Kanadischer Daytrader pleite. Er schuldet seinem Broker 9 Millionen Dollar


New York, 10. Mai 2020
Das ist die Website von Interactive Brokers. Bei dem Discountbroker verzockten sich etliche Trader, als der Ölpreis kollabierte (Bildschirmfoto).

Trader können gewaltige Summen verzocken. Das kann blitzschnell passieren.

Syed Shah ist ein Daytrader aus Mississauga in Kanada. Er handelt normalerweise mit Aktien und Währungen. Sein Depot führt er bei Interactive Brokers. Als am 20. April der Ölpreis verrückt spielte, juckte es ihm in den Fingern, mit Rohstoffen sein Glück zu suchen.

Doch es geschah etwas Seltsames: Für Kontrakte fiel der Preis je Fass unter Null Dollar. In einem Vorort von Toronto dachte er sich, dass es ein guter Deal für ihn werden würde. Für 2.400 Dollar kaufte er Kontrakte für 3,30 Dollar pro Barrel. Als der Preis weiter kollabierte, schnappte er sich weitere Papiere für 50 Cent. Das berichtete die Finanzagentur Bloomberg.

Der Banker Shah dachte sich, dass es der Deal seines Lebens werden könnte, als er 212 Futures für jeweils 1 Cent zu kaufte. Er konnte es kaum fassen. Dabei fiel der Preis weiter und tauchte auf minus 37,63 Dollar je Barrel ab. Der Kurs auf dem Computersystem von Interactive Brokers zeigte die negativen Werte aber nicht an, weil die Software falsch programmiert war. Sie zeigte grundsätzlich keine negativen Preise an. Der geringste Preis war 1 Cent.

Der kanadische Daytrader schuldete nach Börsenschluss Interactive Brokers neun Millionen Dollar. Er hatte den Tag mit 77.000 Dollar Guthaben im Depot begonnen. Er konnte es nicht fassen.

Frankfurt: Manfred Koller verzockte sich. 110.000 Dollar futsch

Ein anderer Kunde nahe Frankfurt, Manfred Koller, geriet in ähnliche Schwierigkeiten, schreibt Bloomberg. Er tradet im Auftrag von zwei Freunden von zuhause aus. Auch er wusste nicht, dass die Ölpreise ins Negativ drehen kann.

Koller kaufte Futures für elf Dollar und rund fünf Dollar. Nach dem Ölpreis-Beben schuldete er Interactive Brokers 110.000 Dollar. “Das ist definitiv nicht etwas, was du tun willst. Du verlierst das ganze Geld deiner Freunde in 20 Minuten”, beklagte sich Koller gegenüber Bloomberg.

Interactive Brokers-Chef Thomas Peterffy gab Fehler im IT-System zu. Der Discountbroker will offenbar die Schulden der Kunden übernehmen. Glück im Unglück gehabt!

Für mich ist das Trading ein Buch mit sieben Siegeln. Gero Gode, der mit seinem Bruder den deutschen Value Fonds Alpha Star managt, hat mich übrigens kürzlich interviewt. Hier ist es:


tim schaefer (Author)

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thoughts on “Kanadischer Daytrader pleite. Er schuldet seinem Broker 9 Millionen Dollar

  1. AvatarLivermore

    Den Programmierfehler haben viele Trading Plattformen an jenem Tag gehabt. An dem Tag werden sich einige verbrannt haben. Der Mann sollte aber als Banker und Trader eigentlich die Grundregel kennen, dass man keine illiquiden Instrumente handelt, ob Aktien, Optionen oder Futures.

  2. AvatarDidi

    Tim, hast Du GBTC im Depot? Ist ja wie eine Aktie und somit auch für buy and hold geeignet…
    LG. Didi

  3. AvatarThorsten

    Wer haftet für den Programmierfehler ? Sehr dubios, wenn der Kunde die angezeigten Kurse nicht verwenden kann und dann abgezockt wird. In Europa haftet der Broker für die Kurse.

