Wie ich aus 2.500 flotte 117.000 Euro machte


New York, 7. August 2015
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Ein Wasserfall mit Münzen ringsherum und einem Holzeimer. Wenn Sie in Erfolgsaktien mehrere Dekaden lang investieren, sinkt Ihr Kaufpreis mit der Zeit. Bereinigt um Dividenden, Aktiensplits und Spin-offs. Sie haben also irgendwann für eine Aktie 2,00 Euro bezahlt, die heute bei 60 Euro notiert.

Ein Problem vieler Anleger ist deren Ungeduld. Ich schildere das hier im Blog gebetsmühlenartig. Lassen Sie sich von den massenhaften Nachrichtenflüssen nicht verrückt machen. Machen Sie keine Schnellschüsse. Passen Sie vor irrationalen Entscheidungen auf.

Was mir hilft, ist der Blick auf den Einstiegskurs. Nur das zählt langfristig. Nehmen wir an, Sie haben vor 15 Jahren die Zeitarbeitsfirma Amadeus Fire mit Sitz in Frankfurt gekauft. Damals dümpelte die Aktie bei circa 12 Euro. Dann passierte ewig nichts. Doch ab 2010 schoss die Aktie wie Phönix aus der Asche in die Höhe. Aktuell kostet das Papier fast 90 Euro. Nun vergleichen Sie Ihren möglichen Einstandskurs von damals mit 12 Euro. Daneben konnten Sie herrliche Dividenden kassieren. Es ist einfach so, wenn Sie Geduld haben, haben Sie Kurse bezahlt, die so ein Erfolgsunternehmen vermutlich nie wieder sehen wird.

Sagen wir, Sie kauften die Softwareschmiede SAP vor 18 Jahren. Kurs damals 9 Euro. Kurs heute 66 Euro.

Ich kaufte vor zwölf Jahren Aktien des Konzertveranstalters CTS Eventim. Ich hatte damals mit Ach und Krach 2.500 Euro zusammengekratzt. Wissen Sie, als Journalist verdiene ich keine Reichtümer. Da waren die 2.500 Euro schon recht viel Geld für mich. Aus den 2.500 Euro sind bis heute 117.000 Euro herangereift. Ich bin einfach auf dem Hosenboden sitzen geblieben. Obendrauf kassiere ich seit einiger Zeit Dividenden.

Natürlich unterlaufen mir an der Börse Fehler. Das gehört zum Leben eines Börsianers dazu. Aber ungeduldig bin ich nicht. Das ist nämlich schädlich. Das habe ich verinnerlicht. Das habe ich gelernt. Ich verkaufe nie mehr meine Aktien. Denn ich weiß: Das Geld wandert an der Börse von den ungeduldigen zu den geduldigen Händen. Punkt. Schluss.

Ich besitze andere Verzehnfacher wie SAP oder Netflix. Kaufen und Liegenlassen ist meine Devise. Das ist das Geheimnis der Börse. Der Gründer von fool.com, Dave Gardner, hat das mal schön geschildert: Wie winzig Ihr Einstiegskurs bei Qualitätsfirmen wird, wenn Sie Dekaden abwarten können. Es ist ja so, dass Sie Ihren Einstiegskurs um Aktiensplits samt Dividenden bereinigen müssen, um den wahren Preis, den Sie gezahlt haben, zu sehen.

Die meisten Menschen verstehen das nicht. Sie schauen ständig auf die Kurse. Sie wollen einen schnellen Gewinn einstreichen. Dabei ist das ein ganz großer Fehler. Hätte ich nach 1.000 Euro Gewinn meine CTS-Aktien verkauft, wären mir mehr als 113.000 Euro durch die Lappen gegangen.

Ab einer Haltedauer von 20 Jahren wird es übrigens richtig spannend.

