Passive Fonds gehen weg wie warme Semmeln. Aktive Fonds kommen aus der Mode. Tabakaktien im Sinkflug


New York, 26. Mai 2019

Du kannst dein Depot so wie Warren Buffett, George Soros oder Hedgefondsguru David Tepper zusammenstellen. Oder nach deinem eigenen Gusto. Tepper kann übrigens seit 1993 auf eine jährliche Performance von 25% zurückblicken, er ist einer der besten aktiven Manager. Sein Hedegfonds heißt Appaloosa Management.

Die meisten Anleger haben indes kein Interesse mehr daran, auf aktive Manager zu setzen. Mittlerweile ist die Hälfte des US-Aktienfondsvermögens in Indexfonds investiert. Die Verschiebung findet seit 2006 statt. Seitdem fließt jedes Jahr mehr Geld aus aktiven in passive Fonds. Anleger erkennen, dass hochbezahlte Geldverwalter nur selten in der Lage sind, breite Benchmarks zu übertreffen. David Tepper und Warren Buffett sind eine große Ausnahme.

Im vergangenen Monat flossen mehr als 39 Milliarden Dollar in passive US-Aktienfonds, verglichen mit 22 Milliarden Dollar für ihre aktiven Gegenstücke. 

Privatanleger haben genauso wie die Profis Probleme, die Benchmark/Indizes zu übertreffen. Die meisten scheitern und schneiden schlechter als der S&P 500 oder DAX ab. Manchmal denkt man, dass man eine Erfolgsaktie gefunden hat. Und nach dem Einstieg ist man enttäuscht. Der Wind dreht, der Markt ändert sich, ein Skandal erschüttert das Unternehmen….

Lange Zeit galten die Tabakriesen Philip Morris und Altria Group als Dauerläufer. Beide Aktien haben massiv korrigiert.

Die Tabakanbieter töten im Prinzip ihre eigenen Kunden, wenn man es ernst nimmt. Die nächste Generation will keinen Tabak mehr. Die Konzerne versuchen nun, Leute mit E-Zigaretten zu ködern, sie erhöhen den Nikotingehalt, um sie süchtig zu machen.

Gibt es eigentlich gute Aussichten für ein Unternehmen, deren Produkte den Endverbraucher krank machen? Auch wenn sie die Kunden bis zum Grab melken können, so haben sie trübe Perspektiven. Zumal die Regulierung weltweit strikter wird.

Den Tabak-Riesen schwimmen die Felle davon. Das kann man auch daran erkennen, weil sie nun in Marihuana oder Marken wie Juul massiv investieren. Sie brauchen neue Märkte. Bislang stimmt noch ihre Dividende. Aber das kann sich ändern.

So sieht der Philip Morris Chart aus:

Wer kauft Sündenaktien wie Tabak oder Waffen? Oder hast du moralische Bedenken?


tim schaefer (Author)

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thoughts on “Passive Fonds gehen weg wie warme Semmeln. Aktive Fonds kommen aus der Mode. Tabakaktien im Sinkflug

  1. AvatarA.

    Ich sehe Tabak aus der Mode gekommen. Zwar steigt der Konsum noch in den Schwellenländern, aber mit steigendem Wohlstand wird sich das dort irgendwann bestimmt auch ändern.

    Gewissensbisse hätte ich hier nicht. Wurde keiner gezwungen zu rauchen. Es gibt auch mit Unilever, McDonald’s, Nestlé usw. genug Aktien aus dem Konsumbereich, da brauche ich die beiden nicht.

    Gruß

    A.

  2. AvatarBruno

    Aktive Fonds haben es nicht einfach, bei durchschnittlichen Kosten von 1.5 -2% müssen sie den Index schon mal um diesen Satz schlagen, um breakeven zu sein. Dazu sind sie den nervösen und emotionalen Anlegerschaft ausgeliefert, wenn in/nach einem Crash die Leute ihre Anteile verkaufen, muss der Fonds das auch und umgekehrt. Von daher sind mit Beteiligungsgesellschaften lieber, da haben die Manager mehr Flexibilität.

    Auf Waffen und Tabakaktien verzichte ich, es gibt genug Aktien, die genauso wenn nicht besser rentieren, ich mag auch modernere, zukunftsgerichtetere Branchen mehr. Würde aber auch niemandem Vorwürfe machen, je nach Sichtweise findet man fast in jeder Gesellschaft ethisch problematische Bereiche, muss jeder selber beurteilen was für ihn passt. Bei mir fallen die 2 Branchen auch raus da ich mich dort überhaupt nicht auskenne.

  3. AvatarFrank

    Ich halte die Altria seit ca. 20 Jahren und habe schon mehr Dividenden kassiert, als ich damals für die Aktien ausgegeben habe.

    In dieser Zeit sind Tabakaktien schon gefühlt 20 mal niedergeschrieben worden, Milliardenstrafen für „Tabakopfer“ von diesen Pseudogerichten in USA zuerkannt worden, alle wieder kassiert von Berufsrichtern.

    Ich werde  MO halten, schon alleine wegen der Steuerfreiheit. Hätte ich noch keine Tabakaktien würde ich jetzt zugreifen.

    Wer raucht, weiß was er tut, Waffen können unschuldige Menschen erschießen oder Menschen vor anderen beschützen. Ich hätte da keine Hemmungen, bei Minen sieht das schon wieder anders aus.