  4. AvatarAl Bundy

    Manchmal bin ich froh, dass ich nur ETF habe. Das Thema trading würde mich reizen, mir fehlen  aber die Grundlagen. 
    ich kann jetzt absolut nicht verstehen, warum der Markt ist wie er ist. 

  5. AvatarBruno

    @Thorsten
    Das gab es eben noch nie vorher. 
    Roger Bannister sagte damals, er würde die Meile unter 4 Minuten laufen. Man hielt das für ausgeschlossen, kein Mensch könne dies schaffen. Doping war noch nicht so ein grosses Thema. Viele Läufer hatten sich bisher daran versucht und sind alle gescheitert über viele Jahre.
    Als er 1954 dann die Meile unter 4 Minuten lief, passierte etwas verrücktes. Noch im selben Jahr liefen 37 andere Läufer die Meile auch unter 4 Minuten. Und in den beiden Folgejahren unterboten über 300 Läufer diese magische Marke.
    Mentale Blockaden. 
    Warum fallen Aktien nicht unter 0 ? 😉

  6. AvatarAl Bundy

    Was mir auffällt, sind Experten in allen Zeitungen, manche nennen es Finanzpornos, die zum Nachkaufen raten. Kaum einer sagt raus und Cash horten. Es bleibt spannend.

  7. AvatarLivermore

    Ist mir auch aufgefallen. Nur in den Branchen, die jetzt tatsaechlich unterbewertet sind, wie Oel- und Gasunternehmen sowie amerikanische REITs, da wird vor gewarnt. Also business as usual. 

  8. AvatarThorsten

    Neuer Ärger :
    GKV gehen pleite
    Warum sollten Mitglieder der PKV über ihre Steuern GKVs unterstützen und quasi doppelt zahlen ?
    Das riecht nach Klage vor dem Bundesverfassungsgericht, wenn Steuergelder misbrauvht werden würden.
    In der GKV sind jede Menge nicht zahlende oder mitversicherte Mitglieder, die zu einer Unterdeckung führen. Die sollen wirklich von allen Steuerpflichtigen durchgefüttert werden ?!
    …oder sie führen das Kopfgeld ein, wir waren schon einmal kurz davor.

  9. AvatarHafenmeister

    @ Thorsten
    Warum müssen die Mitglieder der GKV die Gesundheitsversorgung von Armutsmigranten finanzieren?!
    Die Deutschen können sich nur gegenseitig runterputzen, als Land zusammenhalten und füreinander einzustehen können wir nicht – daher können wir auch von allen Seiten beliebig ausgenommen und ausgenutzt werden!
    Andere Nationen vereinen sich in schweren Zeiten, die Deutschen zerfleischen sich gegenseitig.

  10. AvatarThorsten

    @Hafenmeister jeder steht für jeden ein. Das hatten wir schon mal. Vorwärts immer rückwärts nimmer. Wenn die eigene Arbeit oder das erwirtschaftete Kapital beliebig vergemeinschaftet wird, dann lohnt eigene Anstrengung über den Median nicht mehr.

  11. AvatarBruno

    Also wenn ich Deutschland nur aus den Kommentaren dieses Blogs kennen würde, dann wünschte ich mir im Kongo während einem Krieg und Ebola-Ausbruch zu leben.

  12. AvatarPeer Kosmann

    Also mit Wikifolios konnte man bisher echt ein beträchtliches Vermögen aufbauen wenn man den Tradern folgt bzw. in die Wikifolios investiert die seit Jahren nachweislich den Markt outperformen. Werde damit auch nicht aufhören. Lass es lieber die machen die es können.
    Bspw. GroDiVal Trendinvest, Intelligent Matrix Trend, Succestecbrands um mal etwas zu nennen.
    Als Basis dient mir ein S&P500 ETF.
    Vermögen wächst einwandfrei und man hat nichtmal Arbeit, da es komplett passiv ist.

