Die wahren Herrscher der Börse: Warum Dividendenkönige in jedes Langzeit-Depot gehören

Viele Anleger rennen an der Börse Hypes hinterher. Gerade, was „in“ ist, wird gekauft. Derzeit sind es KI-Spezialisten und Hyperscaler sowie Krypowährungen. Es besteht dabei die Gefahr, dass du zu viel bezahlst.

Während Schwergewichte wie Nvidia durch reale Gewinne untermauert sind, gelten viele kleinere KI-Startups, die bisher nur Cash verbrennen, als hochgradig blasenverdächtig. Es gibt Parallele zur Dotcom-Zeit: Die Technologie bleibt, aber viele Firmen verschwinden.

Man kauft nicht mehr, weil das Unternehmen profitabel ist, sondern weil man hofft, es morgen einem „noch größeren Trottel“ teurer zu verkaufen (Greater Fool Theory). Ich will kein Narr sein und meide daher Hypes.

Kleine defizitäre Firmen kaufe ich nicht. Lieber alte traditionsreiche wie eine Eierfarm, Forstbetriebe, Krankenversicherung oder Parfümhersteller. Wer an der Börse langfristig Vermögen aufbauen möchte, sucht Qualität: Unternehmen, die krisenresistent sind, stetige Gewinne abwerfen und ihre Aktionäre großzügig am Erfolg beteiligen. Hier kommt der absolute Adel der Wall Street ins Spiel – die Dividendenkönige (Dividend Kings).

Um diesen elitären Status zu erreichen, muss ein Unternehmen eine extrem harte Anforderung erfüllen: Die Dividende muss seit mindestens 50 Jahren in Folge jedes Jahr erhöht worden sein. Das bedeutet, diese Unternehmen haben Ölkrisen, die Dotcom-Blase, die Finanzkrise 2008 und eine globale Pandemie nicht nur überlebt, sondern in all diesen Zeiten ihren Cashflow so gesteigert, dass die Aktionäre Jahr für Jahr mehr Geld auf ihr Konto überwiesen bekamen.

Warum Dividendenkönige so attraktiv sind

Bevor wir uns die besten Einzelwerte ansehen, lohnt sich ein Blick darauf, was diese Aktien so besonders macht:

  • Der Zinseszins-Effekt: Wer die steigenden Dividenden reinvestiert, profitiert massiv vom Zinseszins.
  • Eingebauter Inflationsschutz: Durch die jährlichen Erhöhungen wächst das passive Einkommen oft schneller als die Inflation.
  • Qualitätssiegel: Kein Unternehmen kann 50 Jahre lang die Ausschüttung erhöhen, ohne über ein krisensicheres Geschäftsmodell und einen tiefen „Burggraben“ (Wettbewerbsvorteil) zu verfügen.

Die besten Dividendenkönige im Fokus

Unter den knapp 50 Unternehmen weltweit, die diesen Status aktuell innehaben, stechen einige durch ihre enorme Marktstellung, Zuverlässigkeit und ihr Dividendenwachstum besonders hervor.

1. Procter & Gamble (P&G)

P&G ist der Inbegriff des langweiligen, aber extrem profitablen Unternehmens. Mit Marken wie Pampers, Gillette, Ariel und Head & Shoulders stellt der Konzern Produkte her, die Menschen jeden Tag brauchen – völlig unabhängig von der konjunkturellen Lage.

  • Stärke: Extreme Preissetzungsmacht und Markenloyalität.
  • Dividenden-Historie: P&G erhöht seine Dividende seit 69 Jahren in Folge.

2. Johnson & Johnson (J&J)

Der Gesundheits-Gigant aus New Jersey ist ein Paradebeispiel für finanzielle Stabilität. Johnson & Johnson ist eines von nur sehr wenigen Unternehmen weltweit, das ein AAA-Kreditrating besitzt (besser als die US-Regierung, auch Microsoft hat ein glänzendes AAA-Rating). Nach der Abspaltung der Konsumgütersparte (Kenvue) fokussiert sich J&J nun auf die margenstarken Bereiche Pharma und Medizintechnik.