  4. AvatarNico Meier

    Habe schon BATS und werde auch weiter nachkaufen. Die Gewinne fliessen zuverlässig da die Menschheit  hauptsächlich in den Tigerstaaten und der dritten Welt wächst wird die Anzahl der Raucher weiter wachsen.

  5. AvatarRalf

    Ich finde Altria als Beimischung im Depot gar nicht schlecht und habe kein Problem damit.

    Tabak verliert an Bedeutung aber die Alternativen werden für weitere Sucht sorgen. Das Bevölkerungswachstum besonders in der dritten Welt könnte neues Potential bringen.

    Aktive Fonds machen künftig wohl eher Sinn, wenn man auf spezielle Märkte oder Branchen setzen will.

  6. AvatarHilda

    MO und BAT habe ich schon sehr lange im Depot. Wenn die Kurse etwas fallen   sollten, werde ich weiter gestaffelt nachkaufen. MO hat die Dividende immer wieder erhöht. Um ihre Zukunft mache ich mir keine Sorgen; wenn es hart auf hart kommt, werden sie sich schon andere Geschäftsfelder erschließen. Geld haben sie ja genug. Und Bedenken hinsichtlich der sogenannten Sünderaktien habe ich keine, wozu auch, es wird ja niemand gezwungen zu rauchen.

    Hilda

  7. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    Für mich persönlich kommen Tabak und Waffen nicht in Frage. Aber da bin ich kein Moralist. Schlußendlich hat fast jede Firma/Branche irgendwo Dreck am Stecken. Muß jeder für sich selbst entscheiden.

    Die ETF-Dinger finde ich eine ganz ausgezeichnete Sache, um für die Kinder den Vermögensaufbau einzuleiten. Warum sollte ich ihnen bestimmte Titel vorschreiben? Wenn sie pfiffig sind, stocken sie die Anteile dann später selbstständig auf. Da sollten nach 65 Jahren schöne Ergebnisse heraus kommen.

    @ Tim

    Ich finde deine regelmäßig wiederkehrenden Beiträge zu den üblichen Themen in keinster Weise langweilig. Es wird so viel Müll in die Welt posaunt, da sind deine Mantren ein wertvolles Gegengewicht. Deine Worte formen unsere Wahrnehmung und Gedanken, welche unsere Handlungen formen. Finde ich klasse!

    Dazu die ausgezeichneten Kommentare hier von einem Haufen Leser (kann gar nicht alle aufzählen) – das ist Gold wert auf unserem Kurs. Die Nörgler und Mauler ignoriere ich.

    Wenn ich keine Modelleisenbahnen mag, verirre ich mich nicht auf Modelleisenbahnblogs, um den Liebhabern dort zu erklären, dass ich Modelleisenbahnen furchtbar doof finde. Was soll der Quatsch?

    @ Peter

    3M habe ich mir vor kurzem auch gegönnt. Vielleicht sind sie noch zu teuer, aber wann kommt man hier schon günstig herein? Der aktuelle Abschlag reicht mir. Habe ich bei C&D im Juni 2018 auch so gehandhabt. Nächste Woche gönne ich mir mal wieder Anteile von Alphabet, dazu eine zweite Ladung Blackrock. Schon fein, das Einsammeln und Hamstern von Unternehmen.

    @ Mattoc

    „Bei einem ETF hat man dieses Problem nicht, die jeweils erfolgreichen Firmen steigen in der Gewichtung auf, die Nieten fliegen raus, egal welche industriellen und gesellschaftlichen Veränderungen kommen.“

    Im Prinzip hast du recht. Ich will dir gar nicht widersprechen, sondern nur für eine kleinen Denkanstoß sorgen.

    Mein Portfolio aus einigen dutzend Aktien vollzieht einen sehr ähnlichen Prozess. Die erfolgreichen Firmen (Pflanzen) nehmen einen immer stärkeren Anteil in meinem Depot (Garten) ein, während die Nieten anteilsmäßig auf marginale Größen zusammenschrumpfen (und ich mich auch nicht schämen würde, diese Nieten einfach zu verkaufen, wenn das Geschäftsmodell hinüber ist, was wohl der Grund für diesen Abstieg wäre).

    Da ich stur und stetig weiter investiere, werde ich – wie ein ETF – auch immer mal neue erfolgreiche Unternehmen (Branchen) aufnehmen. Wer weiß schon, welche das in 20 Jahren sein werden?

    Du siehst, einen großen Unterschied zwischen Einzeltitel- und ETF-Portfolio kann ich in diesem Punkt gar nicht ausmachen. Ja, der ETF ist gemütlicher. Aber immer mal wieder Aktien von Topunternehmen einzusammeln ist nun auch keine Raketenwissenschaft.

    Und es werden heute schon Titel dabei sein, die in 20 Jahren herausragende Ergebnisse erzielt haben werden, egal welche industriellen und gesellschaftlichen Veränderungen kommen werden.

    Ich suche nicht die Nadel im Heuhaufen, aber den ganzen Haufen brauche ich auch nicht. Ein kleines Eckchen reicht mir schon.

    Alles Gute!

