auf 80% des Gehalts) runtergehen würde, würde wohl trotzdem ein 100% Arbeitspensum erwartet. Schließlich haben wir Vertrauensarbeitszeit ohne Zeiterfassung. Das ist also keine Option.

    Wenn, dann richtig runter, also auf 30% oder 50%. Aber dann leidet meine Sparquote enorm (besser ich gesagt, ich könnte eigentlich fast gar nichts mehr sparen) und ich müsste ein paar Jahre länger arbeiten. Also auch keine Option.

    Also lieber noch 1-2 Jahre die 100% durchhalten und dann mit 57 oder 58 komplett aufhören…

  27. AvatarThomas

    schon etwas ungünstig, wenn ich als Arbeitnehmer 100% Arbeit in 80% Zeit bringe dann erhöhe ich meine Leistung. Verdiene aber weniger! Blöd!

    Leistung=Arbeit/Zeit

    Dann lieber 100% Zeit und 100% Arbeit. Trinkt man halt einen Kaffee mehr am Tag.

    Das werde ich jetzt tun 🙂

  28. AvatarThorsten

    @-M die Kids sind bei Consors ExDirektAnlageBank

    Wer 100% Geld für 80% Arbeitszeit bekommt, der hat bei der nächsten Gehaltserhöhung schlechte Karten. Es könnte immer das Argument kommen, dass man ja 20% dauerhaft erhalten hat. Wenn man dann noch mehr als die 80% mit 100% Leistung konstant leistet (Leistung ist Arbeit pro Zeit nicht irgendwelche gerechnete Arbeitsstunden mit Anwesenheit, aber die könnten auch mehr als 80% betragen, wenn man nicht aufpasst), dann hat man irgendwann eine finanzielle Einbuße. Da ich oft hohe Leistung hatte, war ich schneller fertig und hatte Pausen – bezahlt quasi , aber Anwesenheit wenn mal was passiert. Das ist ja auch nicht umsonst. Ich würde bei so einem Vertrag verlieren. Wenn dann die Langatmigen in 80% nur 50% machen, dann bleibt der Rest der Arbeit womöglich auch noch an mir hängen. NEIN DANKE. Ich würde auf so einen Vertrag NIEMALS eingehen.

    Ich sehe gerade, dass Thomas auch so änlich argumentiert. Das Ganze erinnert mich an die „Wir haben keine Zeiterfassung“ Masche. 40 Stunden auf dem Papier, keine Möglichkeit für Gleitzeit, jede Überstunde ein Geschnek an den Arbeitgeber. Freitag abend im Büro, wenn ich um 17.00 langsam einpackte, weil ich schon irgendwas um die 45 /46 Stunden hatte : der Spruch „Hast Du etwa Teilzeit ?“

  29. Avatar-M

    Wir haben auch Vertrauensarbeitszeit …. was passiert ? Ich hab einige Überstunden und trotzdem ein schlechtes Gewissen heute 4 Stunden früher gehen zu müssen, weil ich meinen Sohn das 1. Mal seit 3 Jahren früher aus dem Kindergarten holen musste…. krank eigentlich das mich sowas beschäftigt. Andere Frauen bei uns gehen andauernd früher und denken sich nix bei…. Vertrauensarbeitszeit ist mal so gar nichts ….

    -M

  30. AvatarDaniel

    Von durchschnittlich 45 Stunden im Büro werden 17 Stunden sinnfrei verschleudert. Mehr als ein Drittel aller Zeit wird also mit anderen Dingen verbracht, als mit Arbeit. Typischer schwarzer Peter sind Gruppenveranstaltungen: 5,6 Stunden sitzen wir auf dem Hosenboden um anderen beim Reden zuzuhören. Dabei halten rund 70 Prozent der Befragten die Besprechungen für sinnlos – gehen aber trotzdem hin!

    Ich glaube das gerne, aber es wird die Logik der 30 Stunden nicht lösen, denn angenommen man hätte sie jetzt, wären nach wie vor die Bullshit Veranstaltungen im Terminkalender. Nur eben noch mehr verdichtet, da man jetzt die gleiche Menge auf ein kleineres Zeitfenster komprimieren muss. Das wird dann die Produktivität noch weiter senken, denn es fehlen GENAU DIE ZEITEN zwischen den Abstimmterminen, in denen der Mitarbeiter seiner Linientätigkeit nachkommen kann, also wirklich produktiv ist.

