Hedgefonds sind tief im Minus, du hast als Anleger enorme Vorteile gegenüber den Profis


New York, 17. Oktober 2020

Der S&P 500 Index rennt von einem Hoch zum nächsten. Du musst nur abwarten können. Buy and Hold (Quelle: Onvista.de).

Wenn du vorübergehend im Minus mit deinem Depot bist, brauchst du dich nicht schlecht fühlen. Schau dir nur an, wie Hedgefonds abschneiden. Der größte Hedgefonds Bridgewater hat seit Jahresbeginn 18 Prozent verloren.

Dein Girokonto läuft also besser als einige dieser “intelligenten” Top-Hedgefonds. Witzig, nicht wahr? Nicht nur Bridgewater vernichtet Geld, auch AQR, Man Group und sogar der oft angehimmelte Assetmanager Renaissance Technologies

Diese Fonds verlangen zwei Prozent des verwalteten Vermögens von ihren reichen Kunden und 20 Prozent der positiven Performance. Sie verdienen sich also eine goldene Nase. Trotzdem schneiden sie lausig ab.

Ein Kleinanleger zu sein schadet übrigens nicht. Du kannst viel mehr Geduld haben als die Profis, die unter einem ständigen Druck ihrer Kunden stehen.

Investmentlegende Warren Buffett sagte mal:

“Wenn ich heute eine Million oder zehn Millionen Dollar investieren würde, wäre ich voll investiert. Wer sagt, dass Größe die Anlageperformance nicht beeinträchtigt, hat keine Ahnung. Die höchsten Renditen, die ich je erzielt habe, hatte in den 1950er Jahren. Ich habe den Dow gekillt. Sie sollten die Zahlen sehen. Aber ich habe damals nur Peanuts investiert. Es ist ein großer struktureller Vorteil, nicht viel Geld zu haben. Ich denke, ich könnte 50 Prozent pro Jahr mit einer Million Dollar verdienen. Nein, ich weiß, ich könnte es. Das garantiere ich.“

Die großen Hedgefonds haben mehrere Milliarden Dollar unter ihren Fittichen. Sie können nur in liquide Wertpapiere investieren. Small Caps (kleine Firmen) sind nahezu für sie ausgeschlossen, weil sie die Kurse zu stark in die Höhe treiben würden.

Privatanleger haben Vorteile gegenüber den Profis: Keine nervenden Kunden, keine Gebühren, keine enormen Erwartungen, mehr Zeit…

Menschen müssen das verstehen. Du hast als Privatanleger mehr Vorteile, als du vermutlich weißt. Niemand schreibt dir etwas vor. Du hast keine Kunden im Nacken. Du musst niemanden Rechenschaft ablegen (nur dir).

Ein Hedgefonds ist übrigens oft darauf ausgelegt, Geld zu erhalten und zumindest mit der Inflation zu steigen. Ein Hedgefondsmanager kassiert enorme Gebühren, diese Kostenblöcke musst du nicht bezahlen, wenn du dein eigener Manager bist. Kurzum: Do-it-yourself  hat enorme Vorteile.

Die Warnung, dass wir nahe am Allzeithoch an der Börse sind und bald der Crash kommt, ist auch überflüssig. Aktien erreichen neue Allzeithochs mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa fünf Prozent, wenn sie ein neues Allzeithoch erklimmen:
https://awealthofcommonsense.com/2017/03/all-time-highs-are-usually-followed-by-all-time-highs/

Wenn Aktien nicht häufig Allzeithochs erreichen würden, warum sollte man überhaupt investieren? Es wäre ja Unfug, das Risiko einzugehen ohne Belohnung. Angesichts der Rekordjagd seit Jahrhunderten ist es albern, dass Anleger nicht konsequent genug investieren. Mit Kaufen und Halten bist du vielen Menschen einen Schritt voraus.

