Ein gesundes und glückliches Leben: Auf dem Weg in die finanzielle Freiheit. ETF-Aktien-Sparplan starten. Und das Leben genießen


New York, 11. Juni 2018

So sieht es morgens in New York aus. Anzugsträger stürmen in die U-Bahn auf dem Weg ins Büro. Meine Leser machen das auch – nur wollen sie früher aus dem Joballtag aussteigen.


Ich verspüre den Drang, diesen Blog auszubauen. Aber es ist freilich ziemlich viel Arbeit. Ich möchte die Arbeit in Grenzen halten, weil ich jeden Monat verreise. Ich mache mehr Sport. Dafür nehme ich mir gern Zeit. Ich gehe joggen, Kanu fahren, Gewichte heben. Leider kann ich nicht mehr alle persönliche Fragen beantworten. Im Blog finden sich die Antworten zu vielen Fragen. Sie wiederholen sich. Was mich freut: Der Traffic im Blog geht nach oben. Danke für Deine Treue/Interesse. Mir gefallen die Kommentare immer besser. Es ist eine schöne Community entstanden.

Was viele Leser hier ähnlich machen: Sie sind fleißig. Sie studier(t)en, sie strengen sich an. Sie meiden Schulden nach Möglichkeit. Sie sind vorsichtig mit enormen Hypotheken für ein Haus/Wohnung. Keine Schulden zu haben, ist jedenfalls ein wichtiges Ziel.

Sie meiden zu riskante Investmentideen. Sie machen um eine Startup-Idee eines Verwandten oder Freundes einen Bogen, wenn der sie um ein Investment bittet. Sie kaufen lieber einen ETF oder Blue Chip wie Berkshire Hathaway oder Alphabet, BASF, Nike.

Es ist eigentlich einfach. Du kaufst jeden Monat stur einen ETF. Du ziehst das Dekaden durch. Oder baust Dir Deinen eigenen Aktienkorb. Ich finde Berkshire Hathaway ist eine schöne Basis-Aktie für ein „Buy and Hold“-Depot. Dann mischst Du die weltweiten Stars hinzu: Apple, SAP, Microsoft, Amazon, Alphabet, Facebook, JPMorgan Chase, Johnson & Johnson, Exxon Mobil, Alibaba, Bank of America, Tencent…

Die Wahrscheinlichkeit bei einem Startup in Deinem persönlichen Umfeld einen Cent zurückzubekommen, ist fast Null. Bevor Du es merkst, ist die Hälfte Deines Geldes weg und die Freundschaft kaputt.

Du bist clever: Du schweigst wie ein Grab über Dein wachsendes Vermögen. Freunde und Familie wissen es nicht. Es wird nur unnötig Feindseligkeiten, Neid und Ärger geben.

Du lebst ein ruhiges Leben. Du investierst in Ruhe an der Börse. Du lebst bescheiden. Du kaufst weniger Plunder als Deine Kollegen. Dein Essen ist günstig (aber gesund). Du trägst nicht auffällige Marken. Du fährst ein billiges Auto, das Dich von A nach B bringt.

Ich trage zum Beispiel einen Kaputzenjacke, die 10 bis 20 Jahre alt ist:

Du baust Freundschaften auf. Und zwar basierend darauf, wer Du bist und nicht darauf, was Du hast. Du hast bald das Geld zusammen, um das Leben in der (Teil-)Freiheit zu beginnen.

Der Wert Deines Depots spielt für Dich im Alltag keine Rolle. Du tust so, als hättest Du es nicht. 100.000 Euro klingen für Dich nicht mehr viel. Für die meisten Menschen in Deinem Alter fühlt es sich viel an, Dein Umfeld würde es sofort ausgeben.

Es ist nicht schwierig für Dich, Dein Depot zu schützen. Du sparst weiter in Dein Depot. Es ist nicht verlockend für Dich, es auszugeben. Du machst das Beste aus dem Depot: Du lässt Deine Freiheit wachsen.

Es geht ja darum, ein Konzept zu haben, das sich von der Konsumherde unterscheidet. Die Masse kauft einfach zu viel Zeug. Ich rate Dir so zu denken: „Schaffe Dir erst das Leben, das du haben willst. Dann Spare dafür.“ Zunächst geht es um Dein Leben. Um Deine Zufriedenheit/Gesundheit. Was Du vermutlich längst weißt, wenn Du diesem Blog folgst: Mit der Kauferei erhöhst Du nicht unbedingt Deine Zufriedenheit. Eher das Gegenteil ist der Fall. Zufriedenheit bringen soziale Kontakte (Familie, Freundschaften), Hobbys, Sport, Natur, Karriere, ausreichend Schlaf, Reisen, gesunde Ernährung…. Viele Leute scheinen den ersten Teil zu vergessen: Schaffe sofort das Leben, das Du leben willst.

Es geht nicht darum, eine exakte Zahl eines Netto-Vermögens zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erreichen, sondern Du solltest Dich schon heute auf Deine Zufriedenheit konzentrieren. Wenn Du einen Job hast, den Du hasst, nur um in 10 Jahren vermögend zu sein, stellt sich die Frage, ob das der richtige Weg für Dich ist. Die Zufriedenheit wird nicht kommen, sobald Du frei bist. Sie sollte schon heute Dein Leben bestimmen.

Eine glückliche, frühe Karriere mit einer vernünftigen Sparquote ist eine schöne Ausgangslage, wenn Du jung bist. Ist Dein Ehepartner nicht an einem sparsamen Lebensstil interessiert, suche Möglichkeiten, beide Lebensstile in Einklang zu bringen, ohne den anderen unter Druck zu setzen. Unterstütze Deine bessere Hälfte positiv, anstatt zu versuchen, sie zu überzeugen, sich zu ändern. Suche nach Kompromissen, mit denen Dein Partner und Du leben kannst. Erstaunliches wird hoffentlich passieren.

In wenigen Stunden oder Tagen ist nichts erreicht. Es dauert vermutlich über eine Dekade, um erhebliche Fortschritte zu machen. 500.000 oder eine Million Euro Netto-Vermögen brauchen Zeit. Priorität sollten immer positive Veränderungen haben: Gesundheit, Zufriedenheit, Fitness, Freundschaften…

Du wirst schöne Erinnerungen an Wanderungen, ein Lagerfeuer mit Freunden, Zeit mit Familie haben. Die Segelschiff-Reise, die Radtour am Bodensee, der Strandurlaub….Das sind die Erlebnisse auf die Du Dich fokussieren solltest. Der Rest passiert von alleine, wenn Du eine gesunde Sparquote hast. Du brauchst nicht täglich ins Depot zu schauen. Das regelt sich alles von alleine im Hintergrund über einen ETF-Aktien-Sparplan.

Ich traf am Wochenende eine Bekannte in Atlanta, die mit Mitte 30 eine Krebserkrankungen bewältigt hat. Seitdem macht sie mehr Sport. Sie isst gesund. Sie achtet auf Bio-Kost. Seit ihrer Heilung spart sie mehr. Sie möchte finanziell frei werden. Mehr denn jemals zuvor.

Von ihr kannst Du lernen: Du trainierst jeden Tag. Machst Dich fit. Und ernährst Dich gesund. Anstatt weitere endlose Jahre in den Arbeitskäfig zu gehen, sparst Du Dich schneller frei. Du lässt Dich keine weiteren Jahre in den Job hineinreden – für unnötigen Konsum. Der plötzliche Tod von Menschen in Deinem Umfeld (Schlaganfall, Unfall, Krebs…) öffnet Dir die Augen. Es kann eine sehr einfühlsame Lektion sein, warum die späte Rente eine schlechte Mathematik ist. Lieber früher in die Freiheit.

Der schnelle Tod nach der Rente sollte zudem eine Rolle in Deinem Streben nach dem vorzeitigem Ruhestand spielen. Ein Onkel oder älterer Freund hat es vielleicht so erlebt? Sie haben sich im üblichen Alter von 64 oder 65 Jahren zurückzogen und sind nur ein oder zwei Jahre später verstorben.

Es gibt genug Leute, die sterben mit Mitte 40 an Krebs. Sie gehen trotz der Krankheit bis zum Tag vor der Einlieferung ins Krankenhaus ins Büro. Selbst im Krankenhaus ruht die Arbeit nicht. Sie erledigen Anrufe ins Büro…

Zum Schluss ein Ärgernis: ETF-Buchautor Gerd Kommer hat gegen die finanzielle Freiheit vom Leder gezogen. Herablassend hat er sich über sparsame Menschen ausgelassen. Woran liegt das? Er hat sich mit dem Thema der finanziellen Freiheit nicht ernsthaft auseinandergesetzt. Er hat gerade angefangen, sich selbstständig zu machen. Deshalb ist er nun selbst unter die Blogger gegangen, die er gleichzeitig scharf kritisiert. Er hat jedenfalls das Konzept der Freiheit und ihre Denkweise durch den Dreck gezogen. Normalerweise ist der Weg in die finanzielle Freiheit transparent. Die Mathematik dahinter ist glasklar. Kommer behauptet, das Gegenteil sei der Fall. Ich habe die Formel der finanziellen Freiheit in diesem Blogeintrag kurz erklärt.

Ein Trick, um die Freiheit möglich zu machen ist: Kaufe weniger Zeug:


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Ein gesundes und glückliches Leben: Auf dem Weg in die finanzielle Freiheit. ETF-Aktien-Sparplan starten. Und das Leben genießen

  1. Gainde113

    Hallo Tim

    Wäre es möglich deinen Blog in technischer Hinsicht etwas zu verbessern. Denke, dass vielen Lesern mit einem E-Mail Blogpost-Abo und einer Kommentar-Follow-up-Funktion sehr geholfen wäre weiter dran zu bleiben. Siehe bsp. http://www.frugalisten.de

  2. Sven

    Hallo Tim,

    Deine „Mathematik“ ist zwar glasklar, über die Mathematik hinaus entbehren Deine Berechnungen jedoch jeglicher Realität. In Deinen Berechnung gibt es weder Inflation noch Steuern. Zudem hat man nicht 3000 Euro netto, sondern in Deutschland hat man durchschnittlich 1800 Euro netto.

    Es ist eine Milchmädchenrechnung!

  3. blödmann

    Das stimmt, viele Leute laufen wie Zombies durchs Leben. Erst der Tod, ein schwerer Unfall, der Kolkaps wegen burn out oderÄnliches verleiten zum Umdenken.

    Danke für diesen Artikel

  4. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Sven

    Die Inflation und Nebenkosten hast Du im Griff, wenn Du eine Rendite von 5% unterstellst. Im Schnitt legt der S&P um knapp 10% seit Ewigkeiten zu.

  5. Insider

    Hallo Tim , wieder ein sehr schöner und motivierender Beitrag. Das Motto von vielen hier könnte sein :“ der weg ist das Ziel. “

    Bewusstes und zufriedenes leben sind auch ohne die komplette finanzielle Freiheit möglich . Ich versuche dies für mich umzusetzen und auch meine Partnerin entsprechend zu motivieren.

     

  6. Leser

    Ich finde man sollte das Depot nicht vor der Familie verheimlichen. Vor entfernten Freunden schon. Bei nahen Freunden auch nicht.

    Ganz einfach, man will doch, das die, die Einem Nahe stehen auch „zum Glück“ finden. Sich austauschen und gegenseitig in Zeiten der Krise beistehen. Vielmehr, ich sehe es als Pflicht an, sein nahes Umfeld zu mehr zu motivieren. Hängt von der persönlichen Beziehung ab, wie weit man dann jeweils ins Detail geht. Ob man nur den groben Ablauf skizziert, die Depotpositionen aufzählt oder gar die absoluten Summen.

    Alle die weiter weg stehen brauchen nichts davon zu wissen. Zum Einen zur Sicherheit, bevor Neid entsteht. Zum Anderen verstehen die es eh nicht.

    Ansonsten wie immer schön geschrieben.

  7. Thorsten

    @ Tim

    Ich setze darauf, dass die Aktienkurse nebst Dividenden  die Inflation mitmachen, da sich das ganze Geschäft  vom Einkauf, über Lohnkosten bis zum Verkauf im Idealfall mindestens mit der Inflation mitbewegen sollte. Sind die Einkäufer gut und die Endprodukte begehrt und werden diese über die Inflation hinaus teurer, um so besser. z.B Apple

    Das Wegsterben kurz vor oder nach der Rente von Menschen Mitte 60 habe ich schon mehrfach erlebt, manchmal trifft es unvermittelt auch die Ehefrau (z.B Krebs) und dann sind alle Urlaubs- und Ruhestandspläne dahin.

    Die Worte : Plunder, Krempel, Tinneff, Deko, Glitzer, Prunk erheitern mich zunehmend. Ich brauchs nicht (mehr).

  8. K.K.

    Ein guter Blogpost, der alles wesentliche, besonders in Bezug auf die Zufriedenheit zusammenfasst. Danke dafür.
    Gerade die Zufriedenheit vergessen viele. Viele Jammern nur anstatt zu erkennen was man im nahen Umfeld selbst und vorallem sehr viel beeinflussen kann. Das plus Pessimismus macht es oft schwierig. Solche Zeitgenossen tun mir teils Leid und es kostet Kraft sich nicht davon beeinflussen zu lassen.

    Auch die letzten Beiträge habe ich, still, mitgelesen, da zur Zeit die Familie mehr Priorität hat. 🙂

    Wie willst Du denn deine Seite ausbauen? Gibt es dazu Ideen? In welche Richtung?

    Viele Grüße,

    K.

  9. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ Tim

    Dein Artikel gefällt mir heute besonders gut, Tim.

    Deine Aussage hier:

    Schaffe sofort das Leben, das Du leben willst. (…) Die Zufriedenheit wird nicht kommen, sobald Du frei bist. Sie sollte schon heute Dein Leben bestimmen.

    spricht mir aus dem Herzen. Sie erinnert mich an Marc Aurel:

    Wie du am Ende deines Lebens wünschest gelebt zu haben, so kannst du jetzt schon leben.“

    Das versuche ich jeden Tag. Das Sparen und Investieren ist nur ein Bausstein in diesem Leben. Ein wichtiger.

    Jeder hat ganz eigene, individuelle Vorstellungen von diesem guten Leben. Wie die Freiheit aussieht, wie man sie ausfüllt, das sollte jedem selbst überlassen bleiben.

  10. V

    Ich sehe bald alte Studienkollegen wieder von vor 18-20 Jahren. Ich denke der Ratschlag des Schweigens über das erreichte Vermögen ist goldrichtig. Sie würden es wohl nicht im Ansatz verstehen, dass so was möglich ist und was mein Ziel ist….

  11. June

    Guten Abend,

    in sich selbst zu Ruhen, ist eine ganz große Herausforderung. Und meiner Meinung nach der Schlüssel zum Glück. Denn dann benötige ich einfach Weniger. Kann minimalistischer Leben und habe trotz dem weniger mehr von meinem Leben und meinem Sein, da ich durch den Verzicht von unwichtigen Dingen, dass was mir wirklich wichtig ist in hochwertigerer Ausführung kaufen kann.

    Bisher habe ich noch keine Meinung zu dem Artikel von Hern Kommer geäußert. Es fällt mir unheimlich schwer seine möglichen Beweggründe in Worte zu fassen. Das liegt auch daran, dass ich den Tonfall der da mitschwingt einfach unterirdisch finde. Der Text ist abwertend und ich empfinde die Sprachwahl beleidigend.

    Zudem sind seine Beispiele sehr fragwürdig. Hans hat ohne große Einbußen seiner Lebensqualität sicher die Möglichkeit fianziell frei zu werden. Würde er nur die Hälfe seines Einkommens sparen, dann hätte er vom Rest immer noch ein Leben in der oberen Mittelklasse.

    Schon Ford wusste, dass man nur von dem Geld reich wird, was man nicht ausgibt.

    Hätte Herr Kommer geschrieben, dass eine Familie mit 2000 Euro netto keine Chance hat finaziell frei zu werden, hätte das auch jeder hier unterschreiben. Unterhalb der gehobenen Mittelklasse wird es für eine Familie sehr, sehr schwer. Selbst den wenigsten Single wird dies unterhalb der Mittelklasse gelingen. Ausnahmen bestätigen immer die Regel und wir hier sind diese berühmten Ausnahmen.

    Aber es zeigt auch, dass es nicht unmöglich ist. Und wenn ich es in ca. 5 Jahren dann geschafft habe, dann ist es sicher kein Leben auf Sozialhilfeniveau. Es wird so sein wie bisher. Für einen größeren Luxus muss ich noch ein paar Jahren dranhängen. Aber noch macht mir meine Arbeit viel Spaß.

    Ich denke, dass ist das Probelm von Herrn Kommer, er kann sich kein Leben unterhalb des 5 er BMW‘s, des täglichen außer Haus essens und der vielen kleinen Annehmlichkeiten vorstellen. Viele Menschen im Dunstkreis von wirklich sehr vermögenden Menschen leben leider ein Champagner Leben mit Mittelklasse Einkommen nur um vermeintliche mithalten zu können.

    @Leser,

    es kommt stark darauf an, wenn du einweihst. Viele Menschen können einfach mit den Geld das man gespart und investiert hat nicht umgehen.Es weckt Begehrlichkeiten oder Neid gerade im Freundeskreis.

    Ich habe selbst eine Freundin, sie hätte ähnliche Möglichkeiten wie ich gehabt ist aber einen anderen vermeintlich sicheren Weg gegangen. Wenn Sie die höhe meines Vermögen kennen würde, würde dies entweder Unverständnis oder Neid hervorrufen. Im schlimmsten Fall aber bedeuten, dass sie sich als Versager fühlt. Also sage ich nichts.

    Take care,

    June

  12. Frank

    Ich finde den Beitrag von Hr. Kommer gut und inhaltlich zutreffend.

    Leider ist es in diesem und den meisten anderen FI-Blogs inzwischen zu einer Glaubensfrage geworden. I warnt to believe!

    Fakten spielen keine Rolle mehr.

    In Deutschland ist die FI durch Verzicht und Anlegen kaum zu erreichen. Argumente:

    – In D muss man das meiste aus dem versteuert Einkommen ansparen. In den USA geht es andersherum.

    – Die Rendite des S&P vernachlässigt völlig das Währungsthema.

    – In D ist die Gesamtabgabenbelastung die zweithöchste, nach Belgien, auf der Welt.

    – Die Steuer auf Kapitalerträge wird häufig ignoriert.

    – Inflation spielt kaum eine Rolle. Wer vor 40 Jahren eine Million hatte, hat heute 375.000 € Kaufkraft.

    usw.

     

  13. Hendrik

    Wenn ich mir das so durchlese, glaube ich der Herr Kommer wollte an dieser Stelle durch gezielte Provokation ein bisschen Aufmerksamkeit erzeugen. Mit den Stichworten Finanzielle Freiheit und Passives Einkommen spricht man wohl momentan mehr Leute an, als mit souverän investieren 😉

    Aber es ist doch schon für alle die sich mit dem Thema beschäftigen ganz klar, dass Finanzielle Freiheit nicht einfach zu erreichen ist. Für einen Minimalisten mag die FF einfacher zu erreichen sein, allerdings sind damit gewisse Kompromisse verbunden. Für einen Konsumjunkie ist noch viel schwieriger. Aber die Stellschrauben Einnahmen und Ausgaben müssen halt die Balance finden. Das weiß doch jeder Haushälter…

    Wenn man sich versucht Finanzielle Freiheit zu definieren, wird jeder ein für sich anderes Ergebnis finden. Für Menschen aus der dritten Welt ist mit unserem Sozialsystem in Deutschland möglicherweise jeder schon jetzt finanziell frei.

    Herr Kommer scheint zwar durchaus an der Einnahmenseite etwas gemacht zu haben, aber die Ausgabeseite schaut von Außen betrachtet auch ganz schön dicke aus. Ich glaube,wer ein sparsames, bewusstes Verhältnis zu Geld in seiner Kindheit bereits gelernt hat, hat damit etwas verinnerlicht, was manche Menschen, die wohlhabender aufgewachsen sind kaum lernen können.