  8. Avatar-M

    @Frank

    So ähnlich sehe ich es mit Bayer…. da rumpelt es gerade, aber die berufsrichter entscheiden dann hoffentlich anders bzw die Strafen fallen gewaltig niedriger aus. Bayer wird ja ähnlich schon fast totgesagt.

    BP damals ebenso … gegessen wird meist nicht so heiß wie gekocht.

     

    -M

  9. AvatarDaniel

    Ich habe BAT und bin damit sehr zufrieden. Ich bin absoluter Nichtraucher. Die BAT-Dividende ist das einzige Gute am Rauchen….;-)

    nebenbei muss man bei Wikipedia einfach nur die mal die afrikanischen und asiatischen Staaten eingeben. Die dort fast überall prognostizierte Steigerung der Bevölkerungszahlen lässt mich ruhig schlafen was die Zukunft von Tabakaktien betrifft.

  10. ManniBManniB

    Habe noch keine Tabakaktien, aber sie stehen auf meiner Kaufen-Liste (BAT, PM, Altria)

  11. AvatarThorsten

    Heute ist mir SOHO,A1T9NK, Sotherly Hotels in den Einkaufswagen gesprungen. Solider Reit 7% Rendite.  Firmiert unter Hilton.
    https://sotherlyhotels.com/

    Tabka ? Ich haben Universal :schäm:

    Auch andere Produkte können krank machen , Stichwort Zucker. Aber Nikotin und Teer in die Lungen saugen, das toppt wohl alles.

  12. AvatarJamirael

    Tabakaktien kaufen, also Miteigentümer dieser skrupelosen Giftindustrie werden nur weil ich mir einen guten Deal versprechen würde ?

    Auf keinen Fall.

    Die Tabakindustrie animiert weltweit Menschen gezielt durch Werbekampagnen zum Rauchen und macht dabei nicht einmal vor Kindern halt.

    In meinen Augen sind die Aktionäre mitverantwortlich für das Handeln ihres Unternehmens.

    Ich hoffe darauf, dass die Gesetzgebung weltweit immer schärfer wird und die Tabakindustrie weiter den Bach runtergeht.

     

     

  13. Avatarwindsurfer

    @Tim: wie ist nun deine Sichtweise auf die Tabakaktien? Vor ein paar Wochen hast du noch eine Lobeshymne auf die Tabakkonzerne geschrieben (overperformance seit Jahrzehnten).

    Ich bin Nichtraucher und habe ein paar Altria im Depot.

    grüsse

    windsurfer

  14. Avatar42sucht21

    @Jamirael – Aktionäre mitverantwortlich für das Handeln ihres Unternehmens.

    Deswegen habe ich keine VW Aktien. Sschswinkerschmeili

    (OK, OK der ist etwas lahm und das Thema zu ernst, aber nach der Vorlage musste ich einfach…)

  15. AvatarJamirael

    @42sucht21

    Okay, ich habe ein bißchen zu dick aufgetragen mit dem Satz.

    Mich hats einfach gestört, dass es vielen hier egal zu sein scheint, dass das Unternehmen, dessen Aktien sie kaufen, mitverantwortlich dafür ist, dass viele Kinder dieser Welt zum Rauchen verführt werden.

    Wobei, egal ist es ihnen ja nichtmal, sie freuen sich sogar über neue abhängige Konsumenten, die das Gift ihrer Unternehmen inhalieren.

     
    Wahrscheinlich sind sie dann auch erfreut über neue Werbekampagnen der Tabakindustrie, die den Menschen suggerieren, wie cool und toll doch das Rauchen ist, mehr Raucher mehr Rendite.

    Ich schreibe heute zum diesem Thema besser nichts mehr..

  16. AvatarLangweiliger Langfristiger

    Philip Morris ist die erfolgreichste Aktie aller originalen S&P Aktien von 1957. Durchschnittliche Rendite inkl. Dividenden pro Jahr von 19.56%. Wer 1,000 Dollar investierte machte bis heute um die 30 Millionen daraus.

    Von Tabakunternehmen wurde schon oft behauptet, das sei jetzt ihr Ende weil Weltverbesserer sie auf Kieker hatten. Das selbe gilt fuer Oelkonzerne und andere.

  17. Avatar42sucht21

    @Jamirael

    Ich kanns gut verstehen, wenn jemand sich darüber Gedanken macht und für sich da irgendwo eine Linie zieht. Ich kann auch gut verstehen, wenn achselzuckend auf den nicht-Einfluss einzelner (Nach-IPO) Kleinstaktionäre verwiesen und dafür auf die Verantwortung der Konsumenten & Politiker gezeigt wird. Ob nun Big-Tabak, Big-Banken, Big-Rüstung, Big-Fleischfastfood, Big-Pharma, Big-Biotech, Big-Billigkleidung, Big-Oil… wann, wo & wie zu beanstanden ist, das beantwortet halt auch jeder sehr unterschiedlich für sich selbst.

  18. AvatarBruno

    @Jamirael

    Halt eben etwas widersprüchlich da redet man von Verantwortung der Aktionäre und dann wenn es ums eigene Portemonnaie geht, dann schauts halt wieder anders aus.

    Die Frage ist effektiv, wo man persönlich seine Grenzen zieht. Es gibt sicherlich auch Leute, die kennen keine Grenze, die würden auch Aktien von harten Drogenhändlern (Heroin & Co.), Prostitution/Menschenhandel oder Privatarmeen mit Kindersoldaten oder anderen lukrativen Branchen im Depot landen.

