Eine Million Euro im Depot: Das ist wenig


New York, 26. November 2015
Wer eine Million Euro im Depot hat, der hat gar nicht sehr viel Geld fürs Alter.

Wer eine Million Euro im Depot hat, der hat gar nicht sehr viel Geld fürs Alter.

Ein Traum vieler ist es bis zum Ruhestand eine Million Euro Finanzvermögen gespart zu haben. Das ist aber gar nicht so üppig, wie es auf den ersten Blick erscheint. Wer plant, drei Prozent jährlich aus seinem Eine-Million-Depot zu ziehen, dem stehen folglich 30.000 Euro zur Verfügung. Damit lässt sich kein großartiges Leben im Jahr finanzieren.

Wer konservativ ist, nimmt vielleicht nur zwei Prozent pro Jahr aus dem Depot. Es könnte sich um die Dividendenzahlungen handeln. Das wären dann nur 20.000 Euro im Jahr. Damit lässt sich kein Luxusleben finanzieren.

Wer allerdings Milliardär ist, kommt mit zwei Prozent als Entnahmeplan weit. Das entspricht immerhin 20 Millionen Euro im Jahr. Davon können Sie eine schöne Wohnung in Monaco oder Nizza kaufen und dort schön residieren.

Die magische Zahl 1.000.000 täuscht darüber hinweg, wie wenig es eigentlich ist. Wer mit der Geldsumme smart umgehen will, kann sich kein Leben in Saus und Braus leisten.

Es ist nur ein Traum, der mit der Realität wenig zu tun. Lottomillionäre fallen genau deswegen immer wieder auf die Nase, weil sie nicht vorsichtig mit dem Geld umgehen.

Ich lebe ein recht einfaches Leben und werde es selbst im Alter so durchziehen (müssen). Das heißt, ich habe kein Auto. Und ich verzichte auf Konsumschulden. Ich kaufe nur, was ich mir leisten kann. Am liebsten kaufe ich Dinge, die im Wert steigen: Immobilien, Aktien… Die Masse liebt dagegen Dinge, die verrotten, rosten, verfallen. Die Konsumenten kaufen überwiegend Zeug, dessen Wert stetig sinkt: Kleidung, Essen, Auto, Elektronik, Handtasche, Schuhe, Möbel…

Fürs Alter ist eine gute Formel, um über die Runde zu kommen: Die gesetzliche Rente, ein Aktiendepot, eine abbezahlte Immobilie und eventuell eine Betriebspension.

Wie kriegen Sie das? Eine gute Ausbildung. Hart arbeiten. Moderat leben. Bescheiden sein. Sparen. Und investieren.

PS: Ich schreibe eine Value-Investing-Kolumne im „aktien“-Magazin. Eine kostenlose Probeausgabe können Sie hier anfordern: http://www.traderfox.de/aktienmagazin


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Eine Million Euro im Depot: Das ist wenig

  1. Ric

    Hallo Tim,

    ich bin anderer Meinung. Ich finde, dass eine Millionen sogar mehr als genug ist, wenn man davon alleine leben möchte. Will man eine Familie mit ernähren, braucht man natürlich mehr.

    Ich habe mir mal sehr intensiv Gedanken gemacht und habe mir überlegt, wie viel Geld man sparen muss, um von dem Geld leben zu können unter: wie viel sollte man sparen.

    Zudem möchte ich ausschließlich von den Dividenden leben und nichts von der „Geldbasis“ entnehmen. Das wär für mich so, als würde ich an dem Ast sägen, auf dem ich sitze. Außerdem kann es bei Entnahmeplänen sein, dass am Ende des Geldes noch zu viel Leben übrig ist und das will ich lieber nicht erleben…

    Viele Grüße

    Ric

  2. Vali

    🙂 Ja, das ist die Frage, wie viel braucht man denn tatsächlich im Depot, um gut leben zu können?

    Ich glaube, die Frage wird jeder individuell beantworten. Wenn man in New York lebt, kann ich mir durchaus vorstellen, dass eine Million nicht reicht 😉

    Bzw. kann man mit 30000 € im Jahr in D gut leben? Ja, ich behaupte, man kann sogar mit weniger glücklich sein.

    Wenn man Immobilien hat und Rente, dann kann man auch mit 1000 Euro Taschengeld pro Monat aus Dividenden eine wunderbare Zeit haben. Vor allem, wenn man in einer Stadt lebt, in der man problemlos ohne Auto auskommt und sogar einen kleinen Garten zum eigenen Gebrauch hat. Da sind ferne Länder und Reiseziele oft gar nicht mehr auf der Wunschliste, sondern eher der Kaffee mit der netten Freundin im Zentrum oder mal ein Kino- oder Theaterbesuch 😉

    Wenn man Kinder hat, ist das was anders, aber Kinder verdienen irgendwann selbst und sollten im Großen und Ganzen allein ihre Kosten tragen.

    Wenn man aber allein lebt (ohne Partner),  Miete abzwicken muss und nur eine Rente bekommt, ohne Ersparnisse, wird es schwierig. Aber die Million im Depot würde reichen, behaupte ich mal, um nicht zu hungern und nicht bis 100 arbeiten zu müssen 😉

    Schuften bis zum Schluss – Arme Rentner im reichen Deutschland

  3. Oliver

    Ich sehe das wie Ric, dass man alleine mit einer Million prima leben kann. Gerade im Alter kauft man sich keine großen Sachen mehr. Man kann pflegebedürftig werden und dann wird wahrscheinlich das Portfolio so nach und nach weniger werden, da die Kosten sehr hoch sind. Das würde mich in dem Moment aber auch nicht mehr kümmern, da die Lebensqualität sowieso nicht mehr hoch ist und wenn das Geld alle ist, der Staat einspringt.

    Zu der Million und der Ausschüttung fehlt noch etwas wesentliches. Depots entwickeln sich ständig weiter. Wenn ich nichts verkaufe, dann ist die Entwicklung der Auszahlungen ausschlaggebend. Und diese steigen jährlich im Schnitt bei mir um über 5%. Nehmen wir also deinen Auszahlungsbetrag von 30.000 €, dann sind das im Folgejahr etwa 31.500 € wegen der Dividendenerhöhungen. Ziehe ich die Inflation ab, bleibt unter dem Strich ein bisschen mehr. Und diese Situation verbessert sich Jahr für Jahr. Das Hauptproblem, wo man als Investor reinschlittern kann sind große Krisen wie 1929/32, wenn deine Unternehmen anfangen, die Dividenden zu kürzen, zu streichen oder ganz pleite gehen. Aber ein paar zahlen weiter und da die Leute mangels Arbeit weniger Geld haben, werden die Lebenshaltungskosten niedriger. Mit 70 ist das nicht schön, da Du wenn es besser wird nicht mehr wirklich arbeiten kannst. Das sind aber die Extremfälle.

