Die besten Aktien der letzten 30 Jahre für Buy and Hold: Die Reichmacher

Du kannst mit “Buy and Hold” steinreich werden, wenn du die Superaktien erwischst. Aus 1.000 Dollar Einsatz kannst du nach 30 Jahren 2,7 Millionen Dollar machen. Und zwar mit dem IT-Dienstleister Jack Henry.

Wie oft überprüfst du deine Investments? Manche sagen im Januar, dann schauen sie ein Jahr zurück. Aber ich halte das für albern. Das eine Jahr kann ein schweres Jahr für eine Firma sein. Denke an die Automobilzulieferer wie Continental oder Dürr. Dann wirst du so eine Aktie mitten in der Krise verkaufen, weil du denkst, das wird nichts mehr.

Warren Buffett behält am liebsten seine Aktien für immer. Dann spart er Steuern, wenn er die Kursgewinne nicht realisiert. Seine größten Positionen muss er ab und an etwas abverkaufen. Denn durch die Aktienrückkäufe wächst sein prozentualer Anteil an den Riesen automatisch. Er will aber nicht mehr als zehn Prozent an den Banken halten. Deshalb reduziert er hin und wieder Wells Fargo und andere Positionen.

Aber im Prinzip will Buffett seine Qualitätsfirmen niemals verkaufen. Die meisten Schlüsselpositionen von Buffett zahlen ohnehin solide Dividenden aus. Er ist ein Value-Investor. Er erhält hohe Dividendenrenditen.

Wenn du dich für solide Aktien entscheidest, deren Kurs nirgendwo hingeht, erhältst du wenigstens Dividenden. Das ist buchstäblich der Plan von Buffett. Er ist ein Einkommensinvestor. Die meisten seiner Positionen sind exzellente Ausschütter und Aktienrückkäufer. Mache es wie er. Halte gute Aktien. Kassiere die Dividende. Nutze die Ausschüttungen und weitere private Ersparnisse, um mehr solide Blue-Chip-Aktien zu kaufen und so weiter. Mit der Zeit nehmen deine Gewinne zu. Ein Schneeball kommt ins Rollen.

Kursrakete IT-Dienstleister Jack Henry

Die Aktie mit der besten Wertentwicklung der letzten 30 Jahre ist nicht Netflix, Amazon, Berkshire Hathaway, Microsoft oder Apple. Es ist die kaum bekannte Firma Jack Henry Associates. Der IT-Dienstleister hat sich auf Banken und Versicherungen spezialisiert. Der Hauptsitz befindet sich in einem Dorf namens Monett in Missouri mit 9.100 Einwohnern. Jason Zweig hat für das “Wall Street Journal” mal wieder einen super Artikel über “Buy and Hold” geschrieben, ich kann ihn nur empfehlen.

Jack Henrys ist eine Art „Superaktie“. Kleine Unternehmen werden oft von professionellen Anlegern vernachlässigt. Dabei gibt es unter ihnen Kursraketen.

Kleinanleger haben einen großen Vorteil gegenüber den Wall Street-Giganten, behauptet Autor Zweig. Er sagt, Privatanleger sollten bei guten Firmen einfach einen Kurssturz aussitzen. Die meisten Fondsmanager könnten das nicht tun.

Wer am 30. September 1989 für 1.000 Dollar Jack Henry-Aktien gekauft hat, kann sich heute auf 2,7 Millionen Dollar freuen. In der gleichen Zeit sind aus 1.000 Dollar im S&P 500 nur 16.000 Dollar geworden. Die Zahlen beinhalten reinvestierte Dividenden.

Jack Henry ist führend in der Betreuung von Finanzdienstleistern. Für Banken steuert der Outsourcing-Anbieter die Software und Abläufe. Durch die Spezialisierung kann der Profi Banken helfen, Geld einzusparen, wenn es um interne Prozesse geht. Im Endeffekt ist das Unternehmen an allen Ecken und Enden. Es gehört die Abwicklung von Überweisungen, das Einscannen von Papierschecks, das Risikosteuerung oder das Managen der Geldautomaten dazu.

Banken haben seit der Finanzkrise aufgrund der erhöhten Regulierung mehr zu tun als jemals zuvor. Sie haben ständig neue Probleme zu lösen. Da kommt ihnen ein Dienstleister wie Jack Henry gelegen. Geldhäuser suchen gleichzeitig nach Möglichkeiten, um ihre Kosten zu senken. Jack Henry kann behilflich sein. Außerdem kümmert sich das Unternehmen um Online- und mobile Anwendungen. Zum Kundenkreis gehören sowohl Mega-Banken als auch Mini-Institute.