  • Stärke: Enormer Free Cashflow und ein stark diversifiziertes Portfolio an Patenten.
  • Dividenden-Historie: Seit 63 Jahren verlässliche jährliche Steigerungen.

3. Coca-Cola

Es ist kein Zufall, dass Coca-Cola eine der größten Positionen im Portfolio der Investorenlegende Warren Buffett ist. Das Unternehmen verkauft nicht nur ein Getränk, sondern ein Lebensgefühl – und das in über 200 Ländern weltweit. Durch das Franchise-System (Abfüllung wird oft von Partnern übernommen) hält Coca-Cola die eigenen Kosten niedrig und die Margen hoch.

  • Stärke: Eines der stärksten Vertriebsnetzwerke der Welt und immense Markenbekanntheit.
  • Dividenden-Historie: Steigert die Dividende seit 64 Jahren ununterbrochen.

4. Lowe’s Companies

Während die Konsumgüterhersteller oft nur moderate Dividendensteigerungen vornehmen, glänzt die US-Baumarktkette Lowe’s durch starkes Dividendenwachstum. Die Duopol-Stellung mit Home Depot in den USA sorgt für stetige Gewinne, angetrieben von einer alternden Bausubstanz in Nordamerika, die ständig renoviert werden muss.

  • Stärke: Hohes jährliches Dividendenwachstum, nicht nur reiner Erhalt der Zahlung.
  • Dividenden-Historie: Gehört mit 61 Jahren ununterbrochener Steigerung zu den beständigsten Zahlern auf dem Markt.

Schnellumfrage: Die Favoriten auf einen Blick

UnternehmenTickerSektorErhöhungen in Folge
Procter & GamblePGBasiskonsumgüter> 65 Jahre
Coca-ColaKOBasiskonsumgüter> 60 Jahre
Johnson & JohnsonJNJGesundheit> 60 Jahre
Lowe’s CompaniesLOWZyklischer Konsum> 60 Jahre


Worauf Sie beim Kauf achten müssen

Auch bei Königen ist nicht alles Gold, was glänzt. Eine Aktie nur wegen ihres Titels zu kaufen, kann ein Fehler sein. Achte auf diese zwei Kennzahlen:

  1. Ausschüttungsquote (Payout Ratio): Diese Kennzahl zeigt, wie viel Prozent des Gewinns für die Dividende aufgewendet wird. Ein Wert über 80% kann gefährlich sein. Ein gesundes Unternehmen zahlt idealerweise zwischen 40% und 60% seines Gewinns aus, um noch genug Kapital für Investitionen übrig zu haben.
  2. Dividendenwachstum: Eine hohe Anfangsrendite (z. B. 5%) nützt wenig, wenn das Unternehmen die Dividende jedes Jahr nur um winzige 0,5% anhebt. Ein Unternehmen mit 2% Anfangsrendite, das die Ausschüttung jährlich um 10% steigert, ist auf lange Sicht oft die bessere Wahl.

Beachte: Dividendenkönige sind selten Raketen, die sich innerhalb eines Jahres im Wert verdoppeln. Sie sind vielmehr das stabile Fundament eines Portfolios, das dich nachts ruhig schlafen lässt und Jahr für Jahr für einen verlässlichen, wachsenden Geldstrom sorgt.


Ein anderer Dividendenkönig: Warum Abbott Laboratories ein echtes Basis-Investment ist

Mir hat ein Follower die Abbott-Aktie ans Herz gelegt. Die Sekretärin Grace Groner hat 1931 nur 180 Dollar in insgesamt 3 Abbott-Aktien gesteckt. Die Dividenden hat sie dann immer wieder zurück in die Aktien gesteckt. Daraus wurden über 7 Millionen Dollar. Dank des Zinseszinses. Groner, die bescheiden lebte, hat eine Stiftung gegründet.

