Buffett liebt Öl und Telekom-Aktien

Warren Buffett: Er kauft Qualitätsaktien, die aus der Mode gekommen sind, weil sie ein paar schwache Quartale oder ein Problem haben. Wenn alle wegrennen, greift er zu. Er kaufte deshalb Verizon und Chevron. Er nutzte die vorübergehende Schwächen, um billig einzusteigen. Anschließend stockt er seine Position auf. Er ist ein Schnäppchenjäger. Er mag Burggrabenaktien. Nicht nur an der Börse ist er ein Pfennigfuchser, auch privat. Besitzt er ein Asset (Aktie, Firma oder Immobilie), hat er eine enorme Geduld. Dekaden lang hält er seinen Lieblingen die Treue. Das Foto habe ich von ihm in Omaha auf seiner Aktionärsversammlung vor einigen Jahren gemacht.

Die Beteiligungsfirma Berkshire Hathaway von Warren Buffett hat in den letzten Monaten ihre Beteiligung an Apple reduziert. Das 90-jährige Börsengenie hält wohl die Bewertung des iPhone-Konzerns mit einem KGV von 32 für zu teuer.

Drei neue Aktien im Buffett-Depot: Verizon, Chevron und ein Versicherungsmakler

Buffetts Konglomerat enthüllte außerdem drei neue Käufe, die es still und heimlich ab dem dritten Quartal gemacht hatte – mit einer Sondererlaubnis der Börsenaufsicht SEC. Berkshire kaufte Aktien vom Telekomriesen Verizon, dem Versicherungsmakler Marsh & McLennan und dem Öl-Titan Chevron. Das sind in meinen Augen typische Value-Aktien. Die Geheimhaltung half Buffett, in Ruhe zu niedrigen Kursen das Trio einzusammeln.

Das KGV von Verizon liegt bei nur 11. Die Dividende liegt bei saftigen 4,6 Prozent. Ich hab Verizon seit langem im Depot. Aber die Aktie ist im letzten Jahr dem Index deutlich hinterher gelaufen. Ebenso lief Chevron dem S&P 500 hinterher. Der Ölkonzern zahlt 5,5 Prozent Dividende. Seit 33 Jahren in Folge hat Chevron die Dividende erhöht. Ich hab auch Chevron im Depot. Es ist einer meiner größten Positionen. Buffett liebt Dividenden. Die meisten seiner Aktien zahlen enorme Ausschüttungen. Der dritte Neuzugang Marsh & McLennan zahlt 1,65% Dividende, das KGV beläuft sich auf 21.

Buffett sagt Tschüss zu Banken

Buffett stieß seine Bankbestände von JPMorgan Chase, PNC Financial Services Group und M & T Bank komplett ab. Er hält keine Aktien mehr von diesen Banken. Seinen Anteil an Wells Fargo reduzierte er um 59 Prozent. Aus dieser Position wird er sich wohl auch noch komplett verabschieden. Ich behalte meine Wells Fargo. Auch meine Apple lasse ich liegen wie einen alten Schinken. Kein Stück gebe ich her. Über die Dividenden stocke ich fast alle meine Positionen stetig auf. So kommt ein Schneeball ins Rollen, der zur Lawine wird.

Buffett kaufte Arzneimittelhersteller zu. Seine Beteiligungen an Merck, Abbvie und Bristol-Myers Squibb gingen rauf. Gleichzeitig stieß er Pfizer komplett ab.

Berkshire gab die Position an Barrick Gold ebenfalls komplett auf. Die Supermarktkette Kroger und T Mobile (eine Tochter der Deutsche Telekom) stockte das Konglomerat massiv auf. Hier kannst du alle Veränderungen gut sehen.

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  1. @SEC Filings

    Vielleicht hat BRK auch 1,5 Mrd in Bitcoin gesteckt aber Buffet twittert es niemandem. Der alte Fuchs!

    Ansonsten wird ungewöhnlich viel umgeschichtet finde ich. Ich habe auch eine Position BRK noch liegen. Bei Banken sieht er wohl nicht nur wenig Potential Geld zu verdienen mit dem Zinsumfeld und durch IT/ Fintech kannibalisierte Geschäftsmodelle sondern auch noch Kreditausfallrisiken durch post-Covid-19 Arbeitslosigkeit vermute ich. Finger weg von Bankaktien finde ich.

  2. Mit Chevron habe ich auch schon geliebäugelt. Die Dividendenrendite ist interessant und Big Oil ist noch nicht am Ende. Ich habe aber gewisse Gewissensbisse was Ölaktien betrifft. Das ist schon ein schmutziges Geschäft.