     

     

  14. Thorsten Rohweder

    @June so manch einer , der nach dem x.ten Studium und prekären Praktikumszeitarbeitsvertrag was von seinen noch im letzten Jahrhundert regulär arbeitenden Verwandten erbt, kann es durch den Booster wie eine geerbte Wohnung oder Sparvermögen auch noch schaffen, es sei denn er verkloppt es gleich für den 5er BMW. Noch nie ist so viel vererbt worden wie heute.

  15. Leser

    Wenn man sich 20 Jahre nicht gesehen hat, würde ich auch dazu raten still zu sein.

    Ich sehe das mehr so, wenn man weiter am Anfang steht, muss man offen sein. Nicht Jahre lang sein Ding durchziehen und dann mit dem hoffentlich eintretenden Erfolg prahlen. Wenn man diese Offenheit am Anfang nicht an den Tag gelegt hat, ja dann besser still sein, dann ist die Chance verpasst.

    Aus Eigenschutz und aus Rücksichtnahme still sein. Aber die Freundschaft wird wohl spätestens dann in Schwierigkeiten geraten, wenn man sich aus dem Beruf verabschiedet und der gegenüber noch weit von der Rente entfernt ist.

  16. Hendrik

    @June – bezüglich Champagner Leben:

    Herr Kommer hat von 1983-1989 an der LMU München und von 1991-1993 an Vanderbilt University studiert; bei der letzteren gab es Studiengebühren i.H.v. pro  35.000 US-Dollar pro Studienjahr (Quelle Wikipedia)

    Stimme dir insoweit zu, dass Herr Kommer seit jeher in einem Dunstkreis von sehr Vermögenden gelebt hat.

     

     

  17. KievKiev

    Tim, Vielen Dank für den schönen Beitrag zur inneren Zufriedenheit ohne viel Plunder zu kaufen.

    Ich habe selbst mittlerweile ein ordentliches Vermögen bin aber noch lange nicht an meinem Ziel angekommen. Ich habe eine sehr hohe Sparrate und falle damit für manche in die Geiz oder Einsiedler Ecke. Ich habe jedoch denselben Freundeskreis beibehalten. Es hat sich in der Hinsicht nichts verändert. Allerdings war ich im Vorfeld auch nicht von einem sehr elitären Freundeskreis umgeben. Wenn man auf dem völlig falschen Weg ist und dies realisiert kann sich der Freundeskreis mit dem eigenem Wandel ändern. Das ist aber bei allen größeren Veränderungen der Fall.

    Für Kollegen und auch Freunde lebe ich etwas getarnt. Auch wenn mein Umfeld gut verdient und auch gut Geld ausgibt fällt es nicht auf wenn man sich hier stark zurück nimmt. Mit zwei Kindern geht man eh nicht sehr oft aus. Man trifft sich lieber bei Freunden, da es viel entspannter für alle ist. Das hat noch nicht mal etwas mit Sparen zu tun.

    Ich bin immer erstaunt was es nicht alles für kostenlose Aktivitäten in meiner Stadt gibt. Die offensichtlichen Posten wie Büchereien meine ich noch nicht einmal damit. Es gibt diverse Radveranstaltungen, Touren, RTF, Werkstätten, Laufevents auch kostenlos, Museen, Sportgruppen usw. Schaut Euch einmal in Eurer Stadt um und lest den Lokalteil der Zeitung. Es gibt viel mehr als man meint. Ich habe vor kurzem einen Repräsentanten eines Radverbandes getroffen. Ich habe es erst im Nachhinein erfahren. Ich habe eine Möglichkeiten entdeckt, die für einen Kollegen sehr interessant ist. Ich habe ihn direkt darauf angesprochen und mein Kollege soll sich in der Sache direkt an ihn wenden. Mit Kleinigkeiten und Aufmerksamkeit kann man viel bewirken. Es hat mich nicht viel Zeit gekostet und vielleicht jemanden weitergeholfen. Nebenbei habe ich jetzt einen direkten Kontakt zu einem wichtigen Radverband der Region. Mit ausreichend Zeit könnte ich mich jetzt schnell irgendwo einbringen. Ich müsste nur Fragen. Den Kontakt habe ich ja schon.

    Ich habe am Wochenende sehr viele schöne Dinge erlebt. Ich habe in Karlsruhe sogar noch eine Veranstaltung mit Tiny Houses besucht. Und dazu musste ich nur schnell und ausdauernd mit dem Rad unterwegs sein. Die Veranstaltung hat mich im übrigen wie alle anderen Dinge bis auf Essen nichts gekostet. Man muss einfach nur kreativ sein und die Augen offen halten. Die Veranstaltungen haben mir nicht nur viel Spaß gebracht. Sie bringen mich auch weiter. Sport und Informationen zu Mikroappartments sind Bereiche die ich gerade ausbaue.

  18. Hasan

    Ohman von den ersten 100k kann ich bisher nicht einmal träumen. Ich werde nächsten Monat 24. Studiere zur Zeit Maschinenbau (Bachelor) und bin mit dem Studium in 3 Monaten durch. Insgesamt habe ich 8 Semester gebraucht. Regelstudienzeit sind 7 Semester. Danach will ich noch meinen Master ranhängen. Lernen macht mir irgendwie richtig Spaß. Der Master dauert  3 weitere Semester (an der Fachhochschule). Wenn alles gut läuft, bin ich dann 25,5 Jahre alt und starte in das Berufsleben. Andere haben in dem Alter schon 100k auf dem Konto. Das demotiviert mich nicht, aber weckt bei mir den Gedanken, dass ich scheinbar was flasch gemacht habe im Leben.

    Die 100€, die ich seit August jeden Monat in den MSCI World und EM stecke, beruhigen halbwegs mein Gewissen. Mehr Sparen ist zur Zeit nicht drin, wenn man als Praktikant Vollzeit bei einem der größten Stahlproduzenten Deutschlands arbeitet. Das Gehalt wird zumindest bei Beginn der BA-Arbeit mehr als verdreifacht. Ein kleiner Trost.

    Jetzt verstehe ich warum man sagt, dass der Weg zur FI ein Marathon und kein Sprint ist. Die ersten Meter habe ich hinter mir.

  19. sven

    Der Kommer hat doch selbst ein Buch über passives Einkommen geschrieben und zieht in seinem Blog drüber her.

    Ich lache mich schlapp!
    Herleitung und Umsetzung eines passiven Investmentansatzes für Privatanleger in Deutschland: Langfristig anlegen auf wissenschaftlicher Basis by Gerd Kommer (2012-08-16)

  20. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Gainde113

    Danke für Deinen Vorschlag. Ich schaue mir das an.

    @ Insider

    Prima. Das stimmt. Es geht nicht nur um die Finanzen, sondern viel mehr.

    Ich denke, ich habe hier einige schon erreicht, etwas umzudenken.

    @ Thorsten

    Weniger Plunder ist immer gut. Mehr Zeit zu haben, das Leben zu genießen auch.

    @ Freelancer Sebastian

    @ June

    Finanzielle Freiheit ist ein Mindset. Du baust Dir Dein Leben abseits von Schulden und Konsum-Mist. Du genießt das Leben. Die gehst in die Natur, Sport, Familie, Freunde. Du bildest Dich weiter. Es ist eine Lebensphilosophie. Das ist das, was die Konsumherde einschließlich Kommer nicht begreift. So jetzt geh ich raus an den East River joggen.

    @ Kiev

    Coole Events. Klingt spannend.

  21. Ex-Studentin

    Hi Hasan, mit 25 Jahren 100k zu haben, ist nicht der Standard. Viele studieren noch bis Mitte 20. Du bist vielen Gleichaltrigen voraus, da du jetzt schon Erfahrung an der Börse sammelst. Und so blöd es klingt: Ich war zwar früh im Berufsleben, aber das war eine Aneinanderreihung glücklicher Zufälle und aus Mangel an Alternativen.

  22. Michael W

    Ich denke das Thema Einkommen spielt bei der Wahl des Risikos eine Rolle. Je weniger man verdient desto risikoreicher muss man investieren bzw spekulieren um gleichen Erfolg zu bekommen.

    Sehr entscheidend ist tatsächlich die Frage: Wann möchte ich mein Leben leben und wann möchte ich sparen. Mit 60 Jahren frei zu sein kann bedeuten 40 Jahre lang ein trostloses Leben gelebt zu haben, je nachdem wo man seine Ziele sieht. Mit Mitte 20 bereits alles ausgeben, beschert einem vielleicht ein schönes Leben in jungen Jahren, aber 40 Jahre harte Arbeit und Unfreiheit hinterher.

    Diese Entscheidung ist die wichtigste die man im Leben treffen muss. Wie man wann leben möchte bzw was man wann erleben möchte.

    Wenn ich zurück blicke, dann sehe ich leider stets die Partys und sozialen Kontakte die ich verpasst habe als den Inhalt des Depots und andere Dinge, die ich durch diesen Verzicht erreicht habe. Wenn ich heute Menschen im gleichen Alter sehe wirken diese oft wie zurückgeblieben, aber ich würde wetten dass diese Leute in den vergangenen Jahren viel mehr Freude am Leben hatten als ich.

    Der Preis für Freiheit ist hoch und ich hoffe jeder Leser hier trifft die richtige Wahl.

  23. David

    @Hasan:

    Mach dir keinen Kopf deswegen… wenn du bis jetzt gearbeitet hättest und das Geld unnötig aus dem Fenster geschmissen hättest, DANN könntest du sagen, dass du etwas falsch gemacht hast. Stattdessen hast du investiert… und zwar in dich selbst. Humankapital finde ich etwas vom wichtigsten, auch wenn es sich quantitativ nicht veranschaulichen lässt. Und als kleiner Trost: Ich habe nach meinem Jura-Studium (für dessen Bachelor- und Masterstudiengang habe ich insgesamt rund – und jetzt halte dich fest – 12 Semester (!) benötigt) mit 27.5 Jahren angefangen habe zu arbeiten hatte praktisch nichts auf der hohen Kante, konnte danach dafür ordentlich „aufholen“, weil ich weiterhin mein „Studentenleben“ gelebt habe. Fazit: Sei positiv und sei stolz auf dich, denn den ersten richtigen Schritt (nämlich der richtige Mindset) hast du bereits getan. Ich wünsche dir für deine Investments viel Erfolg… und vor allem viel Geduld! 😉

  24. Gustav Gans

    Ich les ja ab und ab jetzt solche Blogeinträge weil ich (32) gerade selbst bisschen anfange an der Börse zu spielen.

    Was mich aber extrem aufregt ist dieses stanstän urteilen von allen Bloggern. Lasst doch jeden leben wie er will? Solange er damit keinen verletzt, stört, usw!

    Vielleicht will man es mir nicht glauben, aber ich bin selbständig mit einem mittelständischen Unternehmen seit 2013. Gestartet mit 25 Mitarbeitern jetzt sind es knapp 90. 10h am Tag ist wenig, wenn ich das schaffe. Und jetzt kommt es: ich bin glücklich! Ich liebe mein Leben. Ich nicht joggen, weder am EastRiver noch im Wiesengrund bei mir. Ich brauch auch keine massig Freunde, sondern kann alleine am Sonntag in meinem Garten sitzen und genießen. Natürlich auf Kredit das Haus. Und? Ich find es gut, weil ich mir das gönnen wollte und mir auch Reisen gönnen will…

    Also bitte liebe alle Blogger hört auf zu urteilen. Gerne teilt eure Ideen.

  25. Thorsten Rohweder

    @David ich haben meinem Fach 12 Semester gebraucht, 10 waren Regelstudienzeit,  ich kannte nur wenige, die es mit 11 geschafft haben. War vollkommen normal. Ich war 26 , da hatten Gleichaltrige schon ein Haus, zumindest die Handwerker,  oder die im Bau. Es ist dann nur gerecht auch entsprechend mehr zu verdienen finde ich.

  26. David

    @Michael W:

    Was verstehst du unter „Risiko“? Ich finde den Vergleich und die Vermögensunterschiede zwischen einem Geringverdiener und einem Grossverdiener etwas gefährlich. Natürlich müsste ein Geringverdiener viel mehr Risiko eingehen um auf dasselbe Kapital eines (sparsamen) Grossverdieners zu kommen, ich würde diesen Vergleich aber (aus diversen Gründen) aussen vor lassen. Wenn du mit „Risiko“ aber den Aktienanteil am Portfolio meinst… dann habe ich allenfalls etwas Passendes dazu: Ich lese gerade das Buch „Einfach investieren – Grundlagen des Value Investing“ von Till Schwalm in welchem eine Faustformel für die richtige Anlagequote ermittelt werden kann: 100 – Alter

    Die Idee dahinter: Junge Investoren haben an den Finanzmärkten wenig zu verlieren, aber viel zu gewinnen. Wer jung ist und eine Arbeit hat, von dessen Einkommen er seine regelmässigen Ausgaben problemlos decken kann, den beeinträchtifen Kursrückgänge im Alltag nicht. Dagegen haben ältere Anleger, die ihren Lebensunterhalt aus ihrem Vermögen beziehen müssen, im Vergleich mehr zu verlieren und aufgrund ihrer Lebenssituation daher grundsätzlich eine niedrigere Aktienquote wählen.

    Gemäss dieser Formel dürfte ich also nur 67% Aktien haben (ich bin bei rund 90%), was ich dann doch etwas gar wenig finde, aber der Ansatz der Formel gefällt mir dennoch.

    Bzgl. „Jetzt leben“ und „Leben aufschieben“: Zu diesem Punkt hatten wir schon zahlreiche Diskussionen. Es gab zwar hin und wieder Leute, die mitgeteilt haben, dass sie sich von „Wasser und Beot“ ernähren, das gros der Leute hier hat aber ein gesundes Mass und übertreibt es einfach nicht mit dem Konsum. Einen Punkt musst du aber genauer beachten: Nicht jeder, der weniger Geld ausgibt verzichtet automatisch aus etwas. Wenn du also gerne auf Partys gehst, dann fällt es dir schwer nicht zu gehen und du verzichtest, jemand der sich hingegen nichts daraus macht, der verzichtet nicht… Irgendwo besteht schon ein Verzichz auf etwas, aber wie du richtig geschrieben hast, muss jeder selbst wissen, inwiefern er heute oder morgen leben möchte. Die beste Lösung ist wohl – wie so oft – die gesunde Mitte. 😉

  27. Andrea

    Hasan, ich finde es super, dass du schon während des Studiums angefangen hast, regelmäßig zu sparen. Mach‘ auch weiter so, wenn die Kurse sinken.

    Ich lebe eher sparsam, aber bin total zufrieden so. Am Samstag hat mir eine Schwester eine Schüssel mit selbstgemachter grüner Sauce mit Kräutern aus dem eigenen Garten gebracht. Wir haben die Sauce zu Pellkartoffeln gegessen und es war sehr, sehr lecker. Morgen bringt mir meine indische Kollegin einen Karton leckere, reife, gelbe Mangos von einem asiatischen Obsthändler mit, darauf freue ich mich jetzt schon. Der Karton mit 4-5 Stück kostet ca. 8 Euro.

    Ich spare immer noch regelmäßig jeden Monat 500-1000 Euro in mein Depot. Im Mai habe ich ca. 440 Euro Dividende erhalten, das fand ich schon toll. Ich kaufe die Aktien nicht gezielt im Hinblick auf Dividende, aber ein paar Aktien haben hohe Ausschüttungen, z.B. BASF. Alle Dividenden werden wieder angelegt. Ich bin wirklich zufrieden, dass ich angefangen habe, in Aktien zu sparen. Irgendwann werde ich auch die sinkenden Kurse vertragen müssen, ich habe mir vorgenommen, mich dann daran zu erinnern, dass es Kaufkurse sind.

    Ich mache meine Arbeit gerne, aber sie ist sehr anstrengend. Ich kann mir nicht vorstellen, sie bis 69 zu machen. Ich denke doch, dass mir das Depot die Möglichkeit gibt, früher in Rente zu gehen.

     

     

  28. David

    @Thorsten Rohweder:

    Ich bin absolut einverstanden, dass es richtig ist, dass ein Student, der einige Jahre nichts verdient hat, bei seinem Einstieg ein höheres Gehalt bekommt. Fakt ist aber, dass dies nicht bei jedem Studiengang und bei jedem Job der Fall ist. Ich kann mich grundsätzlich nicht beklagen, hatte – und das muss ich ehrlich eingestehen – teilweise aber auch ein wenig meine Zweifel, so ähnlich wie Hasan. Im Endeffekt bin ich aber davon überzeugt, dass jeder seinen eigenen Weg gehen muss… und auch wenn ein anderer Weg aus finanzieller Sicht vielleicht attraktiver gewesen wäre, bin ich zufrieden mit dem Weg, den ich eingeschlagen habe. Ich habe ein wenig die Einstellung, dass nichts ohne Grund geschieht. 🙂

  29. David

    @Gustav Gans:

    Ich hatte bisher eigentlich nie gross das Gefühl, dass jemand verurteilt wurde, wenn er nicht die gleiche Einstellung an den Tag gelegt hat wie die meisten hier. Vielmehr geht es doch darum sich gegenseitig zu motivieren. Und wenn man ein Konsummensch ist und gerne Geld ausgibt für materielle Dinge, dann ist das auch in Ordnung, denn jeder kann selbst bestimmen, wie er sein selbst verdientes Geld ausgeben möchte. Allerdings darf so eine Person auch nicht unbedingt erwarten in einem solchen Blog dann auf Gleichgesinnte zu treffen…

  30. June

    @Hendrik,

    dann war ja meine Eingebung zu Herrn Kommer richtig gut. Das er aber bereits so lange im Dunstkreis sehr vermögender Menschem mitschwimmt hätte ich nicht gedacht. Meine Idee war mehr, er berät vermögende Anleger in München. Da lebt man schon etwas anders als z.B. in Stuttgart. Aber privat Uni im Ausland ist auch ein Hausnummer. Denn die Komulitonen bekommen diese meist von den Eltern aus der Portokasse finanziert.

    @Hassan,

    du hast bisher alles richtig gemacht. Eine gute Ausbildung ist durch kein Geld der Welt zu ersetzen. Wenn es dir nach der Uni gelingt deinen Lebensttil nur langsam zu steigern, dann machst du auch in Zukunft alles richtig.

    @ David,

    du hast aber nicht in Deutschland studiert. Da schaffen es nur die totalen Überflieger mit viel Glück in 12 Semester zum Staatsexamen.

    @Tim,

    da hast du völlig Recht, es ist eine Sache der persönlichen Einstellung und der individuellen Überzeugung.

    Wir verzichten hier auf nichts. Für die Nachbarn sind wir ganz normal. Mancher hier aus dem Block würde denken wir leben ausschweifend. Und manch ein Finanzexperte würde den Eindruck gewinnen wir leben auf Sozialhilfeniveau. Tatsächlich leben wir meist sehr sparsam, haben ein tolles und abwechlungsreiches Leben und können jeden Monat viel investieren.

    Und ab und an sind wir ausschweifend. Der Champagner in diesem Jahr ist ein USA Urlaub.

    @K.

    schön von dir zu lesen.

    Take care,

    June

  31. Der Baum

    Heho,

    „Realismus“ bei dem Thema Finanzielle Freiheit hin oder her, es geht doch eigentlich um etwas ganz anderes. Was Tim uns vermitteln möchte, und was seitdem ich den Blog verfolge auch eingetreten ist, ist eine stetige und sich wiederholende Erinnerung an ein gewisses Ziel. Ob am Ende der dann 100k oder 800k stehen ist aus meiner Sicht „nur“ eine Zahl. Den meisten Menschen wird es schon wesentlich besser gehen und sie werden freier sein, wenn sie nur Mal den Keller ausräumen und unnötige Versicherungen kündigen.

    Es geht hier also um ein „Mindsetting“.

    Daher lieber Tim, lass das Mantra ruhig weiter laufen.

