Die Nachrichten überschlagen sich. Der Tod von Khamenei, fallende Bomben im Nahen Osten und die ständige Angst, dass der Iran als Reaktion die Straße von Hormuz dichtmacht, ein wichtiger Seewege für Öl und andere Güter. Israel und die USA schwächen den Iran abermals mit einem zweiten Bombenteppich und rufen die Bevölkerung zum Umsturz des schrecklichen Regimes in Teheran auf. Hoffen wir, dass sich dieser Krieg nicht auf Nachbarländer ausweitet und unkontrollierbar wird.
Viele machen sich jetzt große Sorgen. Es ist absolut verständlich, dass diese schrecklichen Bilder und die geopolitischen Beben Ängste auslösen – auch um das eigene Ersparte. Die Frage, die viele umtreibt, lautet: Was soll ich tun? Wie positioniere ich mich für 2026 und 2027?
Meine Antwort darauf ist im Prinzip immer die gleiche: Schalte den Fernseher aus und bleibe stur investiert. Makroökonomische und politische Vorhersagen sind für uns Privatanleger reine Zeitverschwendung. Weder ich noch die hochbezahlten Analysten an der Wall Street wissen verlässlich, wie sich der Konflikt in den nächsten Wochen entwickelt oder wo der Ölpreis Ende 2026 stehen wird.
Was passiert mit dem Ölpreis?
Ja, das Risiko ist real: Wenn die Straße von Hormus – eines der wichtigsten Nadelöhre für den weltweiten Ölhandel – blockiert wird, dürfte der Ölpreis kurzfristig massiv nach oben schießen. Das tut vermutlich meinen Ölwerten gut, etwa Chevron oder Exxon Mobil.
Das würde die Börsen weltweit zittern lassen. Höhere Energiekosten treiben die Inflation, drücken die Margen vieler Unternehmen und schüren Ängste vor einer Rezession. Kurzfristig könnten Öl-Multis davon profitieren, während energieintensive Industrien leiden. Aber wer jetzt anfängt, sein Depot hektisch auf „Krisenmodus“ umzubauen, Öl-Aktien zu jagen und seine Kerninvestments aus Panik zu verkaufen, verbrennt meistens nur Geld. Hin und Her macht Taschen leer. Du zahlst nämlich jedes Mal unnötig Steuern und Transaktionskosten. Und kannst das Timing eh nicht hin bekommen. Es ist ein Traum, den dir dubiose Verkäufer erzählen, dass dies möglich sei.
Was wir wissen? Die Weltwirtschaft passt sich an Schocks an. Das haben wir beim Ölpreisschock in den 1970er Jahren gesehen und auch bei den jüngsten Energiekrise. Aber es kann manchmal dauern. Großartige Unternehmen finden Wege, mit höheren Kosten umzugehen und diese an die Kunden weiterzugeben.
Deine Strategie für 2026, 2027 und darüber hinaus
Wie solltest Du Dich als Aktionär jetzt positionieren? Am besten gar nicht neu. Wer ein solides Depot aus hervorragenden Unternehmen oder breit gestreuten Welt-ETFs hat, muss genau null Entscheidungen treffen.
Hier sind die Grundregeln, die gerade jetzt wichtig sind:
- Sitzfleisch beweisen: Krisen kommen und gehen. Die Geschichte der Börse ist voll von Kriegen, Pandemien, politischen Morden und Katastrophen. Jede Woche passiert irgendwas Schreckliches. Trotzdem hat sich der Aktienmarkt langfristig immer erholt und neue Höchststände erreicht. Denke in Jahrzehnten, nicht in Monaten.
- Sparpläne stur weiterlaufen lassen: Wenn die Angst an der Börse grassiert und die Kurse tatsächlich fallen sollten, ist das für langfristige Anleger eine hervorragende Nachricht. Du kaufst mit Deinen monatlichen Raten einfach mehr Anteile für das gleiche Geld. Das ist der Treibstoff für Deinen Zinseszins. Oder wenn jetzt die Airlines besonders stark sinken, kaufe hier mutig zu. Vielleicht eine Lufthnsa? Ich besitze die deutsche Airline nicht, aber ich finde sie super spannend gerade in der gegenwärtigen Krise.