  3. @ Bankaktien

    Zu Bankaktien habe ich auch keinen Bezug und bin noch nie auf die Idee gekommen hier einzusteigen. Aktuell sowieso nicht.

    Ich kann eher etwas mit Konsumgütern anfangen. Kraft Heinz scheint sich wieder etwas zu fangen. Unilever und Procter finde ich auch interessant. Ich schichte aktuell eher in defensive Werte um.

  4. Pfizer ist nicht so schlecht. Unilever auch nicht, dümpelt halt derzeit herum wie etliche Konsumer. Kellogs ist günstig, es wird aber Gründe für den Chartverlauf geben. Wer kauft schon die teuren Kellogs wenn die Eigenmarken die Hälfte kosten und ebenfalls schmecken? Beiersdorf ist auch recht mau vom Kursverlauf her, eigentlich haben die gute Marken wie die Niveaprodukte. SAP eiert nun auch eine Weile auf der Seitwärtslinie herum.

    Was sind eigentlich eure Zugpferde im Depot? Meine Topwerte sind Danaher, Blackrock, Vonovia und ein MSCI World IT-ETF (A113FM).

  5. @Silber:

    Vor ewig und 3 Tagen habe ich mal angefangen, einen Silber-ETC zu besparen … insgesamt 2 Raten à 200,- EUR sind in das Projekt geflossen. Dann ging der Kurs so beängstigend durch die Decke, dass ich dachte, “is’ ja abartig!” und den Sparplan gestoppt habe. Die Anteile habe ich immer noch … und bin immer noch im Minus  😉

     

    Mein Topwert: 6 Stück “Gratisaktien” von Ericsson aus Bezugsrechten, die nach dem Verkauf meiner Anteile – für mich völlig überraschend und wie aus dem Nichts – ins Depot gebucht wurden. Wertentwicklung: Über 1200%  😉

     

  6. Wer kauft schon die teuren Kellogs wenn die Eigenmarken die Hälfte kosten und ebenfalls schmecken? 
    @Ralf

    Da bin ich anderer Meinung. Ich bin bei vielen Produkten mehr zu zahlen für die Marke wenn sie für mich besser ist. Ketchup oder andere Grillsaucen von Heinz schmecken mir besser als alle anderen daher kaufe ich diese. Meine Kraft Heinz Position habe ich bei 26$ erworben sie zahlen bezogen auf den Einstandspreis eine fürstliche Dividende und ich sehe da weiter Potential.

    Bei mir steht Dufry  gut da gekauft bei 30 Franken im Juni 2020 sind sie zurzeit bei 51 Franken ein Plus von 70% in 8 Monaten.

     

  7. An Rüdiger: Warum nur 2 Raten? Mal kauft man höher und mal niedriger nach. Ideal für langfristige Beteiligungen. Ich bin mit Silber (physische Ware) fett und steuerfrei im Plus.

  8. @Mark: Hab ich doch geschrieben. Weil der Kurs nach dem zweiten monatlichen Kauf so richtig durch die Decke ging. Wurde mir zu heiß … und später hatte ich keine Lust mehr, noch mal nachzulegen. Will ja meinen Einstandskurs nicht verwässern und bin gespannt, ob die jemals wieder ins Plus kommen  😉

     

  9. @ Ralf

    Beiersdorf habe ich mir heute mal angeschaut. Da sehe ich kein wirkliches Potential. Aktie bewegt sich seit 3 Jahren gerade mal seitwärts und die Dividendenrendite ist auch sehr mau im Vergleich zu Wettbewerbern. Tolle Marken, aber aus meiner Sicht sind sie abgehängt worden von L’ Oreal, Procter und Unilever.

    Also mein Depot hat sich u.a. durch den Fehlgriff Bayer nicht gerade marktkonform entwickelt. Wäre ich doch besser mal bei meinen Vanguard ETF`s geblieben. Bei Stockpicking bin ich wirklich meistens nicht sehr erfolgreich. Daher bin ich immer überrascht wenn ich hier lese wie erfolgreich da manche sind. Naja, die Flut hebt bekanntlich (fast) alle Boote (bis auf Bayer)…

  10. An Jo: Kopf hoch. Mathematisch ist es nun einmal so, dass alle Marktteilnehmer zusammen die Marktdurchschnittsrendite vor persönlichen Kosten und Steuern ergeben. Die eine Hälfte des Anlagekapitals liegt darüber (Überrendite) und die andere darunter (Unterrendite). Es ist ein Nullsummenspiel.