    Grüße der Baum

  32. Thomas der Sparkojote

    Ich denke Gerd hat mit diesem Blog-Post bewusst polarisiert. Er sieht aber viele der Dinge in einem anderen Licht, so wie wir den übermässigen Konsum vermeiden, hat er und sein Co-Author eine andere Ansicht.

    Ich finde den Beitrag äusserst erfrischend, allerdings lehne ich mich mal vorsichtig aus dem Fenster und behaupte das ich selbst auch eher minimalistisch/frugualistisch bin. Natürlich bin ich nicht der Backpacker mit 42 GEgenständen im Rucksack (inkl. Rucksack). Aber ich denke ich habe in den letzten Jarhen und Monaten viel ausgemistet, vor allem seit ich mich mehr auf die Digitalisierung fokussiert habe. Viel Papierkram um Elektrozeugs konnte ich so Digitalisieren und anschliessend Verkaufen. Ich gebe zu es gibt dinge die reizen mich, ein cooler Sportwagen wäre doch was oder? Aber ich weiss genau, sobald ich so einen Wagen besitzen würde, wäre es nichts spezielles mehr und mir wäre nach kurzer Zeir (1-2 Monate) langweilig mit dem Auto. Den ich weiss ich bin kein Autoliebhaber. Andererseits bin ich vom Apple Ökosystem begeistert, sollte mein 5 Jahre altes Macbook Pro irgendwann mal aussteigen. Wirds halt wieder ein neues Macbook für 1’500-2’000 CHF oder wenn mein altes iPhone 6s Plus den Geist aufgibt, wird es halt das nächst neuere iPhone X oder was auch immer.

    Ich stelle z.B. häufig fest das es schwer ist Emotionen nachzuvollziehen und richtig zu verstehen (Stichwort Empathie). Ein kleines Beispiel sollte dies deutlich erläutern. Ich habe mir ein neues Portmonai (einen Cardholder) für rund 2.70 CHF online gekauft. Die Qualität ist in Ordnung und es sieht chic & gepflegt aus. Natürlich ist es ein No-Name Produkt, aber ich finde es ist der beste kauf den ich in den letzten 90 Tagen getätigt habe. (Davor war es mein gebrauchter E-Reader für 42 CHF)

    Nehmen wir eine x-beliebige Person die ebenfalls einen ähnlichen Cardholder, aber von einer Marke gekauft hat. Ob nun Gucci, Lacoste oder Saint Lauren völlig egal. Vermutlich kostet dieser Cardholder (selbe Funktion/ähnliches DEsign und gleich fiel Verstauelemente) um die 50 CHF oder mehr. Ich gebe dem Besitzer recht, die Verarbeitung und Qualität mag besser sein, aber bis zu welchem Grad mag der Aufpreis vertretbar sein. Diese Person findet nun auch das dies sein bester Kauf in den letzten 90 Tagen war. Nun kommt die Preisfrage.

    Beide fühlen nun also die Selben oder ähnliche Emotionen über ihren Kauf. Es handelt sich um ein ähnliches Produkt aber der Preis ist deutlich anders. Zweite Person kann zwar nachvollziehen, wieso ich das günstigere No-Name Produkt gekauft hat. Kann aber oftmals nicht verstehen das die Selben Emotionen bei mir ausgelöst werden. Umgekehrt gilt natürlich das Selbe, ich verstehe zwar das die Person vermutlich Marken Produkte mag und deshalb dafür bereit ist einen Premium Preis zu zahlen. Kann aber überhaupt nicht nachvollziehen was für Emotionen bei dieser Person ausgelöst werden (obwohl es die Selben/ähnliche sind). Hätte ich nun dieses Marken Produkt, würde es wohl bei mir diese positiven Emotionen nicht hervorrufen. Wieso? Vermutlich weil mir das Preis-Leistungsverhältnis zu verwaschen ist.

    Das Beispiel war nun sehr vereinfacht, vermutlich kennt ihr auch ähnliche Situationen. Damit will ich abschliessend sagen Leben und Leben lassen, aber sehr gerne diskutieren, dass macht Spass (mir zumindest) 😀

    Grüsse
    Thomas

  33. Ex-Studentin

    Mir hilft das regelmäßige Lesen. Ich selbst bin ein „Hamster“. Ich behalte selbst Werbegeschenke auf ewig, „Irgendwann brauche ich das noch!“

    Ich miste nun immer wieder aus und habe für meine Verhältnisse große Schritte gemacht. Z.B. überflüssige Kleiderbügel wegschmeißen, Jugendbücher verschenken. Wobei ich nach wie vor viele Sachen jahrelang rumliegen habe, bis ich sie verschenke oder wegwerfe. Ich bin auch nicht sonderlich risikofreudig. Immerhin habe ich mich nun auf 50% Aktienquote gesteigert.

    Über den eigenen Schatten zu springen, ist eine große Errungenschaft. Ich bin weit weg von perfekt, aber auch weit weg von „schlimmer geht kaum“.

  34. KievKiev

    @ Hasan

    Es ist im Voraus schwer vorauszusagen womit man langfristig mehr Erfolg haben wird. Mit einem Master in Maschinenbau stehen Dir bei Flexibilität bei der Wahl des Standortes und vielleicht auch bei manchen Wechsel sehr viele Türen offen. Es sind sehr hohe Gehälter möglich. Du wirst herausfinden was Du machen möchtest und was vielleicht nicht. Prioritäten können sich mit der Zeit auch verschieben. Das wachsende Vermögen wird Dir aber immer Sicherheiten geben, dass zu tun was Du möchtest.

    @ Michael W

    „Wann möchte ich mein Leben leben und wann möchte ich sparen“. Versuche nicht zu sehr auf Dinge zu verzichten. Die Studentenparties sind jetzt für Dich vorbei. Hier hättest Du vermutlich die eine oder andere mehr mitnehmen müssen. Die kosten ja auch nicht viel Geld im Vergleich zu einer Party mit Champagner.

    Das Leben hat unterschiedliche Phasen. Erlebnisse muss man auch in den entsprechenden Phasen erleben können. Das kann man nicht aufschieben. Falls Du gerne Kinder haben möchtest aber auch gerne reist und weite Länder erkunden möchtest würde ich auch diese Reisen durchführen. In der Lebensphase mit Kindern ist das dann erst einmal nicht auf die Weise möglich wie vorher. Du musst dabei ja nicht in die teuersten Länder fahren. Es gibt spannende Ziele z.B. in Südamerika. Mit ein bisschen Planung bei der Krankenkasse (Stichpunkt Übernahme der Kosten bei Impfungen) sind diese Aufenthalte gar nicht so teuer. Und das Erlebnis hält ein Leben lang. Falls Du ein gutes Gehalt verdienst oder etwas mit guter Aussicht studierst kannst Du auch mal bewusst Geld ausgeben.

    Ich bin als Beispiel verfressen. Für mich bedeutet Einschränkung beim Essen durchaus Verzicht. Vor allem bei Dingen, die mir eigentlich nicht so gut tun. Ich habe mich hier sehr eingeschränkt und empfinde dies manchmal auch als Verzicht. Aber der Verzicht (oder Einschränkung) ist gut für mich. Und das ist mir langfristig wichtiger.

    @ Gustav Gans

    Ich habe versucht darzustellen, dass ich mich trotz sehr hoher Sparrate nicht einschränke. Und das dies auch keinen Einfluss auf den Freundeskreis haben muss. Außer der Freundeskreis lebt exzessiv und man stellt selbst irgendwann fest, dass dies nichts (mehr?) für einen ist. Jeder kann leben wie er will. Es wird nur von manchen Seiten unterstellt, dass ein isolierter Lebensstil zwangsläufig das Ergebnis von hoher Sparsamkeit ist. Das sehe ich nicht so. Natürlich kann man auch alleine Dinge unternehmen wenn man dies möchte. Aber man muss es nicht um die FF zu erreichen. Ich bin selbst eher introvertiert als extrovertiert. Ich bin glücklich so wie es ist, aber ich versuche mehr auf die Leute aktiv einzuwirken. Das bringt in mehrfacher Hinsicht viel mehr Zufriedenheit und Erfolg. Aber man muss es üben.

    Ich habe als Beispiel schon 3 Personen direkt mit Kaufinteresse für Immobilien oder Stücke von Land angesprochen. Und eine weitere für eine Kooperation. Ich hatte zumindest mit der Kooperation Erfolg in einer anderen Weise. Bei einem Gespräch über ein Kaufinteresse zu Land habe ich auch einen Teilerfolg erhalten. Vielleicht kann ich den Teil in den nächsten 5-20 Jahren erwerben. Es ist dem potentiellen Verkäufer mit dem wir uns sehr gut verstehen bewusst, dass wir Interesse daran haben. Hätte ich dies nicht bekundet, so wüsste er es schließlich nicht und ich würde eines Tages vielleicht vor vollendete Tatsachen stehen. Ich habe alles getan was ich machen kann und dann ist es auch gut. Mehr kann man nicht erwarten. Die Personen sind alle um die zwei Dekaden älter als ich und vermutlich alle wesentlich wohlhabender. Die Gespräche sind mir entsprechend sehr schwer gefallen. Man muss manchmal aus seiner Komfortzone ausbrechen und aktiv werden. Von alleine kommt niemand mit den besten Vorschlägen auf einen zu.

    Der Punkt „in einer anderen Weise“ ist auch entscheidend. Ich höre anderen wirklich zu und helfe ihnen auch. Das Helfen muss ohne Eigeninteresse völlig natürlich sein. Wer gibt wird ernten. Und sei es nur ein lächeln.

    @ Tim

    Ich bin schon auf Deine Veränderung bei dem Blog gespannt. Egal wie gut es läuft, man entwickelt sich immer weiter und sollte Ziele haben, die man gerne verfolgt.

  35. Jürgen

    Ich finde die Tim-Philosophie grundsätzlich super. Sparen durch Konsumverzicht & investieren! Hurra!

    Bin aber ebenso dankbar dafür, dass sich nun jemand auch mal kritisch mit der finanziellen Freiheit auseinander setzt. Kommer sagt doch letztendlich nur, dass es für die meisten nicht erreichbar ist.

    Es kann halt nicht jeder eine Sparquote von 70% erzielen. Ein großer Teil der Bevölkerung kommt gerade so über die Runden. Schuld ist nicht nur der Konsum. Die Regierung Schröder hat seinerzeit ein stetes sinken der Reallöhne in Gang gesetzt, die Wirtschaft im Osten liegt vergleichsweise brach.

    Wer in der glücklichen Lage ist monatlich viel sparen / investieren zu können, sollte sich einfach auch mal glücklich schätzen und nicht immer auf andere herab sehen. Kommt in den Finanzblogs bzw. -kommentaren leider zu oft vor.

  36. Insider

    @kiev. Kaufst du Bauland oder ackerland?

    @Hasan. Versuch bei allen sparen auch etwas zu genießen und gönn dir was während dem Studium . Sei da nicht zu verkrampft . In spätestens 2-3 Jahren wirst du vors. Ganz andere summen verdienen -> sparen -> investieren können .

    Zumal wir wahrscheinlich vor einer Rezession stehen in 1-4 Jahren . Da bin ich bei vielen anderen hier und in weiteren blogs. Buy and hold halte ich für wichtig und setzte ich um . Wenn du erstmal größere Positionen gekauft hast und diese danach deutlich abrutschen (mir bei Henkel passiert )  oder aber bei anderen Positionen einen recht guten Kurs erwischt hast zum Einstieg (bei mir SAP + 15 Prozent in wenigen Wochen  ) siehst du wie wichtig auch bei buy and hold die einstandskurse sind . So wird der Hebel gleich viel besser . Deswegen baue ich aktuell etwas Cash auf und investiere nicht alles komplett .

     

    Was ich dir damit sagen will ,  nimm während dem Studium ruhig die ein oder andere Party / grillfeier / Fußball event mit. Gerade jetzt im Sommer . Die 50 Euro bringen dir im Vergleich was du in einigen Jahren sparen kannst gerade in Verbindung mit den aktuell schon hohen Kursen nicht wirklich Mehrwert auf dem weg zur Freiheit .andrsrum kann durch zu extremen Verzicht ein bereuen stattfiden wie hier von Michael w. Geschildert . Noch schlimmer es kann sogar wie bei einer Diät ein jojo Effekt eintreten und plötzlich „gönnt“ man sich vom ersten Job direkt ein Clown Auto usw.  Da ist der Vermögensschaden deutlich größerer als bei einer einmaligen Studentenparty.

  37. KievKiev

    @ Insider

    Ich möchte keine Häuser bauen. Die Anfragen gingen eher an Bestand oder mögliche Erweiterungen für meine eigenen Immobilien. Sie sind zum Teil auch Liebhaberei oder für den eigenen Nutzen ausgerichtet. Nicht jeder Kauf muss bei mir eine Investition sein. Sie hätten alle einen sehr hohen Nutzen für mich dargestellt und die meisten auch einen finanziellen Gewinn. Bei einer Anfrage würde ich den Nutzen erst ab 10 Jahre so richtig wahrnehmen. Ich verfolge Buy & Hold. Bei offenen Gesprächen ergeben sich auch manchmal andere Möglichkeiten. Man muss dafür seinen Gesprächspartner nicht nur akustisch wahrnehmen sondern ihm auch zuhören und auf ihn eingehen. Daran muss ich sicher noch viel arbeiten.

  38. Gurki

    Wie sich viele sicherlich denken können, finde ich den Beitrag von Gerd Kommer ziemlich gut und passend.
    Die „Finanzielle Freiheit“ wird einfach mittlerweile viel zu inflationär auf diversen Finanzblogs propagiert. Gefühlt wollen sie alle finanziell frei werden. Nicht mehr arbeiten müssen. Schaffen tun es sicher nur die wenigsten (und sicher auch wieder nur die, die wirklich 2009 angefangen haben). Jetzt laufen die Märkte noch gut, wenn sowas wie 2000 / 2008 passiert, heulen die meisten doch sicher rum wo ihre Kohle geblieben ist. Alles Teufelszeug diese „Aktien“. Und die wenigsten werden dann nach dem Crash direkt wieder einsteigen.

    Ich habe die letzten Monate mal die schönen Dinge des Lebens, neben dem Sparen erlebt. Und ich denke ich will diese nicht mehr missen. Dazu gehört nunmal auch bisschen Kohle springen lassen. Sprich: Nicht jeden Pfennig umdrehen, sondern sich auch mal ein Kinobesuch UND die teuren Chips aus dem Kino leisten zu können, einfach damit es ein schöner Abend wird. Oder öfter mal ins Restaurant im Kerzenschein 😉

    Die Sparquote blieb trotzdem bei 50%+ 🙂

     

  39. Nobbi

    Es ist die selbe Form von Neid auf das größere Haus, Auto… etc. die den Mensch veranlasst mitzukonsumieren, wie sie einen entgegenschlägt wenn man jemanden sein Vermögen mitteilt. Es ist aber etwas sehr menschliches und man sollte das nicht überbewerten.

    Letztenendes haben andershandelnde nicht per se ein schlechteres Leben. In unserer aktuellen Gesellschaft ist die menschliche Arbeitskraft sowieso noch unentbehrlich.

    Eigentlich Schätze ich die sachlische Art von Kommer, aber sein Artikel sprüht meiner Meinung nach auch eher nur von Plattitüden, welcher er andersrum vorwirft.

    Ob man genug ansparen kann um bis an sein Lebensende ein ausreichend Auskommen zu haben, ist halt sehr individuell. Möglich ist es, aber nicht mit jeden Finanzbackground. Ob der Begriff „Freiheit“ hier richtig gewählt ist, da kann man auch drüber streiten?

    @Hasan man mus auch, die qualitativen Aspekte eines Studiums mit bewerten. Rückblickend für mich die schönste Zeit des Lebens. Am Puls des aktuellen Stands der Wissenschaft und des Fortschritts. Ständig neues Futter für die innere Neugier. Ich habe schnell gemerkt, das es in der Wirtschaft dann schnell monoton und trivial wird. Rückblickend hätte ich lieber eine Promotion angestrebt und wäre in der Wissenschaft geblieben. Kann aber gut sein, dass ich das falsch einschätze und zu sehr idealisiere.

    Außerdem lernt man das Wirtschaften ohne großes Einkommen, wenn man nicht eh schon privilegiert ist.

     

     

  40. Thorsten

    Langsam kommen auch die Nachzügler in meinem Depot etwas in Fahrt :

    Kellogs (853265), Tanger Outlet Centers (886676 ), Gladstone Comm. (260884), AmeriGas Partners (895035), AT&T (A0HL9Z), Kinder Morgan (A1H6GK )…  aber ei ei Buckeye Partners , womit kann ich Dich wieder dauerhaft hochlocken ?

    Egal : mein Haushalt wird durch Entsorgen von Krempel deutlich kleiner und zunehmend auch plastikfreier, meine Dividendeneinnahmen nehmen stetig zu, ich kann mich nicht beschweren. Ich lebe vom Konsum anderer Menschen definitiv, aber es steht ja jedem frei, was er kauft oder eben auch nicht,

  41. Informierter Leser

    natürlich hat Kommer recht, es kann prozentual nur ein Bruchteil der Bevölkerung schaffen (zB jeder hundertste), in den Blogs wird immer so getan als ob es kinderleicht wäre und es jeder erreichen kann. Nein, es erreicht so gut wie niemand (die berühmten 1%). Hier leben einige in einer Wunschwelt bzw. ihrer persönlichen Filterblase

    Paar Facts – mit 65.000 Euro Brutto gehört ihr zu den Top 8% in Deutschland

    Ab sechsstelligen Einkommen ist man schon bei den berüchtigten 1%, d.h einer von hundert hat ein entsprechend hohes Einkommen und davon ist ebenfalls nur ein Bruchteil frei, da Einkommen nicht gleich Vermögen ist.

    kommt mal runter und hört nicht nur was ihr hören wollt. Kommer hat recht FF schaffen statistisch nicht einmal 1% der Bevölkerung, also wird dies nie ein Massenphänomen sein können LG

  42. -M

    @informierter leser

    Ist es so unmöglich, dass von den angesprochenen 1% der Bevölkerung was ja >800k Menschen sind …hier in dem Forum vlt 10 sind, die das schaffen und die anderen vlt 30 leute die hier viel schreiben zumindest teilweise frei werden?

    Weil hier sind ja gerade die Leute, die daraufhin hinarbeiten und ihr teilweise hohes Einkommen investieren und nicht verkonsumieren.

    Ich habe kein hohes Einkommen und meine Frau als halbtagsmutti auch nicht….aber sparen wir weiter emsig mit den gegeben Mitteln reicht es vermutlich zur 3 Tage Woche für uns beide…. das wäre für uns eine teilfreiheit und wir befinden uns dann quasi bei den Top 5% oder 10% der Bevölkerung und das mit mittelmäßigem einkommen.

    -M

  43. Informierter Leser

    @ M Bitte richtig lesen vor dem lospoltern, ja sicher können ihr 10 freie rumrennen, darum geht es auch nicht. Kommer hat dargelegt, dass dies nur ein verschwindend geringer Teil der Bevölkerung FF erreichen kann.
    M. W. haben sich hier nur V Tim und Thorsten als freie geoutet, wobei einige immer noch arbeiten 🙂

    Und 3 Tage Woche ist eben per Definition keine FF, da kann ich ja gleich mit ner 32 Stunden Woche kommen und von Freiheit erzählen…
    ,
     

     

  44. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Informierter Leser

    Es könnten sehr viele Menschen finanziell frei werden. Schau Dir nur mal den übertriebenen Autokonsum der Mittelschicht an. 20.000 bis 40.000 Euro legen die Deutschen bereitwillig für ein Auto hin. Leg das Geld in einen ETF an und lass das laufen über Dekaden.

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/249306/umfrage/ausgabebereitschaft-beim-autokauf/

    Dann gibt es noch andere unnötige Ausgaben beim Wohnen, Elektronik, Kleidung, Restaurants…

  45. Sparta

    @informierter Leser

    Ja, so sieht überwiegend die Realität aus.

