Im Februar gab es an den Börsen eine spürbare Korrektur, die besonders einige Schwergewichte hart getroffen hat. Auslöser waren vor allem enttäuschende Ausblicke, massiv gestiegene Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) und Gewinnmitnahmen in gut gelaufenen Sektoren wie Rüstung.
Hier ist eine Übersicht der massiven Verlierer und eine Einschätzung, wo sich Chancen bieten.
Die großen Verlierer im Februar 2026
Hier sind die Aktien, die besonders stark abgestürzt sind, und die Gründe dafür:
1. US-Tech-Giganten: Amazon & Alphabet (Google)
- Der Absturz: Beide Aktien verloren deutlich (Amazon z.T. über 4-5% an einem Tag, Alphabet ebenfalls unter Druck), obwohl die Gewinnzahlen solide waren.
- Der Grund: Ein „Schock“ über die massiven Investitionen (Capex) schickte beide Aktien nach unten. Das Duo kündigten an, 2026 bis zu 185 respektive 200 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur auszugeben. Der Markt fragt sich: „Wann zahlt sich das aus?“ und straft die Aktien für die hohen Kosten ab. Amazon rauschte vom Top bei 254 auf 204 Dollar.
2. Rheinmetall (DAX)
- Der Absturz: Die Aktie war der größte Verlierer im DAX in den ersten Februartagen (Minus von über 6-10% in kurzer Zeit). Seit September sackte gar der Kurs von 2.000 auf 1.600 Euro ab.
- Der Grund: Nach einer phänomenalen Rallye gab es Gewinnmitnahmen und Sorgen um die Bewertung. Zudem drückten politische Nachrichten (z.B. Ukraine-Gespräche) auf die Stimmung. Auch dämpfte der Vorstand das Umsatzziel für 2026. Die Insider haben den Kursrutsch zum Einkaufen genutzt. Schließlich sind die Auftragsbücher proppenvoll.
3. Novo Nordisk (Pharma)
- Der Absturz: Die Aktie brach zeitweise zweistellig ein (ca. 14 bis 18%).
- Der Grund: Der Ausblick für 2026 enttäuschte. Das dänische Pharmakonzern warnte vor Preisdruck in den USA bei seinen Abnehmspritzen (Wegovy) und einem langsameren Wachstum als erwartet. Doch die Reaktion scheint übertrieben. Eine schöne Kaufchance, glaube ich.
4. PayPal
- Der Absturz: Ein massiver Einbruch von rund 20%, die Aktie fiel auf ein 52-Mehrjahres-Tief. Oje, bei 40 Dollar dümpelt nun das Fintech. Das kann der Beginn einer Bodenbildung sein, denn das KGV beträgt mickrige 7. Die Dividende bringt 1,4%. Die Bilanz ist frei von Schulden.
- Der Grund: Schwacher Ausblick und Marktanteilsverluste im Checkout-Bereich. Analysten stuften die Aktie reihenweise herab. Ich habe PayPal im Depot und denke, dass kann vielleicht eine Chancen sein.
Wo lohnt sich der Einstieg? (Chancen vs. Risiken)
Nach solchen Kursstürzen gibt es oft zwei Kategorien: Überreaktionen (Kaufchancen) und echte Warnsignale (Finger weg).
Kategorie 1: Qualität im Sonderangebot (Eher Kaufchance)
- Amazon (AMZN)
- Der Abverkauf basiert auf der Angst vor hohen Ausgaben. Historisch gesehen hat Amazon aber immer massiv investiert (erst Logistik, dann AWS), um später den Markt zu dominieren. Das Cloud-Wachstum (AWS) ist weiterhin stark.
- Für langfristige Anleger ist dieser Rücksetzer oft eine klassische Einstiegsgelegenheit. Die Analysten (Buy-Ratings) sehen Kursziele weit über den aktuellen Niveaus (oft 270-300 Dollar).
- Alphabet (GOOGL)
- Ähnlich wie bei Amazon. Das Kerngeschäft (Suche/Werbung) druckt weiter Geld. Die Bewertung (KGV) ist im Vergleich zu anderen Tech-Werten moderat.
- Wenn sich die Panik über die KI-Kosten legt, dürfte die Aktie wieder steigen.
Kategorie 2: Spekulativer Rebound (Hohes Risiko, hohes Potenzial)
- Novo Nordisk (NVO)
- Situation: Der Markt hasst unsicheres Wachstum bei High-Flyern.
- Chance: Goldman Sachs bezeichnete den Absturz als „übertrieben“. Die Marktposition im Duopol (mit Eli Lilly) bleibt stark.
- Strategie: Wer an den langfristigen Mega-Trend „Adipositas-Behandlung“ glaubt, bekommt die Aktie jetzt deutlich günstiger. Kurzfristig kann es aber weiter rumpeln.
Kategorie 3: Das fallende Messer (Vorsicht!)
- PayPal (PYPL)
- Situation: Die Aktie wirkt optisch extrem billig (KGV unter 10), ist aber eine potenzielle „Value Trap“ (Billigfalle), warnen einige.
- Problem: Das Geschäftsmodell bröckelt. Es gibt schließlich viel Konkurrenz durch Apple Pay, Google Pay, Klarna, Amazon Pay… Hier greift man sprichwörtlich in ein fallendes Messer. Ein Einstieg ist spekulativ. Aber ein Turnaround ist möglich, aber nicht garantiert.
- Rheinmetall (RHM)
- Situation: Der langfristige Trend (Aufrüstung) ist intakt, aber die Aktie war heiß gelaufen.
- Strategie: Kaufen wie die Insider. Analysten haben noch hohe Kursziele (teils über 2.000 Euro), aber das Momentum ist momentan negativ („bärisch“).
Fazit & Strategie
Jetzt bieten sich Rücksetzer bei Amazon und Alphabet. Bei den Techwerten war der Kurssturz „hausgemacht“ durch hohe Investitionen. Rheinmetall und Novo Nordisk haben etwas Dynamik im operativen Geschäft verloren, was kein Beinbruch ist. Vor allem ist Novo massiv eingebrochen und lockt. Bei PayPal fehlt zugegeben der Burggraben. Die Aktie kann aber auf dem ausgebombten Level spannend werden (Übernahme, Fusion, Verkauf?).
Wie siehst du die Netflix Aktie momentan, Tim?
Schon nachkaufen oder noch abwarten?
Hi Matthias, wenn ich das wüsste… Ich hoffe, dass der Kurs dreht. Wann das sein wird, keine Ahnung. Aber ich glaube, wir sind schon ziemlich tief.
Langfristig bist du aber weiter vom Unternehmen überzeugt?
Schließlich ist es ja die größte Position in deinem Depot :)