Star-Millionärin lebt in Miniwohnung


New York, 25. August 2016
xy

Ich bin ein großer Anhänger von einem bodenständigen Leben.

Ich finde Schuldenberaterin Suze Orman kultig. Sie schrieb mehrere Bestseller, machte etliche TV-Shows und berät derzeit Angehörige der US-Armee in Finanzfragen. Obwohl sie steinreich ist, besitzt sie gemessen an ihrem Vermögen recht kleine Wohnungen. Ihr Hauptwohnsitz ist in Florida, weil dort die Steuersätze geringer sind.

Sie schmierte sich die Brote zuhause und nahm sie mit zur Arbeit, verriet sie ein Mal in ihrer TV-Sendung. Sie ist extrem sparsam.

Nun nahm sie ein kleines Video in ihrem Zuhause auf. Es ist mini. Sie hat kein Büro. Kaum Platz. Sie sagt: Sie schreibt ihre Bücher am liebsten im Bett. Ich finde das echt locker. Die Frau gibt nicht an. Eine Millionärin, die immer bodenständig geblieben ist.

Der Fall des sparsamen Fernsehstars zeigt: Sie weiß, wie man spart. Wer dagegen nicht sparen kann, für den macht es keinen Unterschied, ob er nun 25.000 oder 25 Millionen Dollar verdient. Sparsamkeit ist eine Grundeinstellung.

Ich bin gerade am See in Slowenien mit der Großfamilie im Urlaub. Das ist meine Einstellung zum Kauf von Statussymbolen:

„Urlaub mit der Großfamilie am See in Slowenien. Das ist mehr wert als so ein polierter neuer BMW oder Mercedes. Ich verzichte gerne auf Status-Spielzeuge und bin lieber finanziell frei. Ich begreife nicht, warum sich Menschen bis zur Halskrause verschulden, nur um mit neuen Küchen, Bädern, Mode etc. anzugeben.“

Mir gehen echt diese Konsumterroristen auf den Nerv. Die ständig Fotos von sich beim Shoppen in den sozialen Medien posten. Mich beeindruckt das nicht. Im Gegenteil.

Diese Leute sind naturgemäß pleite. Sie sollten etwas an ihrem Leben ändern. Sie sitzen abends auf dem Sofa. Am Wochenende gehen sie auf Shoppingtour. Die ganze Woche freuen sie sich auf den Einkaufsbummel. Sie haben nichts Wichtigeres zu tun.

Peinlich finde ich die Kinder von Millionären, die ihren Konsum auf Instagram und Facebook zur Schau stellen. Das ist ja eigentlich traurig. Diese Kids scheinen ein „leeres“ Leben zu führen:

Ich habe vor Leuten Respekt, die hart jeden Tag arbeiten und ihren Konsum eindämmen.

Klar gibt es Geringverdiener und Arbeitslose (die alles versucht haben). Von denen spreche ich jetzt hier nicht. Ich meine jene, die gut verdienen und trotzdem ständig jammern, dass sie kein Geld am Monatsende übrig haben. Schauen Sie bei denen in die Schränke und Schubladen, dann wissen Sie warum: Konsum, Konsum, Konsum.

Diese Leute sollten ihre Einstellung ändern. Sie sollten ihre Rechnungen und Abbuchungen sortieren. Eine Strategie entwickeln, wie sie mehr Einkommen erzielen bzw. Ausgaben kürzen können. Sie sollten die Perspektive ändern.

Schon beim Notfall-Polster fängt es an. Viele Menschen haben das nicht. Dabei könnten Sie ruhiger schlafen. Ja, da muss man auf Konsum verzichten, um so ein Notpolster aufzubauen. Ohne Fleiß kein Preis.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Star-Millionärin lebt in Miniwohnung

  1. Stefan Le.

    Hallo Tim,

    ich wünsche dir und deiner Familie einen schönen Urlaub.

    Bei uns geht es erst nächsten Monat los, 10 Tage Manfredonia, Italien. 🙂

     

    Viel lesen, viel laufen, viel Fisch essen…

  2. ZaVodou

    Da ich mir gerne Wohnungen anschaue, besonders kleine minimalistische Wohnungen, wollte ich mal wissen, wie diese Miniwohnung von Suze Orman in Florida aussieht.
    Gefunden habe ich das.
    Da mir squarefeet nichts sagt hab ich’s gleich mal umgerechnet.
    2108 squarefeet = 196 qm.
    Gefunden habe ich auch eine Wohnung von ihr in New York, die sie verkauft hat.
    1279 squarefeet = 119 qm.