    Informatiker, Maschbauer, Juristen, Ärzte, Unternehmer & Selbstständige welche sich gegenseitig auf die Schultern klopfen… wenn sie mehr sparen können als Junes hypothetischer 2k Familienvater…

    Selbst für diese Gruppen ist es schwierig mit 50 in „Rente“ (sorry, klingt weniger sexy als finanziell frei) gehen und sich dem Gesellschaftsleben entziehen. Darunter soll es auch Leute geben, denen der Beruf Spass macht, welche evtl. nur mehr Freizeit möchten. Dies ist aber manchmal auch schwierig.

    Ja, die Einzelfallbeisbiele und Geschichten gibt es, sind aber eine Minderheit und werden es auch vermutlich bleiben.

    Felix, Claus und Oli sind es auch.

  46. KievKiev

    @ Informierter Leser

    mit der finanziellen Freiheit gebe ich Dir Recht. Die kann nicht jeder besonders zu einem frühen Zeitpunkt (40-50 Jahre) erreichen. Das sollte anhand der Formeln usw. recht offensichtlich sein. Wie sieht es denn heutzutage mit den Rentnern in Deutschland aus? Die meisten müssen nicht arbeiten und haben eine Rente von der sie leben können. Die Menschen werden im Durchschnitt immer älter. Der Eintrittszeitpunkt in die Rente wächst aus verschiedenen Gründen nicht in dem Maße wie die Menschen älter werden. Und die Anzahl von arbeitenden Menschen nimmt dabei ab. Das ist keine positive Entwicklung und ist wohl jedem bekannt. Vielleicht kann ein heutiger junger Mensch die Freiheit im Alter mit 60 erreichen. Das ist bei der Lebenserwartung und ungewissem Renteneintrittsalter sicher kein Fehler. Vielleicht erreicht er sie auch gar nicht, kann aber seine Rente aufstocken, so dass er im Alter sich nicht sehr einschränken muss.

    Freiheiten können bereits durch 50€ passiven Einkommens im Monat erhalten werden. Umso höher das Vermögen ist umso mehr Freiheiten kann man haben. Gerade wenn man nicht viel verdient und jung ist, ist Sparsamkeit besonders wichtig. Ob die Rente gekürzt wird, das Eintrittsalter angehoben wird, oder man die Menschen zwingt privat mehr vorzusorgen. Es läuft alles auf Sparen in einer Form hinaus. Ich verschaffe mir lieber aktiv Optionen für die Zukunft. Es ist ja auch nicht so, als ob die Firmen einem mit 68 Jahren mit Kusshand nehmen damit man dort noch ein Jahr arbeitet.

    Ich habe zum Glück die Möglichkeit ein hohes aktives Einkommen zu erhalten. Mit einer guten Strategie habe ich die Möglichkeit mit 50 eindeutig finanziell frei zu sein. Nehmen wir an ich scheitere wovon ich absolut nicht ausgehe. Was heißt das denn dann? Mein bisher erreichtes passives Einkommen bleibt doch erhalten. Falls mir 10-20% zu meinem Ziel fehlen habe ich ja trotzdem 80-90% erreicht. Ich bevorzuge 80% von den Sternen zu erhalten als 100% von Nichts. Es gibt sicher sehr viele Szenarien, die den Traum zerplatzen lassen können. Aber es bringt nichts sich darüber Gedanken zu machen. Außer ich kann es in irgendeiner Form beeinflussen.

    „Und 3 Tage Woche ist eben per Definition keine FF, da kann ich ja gleich mit ner 32 Stunden Woche kommen und von Freiheit erzählen“
    Falls man mit seinem Lebensstil als Beispiel eine Sparquote von 40% erreicht bei 3 Tagen arbeit hat man sich dazu entschlossen bereits heute Freiheiten zu genießen, die das Vermögen einem ermöglichen. Davon gibt es hier auch bestimmt mehr als zwei im Forum. Die behaupten auch nicht damit finanziell Frei zu sein. Sie nehmen sogar in Kauf länger für die Freiheit zu benötigen, aber dafür früher einen Nutzen für sich zu nehmen. Das ist doch nicht schlecht. Es arbeiten vermutlich auch einige in Teilzeit weiter, da man sich ja nie sicher sein kann, ob nicht doch etwas völlig unverhofftes passiert. Sie halten sich Optionen mit geringem Zeiteinsatz offen.

  47. Hendrik

    @informierter Leser

    „per Definition keine FF“ Wer sagt das ? Du ?

    Es ist doch sehr mühselig… Es gibt keine anerkannte Definition von FF, deswegen ist es ja jedem selbst überlassen wie er diese definiert. Freiheit ist doch ein subjektives Gefühl und kein objektiver Tatbestand.

  48. Informierter Leser

    Ich bin auch eher ein Verfechter des hohen Einkommens und das geht halt nicht in Teilzeitbeschäftigung. Wer die Fähigkeit und Möglichkeit dazu hat, sollte unbedingt danach streben. Trotzdem schaue ich nicht auf andere herab. Es ist klar, dass bei einem erfolgreichen Paar mit 6-10 k Nettoeinkommen eine Sparquote von 50% keine Kunst ist, da immerhin noch monatlich für 3 bis 5 k rausgehauen werden.

    Ein durschnittsfamilienvater mit 3 k netto kann halt schlecht 1,5 k zurücklegen. Alleine eine normale Familienwohnung wird je nach Region zwischen 0,8 und 1,2 k Miete kosten und leben muss man auch noch

    LG

     

  49. -M

    @informierter leser
    Sorry, ich wollte nicht „lospoltern“ sondern meine Meinung darlegen 🙂 Wenn Du genau gelesen hast schrieb ich, dass es hier einige schaffen –könnten– und viele teilweise frei werden –könnten–
    Das teilweise frei kann man auch als nicht frei ansehen wenn du so willst ja.(für mich wäre ein halbtagsjob schon absolut genial…das kann natürlich für dich oder auch andere immer noch zu wenig sein)
     

    Und ich bin weiterhin der Meinung, dass es viel mehr als das 1% schaffen könnten ! Nur die meisten gutverdiener sind in meinen Augen einfach zu blöd dafür. Ich sehe es bei der Arbeit (Bank) jeden Tag.

    Selbst von denen Leuten, die richtig gut verdienen, gibt es wenige die auch nicht viel konsumieren und es VERNÜNFTIG investieren. Klar kommen dann so zahlen wie 1% raus…. theoretisch KÖNNTEN es aber bei weitem viel mehr schaffen der gutverdiener

    Von der Mittelschicht will ich gar nicht reden die im konsumwahn feststecken… da packen es noch weniger und die es schaffen können, müssen sich natürlich sehr einschränken um das mangels Gehalt erreichen zu können

    -M

  50. Peter

    Hallo zusammen,

    vorab: ich mag Tim und seine Artikel hier sehr und sie motivieren mich immer wieder aufs Neue. Z.B. habe ich mir tatsächlich einen Nebenjob gesucht, der mir auch noch sehr viel Spaß macht

    Sogar in eine WG bin ich wieder gezogen, habe mich aber schon nach 3 Monaten wieder dagegen entschieden. Die eigenen vier Wände sind einfach Gold wert

    Ich finde viele von Kommers Einwänden berechtigt und richtig. Ohne ein bisschen Moos ist einfach nicht viel los (ob es Ausgehen ist oder z.B. eine Fahrt zum Meer) und der Freudeskreis würde sich schon ausdünnen, bestimmte Aktivitäten kosten einfach immer etwas Geld

    Wenn ich z.B. mit einer Frau essen gehe, die mich wirklich interessiert, dann bezahle ich ggf. auch die gesamte Rechnung. kann man kritisieren, aber ich mache das so

    Auch heißen wir alle nicht Warren Buffett und haben nicht mit 11 Jahren mit der Geldanlage begonnen. Meine Erfahrung sagt mir zudem dass es es in jedem Leben ungeplante Ereignisse geben wird, die Geld kosten (ob es nun eine Scheidung ist, Arbeitslosigkeit oder z.B. einfach eine teure Autoreparatur)

    Und wer weiß, welche Art von Krisen uns noch bevorstehen und wie wir damit umgehen

    Ich habe mich von der vollständigen finanziellen Freiheit gedanklich veranschiedet und bleibe bei einer Sparquote von 20-25%

    Mit 55 möchte ich 500.000 im Depot haben, um über ein signifikates Zusatzeinkommen (vor allem aus den Dividenden) zu verfügen. Nicht mehr und nicht weniger

  51. egghead

    Hm was kostet Telefon/Internet im Monat ? So 30€. Das sind 360€ im Jahr. Mit 10.000. € investiert in eine (mehrere verschiedene) Dividendenaktie mit 3,6% Dividendenrendite hätte ich das dann schon mal abgehakt. Die Leute geben aber ein Vielfaches davon für Autos und Plunder aus. So habe ich angefangen. Erst das Telefon abhaken, dann den nächsten Posten. Nicht jammern, sondern klotzen. Der Weg ist das Ziel. Ich bin sicher, dass ihr das mit dem Telefon schafft, auch mit geringer Sparrate, dauert dann halt länger.

  52. Claus

    … die FF erreichen nur so wenige, weil sich eben auch kaum jemand aus der „normalen Bevölkerung“ hierzu ernsthafte Gedanken macht, geschweige denn sich auf den wirklich schwierigen Weg begibt.

    Wenn sich 98% keine Gedanken hierzu machen, es nur die restlichen 2% versuchen und es hiervon die Hälfte schafft…. so haben wir 1% ff Bürger im Land…

    Wir sollten froh sein, dass es nicht mehr sind, denn mit laufend sinkendem Konsumverhalten würden „unsere Unternehmen“ mit der Zeit ernsthafte Probleme bekommen.

    FF zu sein ist etwas Besonderes. Ich sehe es als Belohnung für „harte Arbeit“ an. Zum Glück sind wir Menschen i.d.R. eher bequem, so dass die Quote kaum steigen wird.

    LG + bleibt „am Ball“, es lohnt sich!

  53. -M

    @ Claus

    DANKE mit solchen Kommentaren wird man immer wieder bestärkt. Warren Buffett sagt immer wieder, man soll sich mit Leuten abgeben die gut für einen sind und das man dann auch so wird.

    Das macht es doch aus hier und motiviert mich meinem weg zu gehen. Da die Mathematik nicht lügen kann, werde ich und meine Frau unser Ziel auch erreichen oder auch übertreffen wenn es gut läuft und nach dem abzahlen der ETW noch mehr investieren geht.

     

    @egghead

    Genau so eine Tabelle habe ich gemacht indem alle fixkosten drinnen stehen.

    Von klein nach groß sortiert, sind schon einige wie Telefon/Versicherung usw abgehakt. Macht Spaß zu sehen was alles „automatisch“ bezahlt wird über Ausschüttungen 😉

    -M

  54. Informierter Leser

    @ Claus genau soll mir niemand meine Hershey, Alphabet, Berkshire usw. wegschnappen. Man stelle sich vor die deutschen schichten ihre 5 Billionen Einlagen in Aktien um, dann wäre es vorbei mit dem Ertrag alles überbewertet

  55. Claus

    @egghead hat es gut erklärt, so ähnlich habe ich es auch gemacht.

    Wenn man sich anschaut, wofür man das meiste Geld ausgibt, hat man oft auch schon die entsprechenden Unternehmen gefunden, in die man investieren kann.

    Von meinen Intel-Dividenden könnte ich mit jedes Jahr einen hochwertigen neuen Rechner kaufen (was ich natürlich weder brauche noch mache).

    Von meinen Shell-Dividenden kann ich sämtliche KFZ-Kosten bezahlen (incl. Rücklagen für einen evtl. Neukauf irgendwann).

    Meine Lebensmittel-Einkäufe finanzieren mir Nestle, Unilever, Gen. Mills, Hormel. Auch hier brauche ich nur einen Teil der erhaltenen Dividenden.

    So kann man es mit allen Posten machen.

    Ich bin kein Freund von Reits, aber ich beschäftige mich gerade hiermit. So könnte ich mit den dort üppigen Dividenden die Nebenkosten meines selbst genutzten bezahlten Hauses erzielen, ohne selbst eine weitere Immobilie vermieten zu müssen, was für mich keine Option wäre.

    Die Möglichkeiten heutzutage sind fantastisch. Wir müssen nur die Ärmel hochkrempeln und sie nutzen. Jammern bringt niemanden weiter!

    LG

  56. Gainde

    Wir haben vor kurzem entschieden, eine Putzfrau für den Haushalt einzustellen. Erhöht etwas die Haushaltsausgaben, dafür können wir am Wochenende mehr Zeit mit den Kindern/Familie verbringen statt sich ums Haus zu kümmern. Auch das Lunch-Budget für unter der Woche wurde erhöht, damit spart man sich die ganze Tupperware-Vorbereitung.

    Da ich in einen anspruchsvolleren und besser bezahlten Job gewechselt habe, lohnt sich das immer noch und der ETF-Sparbetrag konnte erhöht werden. Hält wahrscheinlich niemand mehrere Jahre eine 45-50 Stunden Woche + Familie + Haushalt + Mittagessen von zuhause mitnehmen durch.

  57. egghead

    @M genau so mit Ausschüttungen in EXCEL Fixkosten usw. Das hat mich damals sehr motiviert. Strom, Wasser usw.   Immer den nächsthöheren Posten abhaken oder einen der besonders nervt (GEZ 🙁 ).

  58. Fit und Gesund

    @Claus,

    na das ist lustig, Intel Dividende für den neuen Rechner, Shell für die KFZ-Kosten,

    BAT für die Kippen *lach*…nur Spass, wenn ich nur wüsste inwiefern die Kippenindustrie noch Zukunft hat? Ich habe BAT 1x nachgekauft, 2x möchte ich das eigentlich nicht machen.

    Welche Reits hast Du denn in’s Auge gefasst? Ich habe PSA, W.P.Carey, Simon Property Group und Swiss Prime Site, mit PSA und Swiss Prime Site bin ich sogar ohne Dividende schön im Plus, ich schaue immer was auf Seeking Alpha so empfohlen wird, Reits wurden ja ordentlich runtergeprügelt, mit 12.5% hab ich fast genug von diesem Sektor, 1 Aktie würde noch gehen, reizen würden mich auch Vonovia, Hamborner Reit oder British Land, möchte nicht Alles in USD haben.

    wegen Kommer, hat ja ordentliche Wellen geschlagen, ich war nie ein Anhänger von Kommer, FF in jungen Jahren ist nicht für Jedermann, aber sorglos leben möchte ich im Alter schon und wenn ich ein paar Jahre früher in Rente kann, umso besser. Dafür lohnt es sich zu sparen.

     

    @ Egghead,

    wegen der Fielmann Aktie, sicher ein gutes Unternehmen, aber der Gesundheitssektor ist bei mir schon mehr als üppig bestückt, ausserdem bin ich nicht sicher was man dem Sohn zutrauen kann, oftmals sind nur die Gründer einer Firma Spitze, siehe Hennes & Mauritz. Aber danke für den Tip.

     

  59. Oliver

    Ich finde die Diskussion, wie viele FF erreichen, gar nicht so wichtig. Selbst wenn man es nicht erreicht, gibt einem das Polster sehr viel Frieden. Ich kann mich gut erinnern, dass ich bei 20.000 EURO Depotwert mir gedacht habe, der Anfang ist gemacht. Waschmaschinen und so ein Kram kann ich ohne Probleme zahlen. Bei 50.000 EURO hatte ich schon das Gefühl, dass mir nur bei absoluten Katastrophen finanziell was passieren kann. Eine interessante Entdeckung hatte ich auch gemacht: Als mein größter Posten (Miete) abgedeckt war, fielen alle anderen Posten danach ziemlich schnell. Wenn jeden Monat, auch ohne die FF erreicht zu haben, z.B. 500 EURO Dividenden kommen, ist das bereits eine wahnsinnige Entlastung.

    Bei der Definition FF verstehe ich nicht, warum die so variabel sein soll. Man ist FF, sobald alle Kosten, die anlaufen abgedeckt sind. Ab da ist man in seiner Entscheidung frei, ob und was man arbeiten möchte.

    Aber selbst davor besteht ein ganzes Spektrum voller unterschiedlicher Vorteile. Am Anfang sind es so Kleinigkeiten wie das Netflix-Abo, Telefon, Strom. Um diese Posten muss man sich zukünftig einfach nicht mehr kümmern. Nicht jeder hasst seinen Job, aber eine 4-Tage-Woche ist ein starker Mehrwert. Jeden Montag oder jeden Mittwoch oder jeden Freitag frei. Kann ich gut nachvollziehen. Wer seinen Job hasst, sollte eher was passenderes suchen. Ich hatte nur einmal in meinem Leben die Situation. Ich war bei der Deutschen Bank angestellt und fand es unerträglich. Weder die Leute waren gut noch war die Beschäftigung es wert, diesen Umstand länger auszuhalten. Ich bin gegangen, obwohl ich damals sicher nicht FF war. Ich war immer ein Fan davon, schlechte Situationen möglichst zeitnah zu bereinigen.

    Selbst wenn man seinen Job behalten möchte, alles gut passt, ist es nie ein Fehler sich trotzdem unabhängig zu machen. Das Unternehmen kann sich umgekehrt auch entscheiden, sich von dir zu trennen. Hast Du ein großes Polster, wirst Du dich vielleicht ärgern oder traurig sein, aber Du kannst in aller Ruhe eine andere schöne Firma suchen. Man sollte die FF nicht so statisch sehen, sondern durchaus mal überlegen, welche Vorteile man schon davor hat.

    Ich persönlich war z.B. nie der große Held der Frugalität. Ich esse ganz gerne, feiere mit Freunden und fahre auch gerne weg. Mich hat gerettet, dass ich mir aus eigenbewohnten Häusern auf dem Land nicht viel mache, mir Autos schnurz sind und Ferien nicht für 6.000 EURO auf den Seychellen stattfinden müssen. Im Gegenteil: Früher habe ich meine Reiselust als Liegewagenbetreuer und Reiseleiter gestillt. Also Geld verdient, während ich weg war. War interessant und ich kenne dadurch Europa sehr gut. Ein Freund von mir ist wahnsinnig gerne mit großen schnellen Wägen durch die Gegend gefahren. Das hat er damit kombiniert, dass er eben diese Wägen im Auftrag nach Osteuropa gebracht hat. Er hatte viele unterschiedliche schöne Autos, mit denen er fahren konnte und hat damit Geld verdient. Man muss manchmal auch etwas phantasievoll sein.

    Ungeachtet dessen könnten sehr viel mehr Leute FF sein als es der Fall ist. Es gibt durchaus viele Leute die nicht schlecht verdienen. Damit meine ich nicht die Glücklichen, die 10.000 EURO oder mehr haben. Auch Leute mit 2.500 netto haben durchaus Chancen. Aber es dauert halt ein bisschen länger als 5 Jahre. Das Problem ist, dass der Mensch nicht langfristig ausgerichtet ist. Wenn man ohne zu überlegen z.B. 500 EURO im Monat anlegt, ist man nach 20 Jahren definitiv noch nicht so weit. Das kann man mit einem Zinsrechner gut nachrechnen. Andererseits ist meine Erfahrung, dass man mit den Sparraten mit der Zeit ehrgeiziger wird, wenn man Erfolge sieht. Aber nach 30 Jahren kommt man in Regionen, die definitiv interessant werden. Das Problem dabei ist, dass man sich als Mensch zu gerne selbst im Weg steht. Niemand ist 30 Jahre stetig motiviert, es kann Ereignisse geben, die das Sparen unterbrechen oder sogar das Depot schrumpfen lassen und unsere Interessen ändern sich ab und zu einmal.