  13. AvatarLivermore

    @ Bruno,
     
    ziemlich amuesant der Kommentar von Dir, da Du doch so tust, als haetten wir es bei Corona mit Cholera zu tun.  😉

  14. AvatarBruno

    Livermore
    Ich weiss nicht was Du meinst, aber es ist eben ein enormer Luxus, den wir hier haben, wo ein Menschleben auch mit 85 noch etwas zählt, der Opa oder die Oma ihre Enkel noch 2 Jahre länger sehen darf. Dank ausgezeichnetem Gesundheitssystem. 
    Ich war aber ich Ländern, wo es ganz anders ausschaut. Slums, Armenviertel, wo schon nur frisches Wasser ein absolutes Luxusgut ist, was die wenigsten kennen. 
    Und da geht mir halt die ständige Jammer- und Nörgelei schon mal auf den Keks. 
    Wenn ich mich zu Corona äussern dann ist es nicht aus persönlicher Angst, ich habe schon in Ländern gelebt wo es deutlich schwierigere Krankheiten gibt und werde in einigen Jahren auch wieder dort hin gehen. 
    Aber egal, lassen wir das Thema, wenn man euch alles enteignet hat und die Flüchtlinge hier übernommen haben dann werde ich für euch spenden, dass ihr nicht verhungert 😉

  15. AvatarBruno

    Anstatt nonstop am Newsticker zu hängen und sich zu ärgern und die Faust im Sack zu machen kann man ja auch z.B. einen Spaziergang machen, heute Morgen habe ich eine Entenfamilie mit 7 frisch Geschlüpften angetroffen und kann mich über solche Kleinigkeiten immer wieder freuen. 

  16. AvatarHeiko

    Warum fallen Aktien nicht unter 0 ? 😉
     
    Wegen § 1 Absatz 1 Satz 2 des Aktiengesetzes. 😉

  17. AvatarThorsten

    @Bruno Der Blick nach unten hilft doch niemandem. Weil es woanders schlechter ist soll man sein Gehirn lahmlegen und vor Dankbarkeit und Demut im Takt mit klatschen ? Wertschöpfung angehen und Blick nach vorne, dämlich dankbar sein kann man auch noch wenn man ins Heim geht.

  18. AvatarSlazenger

    @Bruno 17:21
    der beste Kommentar seit langem hier! 
    Bei uns im Teich ist eine Molch Familie eingezogen, und ich beobachte die kleinen Kerlchen auch regelmäßig, und ja es macht mir Spaß! 
    VG in die Schweiz

  19. AvatarBruno

    @Heiko
    Auf diesen Kommentar habe ich gewartet, war ja auch ein Scherz. Aber beim Future hat das sicher niemand so erwartet oder für möglich gehalten bisher, und der Broker übernimmt ja auch den Schaden. Aber natürlich sollte man schon wissen, was man kauft und sich dem Risiko bewusst sein. 

  20. AvatarBruno

    @Thorsten
    Ich bin täglich dankbar, habe sogar ein Dankbarkeitbuch. Du kannst Dich selbstverständlich gerne darüber lustig machen, kratzt mich aber nicht 😉 Es hilft mir aber, positiv und mit mehr Energie durchs Leben zu gehen, auch wenn immer mal etwas nicht so läuft, wie ich mir das wünsche. Das habe ich täglich, aber es hilft den Fokus auch auf die 95% zu legen, was gut läuft.
    Wer vorher nicht glücklich, dankbar und zufrieden werden kann, wird es auch nicht im Heim und endet dort dann als verbitterter Dattergreis 😉

  21. AvatarSparta

    @Bruno
    Ich denke die Kommentatoren hier kannst Du definitiv nicht als Querschnitt von Deutschland verwenden! 
    Im Netz tummeln sich überproportional viel… Besserwisser, Boots, Propaganda bestimmter Denkweisen, selbst Russland, China etc. haben Interessen zu beeinflussen, Rassismus, Linksextremismus, Neo’s, Verschwörungstheorethiker, Pegida, AfD…
    Da geh ich lieber nochmal in den Garten! 😉
    PS: Manche Schweizer sind ja durchaus auch … speziell! 😉