  11. Warren Buffet hat wieder einmal gezeigt, dass er eben kein Buy and Hold Investor ist. Das hatte ich schon einmal vor einem guten Jahr hier geschrieben. Die Wahrnehmung auf ihn ist in diesem Punkt schlicht falsch.

    Sein Erfolg beruht gerade darauf, sich von zu teuer gewordenen Aktien zu trennen. Eine sehr wichtige Fähigkeit!

    Viele Leute erwischen gute Kaufzeitpunkte und machen sich darüber viele gute Gedanken. Wenn es aber um das Verkaufen geht, sieht das ganz anders aus. Dieser Punkt wird völlig zu Unrecht vernachlässigt, ist er doch sehr entscheidend für den Erfolg. Dabei schaut sich Buffet stets das Unternehmen an. Von Markttiming keine Spur.

  12. An Wolf: Stimmt schon. Nach sehr steilen Kursanstiegen innerhalb eines eher kurzen Zeitraumes können Gewinnmitnahmen nicht schaden. Ich würde mich anschließend mehr über wieder fallende als weiter steigende Kurse ärgern, aber jeder tickt anders. Respekt vor Tims knallhalter Haltestrategie. 😉

  13. Finde es bemerkenswert, dass ihm zumindest die Worte in den Mund gelegt wurden, dass das stationäre Supermarkt Geschäft wegen des Internet Handels rückläufig sein wird, Wallmart-Aktien verkauft hat und nun Kroger-Anteile kauft. Wo kann ich etwas dazu lesen, was Kroger so besonders macht?
    Vielen Dank vorab!

  14. „Naja, die Flut hebt bekanntlich (fast) alle Boote (bis auf Bayer)…“

    @Jo

    Gib Bayer Zeit den Vergleich in den USA abzuschliessen. Sobald dieses Thema erledigt ist wird sich Bayer meines Erachtens wie Phönix aus der Asche erheben.

  15. @Jo

    Ich vermute, dass es u.a. daran liegt, dass du vermeintlich „günstige“ Aktien wie Bayer (oder Shell, AT&T etc) kaufst und dir wachstumsstarke Unternehmen wie Amazon, Visa/Mastercard, usw. immer „zu teuer“ waren.

    Dabei folgt auf Stärke weitere Stärke. Das ist eigentlich nicht so schwer.

    Ein weiterer klassischer Fehler wäre jetzt aus Frust von der eigenen Underperformance zu spät in die in den medien und Foren gehypten astronomisch bewerteten Highflyer zu investieren. Oft kommt dann nach anfänglichem Erfolg der Absturz, man verkauft mit Verlust und schwört sich nur noch in „sichere und günstige“ Werte wie eben Bayer zu investieren. Und es geht wieder von vorne los.

  16. Sein Erfolg beruht gerade darauf, sich von zu teuer gewordenen Aktien zu trennen. Eine sehr wichtige Fähigkeit!

    Spielst darauf an, dass WB einen kleinen Teil von Apple verkauft hat? Die (zu teuer gewordene?) Apple-Beteiligung hat mit über 40% im Investment-Portfolio von Berkshire-Hathaway nach wie vor einen bedeutenden Einfluss auf die Portfolio-Performance. By the way, den Verkauf einiger weniger Stücke vom Apfel würde ich nicht “reduzieren” nennen. Ich würde das Wort “trimmen” benutzen  😉

    Was mir an WB (auch) gefällt: Er beharrt nicht darauf, Recht zu behalten, sondern trennt sich auch mal von den Verlierern (Fluglinien, Banken, …).

     

  17. moin,

    persönlich finde ich, sollte man bei Bankaktien noch unterscheiden zwischen Investmentbanken und “Consumer”-Banken. J.P.Morgen oder Goldman Sachs fahren jedes Jahr weiter Ihre Gewinne ein. Im Umfeld der Kapitalmärkte ist immer Geld zu verdienen, während andere Banken wie Deutsche oder Commerzbank und viele andere auch, die eher auf den Retail Kunden setzen, tatsächlich schlechter da stehen. Wir als Privatinvestoren die über unsere Broker  Zugang zu den Märkten bekommen, kommen ja quasi an den großen Banken. wie Goldman und Co. auch nicht vorbei. Das Kapital welches ich zb. über IB halte, liegt nach dem Umzug nach Irland bei J.P.Morgan.