Dividende fließt seit 1991

Das Geschäft läuft so rund, dass seit 1991 Dividenden fließen, und zwar quartalsweise. Die Ausschüttungsrendite ist zwar mit 1,1% moderat, aber immerhin. Das kleine Zubrot wird übrigens tendenziell größer.

Es handelt sich um ein krisenfestes Geschäft. Banken brauchen IT-Profis, um ihre Datenberge und Zahlungsbewegungen zu bewältigen. Es besteht Hoffnung, dass der Schwung anhält. Die Datenberge und Anforderungen an die Banken werden komplexer. Selbst unter wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen ist der IT-Konzern erfolgreich. Das spricht für sich.

Es begann Anfang der 1970er Jahre

Die zwei Computerfachleute Jack Henry und Jerry Hall lebten in der kleinen Gemeinde Monett in der Seen-Region der Ozark-Berge. Henry ging in den Bankbereich als Datenprofi zu Gillioz Bank & Trust. Damals gab es zwei Softwarelösungen für Banken. Sie kauften eines – und es funktionierte überhaupt nicht gut. Sein Freund Jerry Hall arbeitete für eine Schuhfirma. Jack Henry verlor seinen Job, als Gillioz Bank & Trust übernommen wurde. Er wusste, dass kleine Banken Probleme hatten, ihre Daten eigenständig zu bewältigen: Sie mussten immer große Institute darum bitten, ihre Datenberge über die Rechner laufen zu lassen, was ihnen teuer zu stehen bekam. Der Programmierer Henry nutze sein Wissen. Er bot ab sofort kleinen Banken Hilfe an.

Auf der Rückseite einer Servierte skizzierten die beiden Tüftler 1976 die Firmenstrategie. Sie mieteten für 40 Dollar im Monat Bürofläche in einem Reparaturladen. Im ersten Geschäftsjahr 1977 summierten sich die Einnahmen auf 115.000 Dollar. Mittlerweile sind aus einem Kunde über 9.000 Kunden herangewachsen. Aus einst zwei Mitarbeitern wurden über 6.400.

Die Aktie klettert fast wie an einer Schnur gezogen. Die Bilanz ist unterm Strich frei von Schulden. Der Cashflow ist am Sprudeln.

Das Erreichen des spektakulären Gewinns in den 30 Jahren hat jedoch Entschlossenheit erfordert: Von Juni 2001 bis Oktober 2002 fiel der Kurs von Jack Henry um 67%. Zwischen Oktober 1996 und August 1999 blieb die Aktie um 72 Prozentpunkte hinter dem S&P 500 zurück, schreibt das “Wall Street Journal”.

Die besten Aktien seit 30 Jahren: Microsoft, Kansas City Southern, Fair Isaac, Best Buy, Cerner, UnitedHealth, Balchem, Mesa Labs, Monster

Die besten Aktien neben Jack Henry waren in den vergangenen 30 Jahren: Microsoft, Kansas City Southern, Fair Isaac, Best Buy, Cerner, UnitedHealth Group, Balchem, Mesa Labs und Monster Beverage. Im Schnitt waren etwa 20% pro Jahr Rendite zu verdienen (30 Jahre lang). Berechnet hat das die Finanzfirma Wilshire Associates. In die Rendite flossen Dividenden, Spin Offs, Sonderausschüttungen, Aktiensplits…

Vor 6 Jahren schrieb ich einen Artikel für “Börse Online” über die besten Dauerläuferaktien der Wall Street. Das geruhsame Kaufen und Liegenlassen von guten Aktien ist auch meine Strategie. Ich bin bisher gut damit gefahren.

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118 Kommentare
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Gainde
2 Jahre zuvor

@ Thorsten

Genau, aus diesem Grund habe ich von meinem FTSE All World ETF in ca. 20 Value-Einzelaktien umgeschichtet – hauptsächlich defensive Titel. Letze Käufe: McDonalds, Vinci, Enel, Shell, AT&T, 3M, HSBC.

Hafenmeister
2 Jahre zuvor

Hallo Tim,

nachdem ich mein Bücherregal sortiert habe, lese ich gerade “Erfolgsrezepte vom Börsenkoch” von Markus Koch und schwelge in mittlerweile schon 20 Jahre alten (n-tv-) Erinnerungen.

Kennt ihr euch eigentlich?