  22. AvatarBruno

    @Thorsten
    Nach oben zu schauen finde ich übrigens gut. Du kennst sicher die Geschichte von den Erdmännchen. Jahrelange lebten sie in unter der Erde in der warmen Umgebung und waren zufrieden. Eines Tages ging das Gerücht um, dass es oben auf der Erde ganz schön sein soll. Ein mutiges Erdmännchen machte sich dann eines Tages auf, und ging auf Entdeckungstour. Es war Januar und es kam in einen Schneesturm. Rasch kam es wieder runter und berichtete. Es sei schrecklich da oben, eiskalt, kein Leben, man müsse das Gerücht vergessen.Lange Zeit später machten sich 2 mutige Erdmännchen auf den Weg und wollten es selber wissen. Sie kamen im Sommer raus, erlebten eine wunderbare Erde, frische Früchte, Gemüse, Landschaften wunderbar warme Sonne etc. und blieben da oben, kehrten nicht mehr zurück. Die da unten dachten, sie hätten es wohl nicht überlebt im Schneesturm.Anschliessend wurde man einig, es lohne sich nicht, da rauf zu gehen, man blieb zufrieden unten in der Höhle.
    @Sparta
    Eben das sagte ich ja, würde ich Deutschland nicht anders kennen. Und mit Deutschland meine ich die Schweizer auch mit, die unterscheiden sich nicht so sehr, wie man es hier immer betonen will 😉

  23. AvatarRüdiger

    @Bruno:
    In Deutschland kann man durchaus in einer “A…lochfreien Zone” leben und arbeiten. Klappt halt nur in der Wirklichkeit … nicht in virtuellen Welten  😉
     

  24. AvatarBruno

    @Rüdiger
    Absolut das meinte ich ja mit diesen Post, ich kenne Deutschland ja auch ein bisschen und auch einige unserer Nachbarn kommen von dort, die ticken dann auch anders 😉 
    Wenn ich mich für eine deutsche Stadt entscheiden müsste wäre es dann wohl München, hat mir sehr gefallen und in Vielem auch an Zürich erinnert. Auch die Hamburger habe ich gut erlebt. Und erst neulich hatte ich intensiven Kontakt in einem Projekt mit “Ossis”, auch ganz feine Leute. 

  25. Mark 85Mark 85

    Also sind die Gelder trotzdem futsch, weil Interactive Brokers in diesen Fällen nur für die Schulden aufkommt? Jedenfalls finde ich es immer wieder erstaunlich, wie viele Anleger sich von ihrer Gier anstecken lassen, indem sie eine Abkürzung beim Vermögensaufbau suchen.
     

  26. AvatarLivermore

    @ Bruno,
     
    sowas tu ich auch. Nur ein paar hundert Meter von mir ist eine Schwanendame am Brueten und ihr Gatte schwimmt immer um sie herum.  😉

  27. KievKiev

    @ Stimmung
    Im Netz verhalten sich manche Leute ganz anders als im wahren Leben. Das ist mir schon des öfteren begegnet. Woran das genau liegt mag vielleicht ein Psychologe weiter ausführen.
    Ich krame mal ein Lied aus meinem Fundus raus… Der aktuelle Song könnte einen vielleicht entspannt auf den Weg in die FU begleiten:
    Got my Mojo working von Muddy Waters
    Ich blicke positiv in die Zukunft. Sorry, ich bringe gerade die Kleinen ins Bett und warte bis sie einschlafen… Und habe Zeit

  28. AvatarGainde

    Invesco hat auch vergessen einen ETF zu rebalancen und schuldet den Anlegern nun 105 Mio. USD.