    Bei dem Satz habe ich lachen müssen:

    Die Konsumenten kaufen überwiegend Zeug, dessen Wert stetig sinkt: Kleidung, Essen, Auto, Elektronik, Handtasche, Schuhe, Möbel…

    Um die Dinge komme ich nicht rum, außer ich möchte als nacktes Skelett unter der Brücke vegetieren. Sicher kann ich mir das Auto sparen, wenn ich in der richtigen Stadt wohne. In den USA gibts aber viele Gegenden, wo das nicht praktikabel ist. Gilt auch für einige Gegenden in Deutschland – noch. Wenn das selbstfahrende Auto wirklich Standard wird, dann brauchst Du dir wahrscheinlich keins mehr zu kaufen.

    Nehmen wir mal die Lebenshaltungskosten in Deutschland, weil es da sehr große Unterschiede gibt. Wenn Du z.B. in Görlitz wohnst (liegt an der polnischen Grenze, schöne kleine alte Stadt), behaupte ich mal, dass Du mit 1.000 €/Monat wirklich gut leben kannst. Ich habe in Bad Windsheim einen alten Freund, den ich manchmal besuche. Da bekommt man eine 2-Zimmer-Wohnung für 400 € und mit den Nebenkosten dürfte man auch mit 1.000 € auskommen. Es kommt immer auf das wo an, wenn man wenig Geld hat. Bei 2.500 €/Monat kann ich es mir fast überall in Deutschland kuschelig machen. Schau dir mal an, was so ein Rentner mit Grusi zur Verfügung hat. Da ist selbst Görlitz ein hartes Pflaster.

    Wenn Du so weit bist wie Du schreibst, wirst Du im Alter sicher nicht ganz bescheiden leben müssen. Für durchgehend im Waldorf Astoria wohnen wirds vielleicht nicht reichen, aber das brauchen doch die wenigsten. Mir reicht ein sorgenfreies Leben, was Geld betrifft und meine Ansprüche sind auch nicht so hoch, dass ich nicht ohne Probleme mit 30.000 €/Jahr leben könnte, ohne das mir etwas abgehen würde.

  4. StefanStefan

    @ Oliver:

    was willst du denn im Waldorf Astoria? Das ist doch von den Chinesen verwanzt 😉

    Tim hat im Prinzip recht. Soo viel ist eine Mio nicht. Wenn man nur an die Dividende denkt zumindest. Aber es spricht eigentlich auch nichts dagegen etwas mehr zu entnehmen. Das sollten die Kursgewinne locker aufholen. Also 5% halte ich für vertretbar wenn man 8% schafft mit seinem Depot. Bleibt immer noch genug für die Kinder übrig…

     

  5. Der Hanseat

    Ich glaube, dass eine Million Euro im Alter im Depot auf jeden Fall reichen, zumindest für den Durchschnittsbürger. Denn wenn dieser es hinbekommt im Laufe seines Lebens ein Aktienvermögen von einer Million Euro aufzubauen, dann hat er zwei wichtige Eigenschaften. Erstens wird er den Großteil seines arbeitsfähigen Lebens auch gearbeitet haben und zweitens wird er mit seinem Gehalt vernünftig gewirtschaftet haben (die eine Million Euro muss ja irgendwo her kommen).

    Wenn man nun im Alter eine Million Euro im Depot hat, dann noch eine gesetzliche Rente und zudem vernünftig mit Geld umgehen kann wird man wohl sehr gut über die Runden kommen.

  6. Patently Absurd

    Wer so bescheiden lebt, wie Diogenes von Sinope (oder Tim Schäfer?), kommt auch mit 100.000 oder weniger im Alter sehr gut aus.

    Wasser statt Wein, und Brot statt Kuchen – so war es ja auch schon in der Ansparphase ;o)

  7. Frank

    Hallo,

    da es verschiedene Meinungen  gibt ob eine Million reicht oder nicht werde ich mich jetzt mal opfern. Bitte überweist mir eine Million und ich werde Euch jährlich berichten (kostenlos) ob es reicht oder nicht ;))

  8. Patently Absurd

    Wenn man bedenkt, dass der ganze Euro im Wesentlichen auf einer Trugvorstellung aufgebaut ist, nämlich die, dass die Staatsschulden jemals zurückgezahlt werden, dann sollte man sich man nicht auf irgendwelche Euro-Zahlen beim Vermögensaufbau fixieren.

    In ein paar Jahren werden wir einige Nullen streichen müssen.

    Wie es bei The Wolf of the Wallstreet hieß:

    Jordan Belfort: Fugazi, it’s a fake.
    Mark Hanna: Fugazi, Fugazi. It’s a wazy. It’s a woozie. It’s fairy dust.

     

  9. Patently Absurd

    @Frank:

    Da ich vollständig investiert bin, kann ich dir kein aktuelles fairy dust schicken.

    Wenn es aber nicht unbedingt ganz aktuell sein muss, kannst du hier gut erhaltenes altes fairy dust gegen neues fairy dust umtauschen:

    http://www.ebay.de/bhp/inflationsgeld

    „Billionär“ zu werden ist also gar nicht so schwer ;o)

  10. Vali

    @Oliver, das, was du ansprichst, ist sehr wichtig (mal wieder;-)! Und auch Ric, ja 🙂

    Will man eine Million im Depot ansammeln und dann eine jährliche Entnahme von 30000 € tätigen. Oder will man aus den 3% Dividende, die eine Million abwirft (vorausgesetzt man hat in Dividendenaktien und nicht in thesaurierende Fonds oder andere dividendenlose Aktien investiert) leben.

    Erstes könnte tatsächlich schwierig werden, wenn man lange lebt…

    Und deshalb diversifiziere ich sehr gern breit, denn bei 10 Aktien im Depot (lieben Gruß an Oliver;-), wäre meine Dividendenrendite bei Ausfall einer Dividende bereits 10%. Bei 20 Aktien – 5%.  Das wären von 30000€ 1500-3000€ , die fehlen würden.

    Wenn ich aber 100 Dividendenaktien habe, wäre sie nur bei 1%, also 300 Euro, was weniger bemerkbar wäre .