    Andererseits wird ja in der Politik immer gerne das Beispiel der armen Krankenpfleger oder Friseuse genannt. Wenn die monatlich 100 EURO in einen ETF spart und das 45 Jahre durchhält, findet man sie in der Rente auf einem Aida-Schiff bei einem Prosecco wieder. Solche Leute gibt es. Ich kann mich zu meinen Bankzeiten an eine einfache Putzfrau erinnern, die den größten Sparkassenbrief zu sehr guten Konditionen mit 7% für 10 Jahre abgeschlossen hat. Alles gespart durch putzen. Es ist also möglich, aber die Disziplin haben so wenige, dass es am Ende bei den 1% bleibt. Das wird sich nicht ändern. Außerhalb dieser Blogs gibt es gar nicht viele, die ähnlich denken. Von daher wird es auch keinen Run auf Aktien geben. In Deutschland schon dreimal nicht, weil der durchschnittliche Deutsche in Finanzfragen ungefähr so schlau ist wie ein Meter Feldweg. Das schreibe ich ohne Häme, sondern ist einfach eine Feststellung, was die ganze Sache so traurig macht.

    Grüße Oliver

  60. KievKiev

    @ egghead

    Hast Du die Firmen nach Sektoren gemäß Deinem eigenen Konsum justiert? Erhältst Du 30€ Dividende pro Monat von Telekommunikationsfirmen und Deine Tankkosten rein aus Ölunternehmen? Das finde ich extrem leicht nachvollziehbar und es motiviert hervorragend. So könnte ich mir meine Sektoren auch aufteilen. Damit hätte ich ja auch eine Art Hedge auf meine bevorzugten Konsumgüter. Wie hast Du sie angespart? Eine nach der anderen oder verteilt? Dividendenerhöhungen machen ansonsten aus dem ersten Kauf mit der Zeit ein großes Schwergewicht im Depot aus. Wennn man allerdings von den kleinsten zu frn größten Posten sortiert wird es ausgeglichen.

  61. Fit und Gesund

    @Oliver

    „die kleine Krankenschwester“

    ja, auch als kleine Krankenschwester kann man es im Laufe des Lebens noch zu was bringen, das ist so. Bestes Beispiel meine Freundin und ich, wir lernten uns bereits auf dem Weg zu unserer Lehrstelle im Kinderkrankenhaus kennen, das war 1975! und wir haben immer noch sehr guten Kontakt, sie blieb immer im selben Krankenhaus, bis heute, ich hingegen war das pure Gegenteil und wechselte in jungen Jahren dauernd meine Arbeitsstelle, ich arbeitete in England, in der CH blieb ich hängen, zwischendurch mal für eine Grossbank in der CH gearbeitet und für Médecins Sans Frontières, immer was gespart, auch Zeiten wo ich geprasst habe, aber im Laufe von Jahrzehnten kam doch was bei rum, meine Freundin hat vor 15 Jahren geheiratet, sie haben ein Haus gekauft und wieder verkauft um sich für’s Alter was Passenderes zu kaufen, ihr Mann ist seit 2 Monaten im Vorruhestand, sie wird in 1.5 Jahren aufhören, sie haben noch bisschen was gespart und sie leben ganz normal und geizen nicht, sie haben ein kleines Auto und fahren 1x im Jahr in Ferien.

    Das Leben der Beiden finde ich absolut lebenswert, Sorgen haben die Beiden nämlich nicht, damit kann man doch zufrieden sein, oder?

     

    liebe Grüsse

     

  62. Sparta

    @Claus+Oli

    „Normal“ würde ja bedeuten durchschnittlich ca. 1,65 k netto und ca. 10% Sparquote… das ist zu wenig.

    Ob ihr jetzt zu den 1 % schon gehört, oder ob es eher im Bereich 0,5 – 2 % sind ist eigentlich egal.

    „Unnormale“ Sparquoten und unnormale Einkommen und gute Investitionsentscheidungen inkl. Geduld können in diesen „Kreis“ führen.

    Darf ich fragen wo ihr denn grob mit Mitte 30 für Etappenziele hattet?

  63. Hendrik

    „Bei der Definition FF verstehe ich nicht, warum die so variabel sein soll. Man ist FF, sobald alle Kosten, die anlaufen abgedeckt sind. Ab da ist man in seiner Entscheidung frei, ob und was man arbeiten möchte.“

    Schon richtig, dass ist eine Definition, die wahrscheinlich hier im Forum einige ebenso sehen. Dennoch: Es gibt aber eben verschiedene Ebenen. Wenn ich jetzt eine Rente durch Dividenden erhalte – bin ich dann frei ? Bei der nächsten Rezension kann die Höhe der Dividende doch recht anders aussehen!

    Wie schaut eine Finanzielle Freiheit durch Tagesgeld, Festgeld, Pension oder Rente aus ? Oder ist die finanzielle Freiheit durch Trading erreichbar ? Wobei da hat man ja wahrscheinlich auch Arbeit. Aber die ist ja selbstbestimmt und demnach ist man frei – oder ? Ist man vielleicht sogar durch Hartz 4 finanziell frei ?

    Und ist man eigentlich finanziell frei, wenn man noch einen Nebenjob macht ? Beispielsweise wenn Tim noch durch diese Website etwas nebenbei verdient ?

    Finanzielle Freiheit sieht bei jedem anders aus, denn richtig – es kommt auch auf die Kosten an, die bei jeder Person unterschiedlich hoch ausfallen. Faktoren wie Passivität und Sicherheit des Einkommen sind aber auch wichtig für deine Definition.

    Mit 1000€ hat man wahrscheinlich die Freiheit in Thailand recht sorglos einem Monat rum zukommen. Ist man dann weniger finanziell frei als Tim – weil dieser die Finanzielle Freiheit in New York lebt ? Im Grund sind eine Menge der Forumsmitglieder unter uns finanziell frei wenn sie sich nur für einen etwas anderen Wohnort entscheiden.

    Ich finde, da sind halt einfach ein paar mehr Variablen und demnach ist finanzielle freiheit nicht für jeden gleich.

  64. Oliver

    @fit und gesund

    Daran sieht man doch, dass sehr viel vom eigenen Verhalten abhängt. Dir ist aber schon bewusst, dass Du mit deinen Finanzen sehr viel effektiver handelst als der Großteil der Krankenschwestern und auch der sonstigen Bevölkerung :).

    @Sparta:

    Mit den 1,65k netto kommt darauf an, wo Du bist. In München bekommst Du selbst für niedriger qualifizierte Arbeit mehr. Allerdings sind die Lebenshaltungskosten viel höher. In anderen Gegenden Deutschlands kannst Du dagegen mit dem 1,65k richtig gut leben.

    Mit 35 waren meine Hauptziele das Voranbringen der Firma, wovon ich  50% besaß. Das war 2001 und wir hatten gerade eine größere Krise überwunden und es ging dann ziemlich aufwärts. Das heißt, geschäftlich wollten wir uns weiter etablieren. Sparen konnten wir nicht sonderlich viel in der Zeit, da wir nur das ausgezahlt haben, was wir zum Leben brauchten. Das hat sich 2004/5 geändert. Meine Biographie ist ein bisschen unterschiedlich zu vielen, da ich die meiste Zeit Unternehmer oder danach, als ich gemütlicher geworden bin, nur noch für mich selbstständig war.

    Ab der alleinigen Selbstständigkeit (ab 2010) habe ich das Ziel FF ernsthaft angepeilt. Davor besaß ich bereits Aktien, aber ich habe mich mit dem Ziel nicht sonderlich beschäftigt, da andere Sachen im Vordergrund standen. Dass es diesen Weg gibt, war mir bereits in den 80ern bekannt. Die Idee ist nicht so neu wie sie heute propagiert wird, nur die Möglichkeiten der Informationsbeschaffung war sehr viel schwieriger.  Zu dem Zeitpunkt habe ich lieber mit allem möglichen spekuliert und die Sache nicht so ernst genommen. Das bereue ich nicht, ich hatte viel Spaß und es war einfach kein Thema.

    Ich hatte 2010 noch einiges Geld zu den Aktien, die ich neben dem Grundstock  angelegt habe. Trotzdem hat es dann noch ca. 7 Jahre gebraucht bis ich FF war. Der Grundstock war 6-stellig in 2010.

    Grüße Oliver

  65. KievKiev

    @ Hendrik

    Es gibt neben Aktien noch andere Anlageklassen. Schuldenfreiheit gehört für mich unbedingt zur Freiheit.

    Den eigenen Bedarf abzuschätzen und zu prognostizieren ist mit 60 Jahren und alleinstehend vermutlich einfacher als mit 40 und Familie. Und das heißt noch nicht das es mit 60 Jahren einfach ist. Den Schritt möchte man nur einmalig gehen.

    Die Ausgaben können sich aber in beiden Fällen noch ändern. Ebenso kann ein starker Einbruch der Rendite gerade zur Anfangszeit problematische Auswirkungen haben wenn man erst 40 Jahre ist und nicht mehr aktiv Geld verdient. Das sich Zinsen auch negativ entwickeln können brauche ich nicht zu erwähnen.

    Unsere Ausgaben werden aktuell bereits knapp durch die Netto Einnahmen gedeckt. Es geht um +- 200€ im Monat, die eventuell zur theoretischen Freiheit fehlen. Die Ausgaben müssen dazu zumindest längerfristig gemittelt sein. Aktuell liegen sie bei 2500k. Ich hatte vor kurzem 2300k, aber es haben sich ein paar Mehrausgaben negativ f die Ausgabenseite ausgewirkt. Die Einnahmen sind immerhin fix und steigen langsam.

    Damit sehe ich mich aber noch lange nicht als frei an. Ich habe schließlich auch eine Haftung für den Kredithebel. Und der Hebel funktioniert so schön bei dem aktuellen Zinsniveau. Das Leben verläuft auch nicht einfach linear. Und je nach Sicherheit und Risikowunsch möchte ich mehr haben um mich wirklich frei zu fühlen.

  66. Hasan

    Danke an alle die, die sich die Mühe gemacht haben, mir ein paar Worte zu schreiben. Ich hab mich echt gefreut über die motivierenden Antworten.

    @Insider

    Das Studentenleben genieße ich in vollen Zügen und freue mich auch sehr auf den Masterstudiengang. Mein Privatleben vernachlässige ich dabei nicht. Jetzt im Sommer wird alle 2 Wochen mit Freunden gegrillt, gefolgt von Abenden in guten Bars. Das Grillen ist relativ günstig, wenn man für 8 Personen einkauft und am Ende die Rechnung teilt. Cocktails kosten an manchen Abenden auch nicht mehr als 1€, wenn einem das Würfelglück nicht verlässt. Ins Fitnessstudio gehe ich mindestens 4 mal die Woche. Der perfekte Ausgleich zur Arbeit im Labor. Ja, du hast Recht. Die Freiheit die man als Student hat, sollte man genießen.

    Zur Zeit ist leider nicht mehr als 100€ im Monat zum investieren da. Als Praktikant verdiene ich 360€ im Monat. Als Bachelorand dann 1300€. In dieser Zeit werde ich die Sparrate stark anheben können. Wenn ich wieder in der Hochschule bin, wird die Sparrate durch Minijobs aufrecht erhalten. Ich mache mir nichts vor. Die wenigen hundert Euro die ich im Moment sparen kann, werde ich im Berufsleben schnell übertreffen. Mir geht es aber eher ums dabei sein, erste Erfahrungen sammeln und die Lust und Neugier zu befriedigen.

    Den Umgang mit Geld habe ich zuhause schon sehr sehr früh beigebracht bekommen. Als Flüchtlingskind hatte ich in der Kindheit nicht viel gehabt. Die ersten Kindheitserinnerungen die ich habe, sind von irgendwelchen Asylheimen in der Pampa. Da lernt man schnell auch mit wenig glücklich zu sein. Das nennt man dann wohl Glück im Unglück 🙂

  67. Christoph

    Mag sein dass einiges stimmt was Gerd Kommer in seinem Blog schreibt. Aber vermutlich will er durch diesen polarisierenden Beitrag auf sein Blog aufmerksam machen und hat auch ein wenig Freude daran nicht ganz so trocken wie in seinen Büchern zu schreiben.

  68. Leser

    @Hasan

    Mit 25 bist du immer noch recht früh dabei. Und so wie es aussieht bereits am investieren. Ganz gleich wie viel, Andere, mich eingeschlossen, starten nach dem Studium erst einmal mit Bafög Schulden. Das Problem hast du offenbar nicht, Glückwunsch.

    Heisst durch den frühen Abschluss, die fehlenden Schulden und die ersten Investitionen hast du ein paar Jahre Vorsprung!

    Klar hier laufen auch Leute mit Anfang 20 und ihren 100k rum. Das ist nicht die Regel. Geh mal auf die Strasse und frag was ein Mitte 30 Jähriger so an Ersparnissen auf dem Festgeldkonto (wo sonst) hat. Wenn du gut ins Berufsleben einsteigst, hast du diese Gruppe nach weniger Monaten überrundet.

  69. Thorsten Rohweder

    @ Kiev nee, ich habe nicht nach Branchen ausgewählt,  die mir das 1:1 bezahlen. Ich schaue nach der Dividendenrendite , dem langristigen Chart usw. Mir kann auch McDonalds das Telefon zahlen, Kunde bin ich da nicht, die Aktie habe ich schon (aber sehr sehr wenig, wenn das Gesetz mit dem Einweggeschirr kommt, dann oh oh).

  70. Paul Neumann

    Wie kommt ihr auf 30€ Telefon/Internetkosten? Informiert euch doch mal über die Möglichkeiten. Ich zahle 19,99€ für:

    DSL-Flat
    Festnetztelefon (ohne Flat)
    Mobilfunkflat ins deutsche Festnetz
    100MB fürs Handy, danach wirds langsam, reicht aber für Mail, Messenger und Websurfen, also auch Flat.

  71. Thomas der Sparkojote

    @Paul Neumann,

    Vermutlich weil gewisse Leute schnelles Internet unterwegs brauchen? Netflix, Blog bewirtschaften, lesen, recherchieren, YouTube und und und…

    Ich zahle Beispielsweise 29.50 CHF für mein Handy (alles inklusive unlimitiert). Was aber vergleichsweise günstig ist für die Schweiz. Ich spare mir ausserdem den Internetanschluss zu Hause und surfe via Hotspot 🙂 Habe aber auch eine 50-100k Leitung in der Hosentasche je nach Auslastung des Netzes.

    Grüsse

    Thomas

  72. KievKiev

    @ Thorsten

    Die Idee finde ich trotzdem interessant. Das wäre vielleicht einmal etwas für Anbieter von Konsumgütern. Nehme das Beispiel für Telefonkosten von z.B. 20€. Du erzielst 20€ Dividenden mit Beispielsweise 6700€. Die 25% Steuer usw. auf Kapitalerträge muss man ebenfalls berücksichtigen und als Privatier kommen darauf auch noch Krankenkassenbeiträge, falls Du nicht über dem Limit bisst.

    Jetzt könnte ja ein Anbieter hingehen und Dir die Flat für 0 € Kosten anbieten. Du müsstest lediglich eine Kaution in Höhe von eben diesen 6700€ bei ihm hinterlegen. Das Geld würde er dann treuhänderisch investieren, so dass Du bei einer Insolvenz nicht leer ausgehst. Auf diese Weise müsstest Du keine Steuern zahlen, da Du kein Geld investiert hast sondern lediglich eine Konsumgüter Flatrate abgeschlossen hast. Manche Fitnessstudios bieten ein ähnliches Modell (Lebenslang aber wahrscheinlich ohne Rückgaberecht) an. Vermutlich gibt es darauf im Januar einen extra Rabatt 😉

    Falls es in der Form mehrere Anbieter für Konsumgüter geben würde, die man tatsächlich benötigt, könnte man seine Steuerlast entsprechend reduzieren. Das war nur eine kleine Gedankenspinnerei. Ich reduziere meine Ausgaben aber tatsächlich in ähnlicher Weise, sofern es möglich ist. Hier sind aber leider viele Konsumgüter ausgeschlossen.

    A&T Dividenden für Telekom, Continental Dividende für den Verbrauch von Reifen, usw. finde ich aber eine schöne Idee. Mit der Berechnung des notwendigen Vermögens für jeden Posten kann man auch überlegen, ob er  wirklich notwendig ist. PM, MO & BAT würde ich sicher nicht in so einem geführten Depot haben 😉

     

  73. Simon

    @ Kiev

    Die Mehrhat der Leute habt nunmal keine 6700 € auf der Hohen Kante, um für das Fintessstudio zu bezahlen. Daher werden ja hier im Prinzip auch „0%-Finanzierungen auf Lebenszeit“ angeboten, genau wie bei Autos, Fernsehern und Möbeln auch 😉

  74. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    Den Begriff „Finanzielle Freiheit“ habe ich zum ersten mal vor über 13 Jahren bei Bodo Schäfer aufgeschnappt. Man kann über den Bodo sagen was man will, das Buch war für mich in meinen Zwanzigern ein phänomenaler Augenöffner.

    Ich hatte zuvor schon nie etwas auf den Konsum von Gegenständen gegeben, dementsprechend blieb immer etwas Geld übrig. Jetzt gab es eine Perspektive, was mit dem Geld anzufangen war.

    Unter der FF verstehe ich auch eher die absolute Freiheit, sich alles leisten zu können, was man begehrt, OHNE das Kapital anzugreifen. Da sind dann für nicht wenige so einige dutzend Millionen fällig. Das schafft nicht jeder, einverstanden. Aber hier kommt ja auch die Ausgabenseite ins Spiel. Was benötige ich überhaupt für ein gutes, glückliches Leben?

    Ich mag Tims Ansichten hierzu. Oder die von Frugalisten-Oliver. Ich kann mich mit dem minimalistischen Ansatz sehr gut identifizieren. Manch einer mag das diffamieren. Da ist dann von „in Sack und Asche gehen“ die Rede. Von „Wasser und Brot“.

    Das ist natürlich quatsch. Unser Budget für hochwertige Lebensmittel ist sehr groß, auch laufen wir nicht in Lumpen herum, urlauben und besuchen mal das Kino oder gönnen uns eine Palette Sushi.

    Dennoch können wir mit Medianeinkommen der deutschen Bevölkerung über 30% zur Seite legen und investieren. Das ist keine Hexerei. Mich wundert eher, warum das nicht mehr Leute tun. Es ist mangelndes Wissen. Und mangelnde Motivation. Und mangelnder Weitblick.

    Eher attraktiv  – und möglich für einen weit größeren Teil der Bevölkerung – finde ich den Begriff „Finanzielle Unabhängigkeit“. Sozusagen die Vorstufe zur Freiheit bei Bodo Schäfer.

    Nicht mehr für Geld arbeiten zu MÜSSEN, das finde ich sehr erstrebenswert. Gar nicht mehr arbeiten käme für mich allerdings nicht in Frage. Ich „arbeite“ gerne. Ich möchte etwas sinnvolles tun, bis ich ins Grab steige. Die Frage ist, was man darunter versteht. Hier muss jeder in sich gehen und eine eigene, ganz individuelle Lösung finden.

    Selbst Tim „arbeitet“ doch weiter. An diesem Blog.

    Und auch hier gilt wieder: Jeder nach seiner Facon. Meine Frau und ich arbeiten bspw. nur in Teilzeit. Wir sind also schon auf einem guten Stand der „Freiheit“. Aufgrund unserer Sparquote, könnten wir sogar fast ein Einkommen ersetzen. Würde also ein Einkommen wegfallen, würde sich überhaupt nichts an unserem Leben ändern. Das ist ein großes Stück Freiheit.

    Es geht also doch zunächst um die Ausgaben, die man im Griff haben sollte. Beides – Einnahmen (steigern) und Ausgaben (senken) – ist wichtig. Ich meine aber, dass es mit den Ausgaben beginnt. Das ist das Fundament.

    Da wären wir wieder beim guten Leben. Die Ideale sind seit der Antike bekannt (Epikur). Jeder kann daran arbeiten.

    Ich denke, dass Gerd Kommer mit dieser Welt einfach nichts anfangen kann und das Konzept der „Freiheit“ wie es hier und in anderen Blogs thematisiert wird, nicht in seiner Tragweite erfasst.

    Da wird dann fabuliert, dass man „aussteigt“, nur noch um die Welt reist oder in Thailand am Strand abhängt. Das ist mangelnde Phantasie.