  29. AvatarThorsten

    @Bruno so ein Dankbarkeitsbuch wäre nichts für mich. Ich glaube daran, dass jeder seines Glückes Schmied ist. Ansonsten hätte das ja eine religiöse oder zumindest esotherische Komponente anderen oder anderem dankbar zu sein.  Das wäre mir zu fremdbestimmt. Die Person , die Dankbarkeit schuldet wäre ja eher passiv und müsste das vielleicht sogar hinnehmen was ihr zufliegt ohne es beeinflussen zu können. Im Mittelalter hat die Kirche solche Vorstellungrn genutzt um die Menschen klein zu halten. Jeder hatte seine Position und sollte “dankbar” dafür sein, sprich Gehirn nicht nutzen,Klappe halten und sich ausbeuten lassen vom höheren Stand .
     

  30. Mark 85Mark 85

    An Kiev: Das liegt an der Anonymität im Netz. Gesicht in Gesicht wählt der eine oder andere seine Worte weiser. Ich versuche alle Gesprächsteilnehmer gleichermaßen respektvoll zu behandeln. Ob mir dies immer vollumfänglich gelingt, müssen andere beurteilen. Niemand ist perfekt.

  31. AvatarFit und Gesund

    Dankbarkeit
     
    ich habe nun kein “Dankbarkeitsbuch” aber ich bin täglich sehr dankbar und das für sehr viele Dinge, angefangen bei einer relativ robusten Gesundheit, relativem Wohlstand, relative Freiheit meine Meinung äussern zu können (ob die aber so wichtig ist, sei auch dahingestellt), Bewegungsfreiheit, sowie in einem relativ sicheren und schönem Land leben zu können. 
     
    ja, sehr viel ist hier relativ, ich jammere im Moment über die verdammten 12h-Schichten, vielleicht wäre Mancher dankbar wenn er überhaupt Arbeit hätte nun, bei uns gab es Corona-Patienten die jünger waren als ich und die gestorben sind, ob die nicht lieber gelebt hätten und 12h Schichten geschoben hätten? 
     
    Die letzten Tage hab ich mir so Gedanken gemacht, warum muss ich eigentlich immer nach “Mehr” streben? ich habe doch genug? warum mache ich das also? 
     
    Warum bewerte ich oft andere Menschen, Dinge, Ereignisse? was bringt es mir? Gerade hier in Tim’s Blog scheinen davon auch Viele befallen zu sein, kann ich mich da nicht etwas mehr zurückhalten, kostet es mich nicht zu viel Energie? Ich werde versuchen in Zukunft etwas mehr darauf zu achten.
     
    Wünsche Euch Allen eine gute erfolgreiche Woche, bleibt gesund!

  32. KievKiev

    @ Mark
    Ich habe schon einmal seltsame Sachen von Kollegen gelesen, die ich ansonsten persönlich kenne und sehr schätze. Ich kann es mir manchmal wirklich nicht erklären. Sie wissen ja, dass man sie in Kürze auch wieder von Angesicht zu Angesicht sehen wird. Und sie sind auch eigentlich sehr Intelligent.
    Vielleicht ist es Manchen auch einfach nicht bewusst wie sie sich schriftlich ausdrücken. Meine Ausdrucksweise ist auch ausbaufähig.
    Mir gelingt es nicht immer mit allen zu jeder Zeit in gleichem Maße freundlich zu kommunizieren. Aber es ist sicher ein schönes Ziel danach zu streben. Schließlich kann ich mich auch nicht an eine Situation erinnern bei denen schlechte Umgangsformen zur allgemeinen Zufriedenheit beigetragen hätten.
    Meine Erwartungshaltung an Andere konnte ich tatsächlich reduzieren. Ich erwarte heutzutage fast nichts. Dabei ist es egal, ob ich jemanden gerade erst geholfen habe. Das ist keine Resignation sondern sehr befreiend. Mit der anderen Erwartungshaltung erhält man wesentlich mehr positive Reaktionen als andersherum. Es hat allerdings etwas Zeit gekostet bis ich diese Sicht auch wirklich vertreten habe. 

