Kristallkugel für die Börse, Schulden versus Vermögen


New York, 18. November 2018

Oje. (Das Foto habe ich in Oslo gemacht. Im Museum: Astrup Fearnley Museum of Modern Art. Die beiden Künstler Lizzie Fitch und Ryan Trecart sind aus Los Angeles. Sie nehmen die Konsumgesellschaft aufs Korn.


Leute fragen mich ständig, wohin die Kurse laufen werden in den kommenden 6 oder 12 Monaten. Ich habe keine Ahnung. Ich müßte eine schöne Kristallkugel haben, um klar zu sehen, wie sich die Zukunft entwickeln wird. Jetzt warnen wieder viele vor dem Absturz oder Crash.

2011, als sich die Schuldenkrise zuspitzte, hatten Medien vor einer „neuen Weltwirtschaftskrise“ gewarnt. Anleger flüchteten in Gold und den Schweizer Franken.

Heute machen Anleger ähnliche Schritte. Schau, wo die Kurse damals standen und vergleiche es mit dem heutigen Stand.

Immerhin sind die nervösen Anleger wenigstens manchmal an der Börse. Das ist mal ein Fortschritt. Am schlimmsten finde ich die Lage der Schulden-Macher. Ich finde es ein Elend, wenn jemand ständig neue Schulden für den Konsum aufnimmt. Das geht mir total gegen den Strich. Gut, das muss jeder selbst wissen. Ich kann es jedenfalls nicht begreifen. Diese ganzen Kreditportale – ich finde das grausam.

Bestes Beispiel für ungezügelten Konsum ist Naddel:

Nadja abd el Farrag sings in Kruemels Stadl in Paguera Mallorca

Deutschlands Promi-Schuldenberater Peter Zwegat sah in dem Verhalten von Nadja Abd el Farrag (53) eine Dummheit nach der anderen. Zwegat sagte der überschuldeten Ex-Frau von Poptitan Dieter Bohlen: „Sie haben eine riesengroße Chance ein Tor zu schießen und Sie sind so blöd und spielen den Ball ins Aus.“ Als er Einnahmen und Ausgaben auf eine Tafel schreibt, stellt er fest: Naddel hat die 18 000 Euro, die sie eingenommen hat, komplett rausgehauen. Zwegat kommt zu dem Schluss: „Wenn Sie damit nicht aufhören, können wir uns den ganzen Scheiß eigentlich sparen.“

Zwegat ist knallhart. Aber viele sind eben beratungsresistent. Konsum ist eine Sucht. Naddel fehlte auch bei den Terminen: „Es ist mir jetzt scheißegal, ob die Naddel jetzt kommt oder nicht. Ich lasse mir nicht mein Programm jetzt versauen, nur weil sie ihr Hirn in Hamburg vergessen hat.“

Nachdem sich Schulden-Trottel in ein tiefes Loch gegraben haben, müssen sie viel tun, um da wieder rauszukommen.

Wer die Schuldenfreiheit erreicht, merkt wie viel Geld Banken und Kreditkartenunternehmen etc. von ihnen aus den Rippen geleiert haben. Es sind enorme Summen. Auf einmal bleibt so viel Geld übrig, das dann clever investiert werden kann. Etwa an der Börse (ETFs, Qualitätsaktien).

Sehr hohe Einkommen sind übrigens das Resultat von harter, langer Arbeit. Viele Millionäre haben statt einer 40 Stundenwoche eher eine 60-70 Stundenwoche. Ich freue mich für jeden. So jemand liegt auch dem Steuerzahler nicht auf der Tasche.

Ein Gutverdiener zahlt in Deutschland ca. 50 Prozent seines Einkommens an Steuern und Abgaben. Das sehen die Neider ungern. Hinzu kommt: Sparen und Vermögensaufbau hat mit Verzicht/Fleiß zu tun. Das wird ebenfalls gerne übersehen.

Krankenschwestern, Assistenzärzte, Briefträger und Handwerker können auch ein Vermögen aufbauen. Wie wäre es mit einem Nebenjob? Das Geld aus dem Nebenjob kann dann investiert werden. Plus noch ein paar Hunderter obendrauf aus dem Hauptjob. Die Erwartungshaltung ist einfach zu hoch. Ich lebte lange Zeit in WGs. Ich verzichte auf ein Auto und hatte fast immer Nebenjobs.

Ich habe abends bei einem Logistikunternehmen gearbeitet und Pakete sortiert, während andere auf dem Sofa vor dem TV lagen. Ich habe Frühschicht in einer Gummischlauch-Fabrik in der Produktion gearbeitet. Das war kein Zuckerschlecken.

Die Masse mag weniger als 40 Stunden arbeiten, schöne Urlaube verbringen… und der persönliche Einsatz ist auf der Arbeit gering.

Naddel erhielt übrigens viele Chancen in ihrem Leben. Aber sie nahm sie nicht wahr.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Kristallkugel für die Börse, Schulden versus Vermögen

  1. Bruno

    Kristallkugel? Man braucht nur die Millionen-Tricks von Koko Petkov…

    https://www.youtube.com/watch?v=mNcD5TR7Szo

    Also ganz easy, Koko Petkov fragen, im ersten Jahr halt unten durch, nur 30k Einkommen, dann 100k, dann 1 Mio und dann macht es buuum und gerade rauf haha 😀

    Solche Typen gibt es leider wie Sand am Meer, einige haben wirklich auch viel Geld verdient, aber eben nicht im Trading sondern teure Seminare, Bücher, Börsenbriefe etc. etc.

  2. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Bruno

    haha. Der Typ ist witzig.