Auch hier gilt: Wer an der Börse langfristig Vermögen aufbauen will, braucht keine heißen Tipps oder riskanten Zockereien. Was wirklich zählt, sind Geduld, Zeit und Unternehmen, die krisenresistent sind. Wenn wir über den ultimativen Zinseszins-Motor sprechen, landen wir unweigerlich bei den Dividendenkönigen – jenen elitären US-Konzernen, die ihre Ausschüttung seit mindestens 50 Jahren in Folge Jahr für Jahr anheben.

Eines dieser Unternehmen, das oft im Schatten der großen Tech-Giganten steht, ist eben dieses Paradebeispiel für ein solides „Buy & Hold“-Investment: Abbott Laboratories.

5. Was macht Abbott Laboratories so besonders?

Abbott (Kürzel: ABT) ist ein amerikanischer Gesundheitskonzern mit einer beeindruckenden Historie. Seit über 135 Jahren gibt es das Unternehmen, seit sage und schreibe 100 Jahren wird ununterbrochen eine Dividende gezahlt – und seit 54 Jahren in Folge wird diese jährlich erhöht. Wer hier investiert, kauft sich einen echten Cashflow-Garanten ins Depot.

Das Geheimnis von Abbott liegt in der extrem breiten Aufstellung. Das Unternehmen ruht auf vier massiven Säulen, die es robust gegen Konjunkturschwankungen machen:

  • Medizintechnik (Medical Devices): Hier ist Abbott unter anderem führend bei Herzschrittmachern und Stents. Der absolute Wachstumstreiber ist aber das FreeStyle Libre – ein Sensor zur kontinuierlichen Glukosemessung für Diabetiker, der das lästige Fingerstechen überflüssig macht. Ein Milliardenmarkt, der durch die weltweit steigenden Diabetes-Zahlen stetig wächst.
  • Diagnostik: Spätestens seit den Corona-Schnelltests kennen viele den Namen Abbott. Aber auch abseits von Pandemien verdienen sie verlässlich Geld mit Blut- und Laboranalysen.
  • Ernährung (Nutrition): Von Babynahrung bis hin zu medizinischer Aufbaunahrung für Senioren oder Kranke (Ensure). Ein extrem stabiles Geschäft, das kontinuierliche Einnahmen bringt und hohe Margen.
  • Pharma (Branded Generics): Abbott verkauft etablierte Medikamente, deren Patente abgelaufen sind, in Schwellenländern. Ein kluger Schachzug, da in diesen wachsenden Märkten der Markenname „Abbott“ für Qualität steht.

(Hinweis für Kenner: Das hochprofitable, aber stärker von Patenten abhängige Forschungs-Pharmageschäft wurde bereits 2013 erfolgreich als AbbVie abgespalten – ebenfalls ein exzellenter Dividenden-Zahler!)

Der perfekte Burggraben für geduldige Anleger

Warum passt Abbott Laboratories so perfekt zur Philosophie von mir, sprich timschaefermedia? Weil das Geschäftsmodell von einem unaufhaltsamen Megatrend profitiert: Demografie.

Die Weltbevölkerung wächst und sie wird immer älter. Ältere Menschen brauchen mehr medizinische Versorgung, mehr Diagnostik und spezielle Ernährung. Abbott liefert genau das. Es ist ein klassisches „Sleep Well At Night“-Investment. Du kaufst die Aktie, legst sie ins Depot und lässt das Management die Arbeit machen. So wie es die Sekretärin Groner tat.

Natürlich gibt es Phasen, in denen die Aktie nicht durch die Decke geht – etwa nach dem Abklingen des Corona-Test-Booms, wo sich das Wachstum erst wieder normalisieren musste. Aber genau solche Konsolidierungsphasen nutzen kluge Langfrist-Investoren, um Qualität günstig aufzusammeln.