  33. AvatarFit und Gesund

    @Tim,
     
    habe mir den Alpha Fonds und die grössten Positionen mal angeschaut, sehr interessant, nicht dass ich den Fonds kaufen würde, aber ich bin immer froh wenn ich irgendwelche Anregungen finde.  

  34. AvatarNico Meier

    Ich bin auch einverstanden mit der Aussage, dass jeder seines eigen Glückes Schmied ist. Das hält mich jedoch nicht davon ab dankbar zu sein. Ich bin dankbar für meine robuste Gesundheit und für die guten Gene die ich von meinen Vorfahren erhalten habe. Natürlich achte ich auf ausgewogene Ernährung und will mich genug bewegen aber nur dadurch wird man nicht gesund 90 Jahre alt wie meine Grosseltern. 
     
     Nur weil ich gute Gene und eine gute Grundkonstitution erhalten habe kann ich auch Vollgas geben und Ziele erreichen.

  35. Mark 85Mark 85

    An Kiev: Wir können jeden Tag an uns arbeiten. Angefangen beim richtigen Umgang miteinander in diesem Blog. Bei allen Unterschieden eint hier viele eines: Sie waren oder sind auf der Suche nach einem glücklicheren, zufriedeneren, vielleicht auch einfacheren Leben. Ich finde es gut, dass Tim neben der Erreichung von finanziellen Freiheitsgraden auch immer mal wieder zeitliche, örtliche, familiäre und gesundheitliche anspricht. Geld ist wichtig, aber es sollte nicht das eigene Leben dominieren.

  36. Mark 85Mark 85

    An Nico Meier: Keine Frage, man darf ruhig auch mal stolz auf das bisher Erreichte sein. 😉
     

  37. AvatarBruno

    @Thorsten
    “so ein Dankbarkeitsbuch wäre nichts für mich. Ich glaube daran, dass jeder seines Glückes Schmied ist. Ansonsten hätte das ja eine religiöse oder zumindest esotherische Komponente anderen oder anderem dankbar zu sein.  Das wäre mir zu fremdbestimmt. Die Person , die Dankbarkeit schuldet wäre ja eher passiv und müsste das vielleicht sogar hinnehmen was ihr zufliegt ohne es beeinflussen zu können. Im Mittelalter hat die Kirche solche Vorstellungrn genutzt um die Menschen klein zu halten. Jeder hatte seine Position und sollte “dankbar” dafür sein, sprich Gehirn nicht nutzen,Klappe halten und sich ausbeuten lassen vom höheren Stand .”
    Es hilft mir, gelassener, zufriedener und glücklicher durch den Tag zu gehen. Ich bin deswegen nicht weniger selbstbestimmt, vielleicht im Gegenteil. Wenn ich meinen Fokus auf die positiven Dinge richte, dann habe ich mehr Tatenkraft, als wenn ich mich immer nur um das Negative kümmere (News sind so ein Ding, das Meiste ist negativ).
    Ich denke auch, dass man einen guten Anteil selbst Schmied seines Glückes ist. Aber eben nicht nur. Wo ist man geboren, welche Eltern hatte man, welches Umfeld, hatte man schon eine schwere Krankheit die man selber nicht loswerden hätte können, hat man ein Unternehmen dass man alleine nicht aufbauen hätte können etc. 
    Also ich fühle mich dadurch nicht klein gehalten 😉 Im Gegenteil, es tut immer gut, sich mit den Dingen, die gut gelaufen sind, nochmals kurz zu beschäftigen am Abend und nicht jene Dinge in den Schlaf mitzunehmen, welche weniger gut gelaufen sind.
    Und glücklich sein ist auch unabhängig von dem was man hat. Wer mit wenig nicht glücklich sein kann, der ist es auch nicht mit mehr. Was kein Grund ist, nach mehr zu streben.
    War nur eine Idee, mir ist bewusst dass niemand sowas adoptiert und es war auch nicht meine Mission 😉 obwohl ich schon das Gefühl habe teilweise, dass es einigen ganz gut täte. Aber da bin ich bei Dir Thorsten, jeder ist seines Glückes eigener Schmied, sogar mit harten Schicksalsschlägen. Man hat gar keine andere Wahl.