     

  18. An Mark 85: Deine Aussage ist so nicht richtig. Der Durchschnitt gibt nicht die Mitte an. Der Durchschnitt ist immer um die Extremwerte verzerrt, d.h. es ist gut möglich, dass zum Beispiel 20% über dem Durchschnitt liegen und 80% darunter oder andersrum ist es ebenfalls möglich, dass eine Großzahl der Marktteilnehmer Renditen über dem Durchschnitt erwirtschaftet.

    Den Wert, den du meinst, ist der Median. Dieser besagt nämlich, dass genau 50% drüber und 50% drunter liegen.

  19. Ich vermute, dass es u.a. daran liegt, dass du vermeintlich „günstige“ Aktien wie Bayer (oder Shell, AT&T etc) kaufst und dir wachstumsstarke Unternehmen wie Amazon, Visa/Mastercard, usw. immer „zu teuer“ waren.

    @Daniel

    In den letzten Jahren sind die FAANG Aktien gut gelaufen. Aber sie waren wenn man die Daten angeschaut haben immer zu teuer. Wie sich das weiter enteickelt wissen wir nicht. Es wäre sehr gut möglich dass die nächsten Jahre die FAANG Aktien massiv einbrechen weil sie eben überbewertet sind.

     

  20. @FAANG: Darum investiere ich in diesen Bereich vor allem über einen Sektoren-ETF. Um das Risiko wenigstens etwas zu verteilen. Wird aber im Fall des Falles die ganze Branche treffen. Hier eine interessante Einschätzung zu Apple aus der schönen Schweiz:

    https://www.finanzen.ch/nachrichten/aktien/expertenmeinungen-apple-aktie-auch-2021-einer-der-top-picks-1029990274

    Ich sehe in diesem Bereich ebenfall noch viel Potential. Große Teile der Weltbevölkerung werden in den kommenden Jahren erst so richtig auf Technologie aufspringen.

  21. Meine Meinung: Wer nicht auf Welt-ETFs setzt und mit seinem Depot langfristig Erfolg haben will, wer das “Wunder des Compounding” in voller Schönheit erleben will, sollte vor allem auf dauerhaftes, qualitatives Wachstum achten, auf Unternehmen, die jedes Jahr durch Weiterentwicklung, Kreativität, Forschung, Entwicklung und inkrementelle Verbesserung ein Stück besser und wertvoller werden.

    Und die gibt es, das sind Unternehmen mit beständigem Wachstum in ihrer Unternehmens-DNA und da der Markt sehr klug ist, erkennt man die auch durch ihre Charts von links unten nach rechts oben. EIN bekanntes Beispiel von vielen wäre die hier häufiger erwähnte Danaher.

     

  22. @ alle

    Danke für die aufmunternden Worte.

    Ich halte die Bayer Aktie weiterhin und hoffe auf die Erholung.

    @ Daniel

    Du triffst des Pudels Kern. Mir waren die Techaktien tatsächlich immer zu teuer. Über die ETF`s bin ich darin aber natürlich investiert und diese ETF`s haben sich gut entwickelt. Ich tendiere nur dazu gefallene Aktien vermeintlich billig zu kaufen und bin dabei schon ein paar Mal auf die Schnauze gefallen. Wohlgemerkt bin ich nicht erst seit gestern etwas im Aktienmarkt unterwegs. Herr Beck hat diesen Privatinvestorenfehler mal treffend analysiert. Privatinvestoren scheinen oft eher nach Charttechnik zu kaufen.

    Aus meiner Sicht ist der Aktienmarkt sowieso immer zu teuer, deswegen warte ich gerne ab 🙂 Ich versuche mich mit Sparplänen selbst auszutricksen. In die gehypten Aktien würde ich sowieso nicht investieren. Varta hat heute ja auch mal schön einen vor den Latz bekommen. Da wollten die Schwaben einen auf Baby-Tesla machen und dann ging der Schuß nach hinten los.

  23. @Jo

    Nicht ärgern nicht jede gekaufte Aktie wird zwingend ein Erfolg. Ich kaufe auch immer wieder Aktien günstig zum Beispiel Daimler bei 45€ vor einigen Wochen habe ich bei 65.5€ verkauft.

    Glücklicherweise sind bei uns für Privatanleger Kursgewinne steuerfrei 😉

  24. Warren Buffet hält nie Buy and hold-Ansatz. Er kauft und verkauft die Aktien doch. Sehr widersprüchlich.

     

    Ich frage mich, warum er nicht die solide Dividendenzahler wie P&G, JNJ, GIS investiert. Er hätte ja die Ölkatien von 1960 kaufen und halten. Seltsam, was die Leute ihn halten.