Die Zahlen sprechen für sich

  • Krisenresistenz: Egal ob Dotcom-Blase, Finanzkrise 2008 oder die Corona-Pandemie – Abbott hat die Dividende weiter erhöht.
  • Wachstum: Es ist nicht nur eine „sichere“ Aktie. Durch Innovationen wie das FreeStyle Libre wächst der Konzern organisch und steigert seinen freien Cashflow kontinuierlich.
  • Bilanz: Konservativ finanziert, starker Cashflow. Das gibt dem Management den Spielraum, sowohl massiv in Forschung und Entwicklung zu investieren, als auch uns Aktionäre reichlich zu belohnen.

Fazit: Geduld zahlt sich aus

Abbott Laboratories, P&G, Coca-Cola, J&J, Lowes – mit ihnen wirst du nicht über Nacht zum Millionär. Aber das ist auch gar nicht das Ziel. Das Ziel ist es, finanzielle Unabhängigkeit durch stetigen Vermögensaufbau zu erreichen. Ein Dividendenkönig wie Abbott, Coca-Cola, J&J, Lowes oder P&G schüttet verlässlich Geld auf dein Verrechnungskonto aus – Jahr für Jahr, immer ein bisschen mehr. Wenn du diese Dividenden über Jahrzehnte konsequent reinvestierst, entfaltet sich die volle Magie des Zinseszinses. Siehe Frau Groner.

Einfach stur weiter investieren, die Schwankungen aushalten und die Zeit für sich arbeiten lassen. Diese Aktien kauft man und am besten gibst du sie nie wieder her.

Für BX Swiss habe ich ein Gespräch geführt über die Magie der Dividendenkönige:


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31 Kommentare
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Ralf
1 Monat zuvor

Kommt halt auf den Anlegertyp mit an. Hohe Dividendenrenditen wirken attraktiv, aber sie gehen nicht automatisch mit einer starken Gesamtrendite einher. Und bei klassischen Dividendenaristokraten wie Coca?Cola zeigt sich das besonders deutlich. Bringt zwar stabile Einnahmen (Cashflow). Jedoch bleibt die Gesamtentwicklung mäßig.

Phil
1 Monat zuvor

Hey Tim
Gibt es auch europäische Aktien welche du für jedes Buy & Hold 4 ever Depot empfehlen kannst?

1 Monat zuvor

Sehr interessant der Artikel, Tim. Für mich wieder ein Blick zurück, tatsächlich auch mit ein wenig Wehmut. Solide, einfach, kontinuierlich. Das Dividend-Growth-Investing ist eine feine Sache. Und eine erfolgreiche.

Es sollte also klar sein, dass ich hier Sympathien hege. Muss sich niemand auf den Schlips getreten fühlen. Denoch möchte ich den Advocatus Diaboli spielen. Den Großteil seines Vermögens hat Tim mit Netflix und CTS Eventim erzielt. Zwei waschechten Wachstumsraketen (wenn dann auch später eine Dividende hinzugekommen ist).

Nach über 15 Jahren des Investierens machen Apple, Alphabet und Amazon ein Drittel meines Portfolios aus. Ergebnis des sturen Buy and Hold von Wachstumsraketen.

Ja, sie zahlen jetzt (wie auch Meta) Dividenden. Ergebnis des Reifegrades in ihrem Lebenszyklus‘ . Gefällt mir auch.

Noch mehr gefällt mir aber, wenn margenstarke Unternehmen ihre Gewinne mit Raten von 20% ins eigene Geschäft reinvestieren. Es gefällt mir, wenn ich ein Umsatzwachstum von 20% in den Cloudsparten sehe, welches die Grundlage des zukünftigen riesigen Cashflows bildet. Und der immensen Wertsteigerung der Unternehmen (die – ja, gebe ich gerne zu – dann auch in Form von Dividenden auf meinem Konto landen wird).