    Jeder kann sich bis zum Lebensabend ein sattes Portfolio aufbauen.

    Freiheitsaspekte schleichen sich dann fast automatisch Stück für Stück ins Leben. Mir geht es jetzt schon so, dass ich nur noch Projekte annehme, auf die ich Lust habe. Ja, ich könnte auch mehr Geld verdienen, um schneller „reich und frei“ zu werden. Will ich aber gar nicht. Mein Leben ist jetzt schon zufriedenstellend. Ich fühle jetzt schon ein großes Maß an Freiheit, weil ich den ganzen Konsumquatsch nicht mitmache, gar nicht so viel Geld für ein gutes Leben benötige.

    Was spricht dagegen, sich mit Teilzeitarbeit ein immenses Maß an Freiheit ins Haus zu holen, auch wenn dann nicht die totale Freiheit erreicht ist?

    Zudem wird man im Kopf frei, wenn ein sehr dickes Finanzpolster vorhanden ist. Defekte Gegenstände? Beteiligung am teuren Abschiedsgeschenk? Ein spontaner Kurzurlaub? Alles kein Problem. Auch das ist Freiheit.

    Mal abgesehen von den Chancen und Möglichkeiten, die sich einem offenbaren, wenn man finanzielle Energie hat.

    Unser kostbarstes Gut ist Zeit. Zeit für die Familie, Zeit für Freunde, Zeit für Sport und die Zubereitung gesunder Speisen, Zeit für ein gutes Buch und den Spaziergang an der frischen Luft.

    Geld – intelligent genutzt – kann uns diese Zeit verschaffen. Den Weg zur finanziellen Unabhängigkeit kann daher jeder gehen. Jeder. Und dabei ist der Weg schon das Ziel.

  75. KievKiev

    @ Simon

    Die 0% Finanzierung (oder Leasing) ist aus Verkäufersicht wesentlich attraktiver. Nicht das der Konsument beim Sparen für das Produkt noch feststellt, dass er das Produkt nicht braucht. Das Käufermodell, wie ich es beschrieben habe, sollte für den Konsumenten wesentlich attraktiver sein. Das erschließt sich nur kaum jemanden. Manche Fitnessstudios bieten so ein ähnliches Modell tatsächlich als eine Option an. Sie möchten damit den Kunden lebenslänglich binden. Vielleicht hält lebenslänglich ja nur ein paar Monate oder Jahre.

    Ich würde sofort Konsumgüter Aktien kaufen bei denen ich anstatt einer Dividende ein definiertes Verbrauchsprodukt als Gegenleistung erhalten würde. Auf diese Weise würde man wenigstens vergleichbar vorgehalten bekommen, was ein Produkt in dem gewählten Verbrauchszyklus tatsächlich kostet.

    Bei meinem KFZ habe ich eine ganze Zeit benötigt bis ich einmal die tatsächlichen Kosten abschätzen konnte. Da fällt so viel zu unterschiedlichen Zeitpunkten immer an das man den Überblick verliert. Erst wenn man die tatsächlichen Kosten (Wertverlust nicht vergessen) kennt kann man den Wert auch richtig einschätzen. Das KFZ bietet mir Vorteile gegenüber CarSharing. Es hat allerdings auch Nachteile, die mit dem Abnehmen der Nutzung verhältnismäßig zunehmen (Tüv, Reifenwechseln, Wartung, Reparatur, Reinigung usw. Neben dem Geld ist es auch Arbeit die man für den Besitz einbringen muss). Ich kümmere mich gerne um meine Häuser, aber nicht um das KFZ. Hier hat jeder andere Präferenzen.

    Es macht dabei aber einen Unterschied, ob mich dieser Vorteil 500€ im Jahr kostet oder 3000€. Der Nutzen bleibt hier im Gegensatz zum Preis konstant. Bei Nutzung von CarSharing muss ja auch nicht das ganze eingesparte Geld investiert werden. Eine 3 wöchige USA Reise mit der kompletten Familie würde ich vielleicht mit 7500€ durchführen können. Das wären in dem extremen Beispiel 3 Jahre CarSharing anstatt dem KFZ. Ich würde hier vermutlich die Reise nehmen, aber das kann jeder aussuchen wie er möchte. Es sind bei mir aber leider keine 3000€ im Jahr an Einsparpotential bei dem KFZ vorhanden.

  76. Claus

    @ Sparta

    Ich bin (noch) selbstständig. Mit Mitte 30 habe ich sehr gut verdient, dachte, das dies „ewig“ so weitergeht und hatte nur die grobe Vorstellung, mit 50 in den Ruhestand zu gehen. Ich konnte zwar mit Geld von klein an sehr gut umgehen, was ich meiner lieben Mutter zu verdanken habe, die mir den Umgang mit Geld beigebracht hat, obwohl sie selbst kaum welches hatte.

    Bodenständig, sparsam und nicht arbeitsscheu war ich schon immer. Doch die Geldanlage hat mir nie jemand beigebracht, denn wir hatten nie Geld, das man hätte anlegen können.

    Mit Mitte 30 „stapelte“ sich mein Geld auf dem Geschäftsgirokonto. Da lagen immer so mindestens 250 K DM rum… Für mich damals unglaublich viel Geld. Niemand in unserer Familie hatte jemals ein solches „Vermögen“. Viel habe ich in meine kleine Firma gesteckt, PCs, Maschinen, Software… alles war stets auf dem neuesten Stand. Privat habe ich mir nichts Aussergewöhnliches gegönnt, lebte auf Sparflamme und hatte auch gar keine Zeit hierzu. Das Büro war ein 24-Std.-Job und es machte mir grosse Freude zu arbeiten.

    Um den „Geldberg“ einzudämmen, kaufte ich in dieser Zeit mein Haus, in dem ich heute noch lebe. Das Büro zog mit ein.

    Dann kam der Börsenboom 1999/2000. Bis hierhin liefen auch die Geschäfte sehr gut. Ich war nun 40, hatte von der Börse keine Ahnung und begab mich in dieses Haifischbecken. Was dann passierte, habe ich ja schon 1-2mal hier grob geschildert:

    Börsen-Start im März 2000…
    Anfang 2005 hatte ich nur noch knappe 41K EUR, gute 300k EUR waren „verbrannt“. Die Geschäfte liefen auch nicht mehr so gut. Die Hypothek lief noch 3 Jahre, zum Glück mit kleinen Raten, alle 3 Monate ca. 2K EUR. 50% Eigenkapitaleinsatz beim Hauskauf sei Dank…

    Trotz der horrenden Verluste hatte ich eigentlich nicht viel falsch gemacht. Ich habe ausschließlich Aktien von bekannten erfolgreichen Großunternehmen gekauft. Keine „Klitschen“. Kein Neuer Markt. Keine IPOs. Keine Optionsscheine oder andere Derivate. Meine vernichtenden Fehler waren:

    – Keine vernünftige Branchenmischung, Hightech überwog klar
    – Häufige Nachkäufe von deutlich im Verlust liegenden Positionen
    – Nur ca. 10 Positionen

    Da ich nicht aufgeben wollte, bastelte ich an meiner heutigen Strategie. Dieser Prozess dauert bis heute an und wird wohl erst enden, wenn ich auch ende.

    Hieran kann man sehen:
    In 10, 15, 20 Jahren kann man Fortschritte erzielen, die man selbst gar nicht für möglich hält. Mit dem Willen, viel Fleiß und Durchhaltevermögen kann man auch aus kleineren Sparsummen mit der Zeit recht grosse Vermögen erzielen.

    Nicht jeder ist dann ff, hat aber für seine Einkommensverhältnisse unvorstellbar hohe Rücklagen, die extrem beruhigend wirken.

     

    @ fit und gesund

    Um die „Raucher-Aktien“ ist mir nicht bange. Die Branche ist gerade im Umbruch. Eigentlich ist immer alles im Umbruch, oder? Sie werden ihre „Dampf-Glimmstängel“ oder was auch immer erfolgreich vermarkten und weiterhin Milliarden verdienen. Neue Geschäftsfelder wie z.B. legale Drogen könnten hinzukommen. Wer investieren möchte, sollte zur Sicherheit vielleicht einen kleinen Korb der stärksten Unternehmen kaufen: Altria, BAT, Ph. Morris.

    Reits sind auch kein Allheilmittel. Interessant finde ich Datencenter-Reits und Reits im Gesundheitswesen. Mal sehen.

    LG

  77. Simon

    @Freelancer

    Schön zusammengefasst. Mein Meinung zum Geld lässt sich kurz und knacking auch mit „Geld ist Zeit“ ausdrücken. Ich möchte auf Dauer nicht 60 % meiner wachen Zeit auf der Arbeit oder mit dem Weg dorthin verbringen. Ein zweites Standbein durch passives Einkommen zu haben, gibt einem die Möglichkeit, seine Zeit so zu nutzen, wie man das möchte.

    Sei es, um sich persönlich weiter zu entwickeln, interessante Projekte anzuschieben, am Strand rumzuhängen oder einfach mit den Kindern zu spielen. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt 🙂

    @Kiev

    Ja, ich weiß, als Konsument wäre das geschickt. Aber das ist ja genau der Grund, warum sich hier auf dem Blog nicht die Mehrheit der Gesellschaft einfindet. Die meisten Leute halten eine „0%“-Finanzierung über 5 Jahre für den Fernsehr für eine gute Sache, weil sie in sich sonst nicht leisten könnten. Das heißt ja auch: Wenn ich Fitnesstudio lebenslange Mitgliedschaften für 6700 Euro verkaufe, könnte ich diesen Betrag auch anlegen und vielleicht mehr damit erwirtschaften, als das Mitglied an Kosten verursacht. Es wir nur daran scheitern, dass nur einen oder zwei Kunden bekommen werde…

  78. Peter

    Danke für Deinen Beitrag Oliver! Sehr interessant und spannend zu lesen! Aus Dir spricht viel Erfahrung!

  79. Daniel

    Wir sollten froh sein, dass es nicht mehr sind, denn mit laufend sinkendem Konsumverhalten würden „unsere Unternehmen“ mit der Zeit ernsthafte Probleme bekommen.

    Ist das so? Ich wage die These aufzustellen, dass finanziell freie Menschen für die Bundesrepublik eine Bereicherung darstellen. Bleiben wir mal bei einer Person die 1 Mio auf dem Depot hat und bei 3,5% jährlich 35.000€ entnimmt. Ca. 8800€ Steuern gehen dann schonmal an den Staat, was diesen freut. Netto bleiben also ca. 26.000€ was auch bei einem guten Arbeitnehmer anfällt.

    26.000€ können völlig unbesorgt in den Konsum dieses Menschen fließen, weil er vielleicht gar nicht weiter ansparen will. Das wäre sogar mehr als der Durchschnittsbürger mit gutem Einkommen tun würde, da dieser ja evtl. auch Geld zurücklegt.

    Desweiteren ist Sparen nur verzögerter Konsum, spätestens in einer der Erbengenerationen wird das Geld verpulvert und fließt mit großem Zugewinn vollständig in die Wirtschaft ein. Weitere Punkte kommen hinzu, wer es gut anstellt ist nie auf Sozialsysteme angewiesen, kein Geld vom Staat, somit auch weniger Ausgaben für den Staat, zuende gedacht weniger Steuern für den Bürger um diese Leute querzufinanzieren, bleibt mehr Geld bei den Bürgern (jaja, Traumvorstellung ;-p) die wiederrum mehr konsumieren können.

    Schwer zu beurteilen ist der Effekt auf den Arbeitsmarkt. BIn ich eine Bereicherung wenn ich nicht an diesem teilnehme, dafür aber anderen den Vortritt lasse? Schwer einzuschätzen. Ich behaupte ja, denn ich belaste durch ständiges Pendeln nicht die Infrastruktur, konsumiere brav, zahle Steuern bzw. Kapitalertragssteuern für eine Leistung für die der Staat quasi keine Aufwände hatte.

     

    Wie kommt ihr auf 30€ Telefon/Internetkosten? Informiert euch doch mal über die Möglichkeiten. Ich zahle 19,99€ für:

    Habe ich, bei uns hat die deutsche Glasfaser Fiber To The Home gelegt und das kostet nunmal mindestens 30€/Monat 😉 Als Alternative kann man natürlich wieder zurück zur störungsanfälligen Telekom gehen und seine Bandbreite zehnteln, was aber heutzutage, inbesonde bei Telearbeit, nicht mehr akzeptabel ist 😉 Dafür gibts bei Glasfaser aber auch bis zu 1000Mbit gegen Einwurf kleiner Münzen.

  80. Thorsten

    @Paul Newmann, @Sparkojote.

    Die 30€ waren ein Beispiel. Du kannst auch

    Bei mir sind in 29,99€ enthalten :

    Festnetz mit Flat im Festnetz und zu allen Mobilnummern des Anbieters
    TV digital mit zig Sendern (brauch ich kaum noch)
    Internet auf Glasfaserbasis bis ins Haus, Gigabitdurchsatz,  brauchen  wir, die Telekom hat hier kein Netz, wir haben also auch keine Wahl 🙂
    Handytarif  mit Flat zu allen Nummern des Anbieters (Festnetz+Mobil) kostet 1€ im Monat. 4 Handies, 4 Euro 🙂

    @Kiev Sowas ähnliches bieten manche Genossenschaften, gabs gibs z.B bei Bioläden. Da kriegt man dann Rabatt beim Einkauf wenn man Mitglied ist und der ist steuerfrei.

  81. -M

    @Claus

    Du hast geschrieben das du zu oft die im Verlust liegenden Positionen nachgekauft hast.

    Was hast du geändert? Kaufst du nur noch nach einer längeren Zeit nach bzw eröffnest eine Position nicht gleich mit einer riesigen Summe?

     

    Mein größter Fehler war Kraft Heinz – ich kaufte 10% vom depotwert als Einstand fast zum ATH – danach viel die Aktie und dich kaufte jeden Monat nach (vergünstigten) nun bin ich trotz der Nachkäufe ca 40% im minus und ist 17% vom Depot.

    Das Unternehmen überzeugt mich nach wie vor …. ABER die arg überschnellen Nachkäufe hätte ich mir total sparen können !!! Von nun an warte ich mindestens 3-6 Monate bis ich überhaupt überlege nachzulegen…

    -M

  82. Thorsten

    @Daniel
    ganz genau, und deshalb wird der Staat die finanziell freien Menschen – so hoffe ich es – in Ruhe lassen. Wenn der Staat es wagt die 25% Abgeltungssteuer über rot gefärbte Parolen wie „Kapital muss mehr besteuert werden wie Arbeit“ auf 30%, 35% zu erhöhen, dann hauen diese Menschen mit ihrem Kapital nämlich ab. Ich habe mehrere Kollegen, die sind schon vor Jahren ins Ausland gegangen (Zypern/USA), traumhafte Steuersätze. Kapital (Unternehmen, Reiche) und Intelligenz (Forschung) wandern seit Jahren aus Deutschland ab und das wissen die Politiker in den gemäßigteren Parteien sehr wohl.

    Zum Sparen : Sparen ist für mich auch ein Arbeitspuffer. Wenn ich arbeite erhalte ich Geld, je mehr ich arbeite je mehr Geld erhalte ich. Habe ich die Finanzielle Freiheit teilweise oder vollständig erreicht, dann habe ich ein kapitalgedecktes Arbeitskonto, das durch vergangene versteuerte Arbeitsleistung erwirtschaftet wurde. Erbschaften oder Lottogewinne lasse ich mal außen vor. Deshalb ist an Besitz an sich auch nichts falsch oder verwerflich. Wer nicht arbeitet oder alles Verdiente sofort verkonsumiert, der hat sein Konto nie aufgebaut oder es verbraucht. Beim staatlichen Rentenkonto ist es identisch (bis auf den Punkt Kapitaldeckung), man kann es es aber nicht vorher wegkonsumieren oder sich weigern etwas darin anzusparen, wenn man angestellt ist. Und es ist Hartz4 sicher. Die erbrachte Arbeit muss aus meiner Sicht nicht nur für den aktuellen Lebensunerhalt, sondern auch für die Zukunft reichen. Das Sparen mit Kapitaldeckung in Aktien und anderen Assets konserviert und erhöht über Zins und Zinseszins die Lebensleistung in Arbeit. Beim staatlichen Rentenkonto gibt es zumindest Inflationsausgleich. Auch eine Art Zins, aber nicht wirklich.

  83. KievKiev

    @ Freelancer

    Wie immer ein sehr schöner Beitrag von Dir. Mich brauchst Du nicht überzeugen, dass Du aktuell schon Freiheiten geschaffen hast und uns vom glücklichen Leben teilhaben lässt. Das kann ich sehr gut nachvollziehen und hoffe, dass der ein oder andere Dir abnimmt das dafür nicht hohe Vermögen bzw. Ausgaben notwendig sind.

    @ Claus

    Vielen Dank für Deinen Beitrag und die tiefen Einblicke in Deine Anfangszeiten an der Börse, Unternehmer und Privat. Deine Anlagestrategie würde mich besonders interessieren.

    Ich habe zu der Zeit auch als jugendlicher Geld an der Börse verbrannt. Da ich jung war hielt sich der Schaden zum Glück in Grenzen. Aber er hielt mich auch eine sehr lange Zeit von der Börse ab, daher kann man ihn nicht genau bemessen.

    Du hast damals ein Haus gekauft und eine Hypothek mit niedriger Rate verwendet. Das war auf jeden Fall kein Fehler, da Du die Hypothek auch nach dem Crash und Einbruch von Einkommen weiter bedienen konntest. Als größten Fehler sehe ich in der damaligen Zeit die Gier. So war es definitiv bei mir der Fall.

    Ich weiß nicht, ob es damals schon die Möglichkeiten gab Sondertilgungen durchzuführen. Ich rate jedem Darlehen mit dieser Möglichkeit abzuschließen und sie auch zu nutzen. Die monatliche Rate stelle ich selbst niedrig ein, so dass ich sie auch in schlechten Zeiten bedienen kann. Die Sondertilgungen nutze ich in den hoffentlich nicht endenden guten Zeiten.

    Konntest Du nach dem Crash denn stetig weiter Aktien kaufen? Oder warst Du mit der Hypothek bei den geringeren Einnahmen voll ausgelastet?

    Ich werde im Falle eines Crashs meine Strategie ändern und auch „langsam“ in den Aktienmarkt einsteigen. Es ist natürlich nicht sicher, ob es nach meinem Einstieg in den Aktienmarkt nicht weiter (langsam oder steil) bergab geht. Dieses Risiko gehe ich bis zu gewissen Grenzen ein. Die zeitliche Grenze muss ich dann zu dem Zeitpunkt genau festlegen. Sie hängt maßgeblich von der Restschuld ab.

    Ob ich dann damit den Vermögenszuwachs in der anschließenden Hausse erziele wird sich zeigen. Da spielt dann Glück und die Zuversicht, dass es langfristig nach oben gehen sollte eine maßgebliche Rolle.

  84. Stefan85

    @ -M:

    Wenn du mit einer Aktie, mit der du mit 30 % im Verlust bist und du dennoch von den langsfristige Aussichten überzeugt bist, dann verkaufe sie und kauf dich gleich wieder ein.

    Den „Verlust“ kannst du zu 25 % von der Steuer absetzen. Heißt also, wenn du andere Aktien mit Gewinn verkaufst, wird das mit dem Verlust verrechnet und du zahlst keine Steuern auf den Gewinn.

     

  85. -M

    @Stefan

    Ja ich weiß was du meinst. Es sind bei mir keine Verkäufe geplant, um von der nach hinten geschobenen steuerschuld zu profitieren.

    Im besten Fall werde ich alle meine aktien nicht mehr verkaufen – es sei denn ein Unternehmen hat ernsthafte Probleme die ich für nicht lösbar halte und möchte so viel Geld retten wie möglich. Rebalancing betreibe ich auch nicht (Ist für mich DER Renditekiller zusammen mit der Realisierung von Gewinnen in Depots!)

