Bill Ackmans Comeback: Warum Pershing Square wieder bei Netflix einsteigt

Bill Ackman hat aufgeräumt. Der Star-Investor und Chef von Pershing Square hat im zweiten Quartal 2026 sein Portfolio so stark umgebaut wie schon seit Jahren nicht mehr. Nach dem erfolgreichen Börsengang seines neuen Fonds Pershing Square USA hat er das frische Kapital rasch eingesetzt.

Besonders spannend: Er ist zurück bei Netflix. Das ist ein bemerkenswerter Schritt, wenn man bedenkt, dass er im April 2022 noch mit einem massiven Verlust von rund 400 Millionen Dollar beim Streaming-Giganten ausgestiegen war.

Neben Netflix hat Ackman fünf weitere, hochprofitable Qualitätsunternehmen in sein konzentriertes Portfolio aufgenommen.

Ackmans neue Positionen im Überblick

Hier sind die sechs neuen Aktien, die Pershing Square laut den jüngsten SEC-Meldungen gekauft hat:

UnternehmenTickerBurggraben & Fokus
NetflixNFLXSkaleneffekte und Preissetzungsmacht im Streaming
VisaVUnersetzliche Infrastruktur und globales Duopol
MastercardMAUnersetzliche Infrastruktur und globales Duopol
S&P GlobalSPGIMarktmacht bei Finanzdaten und Indizes, kam wegen KI unter Druck
Intercontinental ExchangeICEMonopolartige Handelsdienste und Börseninfrastruktur
AlconALCWeltmarktführer in der Augenheilkunde

Der Netflix-Wiedereinstieg: Eine Bestätigung für Geduldige

Dass Ackman nun rund 3 Millionen Netflix-Aktien gekauft hat (was etwa 4,9% seines Portfolios ausmacht), ist ein starkes Signal. Er gibt offen zu, dass Netflix die „Streaming-Kriege“ faktisch gewonnen hat. Während die Konkurrenz weiterhin Geld verbrennt, profitiert Netflix von Skaleneffekten, die sich selbst verstärken.

Als Buy-and-Hold-Anleger sehe ich diese Entwicklung mit großer Gelassenheit. Schließlich ist Netflix ohnehin die größte Einzelposition in meinem eigenen Depot. Ackman und sein Team argumentieren, dass Netflix durch seine gigantische Nutzerbasis künftige Kosten für Content und KI-Infrastruktur viel besser amortisieren kann als jeder Wettbewerber.

Kurzfristige Sorgen des Marktes über KI-Disruption oder Konkurrenz durch Kurzvideos hält Pershing Square für übertrieben. Es ist ein klassischer Ansatz, um Qualitätsaktien nach einem unberechtigten Rücksetzer aufzusammeln.

Fokus auf unersetzliche Infrastruktur

Auch die anderen Neuzugänge passen perfekt zu einer minimalistischen und stressfreien Investmentphilosophie. Unternehmen wie Visa, Mastercard oder S&P Global sind absolute Cashflow-Maschinen. Sie bilden das Rückgrat des globalen Finanzsystems und wachsen fast automatisch mit der Weltwirtschaft mit, ohne dass sie selbst viel Kapital binden müssen.

Ackman kauft hier keine spekulativen Hypes. Er investiert in grundsolide Unternehmen, die nach einer Phase der Marktskepsis wieder attraktiver bewertet sind.

Fazit

Hin und her macht Taschen leer. Ackmans zwischenzeitlicher Ausstieg bei Netflix vor vier Jahren zeigt, wie teuer es sein kann, bei kurzfristigem Gegenwind in Panik zu geraten und erst Jahre später teurer wieder einzusteigen. Wer stattdessen ruhig bleibt, an seinen besten Unternehmen festhält und stur auf den Zinseszins vertraut, fährt langfristig entspannter und oft auch deutlich erfolgreicher.

5 1 Bewertung
Artikel-Bewertung

bitte lösen Sie diese einfache Aufgabe (Spamschutz) *Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

0 Kommentare
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Ähnliche Beiträge
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x