Hier lauern mehr Risiken als bei Lowe’s, das ist richtig. Daher auch die erhöhte Volatilität im Börsenpreis. Damit muss man klar kommen. Das schafft man auch, wenn man auf’s Spielfeld schaut und nicht auf die Anzeigentafel.

Ich denke, der Begriff der Dividend Initiators darf ruhig fallen. Die Juwelen an der Börse. Die Charts aus Peter Lynchs „One Up on Wall Street“ fallen mir ein. Es ist das Gewinnwachstum, die Steigerung von Erlösen und Cashflows, die die Wertsteigerung von Aktien bestimmt.

Kurse, Dividenden, Stories, was auch immer…. am Ende zählt das Geschäft. Und ein weitsichtiges Management.

Felix
1 Monat zuvor

In den letzten 5 Jahren war damit gut Geld zu verdienen und alle, welche die o.g. Aktien hatten mussten sich mit den Brotgrübeln zufrieden geben. Gerade haut es die Softwarefirmen ziemlich zusammen, welche ja als SaaS-Companies bisher die Wachstumswerte waren, selbst die CyberSecurity hat es jetzt erwischt.
Ob die M7 jetzt mit ihren CAPEX nicht überdrehen (sie sind natürlich auch Getriebene) und ihre Investments monitarisieren können, muss sich freilich erst zeigen.
AI jedenfalls pflügt erst einmal alles um. Sogar die alterwürdige IBM musst jetzt einen 15%igen Tagesverlust hinnehmen, weil Claude plötzlich auch COBOL kann und die IBM damit ihr Banken- und Versicherungsgeschäft mit 50 Jahre alter Software abschreiben kann.
Aber sich die 15 größten Position des SCHG ETF in Depot zu holen, sollte auch in Zukunft nicht die schlechteste Lösung sein:
NVDA, AAPL, MSFT, AMZN, META, GOOGL, TSLA, AVGO, GOOG, LLY, V, COST, MA, AMD, GE

-M
1 Monat zuvor

Moin Free,

…“Es ist das Gewinnwachstum, die Steigerung von Erlösen und Cashflows, die die Wertsteigerung von Aktien bestimmt.“…..

Lies Dir nochmal (ich Wette du hast sie gelsesen) die Letters to Shareholders des alten Quacksalbers (mein Sohn nennt ihn so) an. Besonders so 1990-1995

Auf die schnelle über GPT:
“In past reports, we’ve discussed look-through earnings … As we calculate them, look-through earnings consist of: (1) the operating earnings … plus; (2) the retained operating earnings of major investees … less; (3) an allowance for the tax that would be paid by Berkshire if these retained earnings … had instead been distributed to us … If our intrinsic value is to grow at our target rate of 15%, our look-through earnings, over time, must also increase at about that pace.” ?
berkshirehathaway.com

…macht schon Sinn, wenn die Gewinne 15% steigen, dass der Kurs ziemlich sicher auch um 15% steigt, da die retained earnings, auch wenn nicht sichtbar wie eine Dividende, da sind ;-)

Wie einfach Buffett es über Jahre immer wieder erklärt, aber die Dinge zitiert nie einer. Er beschreibt es so einfach und ausführlich in mehreren Berichten.

I want to believe
1 Monat zuvor
Antwort auf  -M

Booking plus 10% Dividende.
Danaher plus 25% Dividende.
Linde plus 7% Dividende.
MSCI plus 14% Dividende.
Aus Eurosicht sehen die nicht extrem teuer aus. Irgendwann wird der Dollar auch mal teurer. das ist extrapuffer.

-M
1 Monat zuvor
Antwort auf  I want to believe

Jupp die ersten Beiden finde ich auch günstig. Linde und MSCI habe ich auch auf der WL, aber da würde ich die anderen vorziehen vom preis. Qualität haben alle 4 sehr viel.

Schaue tatsächlich immer in Landeswährung. Momentan sieht es eher nach einem Puffer aus, stimmt.

Lithium85
1 Monat zuvor

Uninteressant.

