China und USA: Ein Handelskrieg ist möglich


New York, 9. Mai 2019
Plunder: Auf teure Kleidung verzichte ich. Ich hab seit über 10 Jahren kein Auto mehr. Ich trage Second Hand Kleidung. Ich hab ein uraltes Handy. Ich lebe auf kleiner Fläche.

Es zeichnet sich ein Handelskrieg zwischen den USA und China immer mehr ab. Die Börsen geben seit Tagen nach. Am Donnerstag knickte der Dow Jones Index um 400 Punkte ein. Mittelfristig wird hoffentlich wieder Vernunft einkehren zwischen beiden Nationen. Drohungen bringen wenig, denke ich. Es schadet beiden Seiten.

Wie Donald Trump in solche Verhandlungen geht, ist erstaunlich. Was er alles auf Twitter macht, das ist schon seltsam. Ob er wirklich ein so genialer Verhandler ist, wie er es von sich behauptet? Wir werden sehen. Vielleicht überrascht uns der US-Präsident positiv.

Was passieren wird, ist schwer zu sagen. Es könnte sein, dass die ursprüngliche Vereinbarung nur eine Taktik war. Vielleicht hat Chinas Präsident Xi Jinping innenpolitischen Druck bekommen, weil er Trump zu viel Spielraum eingeräumt hat. Es kann eine chinesische Verhandlungstaktik sein. Genau die Situation als Außenstehender bei solchen Deals zu verstehen, ist unmöglich.

Es scheint, als sind die Verhandlungen in eine Sackgasse geraten. China scheint es nicht eilig zu haben. Ich bin jedenfalls ein Langfristanleger. Ich behalte meine Aktien. Ich mache mir keine Sorgen. Ich nutze die Korrektur, um weitere Anteile aufzustocken.

Was die Deutschen falsch machen: Sie spielen Lotto, haben aber kaum Aktien, Job ohne Motivation

Wer sich ein Finanzpolster aufbauen will, macht das am besten über Aktien und Immobilien. Die privilegierte Schicht in Deutschland leben von Mieteinnahmen, Dividenden, Kursanstiegen, Erbschaften und anderen Renditebringern.

Die konsumsüchtige Mittelschicht gibt ihr Einkommen bereitwillig für Plunder aus. Sie haben zu teure Häuser/Wohnungen (gemessen an ihrem Einkommen). Sie fahren gerne neue Protzautos, sie kaufen ständig neue Konsumelektronik und Mode. Sie leben auf einem hohen Komfortniveau – auf nichts wollen sie verzichten. Gleichzeitig bilden sie kein Vermögen. Sie haben wenig Energie einen kleinen Wohlstand aufzubauen.

Wenn die Deutschen etwas zurück legen, machen sie es meist falsch. Sie meiden die Risiken, was ein Fehler ist. Der deutsche Michel liebt Sparbücher, Lebensversicherungen, Bausparverträge, Festgeld. Alles Anlagen, die wenig Rendite bringen (oder gar nichts bringen unterm Strich). Aktien meiden sie.

Wofür geben die Deutschen gerne Geld aus? Für Lotto. 7,3 Millionen Bundesbürger spielen regelmassig Lotto oder Toto. 21 Millionen Deutsche spielen immerhin gelegentlich. Obwohl es mathematischer Schwachsinn ist, machen sie es. Die Hälfte des Spieleinsatzes landet nämlich nicht im Spieltopf, sondern beim Staat. Für die Menschen ist es alles in allem ein enormes Verlustgeschäft.

2018 vereinnahmte der Deutsche Lotto- und Toto-Block 7,4 Milliarden Euro. Das Geld wäre in einem ETF für die Rente besser aufgehoben.

Auch bei der Karriere stecken viele Deutsche in der Sackgasse. Die hohen Gehälter werden nach Wissen, Können und Arbeitsleistung sowie dem Willen etwas zu schaffen gezahlt. Viele haben aber keine Motivation, Außergewöhnliches zu leisten. Es wird vielfach nur nach Vorschrift gearbeitet. Laut einer Gallup-Umfrage leisten stolze 71 Prozent der Beschäftigten nur das Minimum auf der Arbeit. Sie wollen sich nicht anstrengen. Massenweise haben Menschen innerlich mit dem Job gekündigt.


tim schaefer (Author)

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thoughts on “China und USA: Ein Handelskrieg ist möglich

  1. AvatarBruno

    Schöne Tasche, wir hatten es ja gestern von Wanderrucksäcken, ich bin mit meinem (alten) Deuter sehr zufrieden der ist aber eher für die Berge gemacht, wer in der Stadt an den edelsten Strassen wandern will für den wäre dieser hier doch was, was meinst Du Tim, würde Dir doch stehen?
    https://de.louisvuitton.com/deu-de/produkte/christopher-rucksack-monogram-exotique-nvprod620423v

    oder vielleicht doch eher das edle Köfferchen
    https://de.louisvuitton.com/deu-de/produkte/president-damier-graphite-000161

    ob der wohl für Geld- oder Schmuck-Transport gedacht ist oder wohl doch eher den einen wichtigen Vertrag 😀

    PS: Man schaut bei dieser Marke nicht auf den Preis!
    😉

  2. AvatarChris

    Festhalten es geht abwärts ;-). Bin gespannt auf das Uber-Ipo morgen. 

  3. AvatarGernot

    Ein Problem ist doch auch dass im Job Motivation, Mehrleistung und Zusatzqualifikationen oft nicht honoriert werden. Ich bin natürlich ein Einzelfall und nicht repräsentativ. Aber ich habe Elektrotechnik studiert, habe diverse Zusatzqualifikationen, komme gehaltsmäßig aber nicht über einen unterdurchschnittlichen Facharbeiterlohn, was unter 2000EUR Netto pro Monat bedeutet. Und da ich schon 50 bin, werden meine Chancen auch nicht besser, obwohl ich lernbegierig bin und mich auch gern in andere Themengebiete einarbeiten würde.

  4. AvatarGainde

    Trump kanm sich für die US-Wahlen kein Blutbad an der Börse laufen – Tweet gehört zur Verhandlung 😉

  5. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Bruno

    Da hast du schöne Sachen gefunden. Ich kaufe mir lieber die LVMH-Aktie als den Edelplunder. Ich hab einen Gratis-Rucksack, das war ein Werbegeschenk. Der Nachbar in New York hat ihn mir geschenkt. Er war auf irgendeiner Messe in Leipzig. So sieht der Rucksack aus:

    https://twitter.com/ParthenMS/status/1087737342146809860

    Die Leute hier im Haus denken, dass ich arm bin. Sie schenken mir jede Menge Zeug.

  6. AvatarDanielKA

    @ Bruno: Diese Rucksäcke von LV kaufen unsere Fußballstars.
    ich habe Hermes Aktien, die laufen immer, Reiche sterben nicht aus

  7. Florian HFlorian H

    Kann gerne noch 10% nachgeben. Ich kaufe gerne in einem ängstlichen Umfeld ein. 

  8. AvatarRalf

    Solche politischen Dinge wirken sich auf Börsen meiner Meinung nach nur kurzfristig aus. Mehr Auswirkungen bereiten Themen wie z.B. die Geldpolitik der Notenbanken. Das könnte durchaus heftigere Turbulenzen auslösen an den Märkten.

    Ich gebe dem Euro jedenfalls keine 10 Jahre mehr.
    Man sollte auch bedenken, dass ein Teil der Kursgewinne der kranken Zinspolitik geschuldet ist.

    Weiter in Aktien zu investieren bleibt aber wichtig und richtig. Aber ein kräftiger Crash könnte durchaus heilsam sein und wunderbare Impulse geben.

  9. Avatarchn

    Herr Trump ist den Chinesen nicht gewachsen. Sein erratisches Verhalten, das wahrscheinlich zu seiner gewohnten Verhandlungstaktik gehört, um den „Gegner“ zu verunsichern, überrascht die Chinesen bestimmt nicht. Sie denken sehr langfristig und sind an gute Beziehungen interessiert. Herr Trump denkt erstmal nur bis zur nächsten Wahl und wie er persönlich dasteht.

  10. AvatarMarco

    Ich habe heute schon mal eine Bestandserhoehung gemacht.Denn die Dividende kommt, mit Trump oder ohne Ihn.
    Ich denke der Zirkus wird nur veranstaltet wegen Nord Korea, hier liegt die wirkliche Gefahr.Und Trump hat sich nun mal in dieser Sache echt bewegt.
    Denn Kim sitzt auf echten Atom Schrott der jede Minute hochgehen kann.Da die Chinesen sich in dieser Sache nie bewegt haben, wird  nun mal etwas auf anderer Ebene wie Handel Druck ausgeübt. 
    Alles nur Theater!!!