Sagen wir, Ihre Eltern kauften am 1. Januar 1977 den Zahnpasta-König Colgate-Palmolive. Um Splits bereinigt kostete seinerzeit die Aktie 1,56 Dollar. Kurs heute 68,65 Dollar. Sie sehen, was Abwarten bringt. Der Kursanstieg seither circa 4.300 Prozent.

Blicken wir nun auf den Seifen-Goliath Procter & Gamble. Kurs am 1. Januar 1977: 1,70 Dollar. Kurs heute 75,74 Dollar. Das Plus fürstliche 4.347 Prozent.

Sie können vergleichbare Kursanstiege mit dem S&P-500-Index erzielen. Einfach einen Indexfonds kaufen und liegenlassen.

Sie brauchen nicht mal ein Hellseher zu sein, um gute Firmen zu finden. Nehmen Sie David Gottesman (88). Der Geschäftsmann lernte Warren Buffett Anfang der 60er Jahre kennen. Gottesman wusste sofort, dass Buffett ausgesprochen klug war. Daran gab es für ihn keinen Zweifel. Weil er damals die genialen Züge des jungen Buffett erkannte, investierte Gottesman frühzeitig in ihn. Er wurde so zum Milliardär. Mit dem Durchhalten von Qualitätsaktien.

Andere Freunde Buffetts erging es ähnlich. Sie erkannten sein Talent. Also kauften sie seine Berkshire-Aktie. Sie behielten die Berkshire-Papiere ewig. Manch einer bis heute. Ich habe schon mit einigen Freunden aus alten Zeiten gesprochen. Dazu mehr an anderer Stelle.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Wie ich aus 2.500 flotte 117.000 Euro machte

  1. Schwarzer KaterSchwarzer Kater

    Hi Tim,

    Glückwunsch zu Deinen Erfolgserlebnissen. Keine Frage, wer am besten mitten in den Subprime-Krise gekauft hat, kann sich heute über tolle Gewinne und 100%er freuen.

    Nur was ist mit den vielen Lesern von Dir, die bis dahin noch nicht soweit waren? Würdest Du ihnen empfehlen heute zu den aktuellen Einstiegskursen, z.B. eine Netflix zu kaufen? Das ist genau das Problem. Besonders, wenn man Deinen Hinweis auf die Wichtigkeit des Einstiegskurses beherzigt. Schön, was vor 20 Jahren war. Wichtig ist, was in 20 Jahren sein wird.

    Es beruhigt ungemein, wenn man mehrere 100 oder 1000% im Plus ist. Dann kann der lächerliche 30% Crash kommen. Anders sieht es für die aus, die erst 2014 oder 2015 angefangen haben.

    Sollten die dieser Logik nach nicht auf den nächsten Crash warten? Wann auch immer dieser kommen mag. Die richtigen Erfolge kann man doch erst feiern, wenn man am Boden kauft. An richtigen Weltuntergangstagen. Jetzt ist so gut, wie alles oben. Und das, was unten ist, ist aus gutem Grund unten.

  2. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    Hi Schwarzer Kater,

    das Geld ist an der Börse besser als auf dem Sparbuch aufgehoben. Ich würde an Deiner Stelle vermutlich einen Indexfonds kaufen. Selbst wenn der Indexfonds im Schnitt nur um 5% die nächsten 10 Jahre steigt, ist das besser als das, was ein klassisches Sparkonto bei der Bank bringt.

  3. Schwarzer KaterSchwarzer Kater

    Tim, Danke. Mir gings auch weniger um mich.

    Mir gehts generell um den Punkt, dass solche Erfolge am besten realisierbar sind, wenn man im Crash oder einer heftigen Korrektur kauft. Weil man dann in einer (ungerechtfertigten) Übertreibung nach unten kauft. Das haben wir gerade nicht.

  4. Ric

    Wow. Tim, das ist mal ein richtig guter Artikel!!!

    Das sport an. So ein Erfolg. Herzlichen Glückwunsch!

    Es zeigt mal wieder, kaufen und liegenlassen ist das einzige was funktioniert.