    Dass bei Dividendenaktien, die Auszahlung jährlich steigt, ist noch ein Zusatzbonbon, das ich genauso nutzen will. Bei solchen Dividenden-ETFs variiert sie, soweit ich weiß. Matthias, komm aus dem Meer bitte, stimmt das? 😉

    @Frank, wo ist dein Demo-Depot? Da dürfte man ordentlich Millionen bereits zum testen haben;-)

    @Hanseat, sehe ich auch so 🙂

    Letztendlich möchte ich einfach ein Vermögen aufbauen, um gut zu leben und nicht größenwahnsinnig von irgendeinem Hotel träumen, in dem mich andere bedienen… und Essen muss ich jetzt auch, oder wie sehen das andere?;-) Containern will ich nicht…

    Strand und Meer bekomme ich an der Schwarzmeerküste für wesentlich weniger als eine Million im Depot 🙂

     

  11. enrico

    Ich habe genau dazu einen Artikel bei Focus-online gefunden: http://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/koennen-sie-das-auch-schaffen-wenn-sie-diesen-sparplan-ab-heute-beachten-gehen-sie-als-millionaer-in-rente_id_5112214.html

    Hier wird mal wieder suggeriert, dass man sich mit einer Million alles kaufen kann. Wer so ran geht, der ist sein gespartes Geld sehr schnell auch wieder los.

  12. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Vali,

    (gerade Siesta) ich sehe fast alles so wie Du. 😉 Ich weiß nicht wegen ETFs. Die schütten halt aus, was der Inhalt zulässt. Ich will so über 4% sehen. Ich schaue immer nach der aktuellen Rendite und plane nicht mit der Zuverlässigkeit von steigenden Dividenden (das hat ja schon was von sozialistischer Planwirtschaft). 😉 Denn diese Politik können sich nur Werte erlauben, die nur geringe laufende Rendite zahlen. Bei laufenden 2-3% kann man natürlich immer mal um einen Brotkrumen erhöhen (und dass mit YoC nichts bedeutet, habe ich schon erwähnt, weil ich immer das zur Verfügung stehende Kapital sehe, und nicht das anno dunnemals eingesetzte). Ich nehme lieber gleich etwas mehr, und wechsle lieber, wenn es sich nicht halten lässt. Also unter 4% sollte eigentlich nichts sein.

    Apropos, ich wäre mit 1 Million schon recht happy. Nur von einer Million komplett zu leben, ohne reguläres Einkommen/Rente halte ich in Europa auch für zu knapp. Es gänge aber natürlich schon. Irgendwo im Warmen ohne Heizkosten, warme Kleidung usw. ich könnte es.

    MS

  13. Slazenger

    Also wenn ihr mit 60 in Rente gehen wollt und von der Million leben dann habt ihr wenn ihr die Million verbrauchen wollt für 30 Jahre ein monatliches Einkommen von 4720 Euro, bei einer angenommenen Verzinsung/Rendite von 4%!!!

    Bei 6% wären es schon 5860 Euro pro Monat!!!

    Also mir würde das reichen, denn was soll ich die Million mit ins Grab nehmen???

  14. Felix

    Demnach sollte man nach der Milliarde streben, also nach 1000 Millionen statt nach einer. Mit 3 % Rendite hätte man 30 Mio. € im Jahr. Das sollte dann reichen.

    Das finde ich auch, zudem denke, dass bei diesem Artikel etwas daneben gegangen ist und die Maßstäbe um mindestens Faktor 1000 verrutscht sind.

  15. Oliver

    @Vali:

    Wenn ich wirklich von dem Depot über 1 Mio leben möchte, würde ich mir schwerpunktmäßig Aktien, die solide sind mit einer hohen Dividendenrendite ins Depot legen. Dazu REITs. Damit kommt ich ziemlich locker über 4%, das wäre also ein Bruttoeinkommen von über 40.000 €.

    Hier wurde der Link angegeben:

    https://www.youtube.com/watch?v=C0P0nNpYP68

    Ich kannte den gar nicht und hab mal seinen Beitrag angeschaut. Der ist bei 10 – 12 Werten mit seinen Depots. Finde ich übrigens nachvollziehbar.

    @Stefan:

    Beim Walldorf habe ich an Tim gedacht, der wohnt da in der Nähe. Ich war in so vielen Hotels in meinem Leben, dass ich da nicht mehr Zeit als notwendig verbringen möchte :). Als alter Knacker würde ich viele lieber in den Bergen wohnen, so wie es mein Opa gemacht hat. Da brauch ich auch nicht viel Geld und mir würden wahrscheinlich sogar 12.000 € reichen. Na, vielleicht nicht in der Schweiz.

    Die Million ist sicher ganz nett und wenn manche mehr haben, weil sie viel Geld brauchen, ist das auch OK. Jeder wie er will. Aber mit der Summe wie ein Asket leben ist sicher nicht notwendig.

  16. StefanGE

    In Gedenken an Einstein: Geld ist relativ :-).

    Also hier in GE(lsenkirchen) reichen 30.000€ aktuell locker zum leben. Bei 15% offizieller Arbeitslosenquote gehört man damit schon zu den Vermögenden um genau zu sein. In München, Stuttgart, Hamburg, Frankfurt und Co sieht es da schon wieder anders aus.

    Die 1Mio ist mein Ziel, nicht offiziell, aber irgendwie habe ich diese Zahl im Kopf, wenn es um meine Rente geht.

    Bis dahin (24 Jahre noch) habe ich mein Haus abbezahlt, die Kinder sind aus dem Haus und so Gott will steht ein Reisemobil vor meiner Haustür…

    Von 3-4% Dividenen könnte ich dann wunderbar leben. Falls nicht, muss man halt nach Thailand in die Karibik oder sonstwo hinziehen, wo das Leben gut und die Preise niedrig sind.

     

  17. Harry

    Nur eine Millionen? Da müsste ich ja viel abgeben vom jetzigen Niveau;-)

    Auf alle Fälle spannende Kommentare auf den Artikel.

    @Stefan

    Heisst es nicht „Das schönste an Gelsenkirchen ist die Autobahnauffahrt nach Dortmund“?

  18. Vali

    @Markus, wieso? Ich finde das, was Michael Proffe sagt ziemlich nachvollziehbar, oder übersehe ich was?!. Investiere in das, was du konsumierst. Genau mein Ding 😉 Immerhin hat er mit 30000 € in 10 Jahren über eine Million gemacht! Auch mit Optionen, aber wers kann, darf!

    @Oliver, ja so mache ich es und habe bereits nach einem Jahr Dividende-Buy&Hold eine Dividendenrendite von über 4% netto. Ich will die Geldmaschine meinen Kindern überlassen, daher nur Leben aus Dividenden. Ich glaube auch, dass man mit 12000 € netto super leben kann 😉

    @Matthias, danke! Letztendlich reichen 4-6% Ausschüttung und dann muss man die Million gar nicht haben 🙂

  19. Markus

    @Vali

    Einfach mal die gängigen Wertpapierforen abklappern.

    Da wir das Köpfchen wohl emotional etwas malträtiert und mit Gier verseucht.