  11. AvatarBruno

    @Marco Ich habe keine Angst vor Nordkorea, aber mir tun die Leute dort leid. Bezüglich China – USA dieser Konflikt oder sagen wir Machtkampf wird uns noch eine Weile beschäftigen, ich denke aber die USA kann und darf man noch sehr lange nicht abschreiben, Trump hin oder her, sie werden noch viele Jahrzehnte die Weltmacht bleiben, auch wenn China immer stärker wird. Will heissen mein Hauptschwergewicht bei Aktien bleibt in den USA, auch wenn ich einen Teil in den Emerging Markets investiert habe über ETFs.

    @Tim hehe das stimmt, ich habe schon länger LVHM im Depot, darum mache ich ab und zu etwas Werbung. Soll ja auch hier kaufkräftige Leserinnen und Leser geben 😉

  12. AvatarChrissie

    @Gernot
    Sehe ich auch so. Ich habe mich schon zwei Mal an die Grenze zum Burnout gearbeitet, weil ich dachte, der ganze Einsatz muss mal was bringen. Dies glaube ich inzwischen nicht mehr. Da haben mich meine Eltern total falsch erzogen und dieses Credo wird natürlich immer wieder gern in den Raum gestellt, damit der Angestellte munter weiter hinter diesem Ziel her rennt. Nach den Beobachtungen, die ich gemacht habe, bringt Netzwerken mehr, d.h. zusammen mit dem Chef eine rauchen und auf Feiern zusammen einen trinken und über die richtigen Witze lachen. Ach ja, und nur im  genau vorgesteckten Rahmen proaktiv denken.

  13. Avatarbilbo78

    Also ich bin für China! Sooo ein cooles Land (bis auffe Politiker). Und die Frauen erstmal! So feminin und zart und schlank (meistens).

  14. AvatarNico Meier

    @Ralf
    Du schreibst die Kurse könnten nicht weiterhin so steigen. Wie hoch ist denn deine Cashquote?
    Was läuft mit der Zwangsverdteigerung?

  15. AvatarMarco

    @Bruno solange die NKs eingesperrt bleiben habe ich auch keine Angst.Kein Mensch weiß wie die ticken.Selbst Putin sagt , ich zitiere, eher würden die Koreaner Gras fressen als Ihr Atomprogramm aufzugeben.
    Was mir Angst macht ist die Kettenreaktion. Und ich denke die werden wir noch erleben.Der sogenannte Handelskrieg hat nur mit NordKorea zu tun.
    Gruß marco

  16. Avatarchn

    @Chrissie, @Gernot:
    Das Problem ist, dass man als Angestellter nicht direkt davon profitiert, wenn man bessere Arbeit leistet oder effizienter wird, weil man als Angestellter pro Stunde bezahlt wird und halt monatlich das Gehalt bekommt. Das lohnt sich nur höchst indirekt – wenn überhaupt.
    Wenn man sein eigener Chef ist oder Freiberufler, wird man für konkrete Ergebnisse bezahlt und man verhandelt den Preis dafür. Arbeitet man effizienter, profitiert man unmittelbar davon durch mehr Freizeit oder einen höheren Stundensatz.

  17. AvatarAlbr

    @Gernot, ich habe ebenfalls E-Technik studiert…
    und verdiene sehr deutlich im 6-stelligen Bereich ! Ich habe nix geschenkt bekommen auch nicht über Vitamin B eine entsprechende Stelle bekommen 😉
    Engagement, bereit sein die Stelle zu wechseln, deutlicher Mehrwert für den Arbeitgeber, Konzentration, viel arbeiten usw… kann schon dazu führen dass es nach vorne geht 😉
    ich lege wert darauf, viel zu verdienen, da ich möglichst viel investieren möchte 😉
     
     
     

  18. AvatarChrissie

    @chn
    Da ist was dran. Leider habe ich zur Zeit noch nicht so richtig die Idee, wie man den Einsatz für sich selbst nutzen kann, z.B. nebenberuflich etwas aufbauen/schaffen.
    Der Einstieg in den Aktienmarkt ist gewissermaßen immerhin ein Schritt in die richtige Richtung.

  19. KievKiev

    @Chrissie, @Gernot
    Falls Ihr überdurchschnittliche Leistungen bringt und es nicht honoriert wird müsst Ihr Euch bei weiteren Firmen umsehen. Engagement wird nicht immer belohnt und dann muss man weiterziehen. Das zählt dann auch als Verlassen der Komfortzone.

  20. AvatarAlbr

    @Kiev, so siehts aus… der Arbeitgeber merkt auch, wenn man auf keinen Fall gehen will 😉
    ein AG wird einen AN halten wenn er es möchte 😉
     
     
     

  21. AvatarBruno

    @Kiev ja das ist eine coole Aktie, vom Preis her die Berkshire der Schweiz, das ist so eine Aktie die ich schon lange gerne hätte aber immer das Gefühl, dass sie zu teuer ist (rein optisch), die Aktie war schon über 80k. Und ja, mal eine HV wo sich lohn hinzugehen und sich so ein Köfferchen abzuholen 😀

  22. AvatarThorsten

    Die chinesischen Unterhändler haben seitenweise die entscheidenden Abschnitte ausgeschnitten, u.a. Diebstahl geistigen Eigentums, den Zwang join-ventures eingehen zum müssen. Während chinesische Firmen in den USA und Europa freie Hand haben werden ausländische Firmen in China drangsaliert und kontrolliert. Das hat mit Herrn Trump wohl weniger zu tun. Es geht um die Vorherrschaft im Bereich Technologie. 5G und so.
    https://www.n-tv.de/wirtschaft/Die-USA-und-China-verzocken-sich-article21014701.html

  23. AvatarChrissie

    @Kiev, Albr
    Leider sieht der Arbeitgeber das nicht immer, oder nicht immer bevor man gegangen ist. Zumindest war das bei mir so. Erst hinterher hat er gesagt, als sie noch da waren lief es besser.
    Bei Bürokräften fällt es vielleicht auch nicht so leicht auf, das man den Job auf verschiedenen Qualitätsleveln erledigen kann.
    Das mit dem Weiterziehen ist in der Tat mein Problem, da ich wegen meiner Eltern in eine kleinere Stadt zurückgezogen bin und auch selbst ein Alter habe, was inzwischen so ein gewisses Maß über den von vielen Arbeitgebern gewünschten 25 Jahren liegt. Und dass hier angeblich auf einen ausgeschriebenen Bürojob 300 Bewerbungen eingehen.
    Bald ist das Problem vielleicht eh hinfällig, da es dann für diese Jobs Roboter gibt. Dazu läuft gerade ein Beitrag auf 3Sat 🙂
     

  24. AvatarNico Meier

    Ich bin der Typ der Dinge die er anpackt richtig machen will. Dienst nach Vorschrift finde ich langweilig. Ich will immer neue Aufgaben um so meinrn Kompetenzbereich auszuweiten. Gewisse Kollegen witzeln jeweils über meinen Einsatz der nicht belohnt würde. Ich habe in den letzten Jahren aber gemerkt, dass mein Einsatz durchaus Früchte trägt. Ich erhalte mehr Sonderaufgaben werden diese gut erledigt gibts plötzlich Prämien die andere nicht erhalten, dies wird dann natürlich nicht an die grosse Glocke gehängt.
    Gewisse Kollegen beklagen sich auch ihre Löhne würden stagnieren es gäbe keine Lohnerhöhung ich habe in den letzten 10 Jahren jedes Jahr eine Erhöhung erhalten habe natürlich auch immer nach mehr Gehalt gefragt beim Gespräch.

  25. KievKiev

    @ Chrissie
    Gibt es nie ein Mitarbeitergespräch? Hier könntest Du nach neuen Herausforderungen fragen. Vielleicht gibt es für die Firma strategisch wichtige Bereiche in die Du vordringen kannst. Du kannst auch vorbereiten was Du alles machst. Das weiß Dein Vorgesetzter vielleicht wirklich nicht. Du musst die positiven Dinge schon rausstellen. Du kannst auch Verbesserungen ansprechen und nachfragen wie Du Dich noch verbessern kannst. Das passt gut zusammen mit Forderungen nach höherem Gehalt. Du musst irgendwas anbieten können und auch etwas Leisten möchten. 

  26. KievKiev

    @ Nico
    Ich bin gehaltstechnisch bereits in der Sättigung. Ich könnte nur noch Dinge anbieten, die ich nicht machen möchte.
    Ich habe auch einmal bei anderen Firmen nachgesehen. Das Gehalt ist in meiner Firma sehr gut. Es lohnt sich dennoch fokussiert zu arbeiten und etwas zu leisten. Ich habe wieder mehr Spaß bei der Arbeit, seit dem ich wieder mehr leiste. Es wird vermutlich nicht belohnt, aber das ist in Ordnung.

