Iran-Krieg, Ölpreis-Schock, Inflation, Ukraine-Gemetzel, brennende Ölpipelines im Nahen Osten, Staatsanleihen beben, KI Sorgen… Die Weltbörsen stehen unter Druck. Es ist immer wieder dieselbe Geschichte an der Börse: Wenn die Kurse steigen, wollen alle einsteigen. Sind die Kurse hoch, die Bewertungen ambitioniert, aber das Gefühl von Sicherheit lockt die Masse an. Doch wer langfristig Vermögen aufbauen und von passiven Einkommensströmen leben möchte, muss genau entgegengesetzt handeln. Wahre Schnäppchen macht man dann, wenn Qualitätsaktien vorübergehend in Ungnade fallen.
Momentan bieten sich uns seltene Gelegenheiten. Eine Reihe von echten Dividendenkönigen – Unternehmen, die ihre Ausschüttung seit mindestens 50 Jahren in Folge jedes einzelne Jahr angehoben haben – notieren in der Nähe ihrer 12-Monats-Tiefs. Hier ist eine Übersicht über alle Könige.
Der psychologische Vorteil von Kursrückgängen
Wenn eine Aktie wie PepsiCo oder Clorox fällt, geraten kurzfristig orientierte Trader in Panik. Für uns Value-Investoren und Dividenden-Sammler passiert hingegen etwas Wunderbares: Die Dividendenrendite steigt mechanisch an.
Daher gilt: Wer eine Aktie am Tiefpunkt einsammelt, sichert sich eine hohe persönliche Rendite auf das eingesetzte Kapital für die nächsten Jahrzehnte. Während das operative Geschäft dieser Giganten dank starker Marken und Preissetzungsmacht weiterläuft, bekommen wir die Aktie mit einem saftigen Rabatt. Und diese Firmen haben sich bislang gewährt, sonst wären sie kaum in der Lage gewesen, über 5 Dekaden die Dividenden zu erhöhen.
Hier sind 7 erstklassige Dividendenkönige aus dem S&P 500, die derzeit historisch günstig bewertet sind:
Die Top 7 Dividendenkönige im Bewertungs-Check
| Unternehmen (Ticker) | Dividendenrendite | Abschlag zum fairen Wert* | Sektor / Kernfokus |
|---|---|---|---|
| Clorox (CLX) | 5,70 % | -40 % | Consumer Defensive (Haushaltsprodukte) |
| Hormel Foods (HRL) | 5,7 % | -23 % | Consumer Defensive (Lebensmittel) |
| Kimberly-Clark (KMB) | 5,20 % | -21 % | Consumer Defensive (Hygieneprodukte) |
| Kenvue (KVUE) | 4,72 % | Nahe Tief | Healthcare (ehem. J&J Konsumgüter): steht vor Übernahme durch KMB |
| PepsiCo (PEP) | 4,34 % | -19 % | Consumer Defensive (Getränke & Snacks) |
| Genuine Parts Co. (GPC) | 3,18 % | Unterbewertet | Industrials (Automobil-Ersatzteile) |
| Medtronic (MDT) | 3,17 % | -16 % | Healthcare (Medizintechnik) |
*Abschlag basierend auf fundamentalen fundamentalen Price/Fair Value-Analysen.
Warum macht ein Einstieg genau jetzt Sinn?
Werfen wir einen Blick auf die Details. Clorox hat nach dem Ende des Pandemie-Booms stark gelitten, weil das Putzen und Schrubben nach dem Ende der Pandemie nachgelassen hat. Aber der Absturz scheint übertrieben: Die Reinigungs- und Haushaltsprodukte stehen schließlich in fast jedem amerikanischen Haushalt. Ein Abschlag von fast 40 % zum fairen Wert bei über 5 % Dividendenrendite ist eine absolute Rarität.
Ähnlich sieht es bei den Lebensmittel- und Hygienegiganten Hormel Foods bzw. Kimberly-Clark aus. Höhere Rohstoffpreise und kurzfristiger Margendruck haben die Kurse belastet. Hinzu kommt eine leicht nachlassende Nachfrage, weil die inflationsgeplagten Verbraucher auf No-Name-Artikel ausweichen. Aber frage dich selbst: Werden die Menschen in fünf oder zehn Jahren aufhören, Fleischprodukte wie Spam, Erdnussbutter, Windeln oder Taschentücher zu kaufen? Wohl kaum! Diese Unternehmen besitzen die Preissetzungsmacht, um die Inflation langfristig an die Verbraucher weiterzugeben. Ihr Sortiment an Marken ist umfassen: Hormel hat über 40 Marken, die jeweils die Nr. 1oder Nr. 2 in ihrer Kategorie sind.