    Ja, mit seinen Seminaren verdient sich dieser „Koko“ eine goldene Nase. Ich halte sein System für – vorsichtig ausgedrückt – fragwürdig. Mit Trading verlieren nachweislich 80 bis 90% der Beteiligten Geld. Warum soll mir dann so ein Kurs von ihm helfen? Die Wahrscheinlichkeit arbeitet gegen jeden, der es probiert. Es ist so, als würde man mit dem Kopf durch die Wand wollen.

    Es ist halt der irrsinnige Traum vom schnellen Reichtum.

  3. RS

    Heutzutage hat alles nur noch kurze Lebenszeiten. Manch Handy kommt nicht mal auf 1 Jahr und es werden immer mehr technische Spielgeräte die man ja unbedingt haben muß. Da werden tolle Fernseher entsorgt die noch viele Jahre laufen würden nur weil es neue gibt in etwas größer.Da kann ein normaler Lohn garnicht mehr mithalten und schon tappt man in die Schuldenfalle. Ist ja auch alles schnell finanziert. Auto,Handy,Waschmaschine,Tv, Urlaubsreise usw. usf. darauf sparen nein dauert doch so ewig. Wenn die nächste Krise kommt und das wird sie früher oder später wechseln einige Immobilien von schwachen in starke Hände. Dann geht das Gejammere wieder los und Papi Staat wird noch mehr gefordert zu helfen.

  4. Nick

    Lieber Tim,

    vielen Dank für Deine stetigen Berichte. Du schreibst richtig:

    „Ein Gutverdiener zahlt in Deutschland ca. 50 Prozent seines Einkommens an Steuern und Abgaben. Das sehen die Neider ungern.“

    Nach meiner Betrachtungsweise ist die Belastung insgesamt noch deutlich höher. Denn wer Konsumausgaben im Wert von 2.000 Euro tätigen will, muss als Gutverdiener für seinen Arbeitgeber mindestens eine Leistung im Wert von 5.000 Euro und mehr erbringen, da sich andernfalls der Job für den Arbeitgeber nicht rechnen würde.

    Ein Beispiel: Um einem Arbeitnehmer in Deutschland 4.000 Euro brutto im Monat zahlen zu können, muss ein Arbeitgeber inklusive Arbeitgeberanteilen 4.775 Euro aufwenden. Bei einem Single kommen davon aktuell rd. 2.380 Euro als Nettoentgelt an. Wer dann das Geld nimmt und die 2.380 Euro vollständig für Konsum ausgibt, bekommt dafür Waren im Wert von rd. 2.000 € und bezahlt 380 Euro Mehrwertsteuer (19%).

    https://www.zinsen-berechnen.de/gehaltsrechner.php

    (Im vorgenannten link Haken setzen bei „Darstellung inkl. Arbeitgeberanteile und Gesamtsummen)

  5. KievKiev

    @ Nick

    Für 50% Abgaben muss man aber schon wirklich gut verdienen. Bei der Steuer gibt es ja noch ordentlich Abzüge.

    Wenn Du auf dem Level bist stören Dich die Abgaben nicht mehr sehr, oder Du hast Assets um die Last zu senken. Bei Selbstständigkeit und Unternehmer gibt es noch weitere Möglichkeiten. Da vermischt sich dann schnell so manches Geschäftliche mit dem Privaten. Dann sieht die Rechnung viel besser aus.

  6. AlexanderG

    Hallo Tim!

    Sehr guter Beitrag! Finde ich klasse, dass du erwähnst, dass der Ursprung des Vermögensaufbaus tatsächlich harte Arbeit, Fleiß und Disziplin ist. Ein Freund meiner Eltern – der aufgrund stattlicher und früher Erbschaft selbst noch nie in seinem Leben gearbeitet hat – ist immer total erstaunt, wenn einer aus dem Bekanntenkreis von einer großen Konsum- oder Investitionsausgabe erzählt. Oft habe ich von ihm gehört „Wow, das ist ja beachtlich, wie könnt ihr euch das denn leisten?!“  Dann bekommt er oft als Antwort „Durch Arbeit“ und ist total perplex.

    Bevor Dividenden und Mieteinnahmen fließen, muss man zunächst mal viele Opfer bringen. Mal abgesehen von den beiden anderen Möglichkeiten Erben und Heiraten, denn dazu gehört wirklich nicht viel. Als Kind war ich manchmal fasziniert wenn der Sohn des vorhin genannten Erben mir die Oldtimersammlung  seines Vaters gezeigt hat. Meine Mutter sagte dann zu mir „Vermögen erben können die dümmsten Trottel, aber Vermögen erarbeiten nur sehr Wenige“. Und der Satz ist mir bis heute im Kopf geblieben.

  7. Heiko

    Heute habe ich eine Aussage in der WELT gelesen, die sehr schön zeigt, dass offensichtlich viele überhaupt nicht rational denken können, wenn es um Konsum geht:

    „Deutschlands Dieselfahrer werden in diesen Monaten vor eine schwere Wahl gestellt: Sollen sie ihren alten Wagen gegen einen neuen, angeblich sauberen tauschen? Einen Wagen, der in ein paar Jahren vielleicht trotzdem nicht mehr in die Stadt darf? Sollen sie besser einen Benziner nehmen? Oder warten sie lieber gleich, bis ausreichend E-Autos auf dem Markt sind?“.

    Die einzig vernünftige Alternative wird überhaupt nicht in Betracht gezogen. Wenn ich ein funktionierendes Auto habe und damit auch fahren darf, warum sollte ich mir denn überhaupt einen neuen Wagen kaufen? Es ist doch völlig egal, ob der „sauberer“ wäre, ein Benziner oder ein E-Auto. Ich hoffe, dass die Aussage des Artikels nur die Unvernunft des Autors ausdrückt. Ich befürchte aber, dass er nur der Sprecher einer sehr großen Zahl von „Konsumidioten“ sein könnte.