    Quadratmeter allein sagen nichts aus, wenn man da zu mehreren Personen dort wohnt. Weswegen ich mal nachgeschaut habe, ob sie verheiratet ist und wieviel Kinder sie hat.

    Sie ist lesbisch. Von Kinder habe ich nichts gelesen, so dass sie maximal mit ihrer Ehepartnerin zusammenlebt.

    Also unter minimalistisches Wohnen verstehe ich etwas anderes, aber vielleicht hast Du noch andere Informationen.

     

  3. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Stefan

    Danke. Dein Urlaub klingt super. Viel Spass.

     

    @ ZaVodou

    Ok, Du musst das bei ihr in Relation zum Vermögen sehen. Ich weiß nicht, wie reich sie ist. Aber schätzen wir mal, sie hat 35 oder 50 Millionen Dollar flüssige Finanzmittel. Dann ist das bescheiden in meinen Augen in einer Eigentumswohnung in Florida zu leben von dieser Größe. Kaufpreis 950.000 $.

    Ich weiß nicht, wo sie das Video aufgenommen hat. Es ist aber irgendwie klein und scheint im Erdgeschoss zu sein.

    Sie hat mal dem „Wall Street Journal“ erklärt, wie sie ihre Wohnungen kauft: Im unteren Geschoss mit Blick auf den Innenhof (statt Central Park). Allein durch die Lage mit dem schlechten Ausblick konnte sie 40% sparen gegenüber einer höheren Etage mit schönem Blick auf den Park.

    http://www.wsj.com/articles/suze-ormans-real-estate-portfolio-1418317035

    Die Wohnung im ehemaligen Plaza-Hotel war für Normalverdiener natürlich Luxus mit 3,6 Millionen Dollar. Aber für eine Frau, die extrem reich ist, ist das moderat, finde ich. Zumal sie die Wohnung verkauft hat. Auch andere Wohnungen (etwa in Südafrika) hat sie verkauft.

    Alle Wohnungen hat sie mit Cash bezahlt. Der typische Konsument kauft mit Hypotheken.

  4. Daniel

    Danke für den Beitrag.

    Suze Orman kannte ich wirklich noch nicht und ich werde mich erstmal die nächsten Tage über sie informieren.

     

    Einen schönen Urlaub! Und leg auch mal den Laptop beiseite 🙂

     

    Beste Grüße,

    Daniel

  5. Wuli

    Vong spahren her mache ich es genuau so wie Jim Käfer, ich spahre fiel, egal wo un wang.

    Vong gesparde deld koffe ich dann ü-eier figghuren, wen man sich auskend kann mang auch gute renditte machen

  6. PIBE350

    Tim: ,,Schon beim Notfall-Polster fängt es an. Viele Menschen haben das nicht. Dabei könnten Sie ruhiger schlafen. Ja, da muss man auf Konsum verzichten, um so ein Notpolster aufzubauen. Ohne Fleiß kein Preis.“

    Absolute finanzielle Freiheit hin oder her. Nicht jeder kann oder möchte sie erreichen, aber eine Notreserve sollte sich wirklich jeder zulegen. Ich nenne sie die ,,kleine finanzielle Freiheit“. 6 oder mehr Monatsausgaben auf der hohen Kante zu haben, kann wahre Wunder bei der inneren Zufrieden- und Gelassenheit bewirken. 😉

  7. K.

    @PIBE350

    Ein guter Ansatz. Das Bewusstsein für das Notfallpolster und seinen Zweck gilt es zu schüren. Leider fühlen sich manche vermutlich in Ihrem Job zu sicher und legen deshalb nichts zurück oder nutzen große Kredite und Hypotheken.

    Wie sicher ein Arbeitsplatz sein kann, selbst in vermeintlich „sicheren Bereichen“, sehe ich gerade live. Es drohen Zwangsversetzungen. Damit wird das Loch in Abteilung A gestopft mit Personal aus Abteilung B, die dadurch ein eigenes Loch bekommt und Dienstpläne zusammenbrechen. Und das obwohl es Bewerber und somit Einstellmöglichkeiten von extern gibt, für beide Abteilungen. Diese werden nur einfach nicht realisiert.