  27. AvatarNico Meier

    @Kiev
    Wenn man merkt, dass man gehaltstechnisch schon weit oben ist kann man sich damit ja auch zufrieden geben. Ich werde immer vollen Einsatz geben weil ich mich nur so wohlfühle. Ich mag keine halben Sachen es gibt genug menschen die 100% Lohn beziehen aber maximal  50% Leistung erbringen.

  28. AvatarChrissie

    @Nico Meier
    Das verstehe ich gut. Ich finde Dienst nach Vorschrift ebenfalls langweilig, ich will auch immer lernen und die Zusammenhänge verstehen, auch bei Sachen, die nicht direkt meinen Tätigkeitsbereich betreffen. Da wird dann gesagt, warum willst du das denn wissen, dafür gibt es doch die Hotline.
    Oder wenn ich einen Sachverhalt hinterfrage, heißt es, ich würde den dritten Schritt vor dem ersten machen – früher nannte man das einfach etwas zuende denken.
    Letztlich ist es für mich aber doch kein Selbstzweck, man möchte für den Einsatz auf lange Sicht auch etwas zurückbekommen.
    Ich denke daher inzwischen, meine überschüssige Energie ist in eigenen Projekten besser angelegt 🙂

  29. AvatarGainde

    Denke, dass es ganz auf das Jobprofil und das Unternehmen ankommt, ob sich Leistung auszahlt. Mir ist das Prinzip „Fordern und Fördern“ am liebsten. Leider war dies in meinen zwei letzten Unternehmen nicht der Fall. Besonders in Grossunternehmen macht die Mehrzahl nur Dienst nach Vorschrift. Dem ist auch nichts entgegenzuwenden, da ja keine Steigerung in jeglicher Art möglich. Man verdient schneller mehr wenn man den Job/Unternehmen wechselt., als in der Komfortzone versucht vorwärts zu kommen.

  30. AvatarChrissie

    @Nico Meier
    Nur um Missverständnissen vorzubeugen, ich werde immer noch 100% Leistung für 100% Lohn erbringen, aber die vergeblichen Mehrprozente nicht mehr. Du hast aber Recht mit den 50%, das kommt wohl häufig vor. Wenn ich mich bei uns so umsehe, wie viel Zeit da zB am Handy verdaddelt wird, einige legen das Ding nur noch minutenweise aus der Hand – ich hätte das als Chef vermutlich schon längst unterbunden. 
    @Kiev
    So eine Aufbereitung und ein Gespräch sind wahrscheinlich eine gute Idee, zumindest lohnt es den Versuch. Innerhalb unserer Abteilung habe ich eigentlich schon das komplexeste Projekt inne, Verbesserungsvorschläge habe ich auch einige gemacht, mal sehen, ob mir noch welche einfallen.
    Manchmal habe ich aber auch tatsächlich das Gefühl, dass sich „Zwischenchefs“ bzw. Teamleiter durch zu viel Ehrgeiz eher bedroht fühlen als dass sie den Einsatz zu schätzen wissen, auch wenn man nicht die geringste Absicht hat, an irgendwelchen Stühlen zu sägen.

  31. AvatarChrissie

    @Gainde
    Das man mehr verdient, wenn man öfter das Unternehmen wechselt, glaube ich auch. Der Prophet gilt nichts im eigenen Land. Loyalität wird gerne gesehen aber selten entlohnt.

  32. AvatarChrissie

    Ich habe bei Tims YouTube Video „Die Fehler der Privatanleger“ gelesen, eine der besten Aktien sei Monster Beverages. Hat die jemand von Euch?
    Die Kollegen trinken das dauernd und schauen dauernd Netflix.
    Ich müsste glaub ich da mal lernen, mein eigener Kontraindikator zu werden.
    Statt zu denken „wie kann man das Zeug dauernd trinken“ die Aktie kaufen. Statt zu denken „wie kann man noch mehr Geld für noch mehr Fernsehen ausgeben“ die Aktie kaufen. 
    Muss mal drauf achten, wann mir wieder so ein Gedanke kommt und dann gleich nachsehen, ob es zu dem jeweiligen Produkt eine Aktie gibt. Das könnte gewinnbringend werden 😉

  33. AvatarAlbr

    @Chrissie, klar mache ich ständig, ich habe/schaue kein Netflix, aber ich habe Aktien von denen, ich habe kein Prime, habe aber dennoch Amazon Aktien… Monster Beverages hab ich „leider“ nicht… würde das Zeug aber auch nicht trinken (auch kein Red Bull)…
     
     

  34. AvatarValueer

    Was das Thema China angeht macht Trump das Grundsätzliche strategisch meiner Sichtweise schon richtig, ob taktisch alles richtig läuft – keine Ahnung. Von der Art und Weise her bleibt er aber ein Rüpel.
    China schickt sich an die USA als Weltmacht abzulösen. Das können und werden  die USA nicht hinnehmen. Den Handelskonflikt sehe Ich vor diesem Hintergrund: Man versucht China zu schwächen und auf den 2ten Platz zu verweisen. 
    Ich denke nicht, dass Nordkorea ein wesentlicher Faktor ist. Wer Brzenzinski gelesen hat versteht, dass sowohl die USA aber vor allem Nordkorea die Spannungen zw. beiden Ländern benötigen (hört sich übel an, ist aber so). 
    @Tim: Wie ist die Sicht auf den USA/ Chinakonflikt in den USA? 
     
    Gruß
    Valueer

  35. AvatarEnrico

    Hallo TSM-Community, ich muss da doch einmal zwei Aussagen auseinander nehmen. „Viele haben aber keine Motivation, Außergewöhnliches zu leisten. Es wird vielfach nur nach Vorschrift gearbeitet. Laut einer Gallup-Umfrage leisten stolze 71 Prozent der Beschäftigten nur das Minimum auf der Arbeit. Sie wollen sich nicht anstrengen. Massenweise haben Menschen innerlich mit dem Job gekündigt.“Ich zähle zu den 71% und habe auch keine Motivation, für meinen Arbeitgeber mehr als das Nötige zu leisten. Ich würde mich aber gerne anstrengen und mein Wissen einbringen. Allerdings scheitert es auf Seiten des Arbeitgebers, wertschätzend und meine Leistung anerkennend zu agieren. Gehaltserhöhung: Nein, vielleicht im kommenden Jahr. Ein Danke? Noch nie gehört.
    … ich bin mir sehr sicher, dass ich damit nicht alleine bin.
    „Die hohen Gehälter werden nach Wissen, Können und Arbeitsleistung sowie dem Willen etwas zu schaffen gezahlt.“ Auch hier besteht ein Irrtum. Es geht einzig und alleine drum, im Bewerbungsverfahren zu gefallen und im späteren Berufsleben nicht aufzufallen. Was solls, wenn man es besser weiß, als sein Vorgesetzter, welcher quasi noch in der Steinzeit lebt … und das als Chef einer Softwarebude.
     
     

  36. AvatarHendrik Seiffert

    @Marco
    Die nordkoreanische Elite handelt sehr rational. Das Regime weiß, dass es in einem wiedervereinigten Korea keine Perspektive hat. Und Kim hat sicherlich aus Gadaffis Schicksal gelernt seine Asse nicht aus der Hand zu geben. 

  37. AvatarAlbr

    ja, Kim hat in der Schweiz in der Schule im Fach Geschichte gut aufgepasst, was mit der DDR und Honecker so passiert ist 😉
     
     

  38. AvatarChrissie

    @Albr
    “Klar, mache ich ständig“ 
    Werde ich mir jetzt auch echt angewöhnen 🙂
    “Ja, die 71% meinen immer, die anderen sind schuld“
    Wahrscheinlich meinen das nicht unbedingt alle, einige haben einfach wirklich echt andere Prioritäten als zu arbeiten. Aber weil viele meinen, die anderen sind Schuld, heißt es nicht, dass es nicht bei einigen auch tatsächlich so ist 😉
    @Enrico
    “… im späteren Berufsleben nicht aufzufallen“
    Scheint mir durchaus eine gute Methode. Diejenigen, die teilweise wirklich nie was sagen oder einbringen, haben faszinierenderweise oft ein erstaunlich gutes Standing.

  39. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Valueer

    Zu deiner Frage: „Wie ist die Sicht auf den USA/ Chinakonflikt in den USA?“

    Der Streit zwischen den beiden Supermächten ist gefährlich. Es ist nicht zu unterschätzen. Es kann die Weltwirtschaft lähmen, wenn sich der Konflikt verschärft. So ein Streit kann außer Kontrolle geraten. Aber hoffen wir das Beste.

    @ Bruno
    Haha. Deine Werbung für LVMH wird in diesem Blog kaum laufen. Die Leser sind hier sparsam und eifrige Aktiensammler.