Das ist mein neues Video aus New York:


tim schaefer (Author)

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thoughts on “Hedgefonds sind tief im Minus, du hast als Anleger enorme Vorteile gegenüber den Profis

  1. AvatarSpecialist83

    Ich glaube du hast damit nicht ganz unrecht auch wenn ich diese Vorteile zuletzt kaum für eine Outpeeformance für mich nutzbar machen konnte. Ich bleibe einfach deiner Maxime Buy and Hold treu und dabei. P.S. Erster ?

  2. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Nicolas

    Ja, das ist ein super Buch. Ich habe mit Autor Sebastian Mallaby schon gesprochen. Er kennt etliche Hedgefondsgurus persönlich. Er hat sie besucht, mit ihnen Sport gemacht… Er schrieb früher für die FT. Seine Gattin ist die Chefredakteurin des “Economist”.

  3. AvatarFit und Gesund

    hallo Tim,

     

    1 und 2 sind für mich selbstverständlich in Deinem link Businessinsider

    Punkt 3 befolge ich auch, ich lese zum Glück sehr gerne, querbeet… und auch Punkt 4 ist wichtig, ich höre bald auf mit der Arbeit, ich bin nun beteiligt an vielen Firmen und die müssen jetzt eben für mich Geld verdienen, während ich schlafe oder im Wald herumlaufe…Tag und Nacht,   🙂

     

    Ray Dalio mag ich eigentlich, er hat jetzt danebengegriffen, wir greifen Alle mal daneben, aber er wird jetzt viel mehr Druck verspüren das wieder auszubügeln als ich Druck verspüre irgendwas wieder gutzumachen, so ist das im Leben, es geht oft jahrelang gut und sehr gut, dann folgt mal eine Pechsträhne, das gilt es auszuhalten und dennoch weiterzumachen, nicht aufgeben und beharrlich sein Ziel verfolgen.

     

    Deine Videos mag ich sehr gerne, New York hat echt was, mich fasziniert die Vielfalt, das Kunterbunte. Aber im Moment merke ich wie die Corona-Angst wieder in mir aufkommt, mich stört nicht das Tragen der Maske oder Reisebeschränkungen, es ist das Ungewisse, Keiner weiss Nix, die Informationen und Falschinformationen, die Regierungen die auch nicht wissen wie man am Besten mit dem Dreck umgeht, welche Auswirkungen wird das in ein paar Jahren immer noch haben? Wird es einen zuverlässigen Impfstoff geben? Viele Fragen auf die Keiner Antworten hat. Ich bin nicht mehr so unbeschwert, trotz eines ansehnlichen Depots und Cash … es hat auch nix mit Geld zu tun, schwer zu erklären.

     

    Pass auf Dich auf, liebe Grüsse

    Fit und Gesund

    ach ja, gestern gab es noch eine einzelne einsame Amazon-Aktie, sollten sie sinken gibt es ein Brüderchen.

  4. KurtKurt

    Ist Ray Dalio überhaupt noch im operativen Geschäft bei Bridgewater? @Fit und Gesund

     

    Ich lese gerade sein Buch “Die Prinzipien des Erfolgs” und habe den ersten Abschnitt, in dem er ausführlich seinen Werdegang beschreibt , so verstanden das er sich vor ein paar Jahren als CEO zurück zog.

    Auf das zweite Buch von ihm bin ich auch schon gespannt.

  5. AvatarPetra

    Vielen Dank für den motivierenden Artkel. Zum Glück sind wir Privatanleger. Für sein Geld und Wohlstand ist man am besten selber verantwortlich. Wenn man die Prinzipien in den o.g. Links verinnerlicht hat, ist das absolut einleuchtend. Genauso ist man für sein Glück und seine Gesundheit grösstenteils selber verantwortlich. Wir müssen uns selber darum kümmern, dass es uns gut geht. Unsere Bedürfnisse und Wünsche kennen wir selber am besten.  Ich wünsche allen ein schönes und entspanntes Wochenende!

  6. AvatarLad

    🙁 ”Wenn Aktien nicht häufig Allzeithochs erreichen würden, warum sollte man überhaupt investieren?” T.S.