  8. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Nick

    Klar muss sich der Arbeitgeber mehr als das Brutto bezahlen. Er muss sich anteilig an den Sozialbeiträgen beteiligen (Krankenkasse, Rente etc.). Daher sind viele froh, wenn sie freie Mitarbeiter haben. Dann können sie sich das sparen. lg

    @ AlexanderG
    Danke. Klar. Durch Arbeit, Bodenständigkeit, Sparen und Investieren – so wird Vermögen meistens aufgebaut. Es dauert. Es ist hart. Aber möglich.

    @ Heiko
    Die Leute wollen immer konsumieren und etwas verändern. Sie denken, so besser abzuschneiden. Auch mit Immobilienverkäufen und -käufen entstehen enorme Kosten: Über 10% sind schnell weg vom Kaufpreis. Da wird oft auch nicht lange genug nachgedacht.

    Die Leute sind ständig auf der Suche nach Besser, Schöner, Toller. Anstatt mal einen Gang langsamer zu machen.

    Ich wünsche Euch allen einen super Start in die nächste Woche!

  9. Chris

    @Kiev

    Also ich zahle auch den Höchststeuersatz. Über 120k im Jahr für Steuern ist jetzt nicht so, dass es mich nicht stört. Überlege sogar meinen Wohnsitz in ein anderes, steuergünstiges Land zu legen. Bin eh 7 Monate im Jahr verreist.

    Sehe die hohen Steuersätze als unverhältnismäßig an und wenn ich die aktuellen Ideen der Politik betrachte, wird das in Zukunft nicht besser.

  10. John

    Da hier oft die Rede von Sparsamkeit ist, passen 50% Abgabenlast nicht ins Bild. Warum 50% zahlen wenn man auch 30% haben kann.  In Sachen Sparquote vom Netto folgt daraus ein extremer Unterschied. Jahre früher finanziell abgesichert.
    Wenn man eh unterwegs oder ist oder das Geld woanders verdient verstehd ich nicht warum man freiwillig bleibt und soviel zahlt.

  11. christian

    @Chris: Tolles Jahreseinkommen, herzlichem Glückwunsch!

    @Tim: Toller Artikel! Das Bild hattest du schon einmal, ich kann es nicht deuten. Ist es eine Szene aus einem Film?

    Schulden: Wirklich schlimm. Ich kenne auch eine junge Frau (Krankenschwester). Ich glaube, sie wird niemals aus dem Dispo rauskommen. Ihr Plan ist es jetzt, einen Chefarzt zu heiraten. Klischee, aber vermutlich noch die beste Strategie, wenn sie sich finanziell nicht disziplinieren kann. Hübsch ist sie.

    Konsum/Autos: Volvo hat ja zur Zeit eine sehr interessante Werbekampagne: „Die Leute wollen immer mehr – sie sind verrückt nach dem neusten Hype“ Es geht gegen den Überfluss/Konsum und die Kernaussage „Typisch Volvo: Typisch anders“. Das beworbene Auto gibt es statt zu kaufen im Abo. Inklusive ist alles, exkl. Benzin. Also Verschleiß, Wertverlust, Versicherung, Steuer, Schäden etc. Das ganze angeblich ab 250€/Monat. Auf der Internetseite geht es dann aber erst ab 500€/Monat los. Ich weiß nicht, wo da die Konsumkritik aus dem Video geblieben ist… 🙂

  12. Ruben

    In diesem Plus Minus Video geht es um höhere Spritpreise und das dadurch auch die Inflation steigt. Es gibt jedoch keine höheren Sparzinsen als Ausgleich. Ab Minute 5:45 sieht man dann einen Mann, der auf einen stattlichen Mercedes zugeht. Er hat über Jahre 18.000 EUR angespart, möchte nun aber nicht mehr sparen, da er ja sowieso keine Zinsen bekommt und hat sich stattdessen den Mercedes gekauft:

    https://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/videos/benzinpreise-inflation-video-100.html

    So eine Argumentation hört man immer wieder.

    Alles Gute,

    Ruben

  13. KievKiev

    @ Chris

    Gratulation zu Deinem Gehalt. Mit dem Einkommen hast Du eine sehr gute Grundlage um viel zu erreichen. Ich finde dazu folgenden Ausschnitt von Poppascottage.com sehr gut. Er lässt sich auch auf Deutschland übertragen:

    Privilege

    I hit the life lottery when I was born white, male, straight, healthy, and American to loving, caring, intelligent parents in a community that fosters a nurturing environment (and having wealthy grandparents didn’t hurt). That doesn’t mean one can’t succeed if one isn’t all those things, it just means I had a lot of built-in privilege. It also doesn’t mean that one necessarily has it easy if one is born with all those privileges – fortune, good decisions, and hard work are still important.

    President Obama was widely panned on the right for saying of business owners “You didn’t build that….” What he meant is that no person is an island. We live in a country that spends shitgobs of money on a socialist defense system that protects our nation (and often exploits other nations) – we all benefit from that. We invest in infrastructure, education, healthcare, social security, and other entitlements – we should invest more, but still we all benefit from that. And if you happen to have some of the privileges that I do, you’re on the upside of an unlevel playing field. Those of us with such privilege should at the very least acknowledge it, and should work to create a system that provides equal opportunity for all – we shouldn’t be trying to entrench that privilege, as so many seem to feel is a birthright.“

    Du kannst dankbar für das bereits erreichte sein. Nicht alles beruht alleine auf Deiner Leistung, auch wenn sie einen eheblichen Teil für Deinen Erfolg beiträgt.