    Rationalität ist aber auch sowas von langweilig. 😉

  20. ZEN Investor

    Also meine Freundin hat 850’000 geerbt und es seit 2002 an der Börse angelegt. Inzwischen wurden daraus fast 2 Millionen. Eine schöne Summe. Bloss nicht anfassen, sonst zerbricht sie.

     

  21. Oliver

    @Markus:

    Ich habe mir nur den einen Beitrag angeschaut. Für mich persönlich ist da nichts neues dabei und es ist mir schon klar, dass er gerne seine Dienstleistungen verkaufen möchte. Ist auch legitim. Der Inhalt des Filmchens besagt nichts anderes als dass es vorteilhaft ist, in gängige Unternehmen zu investieren, die seit vielen Jahren erfolgreich sind. Viele der angesprochenen Aktien besitze ich selber.

    Was er mit seinen Optionen macht oder ob er Leute sucht, die seiner Strategien folgen, interessiert mich dann nicht mehr. Was aber nicht von der Hand zu weisen ist: Wenn man in den alten bekannten Unternehmen investiert, wird man tendenziell gut fahren. Ich habe den Beitrag nur gelinkt, da ich im vorherigen Artikel behauptet habe, dass man auch mit 10 unterschiedlichen Aktien glücklich werden kann, wenn es große bekannte Unternehmen sind. Beispiele hatte ich genannt und ich will wirklich keinen zu der Strategie missionieren. Ich wende sie selbst noch nicht mal an.

  22. Patently Absurd

    Wenn ich den Namen Michael Proffe höre, muss ich an den Scharlatan denken, der Ende 2013 gesagt hat, Aktien müssen „Luft holen“, und Südzucker stehe vor dem Durchbruch:

    https://www.youtube.com/watch?v=oiqlFhT7dcU

    Noch kurz bevor die Südzucker-Aktie ins Bodenlose stürzte hat er den großen Rebound anhand der Chart-Analyse vorhersehen wollen.

    Im Video hat er dann noch seine super Tipps für Optionsscheine zum besten gegeben. Diese Scheine sind inzwischen alle wertlos verfallen.

    Herr Proffe ist ein Vollpfosten…

  23. Markus

    @Oliver

    schon ok… im Grunde suchen wir doch alle Bestätigung in irgendeiner Form…

    Über die Referenz kann man durchaus geteilter Meinung sein.

  24. ZEN Investor

    Nur kurz zur Info:

    Seit ich VW (VOW3) empfahl bzw. kaufte (100,00 Euro) stieg die Aktie bis heute Abend auf 124,60 Euro gestiegen, was einem Plus von 24,6% entspricht.

    Vom Tiefpunkt (86,36) aus, der vor 2 Monaten erreicht war, beträgt der Anstieg gar 44,3% !

     

    Ich habe die Aktie experimentell in mein Depot gelegt. Hätte ich eine Standard-Position aufgebaut (2’500 Euro) bzw. ohne Gebühren, hätte ich 24,6% Rendite erzielt bis heute!

    Ich sage das nicht einfach erst im Nachhinein, sondern ich habe sowohl im Wertpapier-forum als auch bei Tim Schäfer anfang November immer wieder davon geschrieben, man müsse VW kaufen.

    Ich weiss, die Kritiker werden jetzt „Glück“ sagen, das ist mir schon klar. Is ja nichts neues.

     

  25. StefanGE

    @Zen, VW hätte auch genau so gut zu einer Strafe von 100Mrd US$ verklagt werden können, bzw. kann das auch noch immer passieren. Das der Markt bei Abstürzen auf Grund von schlechten Nachrichten zunächst übertreibt und sich im Anschluss daran die Werte erstmal wieder erholen ist in 99% der Fälle so, dazu braucht es nicht besonders viel Wissen.

    Wie sieht es langfristig aus? Das kann niemand sagen. Vielleicht kostet es VW 10Mrd $, vielleicht 20, vielleicht 100. Das ist nichts zum Investieren, sondern nur zum Zocken. Was sind schon 25%? Wenn man die jetzt glatt stellt ok, aber im Wert bleiben? Wäre mir zu heikel. Der Skandal betraf jetzt gerade mal die Euro5 Karren von VW. Glaubt ernsthaft jemand, dass die neuen Euro6 Autos plötzlich alles tatsächlich besser machen, auch unter Realbedingungen? Ich wäre da skeptisch. Zudem werden jetzt weltweit die Tests verschärft und die USA sind da nicht so zimperlich wie Deutschland mit seinem Volksbetrieb…

    Ich habe mir im September General Electric und Dow Chemicals ins Depot gelegt.

    Seitdem 33,5% bzw. 31,5% im Plus. Bilde ich mir darauf was ein? Nope, hatte mir einfach gedacht: „Mensch, die sind aber runtergeprügelt worden, kann ja nicht dauerhaft so bleiben. Dividenden sind ok, ach leg die mal ins Depot.“

    Das ich genau im Wendepunkt nach oben gekauft habe hatte nichts mit besonderen Superkräften von mir zu tun. Glück nennt sich das.

    Das mit VW war wie ein Fußballtipp mit ner guten Quote. Du hättest im Spiel Bayern gegen Ingolstadt auf Bayern gesetzt und gewonnen. No big deal.

     

  26. Oliver

    @Markus, Patently Absurd:

    Das, was in dem Vortrag gezeigt wird, kann ich alles unterschreiben. Unabhängig, was er sonst so noch macht. Ich besitze dreiviertel der Aktien, die er anspricht und bin damit sehr gut gefahren. Es geht nur um diesen Film, um nicht mehr.

    Wenn ich mal Zeit habe, schaue ich mir den Link von Patently absurd an. Letztendlich muß ich mich aber mit Herrn Proffe nicht ausführlich befassen, da meine Strategie ganz gut funktioniert. Finanzgurus benötige ich bei finanziellen Dingen nicht, ich habe genügend Ideen, die ich noch nicht realisiert habe. Und es gibt genügend Dinge, die ich besitze und gerne weiter ausbauen möchte. Damit bin ich schon gut beschäftigt.

     

  27. Vali

    Na gut, man kann letztendlich in jedem „Experten“ Fehler aufdecken. Sein Südzucker-Tipp war für die Katz. Aber damals habe ich Südzucker gekauft, weil Dirk Müller sie empfohlen hat. Tja, lernen an der Börse ist nicht umsonst 😉

    Seitdem versuche ich nur Unternehmen zu kaufen, die größer, stärker, globaler und Dividendenfreundlicher agieren.