    Das ist doch klar. Wegen Dividenden. Wenn ein deutscher Rentner 700 € Rente bekommt und 1.000 € monatlich Dividenden, hat er das gleiche Einkommen wie ein deutscher Ex-Beamte seine Pension = 1.700 €. Und der Rentner lässt die Aktien mit Dividenden später seinem Sohn und Tochter. Der Ex-Beamte lässt nichts seine Kinder erben.

    🙁 ”Die Warnung, dass wir nahe am Allzeithoch an der Börse sind und bald der Crash kommt, ist auch überflüssig. Aktien erreichen neue Allzeithochs mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa fünf Prozent, wenn sie ein neues Allzeithoch erklimmen.” T.S.

    Du solltest deinen alten Lesern (6 bis 26 Jahre alt) nicht ständig steigende Aktien versprechen. Als ob du beim Crash 2000-2003 noch keine Aktien hättest, die bis zum Winter 2002/2003 auf 1/10 fielen. Die verlogenen Anlegermagazine bei jeder krummen Kaufempfehlung bei KUV 12, KBV 12, KGV 60, schreiben immer einen Stop-Loss-Kurs, wo ihre alten Leser (6 bis 26 Jahre alt) die empfohlenen Aktien verkaufen sollten. Die Magazine schützen sich vor den Klagen nach dem Crash, wo Microsoft, Amazon, Coca-Cola auf 1/4 fallen und Adobe, Nvidia, Visa, Mastercard, Tesla auf 1/10 fallen werden.

    🙂 Wie wirst du dich aber deinen alten Lesern (6 bis 26 Jahre alt) entschuldigen, wenn deine Lieblingsaktien nach dem Crash auf 1/3 bis 1/10 stehen und du hast empfohlen, für immer zu halten. Es wäre vernünftig, wenn deine Leser auch etwas von KUV 1, KUV 12, KBV 1, KBV 12, KGV 10, KGV 100 auf deinem Blog sehen werden. Und nicht ständig steigende Aktien versprechen und dass der große Crash wie 2000-2003 nie mehr kommen wird.

    Aber wenn du 20-35 Jahre alt bist, hattest du noch keine Aktien im Depot 2000-2003 und denkst, die Aktien werden ständig steigen, von KUV 12, KBV 12, KGV 60 auf KUV 120, KBV 120, KGV 600. 🙁

  7. KurtKurt

    Lad

    Wenn man mit bspw 15 mit Zustimmung der Eltern in einen aktiven Fonds investiert hat, dann hatte man auch schon knapp vor der Jahrtausendwende Geld an der Börse und fällt trotzdem in die von Dir genannte Altersklasse. Und hat die Sturzflüge sowie teils Nichterholungen mitgemacht.

    Vielleicht solltest Du mal nachrechnen…

  8. AvatarMarvin

    @Lad, so ein Unfug. Vergleich mal die Bewertungen des Nasdaq von damals mit denen von heute. Die Aktien waren zum Höhepunkt der Dotcom Blase noch um einiges höher bewertet. Meiner Meinung nach werden die Bewerbungen aktuell durch extremes Umsatzwachstum zum Teil gerechtfertigt. Heute kommt noch unterstützend das komplett veränderte Umfeld dazu. Keine Zinsen, QE Programme, etc.. Das Geld muss irgendwo hin und somit fließt es dann in die Märkte. Einfach die Bewertungen früher mit heute unter ganz anderen Parametern zu vergleichen funktioniert nicht. Ich lasse mich nicht beirren, werde konsequent auch bei 1/3 Verlust weitermachen. Und Mastercard zum Beispiel? 1/10 von dem heutigen Wert ist doch lächerlich. MasterCard ist eine Cashmaschine und angesichts der aktuellen Entwicklungen wird das Geschäftsmodell noch nachhaltiger. Keinen Bock diesen Pessimismus hier andauernd zu lesen.

  9. AvatarRüdiger

    Zu jedem neuen Beitrag von Tim folgt unweigerlich der stets gleiche langweilige Mist von Herrn Lad Konecny …  😉

     

  10. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    Ein Artikel ganz nach meinem Geschmack. Die “Finanzelite” aus Fondsheinis, Analysten, Marktbeobachtern und Auguren predigt einen hektischen Aktionismus, der zu mieser Performance führt.