Lad
2 Jahre zuvor

”Im Prinzip will Buffett seine Qualitätsfirmen niemals verkaufen.”

🙁 Aber die besten Aktien hat Warren Buffett vollständig verkauft, oder machen heute nur 0,01% des Portfolios: Johnson & Johnson, Procter & Gamble, Munich Re, Sanofi. Jeder von uns hat es leicht, besser als Warren Buffett zu investieren, indem er diese 4 Aktien für immer halten wird und später bekommen sie seine Kinder. 🙁

Michael
2 Jahre zuvor

Ich würde mich auch sehr freuen,  wenn einige meiner Positionen in einigen Jahren noch gut performen.

Solange sammle ich die Dividenden, das gefällt mir.

Kiev
2 Jahre zuvor

Ich lese aktuell erneut ein Buch über Buffett. Er hätte vielleicht etwas früher Carnegie lesen können. Die Fahrradnummer bei seiner Schwester ist ein gutes Stück über das Ziel hinaus geschossen. Und dann deklariert er den Kauf seines Fahrrads als Spesen. Ich wüsste gerne wie er die Einnahmen von dem Rad seiner Schwester deklariert hat.

Wenn man langfristige Ziele im Team gemeinsam erreicht hat finde ich so eine Aktion sehr beachtlich:

https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&url=https://m.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/usa-bauunternehmer-zahlt-10-millionen-dollar-weihnachtsgeld-16531958.amp.html&ved=0ahUKEwiurtmiwbjmAhVlzqYKHW-tA8QQyM8BCFAwCA&usg=AOvVaw2On7mD1rOUZ3_wCv3e5olS&ampcf=1

Hier wüsste ich gerne, ob im Nachhinein jemand eine Art von FIRE praktizieren wird. Damit hätte ich in dem Fall meine Probleme.

-M
2 Jahre zuvor

Das Leben ist wie ein Schneeball, Kiev ?

-M

Thorsten
2 Jahre zuvor

@Gainde war das Umschichten in defensivere  Aktien wegen des vermuteten stärkeren Einbruchs bei HighTecAktien ?

Kiev
2 Jahre zuvor

@ M

Gisela Bauer

Warren Buffett Der Jahrhundertkapitalist. Es liest sich ganz gut, aber hier gibt es keine Informationen, was für Wandelanleihen er gemacht hat. Oder über seinen Optionshandel. Das würde mich schon interessieren.

Ich bin übrigens in UNFI eingestiegen. Auch wenn sie keine Dividende zahlen. Ihr hattet die schon einmal erwähnt. Ich fand sie gar nicht so schlecht und sie passt auch gut in mein Depot. Damals hatte ich aber bereits andere Käufe durchgeführt. Nach dem erneuten deutlichen Rücksetzer habe ich direkt außerbörslich zugeschlagen. Bin natürlich im Minus. Aber mal sehen wo die Reise hingeht. Jetzt muss ich nur noch das Geld auftreiben. Nächsten Freitag verlassen vermutlich 100 BASF Aktien mein Depot.

Es gab dieses Jahr sehr gut laufende Aktien. Varta fand ich immer wieder interessant, aber ich kaufe meistens sehr günstig ein. Hätte ich gewusst wie sich die Aktie entwickelt, hätte ich natürlich eine Ausnahme gemacht. In England ist mir Pennon vermutlich endgültig davon gezogen. So ist es nun mal. Ich kann leider viel zu wenig Aktien kaufen.

Thorsten
2 Jahre zuvor

Basf bleibt bei mir. Euroraum und gute Dividende 🙂

Kiev
2 Jahre zuvor

Meine Herkunft kann ich nicht verleugnen. Habe gerade meinen eigenen Text überflogen. Viele loben und preisen ihre Aktieninvestments. Ich bezeichne als Grund für den UNFI Einstiegspunkt: Ich fand die jetzt nicht so schlecht. Zuvor habe ich SKT und CWX gekauft. Gehört für mich auch in die Schublade, so schlecht sind die doch auch nicht.

Ich gebe aber zu. Ich freue mich wenn Cisco, Broadcom, Amazon, BABA, JNJ, Microsoft usw. in meine Kaufregionen kommen. Die lasse ich dann auch liegen.

@ Thorsten

Ich habe noch etwas mehr als 100 wenn sie weg sind. Ich kaufe sie auch wieder wenn es einen Rücksetzer gibt.