    PS: Mein Dankbarkeitsbuch besteht im übrigen nicht nur als “danke danke danke” sondern ist auch ein Erfolgs- und Zieltagebuch. Ich schreibe einfach rein, was gut gelaufen ist, bin dafür dankbar, schreibe auf, was noch besser laufen kann etc. und dies regelmässig, d.h. täglich. Seit Jahren. Ich könnte es empfehlen, aber das kommt hier nicht gut an haha.

  38. AvatarRalf

    “Die letzten Tage hab ich mir so Gedanken gemacht, warum muss ich eigentlich immer nach “Mehr” streben? ich habe doch genug? warum mache ich das also?”

    Vielleicht ist es die menschliche Natur.

    Demut und weniger Gier sind gute Ratgeber, auch den Börsen. Während die Exporte einbrechen wie lange nicht mehr, steigen die Börsen steil an. Ein bei genauerem Blick trotz typischer Börsenregeln doch gefährlicher Gegensatz. Und vielleicht ist das Spiel nur ein Strohfeuer von kurzer Dauer. Es ist einfach zu viel Cash da. Andererseits stecken aber immer mehr Konzerne auch in wirtschaftlich größeren Schwierigkeiten. Und die Notenbanken befeuern die Entwicklung noch. Vermutlich erkennt auch Warren Buffett hier größere Verwerfungen die früher oder später in einem großen Knall enden werden. Und übt deswegen Zurückhaltung.

    Langfristig und stetig zu investieren bleibt für uns Kleinanleger ein kluger Weg. Mancher hier agiert wie ein Großinvestor. Mehr Demut wäre hier und da aber kein Fehler. Und ein Blick auf das große Ganze. Als Investoren sind wir auch vom politischen Umfeld ein Stück mit abhängig.

    Das letzte Urteil von Bundesverfassungsgericht hat eindeutig Potential, die ganze EU zu zerlegen. Haben viele noch nicht begriffen, welche politische Dimension das in Folge noch haben kann. Osteuropäische EU-Länder werden es als willkommenes Signal gegen Europa nutzen und die Kluft innerhalb der EU vertieft werden.

    Den Großteil der verfügbaren Kohle langweilig und stetig investieren. Wer Bock hat, kann ja jederzeit einen erträglichen kleineren Anteil zum zocken und spekulieren einsetzen. Aber die optimale Glaskugel kennen wir alle nicht. Darum ist gute Qualität, breit Streuen und stetiges Investieren weiter ein vernünftiger Weg. Sinkende Immobilienpreis in Folge von Corona sind in unserer Region übrigens nicht zu erkennen. Dafür werden die Leute nachlässig und gehen teilweise ohne Maske einkaufen. Hoffen wir das Beste…

  39. AvatarRüdiger

    @Bruno:  jeder ist seines Glückes eigener Schmied, sogar mit harten Schicksalsschlägen.
     
    Ich würde sogar sagen: Gerade bei harten Schicksalsschlägen. Den Kopf einziehen, verzweifeln oder von der Klippe springen, sind keine Optionen. Ach ja, ich weiß übrigens ziemlich gut, worüber ich gerade schreibe  😉
     