    Ich mache es genauso. Aktien in ruhe analysieren, wenn der Kaufpreis stimmt  zuschlagen und nie wieder verkaufen!!!

    @ Schwarzter Kater

    Du hast dir die Antwort schon selbst gebenen ;-):

    „Es beruhigt ungemein, wenn man mehrere 100 oder 1000% im Plus ist. Dann kann der lächerliche 30% Crash kommen.“

    S0 siehts aus. Was interessiert mich ein Crash. Klar wenn ich genau gerade beim Crash Geld übrig habe, super. Aber langfristig gesehen, ist es relativ egal wann man kauft. Wie Tim schon sagt, zählt eher die Zeit die man investiert ist. Außerdem, kassiert man in der Zeit auch Dividenden. Sprich, alleine dadurch hat sich der auch wenn mal etwas höhere Kaufpreis schon gelohnt.

     

    Viele Grüße

    Ric

  5. willihope

    @Ric

    Auch wenn es noch so oft wiederholt wird – es ist eben nicht egal! So Pauschalaussagen sind brandgefährlich für Anfänger!

    Telekom im Jahr 2000 um die 100 Euro, die steht jetzt 15 Jahre später auf 16,80.-! Da nützt auch keine Dividende mehr.

    Die kannst dein ganzes Leben halten und das wird nichts mehr werden, davon gibt es einige!

  6. Schwarzer KaterSchwarzer Kater

    Oder eine Münchener Rück – ein Liebling der Dividendengemeinde. Wenn es ganz blöd lief, dann habe ich zwischen 1998 und 2002 gekauft und sitze jetzt immer noch auf dicken Verlusten. Ebenso eine Allianz usw. Aber es geht ja nicht um Negativbeispiele, die finden sich immer.

    Wenn jemand euphorisiert von Draghis Gelddrucken im Frühjahr eingestiegen ist, dann macht es einen Unterschied, ob der Markt jetzt nochmal 40-50% runtergeht oder ob ich letzten Oktober gekauft habe oder 2011 usw.

    Ich hoffe natürlich, dass Ihr Recht habt und der Aktienmarkt nochmals die selbe Performance hinlegt, wie seit 2009.

  7. O.T.

    Der Blogbeitrag kommt mir vor als hätte Tim beim Investor-Verlag als Börsebriefschreiber angeheuert.

    1000te Prozente Gewinn … und er hat noch dazu die richtigen Aktien ausgewählt (noname-Arbeitsvermittlung, oder den einzig noname-seriösen-Konzertveranstalter, na klar …).

    Ich frage mich langsam aber sicher was ich davon halten soll, das heutzutage jeder Taxifahrer (da nehme ich Tim aus, denn er betreibt den Blog schon seit Jahren) in seinen Blog die Dividendenstratgie beschreibt die er fährt.

    Vor kurzem mußte ich feststellen das auch der alte VTler Dirk Müller in eigene Fonds macht.

    Die Zeichen häufen sich! Ich muß ehrlich gestehen ich bekomme ein wenig Angst …

     

  8. Michael C. Kissig

    @willihope

    Mit Einzelaktien kann man immer Leute bange machen, Gegenbeispiele gibt es auch genug, wie Apple oder Google. Aber es setzt ja niemand auf nur eine Aktie im Depot, daher kann man solche Ausreißer auch verschmerzen.

    Tims grundsätzliche Aussage, man solle Geduld haben und die Aktien für sich arbeiten lassen, ist völlig korrekt. Und es ist langfristig gesehen auch nicht entscheidend, ob man kurz vor oder kurz nach einem Crash gekauft hat. Langfristig gesehen!

    „Langfristig werden die Aktienmärkte für gute Nachrichten sorgen. Im 20. Jahrhundert durchlebten die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und teure militärische Konflikte. Eine Depression, mehrere Rezessionen, Börsenpaniken, Ölschocks, Virenpandemie und den Rücktritt eines Präsidenten. Dennoch stieg der Dow Jones von 66 auf 11497.“
    (Warren Buffett)

    Inzwischen notierte der Dow Jones Index auch schon mal über der 18.000er Marke…

  9. Schwarzer KaterSchwarzer Kater

    @Michael C. Kissig

    An der grundsätzlichen Aussage, dass man Geduld haben sollte, ist auch nichts auszusetzen.