Thorsten
2 Jahre zuvor

@Kiev hatte es vermutet, dass Du noch welche hast. 😉

Hier ein Prolog zu 2020. Eine italienische Bank benötigt 1Milliarde Euro zur Rettung.

https://www.n-tv.de/politik/Rom-stellt-Volksbank-unter-Staatsaufsicht-article21459658.html

-M
2 Jahre zuvor

Dann bist du bei UNFI vermutlich unter meinem Kurs drinnen. Das Unternehmen benötigt viel Zeit und bestimmt noch gute Nerven. Das ist mein Investment das am heißesten ist, jedoch wenn es aufgeht, dann lohnt es sich so richtig.

-M

Gainde
2 Jahre zuvor

@ Thorsten

Nein, nicht wirklich. Aufgrund folgender Punkte bin ich von ETF abgekehrt:

1. Fokus auf Dividendenerträge

2. ETF sind ein Finanzprodukt und es findet keine Preisfindung mehr statt.

3. Ich finanziere keine moralisch bedenklichen Unternehmen (Waffen, Süchte)

4. Mit 20-30 Einzelaktien habe ich etwa dieselben Schwankungen bzw. Marktrendite

5. Wenn es crasht, dann kann ich dies bei einzelnen Firmen nachvollziehen und bin auch selbst accountable für den Kauf. Bei einem Index ist es weniger transparent.

6. Der ETF gewichtet teure Unternehmen höher. Als Investor möchte man aber lieber günstig kaufen.

7. ETF hypen aufgrund der niedrigen Zinsen. Kann mich zwischen 2000-2008 an kein Marketing erinnern, obwohl das Produkt schon auf dem Markt war.

Kiev
2 Jahre zuvor

@ M

Ich habe mehrere heiße Eisen im Feuer. Ich weiß gar nicht, welches aktuell am schlimmsten ist. Ich realisiere hier aber auch den Gewinn bei einer schnellen Erholung. Die PBB habe ich mit über 40% Gewinn und kassieren der Dividende abgestoßen. Das war für den kurzen Zeitraum gut genug.

Die von Thorsten genannte Bank wäre sicher mein heißestes Eisen. Südeuropäische Banken kommen mir allerdings nicht ins Depot.

Es kommt aber auch auf die Definition von heißesten Eisen an. Ein Unternehmen mit sehr hoher Bewertung ist für mich ein heißes Eisen. Es wird in einer Krise vermutlich nicht untergehen, aber es kann sehr stark an Buchwert verlieren. Natürlich kann man dies durch langes halten aussitzen. Das würde ich auch machen. Ein Kauf gut unterhalb der durchschnittlichen Bewertung erscheint mir allerdings attraktiver.

Thorsten
2 Jahre zuvor

@Gainde

total nachvollziehbar. Für mich die übelste Kiste, dass ich nicht weiß , ob im Fall der Fälle Algorithmen die Aktien im ETF verkaufen. 2010 gab es ein bis heute ungeklärten Massenabverkauf in den USA, der vor allem im Bereich ETF war.

Mein Gold-ETF ist physisch hinterlegt,die dürfen gar nichts verkaufen. Bei einem Aktiencrash geht der allerdings auch in die andere Richtung :). Gold hedgt Aktien 🙂
Bei Etfs mit vielen Aktien drin kann ich mir vorstellen, dass in der Panik einzelne als Unfall im freien Fall verkauft werden.

Deshalb gehen ETFs nicht für die Gesamtanlage, nur für Teile.

Saudi Aramco ist das KO für World-ETFs. Raucher- und Rüstungsindustrie nehme ich auch nicht.

-M
2 Jahre zuvor

Ja das hatten wir ja Letzt Kiev, seh ich auch so mit den Bewertungen. Zum Schluss kann das risikoreicher sein als sowas wie unfi. Ich habe aber 0 Bauchweh bei denen. Die Zeit wird’s richten und wenn ich recht bekomme dann freut es mich.

 

-M

Gainde
2 Jahre zuvor

@ Thorsten

Genau, kann mir vorstellen, dass mit Lagarde mehr reguliert wird und eine Saudi Aramco im MSCI nicht sehr toll ist. Muss dann auch der Kommer seinen postmaterialistischen Kunden erklären.

Ich frage mich immer, weshalb die Vermögendsten für ihre private Anlage nicht in ETF investieren, z.B. Bill Gates. Wird wohl seine Gründe haben.

Sanne
2 Jahre zuvor

Saudi Aramco ist das KO für World-ETFs. Raucher- und Rüstungsindustrie nehme ich auch nicht.