    Wenn man ein Aktienkauf nur als rein finanzielle Sache sieht, mag das ja passen. Aber ich finde deine Haltung, dass man als Aktionär mitverantwortlich ist, eine gute Grundeinstellung als Aktionär. Man ist faktisch Mitinhaber der Firma, und somit auch verantwortlich. Ich finde diese Sichtweise auch gut, wenn man sich für ein Unternehmen entscheidet, so wie das Warren Buffett auch tut. Völlig egal ob man dann nur 1/Mio der Firma besitzt oder ein 2stelliger Prozentanteil.

    Insbesondere da man ja genug Optionen hat, niemand der ein ordentliches Depot besitzt ist auf solche Titel angewiesen.

     

  19. PeterPeter

    @Jamirael

    Gute Einstellung. Das ist einer der Vorteil von uns privaten Anlegern mit Einzelaktien. Wir können aktiv Werte (ab)wählen. Bayer/Monsanto kommt mir zu keinem Preis mehr ins Depot.

    Aber die Grenze zu ziehen, ist schwierig. Die meisten Nahrungsmittel/Getränke Hersteller haben Dreck am stecken, wenn man mit der ethisch moralischen Brille draufschaut.

     

  20. AvatarGhost

    Wo ist der Unterschied zwischen einer Aktie eines Drogenhaendlers imVergleich zu einer Aktie aus Amerika der eine verkauft Drogen da werden eben einige abhängig und die liebe Usa marschiert in verschiedene Länder nimmt sich dort was sie will natuerlich komplett friedlich dabei kommt ueberhaupt niemand ums Leben, es ist eben nicht so, dass sie mit Hilfe der Cia verschiedene Kriege hervorgerufen hat. Nachdem vor kurzem einige Akten freigestellt wurden.

     

    NEIN, Zigaretten bringen Menschen um, Drogen sind auch schlimm, nur eben wir alle haben in der Schule gelernt Usa ist doch toll und unsere Bundesregierung hat bestimmt keine Abkommen mit anderen Ländern, wo Waffen irgendwo verkauft werden, bestimmt.

     

     

    Ich glaube der eine oder andere lebt einfach in einem schoenen Sauerstoffzelt wo eben alles rosa ist…..

     

    Ich bekomme hier keine Zustimmumg, die brauche ich auch nicht…nur eben von mir kommt kein Geschwaetz:“ ja die anderen sind ja viel schlimmer“ leider können es die wenigsten.

     

    JEDER der irgendeine Aktie hält, auch ich ist dafuer mitverantwortlich dass irgendwo was kaputgeht oder ein anderer eben einen Preis dafuer zahlt.

     

    Es ist ebem immer am leichtesteb zu sagen „na die anderen sind schuld“

    Wenn man an der echten Realität vorbei lebt, wird man immer was man selbst macht für richtig halten…..

  21. AvatarKater

    Der Deutsche und sein Schuldkomplex.

     

    Was tät‘ er nur ohne ihn? Sein treuer Begleiter auf allen Wegen.

  22. AvatarDominik

    Hi, ich vermisse hier die Diskussion zur aktuellen Europawahl. Was denkt ihr welche Auswirkungen das Ergebnis der Wahl mittel- bis langfristig auf den europäischen Aktienmarkt hat.

    Europäische Aktien sind in letzter Zeit nicht sonderlich gut gelaufen. Ich bin erst seit gut einem Jahr in Aktien und ETFs investiert und besitze noch keine europäische Einzelaktie(n). Ich möchte jetzt kein Market-Timing betreiben, aber mein Gefühl sagt mir, dass ich zurzeit die Finger von europäischen Aktien lassen sollte. Was denkt ihr?

  23. AvatarErfolgsmachine

    Mit der ethischen oder moralischen Brille sollte man kein Unternehmen bewerten. Natürlich kann man einzelne Firmen meiden, bei denen man nicht dahinter stehen kann, jedoch sollte das nicht das Hauptkriterium sein.

     

  24. AvatarIngolf

    Ich hoffe, dass es für die Besitzer der ETF-Anteile (ETFs schießen ja wie Pilze aus dem Boden) kein böses Erwachen geben wird. Wer weiß schon genau, was sich WIRKLICH im entsprechenden ETF befindet? Erlaubt sind „Swap-Geschäfte“, so dass der Emittent nicht alle Werte (Aktien) halten muss, die sich im ETF befinden müssten. Gut, es gibt hier Vorschriften, doch wem kann man vertrauen, siehe den Auslöser der Finanzkrise 2008.

    Privat meide ich nicht zuletzt deshalb ETFs und setze auf eine gute Mischung aus ca. 30 Einzelaktien von starken Unternehmen, deren Aktienkurs von links unten nach rechts oben läuft- und das seit vielen Jahrzehnten. Man betrachte Aktien wie McDonald’s, Coca Cola, Church & Dwight als Beispiele (und auch eine Altria, am besten den Chart vor der Aufspaltung in Philip Morris und Altria…).

    Zugegeben, diese Strategie ist langweilig und sehr simpel. Doch mitunter kann das Einfache dem Komplizierten überlegen sein.