Stell dir vor der „All World“ Index oder ETF wäre eine einzelne Firma.
– Sie wäre in allen Branchen gleichzeitig aktiv.
– Sie wäre in allen Ländern global aktiv und diversifiziert
– Sie verpasst nie einem Trend oder Technologiesprünge!
– Sie passt sich laufend an
– Sie ist eine unzerstörbare Geldmaschiene die seit je her stetig ihren Gewinn erhöt
– Die Dividendenrendite ist ~2% mit 7% Steigerung p.a. weit über Inflationsrate
– Sie kann niemals Pleite gehen

Wozu brauche ich jetzt eine einzelne Coca Cola Position?

-M
1 Monat zuvor
Antwort auf  Lithium85

Ein ziemlich underrated Kommentar! Die Sichtweise hat was.

Sparta
1 Monat zuvor
Antwort auf  Lithium85

@Lithium

Lediglich dass der All World auf einem Niveau ist, wo der alte Quacksalber von der Kapitalallokation kurzfristige Bonds mit 3-4 % bevorzugt… aber wir sind ja mittelalte noch grössere Quacksalber. ;-)

-M
1 Monat zuvor
Antwort auf  Sparta

In Hauswährung USD bei den Zinsen, kann man das gut machen. Hier mit +-2% wird es schon knapper.

Felix
1 Monat zuvor
Antwort auf  Lithium85

Mich nervt die Vorabpauschale. Ist zwar keine Steuer auf unrealisierte Gewinne, geht aber in diese Richtung. Das ist Abfluss von Barmitteln von meinem Konto – jedes Jahr. Ein typisch bürokratisches Hirngespinst ist sie zudem.
Und noch etwas: Ich kann Einzelpositionen von Aktien auf jedes Depot in der Welt übertragen, auch außerhalb der EU, die UCITS-ETFs geht das nicht ohne weiteres.

slowroller
1 Monat zuvor
Antwort auf  Felix

Wieso sollte das bei den ETF nicht gehen? Nehmen die nicht-EU-Broker diese nicht an wegen spezieller Regeln? An der Vorabpauschale dürfte das nicht liegen – diese kanns du ja selbst rechnen und in der Steuererklärung machen.

Mir fällt auch als in Deutschland Steuerpflichtiger kein wirklicher Grund ein, wieso ich Standard-Papiere wie breite ETF nicht bei einem deutschen Broker hinterlegen sollte. Die sind im europäischen Vergleich wirklich günstig und nehmen den ganzen Bürokratie-Mist ziemlich sauber ab.

Anton
1 Monat zuvor
Antwort auf  slowroller

Beispiel USA. Wenn man ETFs mit nicht US-ISIN in ein Depot in die USA USA überträgt, weil man z.B. berufsbedingt in die USA zieht, werden diese ETFs als steuerintransparent betrachtet und mit einer saftigen Straffsteuer versehen (Ausschüttungen und Veräußerungen). Also physisch dürfte der Übertrag gehen, aber finanziell ist es eine Herausforderung (alternativ verkaufen, Gewinne versteuern und das Geld transferieren). Meine Auskunft ist 4 Jahre alt.

slowroller
1 Monat zuvor
Antwort auf  Anton

Ja, wenn man längerfristig (vor allem) in die USA zieht sind europäische ETF sicher nicht das Investmentmittel der Wahl. Das liegt aber eher nicht an der Vorabpauschale sondern an den blöden Steuerregeln in den Staaten. (die sind fast noch komplexer als die Deutschen) In diesem Fall stimmt es natürlich, dass man mit Einzelaktien deutlich besser fährt.

I want to believe
1 Monat zuvor
Antwort auf  Felix

Klar Vorabpauschale nervt, aber 36€ pro 10.000 ETF-Vermögen ist jetzt irgendwie nicht so das Problem, bzw ein Grund warum die private Altersvorsorge nicht klappt. Zumal ja der Pauschbetrag greift und Anrechnung bei Verkauf erfolgt.