  40. AvatarHendrik Seiffert

    @Tim 
    Kaum habe ich mal auf den Link geklickt wird mir Werbung auf instagram und Co geschaltet… ich finde es erstaunlich wie man so gesteuert werden kann. 
     

  41. AvatarThomas

    @Albr, was ist denn mit Honecker passiert? Gar nichts, den hat man nach Chile ausreisen lassen. Ebenso Oberverbrecher Stasichef Mielke ist glimpflich davon gekommen.
    Thomas

  42. AvatarGuido

    Ich war schon in über 30 Firmen tätig. Eine einzige davon lebte Mitarbeiterwertschätzung. Doch auch da wurden die Fleissigen nicht befördert.
    Selbständig werden war noch nie so einfach wie heute. Durchprobieren geht vor Nachdenken. Irgendwann findet man etwas, das passt und sich lohnt. An schlechten Tagen in der Firma kann man seine Gedanken in die Nebentätigkeit stecken.
    Dazu noch Rücklagen und die Angst verschwindet. Drogen braucht man auch keine mehr.
    Menschen möchten einen Sinn in dem sehen, was sie machen. Ignoranz führt zu Krankheit und Reue.

  43. Avatarchn

    Dass 71% Dienst nach Vorschrift machen, ist nicht verwunderlich. Es gibt psychologische Studien, die zeigen, dass Geld ein ziemlich schlechter Motivator ist. Im Gegenteil, Geld als Belohnung für geleistetes ist dazu geeignet, intrinsische Motivation nachhaltig zu zerstören. Die Arbeiten von Edward L. Deci (ein amerikanischer Psychologieprofessor) kann ich dazu empfehlen.
    Ist das nicht auch der eigentliche Grund, warum viele finanziell frei werden wollen?

  44. AvatarNico Meier

    Ich bin immer wieder erstaunt über gewisse Personen aus meinem Umfeld.
    Gestern hat mir ein Kollege erzählt er habe nun eine neue „Herausforderung“. Er hat mir dann erzählt sein Lohn/Gehalt würde bald nicht mehr ausreichen um die Wohnung zu bezahlen die er mit seiner Freundin bewohnen würde. Ich habe zuerst nicht verstanden wo genau das Problem liegt. Er hat mir dann erklärt, dass er und seine Freundin ja vor einem Jahr zusammen in eine grosse, neue, schöne Wohnung gezogen seien. Ich habe sie auch dort schon besucht aber hatte bisher keine Ahnung wie hoch die Miete dieses Palastes ist. Er meinte nur trocken, dass die Miete für die 160qm Wohnfläche verteilt auf 5 Zimmer mit modernster Kochinsel und einer 100qm Terrasse mit zwei Einstellplätzen 3’200 Franken Monatsmiete kosten würde. Beim Einzug habe er und seine Freundin gemeint das sei kein Problem da ja jeder die Hälfte beisteuern könne. Nun ist seine Freundin aber schwanger geworden und die beiden planen, dass sie ein Jahr mit dem Kleinen zu Hause bleiben wird. in der Schweiz gibts eine Muterschaftsversicherung die 80% des vorherigen Gehalts der Frau zahlt aber nur 14 Wochen danach gibts kein Geld mehr vom Staat.
    Er verdient mit 7’000 Brutto (84’000 im Jahr) nicht schlecht aber von diesen 7’000 brutto sind 6’000 netto ausbezahlt. Rund 1’000 muss er rechnen für Steuern bleiben also 5’000. Abzüglich Krankenkasse für Vater Mutter und Kind bleiben 4’000. Abzüglich Miete blieben dann zum Leben 800.- Wie bereits erwähnt haben sie zwei Autos daher auch die zwei Einstellplätze.  Sie haben noch keine Versicherungen bezahlt noch keinen Strom, noch kein Essen noch keine Windeln noch keine Kleider gekauft.
    Er hat mich dann gefragt wie er dieses Problem lösen soll. Sie wollten sehr gerne in dieser Wohnung bleiben meinte er.
     
     

  45. AvatarBruno

    @Nico Meier Das ist aber noch eine relativ günstige Wohnung für die Grösse und Ausstattung in der Schweiz, in Stadtnähe oder sogar Stadt undenkbar, da bekommt man dafür eine 08/15 4.5 Zi Wohnung (110m2) wenn überhaupt. Natürlich geht es anders aber nicht ohne Kompromisse.
    https://www.srf.ch/news/schweiz/schweizweiter-mietvergleich-alltag-in-genf-und-zuerich-4-5-zimmer-fuer-ueber-3000-franken
    Viele leben so wie in deinem Beispiel, immer am Limit, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert,  dann kommen die „Herausforderungen“.
    @Tim Klar doch war/ist ja auch nur Spass.
    @Hendrik Ja sind ausgeklügelte Werbemaschinen die laufen, es waren ja keine Affiliate-Links oder dergleichen, ich bin auch immer wieder erstaunt auch geräteunabhängig was Mr. Google & Co. so alles wissen und sammeln ist schon gewaltig.

  46. KievKiev

    @ chn
    Wenn ich meine Ausgaben alleine durch passive Einnahmen decken kann habe ich entsprechend viele Wahlmöglichkeiten. Da ich dennoch Kredite abzahlen muss und auch die Krankenkassenbeiträge sparen möchte, werde ich reduziert weiter arbeiten. Dies gibt auch Sicherheit für unvorhergesehenes.
    Der Hauptvorteil der finanziellen Freiheit ist für mich die Wahlmöglichkeit. Man kann natürlich vieles bereits vor der finanziellen Freiheit ändern, wagen und versuchen. Dauerhaft die Arbeitszeit zu reduzieren ist allerdings nur mit entsprechenden finanziellen Möglichkeiten möglich. In der 4 Tagewoche werde ich neben Freizeit und Familie auch etwas Zeit in persönliche Projekte stecken. Falls diese sich finanziell lohnen kann ich die Zeit ja weiter reduzieren. 
    Für mich ist der Posten Ausgaben auch eine Wahlmöglichkeit. Ich kann mit 1000€ im Monat leben oder mit 4000€. Es ist eine Frage der Prioritäten. Geld ist für mich nur noch ein Zahlenwert. Ich fände es interessant dies einmal umzukehren. So könnte ich z.B. Zeit in Arbeit gezielt investieren um meiner Familie beispielsweise einen 4 wöchigen Urlaub in den USA mit Camper zu ermöglichen. So eine Verknüpfung finde ich nicht verkehrt. Bei einem festen Gehalt ist dies aber irrelevant, da alles entkoppelt ist. außerdem wird man für die Zeit bezahlt und nicht immer für die Leistung. Das ist bei Selbstständigkeit anders. Daher gefällt mir diese auch so gut.

  47. AvatarRalf

    Meine Cashquote ist zu gering, vielleicht 10 Prozent. Das ist auch dem Umstand geschuldet, dass wir etliches Geld derzeit noch für ein Hausprojekt halten. Vielleicht klappt es ja doch noch. Ist aber finanziell wackelig, daher unsicher.

    Zwangsversteigerungen können Risiken aufweisen. Das von uns beobachtete Objekt hat ein Gerichts-Gutachten welches recht positiv ist. Wir müssen abwarten.

    Das die Gehälter in D im Angestelltenbereich eher mäßig sind, ist ja schon diskutiert worden. Die OECD mahnt regelmäßig höhere Löhne an. Mir hat ein Jobwechsel nicht mehr Geld gebracht, aber eine sinnvollere Arbeit und ein kürzerer Pendelweg. Echte Gehaltsteigerungen sind aber je nach Berufsgruppe schwierig. Ich bin seit Jahren im öffentlichen Dienst. Leider nur Angestellter aber doch ein sicherer Arbeitsplatz. Dafür sind die Gehälter eben eher mäßig. Man kann nicht alles haben.

  48. AvatarNico Meier

    @Ralf
    Mit höheren Löhnen und hohen Lohnstückkosten bleibt man nicht Exportweltmeister.

  49. AvatarChristian

    Tim, du hattest über Anna Sorokin berichtet, nun wurde das Urteil gesprochen: „Die deutsche Hochstaplerin Anna Sorokin ist in New York zu einer Haftstrafe von vier bis zwölf Jahren verurteilt worden. Das teilte das höchste Gericht des Bundesstaats New York am Donnerstag mit“ Quelle: FAZ

  50. AvatarNico Meier

    @Bruno
    Diese Wohnung ist nicht günstig weil sie im Aargau liegt und hier in der Region Zofingen, die an den Kanton Solothurn grenzt, da sind die Mieten eher günstig.
     