    -M

  86. Freelancer SebastianFreelancer Sebastian

    @ Kiev

    Danke dir. Ich lese auch sehr gerne von dir und anderen Lesern. Ob es da um Vermögensaufbau/Aktien oder die Lebensphilosophie geht, spielt gar nicht so eine große Rolle. Es motiviert.

    Vielleicht sollte ich noch ergänzen, dass es mir nicht um das Verteufeln vom Geldausgeben an sich geht. Man bekommt ja oft den Vorwurf zu hören, man sei geizig oder würde in Selbstkasteiung nicht richtig leben.

    Das ist quatsch. Es geht um den bewußten, intelligenten Umgang mit Geld.

    Wenn ich gerne mit dem Motorrad die Gegend erkunde, na dann mache ich den Führerschein und kaufe mir ein gebrauchtes Bike. Wenn ich das Theater liebe, dann bin ich jedes Wochenende dort und gebe 150€ im Monat aus. Wenn ich die Musik liebe, kaufe ich mir eine richtig gute Anlage und genieße das über Jahrzehnte. Und so weiter. Hier hat jeder seine Vorlieben und selbstverständlich sollte man diese auch pflegen. Geld ist ein Werkzeug zum Glück.

    Ich sehe hier kein Problem, solange man Maß hält und plant.

    Was spricht dagegen, am Anfang des Monats in die eigene „Freiheit“ 10% oder 20% zu investieren und dann mit dem Rest des Einkommens ein anständiges Leben zu führen?

    Bei vielen Menschen sind wohl die (Konsum-)Begierden größer und die Impulskäufe häufiger als die wahren Möglichkeiten. Das frustriert dann. Die Frage sollte lauten: was ist mir wirklich wichtig? Was macht mich dauerhaft zufrieden?

  87. -M

    @Freelancer

    Schön geschrieben! Genau da fühle ich mich angesprochen beim Thema Musik. Ich habe eine sehr teure Anlage zu Hause (allein der Tonabnehmer des Plattenspielers kostet neu über 600€) über die Geräte und Lautsprecher will ich erst gar nicht anfangen. Aaaber alles ist über die letzten 15 Jahre Schritt für Schritt gebraucht gekauft worden und immer wieder durch teurere wiederverkäufe gedeckt. Somit ist mein teures Hobby in Wirklichkeit nicht mehr teuer, da ich durch die Gewinne beim verkaufen vieler Geräte 0 auf 0 mittlerweile bin.

    Ok man könnte Einwänden, dass ich die Gewinne auch an die Börse bringen hätte können. Dann müsste ich aber auf ein tolles Hobby zum entspannen verzichten. War mir es nicht wert.

    -M

  88. KievKiev

    @ Freelancer

    Maß halten und Planung trifft es wohl auf den Punkt. Ich habe Immobilien und kann Euch nur sagen, dass man nicht alles besitzen muss um glücklich zu sein. Vor allem wenn man einen Wunsch hat, den man noch nicht genau kennt und der nur in der Vorstellung existiert sollte man ihn erst ausprobieren (leihen) bevor man etwas dauerhaft anschafft.

    Es gibt heute viele Möglichkeiten sehr schöne Dinge wahrzunehmen. Sharing, oder diverse Angebote der Stadt. Ich habe vor kurzem erst ein Pedelec mit Kindersitzen geliehen. Es war elektrisch betrieben und wir konnten leicht eine 60 km Ausfahrt mit Kindern durchführen. Meine Frau ist das Pedelec gefahren und ich blieb auf dem Rennrad. So konnten wir Zeit miteinander verbringen und gleichzeitig unseren Hobbies nachgehen. Es hat allen sehr viel Spaß gemacht, aber ich würde mir das Gefährt nicht selbst zulegen. Es hat abgesehen vom Preis auch weitere Nachteile, die bei dem Verleih nicht in dem Maße existieren. Der Verleih erfolgte übrigens ohne Kosten. Ich habe lediglich Geld freiwillig gespendet und erhalte dafür noch eine Spendenquittung. Es gibt mehr Angebote in der Stadt als man sich vorstellen kann… Ich kann auch Nachbarschafts Apps oder Initiativen empfehlen. Davon gibt es bei mir in der Stadt auch verschiedene. Hier gibt es von Zeit zu Zeit auch immer sehr interessante Möglichkeiten.

    Mir fehlt es nur an Zeit. Ich kann mir viele Hobbies vorstellen, die sich aber hauptsächlich aus Zeitgründen für mich nicht rentieren. Anders ausgedrückt möchte ich meine Zeit lieber mit der Familie verbringen und dann ist das Interesse an etwas scheinbar Interessanten einfach nicht hoch genug. Mit Rennrad fahren habe ich bereits ein Hobby, das nicht ganz mit meiner freien Zeit im Einklang ist.

    Bei Ausgaben prüfe ich auch das Verhältnis von Freude zu Kosten. Wenn ich als Beispiel einen sehr schönen Tag für 10€ mit der ganzen Familie verbringe (Essen usw. zu Hause nicht eingerechnet) bevorzuge ich dies einer anderen Möglichkeit bei der wir vielleicht 200€ zahlen ohne einen spürbaren Mehrwert zu erhalten. Es ist immer eine Abwägungssache. Für ein Baumhaus habe ich knapp 1000€ rausgehauen. Es erschien mir eine gute Ausgabe zu sein. Die Sparquote war diesen Monat etwas schlechter. Ich habe es überlebt.

  89. Claus

    @ -M

    Du schreibst:

    „Mein größter Fehler war Kraft Heinz – ich kaufte 10% vom depotwert als Einstand fast zum ATH – danach viel die Aktie und dich kaufte jeden Monat nach (vergünstigten) nun bin ich trotz der Nachkäufe ca 40% im minus und ist 17% vom Depot.

    Das Unternehmen überzeugt mich nach wie vor …. ABER die arg überschnellen Nachkäufe hätte ich mir total sparen können !!!“

    … das ist eine wichtige Sache, die ich gelernt habe:
    KEINE Nachkäufe von im Minus liegenden Positionen. Das ist einer der häufigsten Börsenfehler und Kapitalvernichter!

    Weitere wichtige Säulen:

    Nachkäufe nur von im Gewinn liegenden Positionen, die gerade korrigieren (gerne auch heftiger).

    Keine schnellen Nachkäufe. Zwischen den Nachkäufen müssen mindestens jeweils 6 Monate vergehen.

    Max. Positionsgröße vorher festlegen + beachten! Überschreitet man diese Pos.-Größe bewußt, sollte man auch einen Zielkurs haben, bei dem man die Pos. wieder auf „Normalmaß“ reduziert. Das gleiche gilt, falls der Kurs sich nach dem Aufstocken negativ entwickeln sollte.

    Zusätzlich habe ich eine „max. – 7%-Regel“ für neue Positionen: Gerät eine Position nach meinem Kauf max. 7% ins Minus, verkaufe ich ohne wenn und aber. Diese Regel ist hier sehr umstritten, weil man gerne „verbilligt“. Doch wenn man „im Spiel“ bleiben will, ist der Kapitalerhalt das oberste Ziel. Hier halte ich es mit Warren Buffett, dessen 1. Regel lautet: „Verliere niemals Geld“.

    Wie richtig (für mich) die -7%-Regel und die Regel keine im Minus liegenden Positionen aufzustocken sind, habe ich gerade selbst bei meiner H&M-Position bestätigt:

    Ich habe hier bewußt nicht bei -7% verkauft und Ende August 2017, tief im Minus liegend, bei guten 22 EUR um ein Sechstel (zum Glück nicht mehr) aufgestockt. Hiermit habe ich gegen meine beiden Regeln verstoßen… und Mr. Market war hocherfreut. Dieses Experiment habe ich gewagt, weil H&M meine einzige Minusposition war.

    Diese 2 Regeln tragen maßgeblich zur Vermeidung von Verlusten und dem Kapitalerhalt bei.

    Stell dir vor, du hast mehrere solcher Positionen. Bald geht dir das Geld für Nachkäufe aus. Vielleicht hast du noch Positionen im Plus… Du wirst sie irgendwann auflösen und die Verlierer aufstocken, weil du denkst „tiefer kann es ja gar nicht mehr gehen“… oh doch… stell dir vor, eine Position mit 20% Depotanteil geht pleite (s. Worldcom, Enron…). Du hast nur noch 4, 5, oder 6 Positionen, die beste mit -30, -40%… Im schlimmsten Fall leihst du dir jetzt Geld, stockst weiter auf… Der Horror!

    @ Kiev

    ja, natürlich habe ich nach dem Absturz weiter Aktien gekauft, sonst hätte ich das Minus niemals in meinem Leben wieder hereinholen können.

    Ganz wichtig waren hierbei die geringen privaten Ausgaben und die hierdurch hohen Sparleistungen. Entscheidend waren und sind aber die von mir geschaffenen Regeln und die Depotstruktur, an erster Stelle die Branchendiversifikation sowie der max. Depotanteil je Branche/Aktie.

    Das Schlimmste nach so einem Absturz ist, dass man keinerlei Selbstvertrauen in Börsendingen mehr hat. Es fällt extrem schwer Aktien zu kaufen, egal wie gut man alles analysiert hat. Das wird aber mit der Zeit wieder besser, wenn man sieht, dass die Änderungen/Regeln Erfolge bringen.

    Viel Erfolg + LG

  90. ThomasH

    @Daniel:

    Ist das so? Ich wage die These aufzustellen, dass finanziell freie Menschen für die Bundesrepublik eine Bereicherung darstellen. Bleiben wir mal bei einer Person die 1 Mio auf dem Depot hat und bei 3,5% jährlich 35.000€ entnimmt. Ca. 8800€ Steuern gehen dann schonmal an den Staat, was diesen freut. Netto bleiben also ca. 26.000€ was auch bei einem guten Arbeitnehmer anfällt.

    Es ist eigentlich viel besser.

    Auf 35.000€ zu versteuerndes Einkommen entfallen z.Zt. nur ca. 7.000€ Steuer (ledig) bzw. nur ca. 3.700€ (verh.)!

    Außerdem sind die 35.000 € ja nicht alles Kursgewinne (nur darauf zahlst du Steuern), sondern auch gespartes Kapital, also noch weniger zu versteuerndes Einkommen.

    Und zum dritten kannst du deine Krankenversicherung steuerlich geltend machen, d.h. das zu versteuernde Einkommen reduziert sich nochmals.

    Um also auf deine beispielhaften 26.000€ netto zu kommen, musst du weit unter 3% aus deiner Mio. entnehmen.

  91. Thorsten

    @M

    Das Kaufen gebrauchter Güter wird „In“. Seit Jahren baut sich eine Second Hand Kleiderszene auf, Kleidertauschringe und so. Aber jetzt geht weiter mit Möbeln und elektrischen/elektronischen Geräten, ebay kleinazneigen ist voll davon auch die Nachbarschaftsportale. Das hätte früher keiner gewagt, nur wenn man nicht genug Geld hatte und dann hätte man es nicht unbedingt erzählt. Das nachhaltige Umgehen mit Gütern erobert eine Szene, aber es dauert…

    Ach ja, ich habe gerade McDonalds verkauft (KGV 27 DivRendite 2,3%) und mir dafür den „langweiligen“ Hamborner Reit gekauft (KGV>40 („teuer“) aber DivRendite >4,5%).  Keine Technik, kein autonomes Fahren, kein Streaming, bloß Beton.  Bei MDO gehen die Umsatzerlöse zurück…., und die zahlen mir bei dem Kurs zu wenig Cash, im Verhältnis mir inzwischen zu teuer für eine Mampfaktie.  Mit Hamborner Reit habe ich mich in Deutschen GewerbeImmos in zentralen Lagen eingekauft, Leerstandsquote nur 1%, also reiner Durchsatz. Damit bin ich wieder etwas unabhängiger vom reinen Börsenkurs und vom Dollar, bekomme auch die doppelte Auszahlung. Na ja, mal abwarten, meist kommt es dann doch irgendwann anders, als man denkt. Gefährlich wäre nur eine nachhaltige Wirtschaftskrise in Deutschland und evtl. der starke Trend zum Onlinehandel ?!

    https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/dgap-news-hamborner-reit-ag-successful-start-to-2018-6131488

     

  92. Der Baum

    Hallo @Claus,

    vielen Dank für deinen Einblick in deine Strategie im Umgang mit fallenden Aktien. Was ich mich hier Frage ist warum bzw. wie begründet du diese Regel?

    Meiner Meinung nach kommt es doch sehr auf die jeweilige Aktie an. Da ich mich grundsätzlich als „value Investor“ sehe Frage ich mich warum man eine sehr gute Aktie nicht nachlaufen sollte wenn der genannte Mr. Market gerade einmal den wahren Wert nicht erkennt? Vorausgesetzt man hat ein wertiges Unternehmen ausgesucht und  es gibt keine objektiven Gründe warum der Kurs sinkt, denke ich wäre ein Nachkauf durchaus sinnvoll. Hierunter würd ich z.B. auch und gerade Heinz einordnen.

    Grüße Baum

  93. -M

    Das war auch mein Grund für die Nachkäufe bei Heinz. Sie verdienen mehr als noch vor einem Jahr und der Kurs geht 40% runter. Eigentlich ne tolle Sache
    Ich habe nur meine erste Position zu groß und zu früh gekauft. Die Nachkäufe waren auch jeden Monat viel zu schnell eingegangen.. hätte ich bis jetzt mit dem nachkauf gewartet und die erste Position nur halb so groß gewählt wäre ich mehr als glücklich… leider falsch gemacht

    -M

  94. Insider

    Claus auch von mir ein dank für deine Einblicke . Ich bin noch recht am Anfang und betreibe buy and hold bzw. Habe dies vor.  Würde mich über ein Feedback von dir freuen .

    Meine Einschätzung war bislang,  wenn ich die investierte Summe auch bei Kursverluste liegen lasse, habe ich immer noch die Chance , dass das Unternehmen wieder steigt . In der Zwischenzeit erhalte ich zumindest meine Dividenden ,wenn auch ggf. Geringer. Beim Verkauf ist der Verlust definitiv realisiert .

    Ich möchte breit gestreut langfristig mindestens 40-50 Positionen haben ,  sodass ein einzelner Ausfall verschmerzbar ist . So zumindest meine aktuelle Sicht .

    Paralell investiere ich noch in die großen etf (World /EM ) traue dem Produkt etf aber nicht vollständig und bin mir unsicher ob nicht doch auch ein etf platzen kann im richtigen crash. Deswegen und weil es mir persönlich Spaß macht streue ich noch die Einzelaktien bei .

    Natürlich dürfen auch andere als Claus antworten   😉

  95. Ex-Studentin

    Ich saß heute mit vielen älteren Kollegen zusammen (Ingenieure). Ich war erstaunt, dass die meisten recht früh in „Rente“ gehen wollen. Teilweise schon mit Ende 50. Andere Kollegen gehen in Frührente, sobald es möglich ist. Haben vermutlich ausreichend gesetzliche Rentenansprüche gesammelt. Zusätzlich abbezahltes Haus, ein wenig gespart und Betriebsrente (gibts aber nur für Kollegen mit alten Verträgen). War ein sehr interessanter Einblick.

  96. Mark85Mark85

    Das Beispiel mit Kraft Heinz zeigt mir, warum ich auf Indexfonds setze. Dort muss man lediglich 1 Annahme treffen: Gehe ich davon aus, dass sich der Gessmtmarkt langfristig positiv entwickeln wird?

    Bei Einzelaktien muss man sich ständig Fragen stellen:

    – Wie viele Unternehmen kaufe ich?

    – Welche Unternehmen kaufe ich?

    – Wann kaufe ich welche Unternehmen nach?

    – Wann lasse ich sich schlecht entwickelnde Unternehmen fallen?

    Bei Indexfonds kaufe ich einfach monatlich den gesamten Markt nach und den Rest erledigt dynamisch der Index: Gute Unternehmen steigen in der Gewichtung auf, schlechte ab. Und die Gurken verlassen irgendwann den Index und werden durch neue Unternehmen untersetzt.

    Mir fällt einfach kein rationaler Grund ein, auf Einzelaktien zu setzen: Sie kosten Diversifikation und mehr Zeit und unzählige Studien haben bewiesen, dass die allermeisten Privatanleger lausige Renditen nach Kosten und Steuern erzielen. Selbst den allermeisten professionellen Fondsmanagern gelingt es nicht, langfristig ihre Vergleichsindexe zu schlagen. Selbst der Kostenvorteil bezüglich der laufenden Kosten wurde immer mehr Makulatur: Es gibt immer mehr Indexfonds, die quasi 0 laufende Kosten verursachen, weil sie enorm eng an ihren Indexen kleben. Nur ein Beispiel: http://www.trackingdifferences.com/ETF/ISIN/IE00B3RBWM25

  97. Claus

    @ Der Baum

    „vielen Dank für deinen Einblick in deine Strategie im Umgang mit fallenden Aktien. Was ich mich hier Frage ist warum bzw. wie begründet du diese Regel?“

    Wie oben ausführlich beschrieben, geht es um den Kapitalerhalt und das Vermeiden von Verlusten. Hierdurch ergeben sich Gewinne fast von alleine. Die meisten verstehen das nicht. Sie „pflegen ihr Unkraut“ und opfern ggfl. ihre „Rosen“ dafür. Sie handeln emotional, entscheiden Nachkäufe aus dem Bauch heraus, haben keinen Plan. Das kann gut gehen, läuft aber in den meisten Fällen völlig aus dem Ruder. Meist gibt es in diesen Depots mehrere dieser Positionen. Hat man 30, 40, 50 oder mehr gleichgewichtete Positionen ist das kein Drama. Bei 10-15 Positionen wird es sehr schnell verheerend.

    Du schreibst:

    „Frage ich mich warum man eine sehr gute Aktie nicht nachlaufen sollte wenn der genannte Mr. Market gerade einmal den wahren Wert nicht erkennt? Vorausgesetzt man hat ein wertiges Unternehmen ausgesucht und es gibt keine objektiven Gründe warum der Kurs sinkt, denke ich wäre ein Nachkauf durchaus sinnvoll. Hierunter würd ich z.B. auch und gerade Heinz einordnen.“

    … genau das dachte ich damals auch bei Worldcom… Super-Bilanz, alles top, der „dumme Mr. Market“ hat keine Ahnung…

    … ich kaufte mehrfach sehr kräftig nach, das Ergebnis dürfte bekannt sein.

    Ich möchte niemanden bekehren und kann hier nur schildern, wie ich das handhabe. Viele Wege führen nach Rom. Jeder muss seinen eigenen Weg finden und seine Erfahrungen selbst machen, auch wenn es manchmal weh tut. Hierbei lernt man meistens am besten.

     

    @ Insider

    „Meine Einschätzung war bislang, wenn ich die investierte Summe auch bei Kursverluste liegen lasse, habe ich immer noch die Chance , dass das Unternehmen wieder steigt . In der Zwischenzeit erhalte ich zumindest meine Dividenden ,wenn auch ggf. Geringer. Beim Verkauf ist der Verlust definitiv realisiert .“

    Wenn es keine Unternehmensprobleme sind kann das funktionieren.

    Meist kommen die Meldungen über die Probleme aber erst nach massiven Kurseinbrüchen, oft auch per „Salami-Taktik“, bis die Dividende gekürzt oder gestrichen wird. Mir wäre es lieber, mit 30, 40, 50% Verlust zu verkaufen, als dem jahrelangen Kursschwund weiterhin zuzusehen und zwischendurch auch noch nachzukaufen.

    Das freie Geld kann man schneller wieder in bessere Aktien investieren. Und, was am allerwichtigsten ist: Du bist die Problemaktie los, sie stresst dich nicht mehr, du bist „wieder frei im Kopf“. Das fühlt sich gut an.

    Man ist kein „Verlierer“, nur weil man mal einen Rohrkrepierer mit deutlichem Verlust verkauft. Im Gegenteil. Entscheidend ist das gesamte Depot-Ergebnis, nicht das Ergebnis einer einzelnen Aktie. Es gehört „zum Spiel“, auch „Verlierer-Aktien“ im Depot zu haben. Jeder hat sie, auch ein Warren Buffett. Für den Erfolg ist es aber sehr wichtig zu wissen, wie man mit Verlierer-Aktien umgeht.