  25. @Daniel
    ja, treffend beschrieben finde ich. Deswegen sind für Leute wie mich ein einziger ACWI IMI / All-Word ETF in der Regel langfristig deutlich besser.

    @Bayer
    würde ich aber nicht mit Shell / AT&T gleich setzen. Bayers Geschäftsmodell läuft perspektivisch weiter mit Gewinn ohne Disruption im Gegensatz zu den beiden genannten. Monsanto war ein spannender Zukauf mit guter Perspektive. Agrochemie, Hybridsorten und GenEditierung halte ich für aussichtsreicher als Asperin mit Vitamin C. Preis und Zeitpunkt der Übernahme waren schrecklich wie die Kursverlauf zeigt. Allerdings ist Bayer Heute mit ca. 52Mrd attraktiv bewertet meine ich. Die Monsantoklagen soweit eingearbeitet. Ich habe letzten Winter bei ca. 47Mrd Bewertung etwas gekauft. Für mich aber keine B&H Aktie.

    @Stefan
    ja, wichtiger Aspekt. Ich meinte natürlich die Retailbanken. Und in Europa besser gar nicht.

  26. @41sucht21

    Nein Bayer ist keine B&H Aktie.

    Aber Bayer ist sicher mehr wert als sie 52Mrd trotz Schulden und warscheinlich teurem Vergleich. Sobald der Vergleich durch ist wird da beim Kurs was gehen.

  27. Für mich ist Bayer eine Buy&Hold-Aktie. Alleine aus dem Grund, dass sie in den größten Problemsektoren der Zukunft AKTIV beteiligt sind: Welternährung und Gesundheitsschutz. Ich halte den Burggraben von den alten Dickschiffen mit konstant wichtigem Markt auch für hoch: Die Manlower und das Umfeld kann man sich schwer nebenbei aufbauen – das sieht man auch bei den Bio-Highflyern wie Curevec und Biontech. Ähnliches bei BASF – Autobauer werdenvieles selber machen können und wollen, aber Verbundstoffe und Industrieklebstoffe oder ahnlicheszsicher in großen Chargen herzustellen ist schon nicht einfach.

  28. Hi Zusammen,

    ich habe mal eine Frage an die werte Runde.

    Gestern hatt ich ein Gespräch mit einem guten Freund (Anfang 30,gebildet, guter Job, Mietwohnung, verheiratet).

    Da erzählt er mir doch freudestrahlend, dass er sich jetzt endlich um seine Rente gekümmert und einen Fondssparplan bei seiner Hausbank abgeschlossen hat.

    Sollte ich Ihn auf die, in unserer “Finanzblase”, vorherrschende Meinung über solche Produkte informieren, oder es lieber sein lassen? Um ihn nicht bloßzustellen weil er auf seinen Bank”berater” reingefallen ist.

    Wie würdet ihr das angehen?

    Viele Grüße

  29. Wenn er ein guter Freund ist, dann sei ehrlich und lass dir einfach mal den Vertrag erklären. (vielleicht ist er ja gut) Im Gegenzug erzählst du wie du es gemacht hast und gibst ansatzpunkte zum lesen, Finanzwesir z.B..

     

    Für die Gesichtswahrung kannst du ja mal loben, dass er angefangen hat. Bedenke auch, dass es menschen geben mag, für die eine echte Rentenversicherung besser sein könnte als ein flexibler ETF.

  30. An theBasstyAn: Ein schwieriges Thema, welches wohl jeder von uns schon einmal hatte. Wenn er sich durch deine Einwände in seiner Entscheidung angegriffen fühlt: schlecht. Wenn er durch dich seine Entscheidung ändert und später mit ihr unzufrieden ist: ebenfalls schlecht. Ich würde mich lieber nicht einmischen, solange er dich nicht aktiv um Rat fragt. Letztendlich ist jeder nur für sein eigenes Geld verantwortlich. Ich helfe ja auch gern anderen Menschen, aber wenn es ums Geld anderer Menschen geht, dann bin ich mittlerweile sehr vorsichtig geworden. Das mögliche Konfliktpotenzial ist mir einfach zu groß.

  31. @ Bayer: Sehe das ähnlich, wichtige Zukunftsbranchen sind abgedeckt und wer weiß ,vielleicht wird der Monsantokauf in 20 Jahren als Schnäppchen angesehen.