    Was mir gefällt, ist dass M. Proffe wenige richtig gute Aktien wie Nestle, Coca Cola, Apple, Altria, Alphabet usw. auswählt und damit eine super Performance hinlegt. Letztendlich sind das Trendaktien von tollen Unternehmen, mit Produkten, die einfach super laufen. Und diese Variante gefällt mir besser, als den gesamten Markt zu kaufen,  weil man so auch die offensichtlich schwächeren Unternehmen mitkauft.

    Meine 12 Lieblinge momentan sind: Coca Cola, McDonalds, Altria Group, Microsoft, Alphabet, KraftHeinz, Glaxosmith, Unilever, GE, Realty Income, HCP, AT&T.

    Wer hätte das gedacht?;-)

     

  28. Markus

    Das Netz ist voll von Behauptungen, Meinungen und Verkaufstalenten…

    Da wir uns sehr gerne selbst bestätigen, suchen wir die für uns passende Info heraus und verteidigen die/unsere Entscheidung vehement.

    Allerdings ist es bei uns leicht zu beeindruckenden Wesen sicherlich förderlich, eine Strategie und ein Ziel zu haben!

    @Vali

    Megatrend Coca Cola (Koffein/Trinken usw. Gelaber)… max. Chart bei Börse.de mal einfach mit dem S&P 500 (und den „grottigen“ Firmen) vergleichen…

    Sind ca. 15, 16 Jahre…. 15, 16 Jahre ist jetzt schon mal ein längerer Zeitraum für einen Menschen.

    Welche Kombi machen wir dann? Südzucker, Coke und Google?

    Nein, wir nehmen die, welche am besten gelaufen ist und „verkaufen“ das im nachhinein als Wissen kombiniert mit allgemein bekannten Phrasen! 😉

  29. Patently Absurd

    Also, von „Trendaktien“ oder „Eventaktien“ halte ich persönlich gar nichts. Südzucker reklamiert auch für sich, von einem Megatrend, d.h. wachsender Zuckerbedarf in der Bevölkerung, zu profitieren (so jedenfalls der Geschäftsbericht von Südzucker).

    Selbst wenn man hypothetisch annähme, dass der Zuckerkonsum weltweit immer weiter zunimmt (selbst das könnte man hinterfragen), dann heißt das noch lange nicht, dass dies für das Geschäftsmodell von Südzucker (nur Rübenzucker, Konzentration auf Europa als Anbaugebiet) gut ist. Vielleicht wird der Verdrängungskampf mit konkurrierenden Unternehmen auch größer und die Margen schrumpfen.

    Mit dem Trend „Biodiesel“ ist das auch so eine Sache. Trends kommen und gehen …

  30. Oliver

    Nun, Südzucker überzeugt mich auch nicht wirklich. Eine Firma, die so einige Krisen durchmachen mußte und sich gerade neu erfinden muß. Das ist für mich so ähnlich wie auf eine Chance setzen. Ob es klappt, wird sich zeigen.

    Mal so der Grundtenor von mir. Coca Cola mögen so einige anscheinend nicht. Die Auszahlungsquote ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und das ist natürlich kein positiver Trend. Andererseits wächst die Weltbevölkerung und die Leute, die sich Cola leisten können, wird steigen. In den reichen Staaten ist Zucker zwar nicht so angesehen, aber auch hier ist das Unternehmen gefordert, darauf zu reagieren. Was man nicht leugnen kann: Die Marke ist weltweit bekannt und wird als positiv bewertet. Ich habe Aktien von dem Unternehmen und kann mir auch vorstellen, in Zukunft weitere zu kaufen. Mit der Performance dieses Jahr bin ich recht zufrieden. Der Kurs ist höher (nicht nur wg. dem Wechselkurs), die Dividende ist erhöht worden und wenn ich alles zusammenzähle, bis jetzt etwas 15% Plus. Kann man nicht meckern.

    Anscheinend seid ihr mit dem Wort „Trendaktien“ nicht einverstanden. OK, ist ein bisschen Marketingsprech. Man kann aber nicht übersehen, dass es Firmen gibt, die seid Jahrzehnten gut laufen und in der Lage sind, ihre Dividenden und Kurse langfristig zu erhöhen. Ich versuche natürlich auch, solche Firmen zu finden und darin zu investieren. Wenn ich wirklich das ertragreichste Unternehmen der Zukunft finden würde und darin investiere, dann ist das reines Glück. Wer soll das schon wissen? Ich kann nur versuchen, mir die Unternehmen herauszusuchen, wo ich denke, das sie gute Zukunftsperspektiven haben. Eine Apple gehört für mich dazu, aber letztendich wird die Zeit das zeigen. Ich habe sie mehrfach gekauft und die Ergebnisse sind hervorragend. Nehmen wir mal Alphabet oder Amazon: Haben gute Perspektiven. Alteingesessene Unternehmen wie P&G, J&J, Unilever würde ich als solide einschätzen mit ständigem Wachstum wegen steigendem Bevölkerungswachstum. Andersherum würde ich keine Deutsche Bank kaufen. Nicht weil das Unternehmen die nächsten zwei Jahre keine Dividende zahlt oder deren Mitarbeiter ständig in kriminellen Machenschaften verwickelt sind (OK, das ist schon ein dicker Minuspunkt). Sondern weil die Bank es verschlafen hat, ihre Geschäftsfelder für die Zukunft fit zu machen. Commerzbank das gleiche Spiel. Das ist aber nur eine persönliche Vermutung so wie StefanGE denkt, dass VW für ihn momentan zu risikoreich ist. Kann sein, dass VW in fünf Jahren der beste Wert ist, kann aber auch sein, dass sie wirklich untergegangen sind.

    Meine Meinung ist: Wenn Du regelmäßig in große, erfolgreiche Unternehmen investierst, kannst Du in der Gesamtheit nicht falsch liegen. Bei den einzelnen Werten aber schon. Ich schätze, so ziemlich jeder hier hat auch Aktien, die im Minus sind. Ist bei mir auch nicht anders. Aber nehmen wir zum Abschluß noch mal die Coca Cola: Die Wahrscheinlichkeit, dass ich mit der in zehn Jahren im plus bin ist wesentlich höher als andersherum. Zumindest müßten sie sehr stark fallen bis das das bei mir der Fall ist.

  31. Markus

    @Oliver

    Mir geht es nicht um Coke mögen oder nicht.

    Einen Strauß voller „Langfrist-Defensiv-Champions“ ist sicher auch eine sinnvollere Geldanlage als Trading, Riester, Banksparpläne, LV`s oder sonstiges.

    Nur die eklatante Differenz von utopischen Erwartungen mit den schon „teuren“ Langfrist-Defensiv-Aktien und den in Zukunft wahrscheinlich realistisch erzielbaren Renditen stößt mir etwas auf.