Auch PepsiCo ist ein Fels in der Brandung, der fast 27 % unter seinem Allzeithoch notiert. Die temporären Sorgen um den US-Konsummarkt verblassen, wenn man sich das weltweite Snack- und Getränkeimperium vor Augen führt.
Im Gesundheitssektor findest du Kenvue – die erfolgreiche Abspaltung der Konsumgütersparte von Johnson & Johnson (mit Marken wie Listerine und Neutrogena), Kenvue steht allerdings vor der Übernahme durch Kimberly-Clark. Und du hast den Medizintechnik-Marktführer Medtronic. Er profitiert vom unaufhaltsamen Megatrend einer alternden Weltbevölkerung. Dennoch ist der Kurs schwach auf 5-Jahres-Sicht. Meine Güte, du findest also genug Langeweiler mit Substanz, die vor allem an die Aktionäre denken. Die Wahrscheinlich ist groß, dass die Dividenden weiterhin steigend sprudeln werden, aber eine Garantie gibt es natürlich nie.
Beispielrechnung: Langfristiger Vermögensaufbau mit Clorox
- Startkapital: 10.000 Dollar Einmalanlage in eine temporär abgestürzte Qualitätsaktie.
- Einstiegs-Dividendenrendite: 5,70 % (gemäß des aktuellen Bewertungs-Checks für Clorox).
- Annahmen: 6 % jährliches Dividendenwachstum des Unternehmens, 4 % jährliche Kurssteigerung, vollständige Wiederanlage aller Dividenden (DRIP). Ich nutze DRIP-Pläne. Sie machen mich vermögender – automatisch im Hintergrund. Ich mache das mit allen meinen US-Dividendenaktien.
Der Verlauf im Detail:
- Jahr 1: Die 10.000 Dollar generieren im ersten Jahr direkt 570 Dollar an passivem Einkommen bei der ausgebombten Clorox-Aktie. Diese 570 Dollar werden sofort genutzt, um zusätzliche Clorox-Aktien zu erwerben. Das Gesamtkapital (inklusive 4 % Kurszuwachs) steigt auf rund 10.400 Dollar.
- Jahr 5: Durch die Kombination aus Kurssteigerung, jährlichen Dividendenerhöhungen des Managements (ca. 6 % p.a.) und dem automatischen Zinseszins-Effekt wächst der Depotwert auf etwa 13.150 Dollar. Der jährliche Dividendenzufluss klettert auf rund 710 Dollar.
- Jahr 10: Das Depot beschleunigt sich durch den thesaurierenden Effekt und beläuft sich auf ca. 18.400 Dollar. Die jährliche Ausschüttung knackt die Marke von 980 Dollar – das entspricht bereits fast 10 % effektiver Rendite bezogen auf deinen ursprünglichen Kapitaleinsatz.
- Jahr 15: Am Ende des 15-Jahres-Horizonts steht das Depot bei rund 25.700 Dollar. Die jährliche Dividendenzahlung ist auf ca. 1.380 Dollar angewachsen. Die Clorox-Aktie habe ich noch nicht im Depot – aber ich habe sie im Visier.
Wer in einer Phase kollektiver Marktpanik den Mut aufbringt, bei einem bewährten Dividendenkönigen zuzugreifen, sichert sich langfristig ein starkes passives Einkommen. Aus den initialen 570 Dollar Jahresdividende werden über die Jahre hinweg mehr als verdoppelt, allein durch das konsequente Reinvestieren der Cashflows. Aber natürlich gibt es keine Garantien oder Geld-zurück-Möglichkeiten an der Börse.
Fazit für dein Depot
Lasse dich nicht von kurzfristigen Schlagzeilen oder roten Vorzeichen im Depot verunsichern. Die Historie zeigt: Unternehmen, die Weltkriege, Krisen und Inflationsphasen überstanden und dabei immer ihre Dividende erhöht haben, gehören zu den robustesten Vehikeln für den langfristigen Vermögensaufbau.