    Einen weiteren Nachteil der ETF-Flut sehe ich darin, dass unterm Strich alle Index-Mitglieder des entsprechenden Index durch die undifferenziert zufließenden Mittel gleichmäßig nach oben (oder unten) getrieben werden, da in jede Aktie dieselbe Summe fließt. Die ohnehin bereits bestehenden Ungleichgewichte (Wichtung der einzelnen Index-Mitglieder) werden verstärkt. Die Performance des Index wird am Ende von wenigen Index-Mitgliedern „produziert“. Und was, wenn genau deren Kurse massiv einzubrechen beginnen? Bis sie den Index verlassen müssten und durch andere ersetzt würden, dürfte es einige Jahre dauern.

    Alles in allem sehe ich die ETF-Flut als neue Gefahr für den Fall einer „ordentlichen neuen Welt-Finanzkrise“, was auch immer diese auslösen könnte. Ob dann alle Swaps und für den Laien undurchsichtigen Geschäfte, die einzelne ETF-Anbieter offensichtlich tätigen, so easy aufgelöst werden können, um die ETF-Besitzer „alle auf einmal“ auszahlen zu können, sollten jene mehrheitlich in Verkaufspanik verfallen, bleibt es abzuwarten.

  25. AvatarRalf

    „Hi, ich vermisse hier die Diskussion zur aktuellen Europawahl. Was denkt ihr welche Auswirkungen das Ergebnis der Wahl mittel- bis langfristig auf den europäischen Aktienmarkt hat.“

    Wenig Auswirkungen. Es wird politisch weitgehend weitergewurschtelt wie bisher. Die Zeche werden wie üblich die arbeitende Mittelschicht und tendenziell künftig vermehrt auch Anleger über zusätzliche Steuern zahlen.

    Und die Gesellschaft, wenn man die künftig vermehrt zu erwartenden Migrationsströme aufgrund von Bevölkerungswachstum, Kriegen und evtl. Klimaeinflüsse nicht wirksam aufhalten kann.

  26. AvatarBruno

    @Erfolgsmaschine

    Zumindest die Meidung von illegalen Unternehmen lohnt sich, wer sich rechtzeitig von Bayer getrennt hat hat seine Position nicht halbiert, bei einigen Banken in Europa sieht es noch viel düsterer aus, eine Mrd-Klage nach der andern. Ob alle Klagen berechtigt sind, ist eine andere Sache. Recht und gerecht sind auch 2 Dinge. Man muss aber nicht jeden Dreck kaufen und kann trotzdem ordentliche Renditen einstecken.

    Ich habe zudem auch mehr Spass an „sauberen“ Firmen, wobei man natürlich fast überall etwas finden kann, aber ich denke da an sehr innovative zukunftsgerichtete Unternehmen.

    Aber ich will damit kein Moralapostel spielen, schlussendlich muss jeder selber entscheiden was ihm gefällt und was eher nicht.

    Für mich ist das auch nur ein Nebenkriterium, resp. einfach ein Ausschlusskriterium für einige Branchen, die ich gar nicht beachte.

  27. AvatarPerpetuum Mobile

    Bitte kann man mir auch nur eine ethische volljungfräuliche Aktiengesellschaft auf dieser Erde nennen? In der Schule habe ich gelernt, dass das kapitalische System zum Scheitern verurteilt ist und von der Sowjetunion lernen heisst Siegen lernen!

  28. Avatar42sucht21

    @Dominik – Finden Sie den Widerspruch:

    „{will} kein Market-Timing betreiben, aber mein Gefühl sagt mir zurzeit {nicht kaufen}“

    Bei welchem Wahlausgang hätten Sie denn ein besseres Gefühl für den Kauf europäischer Einzeltitel? Ich persönlich würde Ihnen raten beim Investieren deutlich laaangfristiger zu denken als nur bis zur nächsten Wahl. Sie sind ja kein Politiker.

  29. AvatarNico Meier

    Liebe Weltverbesserer nennt mir 10 Aktien von Unternehmen die in euren Augen sauber sind. Freiwillige vor!

  30. AvatarManuel

    Eine wäre sicherlich ein Kandidat

    Waste Management….:P

    Nee Spaß. Jede hat denk ich, Dreck am Stecken

  31. AvatarNico Meier

    Es gibt Firmen die gute Produkte herstellen, bei denen man plötzlich merkt, dass sie gesundheitsschädlich sind. Als Beispiel sehe ich hier Eternit aus Asbestfasern oder die Geschichte mit Nestle, welches wegen dem angeblich giftigen Milchpulver in  Afrika an den Pranger gestellt worden sind. Hat sich dann rausgestellt, dass nicht das Milchpulver sondern das Wasser mit welchem das Milchpulver angerührt worden war giftig war.

    Die meisten Kleider, die wir besitzen werden in Asien unter widrigsten Bedingungen hergestellt. Unsere Kleider sind unter anderem so günstig weil diese Menschen im Elend leben da sie zu einem Hungerlohn arbeiten.

    Unsere Smartphones enthalten seltene Erden die unter miesen Bedingungen aus dem Boden geholt werden.

    Unser Kaffee kommt von Plantage auf denen Kinder arbeiten.