    LG

     

     

  98. Fit und Gesund

    @Claus,

    bezüglich BAT,

    1x nachgekauft bereits, gute und steuerfreie Dividende, dennoch, die Zukunft ist mir eher ungewiss, die Generation y/z tickt evtl. doch ein wenig anders, in Asien qualmen sie noch wie die Schlote, o.k, aber da werde ich nun sicher kein Geld mehr nachschiessen,

    und Deinem „System Claus“ zufolge, hätte ich das Teil ja längst abstossen müssen, ebenso Reckitt B., BMW, Fresenius (1x nachgekauft) Henkel, Enbridge, BNS (1x nachgekauft) Roche (2x nachgekauft, aber lange her)

    Also mit 7% Verlustbegrenzung kann ich nix anfangen, was sich halbwegs bewährt hat, ist eine Wartefrist von ein paar Monaten bevor ein Nachkauf erfolgen darf, 6 Monate ist evtl. zu lang, hab mich jetzt auf 4 Monate mit mir selber geeinigt., am Liebsten nur 1x nachkaufen, nicht gutes Geld schlechtem Geld hinterherwerfen, es hat mich schon oft gekitzelt nachzukaufen, aber ich halte mich im Zaum.

    Ich habe 2 Mistaktien mit Verlusten über 20% verkauft, Credit Suisse und H&M,

    ich frage mich schon warum Du Dich bei H&M so überhaupt nicht an Deine eigenen Vorgaben hältst? ist keine Kritik, nur Verwunderung, weil es Deine einzige Minusposition ist?

    @Michael,

    danke für den Einblick in den Kauf von Kraft Heinz und die Nachkäufe, verkaufen würde ich die Aktie nicht, aber auch nie wieder was zukaufen.

     

    @Mark85

    ich kann Dir nur Eins sagen, mein Vanguard All World hält sich und hat sich immer wie eine 1 gehalten, ich habe die ETF’s seit Langem nie mehr aufgestockt, aber ich bin sehr froh sie zu haben und ziehe es tatsächlich in Erwägung mein Geld in Zukunft eher da reinzustecken, ich schaue die Kurse der ETF’s so gut wie nie an, bei den Einzelaktien schaue ich oft, ich verplempere auch zu viel Zeit mit den Einzelaktien, verkaufen werde ich aber nix davon.

    liebe Grüsse

  99. Gainde113

    Ansonsten bei Einzelaktien das Lochkarten-System anwenden: regelmässig neue Positionen von Unternehmen kaufen und nie mehr anrühren. Am Ende hat man bestimmt 50 Aktien und einige Raketen darunter, die die Verluste der anderen wieder gut machen. Aber ein ETF ist da heutzutage wesentlich einfacher.

  100. Fit und Gesund

    @Gainde 113,

    das wäre das System Buyandhold 2012 von Seeking Alpha, der hat aber nur 41 Aktien glaub, nie was verkauft, ein witziger Typ, aber dem seine Nerven mit GE hätte ich auch nicht, diese Aktie hätte ich schon 7x verkauft. So eine Kröte!

    was ist heute eigentlich mit AT&T wieder los, jetzt fast 5% Minus? kaufen tue ich sie aber nicht, das Ding taugt glaub auch nix.

     

  101. Andrea

    Fit und Gesund, es ist die Übernahme von Time Warner genehmigt worden. Anscheinend sind einige Anleger darüber nicht glücklich.

  102. Andrea

    Gainde, diese Methode finde ich auch gar nicht so schlecht. Was weiß ich, wo eine Wirecard in 10-20 Jahren stehen wird, aber es ist gut, sie jetzt einfach im Depot zu haben und mal zu schauen, wohin die Reise geht. Einige der jetzt „tollen“ Aktien werden sich bestimmt langfristig gut machen, bei anderen wird man den Betrag vielleicht abschreiben können.

  103. Gainde113

    Kann es sein, dass wir uns bereits in einem Bärenmarkt befinden und die Indizes nur dank den Tech-Schwergewichten neue Hochs erklimmen?

    Scheint, als ob sich die Anleger aus den Value-/Anleiheersatz-Titeln zurückziehen und die meisten Titel im breiten Markt ins minus gerutscht sind.

  104. Andrea

    Bei mir erholen sich gerade ein paar Werte, die vorher einen Rücksetzer hatten, z.B. Disney, SAP, Fresenius, Church & Dwight. Insofern weiß ich nicht, ob das schon ein Bärenmarkt ist. Mir scheint, dass die ‚Consumer’aktien und Gesundheitsaktien, die lange Zeit gut zugelegt hatten, im Moment weitgehend verloren haben. Dafür scheinen die Banken usw. wieder etwas im Aufwind zu sein (Ausnahme Deutsche Bank, die ich im Depot habe, lach).

  105. Fit und Gesund

    @Andrea,

    irgendwer ist wohl immer unzufrieden, aber ich kenne mich mit dieser Aktie nicht aus, hab ich nie verfolgt,

    SAP hat sich bei mir auch schön erholt, auch Fresenius (die ist aber immer noch im Minus).

    @Gainde 113

    rein gefühlsmässig ist es für mich noch kein Bärenmarkt, ich habe oft Aktien zu teuer eingekauft, hab nicht so die Weitsicht eines Claus gehabt, wenn ich eine Aktie haben wollte und Geld hatte, musste sie eben her,  habe halt einige Titel im Minus, werd wohl auch nicht die Einzige sein, nur darüber berichten ja die Wenigsten,

    gerade in dem Bereich könnte man aber was lernen von Denen die erfahrener sind. Nun ja, ich für meinen Teil werde mich mal wieder den ETF’s zuwenden, ich denke damit fahr ich besser. Ich habe 2/3 Einzelaktien und 1/3 ETF’s. Werde mal wieder 50/50 ansteuern.

    liebe Grüsse

  106. Mark85Mark85

    An Fit und Gesund: Ich möchte keinen Einzelaktienanleger von Indexfonds überzeugen, weil letztendlich jeder für seine Finanzen selbst verantwortlich ist, aber mich entspannt es ungemein, dass ich mich hier nicht an Mutmaßungen über sich schlecht entwickelte Einzeltitel oder aktuelle Rüksetzer und mögliche Sektorenbärenmärkte beteiligen muss.

    Ich kaufe einfach jeden Monat nahezu den gesamten Weltmarkt nach. In meinen Augen ist deine Überlegung, mehr in Indexfonds zu gehen, rational. 😉

  107. Andrea

    Fit und Gesund, ich habe zum Glück SAP, Fresenius und Disney- Aktien im Rücksetzer gekauft. Dafür habe ich General Electric an dem Tag gekauft, als Warren Buffet sie verkauft hat, tata. Besser geht es wohl nicht … 🙁 ich hielt es für einen harmlosen Rücksetzer, Warren Buffet muss schon mehr gewusst haben als ich. Dann habe ich auch noch einmal zu früh nachgekauft. Ist schon blöd. Ich führe es auf meine Unerfahrenheit zurück. Aber insgesamt kann ich mich über meine Depotentwicklung nicht beklagen.

  108. Oliver

    Ich kaufe ganz gerne Aktien nach, unabhängig davon, ob sie im Plus oder Minus sind. Für mich ist das funktionierende Geschäftsmodell ausschlaggebend. Wenn ich sehe, dass das Geschäftsmodell nicht mehr gut funktioniert und ich für die Zukunft nicht viel Hoffnung habe, dann verkaufe ich. Meine Verkäufe sind sehr übersichtlich gewesen, aber da hatte ich meistens schon Verlust. Trotzdem ist es so, dass eine schwache Aktie meistens nicht die Gewinne bringt, selbst wenn der Turnaround kommt, wie in der gleichen Zeit eine erfolgreiche Aktie zu halten. Aber es ist nicht pauschal zu sehen, es gibt sog. psychologische Krisen, die von der Finanzwelt schlimmer gesehen werden als sie tatsächlich sind. Das sind meistens die Schnäppchen, aber 100% kann man es leider nicht voraussagen.

    Wenn ich aktuellere Sachen von mir heraussuche, waren das z.B. VF Corporation (VFC), WW Grainger (GWW) oder Brinker (EAT). Alles Firmen, die angegriffen wurden und sich sehr schnell erholt haben. Bei Owens & Minor (OMI) z.B. wäre eine Chance vorhanden, zumindest habe ich davon 200 Aktien gekauft. Aber seid dem großen Einbruch ist der Kurs ziemlich festzementiert auf sehr niedrigen Niveau. Wenn es sich ausgeht, kann sie sehr interessant werden.

    GE ist etwas für Spieler. Ich sehe sie nicht so negativ, wie sehr viele Leute das heute tun. Es ist eine extrem große Firma mit vielen zukunftsfähigen Technologiefeldern und aus der Historie heraus bestehen auch heute noch viele Erwartungshaltungen, da sie eine der erfolgreichsten amerikanischen Firmen war. Sie durchlaufen eine Krise und müssen das Unternehmen neu ausrichten, allerdings halte ich sie für chancenreich. Wenn man bereit ist, ein etwas höheres Risiko einzugehen, kann man durchaus ein paar Aktien kaufen. Ich finde das Unternehmen zu diesem Preis sehr interessant.

    Ich habe Unternehmen ausgesucht, wo ich geplant hatte, gewisse Positionsgrößen zu erreichen. Wenn es ein neues Unternehmen in meinem Depot war, habe ich zuerst eine Position als Teilmenge gekauft und dann innerhalb von ca. 6 Monaten in weiteren 2 – 3 Schritten Aktien dazugekauft, bis ich die Menge zusammen hatte, die ich wollte. In der Zeit habe ich natürlich geschaut, wie sich der Kurs entwickelte und wenn er z.B. sehr stark gestiegen ist, habe ich zwischenzeitlich aufgehört, wenn meine Schmerzgrenze erreicht wurde. Umgekehrt wenn der Kurs gefallen ist, habe ich darauf geschaut, ob es dazu Nachrichten gab und ob diese den Wert negativ beeinflusst haben. Sollte es einfach nur aufgrund schwächerer Börsen nach unten gegangen sein, habe ich einfach weiter gekauft. Ich hatte nie den Anspruch, nur weil ich eine Aktie kaufe, dass der Kurs dann zwingend gleich nach oben geht. Man muss damit leben, dass Werte auch fallen. Solange das Unternehmen gut wirtschaftet, halte ich diese.

    Es kam immer wieder vor, dass ich nach größeren Zeitabständen nachgekauft habe. Bei Apple z.B. hatten die letzten Nachkäufe nichts mehr mit den Kursen der ersten Käufe zu tun. Wenn ich von einem Unternehmen überzeugt bin, kaufe ich auch zu wesentlich höheren Kursen dazu. Man darf nicht übersehen, dass Wachstumsfirmen fünf Jahre später mehr wert sind, mehr Umsatz und Gewinn machen und wenn dann die Bewertung attraktiv ist, man durchaus weiter kaufen kann. Ich habe bestimmt 15 mal Apple-Aktien gekauft und würde auch nicht davor zurückschrecken, weitere zu kaufen, wenn sich der Buffet-Hype ein bisschen gelegt hat und die Skeptiker die Oberhand bekommen und schreiben, dass Unternehmen wäre so wahnsinnig gefährdet, weil so viel Geschäft mit den iPhones gemacht wird. Das kommt immer wieder durch und ich war den Leuten immer wieder sehr dankbar, weil dadurch Kursdellen entstanden sind, die ich gerne genutzt habe. Ich habe einige Unternehmen, wo ich öfters gekauft habe und finde, das gerade bei Topunternehmen diese Taktik sinnvoll ist. Ich mag gerne Johnson & Johnson, Gilead, Amgen, Pepsi, Pfizer, früher Coca Cola (um die mache ich mir Sorgen) sowie Procter & Gamble (nicht ganz so kritisch wie Coca Cola, aber leider auch nicht unkritisch). Von denen habe ich überall mehrfach welche nachgekauft. Mir würden einige Unternehmen einfallen, wo ich gerne genauso gehandelt hätte, aber man kann nicht alles besitzen. Ist auch gar nicht nötig.

    Von daher: Unternehmen, die man gut findet, darf man häufig nachkaufen. Ich halte i.d.R. meine Aktien langfristig und wertbeständige Unternehmen sind immer ein Kauf, solange die Einkaufspreise OK sind. Zu teuer wären mir heute eindeutig z.B. Caterpillar oder McDonalds. Obwohl ich beide Unternehmen als solches sehr gut findet. Keine attraktive Bewertung für Neukäufe. Für fast jeden Wert kommen zum Glück wieder bessere Einkaufszeiten. Die gilt es abzupassen und dann kann man, wenn man ein bisschen Investitionskapital hat zuschlagen.

    Grüße Oliver

     

     

  109. Fit und Gesund

    @Oliver,

    danke für Deine Ausführungen, das werde ich noch 2x lesen, nachkaufen würde ich so gerne Cisco und Unilever, auch Henkel, mit den beiden Ersten bin ich schön im Plus, mit Henkel im Minus, aber ich mag alle 3 sehr gerne. Mir ist wichtig dass die Dividenden schön gesteigert werden, Nestlé z.B ist völlig knauserig, ist eine meiner grössten Positionen, da werde ich keinen Rappen mehr reinstecken.

    Ansonsten sehe ich dass die Reits heute wieder gut verlieren, na ja… vielleicht kaufe ich doch noch Ventas, ein Health care Reit. Ich habe nun 31 Aktien, viel mehr will ich gar nicht, 2 Plätze sind noch frei für Apple und Microsoft, als ich Microsoft kaufen wollte bei 72$ hat Jeder gesagt zu teuer, tja und jetzt trau ich mich da nicht mehr ran.

    Egal, irgendwas wird schon zu finden sein,

    wünsche Allen ein glückliches Händchen bei den Investitionsentscheidungen.

    @Mark 85,
    so ist es! und ich kann das ja nun seit vielen Monaten beobachten.

     

     

     

  110. Der Baum

    @Gainde: ich sehe die Situation zwiespältig. Einerseits melden die Unternehmen noch gute Auftragseingänge und Umsätze. Zudem sind die KGVs der Leitindizes bisher nicht wesentlich über den langjährigen Mitteln.

    Auf der andern Seite schwielen aus meiner Sicht immernoch bzw. gerade jetzt die ansteigende Schuldenstände in Verbindung mit einem steigenden Zinssatz (Fed und EZB sind gerade dabei). Zudem endet eventuell der Anleihenkauf der EZB. Das ist für mich sind sehr spannende Mischung…

    Soviel zur Markt bzw. Volkswirtschaftlichen Lage. Die ganzen politischen Spannungsfelder mal außen vor gelassen.

    Zumindest aufmerksam sollte man aktuell sein würde ich meinen und die Cashbestände eher etwas erhöhen. So mach ich es zumindest.

     

    Grüße Baum

  111. -M

    @ all

    In habe jetzt bei einigen gelesen, dass sie durch zu schnelles nachkaufen unzufrieden waren, was mich mit einschließt.

    Geduld ist sowas von wichtig. Ich merke das immer wieder an solchen Unterhaltungen.

    Also fest steht bei mir, dass ich nicht mehr so große Positionen beim Neukauf eingehen werde und bei Nachkaufen mindestens 6 Monate warte. Das hilft nicht in ein fallendes messer zu krass zu greifen und man hat auch 2x zumindest die Quartalszahlen, um evtl Veränderungen bei den gewinnen zu erkennen.

    Kraft waren ja sogar die Gewinne gestiegen … nur für die Analysten nicht genug … für mich nie ein Grund mein Investment in den Wind zu schießen.

    Ich versuche eigentlich Kurse zu bekommen die ich günstig finde und gute Unternehmen…. wenn die dann 50% fallen muss ich das aushalten können. Ja Kraft ist blöd gelaufen bei mir, aber das war der Lernerfolg den ich gebraucht habe glaube ich.

    In 10 Jahren lachen ich vermutlich über den den Kurs von heute bei Kraft:-)

    -M

  112. Schwaberle

    @Mark85

    Da bin ich ganz bei dir. Der Vanguard FTSE All World ETF macht einen Großteil meines Depots aus.

    Hier stocke ich stur und stetig nach. Sollte es größere globale Rücksetzer geben, werde ich hier zusätzlich nachlegen und die Cashquote reduzieren.

    Aber aktuell bin ich noch etwas ein Angsthase und habe eine zu hohe Cashquote.

     

    Grüße Schwaberle

  113. Gainde

    @ Schwaberle

    Habe auch alles in den Vanguard FTSE All-World ETF (RK3) investiert – die komfortable Ein-Fond-Lösung. Dazu noch Rebalancing mit Tagesgeld-Konto (RK1) im Verhältnis 80:20. Das reicht für meine Bedürfnisse sowie Zeitaufwand völlig aus. Die Empfehlung World/EM kam ja noch von Zeiten als dieser Fond in Europa noch nicht verfügbar war. Denke, dass die wichtigsten Hebel sowieso die Asset-Allokation und die Sparquote ist. Ob jetzt 1, 2 oder 6 Aktien-ETF in RK3 bespart werden sollen spielt meiner Meinung nach langfristig eine sehr untergeordnete Rolle. Als Ein-Fond-Lösung würde alternativ auch der MSCI World ausreichen. Das ist immer noch besser gestreut als ein Stock-Picker-Portfolio.

  114. Wolfgang

    @ -M

    Um dem fallenden Messer nicht ganz ausgeliefert zu sein, ist ein Blick auf den Chart des Investments Imens wichtig für mich, auch wenn es ab und an ein Fehlsignal gibt und es in die berüchtigte Hose geht, passiert.

    Die Fehler aus denen gelernt wurde haben sich stets gelohnt.

    Einer der besten Threads samt Kommentare, bin begeistert.

    Gruß Wolfgang

  115. GiniKoeffizient

    @Gainde

    ich glaube ja immer mehr, dass die Erfolgsgeschichte des BIP-gewichteten ETF Portfolios eher auf einzelne wenige Positionen wie China und Südkorea zurückzuführen sind und die herkömmlich praktizierte BIP-ETF-Herangehensweise nahezu fatal ist.

    Dieser Meinung bin ich aber erst seit ich das erste mal vom sogenannten „Emerging Markets Economic Exposure“ gelesen habe (hier und hier).

    Letztendlich ist die Schlussfolgerung: Apple zählt ausschließlich zu den USA, Samsung zu Südkorea und ADATA oder Asus zu Taiwan. Alle sind jedoch weltweite Global Player und nirgendwo in diesen Ländern wegzudenken, ihr EM Exposure ist somit ausschlaggebender als ihr lediglicher Firmensitz.

    Das verrückte dabei ist, betrachtet man das EM Exposure der nach Marktkapitalisierung gewichteten Strategie des Vanguard All World, so stellt man fest, dass das EM Exposure nahe an das tatsächliche BIP der einzelnen Länder herankommt. Somit stellt sich die Frage ob die MK-Methode doch nicht so verkehrt ist und die Gesamtheit des Marktes über kurz oder lang doch einen hinreichend effektiven Bewertungsapparat hergibt :-).

    Wieder mal ist die einfache Lösung eine sehr zufriedenstellende und daher werde ich diesem Prinzip ebenfalls gerecht und befolge wie Gainde eine pareto-orientierte Strategie bei der seit fast einem Jahr der Vanguard im Mittelpunkt steht. Die gewonnene Lebenszeit und Zufriedenheit die hieraus entsteht ist unbezahlbar. Abgesehen von den vor sich hinvegetierenden Altpositionen ist auch der operative Aufwand immens gesunken (Rebalancing: +Cash? +Vanguard? Fertig.).

    Gerade im Hinblick der 1,50€ Ordergebühren über die DKB oder 0€ bei der ING ist das ganze ein Nobrainer geworden und gewinnt mit jedem Tag an Attraktivität 🙂

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