    Nicht langfristig gedacht vom AG wie vom AN. Der zwangsversetzte AN wird ggf. den neuen Tätigkeitsbereich nicht mögen und zeitnah kündigen. => keine dauerhafte Problemlösung da sowas erfahrungsgemäß massiv Kündigungen nach sich zieht. Erfahrungsgemäß = inkl. hausgemachter, innerbetriebliche Erfahrung im selben Betrieb vor z.B. 3 Jahren bei ähnlichen Projekten deren Folgen für alle Beteiligten inkl. Entscheider versucht man immer noch auszubügeln bzw. zurückzurudern (was nicht mehr geht). und den Status Quo wieder herzustellen dauert erstmal wieder lange.

    Mit einer Notfallreserve an Cash lässt sich dies als betroffener AN aber besser realisieren (Kündigung und AG-Wechsel).
    Vielleicht schützt einen diese Reserve als Zufriedenheit und Gelassenheit davor (psychologisch betrachtet) Betroffener zu werden, im Sinne von „Opferverhaltensmuster“ und dann eher mit höherer Wahrscheinlichkeit auch „Opfer“ zu werden. Um mal ein bisschen zu philosophieren.

  8. Felix

    @ Tim

    Gut, mit der Großfamilie seine Urlaubstage zu verbringen, das muss man auch mögen oder eben nicht. Mir reichen da schon immer die obligatorischen Familienfeiern.

    Mich würde in diesem Zusammenhang interessieren, wie offensiv gehst du in diesem Kontext mit deinen Vermögensverhältnissen um. Wissen die „Onkels und Tanten“, wie es um deine Finanzen stehen, bist du womöglich der „reiche Onkel aus Amerika“? Oder hältst du dich bedeckt?

    Ich persönlich halte mich da absolut bedeckt und niemand außerhalb der Kernfamilie ahnt meinen Vermögensstand. Ich lebe das, mit der Aussnahme von Reisen, auch so; sprich: ich lebe im Wesentlichen den gleichen Lebenstandard wie mein Umfeld, obwohl ich damit deutlich unter meinen Verhältnissen agiere.

    Das hat den Vorteil, dass mich keiner anpumpt, dass es keinen Neid gibt. Ich gebe von mir aus auch keine „guten Ratschläge“ in finanziellen Dingen, auch wenn ich mich manchmal ziemlich beherrschen muss. Anders sieht es nur aus, wenn ich konkret um Rat ersucht werde.

     

  9. Ludwig von Bogen

    @tim

    Zum sogenannten „Rich Kids of Instagram“.

    Wäre es meine Kinder, würde ich mich weigern, ihnen Geld zu geben!

    Sie werden von mir lernen, wie Sie Vermögen aufbauen, dann sollen Sie auf ihre Verantwortung Vermögen aufbauen und wenn sie protzen und dadurch Pleite wären, dann sind Sie selber schuld!

  10. K.

    @Ludwig von Bogen (oder welcher „von Bogen“ auch immer) 🙂

    Schallplatte an.

    Es geht Tim ja beim Thema Konsum auch nicht um totalen Konsumverzicht, sondern um bewussteres(!) Konsumieren und den zugehörigen Zusammenhängen/“Folgen“ für das eigene Leben und das eigene Gefühl.

    Schallplatte aus.

  11. Markus

    @Felix

    Ich denke, dass lässt sich bei Tim nicht bzw. nicht mehr verheimlichen…

    Je nach Blickwinkel ist Tim für die einen reich, für die anderen etwas wohlhabend und für die anderen sind es wieder Peanuts… 😉

    Wie offen man mit dem eigenen Vermögen umgeht, ist sehr kontrovers und hängt von vielen Variablen wie Persönlichkeit, Erziehung, Referenzumgebung, Selbstbewusstsein und einigen Punkten mehr ab.

  12. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Daniel

    Danke, den Laptop lege ich ab und an zur Seite.

    Ja, Du solltest unbedingt mehr über Suze Orman lesen. Sie ist super. Sie war zunächst eine Bedienung in einem Café, bevor sie bekannt wurde. Ich habe ein Buch von ihr. Schaue Dir mal das an:

    https://www.youtube.com/watch?v=ctbIRqsggZ8

     

    PIBE350

    Stimmt. Eine Notreserve zu haben ist absolutes Minimum. Ich kenne viele, die keine haben. Geht die Waschmine kaputt, nehmen sie einen Kredit auf.