  51. AvatarTim Goupie

    @ Tim „Die Leute hier im Haus denken, dass ich arm bin. Sie schenken mir jede Menge Zeug.“
    Tim ich feier dich! Ich habe noch nie verstanden, warum sich Menschen durch (Edel-) Plunder profilieren wollen. Mit der Ansicht hab ich mich recht allein gefühlt. Jetzt habe ich deinen Blog entdeckt. Du sprichst mir aus der Seele.

  52. AvatarGainde

    Am schlimmsten sind die Unternehmen, die meinen tiefe Löhne und bürokratische Katastrophenprojekte durch Events, moderne Büroeinrichtung und irgendwelche Workshops und Kurse kompensieren zu können. Chief Happiness Officer und so 😉

  53. AvatarRalf

    Sich gegen seine eigene innere Überzeugung in einem bestimmten Beruf zu finden oder weil man finanzielle Belastungen hat, führt zu Problemen und Stress.

    Mir geht es seit dem beruflichen Wechsel besser, auch wenn es finanziell leider keine Verbesserung war. Verbesserungen der Kohle sind in meinem Ingenieurbereich schwieriger möglich (viele kleine Ingenieurbüros die schlechter zahlen, wenige große Player, viel öffentlicher Bereich) als in kaufmännischen Berufen oder im IT-Bereich (innovative Firmen, große Konzerne etc.).

    Die Gehälter oder eher die hohe Abgabenlast (insbesondere die Sozialabgaben wie Rente etc.) ist ein Problem. Die Sozialabgaben in Deutschland liegen spürbar höher als im Durchschnitt der Industrieländer. Tendenz steigend, auch weil viele mit durchgefüttert werden müssen die keinen Cent dazu beitragen. Und nun bröckeln offensichtlich die sprudelnden Steuereinnahmen.

  54. AvatarOliver

    Tim hat Recht, wenn die Reichen ihr Geld mit Vermietungen, Erbschaften, Kursanstiegen und Dividenden verdienen. Nur die Schlussfolgerung daraus, dass der Rest einfach nur zu doof ist, das nicht zu machen, muss für Leute mit weniger Einkommen wie Hohn klingen. Das ist doch gerade das Problem, dass man Einkünfte erzielen kann, für die man keinen Finger krümmen muss UND die auch noch weniger besteuert werden als aktive Arbeit.
    Die Löhne in D sind schon seit Jahrzehnten von der Produktivität entkoppelt. Real haben viele Arbeitnehmer daher deutlich weniger in der Tasche als noch vor 2 Jahrzehnten. Daher auch die Exportüberschüsse, die in einer gemeinsamen Währung einfach nicht gut sind und zudem gegen europäische Regeln verstoßen. Aber die schwarze Null muss stehen.
    Deutschland ist im Sparwahn, was sich auch auf die Infrastruktur und die Löhne auswirkt, denn die derzeitige Regierung ist der Wirtschaft hörig.
    Wie passt denn die Geschichte vom Fachkräftemangel zu Gernots Lebenslauf? Gar nicht, weil es ihn nämlich nicht gibt. Man hat einfach nur keinen Bock, einen teuren 50 jährigen Ingenieur einzustellen, weil der halt teuer ist. Dann lieber den Berufsanfänger, den man dann möglichst klein halten will.
    Lange Rede kurzer Sinn: die Gleichung Mehr (Arbeits-)Input = Mehr Output (Geld) stimmt so einfach immer seltener. Wenn dann noch die Rede davon ist, dass man halt flexibler sein muss, ist das aber auch nicht immer so einfach wenn Kinder da sind, kranke Eltern, oder der Lebensmittelpunkt ganz einfach ganz woanders ist. Da soll man dann einfach sagen, dann hast du halt Pech gehabt? Nein nein, ein wenig mehr Solidarität darf es geben, wenn man nen gescheiten Job macht.
    Bei uns hier im Geschäft hat sich eine Angestellte eine Pflegekraft aus Moldawien (die Polen sind mittlerweile zu teuer) kommen lassen, weil sie sich das Heim für sie nicht leisten kann. Das ist eine junge ca. 30 jährige Frau, sie spricht kein Deutsch, hat daheim 2 kleine Kinder und kommt nur, dass sie ein paar Kröten nach Hause schicken kann. Na dann ein Prost auf die Flexibilität… cheers… nach 3 Monaten darf/ bzw. muss sie wieder aus der EU ausreisen und die nächste kommt.
     

  55. AvatarAlbr

    @Oliver, das wir keinen Fachkräftemangel haben ist, hinreichend bekannt 😉
     
     

  56. AvatarThorsten

    @Guido
    Bin mir nicht sicher, ob ich auf 30 komme, aber zweistellig kann sein. Dann muss man aber mobil, flexibel sein usw.  Irgendwann ist eine Sättigung beim Gehalt, dann muss man entweder Dinge tun, die man nicht mag oder sich selbstständig machen. Ich habe letzteres gemacht. Die eigentliche Hürde war aus dem Hamsterrad zu springen, es ist so kuschelig und bequem.
    Die Unternehmen nehmen übrigens auch gerne junge Leute, weil sie Dinge tun ohne sie zu hinterfragen. Leistung gehört zum jungen Alter dazu, Ehrgeiz usw. Aber irgendwann treten ja andere Dinge im Leben in den Vordergrund : Partner, Kinder, Freizeit, die es bei einer Ehe mit der Arbeit kaum gibt. Neulich in der Volkshochschule ein Teilnehmer : „ich konnte nicht kommen, weil ich noch arbeiten musste“. „Oh, aber wenn du einen festen Termin hast, könntest Du doch schon gehen ?“. „Ja, aber die Arbeit macht so viel Spaß und das ganze Team war noch da und wir wollten etwas fertig machen“. Oh oh, da habe ich mich wiedererkannt.  Zum Glück ist das weit weit in der Vergangenheit. Ältere Semester verabschieden sich zum Feierabend und sind nicht langsamer, sie planen besser ohne sich der Burnouthitze auszusetzen.

    @Ralf
    „Dass die Gehälter in D im Angestelltenbereich eher mäßig sind, ist ja schon diskutiert worden. Die OECD mahnt regelmäßig höhere Löhne an“. Ich finde es klasse, dass Du an der Qualität der Arbeit drehst, wenn schon nicht mehr Gehalt rausspringt.

  57. AvatarJens

    Also irgendwie…
    Ich kauf alle drei Monate ETFs, fast bis auf den Tag genau. Und relativ zuverlässig sackt der Kurs eine Woche danach sehr deutlich ab. Vielleicht sollte ich meinen Rhythmus einfach eine Woche nach hinten verlegen.
    Zählt das dann schon als Markt-Timing? 😀

  58. AvatarRalf

    „Ich finde es klasse, dass Du an der Qualität der Arbeit drehst, wenn schon nicht mehr Gehalt rausspringt.“

    Bei dieser Arbeitsstelle ist dies in der Tat möglich. Durchaus eine gute Sache. Der Jugendwahn etlicher Firmen bleibt aber auch ein Thema (siehe Abfindungen SAP etc.). Im Prinzip geht es wie immer um die Kohle.

    Die goldenen Zeiten sind einfach vorbei. Es seit denn, man hat die richtige Branche. Im IT-Bereich geht sicherlich viel. Aber mit 40+ werden ja bereits die ersten langsam aussortiert, da wird es schwieriger mit Quereinstieg in diesem Alter.

    Vor allem die hohen Sozialabgaben sind so eine Sache. Man muss ja auch berücksichtigen, dass der Arbeitgeber ebenfalls noch entsprechend Sozialabgaben leistet.

  59. AvatarBruno

    Hört sich an wie am Stammtisch, und ja, früher war natürlich (wie in jeder Generation) alles viel besser 😉
     
    Ist mir (nicht nur heute) einfach zu viel Gejammer und Wehklagen, es hilft nicht weiter, vielleicht geht es einem kurz etwas besser wenn man mal wieder seinen ganzen Frust runtergeschrieben hat, aber es ändert sich nichts.
     
    Ich glaube es geht uns besser als den Meisten auf der Welt und doch sieht man häufig hängende Köpfe… woran das wohl liegen mag?
     
    Das einzige was hilft ist Selbsthilfe, alles andere kann man zwar einfordern, aber bringt wohl nix, die schlechte Politik, die bösen Arbeitgeber, der böse Vermieter, die Ausländer oder wer auch immer die Schuld am eigenen Schicksal haben soll.
     
    Das einzige was hilft um sein persönliches Schicksal positiv zu beeinflussen ist sich selbst zu ändern, vielleicht steckt man dadurch noch sein Umfeld an, wunderbar. 