  40. AvatarThorsten

    Die letzten Tage hab ich mir so Gedanken gemacht, warum muss ich eigentlich immer nach “Mehr” streben? ich habe doch genug? warum mache ich das also?”
    Das habe ich irgendwann abgestellt. Seit ich nicht mehr aktiv arbeite bin ich mehr und mehr Minimalist. In den jungen Jahren baut man stark auf , mehr ist
    dann meist auch wirklich besser weil es eine wachsende Familie ermöglicht und schützt. Größere Wohnung,…größeres Auto,höhere Einnahmen, größeres Depot. Der Punkt kommt, wo man das starke Wachstum und ranklotzen nicht mehr braucht. Man hat genug für sich und Zeit wird zum kostbarsten Besitz. Christliche Tradition mahnt dazu Besitz nicht als lebensbestimmend zu sehen. Andere Denkrichtungen sind Jahrtausende alt und raten das Gleiche. Weniger ist mehr , aber nur, wenn man alle notwendigen Ausgaben bezahlen kann. Sonst bleibt es unruhig. Bis dahin heißt es : geduldig sein, Konsumgötter vertreiben, weniger Krempel anschaffen , ungenutzten Krempel aus dem Haus schaffen. Sparen und anlegen. Manche bleiben ihr Leben lang Single im Appartement oder wohnen mit Familie in der engen Baugenossenschaft. Wenn sie glücklich sind ist es o.k. , der Pool im Garten und die PS-starken Autos machen nicht glücklich, nur arm.

  41. AvatarThorsten

    @Bruno
    Wo ist man geboren, welche Eltern hatte man, welches Umfeld, hatte man schon eine schwere Krankheit die man selber nicht loswerden hätte können, hat man ein Unternehmen dass man alleine nicht aufbauen hätte können etc.
    Schön und gut, aber doch wohl zufallsbestimmt. Das ist eben so. Dankbarkeit für Zufälle ? Nö. Wenn ich in Afrika geboren werde und eine Herde Ziegen erbe bin ich vielleicht genauso glücklich.

  42. AvatarBruno

    @Thorsten
    Ich glaube nicht an Zufall, aber das wäre ein anderes Thema 😉 Für mich sind einige deiner Aussagen widersprüchlich, aber das ist so in meinen Augen, wenn es für dich so passt, dann ist alles gut. Wie gesagt ich will nie jemanden bekehren schon gar nicht im Internet, das mit der Dankbarkeit war nur eine Idee, wer das für ein Schwachsinn hält, der muss es nicht ausprobieren. 
    Ich bin sogar für harte Schicksalsschläge dankbar, denn ich wurde durch sie stark und habe viel gelernt. Natürlich wünsche ich sie niemandem, aber gerade “Glücklich sein” funktioniert nur in einer ausgeprägten Form, wenn nicht immer alles perfekt läuft. Es sind die Gegensätze, wie die Konjunktur oder das Auf und Ab an der Börse. Wenn man immer nur durchschnittlich mittelmässig glücklich wäre, alles immer rund laufen würde, dann wäre es sehr langweilig und öde. Ich habe immer die grössten Glücksgefühle gehabt, wenn es dafür viel Anstrengung, harte Arbeit und ein Kampf war, wenn man etwas erreicht hat, egal ob privat oder geschäftlich, was nicht einfach einem so zugeflogen ist.
    Von daher denke ich gerade das Beispiel Herde Ziege erben macht nicht wirklich glücklich, hingegen sich eine Herde Ziege kaufen mit eigenem Geld, wo man hart dafür gearbeitet hat, ist etwas anderes.

  43. AvatarWolke

    @Ralf
    Das letzte Urteil von Bundesverfassungsgericht hat eindeutig Potential, die ganze EU zu zerlegen…
     
    Was für ein Argument für Gold!

  44. AvatarJoeD

    Beim Trader Koller der Futures handelte, kann die Story so nicht stimmen. 
    Interactive ist auf ganz klare Clearingregeln gezwungen eine Margin vor Eingehen eines Trades seines Kunden einzufordern, sonst kann der Trade erst gar nicht eingegangen werden. Läuft der Trade gegen den Kunden, und der Verlust erreicht das Margin-Limit, dann wird der  Trade automatisch zwangsliquidiert.  Die 100.000 Verlust müssen also der hinterlegten Margin entsprochen haben. 
    Sicherlich hat der Trader aber grundsätzlich sein Risiko nicht im Griff gehabt.

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