    Einnahmen, Ausgaben, Abgaben

    Im Punkt Ausgaben kannst Du mit den hohen Einnahmen entsprechend viel erreichen. Vor allem, da Du Dich öfter auf der Seite von TimSchaefer herumtreibst. Die Abgaben liegen in Deiner Einkommensklasse doch teilweise in Deiner Hand.

    Wohnsitz: Hier musst Du darauf achten auch die benötigten Tage Dich in dem Land aufzuhalten, dass Du als Wohnsitz anmeldest. Wenn Du 7 Monate in Deutschland rumreist wird es schwierig. Ich kenne mich hier aber nicht so aus, da mich dieser Punkt mit zwei Kindern nicht sehr interessiert. Du könntest Deine Wohnung auch ganz auflösen, wenn Du noch etwas mehr reist. Ich kann Dir einen Keller für Deine Sachen vermieten. Ich hätte auch einen weiteren in einem anderen Land. Da möchte ich aber sicher nicht meinen Steuerhauptsitz haben.

    Angestellter / Selbstständigkeit:

    Arbeitest Du als Selbstständiger? In dem Bereich kannst Du Deine Abgaben sehr gut steuern. Du könntest auch nachdenken Dir externe Hilfe zu holen. So verdienst Du weniger hast aber Jetzt schon mehr Zeit.

    Investments. Ich hatte ja ein weiteres MFH mit 4.3% Rendite gesucht und wurde leider nicht mehr fündig. Du zahlst um die 30% mehr Steuer als ich. Somit hast Du hier entsprechend mehr Möglichkeiten mit kleinerer Rendite einen großen Gewinn zu machen. Das heißt jetzt nicht, dass Du eine Ruine finanzieren sollst, die Dein ganzes Brutto abzieht aber nur Verluste schreibt. Wenn Du als Beispiel ein MFH mit ein wenig Investitionsstau erwirbst ist es ideal. So kannst Du über die Jahre reparieren (nicht modernisieren) und die Kosten auf 5-10 Jahre abschreiben. So senkst Du Deine Steuerlast enorm. Wenn das MFH sich als WEG eignet, kannst Du nach 10 Jahren, oder wie es am besten passt langsam scheibchenweise verkaufen und abkassieren. Der Gewinn ist dann 100% Steuerfrei. Behalte dabei im Hinterkopf, dass Du die Wohnungen über die Zeit aufwendig repariert hast. Du konntest somit Deine Steuern senken, wurdest dafür mit Mieteinnahmen entschädigt. Mit Afa usw. hast Du trotzdem aus Sicht des Finanzamts Verlust gemacht. Der Gewinn fällt dann umso höher bei einem Verkauf ab 10 Jahre Haltezeit aus.

    Es gibt auch eine neue Regelung zu Schaffung von Wohnraum. Hier kannst Du bei einem Dachausbau z.B. bis 2000€ pro Quadratmeter über Sonderabschreibungen absetzen. Bei Deinem Gehalt ist das ein Traum. Sonderabschreibungen gibt es auch bei Denkmalgeschützen Objekten. Du musst Dir nur kein Investitionsgrab anschaffen, sondern ein Objekt mit Perspektive. Ich würde Einheiten bevorzugen, die Du an Familien verkaufen kannst. Also in besserer Lage und 4 Zimmerwohnung. Das bringt zwar weniger Rendite (WG ausgenommen), aber Du möchtest steuerfrei den Gewinn einfahren.

    Alternative:

    Ich weiß nicht wie alt Du bist, Familienstand und was Du überhaupt bis wann vorhast. Du könntest auch einfach weniger verdienen. Bei Fire Wunsch könntest Du vielleicht heute schon auf eine 4 Tage Woche gehen und am 5 Tag ausprobieren was Du nach Fire gerne machen würdest. So musst Du etwas länger arbeiten, aber dafür auch keine Krankenkassenbeiträge privat für den Zeitraum komplett bezahlen. Du streckst Dein etwas kleineres Gehalt über einen längeren Zeitbereich, was auch eine Art Steueroptimierung ist. Vielleicht ist bei Dir eine Form der staatlichen Rücklage mit Fairriester vielleicht auch sinnvoll. Bei so hohen Abgaben, die Du in dem Fall aus dem Brutto bezahlst. Musst Du prüfen. Mehrere Investmentbereiche sind hier auch von Vorteil.

    Du kannst ja einmal etwas über Dich schreiben. Es hört sich interessant an, auch wenn es vermutlich stark von dem abweicht was andere machen können oder wollen. Ich verdiene im übrigen weniger als Du, habe zwei Kinder und mein Vermögen wächst mit über 5k pro Monat. Meine Aktienengagements sind hier auch aktuell eher kontraproduktiv zu werten. Aber ich betreibe dies als langfristige Investition.

  14. -M

    Tut mir leid. Ich kann Menschen nicht ernst nehmen, die sich noch beschweren 120k Steuern zahlen zu müssen.

    Wo leben wir denn ???! Andere verdienen 1/3 von dem Steuerbetrag BRUTTO und kommen zurecht. Das ist irgendwo ne Frechheit…. aber wahrscheinlich will derjenige auch so Reaktionen hervorrufen um sich dann toll zu fühlen wie viel er verdient oder sonst was. …..

    Ne sorry bei sowas bin ich raus.

    -M

  15. Fabian S.

    Hallo Tim,

    naja bei den Staaten läuft es ja ähnlich…sie sind unfassbar hoch verschuldet. Daher sehen einige nach 10 Jahren Bullenmarkt den Crash nicht mehr weit. Ich denke da ist etwas dran.