    Wenn sich Leute dann hinstellen und den Eindruck erwecken es gebe nichts sicheres und einfacheres als 65 % p. a. die nächsten 7 Jahre und dass mit Optionen…

    Da wird kontinuierlicher und pragmatischer Vermögensaufbau mit etwas hoch spekulativem (was viele Menschen auch schon ins Unglück gestürzt hat) vermischt.

    Die Wahrscheinlichkeit die 7 Stellen im Depot zu erreichen halte ich für größer, wenn man einfach (manchmal sehr schwierig) mehr Geduld, Rationalität und Kontinuität an den Tag legt.

    Utopische Erwartungen und solche die diese verbreiten… halte ich für eher für suboptimal (freundlich gesagt). 😉

  32. Oliver

    @Markus:

    Mit den utopischen Erwartungen bin ich ganz bei dir. 65% Jahresrendite halte ich auch für äußerst unwahrscheinlich. Mit solchen Zahlen rechne ich auch gar nicht. Optionen oder Optionsscheine finde ich für eine Langfriststrategie auch sehr gewagt. Es gibt einige, die das machen. Für mich ist das nichts (mehr), da ich mich gerne auch mit anderen Dingen als Börse beschäftige.

    Mit den 7-Stellen braucht man schon sehr viel Geduld. Das schafft man nicht so schnell und ist bei mir noch nicht mal ein festgelegtes Ziel. Was mir mit der Zeit aufgefallen ist: Das Depot macht bei den einzelnen Haussee-Phasen inzwischen recht hohe Sprünge. Nur so denke ich, ist auch nach einer angemessenen Zeit es möglich, in höhere Regionen zu kommen. Ich verdiene zwar ganz gut, müßte aber für die Million aus Eigeninvest dann doch sehr lange arbeiten. Aber bei z.B. 200.000 € Depotgröße ist ein Anstieg von  10% immerhin 20.000 €, und das ist nicht unerheblich. Trotzdem braucht man Jahre dafür. In meiner persönlichen Rechnung bin ich sehr froh, wenn ich in einem Jahr 10 – 15% Rendite langfristig schaffe. Es gibt Jahre, da übertrifft man das recht leicht, andere wo man was verliert. Ich habe es aber auch nicht so eilig.

  33. Markus

    @Oliver

    Bei voller Investitionsquote (buy & hold) in Aktien testen Baissen mit – 50 % (bei 6 oder 7 Stellen Depotwert) die eigenen Überzeugungen auch ein wenig.

    Ein Top-Defensiv-Champion wie Nestlè hatte 08/09 auch um die 55 % Drawdown in Franken.

    Sorry, ist hier nicht ganz so populär auch kritisch zu sein.

    Gegenseitiges Schulterklopfen ist viel schöner. 😉

    Die Stimmen vom Kollabieren des Finanzmarktes waren 08/09 deutlich häufiger zu lesen und zu sehen.

    Ist jetzt natürlich Hysterie um nix und wenn dann damals plötzlich mal ein paar 100 k ärmer war, sollte man lieber nix mehr lesen und in den Weinkeller gehen oder weiter kaufen (wenn nicht gerade der Staat mit Kurzarbeit die eigene Firma gestützt hat oder sonstiges privates Priorität hatte)…

    Selektive Wahrnehmung und Kontrolle sind verdammt wichtig…

    Ansonsten ist manchmal auch Glück sehr entscheidend.

    Die „Wunderkinder“ an der Börse sind verdammt selten!

     

  34. Oliver

    @Markus

    Ich kenne es, wenn es runtergeht. Aber inzwischen weiß ich, solange das Unternehmen als solches intakt ist, wird es auch wieder raufgehen. Gerade wenn die allgemeine Stimmung schlecht ist, habe ich die Erfahrung gemacht, dass nur Zukäufe sinnvoll sind. Es ist schon richtig, dass wir aufgrund der letzten fünf Jahre nur Kurse kennen, die nach oben zeigen. Dieses Jahr hatten wir kurzzeitig eine Korrektur und im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass es in vielen Fällen Kaufkurse waren. Ich bin überzeugt, dass viele unter den stark fallenden Kursen der Öl- und Rohstoffwerte zu leiden hatten. Da sind z.T. sehr hohe Buchverluste angefallen. Meine größte Position mit BHP Billiton hats auch erwischt und ich schätze, im März wird die Dividende um einiges niedriger ausfallen.

    Mit der Zeit lernt man dazu und weiß, dass Panikverkäufe zu niedrigen Kursen sehr schaden. Bei mir ist die Strategie, dass ich mich ganz selten von etwas trenne. Einziges Kriterium: Das Geschäftsmodell funktioniert nicht mehr. Der Cashflow ist für mich wichtig. Mein Ziel ist es, von den Dividenden leben zu können. Die Kurse als solches sind dadurch nur zweitrangig. Ich habe auch ein paar Aktien, die ganz wenig Dividende bezogen auf den Kurs zahlen. Dazu gehören Apple und Gilead. Hier spekuliere ich aber darauf, dass der Kurs sich mit der Zeit so erhöht, dass Aktiensplits entstehen. Gleichzeitig werden die Dividenden jedes Jahr sehr stark erhöht, so das eine Dividende von heute 1,x Prozent in zehn Jahren, wenn das Unternehmen sich ähnlich erfolgreich weiter entwickelt, wesentlich höher ist.

    Was ich immer wieder interessant finde, wie viele Leute ständig an die Extremsituationen denken. Stark fallende Kurse mit 40% Indexverlust werden als Beweis geführt, dass die Börse hochriskant ist und man davon ausgeht, dass man durch Panik unbedingt an der tiefsten Stelle seine Aktien verkauft. Das mag am Anfang für einen persönlich zutreffen, wenn man noch keinerlei Erfahrung gemacht hat. Genauso umgekehrt die Telekom – Aktie beim letzten Verkauf des Staates zu überhöhten Kursen. Wenn man ein bisschen was von Betriebswirtschaft versteht, hat man da nicht mehr zugegriffen. Ich war bei dem ersten Verkauf dabei und hochzufrieden bzw. habe da viel zu früh verkauft. Danach war mir die Sache zu heiß. Die letzte Krise 2008/2009 hat natürlich in der Zeit massive Spuren im Depot hinterlassen. Wenn man noch die eine oder andere Gesellschaft hatte, die pleite gegangen sind, ist es natürlich bitter. Die Dividenden sind in den Jahren z.T. auch zurück gegangen. Aber das beste wäre gewesen, mit den bestehenden Aktien einfach nichts zu machen und in Ruhe weiter einzukaufen. Business as usual und genau so halte ich das auch bei Extremsituationen. Selbst wenn ich 50% Buchverluste hätte, was ein ansehnlicher sechsstelliger Betrag wäre.