  60. Avatar42sucht21

    @Oliver – UND die auch noch weniger besteuert werden als aktive Arbeit.
    Das ist gefühlt so aber nicht in der Realität.  Rechnen Sie mal nach, die Steuern sind prozentual ziemlich gleich oder sogar deutlich höher bei größeren Beträgen und man trägt unternehmerisches Verlustrisiko. Es werden allerdings keine Sozialabgaben fällig wie RentenV, PflegeV, KrankenV oder ArbeitslosenV fällig. Das macht den Unterschied. Aber möchten Sie auf Ihre Erbschaft, Aktiengewinne, Dividenden, Vermietungsgewinne Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge bezahlen? Warum nicht beim Kauf eines ToGo Kaffees anteilig auch Sozialabgaben fordern?

    @Real haben viele Arbeitnehmer daher deutlich weniger in der Tasche als vor 2 Jahrzehnten.
    Das ist gefühlt so aber nicht in der Realität.  Es wurde hier ja schon mehrfach mit Zahlen gezeigt, dass man für den Erwerb der meisten Güter immer kürzer arbeiten muss aber der Konsumanspruch sich verändert. (Ausnahmen natürlich vorhanden wie zB Wohnen)

    @ eine Pflegekraft aus Moldawien (die Polen sind mittlerweile zu teuer) kommen lassen, weil sie sich das Heim für sie nicht leisten kann.
    Da fängt das Problem ja an. Obwohl die Angestellte sich eine Kraft aus Polen sehr wohl leisten könnte (mit Einschränkung des eigenen Konsums / Vermögens) betreibt auch sie Sozialdumping und nimmt lieber jemanden aus Moldawien. Turbokapitalismus pur. Aber man schimpft auf die Reichen weil die das gleiche machen. Das Heim ’nicht leisten können‘ liegt daran, dass deutsche Angestellte im Heim auch angemessenen Lohn & Gehalt haben möchten und die Sozialabgaben ja schon so hoch sind, dass alle sich darüber aufregen – so wie Sie in Ihrem post.
    Sehen Sie nicht, dass Sie sich im Kreis drehen?

    @ Anna Sorokin
    das schlimmste ist, dass Sie 2021 nach DE abgeschoben werden wird (4 Jahre Haft absitzen, davon bereits 1.5 in Untersuchungshaft verbüsst). Fake it till you make it – bei manchen klappt das ja ganz gut. Bei ihr kanns noch klappen falls die Buch- und Filmrechte usw. einschlagen. Kontakte in die Society wird sie teils noch weiter haben.

    @Nordkorea
    Es ist eine kleine schwer reiche kriminelle Elite das ganze Land als Geisel hält. Für die Welt ist egal was passiert aber für die Bevölkerung ist es schlimm. Natürlich liegt Seoul / Samsung usw. in kurzer Entfernung zun den Raketen aber SK wird sicherlich eine bessere Art des Iron Dome besitzen und das Risiko ist gering.
    Ich halte die Thematik Schiiten / Sunniten bzw. Iran / Saudi-Arabien usw. für gewichtiger für die Welt.

    @richtiger Einsatz und Motivation im Hauptberuf
    wird sich auszahlen. Wenn der Arbeitgeber dies nach 2-3 jahren nicht erkannt hat, dann muss man entweder a) einen passenderen Arbeitgeber suchen oder b) seine eigene Selbsteinschätzung überprüfen. Vielleicht bin ich gar nicht so ein toller und wertvoller Arbeitnehmer wie ich denke und mein Teamleiter hat doch Ahnung wenn er meine Leistung als nicht so gut einstuft.

  61. AvatarRalf

    @Bruno: Bin eigentlich wie beschrieben zufrieden mit meinem neuen Arbeitsplatz. Wie so oft ist eben Kohle als Thema ein Dauerbrenner. Selbsthilfe ist hier je nach Branche eben nur bedingt möglich. Und Selbstständig liegt nun mal auch nicht jedem. Hatten wir aber auch schon das Thema, daher genug damit.

    @42sucht21: „wird sich auszahlen. Wenn der Arbeitgeber dies nach 2-3 jahren nicht erkannt hat, dann muss man entweder a) einen passenderen Arbeitgeber suchen oder b) seine eigene Selbsteinschätzung überprüfen.“

    Ja. Klappt aber nicht immer. Je nach Branche (öffentlicher Dienst) gibt es eben auch tarifliche Zwänge die auch der Arbeitgeber selbst bei bestem Willen nicht immer wegräumen kann. Dann gilt es abzuwägen. Ich habe den sicheren Arbeitsplatz gewählt. Trotzdem wäre mehr Gehalt eben super.

    Damit aber genug. Das Thema ist komplex und es gibt mehr als schwarz und weiß…

  62. AvatarNico Meier

    „Dann gilt es abzuwägen. Ich habe den sicheren Arbeitsplatz gewählt. Trotzdem wäre mehr Gehalt eben super. „
    @Ralf
     
    Wie kann man bewusst den sicheren Arbeitsplatz wählen im Wissen, dass die Bezahlung schlecht ist und danach sich beschweren über ebendiese angeblich schlechte Bezahlung?

  63. AvatarDaniel

    Die Gehälter oder eher die hohe Abgabenlast (insbesondere die Sozialabgaben wie Rente etc.) ist ein Problem. Die Sozialabgaben in Deutschland liegen spürbar höher als im Durchschnitt der Industrieländer. Tendenz steigend, auch weil viele mit durchgefüttert werden müssen die keinen Cent dazu beitragen. Und nun bröckeln offensichtlich die sprudelnden Steuereinnahmen.
    Umso unverständlicher ist für mich dass der Michel der ja dieses Lied der erdrückenden Steuerlast singt völlig regungslos bleibt wenn in aller Öffentlichkeit und nicht einmal durch die Hintertür die völlig verquere CO² Steuer diskutiert wird, die ein Fass ohne Boden ist, sowohl ökonomisch als erst Recht auch ökologisch fragwürdig ist und den Netto vom Brutto Betrag noch weiter reduziert. Und wie so oft in der Geschichte führt das zu einem Wohlstandsabbau und dort wo dieser Eintritt (siehe Schwellländer) ist es mit dem Umweltschutz auch nicht weit her. Nachhaltigkeit muss man sich leisten können.
     
    Das ist doch gerade das Problem, dass man Einkünfte erzielen kann, für die man keinen Finger krümmen muss UND die auch noch weniger besteuert werden als aktive Arbeit.
    Naja, keinen Finger krumm machen ist ein hartes Wort. Ich weiss nicht ob ich im Aufsichtsrat oder Mensch mit enormer Verantwortung und finanzieller Tragweite gerne meinem Job nachkommen würde oder ob ich da nicht doch lieber der kleinere Angestellte bleibe. Kapital an der Börse anzulegen ist auch eine Form der Arbeit bzw. Risikoaufnahme, ein Versicherungsverkäufer macht auch überspitzt formuliert keinen Finger krumm und erwirtschaftet Geld. 
    Die Besteuerung ist auch so ein Thema. Es ist zwar richtig dass wir zuviel Steuern zahlen und dafür zu schlechte Leistung erhalten, ich rate aber jedem mal den Blick auf seine Steuererklärung zu werfen, dort weisst das Finanzamt den persönlichen Steuersatz aus. Und da die meisten im Angestelltenverhältnis sind muss man schon 60.000€ und aufwärts verdienen um überhaupt die Abgeltungssteuer-Flat von ~25% zu überschreiten. Ich verdiene auch nicht schlecht in der IT und liege unter diesem Satz.
     
    @Oliver, das wir keinen Fachkräftemangel haben ist, hinreichend bekannt
    das kann aber nicht für alle Sparten gelten, wir haben in der IT bereits seit Monaten Stellen ausgeschrieben die nicht besetzt werden. Und da meine Freunde auch aus dem gleichen Sektor kommen und mir gleiches berichten behaupte ich, es trifft auf die IT definitiv zu dass wir einen Fachkräftemangel haben. Man kann natürlich darüber diskutieren ob die Firmen mit ihrer „wir bilden nicht mehr aus“ Nummer nicht zum Teil selbst daran schuld sind.
     
    Das Heim ’nicht leisten können‘ liegt daran, dass deutsche Angestellte im Heim auch angemessenen Lohn & Gehalt haben möchten und die Sozialabgaben ja schon so hoch sind, dass alle sich darüber aufregen – so wie Sie in Ihrem post.
    Ähm nein, es liegt daran dass der Angestellte im Heim sich den Rücken krumm buckelt und den Allerwertesten aufreist, dafür einen Hungerlohn erhält und die Heimbesitzer/Eigentümer mit zweistelligen Renditen vom Hof gehen. Meine Oma war selbst 3 Jahre mit höchster Pflegestufe im Heim und meine Mutter hat über 15 Jahre in 3 Pflegeheimen gearbeitet. Die Preise die dort für die Heimunterbringung bezahlt werden müssen sind für einen Normalverdiener schlicht nicht finanzierbar. Fast mittlere vierstellige Summen hat fast keine Familie oder gar ein Ehepaar übrig. Selbst wenn vorherige Vermögen angespart werden schmilzt dies unglaublich schnell weg. Meine Oma hatte sogar noch eine verhältnismäßig hervorragende Rente da ihr Mann verbeamtet war und auch Rücklagen gebildet wurden. Meine Eltern hätten sich das nie leisten können.