    Und 2011 ging nur alles gut, weil durch zahlreiche Gesetzesbrüche der Euro am Leben gehalten wurde …Koste es was es Wolle…

  16. 42sucht21

    @Chris / Wohnsitz steuergünstiger

    Sie sollten bedenken, dass Sie mit lediglich 120k Steuern jährlich zu den ganz, ganz kleinen Fischen in den Steuerparadiesen zählen würden. Die allermeisten sind deutlich reicher als sie. Wollen Sie wirklich dort der arme Schlucker sein während Sie hier als vermögend gelten? Außerdem werden Sie das vermeintlich gesparte Geld dann für höhere Lebenshaltungskosten und Fees ausgeben. (Steuerparadiese nehmen nämlich keine Steuern dafür aber Gebühren). Vermutlich werden Sie dort deutlich mehr ausgeben als hier Steuern sparen. Ich würde bei lediglich 120k Einsparmöglichkeit insgesamt auf jeden Fall lieber hier bleiben und zu den reichen gehören und zu meinem Steuerberater gehen mit den Informationen u.a. aus dem obigen Post von @Kiev.

  17. 42sucht21

    @ Kiev / mein Vermögen wächst mit über 5k pro Monat.

    Gratuliere! Interessanter Beitrag. Beziehen sich die 5k/M auf Buchwerte der Immobilien oder sind das Sparquote des Gehalts + Nettorenditen aus Miete + Steuerersparnis zB aus Afa.

    Ob wir beide MFH 4.3% Rendite noch einmal erleben? Wer weiss.

    Übrigens, bei  Denkmalgeschützen Objekte  / Afa muss man auf jeden Fall vermeiden vom Finanzamt als Liebhaberei / Steuersparmodell eingestuft werden zu können. Deshalb ist es sehr wichtig, mittelfristig Gewinnerziehlungsabsichten zu haben.

  18. KievKiev

    @ 42sucht21

    Die Höhe habe ich auf das gesamte Vermögen bezogen. Es entsteht durch zwei Einkommen, Kindergeld, Netto Mieteinnahmen, Tilgungshöhe (Zähle ich dem Vermögen hinzu, da ich dadurch auch wieder weniger Zinsen zahle) abzüglich allen Ausgaben die für Instandhaltungen und für uns selbst notwendig sind. Wir wohnen selbst im Eigentum. Die Kosten halten sich so in Grenzen.

    Sondertilgungen führe ich auf meiner eigenen Einheit mit eigenem Darlehen natürlich maximal aus. Die Afa wirkt sich ja am Ende nur bei der Steuerberechnung aus. Da meine Frau weniger arbeitet als ich und wir beide Steuerklasse 4 haben erhalten wir jährlich mehr oder weniger Geld vom Finanzamt trotz hoher Mieteinnahmen zurück. Das verdanke ich der Afa und Modernisierungen. Ich versuche auch nicht nie Steuern zu bezahlen. Diese Sparmöglichkeiten bringen gerade am Anfang aber enorm viel. Später werde ich auch nicht jedem Euro hinterherlaufen und das Feld Jüngeren überlassen, die sich selbst etwas aufbauen möchten. Mit höheren Einnahmen kann ich aber auch entsprechend weniger arbeiten ohne weniger zu verdienen.

  19. Hans-Georg

    Ach herrje!
    Noch nie was von Scriped Reality gehört?

    Hier ein Auswanderer in die USA der beschreibt wie das genau läuft (Disclaimer: NICHT gucken wenn man sich auch in Zukunft Fake-Realty-Dokus ansehen will! Nach der Doku hat man nie wieder Spaß an Auswanderer-Soaps! An alle TV-Trottel, Youtube nicht angucken!): https://www.youtube.com/watch?v=kvA-27uhhuI

     

  20. Daniel (Fächerstadt)

    Die Steuern sind nicht einmal das Problem im Deutschland, sondern die Sozialabgaben.

    Ich finde schon, dass hier deutlich übertrieben wird. Nehmen wir den Klassiker des aktuell gehobenen Gutverdieners mit 80 K (Ingenieur, Assistenzarzt, gehobener Facharbeiter im Konzern) Brutto im Jahr.

    Der Arbeitgeber zahlt effektiv ca. 7.750 im Monat, der Arbeitnehmer hat ein Brutto von EUR 6.666,67 und bei 2 Kindern (Kiev Beispiel) sind dass dann 4.377 EUR netto.

    D.h. wir haben 33 % Sozialabgaben und ca. 17,5 % Steuern, die von den insgesamt 7.750 EUR abgezogen werden.  Vom tatsächlichen Brutto sind es zwar „nur“ 35 % Abzüge, aber den Arbeitgeber interessiert nur die Summe die er zahlt und ob der Mitarbeiter das wert ist.

     

    Als kinderloser bleibe nur EUR 3.700 EUR netto übrig, obwohl der Arbeitgeber 7.750 EUR zahlt. D.h. es versanden EUR 3.373 (mit 2 Kindern) oder sogar EUR 4.050 (kinderlos) im staatlichen Getriebe.

    Ich finde das unverschämt und auch ein großes Hemmnis für die Vermögensbildung in Deutschland.

     

  21. KievKiev

    @ Daniel

    Nicht alle Dinge liegen in unserem Einflussbereich. Man kann die Rahmenbedingungen anschauen und dann überlegen was man machen könnte und auch möchte. Ich verdiene ähnlich Deinem Beispiel. Das unser Vermögenswachstum weit über meinem Einkommen liegt verdanken wir unserem Leben in einer Einheit unseres MFHs. Hätte ich ein Einfamilienhaus um 400-500k finanziert so würde es anders aussehen.

    Kindergeld, Elterngeld, (neu Baugeld), Betreuung von Kindern in Kita, Schulversorgung usw. Es gibt viele Leistungen die ich gerne in Deutschland in Anspruch nehme. Die müssen irgendwie bezahlt werden. Wie viel der Staat zahlen sollte und nicht ist eine andere Diskussion. Da das außerhalb meines Einflussbereiches liegt, interessiert es mich auch nicht sehr stark. Ich schaue einfach nur was es aktuell gibt und mache dann für mich das beste daraus.