    Ich musste gerade nachschauen. Der Dow steht bei 17.300. Du gehst davon aus, dass der Dow in 10 Jahren bei 35.000 oder 50.000 steht? Oder kann es sein, dass er zuerst auf 10.000 Punkte zurückgeht und man 15 bis 20 Jahre warten muss bis er wieder bei 18.000 steht? Im ersten Fall ist Timing egal. Im zweiten Fall hätte ich eine verschenkte Phase. Gibt es nicht? Dann empfehle ich einen Blick auf den Dax bis letztes Jahr oder den Nikkei.

    Mitten in einer Hausse wird wohl fast jeder Zustimmen und sagen, dass Timing nichts bringt, denn es steigt ja sowieso immer. So wie die letzten Jahre.

     

  10. The Dividendlover

    Danke Tim, für diesen Einblick in deine Aktienkäufe. Immer wieder interessant, was andere kaufen. Ich liste deshalb seit Anfang Jahr die Aktienkäufe meiner favorisierten Blogger auf. Die jeweiligen Kaufgründe und Aktienbewertungen sind durchaus inspirierend. Wens interessiert, hier der Link.

  11. SkyHH

    @Dividendlover,

    sehr gute Idee mit der Übersicht. Da fehlen aber noch einige Blogs 🙂

     

    http://www.stock-blog.de/

    http://www.rente-mit-dividende.de/

    http://dividendenhamster.de/

    http://finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/

     

    @Tim,

    freut mich das es Dir gelungen ist entsprechend die Aktien zu kaufen und zu halten. Aber wie von einigen schon gefragt, wie kann man sowas jetzt angehen? Welche Aktie hat jetzt das Potential evtl. wie aus deinem Leben in ca. 20 Jahren  so einen Verlauf zu nehmen?

    Ich habe einen Artikel gelesen und würde deine Einschätzung gerne dazu lesen:

    http://wirtschaftsblatt.at/home/meinung/kommentare/4793297/So-finden-Investoren-die-Goldgruben-von-morgen

     

    Kann mit einer Aktie wie Epoxy, in Anlehnung an deine beschriebenen Beispiele, evtl. auch erreicht werden?

     

  12. Joe

    Muss mein Geld selbst verdienen und daher investiere ich fast nur in Qualität ( Coca Cola, PepsiCo, IBM, AIG etc ) Ich bin 2012\13 eingestiegen und die Performance ist wirklich gut. Ich wollte immer die Amex Aktie im Depot haben ( aus den bekannten Gründen ) Nach den schlechten Quartalszahlen bin ich bei 75,50$ eingestiegen und heute super happy. Timing ist nicht alles ! Die Bank of Ireland hat wohl auf den ersten Blick wenig mit Blue Chips zu tun – ich habe das eine Weile beobachtet und bin bei 0,26€ eingestiegen – so richtig. Mein Zeitplan war allerdings völlig daneben – aber ich habe durchgehalten und heute ist alles wunderbar. Mein Rezept ist ganz einfach; Hausverstand – Qualität – Zeit

    All the best…

    joe

     

     

     

  13. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ SkyHH

    Wie man Highflyer findet? Das ist schwierig. Es ist ein Wechselspiel aus Risiko und Chance.

    Grundsätzlich ist es schon ratsam, auf solide Hausmannskost zu setzen. So wie das Joe vorbildlich beschreibt. Oder eben über einen Indexfonds/ETF. Jeden Monat stur Geld hineintun. Egal, was passiert. Einfach stur.