  64. AvatarRalf

    „Wie kann man bewusst den sicheren Arbeitsplatz wählen im Wissen, dass die Bezahlung schlecht ist und danach sich beschweren über ebendiese angeblich schlechte Bezahlung?2

    Warum?

    Wenn man familiäre Verpflichtungen hat und der neue Arbeitsplatz weniger pendeln und einen sicheren Job mit halbwegs geregelter Arbeitszeit bedeutet.

    Mit Familie sind solche Punkte eben auch nicht unwichtig. Und in unserer Region fährt man mitunter sehr weit für hochbezahlte Jobs. Als Single keine Problem. Mit schulpflichtigen Kindern schon eher wenn man nicht ständig umziehen will.

  65. Avatar42sucht21

    @Daniel – Heimkosten
    Die kompletten Heimkosten -auch in nicht-Luxus-Heimen- sind für Privatmenschen nicht bezahlbar. Umso mehr verwundert mich, dass Arbeitnehmer über die Kosten der Sozialabgaben u.a. für die PflV klagen.

    Angestellte im Heim bekommen wirklich nicht wahnsinnig viel Gehalt. (Hungerlohn würde ich es nicht nennen, vielleicht wenn ich wie Sie auch in der IT wäre.) Das Problem ist, dass Arbeitskraft in DE so teuer ist. Wenn ein Handwerkergeselle die Stunde 80€ plus MwSt. kostet (davon aber selber nur knapp über ML abbekommt) dann kann man sich ausrechnen, wie teuer arbeitsintensive manuelle Pflege in einem Pflegeheim ist.

    Wenn Pflegeheimbesitzer wirklich lächelnd mit 20% Gewinn vom Hof gehen, warum gibt es dann in DE noch lange Wartezeiten auf freie Heimplätze?

  66. AvatarRalf

    @Pflegefall: Dafür gibt es ja z.B. Pflegetagegeldversicherungen. Wir haben das abgeschlossen, kostet uns jeweils 10-15 € monatlich bei ausreichender Absicherungshöhe. Steigt halt alle paar Jahre wegen Anpassung von Kostensteigerungen einige Euro an. Dafür müssen die Kids und Ersparnisse nicht so herhalten

  67. AvatarDer andere Daniel

    @Bruno – zum Thema früher war alles besser und Eigenverantwortlichkeit
    Im Prinzip gebe ich dir recht und als Selbstständiger lebe ich auch so, dass ich niemandem die Schuld gebe und stets eigenverantwortlich handle.
    Doch ich bin der Meinung, dass genau darin ein Unterschied zu früher herrscht, der die Menschen heute unglücklicher und gestresster macht. Früher gab es noch mehr Gemeinsinn und die Menschen haben sich stärker mit Gruppen identifiziert und darin Halt gefunden. Man war also Arbeiter, SPD-Wähler, Gewerkschaftsmitglied, Kirchengemeindemitglied, usw. – ein Leben lang. Heute sind die Menschen so individualisiert, dass niemand mehr zu einer Gruppe dazugehört. Zudem ist jeder für den „Erfolg“ im Leben selbst verantwortlich und bei Ausbleiben auch selbst schuld. Es ist doch einfach sich gesund zu ernähren, durchtrainiert zu sein, finanziell erfolgreich, gut aussehend, gebildet, usw. Jeder der das nicht gebacken bekommt ist ein Loser, weil er zu schwach ist. Die Menschen stehen unter einem enormen Druck. Wer scheitert, findet sich in der Grundsicherung wieder, darf bei der Tafel anstehen. Mein Opa war einfacher Arbeiter. Er hat sich niemals große Gedanken um die Zukunft gemacht. Musste er auch nicht, da sich in seinem Leben nicht viel verändert hat und von aussen alles geregelt war – 45 Jahre fast die gleiche Tätigkeit im gleichen Betrieb, danach staatliche Rente. Fertig. 
    Obwohl es mir in jeder Hinsicht gut geht und ich fast keine Angst vor der Zukunft haben brauche, denke manchmal: „Fuck, was mache ich denn in 10, 20, 30 Jahren? Wenn ich bis morgen nicht Millionär werde, wird alles ganz schlimm enden.“ Das sind natürlich keine rationalen Gedanken und auch etwas überspitzt formuliert. Aber mit diesem seltsamen Gefühl bin ich wohl nicht alleine, auch wenn der Lebensstandard heute viel höher als früher ist.

  68. AvatarBruno

    @der andere Daniel
    „Zudem ist jeder für den „Erfolg“ im Leben selbst verantwortlich und bei Ausbleiben auch selbst schuld“
    Ich gebe Dir Recht und ich habe auch nie den oben markierten Satz von Dir gesagt. Selbstverständlich hat nicht jeder dieselben Möglichkeiten, jeder Mensch ist anders, jeder hat andere Bedürfnisse, Möglichkeiten, Voraussetzungen. 
     
    Was ich gesagt habe, es hilft nicht, wenn man ins Jammertal versinkt und sich in die Opferrolle begibt, es hilft wirklich niemandem. Was ich damit sagen wollte, egal wie gut oder schlecht es einem geht, man kann krank werden, kann auch mal Pech haben, das Schicksal trifft einen etc. etc. aber das einzige was hilft, wenn man selbst versucht, sich da raus zu begeben und das Beste aus der Situation macht. Und JA, dann kann man auch anderen helfen, was insbesondere auch wieder glücklich macht, ich bin kein Freund des absoluten Egoismus, aber zuerst muss man bei sich beginnen. Du kannst nicht für andere da sein im Positiven, wenn es Dir selbst hundsmiserabel geht.
     
    Aber ich habe nie gesagt es ist einfach oder jeder kann Multimillionär werden in x Jahren oder solchen Mist wie man das immer wieder liest und hört, aber man kann doch versuchen, aus seiner individuellen und persönlichen Situation, das Beste rauszuholen.

  69. AvatarDanielKA

    @ Ralf: ein Vorteil hat es, beim Handelskrieg bzw. Konjunkturrückgang werden die Immopreise wieder zurückgehen und der ein oder andere Handwerksbetrieb wird ebenfalls wieder zugänglicher bei Aufträgen und macht kein Abwehrangebot mehr. Mit deinem Beamtenjob bist du dann der König 😉 warte noch 1-2 Jahre dann stellst du dir die Bude hin.
    Audi kappt eine ganze Führungsebene, Thyssen heute mit der Meldung 6.000 Jobs fallen weg, Steuerschätzung etc. langsam geht es los.

  70. AvatarGainde

    Wie gehen eigentlich Schweizer Anleger mit Währungsrisiken um? Lohnt es sich in globale ETF oder US/GB Aktien zu investieren? Die Schwankungen und Verluste sind teils beachtlich. Teilweise wird ganz von Auslandinvestments abgeraten und Hedging kostet viel.

  71. AvatarNico Meier

    „Früher war alles besser“?
    Immer wieder wird behauptet Früher sei alles besser gewesen.
    Wenn ich den Erzählungen von älteren Menschen lausche so höre ich immer wieder von Arbeitswochen von mehr als 60 Stunden.
    Von Fabrikarbeiter die aufgrund ihres Hungerlohns nach den 10 Stunden in der Fabrik zu Hause noch Vieh gehalten und einen grossen Garten unterhalten haben und zwar nicht zum spass sondern nur um die Familie mit Essen und Kleidern zu versorgen. Fleisch gabs einmal in der Woche und dann war es Zunge, Leber, Herz oder Speck, weil die teuren Stücke der Tiere verkauft werden mussten.
    Wer kann da ernsthaft behaupten Früher sei es besser gewesen?
     
     

  72. AvatarBruno

    @Gainde
    Ich hedge nie eine Währung, und Währungsrisiken sind auch Chancen, sicherlich sehr langfristig war es bisher unvorteilhaft, wenn man grosse Positionen in USD gehalten hat, trotzdem ist der US-Aktienmarkt der Beste und Grösste. Aber es gibt auch einige CH-Aktien, die zwar in CHF gehandelt werden, aber in USD bilanzieren, da hast Du dieselben Probleme. Ich denke seit der letzten Finanzkrise sind alle grossen Währungen etwa im selben Topf, der CHF ist auch nicht mehr die starke Währung wie früher SNB sei Dank 😉
    Natürlich gibt oder gab es Phasen wo es sehr ärgerlich war z.B. als die SNB die 1.20 Grenze gelöst hat, aber Hedges lohnen sich m.M. nach nicht langfristig, und kurz-/mittelfristig wäre es ja dann eine Währungsspekulation.