    Mit stoischer Ruhe und ruhiger Hand wird ein Börsenvermögen aufgebaut. Stur und stetig werden Anteile hochklassiger Unternehmen eingekauft und ein diversifiziertes Portfolio aufgebaut. Anteile liegen lassen, dem Gequassel nicht zuhören, die Börse einfach laufen lassen. Lethargie ist Trumpf.

    Dem Geschwafel der ganzen Profis höre ich nicht mehr zu. Die wissen nicht mehr als wir. Und schneiden regelmäßig schlechter ab.

    Die Angst um das Depot, die wolke hier regelmäßig kundt tut, verstehe ich auch nicht. Wie wäre es mit einem fundiertem Plan? Von Dividenden als Zuschuß zur Rente leben, 3%-Entnahme realisieren, cool bleiben… wo ist dein Problem mit einem schwankendem Portfolio?

    @ Lad

    Deine Performance der letzten zehn Jahre würde alle interessieren. Ich kann dir auch jedes Jahr 5% auf dein Kapital als “Dividende” auszahlen. Vielleicht ist von deinem Kapital nach 20 Jahren aber nichts mehr übrig. Da nützt die schönste Dividende nichts……

    Einen schönen Sonntag wünsche ich allen 🙂

  11. AvatarSparta

    Gibt es denn irgendwo einen Beleg für Warren’s 50 % Aussage?

    Ein Profi verdient alleine mehr als 95 % der Privatanleger. 😉

  12. AvatarC.M.

    Oben der Chart in seiner exponentiellen Darstellung sieht nicht gesund aus. Bald kommt der Crash. Kann mich auch irren und die Weltbevölkerung verdoppelt sich nochmal. ?

  13. Avatar-M

    Warren hat es mal auf einer HV live gesagt mit den 50%. Er sagte aber auch, dass er es nicht zwingend immer mit Aktien machen würde, wenn ich mich recht erinnere. Ich glaube er könnte es. Geht halt mit einer 500mrd Firma nicht so einfach mehr. Bei 100k packt er das.

    -M

  14. AvatarSparta

    @C.M.

    Darstellungssache. In logarithmischer Darstellung sieht es rein optisch heiterer als “wolkig” aus. 😉

  15. AvatarThorsten Rohweder

    Warren hat auch schon mit Silber gut verdient. Die Medien reduzieren das Unternehmen und die Person soweit, dass man denkt er mache nur buy and hold, und habe nur Aktien.

  16. AvatarDominik

    Weil hier des öfteren von Dividenden in den Kommentaren geschrieben wurde: Dividenden sind KEIN Ersatz für Kurssteigerungen. Die Besteuerung setzt sofort ein, was das Reinvestieren erschwert. Zudem sind Dividenden bei vielen Unternehmen nicht 100% sicher – man kann sich schlicht und ergreifend nicht darauf verlassen. Wer Öl und Tabak heute wegen der Dividende kauft, kann die Tage bis zum Ausfall dieser Zahlungen zählen.

    Die Dividende kann als nettes Extra angesehen werden, primär sollte die Kurssteigerungsphantasie passen.

  17. AvatarFit und Gesund

    @Kurt,

    das erste Buch von Ray Dario steht auch noch auf meiner Wunschliste, ich werde auch nicht so richtig schlau ob er noch aktiv tätig ist oder nicht, glaube es aber schon. Sein All-Wetter-Portfolio hat sicher was, wobei ich mir in dem heutigen Umfeld keine Bonds mehr vorstellen kann, vielleicht kann man Bonds durch Cash ersetzen?

     

    liebe Grüsse

  18. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Fit und Gesund

    Du wirst entspannt in den Ruhestand können. Du hast es richtig gemacht. Gratulation!

  19. AvatarFinanzbär

    Und die Hedgefonds handeln oft nur mit Kundengeldern, haben also weniger Risikoängste. Das ist natürlich ein Vorteil, wenn ich nicht um meinen eingen Haus und Hof “wette”

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