  22. Daniel

    Krankenschwestern, Assistenzärzte, Briefträger und Handwerker können auch ein Vermögen aufbauen. Wie wäre es mit einem Nebenjob? Das Geld aus dem Nebenjob kann dann investiert werden. Plus noch ein paar Hunderter obendrauf aus dem Hauptjob. 

    Leider ist wohl mit Ausnahme der Handwerker diese Auflistung wohl genau die Personengruppe die wahrscheinlich genau das kaum noch machen kann. Ich nehme an der Unterschied wischen Krankenschwester und Altenpflege ist gering, heisst, sowohl körperliche als auch seelische Dauerlast und viele unbezahlte Überstunden bei schlechter Bezahlung. Ich glaube diese Menschen sind froh wenn sie abends die Füße hochlegen können.

    Auch bei Ärzten und Briefträgern ist der Stress in en letzten Jahren signifikant angestiegen, mein Kumpel ist Arzt und unseren Briefträger kannte ich bis vor seiner Verrentung persönlich. Bei beiden Berufsgruppen stehen heute bereits deutliche Überstunden auf dem Programm, durch den Wettbewerb wird es nicht besser. Ich bekam vor kurzem um 21.30Uhr ein Paket zugestellt, der Typ tat mir echt leid, er sagte er hätte noch 25 die noch ausgestellt werden müssen.

    Ich sehe Nebenjobs Möglichkeiten eher da, wo eigentlich alles sogar noch passt. Gut bezahlte MINT Jobs bei denen man bereits heute die sogenannte „Work-Life-Balance“ gut bestimmen kann, das Gehalt stimmt und man oftmals nur 35-40 Stunden die Woche schiebt.

    Die schlecht bezahlten Jobs sind meist auch die die köperlich/geistig erschöpfen und die kaum noch Nebentätigkeiten erlauben.

  23. 42sucht21

    @Daniel / hohe Sozialabgaben

    Ich finde man darf es nicht isoliert betrachten. Man muss das Gesamtbild sehen.

    Aus ihrem Bsp. sind die Kinder und die nicht-arbeitende Ehefrau zB in der Krankenkasse mitversichert. Egal ob ihre Frau Krebs bekommt oder sie ein behindertes Kind haben. Ihre Frau hat ein Loch im Zahn? Das ist mitversichert. Auch wenn ihr Frau 90 Jahre alt wird und 20 Jahre lang pflegebedürftig. Das ist mitversichert.

    Krankenkasse und Beitragsbemessungsgrenze: Wer monatlich mehr als 4425€ verdient ist über der Grenze. Die 80k Gehälter zahlen also nicht mehr als jemand der 65k verdient. Das ist also durchaus ein Unterschied. (ähnliches bei gesetzl. Rente)

    Der Ingenieur, der Assistenzarzt usw. massiv von der meist kostenfreien Infrastruktur und dem an sich kostenfreien Studium profitiert. Hätten sie selbst ihr Medizinerstudium bezahlen müssen, dann wären sie arm dran.

    Kindergeld/ -Freibetrag, KiTA- und Schulkosten – wer profitiert davon?

    Vergessen Sie auch nicht, dass der Arbeitgeber ja kosten durchaus auch steuerlich geltend macht. Der neue Firmenwagen des Ingenieurs ist ja auch massiv steuerbezuschusst.

    Also, nur auf seinen Lohnzettel geschaut halte ich für zu kurz gegriffen.

    Edit: Kiev war schneller als ich…

  24. Daniel (Fächerstadt)

    @ Kiev: Ja, wenn die Startbedingungen gut sind, ich meine du hattest mal geschrieben, dass die Eltern/bzw. Vater den Erwerb erst möglich gemacht haben. Wie gesagt mit Startkapital als Anschubfinanzierung sicherlich eine gute Sache. Gerade das fehlt meistens in den jungen Jahren zwischen 20-35.

    gerade auch die befristeten 200 EURO Baukindergeld könnte derjenige verzichten, wenn er oder sie stattdessen 500 EUR mehr in der Tasche hätte.

    Trotzdem sind die Belastungen bei uns extrem, man könnte ohne Probleme auch auf einige Dienstleistungen verzichten. Z.B. braucht jede Kommune in NRW ihr eigenes Spaßbad oder ein Theater? kann nicht mehr geteilt und kosten gespart werden. Muss ich wegen jeder kleinen Erkältung zum Arzt, oder kann ich mich eine Woche selbst krankschreiben etc. etc. Es gibt sehr viele Einsparmöglichkeiten. Man muss auch mal an den besitzstand ran.

     

  25. June

    Hallo zusammen,

    nur kurz, weil mir das aufgefallen ist.

    @Assistenzarzt.

    Tim der Assistenzarzt kann in der Regel keinen Nebenjob machen. Denn neben seinen normalen 40 h ist er weitere 20 – 30 Stunden im Krankenhaus. Das nennt sich 24 h Schicht und geht meist von 7 Uhr bis 9 Uhr am nächten Tag. Denn irgendein Arzt muss auch in der Nacht erreichbar sein. Dazu kommen noch die Wochenenddienste. Offiziell darf geschlafen werden, in der Regel sind es aber dann doch nur 2 – 3 Stunden je Nacht, wenn der Arzt Glück hat.

    Dabei darf man nicht vergessen, das sich der Assistenzarzt ja auch noch in der Ausbildung zum Facharzt befindet. Er muss Kurse besuchen, lernen und Prüfungen ablegen, da bleibt keine Zeit.