     

  32. AvatarBruno

    „Jede hat denk ich, Dreck am Stecken“

    „Liebe Weltverbesserer nennt mir 10 Aktien von Unternehmen die in euren Augen sauber sind. Freiwillige vor!“

    Das ist die übliche Polemik, man zieht alles ins Lächerliche, klopft sich noch auf die Schulter und gut ist.

    Man kann natürlich aus jeder Firma etwas schlechtes konstruieren, aber es ist schon ein Unterschied ob man ein Waffenhersteller oder Tabakproduzent oder z.B. Bayer unterstützt oder eben Firmen wie Microsoft, Google, Netflix, diverse Telecom-Firmen, Geberit, Schindler etc. etc.

    Natürlich kann man kommen oooh da ist mal jemand in einem Schindler-Lift eingeklemmt worden oder jemand hat sich den Fuss verstaucht weil ein Geberit-Klo heruntergefallen ist, aber das ist dann wirklich Zynismus.

    Beispielsweise Microsoft und Google beweisen auch, dass man gute Performance mit sehr guten Löhnen verbinden kann, es ist also nicht alles was rentiert Sklaverei. Natürlich kann man auch bei diesen Firmen etwas finden, wo einem nicht passt, aber der Unterschied zu einleitend erwähnten Firmen sollte ersichtlich sein ausser man blendet absichtlich aus.

     

  33. AvatarChrissie

    Eigentlich darf man dann auch keine Aktien von Lebensmittelherstellern oder Getränkeproduzenten kaufen.

    Tabak muss man nicht konsumieren. Zu „meiner Zeit“ gab es viel mehr Tabakwerbung als heute (Marlboroman lässt grüßen und geht mit dem HB Männchen zusammen an die Decke), dennoch habe ich nach zwei Wochen Peer Pressure-induziertem inhalierlosen Rauchen, wovon mir dennoch die Augen tränten, im zarten Alter von 13 Jahren das zweifelhafte Vergnügen wieder aufgegeben und beschlossen, wer mich nur mit Fluppe cool findet kann mir gestohlen bleiben.

    Bei Lebensmitteln ist das anders, denn essen muss man. Die Industrie mischt immer mehr und immer schlechtere Zuckersorten sowie Billigfette in ihre Produkte und fixt die Konsumenten durch den süßen Geschmack an. Der viel gehypte Fruchtzucker ist dabei letztlich schädlicher als der „böse“ Industriezucker, da Fruktose nur über die Leber abgebaut wird.

    Die Politik hat soweit ich weiß die Begrenzung der Verwendung billigen High Fructose Corn Syrups aufgehoben, sodass sich die Qualität der Lebensmittel wohl eher noch weiter verschlechtern wird.

    Habe vor kurzem einen Bericht gesehen, wonach sich die Anzahl Diabetes 2 erkrankter Kinder und Jugendlicher in den letzten Jahren verfünffacht haben soll. Das war früher eine Erkrankung älterer Menschen.

    Werbung für Süßigkeiten ist seltsamerweise nicht verboten.

  34. AvatarSparta

    @Ingolf

    Versuche doch mal auf Deinem Blog die richtige Msci World Rendite von 2014 anzugeben…

    Danach kannst Du ja die nächsten Denkfehler in Angriff nehmen.

  35. AvatarBruno

    @Chrissie

    Ja, wobei die Industrie das auch erkannt hat und zumindest Ansätze von Gegensteuer zeigt, natürlich noch etwas träge.

    Ich habe auch kritisierte Unternehmen im Depot z.B. Amazon, aber die haben z.B. Whole Foods unter ihrem Dach, die gesunde Lebensmittel vertreiben.

    Auch Versicherungen sind nicht so böse, wie man immer sagt.

    Ich zähle mich ja auch zu den Kapitalisten und bin sehr liberal und freiheitsliebend, trotzdem muss man jetzt nicht zwingend eine Lockheed oder Bayer im Depot halten.

    Gegen Starbucks habe ich jetzt auch keine Argumente, sie haben nachhaltigen und fairen Kaffee, der kaum von Kindern gepflückt wird, ansonsten wären sie schon längst im Fokus, solche Grosskonzerne haben enorm viele Hasser die sehr genau hinschauen. Natürlich findet man auch bei dieser Firma extrem viel Kritik, alleine schon die Pappbecher.

    Aber eben, es gibt da schon gewaltige Unterschiede zwischen den ganz Bösen und den etwas weniger Bösen 😉

  36. AvatarBruno

    @Ingolf

    Alle reden allen nach, aber die Begründungen sind doch etwas fragil. ETF’s haben am Gesamtmarkt um die 5%, also was daran eine Lawine auslösen soll… Sicherlich werden ETF’s von kurzfristigen Spekulanten verwendet, aber auch das ist nicht übertrieben im Gegensatz zu Derivaten.

    Natürlich kann es zu verstärkenden Bewegungen kommen im Fall es Crashes, aber das ist nur problematisch wer dann aus Angst verkauft. Mehr Volatilität ist für einen langfristigen Investor kein Problem.

    Und wenn ich dann Leute wie Dirk Müller & Co. höre die erzählen ETF’s werden das nächste Lehman  und die Leute verlieren wegen Swaps all ihre Ersparnisse muss ich echt den Kopf schütteln über deren Kenntnisstand.

    Ich wette ja wenig oder eher gar nicht, aber dass ETF’s die nächste Finanzkrise NICHT auslösen da würde ich schon etwas drauf wetten.