@Thorsten: Niemals würde ich mir diese in ein Depot holen. Gewinn hin oder her

Nico Meier
2 Jahre zuvor

In England ist mir Pennon vermutlich endgültig davon gezogen.

@Kiev

Ist doch bei Taylor Wimpey genau gleich du hast bei einem Kurs von 1.6£ gezögert inzwischen ist das Pfund wieder am steigen und Taylor Wimpey wird an der Börse für 1.99£ gehandelt.

Die Dividendenrendite ist trotzdem immernoch recht hoch.

 

Der Baum
2 Jahre zuvor

@ UNFI, ehrlich gesagt sehe ich das Risiko gar nicht so. Was genau haben wir hier eigentlich?

Im Prinzip einen zwischenhändler, mit 22 Milliarden Dollar Umsatz und enorm vielen langjährigen Kundenbeziehungen. Da ich den Goodwill und intangible assets sowieso immer rausrechnen, wirken sich die gemachten Abschreibungen kaum darauf aus wie ich das Unternehmen bewerte. Ehrlich gesagt habe ich damit gerechnet. Eine der tollen Erfahrungen die ich durch die M&A von Kraft Heinz gelernt habe. Du zahlst immer einen Bonus wenn du zu kaufst, der fast nie den tatsächlichen Cashflows entspricht.

Aber selbst wenn wir nur die Cashflows annehmen, die schon vor dem Zukauf von supervalu im Unternehmen waren, dann haben wir ungefähr 150 Millionen freien CF. Nach den Abschreibungen sollten noch irgendwas um die 1.1 Mrd an Assetts da sein (das Nettovermögen ist ca. 0, also EK- Goodwill, intangible assets).

Bei 400 Mio. an Marktkapitalisierung, zahlt man also ca. das 2-4-fache des Jahres CF. Selbst wenn der supervalu Zukauf völliger Blödsinn gewesen seien sollte, würde immer noch irgendwas übrig bleiben. Die marktaussichten im Bio Sektor sehe ich eher als wachsend.

Soweit die positive Sicht.

 

Negativ ist natürlich das jetzt sehr geringe Eigenkapital, die recht hohen Schulden im Verhältnis zum Cashflow, immerhin brauchen wir knapp 35 Jahre um alle Schulden, zu bezahlen. Die meisten werden jedoch erst 2024 fällig, also hat man zumindest noch etwas Zeit um Liquidität herzustellen.

 

Summa summarum, glaube ich tatsächlich, hier stehen die Chancen ganz gut.

-M
2 Jahre zuvor

Jep gut zusammengefasst. Durch die teilverkäufe von Unternehmenteilen, wird ebenso getilgt. Organisch wachsen sie ja auch. Abwarten und Tee trinken.

 

-M

Rüdiger
2 Jahre zuvor

Ich frage mich immer, weshalb die Vermögendsten für ihre private Anlage nicht in ETF investieren, z.B. Bill Gates. Wird wohl seine Gründe haben.

Die Antwort liegt doch wohl klar auf der Hand. Leute wie Bill Gates sind ganz besondere Privatanleger. Wenn ich 1 Milliarde zum anlegen hätte, könnte ich in 1000 schöne Unternehmen je 1 Million investieren. Damit bastele ich mir meinen privaten ETF … und spare mir die Gebühren 😉

Wenn ich in die paar Aktien, die mir gefallen, auch “nur” 1 Million investieren könnte, würde ich mir um ETFs überhaupt keine Gedanken machen.

ETFs sind für “Kleinpinkler” wie mich interessant, die breit im Markt investiert sein wollen, die keine Lust haben auf umfassende Aktienanalysen, denen die “Marktrendite” genügt … und die keine 10 oder 20 oder mehr Millionen zur Verfügung haben  😉

Thomas
2 Jahre zuvor

2010 gab es ein bis heute ungeklärten Massenabverkauf in den USA, der vor allem im Bereich ETF war.

@Thorsten

Auf welches Ereignis beziehst Du Dich hier genau?

Den “Flash Crash” vom 06.05.2010?

Hatte der nicht als Ursache eine Marktmanipulation durch einen Daytrader?

Wolke
2 Jahre zuvor

Ich frage mich immer, weshalb die Vermögendsten für ihre private Anlage nicht in ETF investieren, z.B. Bill Gates. Wird wohl seine Gründe haben.