    Das mag in so einzelkämpfer-Jobs alles hervorragend funktionieren. In der IT wandelt sich der Job des Admins aber zusehens in den eines Koordinators. Sprich, die Anzahl der Abstimm-Termine inkl. dem Lauschen von Unwichtigen Dingen anderer Leute wird tendentiell eher zunehmen, zumal mit Migrationen in die Cloud der Admin nun auch eine Art Brückenfunktion zwischen Kunde-CLoud-Anbieter-Sonstigen Providern einnimmt und noch mehr abstimmen muss.Die handwerkliche Tätigkeit schrumpft immer weiter, aber das Abstimmen wird weiter zunehmen.

  31. AvatarEka

    Bei Vertrauen Arbeitszeit lohnt es sich eines Zeiterfassung-Terminals, die Kommen- und Geh- Zeit erfassen zulassen, vorausgesetzt das in der Firma so ein Terminal zur Verfügung steht. Und monatlich hat man einen Nachweis, der Anwesenheit und keiner kann euch dann unterstellen, dass ihr nicht anwesend gewesen seid. Oder notiert euch in der Excel-Tabelle eure Kommen- und Geh-Zeit. Vom n diesem Recht machen auch Mitarbeiter Gebrauch die auf Vertrauensbasis arbeiten oder AT’ler.

     

    Und lasst euch kein schlechtes Gewissen einreden, wegen zu vielen/ wenigen Überstunden, denn wenn sie euch kündigen wollen, finden sie noch viele andere Gründe.

     

     

  32. AvatarEx-Studentin

    Ich bin froh über Stempeluhren, bezahlte Überstunden & Überstundenkonto (max 200h). Falls die Auftragslage schlecht ist, wird man leider entsprechend Heim geschickt und fährt ggf. das Konto sogar ins Minus. Ich habe auf 35h reduziert und genieße seit dem viel Rücksicht. Ich komme manchmal erst um 10 Uhr, arbeite mal 6, mal 8h am Tag und bin dadurch viel flexibler als früher meist mit 10h pro Tag.

  33. AvatarDaniel

    Ich bin froh über Stempeluhren, bezahlte Überstunden & Überstundenkonto (max 200h). Falls die Auftragslage schlecht ist, wird man leider entsprechend Heim geschickt und fährt ggf. das Konto sogar ins Minus. Ich habe auf 35h reduziert und genieße seit dem viel Rücksicht. Ich komme manchmal erst um 10 Uhr, arbeite mal 6, mal 8h am Tag und bin dadurch viel flexibler als früher meist mit 10h pro Tag.

    Immerhin ist dein Arbeitgeber da schon sehr flexibel und entgegenkommend was das mit der Zeit angeht. Das ist bei uns gottseidank auch so. Neben dem Überstundenkonto, welches max. so 150h umfassen darf, gibt es noch ein Langzeitkonto, das ist auf !FÜNF JAHRE! begrenzt. Es können auch Zusatzgehälter in Stunden umgewandelt und dort eingelagert werden. Ich praktiziere das seit 3 Jahren mit meinem Urlaubsgeld. Jede Gehaltssteigerung schlägt so auf die darin vorhandenen Stunden durch. Momentan bin ich bei ca. etwas über 2300 „Überstunden“, was ca. 1,3 Jahren entspricht. Ich denke ich werde, solange alles hier gut läuft, das Konto bis 3 Jahren weiter auffüllen. Da ich signifikant über 50% Sparquote habe ist anzunehmen dass ich mit einem derartigen Puffer im Rücken auch 6 Jahre überbrücken könnte.

    Ich würde es mit RK2 deklarieren. Bzw. wie ein Unternehmensanleihe mit 3-4% Verzinsung (Gehaltserhöhung) und Investment-Grade Status 😉

  34. KievKiev

    @ Daniel

    Der Ansatz klingt interessant. Mich wundert die Toleranz des Arbeitgebers. Für die Stunden müssen Rücklagen gebildet werden und eventuell muss auch eine Versicherung abgeschlossen werden, so dass das Geld in jedem Fall zurück bezahlt wird.