    Zum aktuellen Zeitpunkt hat Bayer natürlich seinen links unten nach rechts oben Kursstatus verloren, aber ein turnaround ist sehr wahrscheinlich.

    Dividendenbereinigt ist der Kurs  von 1991 bis 2015 um das 32fache gestiegen und damit trotz dem Monsantodesaster auf Langfristebene ein Überperformer.

     

  32. An Rafael: Deshalb schrieb ich vom gesamten Anlagekapital, nicht von der Personenanzahl. In der Realität schneiden natürlich mehr Privatanleger unterdurchschnittlich als überdurchschnittlich ab. Erst recht nach Kosten und Steuern, weil viele viel zu aktiv agieren.

    Mit einem Welt-ETF, den man möglichst passiv hält, wird man langfristig zu den oberen 20/30 % (?) aller Anleger gehören, obwohl man nur die Marktdurchschnittsrendite anpeilt. Es gibt wunderbare wissenschaftliche Studien bzw. Auswertungen zu diesem Thema.

  33.  In der Realität schneiden natürlich mehr Privatanleger unterdurchschnittlich als überdurchschnittlich ab. Erst recht nach Kosten und Steuern, weil viele viel zu aktiv agieren.

    @Mark85

    Richtig und auch viele Privatanleger die in ETF investieren schliessen schlechter ab als der Markt weil viele in einer Korrektur die Nerven verlieren und ihre Anteile verkaufen.

     

  34. @Nico Meier

    Auch das Umgekehrte, gerade sehr gut Informierte warten oft den idealen Zeitpunkt ab, ich kenne auch einen der wartet seit der letzten Finanzkrise auf einen Crash, der einfach nicht kommen will. Da geht viel Rendite verloren. Und wenn es einmal 20-30% runtergeht dann steigt man auch nicht ein, weil es ja noch mehr runter gehen müsste.

    Market Timing ist schwierig, auch emotional. Wäre ich nicht investiert hätte ich jetzt auch Mühe bei diesen Bewertungen zu investieren, daher ist es gerade für Junge ideal, sofort zu beginnen und dann mittels Sparplänen oder sonst regelmässig immer etwas dazukaufen.

    Aber das Ego packt einen und man will es besser machen 😉

    Ich habe solche Fehler auch gemacht früher, daher ist dieser Blog gerade für Anfänger und Neueinsteiger ideal wie ich finde. Und ja, natürlich kann man extreme Überrenditen erzielen, wenn man immer richtig liegt, kurz vor dem Crash verkauft danach wieder kauft, aber wer schafft das langfristig und immer wieder, ich kenne niemanden. Und wenn man es schon nicht lassen kann, dann vielleicht nur mit einem Teil seines Kapitals, z.B. jetzt bei sehr hoher Bewertung mal auf 80% gehen und diese dann wieder investieren wenn der Markt sich bereinigt hat. Falls nicht, war man trotzdem dabei.

  35. @Bruno

    Ich kenne auch solche die seit 20 Jahren davon sprechen sie würden einsteigen. Ende März 2020 habe ich kräftig eingekauft und diesen Leuten gesagt in meinen Augen wäre es ein guter Zeitpunkt nun einzusteigen. Ich bekam die Antwort ich sei verrückt der Markt werde weiter einbrechen usw.

    Natürlich hat es Mut gebraucht ende März einzukaufen wenn alle Medien einen auf Weltuntergang gemacht haben.

     

     

  36. An Nico: Unbestreitbar. Und Geld/Vermögen neigt mit der Zeit immer zu einer Zentralisierung. So etwas wie eine natürliche Normalverteilung gibt es nicht. Und erst recht keine Gleichverteilung, wie sie Sozialisten propagieren.

  37. @theBasstyAn
    Wie man es macht, man macht es falsch. Er macht es jetzt halt so wie Millionen andere. Finde ich nicht schlimm. Es wäre vermutlich nicht besser gewesen nichts zu machen. Können Sie mit Gewissheit sagen, dass Ihr Weg besser ist? Anfang 30, verheiratet, Mietwohnung, endlich was für die Rente getan – hört sich für mich nicht nach einem Sparer und finanziellen Selbstentscheider an welcher diszipliniert bis 2054 monatlich einen ETF besparen wird nur weil ein guter Freund ihm das 2021 mal empfohlen hat.

    Man kann die beiden Wörter Welt-ETF & Rente ja mal beim Getränk nach dem Sport fallen lassen, aber fragen und interessieren muss er schon selber. Als Finanz-Missionar hat man die längste Zeit Freunde gehabt.

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