    Assistenzärtzte verdienen im ersten Jahr ca. 50 k €. Weit entfernt von den 80 k € in Daniels Beispiel. Die 80 k € hat erst der Facharzt.

    Überstunden können nicht abgebaut werden und werden in der Regel auch nicht vergütet.

    Take care!

    June, die jetzt leider weiterarbeiten muss. Mehr wenn ich Zeit habe heute Abend.

     

  26. KievKiev

    @ Daniel

    Das MFH haben wir selbst ohne Anschubhilfe erworben. Das Ferienhaus habe ich 2 Jahre vorher überschrieben bekommen. Hier musste ich aber Geld und Zeit investieren, so dass es überhaupt vermietet werden konnte. Das war damals nicht ganz einfach, da ich zu dem Zeitpunkt ja noch nicht wusste wie viel mich das zukünftige Eigenheim kosten wird. Ich habe dennoch knapp 25k investiert, um es der passenden Zielgruppe anbieten zu können wie ich es geplant habe. Das Geld ist mittlerweile eingespielt. An Arbeit haben wir über die Jahre aber viel Zeit investiert. Da wir noch geplante Ausgaben haben werden (Dachneueindeckung) gehe ich von einer langfristigen Liebhaberei aus. Dies ist für uns auch in Ordnung wenn mit unserer Arbeit der Zustand sich verbessert.

    Wir profitieren aber von der Nutzung und können gemessen an unserem Einkommen und Sparrate verhältnismäßig luxuriöse Urlaube dort verbringen. Das ist natürlich ein Vorteil. Außerdem hat uns das Projekt Selbstvertrauen gegeben überhaupt ein MFH mit allem was daran hängt zu kaufen. Ich bin nicht sicher, ob ich mich das ohne Erfahrung getraut hätte.

    Du hast Dir doch ein 500k? Haus angesehen. Hättest Du es finanzieren können (20% EK + Kaufnebenkosten)? Ein MFH ist nicht sehr viel teurer. Unseres hat damals 2280€/qm gekostet. Ein Einfamilienhaus oder Stadtwohnung lag eher etwas über 3k€/qm. Zusätzlich hat unsere Einheit weniger Wohnfläche als ein Einfamilienhaus. Die Mieteinnahmen wirken sich positiv bei der Finanzierung aus. Ich habe die 20% Eigenkapital + Nebenkosten nicht ganz ansparen können. Die Maklerprovision war allerdings unverschämt hoch. Mit den Nebenkosten konnte ich aber die Finanzierung für 20% Eigenkapitalanteil erhalten. Und danach heißt es erst einmal Tilgen so gut es geht: Berserkertilgen

  27. Daniel (Fächerstadt)

    @ Kiev: Mit Mitte 30 habe ich mir ein niedriges sechstelliges Vermögen aufgebaut. Liegt hauptsächlich im Depot. Das Haus war sofort weg :-), wir bleiben an der Seitenlinie, dass Depot wird nicht unbedingt kleiner und gespart wird weiterhin.. Bis zur Schulpflicht sind es noch paar Jahre, bei Dir wohnen die Kleinen ja auch noch in einem Zimmer.

  28. Thorsten

    @Daniel

    Gerade das fehlt meistens in den jungen Jahren zwischen 20-35.

    Gestern durfte ich mir wieder das Gejammer anhören. Kein Geld, bla bla. die nächste Geschichte war, dass sie jedes Jahr Kreuzfahrttouren machen. Dieses Jahr gehts bis nach Dubai, wo der Filius einen Hubschrauberflug zum Geburtstag bekommt.

    Mir fällt dazu nichts mehr ein, unsere Eltern hätten so was nicht gemacht. Die haben im VW-Bus Italien bereist und darin geschlafen, um die Übernachtung über die lange Strecke einzusparen. Das Haus wurde abgezahlt, Urlaub ging trotzdem, aber nicht für 5000€ oder 10.000€ pro Nase.

    Oder wenn das hier : „10.000 is 20.000 für ein gebrauchtes Auto“. Dafür kaufe ich 1 bis 2 neue Autos. Das Gegenargument, das dann den hemmungslosen Konsum rechtfertigen soll ist „ich achte auf Sicherheit und kann deswegen nur Marke XY kaufen , außerdem brauche ich ja 4 USb-Anschlüsse und einen vergoldeten Cupholder und Ledersitze mit Poheizung, die bekomme ich bei PresiwertundGutAuto leider nicht“. Jeder lügt sich dann seine Geschichte so zurecht, dass er jede Anschaffung rechtfertigen kann.

    Finde den Fehler Urlaub<->kein Geld, Auto<->kein Geld.

  29. Daniel (Fächerstadt)

    @ Thorsten: Die Fälle gibt es sicherlich auch, aber es gibt genügend sicherheitsorientierte die, nicht wie ich, im Aktienmarkt investiert sind, sondern mit dem berühmten Tagesgeldkonto, BSV, schön gleichmäßig sparen. Da laufen dir die Preise dann schon gut weg. Haus mal eben 24 K teurer, macht 2.000 EUR Monatssparrate futsch für ein Jahr.

  30. Wohnung mit Domblick

    Arbeitswelt und Digitalisierung: Könnte ein Roboter meinen Job erledigen?

    https://job-futuromat.iab.de/

    (Herausgeber: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit)

    Vielleicht interessierts hier ja jmd. Ohne Job kein FIRE.

  31. Thorsten

    @Daniel, ja sehrt schweirig heute. Aber kein Grund aufzuhören. Im Gegenteil. Da bleibt nur heftiger sparen und abwarten. Dann da wo es kracht einsteigen. Das kann 5, 10 oder 20 Jahre dauern.