Eingeführt werden musste sie glaube ich wegen der Angleichung der Besteuerung in Deutschland von inländischen und ausländischen Investmentfonds/ -Gesellschaften. Also auch nicht wirklich ein dummer Grund.

leo
1 Monat zuvor
Antwort auf  Lithium85
  • ich habe zuviel USA und zu viel Tech (im World)
  • ETF kann geschlossen oder verschmolzen werden, und ich müsste ALLE Gewinne versteuern -> für mich sehr viel Geld was für Steuerstundung nicht zur Verfügung steht
  • ETFs sind Bankprodukte
  • Man zahlt TER plus Streuer auf Fondsebene, Dividende wg. Steuer auf Fondseben fällt kleiner aus. mit TER zusammen sind wir bei ca. 0,5% bei großem Depot viel Geld
  • ETFs können stärker reguliert werden, sieh Vorabpauschale, und haben nicht so ein starkes Lobby wie Einzelaktien
  • Ich habe dort weniger Steuergestalungsmöglichkeiten als mit 50 Einzelaktien
  • Anbieter darf allgemein sehr viel machen – Kosten könnten erhöht werden, Regeln geändert werden, etc.
  • ETFs sind mir zu instransparent – KGV, Gewinnprognosen, erwartete Ausschüttung, uvm. sehe ich nicht. Ich kann auch nicht beurteilen ob gerade ETF günstig oder nicht ist, weil ich nicht über 1000 Unternehmen analysieren kann. Bei meinen Einzelaktien kann ich das viel besser.
Banker
1 Monat zuvor

Die Dividendenstrategie produziert bei ungefähr identischem Risiko schlechtere Renditen. Auf 10 oder 50 Jahre gesehen war die Performance schlechter. In einer Welt ohne Steuern und Transaktionskosten hat die Dividendenpolitik eines Unternehmens keinen Einfluss auf den Unternehmenswert. Modigliani-Miller-Dividenden-Irrelevanz-Therorem. Nur die Höhe des Unternehmensgewinns ist entscheidend und nicht, wie der Gewinn an die Investoren weiter gegeben wird. Die Dividendenrendite ist ein Teil der Gesamtrendite. Gesamtrendite = Kursgewinn + Dividende. Wenn weniger Dividende gezahlt wird, muss der Kursgewinn höher sein. Es kommt mathematisch nur auf die Gesamtrendite an. 

Lieber Tim, wenn Du dir mal die Mühe machen würdest und Modigliani-Miller zu googeln, dann stellst du fest, dass dieser für die Kernaussage oben einen Nobelpreis bekommen hat. Das kann man einfach nicht ignorieren. Das ist BWL/VWL Wissen aus dem 1. Semester und stellt Grundlagenwissen in jeder Bank / Vermögensverwaltung dar. Ich verweise hier gerne auch auf die Ausführungen von Gerd Kommer zu dem Thema. Auch hier kann google und ggf. die AI dir weiterführende Informationen liefern. Auf Basis der Dividende würde ich somit keine Aktien auswählen. Herzlichen Dank und Viele Grüße aus Deutschland.

I want to believe
1 Monat zuvor
Antwort auf  Banker

-Es kommt mathematisch nur auf die Gesamtrendite an.
Mathematisch ja, aber auch im realen Leben?

Sparta
1 Monat zuvor

@Tim

Ich habe beim Blog vom Geldschnurrbart ein Interview / Aussage von 2023 mit 30 Jahren Investitionszeitraum gelesen, wonach damals von Deinem Depotwert 2,2 Mio 0,6 Mio Eigenanteil waren….

Wenn ich das ganz grob überschlage mit 600 k / 12 / 30 wäre es bei einer monatlichen Sparrate von 1,67 k nur eine niedrige 6-7 % p. a. Rendite trotz Deinen super Picks… je nachdem wie es zeitlich investiert wurde…

Kann das tatsächlich hinkommen?