  37. PeterPeter

    @Bruno

    Danke, das hat mich herzlich zum Lachen gebracht.

    Merke: Selbst Waffenschieber/Drogenbosse nutzen Geberit-Kloschüsseln oder Schindler-Fahrstühle:-)

    Bei dem Thema kann es gar keinen Konsens geben, da es eine sehr individuelle Defintion ist, was man als moralisch ok oder eben nicht einstuft.

    Deshalb kann man auch jedem der 10 genannten Werte, zig Gegenargumente gegenüberstellen.

    Ich (!) investiere nur in Werte, von denen ich überzeugt bin und dazu zählen auch gewisse moralische Kriterien.

  38. AvatarJoerg Fischer

    @Ingolf

    vollkommen richtig,  mit den besten Einzelaktien kannst Du den Weltindex schlagen.  Wer gibt sich schon mit der Marktrendite zufrieden?  Mach das so. Ist auch nicht so gefährlich, da Du ja genau weißt was Du kaufst.

  39. AvatarChrissie

    @Bruno

    Du hast Recht, es gibt Unterschiede zwischen den ganz Bösen und den weniger Bösen 🙂

    Vermutlich hat jeder seine persönliche Betrachtungsweise und daraus resultierende eigene „Logik“ der Be- oder Verurteilung.

    Bei mir sind die Tabakproduzenten nicht so böse, weil inzwischen jeder weiß, dass das Zeug ungesund ist, und zumindest am Anfang ist das Rauchen eine freiwillige Entscheidung. (Diese „Logik“ ließe sich natürlich auch auf Drogenproduzenten anwenden, wenn sie an die Börse könnten. Die würde ich dennoch nicht kaufen. Bin da wohl inkonsequent 😉 )

    Die Lebensmittel-Industrie lobt ungesunde Produkte jedoch als wertvoll aus und belügt die Konsumenten. Erschreckend viele Menschen fallen auf diese falschen Werbeversprechen herein und haben später mit den gesundheitlichen Konsequenzen zu kämpfen. Besonders schlimm finde ich, wenn Eltern ihre Kinder mit dem Billigkram ernähren. Hier ärgert mich am Meisten, wie wenig die Politik den Konsumenten unterstützt; dass die Hersteller ihre Produkte positiv bewerben wollen ist in jeder Branche gleich. Den ein oder anderen Hersteller würde ich dennoch kaufen, bisher habe ich noch keinen, bin ja aber auch noch nicht so lange am Investieren.

    Monsanto und somit Bayer würde ich nicht kaufen, denn meiner Meinung nach ist Hybrid-Monokultur mit entsprechenden Hochleistungsdüngemitteln, Herbiziden und Pestiziden einer der sichersten Wege den Erdboden und die Biodiversität zu ruinieren, ganz zu schweigen davon, dass durch das Hybrid Saatgut mit den darauf abgestimmten Chemieprodukten der Bauer in die Abhängigkeit des Nachkaufens gebracht wird. Ich kann mich da eher für die (nicht börsennotierten) Robin Hoods der Retter alter Saatgutsorten begeistern 🙂

     

  40. AvatarNico Meier

    Es gibt mehrere Dolumentationen zum Thema Cacao oder Kaffee der von Kindern geerntet wird. Und ja beim Cacao war man unangemeldet auf einer fairtrade Plantage und auch dort arbeiteten Kinder.

  41. AvatarNico Meier

    Ich bin froh hatten die Aliierten Waffen als sie gelandet sind in Europa um uns von Hitler zu befreien.

  42. AvatarSparta

    @Chrissie

    „Bei mir sind die Tabakproduzenten nicht so böse, weil inzwischen jeder weiß, dass das Zeug ungesund ist, und zumindest am Anfang ist das Rauchen eine freiwillige Entscheidung“.

    Dann google mal Afrika & Big Tobacco.

    Aufklärung in Diktaturen ist nicht so erwünscht.

  43. AvatarJamirael

    Hauptsache die Rendite stimmt ?

    Aus der Frankfurter Rundschau :
    In Afrika hat Big Tobacco noch das Sagen
    In manchen Regionen des Landes (Nigeria) hängen bereits ein Viertel aller 13- bis 18-Jährigen an den tödlichen Stäbchen, unter Erwachsenen sind es nur zwölf Prozent.

     

    ..BAT geht derzeit in Kenia durch alle gerichtlichen Instanzen, um schärfere Regulierungen des Tabakkonsums als verfassungswidrig erklären zu lassen.

    Nach Informationen des britischen „Guardian“ drohten internationale Tabakkonzerne sieben afrikanischen Regierungen mit weitreichenden Konsequenzen, falls sie sich für schärfere Anti-Raucher-Bestimmungen entscheiden sollten.

    Quelle: Frankfurter Rundschau

    https://www.fr.de/politik/afrika-tobacco-noch-sagen-11024061.html

    Damit das Gerede von den freiwilligen Rauchern mal ein Ende hat.

  44. AvatarMicha

    Damit das Gerede von den freiwilligen Rauchern mal ein Ende hat.

    Ich habe auch da nichts von Zwangsmaßnahmen gelesen. Es ist auch immer noch ein ordentliches Stück Arbeit, dem eigenen Körper den Widerstand gegen so einen Giftcocktail abzugewöhnen. Das Recht dazu sollte aber jeder haben, solange er damit andere nicht belästigt. Es ist und bleibt freiwillig.