Bill Gates wird vielleicht

die extrem gehebelte Stuation bei den ETF‘s kennen.

wissen, daß die große Mehrzahl der ETF‘s heute synthetische Derivate sind.

das Kleingedruckte(Wertpapierleihe usw.) gelesen haben.

Er soll ja ein ziemlich schlauer Bursche sein…

 

2 Jahre zuvor

Schon erstaunlich, die einzige Aktie dieser Top-Performer, die ich auf dem Schirm bzw. im Depot habe, ist Microsoft.

 

Ach, wüsste man nur heute schon, welche Aktie es in 30 Jahren in diese Liste schaffen wird. Leider hat niemand von uns eine Glaskugel.

 

Aber eigentlich traue ich es jeder meiner Aktien zu, denn sonst hätte ich sie nicht gekauft. Die Realität wird wohl etwas anders aussehen. Ich werde in 30 Jahren hier berichten. 😉

 

Viele Grüße

Mike

Kiev
2 Jahre zuvor

@ Nico

Ich habe in England noch BAT und den Kurs von BP unterstützt. Die sind mittlerweile aber erfolgreich glattgestellt. Rio Tinto hatte ich auch unter Beobachtung. Man kann nicht alles haben. Damals habe ich statt Taylor Wimpey ein paar Altria gekauft. Ich hatte auch ein Limit auf TW im Markt. Mit der Entwicklung von Altria bin ich zufrieden.

Bei Taylor Wimpey habe ich Bedenken bezüglich des zyklischen Geschäftsfeldes. Brexit, Pfund hat sich bisher sehr gut für sie entwickelt. Diese Effekte sind vielleicht unabhängig von dem Zyklus der Baubranche. Andererseits kann es mit klaren Verhältnissen auch einen Bauboom geben, so dass das Unternehmen Gewinne macht und der Kurs entsprechend folgt. Die Aktie ist in der Vergangenheit aber auch schon sehr tief gefallen. Ich kaufe TW vermutlich wenn die Dividende stark gekürzt wird. Hier schaue ich dann auf die Schulden des Unternehmens. Wenn das halbwegs in Ordnung ist bin ich dabei.

Als politisch zyklisches Unternehmen habe ich CWX gekauft. Der Boden ist vielleicht noch nicht erreicht, aber ich möchte dabei sein wenn es dreht. Ich kaufe diese jetzt immer mal nach. Bei 30$ dürfen sie aber auch wieder gehen.

@ Der Baum

UNFI ist an einem Tag 28,5% gefallen. Das ist schon ein Indiz für Unsicherheiten. Ich habe “nur” 300 Stk gekauft. Das ist mein Mittel für entspannte Investments.

Mattoc
2 Jahre zuvor

ETFs sind aus folgenden Gründen für Privatanleger nicht geeignet:

– Emittentenrisiko

– nicht zur Abbildung des breiten Markts geeignet

– ETFs sind gehebelt

– Werpapierleihe bietet erhebliches Verlustrisiko

– es findet bei ETFs keine Preisfindung statt

– ETFs sind synthetisch (ihh), da ist gar nicht drin, was drauf steht, und es ist schlecht

– In Deutschland sind Gold ETFs zugelassen und ich habe einen. Der hedged meine Aktien. Bringt xxxxxx Euro

——

Liebe Kinder, das ist das freie Internet. Jeder kann hier schreiben, was er will, aber glaubt diesen Menschen nicht, die sowas schreiben. Sie schreiben die Unwahrheit.

Der Baum
2 Jahre zuvor

@ Kiev, natürlich da hast du schon recht. Vllt. habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich formuliere es anders, ich persönlich sehe das “große” Risiko nicht so richtig. Aber vermutlich bin ich einfach zu schlecht in der Unternehmensanalyse.

Die -30% sind ja primär eine Reaktion auf die Abschreibungen würde ich meinen, oder wie siehst du das?

Luigi
2 Jahre zuvor

Was macht Ihr eigentlich in Vorbereitung auf einen möglichen Crash? Alles stur weiterhalten? Ab einem gewissen Verlust verkaufen? Bereits jetzt in sichere Anlagen umschichten?

 

Wolke
2 Jahre zuvor

@Mattoc

Liebe Kinder….

Ja Papa, Du hast, wie immer, recht. Ich hätte nur noch gern gewußt, wie das mit der physischen Abbildung beim MSCI World mit 1.600 Werten geht?

Danke Papa, wenn Du mir das erklärst, geb ich Ruh, bin brav und schreib nicht mehr Unsinn und Lügen.