    Ansonsten ist es natürlich sehr gut. Da baust Du Dir ein Freiheitskonto direkt beim Arbeitgeber auf. Hiermit kannst Du die Stunden „reduzieren“ und für eine Zeit eine 4 Tage Woche machen, oder ein paar Monate Sonderurlaub usw. Das ist eine sehr gute Option. Sie wird allerdings nicht verzinst. Falls Du das Geld ausgezahlt bekommen möchtest würde ich dies regelmäßig durchführen um die Steuer zu glätten. Auf die angesammelten Stunden bekommst Du schließlich auch keine Zinsen. So etwas würde ich als Langzeitmodell nicht ansparen. Falls Du allerdings aufhören möchtest zu arbeiten oder ein längeres Sabbatical planst ist dies eine gute Möglichkeit angestellt zu bleiben.

  35. AvatarNico Meier

    Bei uns ist die 42h Woche die Norm. Stempeluhr erfasst jede Minute so entstehen viele Überstunden da wir zu wenig personal haben. Ende Monat dürfen aber nur 50h auf dem Konto sein also muss jeden Monat abgebaut werden. Habe im 2018 15 ganze Tage Überzeit abgebaut das sind über 120 Überstunden und 45h noch ins neue Jahr genommen. Die Arbeit muss halt von 3 Leuten gemacht werden wenn im 5er Team zwei Leute fehlen.

  36. AvatarRobert Michel

    Was mir bei der ganzen Arbeitszeitdiskussion nie klar wird ist, warum sind so viele Leute so wild darauf Stunden den Arbeitgeber zu schenken? Der Arbeitgeber schenkt einen doch auch nichts. Jedes Jahr hunderte an Stunden zu verschenken und dafür anstelle von 2% 4% Gehaltssteigerung zu beziehen rechnet sich nicht. Es ist für ein selbst ein besseres Geschäft, wenn man neben Hauptjob eigene Projekte nachgeht und monetisiert.

    Warum sollen es die Arbeitnehmer ausbaden, wenn drei Leute die Arbeit für fünf machen müssen. Es ist die Aufgabe vom Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass hinreichend in neue Mitarbeiter bzw. Automatisation investiert wird. Wenn er in dieser Aufgabe versagt, muss auch er die entsprechenden Nachteile in Kauf nehmen und kann sie nicht einfach auf die Arbeitnehmer überwälzen.

    Wir dürfen uns keine Illusionen machen: Wenn man als Arbeitnehmer in so einer Situation nicht nein sagt, wird der Arbeitgeber das für sich ausnutzen.

    Das zweite Problem ist, dass immer so getan wird als wäre jede Arbeitsstunde gleich viel wert. Aber gerade bei Jobs, die eine hohe Konzentration erfordern, fällt nach etwa 6 Stunden die Produktivität massiv ab. Aus eigener Erfahrung würde ich behaupten, dass ich als Softwareentwickler in der 8. Arbeitsstunde nur noch ein Drittel der Produktivität habe wie in den ersten sechs. Es gibt Studien die Zeigen das das Maximum der wöchentlichen(!) Produktivität bereits bei knapp über 40 Stunden erreicht ist. Arbeitet man mehr leistet man im Endeffekt weniger als wenn man seine Arbeitszeit auf 40 Stunden begrenzt. Natürlich möchte jemand, der über Jahre oder Jahrzehnte Stunden verschenkt hat, diese Ergebnisse nicht wahrhaben.

    Der einzige rationale Grund regelmäßig mehr als 40 Stunden zu arbeiten, ist wenn es zuhause auch nicht schöner ist 😉

  37. Avatar42sucht21

    @Daniel / Investment-Grade Status

    Gratulation! Mich wundert auch die Toleranz des Arbeitgebers. Ich denke, der Wert eines 3(!)-jährigen Stundenkontos ist direkt reziprok zum Investment-Grade Status ihres Arbeitsgebers. Wass passiert bei Insolvenz oder Übernahme des Unternehmens zB durch einen chinesischen Wettbewerber? Können Sie sich unbedigt auf die Zusagen des jetzigen Arbeitgebers verlassen – wenn ja, dann ist es super.

  38. AvatarEka

    Ob das 3-jährige Stundenkonto vor Insolvenz geschützt ist, das bezweifle ich.