  14. Felix

    Ja, in die Zukunft schauen kann mal nun keiner, auch wenn manche so tun. Wir haben nur den Blick zurück. Selbst, wenn der Dow auf 10.000 zufällt, gibt es kein Hurra hinein mit den ganzen Zaster in den Markt. Dann werden nicht wenige prophezeien, „Dow nächst Woche bei 5000“ usw. Und es stellen sich genau die gleichen Fragen wie oben. Hinzu wird kommen, dass alle Schlagzeilen, wirklich alle, vom Untergang mindestens des Abendlandes, des Finanzsystems sowieso, künden. Es wird psychologisch extrem schwierig, sich jetzt aus dem Fenster zu hängen und im großen Stil zu kaufen. Nur die Abgebrühtesten schaffen das. Das sieht nur aus der jetzigen Warte leicht aus.

    Deshalb halte ich ca. 20 % Cash für den o.g. Extremfall. Das, was an übrigen Geld da ist, investiere ich nach und nach, zeitlich diversifiziert gewissenmaßen. Ich kaufe also nicht einmalig die Telekom bei 100 € und warte dann zwei Jahrzehnte schicksalergeben, ob sie diesen Kurs jemals wieder erreicht. Wenn ich weiterhin von ihr überzeugt bin, kaufe ich bei 10 € nach.

    Ich bin deshalb derzeit nicht voll investiert. Kaufe aber trotzdem mal eine Daimler zu unter 80, wenn gerade die Chinakrise hochgekocht wird. Dank Griechenland gab es im ersten Halbjahr auch immer wieder Gelegenheiten, relativ günstige Einstiegskurse zu erwischen. Gute Aktie anpeilen, limitierte Order in Markt, ca 10 % unter aktuellem Kurs, und irgendein Varoufakis-Spruch sorgt dafür, dass die Kauforder ausgelöst wird. Drei Tage später hat die Aktie wieder ihren ursprünglichen Kurs. Schade um Varoufakis 🙂

  15. Frank

    Hallo Tim,

    wie wärs denn mal mit  ner Einschätzung von dir und den Lesern über die CTS Eventims der Zukunft?

    Ich hab mir überlegt mal kleineren Companys ne Chance zu geben:

    Fuchs Petrolub

    Fielmann

    Wirecard

    als 10 % Beimischung in ein ansonsten konservatives Depot?

    Welche künftigen Stars habt ihr so auf dem Radar?

  16. AlexanderAlexander

    Meine besten Ergebnisse habe ich auch durch das Festhalten an Unternehmen erzielt. Das meiste Geld habe ich durch zu schnelles Verkaufen verpasst. Ich hatte mal eine XING zu 5 € im Depot. 120% Gewinn und mit Hurra verkauft. Wenn ich die mir heute so anschaue, dann sollte ich daraus was lernen.

     

    Klar, wenn jemand eine Telekom zu 100 € kauft, dann hat er aber null Ahnung und die Zahlen nicht einmal angeschaut und kein bisschen überlegt. Dies ist kein Vorwurf an die Neueinsteiger, die konnten es nicht wissen bei dem ganzen Hype damals.

    Bei guten Qualitätsaktien muss man immer etwas mehr bezahlen, was sich langfristig aber auszahlt. Sollte doch ein Kurseinbruch kommen, kann man günstig nachkaufen. Bei Coca-Cola, J+J etc. habe ich da kein Problem.

    Selbst wer unbedingt bei der Telekom investiert sein möchte, hätte diese bei Kursen um 7 € nachkaufen können. Durch das regelmäßige Investieren und halten, wäre durch die Dividenden  vermutlich selbst ein Telekominvestor inzwischen im Plus.

    Ist man mit einem Wert erst mal mit 200% und mehr im Grünen, machen Kursrückgänge rein psychologisch kaum noch zu schaffen. Bei einigen meiner Langfristwerte schaue ich da schon gar nicht mehr bewusst hin, weil es einfach keine Rolle spielt. Aktuell ist der Markt teuer, wobei ins Verhältnis zu den Zinsen und der Inflation nahe Null viele Werte nicht heillos überteuert sind. Und sollte es doch einen Crash um 50% geben, dann ist das der richtige Zeitpunkt seine Qualitätsaktien auf zu stocken.