  45. AvatarChrissie

    @Jamirael

    Danke für den Link. Zwar bin ich in der Tat mehr von der westlichen Welt ausgegangen, die im Link geschilderte Situation (Marlboroman im Sonnenuntergang, Mädels die kostenlose Zigaretten verteilen etc) unterscheidet sich jedoch nicht wirklich von der in meiner Jugend. Außer vielleicht, dass es die Zigaretten damals nicht einzeln gab, aber letztlich waren sie auch so erschwinglich. Die Verführungssituation und der Gruppendruck waren zu der Zeit auch recht immens, wer nicht rauchte war nicht cool. Es wurde auch überall geraucht, in Restaurants, Kneipen, Büros. Die Frage ist immer, in wie weit man dem Druck nachgibt und mit der Masse schwimmen will. Und ob man insbesondere wenn man wenig Geld hat die letzten Cent für so etwas ausgeben muss. Wenn die Erwachsenen weniger rauchen (12% zu 25%), können sie den Jugendlichen nicht vermitteln, dass es keine gute Idee ist?

    Man könnte genauso gut argumentieren, dass der Konsum bei uns total gehypt wird und inzwischen wird Konsum auch als Sucht betrachtet. Der Druck mithalten und perfekt sein zu müssen ist durch Social Media und Influencer etc. nun wieder gerade bei jungen Menschen heute viel größer als damals. Bei der Werbeflut müsste man dann ja ebenfalls den Konsumenten zugute halten, dass sie nicht „freiwillig“ konsumieren, sondern gedankenlos mitmachen. Was wahrscheinlich auch oft genug so ist. Also das nur damit das Gerede vom freiwilligen Konsumenten mal ein Ende hat.

  46. AvatarSparta

    @Micha

    Wenn man Kinder mit Werbekampagnen/Events etc. süchtig macht und staatliche Aufklärung und Restriktionen (auf evtl. nur halb so hohes Niveau wie in Industrieländern) gerichtlich verhindern will…

    Sorry, ich bin für Aufklärung!

    Aufgeklärte Menschen können besser darüber urteilen was tatsächlich gut für sie ist.

    Kinder, Passivraucher, Schwangere und das Freiwilligkeitsargument… ist aber sehr mau.

  47. AvatarMicha

    Also das nur, damit das Gerede vom freiwilligen Konsumenten mal ein Ende hat.

    😉

    Genau, keiner trägt für sein eigenes Handeln eine Verantwortung. Schuld sind immer andere. Wir sind alle nur Opfer, immer und überall.

    Mich nervt’s.

  48. AvatarChrissie

    @Sparta

    Ich bin auch für Aufklärung. Gebe dir völlig recht, aufgeklärte Menschen haben bessere Möglichkeiten zu entscheiden, was gut für sie ist.

    Ich habe nur manchmal das Gefühl, dass nicht alle Abhängigkeiten gleich behandelt werden. Der Konsument wird belächelt, der Raucher ist das arme Opfer. Um @Micha zu zitieren, es ist schon immer ein ordentliches Stück Arbeit, dem eigenen Körper den Widerstand gegen so einen Giftcocktail abzugewöhnen. Ich habe das Rauchen damals selbst ohne zu inhalieren nicht ausgehalten, konnte mir trotz des Gruppendrucks nie vorstellen, warum man so etwas freiwillig machen sollte. Ich vermute mal, es gibt fast niemanden, der die erste Zigarette toll findet. Warum macht er dann weiter? Kann sich auch ohne explizite Aufklärung keiner vorstellen, dass Rauch in der Lunge nicht gesund ist, wenn der Körper so ablehnend darauf reagiert?

    Hingegen tut das Zücken einer Kreditkarte überhaupt nicht weh, in die Kaufsucht lässt sich somit viel leichter rutschen. Nur auf viel Verständnis trifft der Kaufsüchtling hier nicht.

  49. AvatarSparta

    @Micha

    Deine Generalisierung dass absolut keiner Eigenverantwortung trägt/tragen will ist eine starke Vereinfachung bzw. Deine persönliche Meinung.

    Eigenverantwortung ist unterschiedlich ausgeprägt und wenn man süchtig ist, ist es schwieriger diese zurück zu erlangen.

    Fakt ist, da wo man die Kampagnen (Vernebelungskampagnen 😉 )von Big Tobacco eingeschränkt hat und Raucherverbote eingeführt hat, ist der Anteil der Raucher stark rückläufig.

    Das man Desinformationskampangen als harmlos abtut, weil wir das vor 40 Jahren auch schon mitgemacht haben, ist opportunistisch bzw. Gleichgültigkeit.

    Meine persönliche Meinung ist, wenn man als Kind mal den eigenen paffenden Opa an Lungekrebs mit Loch im Hals krepieren gesehen hat, dann denkt man womöglich über die Qualmstängel bzw. dieses Geschäftsmodell anders.

     

  50. Avatarrolf

    Profitiert Altria von den Schwellenländern? Ich dachte die sind nur in den USA tätig?

    Sollte man eher auf Philip Morris und British American Tobacca setzen, wenn man vom Tabakkonsum in den Schwellenländern profitieren will?

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