  32. Daniel (Fächerstadt)

    @ Thorsten: Sehe ich auch so. Weiter ranklotzen. 20 Jahre war man von seitwärtsmärkten im Immobereich verwöhnt, seit 2006 geht es nur noch nach oben. Aber ohne Not lass ich mir keine Immobilie andrehen, wenn das weltweite Wachstum anhält, wird auch mein Depot mitwachsen.

    Für die Sicherheitsliebhaber wird es noch schwerer bei Nullzins. Die Wohnung die in 6 Jahren von 200 K auf 300 K gestiegen ist, bedeutet mal eben 8,33 Jahre Sparrate in Höhe von 1000 EUR im Monat und das EK wächst leider nicht entsprechend mit.

     

  33. Bruno

    Ich habe mir wieder mal die Kurse der Kryptowährungen angeschaut, es schaut richtig übel aus, dabei wollte man das doch verkaufen als neuer „save haven“.

    Ich habe keine Schadenfreude, aber eine gewisse Bestätigung dass ich da standfest blieb und nicht mitgemacht habe, ich hatte diverse Bedenken. Natürlich wäre es toll gewesen vor ein paar Jahren dort einzusteigen, spätestens aber als vor einigen Monaten die Boulevardblätter zum Kauf aufgerufen haben, war mir klar wohin der Hase läuft… Es ist immer dasselbe Spiel nur im neuen Kleid.

    Bei Aktien war das nicht so, da steckt immer noch die Angst der letzten Finanzkrise in den Knochen vieler, daher werden all jene, die gesagt haben in der nächsten Korrektur kaufe ich dann, es doch wieder nicht tun.

    Genau das ist der Hauptgrund, warum für 95% das Beste ist, IMMER und regelmässig zu investieren, da das der einzige Weg ist sich den ganzen Emotionen zu entziehen. Die Glaskugel kann man als Deko behalten oder entsorgen.

  34. KievKiev

    @ Daniel

    Du hast für den Hauskauf keine 20 Jahre Zeit. Prüfe wie wichtig ein Eigenheim für Dich und Deine Frau ist und bis wann. Wenn Ihr unbedingt ein Haus kaufen möchtet musst Du das Geld von der Börse abziehen. Wenn Ihr flexibel seid kannst Du investiert bleiben und das Schicksal entscheiden lassen. Wenn aber ein Lebenstraum bei fallenden Kursen zerbricht ist Dir nicht geholfen, wenn sich die Werte in den nächsten 10 Jahren erholen. Du könntest dann erst ein Eigenheim kaufen, wenn die Kinder gerade aus dem Haus sind.

    Bei den heutigen Zinsen ist das sicher keine schöne Maßnahme. Ich habe damals gegen Ende noch 3% Zinsen kassiert.

  35. Chris

    @Kiev

    Danke für deinen Beitrag und die Ideen. Sehr cool.

    Bin Anfang 30, selbständig, verdien den Großteil meines Geldes im Ausland und lebe nur in Deutschland, weil ich hier geboren bin. Ich selbst wohn in einer WG derzeit und meine Freundin arbeitet freiberuflich für mich. Ansonsten investiere ich 95% meines Nachsteuer Gewinns in Aktien und ETFs. Schreibe natürlich schon viel ab durch Reisekosten und Pauschalen.

    Sollte ich in Deutschland bleiben, macht natürlich eine GmbH Sinn, bei der das meiste innerhalb derer bleibt.

    Steuergünstiges Ausland macht Sinn, da ich wie gesagt kaum in Deutschland bin, ich hier schon mehr Steuern bezahlt hab als die meisten es je in ihrem Leben tun werden und ich natürlich auch nicht weiß, wie lange ich auf diesem Niveau überhaupt verdiene.

    Dazu muss ich sagen, dass ich meine Tätigkeit sehr gerne mache und es liebe. Auch wenn ich zeitweise easy 80-100h die Woche „arbeite“. Allerdings hab ich aktuell den Drive dafür, ob das in 10 Jahren noch so ist. Weiß ich nicht, daher muss ich mich absichern. FIRE bin ich theoretisch schon, da ich nicht viel zum Leben brauche und fast alle Ausgabe abschreiben kann.

    @ 42sucht21

    Interessiert mich ziemlich wenig, ob ich irgendwo dazugehöre und ich glaube du steckst nicht in der Materie bzw. kennst auch nicht genügend Länder, die nicht die Hälfte vom Einkommen abzwacken. 😉 Das müssen auch nicht die Emirate oder Singapur sein. In Lissabon, London oder Prag zahlt man auch weniger als 20% und in den USA unter 30%.

  36. KievKiev

    @ Chris

    Selbstständigkeit würde mir auch gefallen. Du solltest Dir nicht so viel Zeit lassen bei Deiner Recherche nach der besten Lösung. Warum zahlst Du Dir überhaupt so viel Geld aus? Zahle Dir nur aus was Du brauchst. Möchtest Du nicht mit Deinem gesparten Vermögen haften baust Du noch eine vGmBh auf. Und schon zahlst Du in Deutschland eine geringere Steuer.

    Wenn es der Firma dann in ein paar Jahren doch nicht mehr gut geht oder Du bei Nachwuchs andere Prioritäten hast, kannst Du von Deinen heutigen Rücklagen weiterleben.

    Du bist noch nicht FF. Du musst aktuell Deine Einnahmen aktiv erwirtschaften um Deine Ausgaben abschreiben zu können. Das könnte sich bei Akkumulation von Bruttovermögen schnell ändern.

  37. Daniel (Fächerstadt)

    @ Kiev: Vielen Dank für dein Feedback. Wir sind mittlerweile auch bereit in eine nette ETW in guter Lage zu ziehen. Da sind zumindest die Fixkosten geringer und man spart auch wieder Pendelkosten etc.

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