Kiev
2 Jahre zuvor

@ Der Baum

Ich habe hier auch nicht die großen Bedenken. Auch wenn ich hier bestimmt keine Empfehlungen zu Aktienkäufen gebe, möchte ich die mir erscheinenden Risiken benennen. Das war schon ein sehr großer Rücksetzer. Die Aktie ist nicht für Personen geeignet, die damit nicht gut schlafen können. Das hat auch nichts mit Charakterstärke oder Schwäche zu tun, sondern mit Selbstkenntnis. Ich möchte auch nicht mein Depot auf Tilray konzentriert sehen. Damit könnte ich ganz schlecht schlafen. Ich habe mir bei Seeking Alpha die theoretische Dividende zu UNFI angeschaut. Die war für mich gut genug. Bei dem großen Rücksetzer habe ich dann kurzer Hand außerbörslich zugeschlagen. Sie ist leider nicht unmittelbar etwas zurück gekommen. Das gefällt mir natürlich am besten, wenn die Aktie gleich nach dem Kauf steigt und eine Sicherheitsmarge gibt.

Rüdiger
2 Jahre zuvor

@Mattoc:  Liebe Kinder, das ist das freie Internet. Jeder kann hier schreiben, was er will, aber glaubt diesen Menschen nicht, die sowas schreiben. Sie schreiben die Unwahrheit.

Lesen ist fakultativ. Glauben sowieso  😉

 

Wolke
2 Jahre zuvor

@Rüdiger

Richtig. Ich mag Finanzblogs und Börse besonders gern, da dort noch sehr viel geglaubt wird. Da sind, trotz des enormen technischen und wissenschaftlichen Fortschritts zwei und zwei immer noch nicht schnöde vier, sondern da wird noch richtig geglaubt, wie im Mittelalter. Find ich schön.

PS: Auch find ich schön, daß es hier so viele finanziell Freie gibt, die Zeit finden, an einem Montag vormittag zu kommentieren.

42sucht21
2 Jahre zuvor

@Gainde – Ich frage mich immer, weshalb die Vermögendsten für ihre private Anlage nicht in ETF investieren, z.B. Bill Gates. Wird wohl seine Gründe haben.
Woher wissen Sie, dass die Vermögendsten nicht in ETF investieren?

Außerdem legen Menschen nicht ‘richtiger’ ihr Geld an, nur weil Sie vermögend sind. Sehr erfolgreiche Unternehmer sind vielleicht auch gebiased durch den self-made Erfolg (siehe Rossmann senoir und das fast schon legendäre ‘jetzt sofort Gazprom kaufen’ und seine Unternehmensschieflage wegen seiner Aktienspekulationen -> empfehlenswertes Buch).

Sie haben gut begründet warum Sie aus ETF in Einzelaktien umgeschichtet haben. Das kann subjektiv für Sie sehr richtig sein (nur das haben was man auch möchte) aber objektiv sollte man vielleicht mal etwas kommentieren:

2. ETF sind ein Finanzprodukt und es findet keine Preisfindung mehr statt.
Aktien sind ein Finanzprodukt. Die Preisfindung der Aktien (!) ist verantwortlich für die Preisfindung großer Welt-AktienETF.

3. Ich finanziere keine moralisch bedenklichen Unternehmen (Waffen, Süchte)
Jedem das seine aber zu glauben Sie sind in ihren 20-30 großen Unternehmen nur in moralisch einwandfreien Unternehmen investiert, ist das nicht etwas betriebsblind?

7. ETF hypen aufgrund der niedrigen Zinsen. Kann mich zwischen 2000-2008 an kein Marketing erinnern, obwohl das Produkt schon auf dem Markt war.
Wenn man etwas nicht richtig versteht sollte man sich nicht darüber äußern finde ich.

Die meisten Vermögendsten sind Unternehmer (bzw deren Erben) welche mit Anteilen des eigenen Unternehmens Buy&Hold betreiben / betrieben. Vermögend wird man mit Konzentration in ein Risikoinvestment.

Welt-ETF-Anleger wollen nicht durch die ETFs vermögend werden. Eine rentierliche Rendite bei angemessen kleinem Risiko ist das Ziel.

@Saudi Aramco ist das KO ….
Warum ist Saudi Aramco böse und Gazprom gut – gibt es da objektive Gründe? Um wieviel schlimmer ist die Ermorderung in einer Botschaft vs. die Ermordung in einem Park in Berlin-Moabit? Weil der Täter Radfahrer war ist es weniger schlimm?