Wer jetzt die Disziplin aufbringt, im Tief zuzugreifen und die Dividenden reinvestiert (Stichwort: Zinseszins-Effekt), legt das Fundament für finanzielle Unabhängigkeit.
Könnte ja auch einen Grund haben, warum der Markt diese Titel so abstraft. Ob in Discounter-Boom-Zeiten die ganzen Marken weiter so funktionieren, sei mal dahingestellt.
Natürlich gibt es einen Grund und eine Schwäche. Aber solche Riesen könnten sich im Extremfall auch gesund schrumpfen. Die nehmen Kapazitäten raus in Schwächephasen und fahren dann wieder hoch, wenn der Absatz anspringt.
Dividenden sind in meinen Augen mehr was für die Psychologie. Wenn schon, sind sie eher was für die Entnahmephase, weniger für den Vermögensaufbau.
Eher eine Art Vermögensumschichtung, man ist damit am Ende des Tages weder reicher noch ärmer. Man sollte Dividenden nicht mit dem Zins einer Anleihe verwechseln, das sind zwei komplett verschiedene Paar Schuhe.
Dividendenstrategien werden in der Finanzwelt sehr kontrovers diskutiert, das sagt schon viel aus. Man sollte sich genau informieren, genau rechnen.
Mein Fazit: Dividenden haben eine psychologisch positive Wirkung, wenn man sie auf dem Konto eingehen sieht, aber reicher wird man dadurch nicht.
Kann man machen oder auch nicht.
Das stimmt, die Anleihe gibt dir auch in zehn Jahren noch deine 4% aufs investierte Kapital. Bei der Investitionen in eine Dividendenaktie besteht das Risiko, das man 8% nach zehn Jahren bekommt und sich das Kapital verdoppelt hat. Muss nicht, kann aber passieren
Oder, wie bei VW, der Kurs abstürzt. Muß nicht, kann aber passieren.
Man sollte halt nur Qualitätsunternehmen kaufen. Und VW ist auch keine Aktie für eine Dividendenstrategie. Jeder muss für sich selbst entscheiden und darf seine eigene Meinung haben. Meine ist halt Anleihen und Zinsprodukte machen dich nicht reich.
Bei größeren Depots sind Dividendenströme aber ein einfaches Mittel des Rebalancings. Nimm mal ein 500.000€ Depot. 1% sind dort bereits 5000€. Hast du z.B. als Ziel jede Aktie auf MINDESTENS 1% Depot-Anteil zu halten, kommen da schnell Summen zusammen die du als normaler Arbeitnehmer mit „Gegensparen“ kaum noch erreichen kannst.
Und wenn du z.B. die Aktien an den Heimatbörsen handelst und nicht grade Broker wie Interactive usw. nutzt, dann ist das mit den Teilverkäufen usw. auch oftmals nicht günstig.
Ich setze vermehrt auf Dividenden-Titel.
Die einen glauben an den ständigen Wachstum von Wachstumsfirmen….die anderen an den Wachstum der Dividenden. Das eine schliesst das andere nicht aus. Historisch war Value das beste….
***** Aber frage dich selbst: Werden die Menschen in fünf oder zehn Jahren aufhören, Fleischprodukte wie Spam, Erdnussbutter, Windeln oder Taschentücher zu kaufen? Wohl kaum! Diese Unternehmen besitzen die Preissetzungsmacht, um die Inflation langfristig an die Verbraucher weiterzugeben. Ihr Sortiment an Marken ist umfassen: Hormel hat über 40 Marken, die jeweils die Nr. 1oder Nr. 2 in ihrer Kategorie sind.****
Aber du hast Dir die Antwort ja zum Teil selbst gegeben. Überspitzt formuliert: Ja, werden sie kaufen, aber evtl. nicht mehr DEREN Produkte. Es gibt ja oftmals keinen wirklichen Burggraben. Und wenn man z.B. durch Wirtschaftskrisen den Gürtel enger schnallen muss, dann gelingt das grade bei Hygiene Artikel ala Kimberly-Clark wesentlich einfacher.
Eine Coca Cola durch eine River-Cola zu ersetzen ist in der Tat eine Geschmacksfrage und da ist die Hürde relativ hoch seine Lieblingsprodukte zu ersetzen.