- Kein Market-Timing: Versuch nicht, clever zu sein. Verkaufe nicht heute in der Hoffnung, nach einem vermeintlichen Crash billiger einzusteigen. Niemand klingelt, wenn der Tiefpunkt erreicht ist. Charlie Munger und Warren Buffett sagen immer wieder: Ignoriere das Rauschen der Weltpolitik.
- Fokus auf das Kontrollierbare:i Du kannst den Nahen Osten nicht befrieden und den Ölpreis nicht steuern. Was Du steuern kannst, sind Deine Ausgaben. Drossele Deinen Konsum, halte Deine Schulden bei null und schraube Deine Sparquote nach oben. Vielleicht füllst du deinen Tank auf, bevor der Spritpreis in die Höhe schießt.
Bleib entspannt! Lass dich von den Schreckensmeldungen nicht aus der Ruhe bringen. Kümmere dich um deinen Job. Nutze die KI – so oft wie möglich, ich habe dazu mit BX Swiss gesprochen. Geh mit deiner Familie und Freunden in die Natur – spazieren. Die Börse belohnt am Ende immer die Geduldigen und bestraft die Hektiker. Nimm ein schönes Buch zur Hand. Ich fahre gern mit dem Bus in unser Berghaus. Und relaxe dort in der Natur.
So bist du „sicher“ vor Krieg und Chaos
Eine simple Strategie ist es:
- Dein Kern-Depot: Lege den Löwenanteil stur in einem breit gestreuten Welt-ETF (wie dem MSCI World oder FTSE All-World). Oder Du hast ein Sammelsurium aus vielen verschiedenen Aktien und Fonds!
- Deine Sparquote: Das ist die wichtigste Zahl für Deinen langfristigen Vermögensaufbau! Versuche einen hohen Prozentsatz Deines monatlichen Nettoeinkommens, völlig automatisiert in Deine Sparpläne zu stecken? Meine Sparquote war meist über 50%, wobei ich, um ganz ehrlich zu sein, auch eine verschwenderische Phase hatte. Niemand macht immer alles perfekt. Fehler gehören auch im zwischenmenschlichen Bereich dazu.
- Dein Notgroschen: Hast Du genug Cash auf dem Tagesgeldkonto (etwa 3 bis 6 Monatsausgaben), um unerwartete Rechnungen bezahlen zu können, ohne im schlimmsten Fall Aktien in einer Krise mit Verlust verkaufen zu müssen?
Denk immer daran: Ein gutes Depot ist wie ein Stück Seife. Je mehr man es anfasst, desto weniger wird es. Nach einem Setup versuche, einfach gar nicht mehr einzugreifen. Es ist ein alter Wein, je länger er lagert, desto wertvoller wird er. Mach es wie Warren Buffett.
Auch Senioren rate ich zum Welt-ETF. Wo willst du sonst dein Geld investieren? Die Börse bietet dir langfristig die höchsten Rendite. Denk an deine Familie, Nachkommen bzw. den guten Zweck, wo dein Geld nach deinem Tod hin soll. Es bringt nichts, dein hart Erspartes auf einem Girokonto oder Sparbuch versauern zu lassen. Auch ist eine teure Versicherung oder Bausparvertrag meiner Meinung nach nicht das Gelbe vom Ei. Die Inflation und Gebühren werden dein Geld auffressen. Dazu gibt es ein super Buch von Charles Ellis (Affiliate), gerade was die Anlagestrategie von Rentnern angeht. Ich habe den Experten schon mehrmals in New York getroffen. Und alles, was er mir bei einem Mittagessen erklärt hat, leuchtet ein.