Sorry, will definitiv nicht trollen oder indiskret sein, aber das würde meine bisherige Vorstellung, dass Du riesiges alpha generiert haben müsstest… komplett crashen und der Hauptanteil ist echt die Sparrate und Zeit… was ja doch häufig gepredigt wird und doch alle nach denn nächsten Kursraketen sehnsüchtig suchen lässt, einfach vernachlässigbar ist und man sich mehr auf die Faktoren konzentriert, die man direkt beeinflussen kann.

Beste Grüße

Gurki
1 Monat zuvor
Antwort auf  Sparta

Danke für den Hinweis zu dem Artikel beim Geldschnurrbart (übrigens äußerst unsympathisch der Herr – hat einfach keine ehrlichen Augen…).
Habe ChatGPT auch mal dazu befragt und Chatty kommt auf ein ähnliches Ergebnis. Zumindest im Allgemeinen von den 30 Jahren. Die speziellen (Kauf-) Zeitpunkte sind ja nicht gegeben. Und dann wurde ja sicherlich auch nicht monatlich per Sparplan gekauft, sondern immer mal wieder Aktien zu größeren Tranchen wenn sie denn interessant waren.
Aber Chatty kommt auch auf ungefähr 7,5% – 8,5% p.a.
Eigentlich schon ziemlich interessant. Vor allem wenn man solche Raketen im Depot hat. Vielleicht brauchts doch nur stoisches Investieren in einen Index und Zeit, anstatt die Suche nach der nächsten Rakete ;)

Sparta
1 Monat zuvor
Antwort auf  Gurki

Keine Ahnung.
So tief schaue ich fremden Männern nicht in die Augen um so etwas zu erkennen… ;-)

Ja, ist ein bisschen ungenau je nachdem man noch ein paar k Startsumme nimmt, Kaufkosten, dynamisch etc. pp., aber in etwa +/- wie der world-rendite (8 – 8,5 % bis 2023 über 30 Jahre), was ja schon stark ist bzw. sehr extrem viele nicht mit Einzelaktien über 3 Dekaden packen.

Andererseits sind 1,6 oder 1,7 k € vor 30 Jahren in DM noch kaufkraftbereinigt ne andere Hausnummer, was man auch nicht unter den Tisch kehren sollte bzw. was eher auf Dynamik schließen lassen würde und damals waren etf`s noch extremst unbekannt & in D. eher eine Nische.

Aber gut, Tim trackt ja nicht und von dem her muss ich halt grob schätzen & irgendwie schon faszinierend, wenn es trotz dieser extrem super buy & hold Picks mit der extremen Stoizismus (wo wirklich viele nicht haben!), evtl. gar kein so großes alpha ist, wie ich jahrelang vermutet habe…

Sparta
1 Monat zuvor
Antwort auf  Tim Schäfer

@Tim

Ist ja auch egal (evtl. auch einiges mehr wegen Dynamik + Immo’s) und sorry, wenn ich in Deinen Augen manchmal kritisch rüberkommen sollte, da ich gerne etwas weniger Unwissend wie am Tag davor werden möchte…;-)

Das hat absolut nichts mit persönlicher Wertung zu tun, sondern nur mit meiner Neugierde, Zusammenhänge besser verstehen zu wollen.

Finanziell hast Du echt ne super aussergewöhnliche Lebensleistung geschafft, die deutlich über dem Durchschnitt liegt!

Alles Gute Dir!

Nod
1 Monat zuvor

Hi, kurze Frage: Abbott hat doch die Dividende im Jahr 2013 gekürzt oder nicht? Jahres Dividende 2012 war 2,01 $ und im Jahr 2013 war es nur noch 0,56 $ im Jahr. Jetzt 2025 war es zwar wieder 2,36 $ aber glaube dass es doch eine Kürzung gab. Eventuell übersehe ich was, vielleicht kann es ja einer aufklären.

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