Rüdiger
2 Jahre zuvor

da wird noch richtig geglaubt, wie im Mittelalter. Find ich schön.

 

Besonders gerne wird ja den Crash-Propheten (Krall, Otte, Hinz, Kunz, …), den neuzeitlichen Nachfahren von Nostradamus, Mühlhiasl, …  geglaubt, gelle 😉

 

P.S. @Wolke: Glückwunsch zur finanziellen Freiheit  😉

 

Fit und Gesund
2 Jahre zuvor

@42sucht21

Saudi Aramco vs Gazprom, also der war echt gut  🙂

Reiche und ETF’s, ich glaube Ray Dalio legt ziemlich viel in ETF’s an.

 

@Thorsten

hast Du schonmal drüber nachgedacht Dir Goldminen-Aktien ins Depot zu legen, bes. die die auch Geld durch Royalties verdienen? FNV oder SAND? also von Papier-Gold halte ich wenig.

Rüdiger
2 Jahre zuvor

@Wolke: Das ist wohl eher etwas für dich. Ich lese nicht jeden Mist  😉

Wolke
2 Jahre zuvor

@Rüdiger

Wie willst Du dann wissen, daß es Mist ist? Ich bin mir allerdings sicher, daß Du es heimlich doch liest. Und keine Angst, Daniel Stelter ist alles eher, als ein Crashprophet.

Rüdiger
2 Jahre zuvor

Alles was ich bisher bei beyondtheobvious gelesen habe, war Mist … deshalb schaue ich dort schon seit ewigen Zeiten nicht mehr rein. Also nix mit heimlich  😉

Hans Dampf
2 Jahre zuvor

@mattoc:

Da es ETF´s bereits seit längerer Zeit gibt sind doch sicher in der 2008er Finanzkrise einige ETF´s aufgrund der von Dir beschriebenen Risiken in die Pleite gegangen und Anleger haben ihr Geld verloren.

Hättest Du daher für die interessierten Leser hier links zu Beiträgen über diese ETF Totalverluste zu bieten?

Vielen Dank bereits im Voraus für Deine Kooperation.

Wolke
2 Jahre zuvor

@Rüdiger

Daniel Stelter als Mist zu bezeichnen…naja…da will ich mal nicht laut denken. Aber ein Sprichwort kommt mir in den Sinn: „Hochmut kommt vor dem Fall“.

Rüdiger
2 Jahre zuvor

Ach Wolke, mach dich mal locker  😉

Ein Kerl wie du sollte es doch wegstecken können, dass nicht jeder deine schreibenden Lieblinge anhimmelt  😉

Wolke
2 Jahre zuvor

@Rüdiger

Alles klar. Ist ja auch nicht mein Problem.

Rüdiger
2 Jahre zuvor

Eben! 😉

Nico Meier
2 Jahre zuvor

@Kiev

Ja Altria habe ich auch im September 2019 gekauft und bin mitlerweile rund 24% im Plus.

Hatte bei TW ein gutes Händchen und geniesse nun die hohen Dividenden.

Ich rechne nach Brexit mit einem Bauboom in England davon wird auch TW profitieren. In den vergangenen Jahren wurden aufgrund Brexit viele Investitionen aufgeschoben sobald diese ausgelöst werden gehts richtig los.

Ebert
2 Jahre zuvor

Ist Freelancer Sebastian hier anwesend? Du hattest in einem anderen Post Bücher von Peter Lynch und Co empfohlen. Ich finde diesen Beitrag nicht leider nicht mehr.

Welche Bücher waren das denn?

 

42sucht21
2 Jahre zuvor

@Wolke- „Hochmut kommt vor dem Fall“

machen Sie mal den Faktencheck: Der genannte Mensch erklärte Dezember 2018:

– “Cash als bestes Investment: 2019 dürfte man am besten mit einer hohen Liquiditätsquote…..überstehen.”

-“An meiner Erwartung einer Krise im Bereich der Unternehmensanleihen in den USA und auch Europa halte ich fest.”

-“Der US-Dollar {wird} gegenüber dem Euro …. deutlich verlieren.”

-“Die US-Börse fällt weiter….2019 wird an den Börsen keinen Spaß machen.”

-usw usw.

Aber er hat ja noch ca. 15 Tage Zeit für den Eintritt seiner Prognosen.

Mattoc
2 Jahre zuvor

@Hans Dampf

Hast du den letzten Absatz in dem von dir referenzierten Beitrag von mir gelesen?

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