  35. Slazenger

    Ich sehe es genauso wie Oliver! Wenn man in große Blue Chips, Dividendenaristokraten, investiert ist, sitzt man Kursverluste einfach aus, und kassiert solange weiter die Dividende!

    Meist kommen diese Unternehmen stärker zurück, weil sie solche Gelegenheiten wie schwache Konjunkturphasen zur Restrukturierung nutzen!

    Außerdem weiß man ja nie wo sind die Tiefstkurse und zu welchen Kursen steige ich ein  bzw. aus! Viel zuviel Stress!

    Ich reinvestiere die Dividenden in schwachen Phasen, wie z. B. Diesen September!

    Ich habe solche Phasen seit 1987 mehrfach erlebt, und damals auch öfters hektisch verkauft, zu früh wieder eingestiegen usw.

    Bringt alles nichts, buy and hold ist erfolgreicher und entspannter!

  36. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Ric

    Ich finde, eine Million Euro ist eben nicht so viel, wie es scheint, um davon dauerhaft angenehm leben zu können. Es hängt davon ab, wo man lebt und wie teuer die Lebenshaltungskosten sind.

    Ich finde, eine Million Euro wird gerne überschätzt. In New York kostet schon eine durchschnittliche, kleine Wohnung circa eine Million Dollar. München, Zürich, Hamburg, Frankfurt, Genf, Paris, London, Stuttgart, Berlin… sind auch nicht gerade günstig.

  37. Felix

    Wenn man seinen Ruhestand von Erspartem bestreiten muss, sollte man möglichst nicht in NY, München, Zürich oder London leben. Ich kenne Gegenden in D (nicht 3. Welt), in denen kann man mit 1 Mio. ganze Straßenzüge aufkaufen. Ist die Frage, ob man das will? Aber man kriegt  jedenfalls eine vernünftige Bleibe für unter 100.000 €.

    Ich kenne außerdem niemanden, der seine Altersbezüge nur aus seinem angesparten Vermögen bestreiten muss. Die aller Meisten werden wohl auch noch so etwas wie eine Rente bekommen und die Renditen der erworbenen Vermögensgegenstände sind das Sahnehäubchen, das uns vom Rest derjenigen unterscheidet, die ihr gesamtes Erwerbsleben immer schon Ebbe in der Kasse hatten und das bleibt, wie könnte es anders sein, auch im Ruhestand so. Die sind eben so, deshalb sind sie keine schlechteren Menschen; sie können nur nicht mit Geld umgehen – so what!

  38. AlexanderAlexander

    Mein Ziel ist, 1.500 € netto im Monat zu haben. Dazu langen „nur“ 600.000 € bei 3 % netto Verzinsung. 1.000.000 wären mehr als genug. Allerdings habe ich meine normale Rente und Zusatzversorgung, sonst bräuchte ich 800.000 €. Also eine Million langt mir locker. Allerdings kosten bei uns Wohnungen deutlich weniger als in NY.

  39. chaostrader

    Von der „4% safe widthdrawal rule“ hat hier noch keiner was gehört, oder?

    Ich finds putzig, wie Ihr Euch auf die Dividenden versteift.

  40. Mr. Braun

    Von der „4% safe widthdrawal rule“ hat hier noch keiner was gehört, oder?

    Die Studie ist veraltet. Ich verlasse mich auch lieber auf die Dividenden.

  41. Markus

    Dividenden und die Global Titans sind an sich schon ok…

    Für meinen persönlichen Geschmack sind mir diese Kategorien aber zu wenig Diversifikation.

    Durststrecken einzelner Kategorien gibt es immer wieder wechselnd für ein paar Jährchen.

    Womit man im Leben zufrieden und glücklich ist, ist eine Frage die über irgendwelche Ziffern eines Kontoblättchens oder monatlichen Geldeingängen hinausgeht.

  42. Vali

    Bezüglich Coca Cola: Für mich hat sie Zukunft, für viele ist sie als Aktieninvestment zu teuer. Ich habe meine Kinder gefragt, was ihre liebsten Brands sind: Coca Cola, McDonalds, Amazon, Google, Disney, Nintendo (mit Ninjago-Filme und Figuren) 😉

    Sie werden dieses Jahr zu Weihnachten zum ersten Mal auch Aktien als Geschenk bekommen – das oben waren ihre Wunschaktien!

    Das sind die Marken, mit denen sie aufwachsen, die in der Schule bekannt sind und in die bereits Kinder „investieren“.

    Cola macht nicht nur Coke, sondern auch Bonaqa. Auf jeder Geburtstagsparty ist ihr größter Wunsch, dass es Cola gibt (Cola Zero, oder Life in diesem Fall). In jedem Bahnhof steht ein Getränke-Automat von CocaCola, mit Sprite, Fanta, Cola Light, Bonaqa usw. Mezzomix ist der Spezi für die Bayern. Jede Bäckerei, Imbissbude, jeder Kiosk verkauft Cola.

    Und wenn wir bei McDonalds sind, trinken sie auch nur diese Firma. In einem einzigen Restaurant im Urlaub, gab es nur Pepsi und wir waren enttäuscht, weil wir die Marken nicht kannten. Coca Cola ist eine der teuersten Brands der Welt und  man bezahlt auch den Namen in der Aktie und ich behaupte, das lohnt sich, vor allem jetzt, wo sie vom Zucker wegkommen – das ist eine Trendaktie vom feinsten m.M.n.
    Für mich ein Basiswert für die Ewigkeit!

    https://www.millwardbrown.com/BrandZ/2015/Global/2015_BrandZ_Top100_Chart.pdf

    Übrigens habe ich auch eine American-Water-Aktie dazu, denn ein Mensch kann ohne Wasser nur 3 Tage aushalten, ohne Essen 30, na gut – ohne Handy keine 3 Stunden 😉

    @chaostrader, ich finde das auch putzig – du versteifst dich anscheinend nicht;-) Was wäre denn deine Investment-Idee? Traden?

    „4% safe widthdrawal rule“ – was ist das? Grundsätzlich ziele ich auf eine mind. 5% Dividenden-Rendite, besser 6-7 %, aber das sollte mit steigenden Dividenden möglich sein… Hier ein guter Blog dazu, finde ich: http://freisparen.com/freiheit-auf-raten/#more-267

     

  43. Slazenger

    @ Vali !!!