    Bei meinem alten Arbeitgeber, gab es nur ein Langzeitkonto für die Mitarbeiter die, seit Jahren dort schon gearbeitet haben. Für neu eingestellte Mitarbeiter gab es dieses Modell nicht mehr. Aber bei mehr als 16 h/Monat wurde alles darüber hinaus abgeschnitten und die Stunden sind verfallen und es gab auch keine bezahlten Überstunden.

    Man sieht ja, dass  man mit einem Arbeitsplatzwechsel nicht mehr dieselben Privilegien genießt, wie die früher eingestellten Mitarbeiter. Manchmal lohnt es sich trotzdem aufgrund von mehr Gehalt, Arbeitsklima und Aufgabengebieten trotzdem zu wechseln.

    Also, da hat es sich gelohnt,  2 Tage im Monat freizunehmen, falls wieder ein großer Druck im Projekt war und sich nur die Überstunden ansammelten, obwohl man keine Lust darauf hatte.

     

  39. AvatarEx-Studentin

    @LuckyMe

    Super Regelung! 32h arbeiten und 100% bezahlt werden ist wohl der Traum vieler Leute. Finde es toll, dass dein Chef deine Arbeit entsprechend honoriert.

    @Daniel

    So ein Langzeitkonto haben wir meines Wissens auch. Aber dort kann man nur 6 Monate ansparen, wenn man ein „Sabattical“ nehmen will. Für den Vorruhestand glaube ich länger. Bisher habe ich den Schritt nicht gewagt, weil ich mich mal erkundigen muss, was bei einem AG-Wechsel passiert. Falls der das Konto nicht übernimmt, wird doch vermutlich das angesammelte Geld auf einen Schlag ausbezahlt und besteuert..?

    @Nico Meier

    Ausbezahlen geht also nicht? Abfeiern hat schon mal was Gutes, ist zusätzlicher Urlaub. Viele meiner Kollegen würden gerne 40h an 4 Tagen arbeiten, wenn sie dafür einen Tag frei hätten. Dann lohnen sich die Autofahrt zur Arbeit mehr.

    @Eka

    Mein AG lässt das Langzeitkonto meines Wissens von einer Fremdfirma verwahren, sodass das Geld insolvenzgeschützt ist.

    Mit 30h bei Porsche sollte je nach Position die Rente trotzdem ausreichen. Als Ingenieur sind das sicherlich immer noch 50.000€ brutto. Wenn beide Elternteile 30h arbeiten, ist das doch ein guter Kompromiss für beide Elternteile.

  40. AvatarEka

    „Mit 30h bei Porsche sollte je nach Position die Rente trotzdem ausreichen. Als Ingenieur sind das sicherlich immer noch 50.000€ brutto. Wenn beide Elternteile 30h arbeiten, ist das doch ein guter Kompromiss für beide Elternteile.“

    Beim Gehalt verhielt sich Porsche recht zurückhaltend und schweigsam. Da heißt es dann nur “ Was möchten Sie verdienen?“

    Nennst du der  Firma/Konzern – ein für dich angemessenes Gehalt, dass mit den Aufgaben und Leistung übereinstimmt, bist du schon draußen, weil es dann zu teuer wird, für deinen zukünftigen Arbeitgeber, da wohl einige Bewerber für weit weniger Geld arbeiten werden.

    Arbeitgeber hat einen Fachkräftemangel, weil er zu wenig Bewerber / Mitarbeiter findet die für wenig Geld arbeiten möchten. Eins darf auch nicht vergessen werden, in den letzten Dekaden, wurden viele Bereiche unter anderem Entwicklung/Versuch nach Asien (China und Indien lassen grüßen) und Osteuropa ausgelagert, aufgrund der „allzu hohen Kosten“, die Standardausrede ist immer gut.

    Im Ausland findet man billiges Personal. Bsp. Daimler in Ungarn (Ingenieurgehalt ca. 500€/Monat) und in Deutschland (Steuerklasse 1)  ab ca. 2700€ netto/Monat und mehr, abhängig von der Stelle (ohne Teamleitung oder Projektleitung).

    Unter Gehalt verstehe ich, dass Monatsgehalt + Leistungszulage ( im Schnitt 10% -15%) multipliziert mal dem Faktor 13,25 (70% Urlaubsgeld und 55% Weihnachtsgeld) –  nicht in allen Konzernen gibt es Bonuszahlung pro Jahr a la 10.000€/brutto on top –  für den einfachen Angestellen/Ingenieur ohne natürlich mehrwöchige Dienstreisen ins Ausland (das würde sich wirklich rentieren).