     

    Mit dem Internet ist es heute kein Problem, selber dieses Experiment zu machen. Die Kurse von Standardwerten runterladen und über einen Zeitraum von 20 oder 30 Jahren z.B alle 3 Monate den gleichen Betrag investieren und die Dividenden dazulegen. Man wird feststellen, dass man bei fast allen Standardwerten trotz schlechter Phasen gut abgeschnitten hat.

     

     

     

     

     

  17. Markus

    @Tim

    Wie genau hast Du denn vor 12 Jahren CTS-Eventim analysiert bzw. wie bist Du auf die gekommen?

    Wenn Du damals 2,5 k auf die gesetzt hattest, hast Du sicher auch andere sehr riskante Aktien mit 2,5 k gekauft, die evtl. hops gegangen sind, bzw. sehr schlecht gelaufen sind.

    Im nachhinein sehen die Jahre 2003 oder 2009 als optimaler Einstiegspunkt von gebeutelten oder Überlebenden smallcaps sehr einfach aus…

    Dasselbe Wachstum und die Marktdurchdringung nochmal bei den großen Nicht-zyklischen-Werten wie Colgate, Procter, Nestlè, Coke etc. wie vor 30 Jahren zu erwarten…

    Wobei man für bereits erwartetes Wachstum oft auch zu viel zahlen kann.

  18. Felix

    @ Tim

    117.000 € in einer Firma, das wäre mir zu riskant. Noch dazu, wo es sich nicht gerade um eine von der Analystenschar auf Herz und Nieren durchleuchtete Company handelt. Gut, wenn das unter 5% des Gesamtdepots sind, wäre es für mich noch akzeptabel.

     

  19. Schwarzer KaterSchwarzer Kater

    Interessant wie viele der Kommentatoren dann doch (vielleicht ungewollt) sagen, wie wichtig das richtige Timing ist. Also im Crash kaufen, auch wenn es schwerfällt ist der Tenor. Wie „blöd“ es doch war eine Telekom so teuer zu kaufen usw. Weiss man leider alles immer hinterher. Vielleicht ist ja ein KGV von 508 bei Netflix aktuell günstig.

    Und der Mittelweg ist eben monatlich oder regelmäßig zu kaufen. Mal übertrieben teuer, mal günstig.

     

  20. Markus

    Timing ist entscheidend.

    Bei den breiten Indizes auf Sicht von 1 – ca. 2 Dekaden.

    Ab ca. 2 Dekaden glättet sich vieles und bei 3 – 4 Dekaden schlägt die Regression schon ganz ordentlich zu.

    Das Problem ist vor allem praktischer Natur, so dass es selbst Profis so gut wie nie schaffen, timing systematisch auszubeuten. Zumindest deuten alle öffentlichen & bekannten Studien darauf hin… und es ist im Umkehrschluss in den meisten Fällen besser frühzeitig investiert zu sein.

    Bei Einzelwerten sieht es differenzierter aus.

    @Tim

    Hattest Du damals nen Tipp? 😉

    Da sehen die tenbaggers dagegen blass aus…

  21. Paulo

    Hatte der Autor wirklich die SAP Aktien von Beginn an? Die stiegen damals  auf über 750 € und wurde mehrmals gesplittet. Entscheidender als der Langzeitfaktor ist doch die Steuung der Branchen und die Gewichtung einzelner Werte. Nie wieder verkaufen? Nein daran glaube ich nicht.

  22. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Frank

    Ja, die 3 genannten sind gute Unternehmen. Ein Erfolgsfaktor ist, wenn eine Familie als Großaktionär dahinter steht. Wie bei Fielman oder Fuchs Petrolub. Das ist immer ein guter Indikator. Siehe auch: Merck, VW, Henkel, BWM…

    Bei CTS Eventim hatte Klaus-Peter Schulenberg ein riesiges Aktienpaket damals (er hat einen kleinen Teil vor einiger Zeit verkauft). Schulenberg sanierte die Firma und brachte sie auf einen Wachstumskurs.