     

    Ludwig von Bogen

    Ich fordere nicht den totalen Konsumverzicht. Konsum ist OK – in Maßen. Wer dazu noch in Maßen spart und investiert, macht es schon richtig. Wer schneller frei sein will, muss das Sparen und Investieren hochfahren auf 50, 60 oder 70% vom Einkommen. Es gibt Leute, die schaffen das. Die können eventuell mit 45 oder 50 in den Ruhestand. Und das Leben genießen. Aber auch dann muss man vorsichtig mit seinem Geld umgehen.

     

    Felix

    Die Verwandtschaft weiß, dass ich sparsam bin und ein Vermögen aufbaue. Sie fragen mich als, wie es war bei McDonald’s nach der Schule zu arbeiten etc. Niemand bettelt mich an. Im Gegenteil. Auf Partys fragen sie mich als Bekannte, welcher Indexfonds am besten ist. Sie wissen, dass ich Leute wie Jack Bogle interviewe und mich auskenne.

  13. Ludwig von Bogen

    @tim

    Vergiss bitte nicht, dass es auch Menschen in Alter von 20, 30 und 40 sein können!

    Auch Kinder!

    Zudem musst du Sie aufklären, dass Sie schriftliche Ziele festlegen sollen!

    Denn wer es so festlegt, erreicht sein Ziel schneller!

    Alle Wege führen nach Rom!

    Zudem sollten Sie alle Feinde vollständig vernichten!

    Es sind nicht nur Personen und Institutionen, sondern die Gewohnheiten!

    Ändere regelmäßig dein Leben, ignoriere es, was Sie nicht erreichen können, pflege die höfischen Kultur und man wird unaufhaltsam!

    Verwandle Schwäche in Stärke! Bediene dich deine Feinde und vertraue keinen Freund!

  14. AlexanderAlexander

    Noch schönen Urlaub Tim.

     

    Ja, alles eine Frage der Relation. Ich lebe auch „bescheiden“. Für einen Münchner habe ich eine Luxusvilla, bei uns hier am Land ist das ganz normal. Da sind die Häuser etwas größer.

    Ansonsten geht es mir wie Felix. Ich lebe auch unter meinen Verhältnissen, wenn man das so ausdrücken kann. Meine Eltern meinen immer, ich übernehme mich möglicherweise, wenn ich wieder einen teuren Urlaub mache. Arbeitskollegen und Bekannten sage ich in der Regel auch weiter nichts, das schafft nur Neid und nach meinen Blog suchen die nicht, da sie in Geldsachen i. d. R. nicht interessiert sind. Wenn sie mich fragen, wie ich mir das alles leisten kann, dann sage manchmal „Alles auf Kredit“ und schon hat man seine Ruhe. Wenn man sagt, alles von meinen Börsengeschäften, dann wird mal als Spekulant oder Angeber hingestellt. Eben typisch deutsch.

     

  15. Dr. Bialetti

    Bei dem Foto einen Foto, auf dem Tim Schäfer am See liegt, muss ich lachen. Dazu sollte man sich diese Artikel in Erinnerung rufen:

    http://timschaefermedia.com/eine-million-euro-im-depot-das-ist-wenig/

    http://timschaefermedia.com/kaufen-und-liegenlassen-so-sind-sie-den-meisten-anlegern-ueberlegen/

    Das Motiv, diese Perspektive geht noch in die Fotographie-Geschichte ein. Das neueste Video gefällt mir auch:

    https://www.youtube.com/watch?v=VkXXY9fxWa0

    Tim Schäfer outet sich als Anhänger der „Targét Couture“. Find ich gut. Ich werde auch schauen, ob ich das eine oder andere Schnäppchen bei Target machen kann.

  16. Jens K.

    Finde es nie gut wenn man anderer Leute Lebensweise unterschwellig als dumm hinstellt. Ich mache mir z.B. nichts aus Reisen. Ich muss nicht ins Ausland womöglich noch mit einem teuren Flieger wenn ich vielleicht alle 5 oder 10 Jahre mal im Schwarzwald wandern gehen kann. Ich halte auch nichts von teuren Autos oder sonstigem Konsumzwang. Gönne mir aber Sachen, die für andere Leute wiederum Verschwendung sein könnten. So habe ich in den letzten 20 Jahren z.B. in Summe etwa 1000Euro für eine Fotoausrüstung und 1000 Euro für Amateurfunkequippment ausgegeben. Andere Leute verprassen das jährlich für einen Urlaub und glauben sie wären sparsam.

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