     

    Ich kann mir  niemanden aus meinem Freundes- und Kollegenkreis (Bosch, Daimler, Porsche und weitere  übliche verdächtige Konzerne hier aus der Region Stuttgart) vorstellen, der als Ingenieur arbeitet und dann eine 30h/Woche hat, dass er davon leben kann, wenn er/ sie oder als Paar gemeinsam jeweils 30h/Woche arbeiten, und dann trotzdem für ihre Miete 50% ihres Gehaltes ausgeben, aufgrund der gestiegenen Lebenshaltungskosten- davon leben können und noch Geld sparen können.  Dieses Beispiel gilt für die Region BB/Sindelfingen und den Stuttgarter Raum.

    Und falls jemanden noch auf  die Idee kommen sollte, dass man ja noch ein hohes Sparpotential hat, den muss ich wohl enttäuschen.

    Da ist kein Auto, keine Lebensmittel aus dem Feinkostgeschäft Böhm in Stuttgart und keine Fernreise (Asien, Australien, Südamerika) oder allgemein Urlaub (Pauschalreise nach Mallorca) dabei einkalkuliert und Sparen wird man da trotzdem nicht können aufgrund der steigenden Lebenshaltungskosten. Und in dem Bsp. sind noch nicht mal Kosten für den Kindergarten, KiTa enthalten.

    Da kann man sich dann schon vorstellen, warum manche Frauen dann lieber zuhause bleiben und auf die Kinder aufpassen.  Frau studiert 5 Jahre, sammelt dann 2-3 Jahre Berufserfahrung wird dann gegen Ende 20 schwanger und kommt dann nicht mehr zurück zu ihrem erlernten Beruf. Weil der Druck in der Arbeitswelt so hoch ist und ihr Ehemann soll dann lieber das Geld verdienen und sie will dann trotzdem das Haus haben. Aber eine Hypothek bezahlt sich halt nicht nur von einem Gehalt. So was ist wirklich ein toller Lebenslauf! *Ironie aus*

    Und solche Kommentare bekommt man dann von Kollegen zu hören und jammern dann, dass ihre Frau nicht einmal mehr Teilzeit arbeiten möchte. Jedem dass seine, sollen Sie es doch Zuhause mit ihrer Frau besprechen.

    Und so vergeht dann auch ein 7 oder 8h Tag,  mit Tratsch, Kaffee trinken und so weiter. Und sowas heißt dann Arbeitszeit entweder Vollzeit oder Teilzeit.

     

  41. AvatarDanielKA

    @ Eka: Ein Ingenieur verdient garantiert mehr als 500 Euro in Ungarn. Meinst du Gehälter von vor 20 Jahren? Osteuropa ist nicht mehr so billig. Der Durchschnittslohn liegt in Tschechien um die 1.160 Euro in Ungarn knapp 1.000. Gut ausgebildete Fachkräfte verdienen wie bei uns in Deutschland auch teilweise das doppelte oder sogar noch mehr. Dort herrscht teilweise Vollbeschäftigung und es werden händeringend Fachkräfte gesucht.

    Alleine 2018 sind die Gehälter um 9 % gestiegen.

  42. AvatarEx-Studentin

    @Eka

    Ja, jammernde Kollegen wird es immer geben. Ob man mit Kindern noch viel sparen kann, stelle stelle ich mir in der Stuttgarter Region tatsächlich schwierig vor. Es steht und fällt mit dem Wohnraum. Aktuell könnten mein Freund und ich problemlos bei unseren bestehenden Arbeitgebern auf 30h runter gegen. Aber ob man einen KITA-Platz bekommt, steht auf einem anderen Blatt. Ggf. muss man sich mit der Kinderbetreuung abwechseln, z.B. einer 2 und einer 3 Tage oder für einzelbe Tage eine Tagesmutter engagieren.

    Schwieriger ist es eher, mit 20h  ausgelastet zu werden. In meiner Branche gibt es oft Sachen mit hohem Termindruck, die nicht über mehrere Tage liegen bleiben dürfen. Ich mag es nicht, wenn man um Arbeit betteln muss oder Minus-Stunden hat, weil man heimgeschickt wird.

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