  73. AvatarDer andere Daniel

    @Bruno
    Ich hatte ja geschrieben, dass ich dir prinzipiell zustimme. Und mit meinem Kommentar wollte ich dir auch keine Worte in den Mund legen, die du nicht gesagt hast. Es war vielmehr eine Art Analyse warum die Menschen heute klagen, obwohl es ihnen objektiv besser geht als früheren Generationen. Und ich denke, dass die Vereinsamung – „du bist alleine auf dieser Welt und für alles alleine verantwortlich, jammer nicht, tu was, ändere dein Denken, ändere dein Handeln“ – einen Teil dazu beiträgt. Früher gab es halt homogenere Gruppen. Und wenn im Leben etwas schief lief, war man sich in der Gruppe einig wer daran die Schuld trägt: eine andere Gruppe. Und dann hat man gemeinsam gekämpft. Heute kämpft jeder alleine. Für die Starken geht das in Ordnung, die Schwachen bleiben zurück.

  74. AvatarGainde

    @ Bruno
    Gute Argumente. Stimme dir zu, dass Hedging langfristig wegen den Kosten auf das gleiche Ergebnis kommt. Hältst du vorwiegend Schweizer Titel? Bei einem globalen ETF ist man ja nur mit 3% dabei.

  75. AvatarBruno

    @Gainde
    Nein, aber ich habe vielleicht 25% CH-Titel, also schon einen gewissen home-bias aber nicht übertrieben. Dafür habe ich (das restliche) Europa untergewichtet.
     
    Aber das nicht primär wegen der Währung, sicher ein Effekt, aber ich kenne die Firmen hier einfach schon lange und besser als z.B. deutsche Firmen. Nicht zuletzt auch weil ich dann Leute kenne, die bei diesen Firmen arbeiten oder teils sogar Kunden sind. Das gibt immer auch einen zusätzlichen Blick auf eine Firma.

  76. AvatarGainde

    @ Bruno
    Wenn man bedenkt, dass Leute ein Unternehmen gründen oder ein Haus kaufen, dann sind auch 100% Schweizer Titel immer noch diversifizierter 😉

  77. AvatarBruno

    @Gainde Insbesondere sind viele Schweizer Titel auch Weltmarktführer oder sehr global tätig, man kauft also nicht nur den CH Binnenmarkt. Aber eigentlich sollte man ja gerade das Gegenteil machen, wenn man in einem Land arbeitet, dort wohnt (evtl. Eigenheim), dort Sozialleistungen bezahlt etc. dann hat man schon genug Abhängigkeiten. 
    Dass der Schweiz dasselbe droht wie Japan, abgekapselt also dass USA/Europa/Asien brummt und die Schweiz absäuft, halte ich für eher unwahrscheinlich, ausser man trifft sehr viele Fehlentscheide in Serie. 
    Heute hängt alles viel mehr zusammen und die Aktienmärkte sind stark gekoppelt. Von daher ist geografische Diversifikation sicherlich nicht mehr extrem wichtig, insbesondere bei Konzernen, die eh weltweit tätig sind. Wenn man Nestlé, Novartis & Co. hat, dann sind die primär von der Weltwirtschaft abhängig und nicht von der CH Wirtschaft.

  78. AvatarNobbi

    Naja manchmal bin ich ein wenig ungläubig, wenn ich sehe wieviele hier schon fast permanent chatten, aber dann Mega Leistungen bringen.
    Aber ausschließen möchte ich es nicht.

  79. AvatarNobbi

    @Gainde: Ich faktorisiere halt die Schreibzeit, die ich zum mitchatten benötigen würde. Da ich schon Stunden brauche um mitzulesen. Liegt vielleicht auch an meiner Lesekompetenz. 😉

  80. AvatarBruno

    @Nobbi
    ich „investiere“ ca. 3x wöchentlich 15-20 Minuten hier, bin aber sonst nirgendwo aktiv, kein Social Media, keine News oder dergleichen. Hab mir schon sehr früh schnellschreiben beigebracht, schreibe schneller als ich rede 😉
    Und lesen tue ich nicht alles nur überfliegen, von daher eine Frage der Organisation 😉

  81. AvatarNobbi

    Kommt gebt es einfach zu! Ich hab euch auf frischer Tat ertappt. 😉 
     
    Ich lese hier auch nur mehrere Stunden an den Tagen, die mit „G“ enden und Mittwogs. Vielleicht arbeite ich in Chrissies Abteilung und Sie sieht mir immer dabei zu, wie ich hart finanziell frei werde.

  82. AvatarChrissie

    @Thorsten
    Die jungen kennen keinen Feierabend und die älteren bekommen keinen Burnout?
    Vielleicht ist das im technischen Bereich so, wenn man in der Tat zusammen an einem gemeinsamen Projekt arbeitet.
    Ich habe heute jedenfalls wieder die halb so alten Kollegen beneidet, die kein Gewissensproblem damit haben, 30% der Zeit zu verquasseln, 30% am Handy zu sitzen und sich die restlichen 30% zu beschweren, sie hätten aber auch dauernd so schwierige Sachen zu bearbeiten.
     
    Um meine Nerven zu beruhigen habe ich dann wenigstens ab und zu zu Nobbi rübergeschaut 🙂

  83. AvatarMicha

    @Daniel
    […] ich rate aber jedem mal den Blick auf seine Steuererklärung zu werfen, dort weisst das Finanzamt den persönlichen Steuersatz aus. Und da die meisten im Angestelltenverhältnis sind muss man schon 60.000€ und aufwärts verdienen um überhaupt die Abgeltungssteuer-Flat von ~25% zu überschreiten. Ich verdiene auch nicht schlecht in der IT und liege unter diesem Satz.
    Das stimmt so aber nicht! Schaue Dir bitte mal, den Unterschied zwischen Durchschnitts- und Grenzsteuersatz an:
    http://www.sozialpolitik-aktuell.de/tl_files/sozialpolitik-aktuell/_Politikfelder/Finanzierung/Datensammlung/PDF-Dateien/abbIII21a.pdf
    Du würdest ab einem zu versteuernden Einkommen von 55.961€ den übersteigenden Betrag mit 42% versteuern müssen. Das ist weit über dem 25%-igem Abgeltungssteuersatz (ja, mir ist bekannt, dass Dividenden aus schon unternehmensseitig versteuertem Gewinn stammen (sollten), sodass im Prinzip eine Doppelbesteuerung vorliegt).

  84. Avatar42sucht21

    @Micha
    Die Betrachtung einzelner Euros in der Gesamtsumme leuchtet mir nicht ein. Der Euro 55.961 ist ja kein anderer Euro als z.B. der Euro 13.688. Mann muss doch die Gesamtquote betrachten. (BTW: Es gibt Einkommensteuererklärungen und Rückerstattung bei der Steuer. Die würden in ihrer Argumentation dann ja gerade die höchsten Einkommenseuros zu 0% Steuer-Euros machen.)

    Arbeitseinkommen: 55.961€
    = in Klasse 1 ca. 20% Steuer (inkl. Steuerrückerstattung: 2019 in Steuerklasse 1: Lohnsteuer ca: 10.730 und Soli ca: 590 und Kirchensteuer ca: 860)
    Mit ca. 80.000€ Arbeitseinkommen dann gesamt ca. bei 26% Steuerquote.

    Dividendeneinkommen (außerhalb des Freibetrags):
    = egal welche Klasse: 27,81% – 27,99% Steuer (BW oder anderes BL). Und richtig, DIVs werden davor bereits im Unternehmen an dem ich beteiligt bin nochmals besteuert. Das wird zwar erwähnt aber eigentlich von allen irgendwie nicht richtig anerkannt.
    Mit 801€ Freibetrag wäre  bei 10.000€ DIV-Einkommen dann 25,59% Steuerquote.

  85. AvatarJUn

    In den  USA ist auch nicht alles „Gold was glänzt “ ! Haben auch nur knapp über 50 % der arbeitenden Bevölkerung eine Rentenabsicherung durch Aktien, Fonds etc. Die andere Hälfte  schaut im Alter in den Mond !! Ganz zu schweigen vom Konsumverhalten, Kreditkartenverschuldung pro Haushalt, knapp 9000 $ !! Da ist alles eine Hausnummer größer, negativ gemeint !!!

  86. AvatarMicha

    @Daniel, @42sucht21
    Ich hatte falsch gedacht und dabei statt an Zuverdienst durch Kapitalerträge an andere Erträge gedacht, obwohl ich auch „Abgeltungssteuersatz“ geschrieben hatte.

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