Aber wenn ich vor einer Pampers und einer Noname Windel stehe die vielleicht nur 1/3 kostet und das Geld knapp ist, dann wechseln die Leute.
Und auch grade das Vordringen von Aldi und LIDL in den USA wird da noch für mächtig Wirbel sorgen. Denn soweit mir bekannt ziehen auch die US-Ableger unserer Supermarkt-Ketten die Eigenproduktionen mit. Und das zehrt leider an den klassischen Marken in denen ich ja auch selbst investiert bin.
Ja, Aktien bleiben Aktien, die können steigen oder fallen. Wenn sie steigen und dazu noch Dividenden zahlen, ist das das kleine Sahnehäubchen, nicht mehr, nicht weniger.
Wenn sie fallen, gibt es Verluste, das Sahnehäubchen ist dann kaum ein Trost.
Anleihenzinsen funktionieren anders, mehr Sicherheit, weniger Rendite…obwohl zur Zeit ist es da gar nicht so schlecht.
Es ist immer dasselbe, gute Streuung ist alles.
Die großen Markenfirmen müssen auch auf die Preise achten und können nicht sie nach oben schrauben. Manche Firmen fahren zweigleisig, sie haben hochpreisiges und billiges im Programm. So macht es etwa der Tiefkühlkosthersteller Frosta. Sie haben eine Kernmarke (Reinheitsgebot) und beliefern daneben die Supermärkte mit No-Name-Produkten.
Der Papiertuchriese Kimberly Clark hat auch günstige Marken wie Scott.
Der Dividendenzahler Church & Dwight hat neben starken Markenprodukten auch viele Billigmarken, die Sparer anziehen wie AIM Zahnpasta oder XTRA Waschmittel.
Ein Rentner oder Junge aus Europa sollte keine US-Aristokraten besitzen, nur weil sie um 1% jährlich Dividenden steigern. Er sollte ewig nur Unternehmen besitzen, die ihm etwas sympathisch sind und verzeihen ihnen auch eine Dividenden-Kürzung. Das können diese Unternehmen sein: British American Tobacco, HSBC Holdings, NatWest Group, Rio Tinto, Shell, Tesco, Allianz, BASF, BMW, Deutsche Telekom, Munich Re, Siemens, Iberdrola, BNP Paribas, Sanofi, Bank of Nova Scotia, Enbridge, Mitsubishi Corp., Takeda Pharmaceutical, BHP Group, AT&T, Cisco Systems, Duke Energy, Johnson & Johnson, Pfizer, Procter & Gamble, Wells Fargo. Und es geht nur um Besitz und um Dividenden. Und falls BASF oder BMW heute Kurs wie vor 10 Jahren hätten, kann ich billig zukaufen. Dagegen starke Aktien wie Cisco und JNJ sind überbewertet, ich kann nicht zukaufen. Verkaufen will ich nie, Söhne werden die 27 Aktien erben.
Die zehnjährigen US-Treasurys haben die „magische“ 5% Grenze überstiegen. Schlecht für Aktien und Gold.
Die werden bestimmt einige bevorzugen.
Wenns im November schon in die richtige Richtung geht, dann haben wir noch 2 Jahre durchzuhalten. Sollten die Maga-Typen dann ohne Bürgerkrieg in die zweite Reihe treten kann sich alles wieder ein wenig normalisieren.
@Slow
Die Staatsverschuldung steigt aber egal welche Partei dran ist… es mag gewisse Unterschiede in der Geschwindigkeit geben, aber die überwiegende Tendenz ist mathematisch schwer auszuhebeln.
Die Bewertungen aber auch… vor allem in jüngster Vergangenheit und im S&P500 Tech Sektor durch wahnwitzige Investitionen in KI.
Von einem jetzigen Einstieg aus gesehen, welche Renditen sind da bitte für die nächsten 10 Jahre erwartbar? Ich denke wie 100% Aktien-ETF-Jünger werden es noch bereuen!
Vor allem
Institutionelle Anleger werden ausfallsichere(!!!) 5% p.a. über 10 Jahre sicherlich begrüssen
Aktien sind halt nicht super teuer, so lange 20% p.a. Wachstum dagegen steht und inflationsrisiken :-)
Ich sehe bei über 5% Koupon langsam tatsächlich eine Schallmauer und weitere Erhöhungen sind wahrscheinlich.