    Mir schmeckt Coke auch besser als Pepsi, allerdings war die letzten Jahre die Investition in Pepsi Aktien deutlich rentabler als in Coke!!!!!
    Kursentwicklung auf 20 Jahre ohne Dividenden war bei Pepsi 427% und bei Coke 195% !!! Ist schon ein Unterschied für mich als Investor!!
    (Quelle: Stuttgarter Aktienbrief)

  44. Vali

     Stimmt, du hast recht 🙂
    Dann muss Pepsico auch ins Depot, bei Gelegenheit. Beide verdoppeln ihre Dividenden alle 7 Jahre!!!

  45. Patrick

    Jetzt nicht zum Thema Aktien aber wenn schon über Pepsi und Coke gesprochen wird eine intressante Studie dazu:

    „In einer anderen Gruppe bekamen die Versuchspersonen immer nur Coca Cola oder Pepsi serviert, wobei das Getränk jeweils in einem Coca Cola und in einem Pepsi Glas serviert wurde.

    Wenn die Getränke in neutralen Gläsern serviert wurden, die Versuchspersonen also einen Blindtest machten, mochten alle Versuchspersonen Coca Cola und Pepsi gleichermaßen gerne. Selbst jene Personen, die angaben sie seien absolute Coke-Liebhaber, mochten Coca Cola und Pepsi gleich gerne. Wurden die Getränke allerdings in Coca Cola Gläsern serviert, dann fanden die Versuchspersonen das Getränk viel besser – und dies selbst wenn eigentlich Pepsi drin war.“ LINK

    Das zeigt wie stark die Marke eigentlich ist 🙂

     

  46. Sebastian

    @ Markus

    Deine kritische Haltung ist absolut in Ordnung. Ich denke auch, dass die meisten das hier gar nicht so schlimm finden. Allerdings könntest auch du Anlegern – gerade hier – durchaus zutrauen, die Drawdowns auszuhalten.

    Auch wenn ich noch nicht so lange dabei bin und 2008/2009 als naiver Anfänger „short“ war und daher keine großen Verluste hinnehmen musste, waren die Zeiträume 2011 und Herbst 2014 und Sommer 2015 für mich herrliche Monate.

    Meinen Bestand sehe ich langfristig, ein Minus zwischendurch juckt mich da nicht – ehrlich. Viel mehr kommen Giergefühle auf, weil man so viele Toptitel zu günstigen Preisen bekommt. Aktuell habe ich ein Auge auf Hugo Boss geworfen…..

    Die -25% im Sommer fand´ ich jetzt nicht so dramatisch. Mir tun nur die Anleger leid, die ihrem Bauchgefühl gefolgt sind und verkauft haben….

    Was die Rally der letzten Jahre angeht – gut möglich, dass das schon die Regression zur Mitte war….. von der anderen Richtung her….. 😉 .

  47. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Vali,

    ich sehe die Markenmacht von Coke ebenfalls als sehr vorherrschend an. Aber man darf sich auch nicht zu sehr täuschen lassen. Das gilt für einen gewissen Teil der Welt. Als Kind des Ostens war der Schriftzug von Coca Cola wie ein heiliges Mantra für mich. Es gab noch einen zweiten, gleich starken Markennamen; und zwar Levi’s. Man hat das völlig verklärt gesehen. Im traditionellen Haus ist heute wohl irgend eine kirchliche Schule oder sowas.

    Trotzdem sehe ich heute die Dominanz der US-Konzerne eher kritisch. Früher wurde man von Amerika angezogen, wie von einem Magneten, und ich bin nach wie vor Liebhaber Nordamerikas. Aber heute fühlt sich die Welt weniger angezogen, als über den Tisch gezogen und an die Wand gedrückt.

    Ich versuche jedenfalls wo es geht die lokale Wirtschaft zu bevorzugen als Konsument. Meine Marken hier im Urlaub sind nach Möglichkeit immer spanische. Ich esse natürlich El Tofio-Käse von der Insel, trinke spanisches Bier statt Heineken, spanischen Wein, habe Süßkram von „Tirma“,  Feigen-Marmelade von „Hero“, Joghurt von „Kalise“, Ketchup natürlich nicht nicht Heinz sondern „Intercasa“, usw… 😉

    Übrigens zu McDonalds fand ich diesen Artikel recht interessant: „Wer McDonald’s, dieses verstaubte Symbol der ersten Globalisierungswelle, verstehen will, sollte Keith Kinsey kennenlernen…“

    Wenn McDonalds zumachen würde, ich würde es wahrscheinlich erst nach Wochen merken. 😉 Und wenn ich Ami wäre und Burger essen würde, dann würde ich wahrscheinlich auch lieber in so einen Portillo’s gehen, einfach weil es authentischer wirkt, nicht so fabrikmäßig.

    MS

     

  48. Vali

    @Matthias, ich lese deine Beiträge sehr gern und ich weiß, dass du mir ganz liebevoll helfen willst, die Aktienwelt zu verstehen 🙂 😉

    Meine Schwiegerma 60 und meine Mama 60, mein Vater beinahe 70 und mein Schwiegervater fast 60, können McDonalds nicht leiden, weil es ihnen Null schmeckt. Meine Eltern kennen es gar nicht, konnten damit nicht aufwachsen und für sie ist der Geschmack fremd. Sie mögen aber auch kein Karamalz und rümpfen die Nase beim Wurstsalat und Kartoffelknödel 😉

    Meine Schwiegereltern würden ein Bayrisches Wirtshaus mit hausgemachten Knödeln und „gscheidem Schweinsbradn“ niemals gegen McDonald tauschen. Die essen dort nie. Und genau da liegt der Unterschied.

    Börse ist in Zukunft investieren und McDonalds ist voll mit Kindern, Jugendlichen und jungen Eltern. Die bleiben dort auch später und gehen mit ihren Kindern +Enkel rein. Das ist ein Teil Kindheitsgefühl +CocaCola, das beim großen gelben M auf der Autobahn aktiviert wird und das man gern immer wieder erlebt. So denke ich 🙂

    Ich finde, es ist ein großer Unterschied, ob ich eine Marke bereits als Kind mag oder erst mit 50 entdecke.

    @Patently Absurd, mein Bruder behauptet felsenfest, dass er CocaCola original von anderen eindeutig unterscheiden kann, auch von Light, Zero und Life. Ich würde ihn gern testen 😉

    Den Gummibärchentest haben wir zuhause gemacht. Wir alle haben die Farben absolut richtig erraten – eine Orange schmeckt nicht nach Erdbeere und niemals nach Ananas 😉

     

  49. Slazenger

    @Vali

    also so ein original bayrischer Schweinsbraten mit Knödeln und Kraut, des hat schon was ! Habe in den 80ern mal ein Jahr in München verbracht! Für mich die schönste deutsche Stadt! Aber  schon damals sehr teuer, und kulinarisch nicht zu übertreffen, da muß mir keiner mit Mcdonalds in Co. kommen!

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