    Ob die drei von Dir genannten Firmen so schnell wachsen können, weiß ich nicht. CTS war damals recht klein.

     

    @ Markus

    Ich las seinerzeit ein Interview mit dem CEO in einer Tageszeitung. Danach habe ich mir die News und Geschäftsberichte auf der Website angeschaut.

    Natürlich habe ich schlechte Aktien gekauft. Es ist erniedrigend.

     

    @ Felix

    Was ist hilfreich an einer Analystenschar, die eine Firma unter die Lupe nimmt? So eine Firma kann trotzdem Insolvenz anmelden. Siehe Kodak, GM etc. Kleine Familienbetriebe sind was Herrliches. Dann steht die Familie auf der Seite der Kleinaktionäre.

  23. hasta la proxima

    Lieber Tim Schäfer,

    bitte verraten Sie mir bzw. uns eines: welchen Broker/Brokerhaus verwenden Sie? Ich kann mich einfach nicht entscheiden. Ich habe jetzt einiges an liquiden Mitteln verfügbar und möchte das jetzt wirklich langfristig – also so wie Sie empfehlen, mehrere Dekaden – anlegen. Weiterer wichtiger Zusatzpunkt: für mich (47 Jahre) soll das alles nicht mehr relevant sein. Ich möchte das für meine Tochter (10 Jahre) machen.

    Haben Sie vielen Dank und bitte weiter in gewohnter Form posten.

    mfG hasta

  24. Pingback: Artikel über Wirtschaft und Devisen 9. August | Pipsologie

  25. Ric

    @ willihope

    Warum ist meine Aussage brandefährlich??

    Ich sehe das genaus wie ich es gesagt habe. Ich sagte „Aktien in ruhe analysieren, wenn der Kaufpreis stimmt  zuschlagen und nie wieder verkaufen!!!“

    Da klar, mit Telekom hat man verloren. Darum „Aktien in ruhe analysieren“.

    Welcher dividenden Investor hat sich die Deutsche Telekom in das Depot gelegt. Ich denke sehr wenige, weil sie die Firma vorher analysiert haben.

    Aus dem Grund landen oft Firmen wie Coca-Cola oder Colgate im Depot. Schau dir mein Depot an. Dort liegt keine Deutsche Telekom, Allianz oder sowas.

    Viele Grüße

    Ric

  26. SkyHH

    Tim,

    vielen Dank. Bist aber leider nicht explizit auf meine Frage eingegangen. Wäre super, auch weil du in den USA unterwegs bist und anscheinend durch deine Erfahrung ein gewisses

    Zitat:

    Ich habe einen Artikel gelesen und würde deine Einschätzung gerne dazu lesen:

    http://wirtschaftsblatt.at/home/meinung/kommentare/4793297/So-finden-Investoren-die-Goldgruben-von-morgen

     

    Kann mit einer Aktie wie Epoxy, in Anlehnung an deine beschriebenen Beispiele, evtl. auch erreicht werden?

  27. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @SkyHH,

    die Antwort muss doch sein; Könnte schon, wird es aber eher wohl nicht. 😉

    Ich habe noch als Mahnmale im Depot; TELESENSKSCL AG NA DE0005299705, INFOMATEC O.N. DE0006222003, oder ALTERNATIVE EN. SOURCES  US02146J2087. Damals ging jeder davon aus, dass das mindestens Tenbagger werden. Einige andere wurden längst wertlos ausgebucht. Diese Leichen modern leider weiter im Depot vor sich hin, da es mir zu teuer ist, sie ausbuchen zu lassen. Ich glaube das kostet einige Gebühren.

    Ich würde sagen, dass @Tims CTS Eventim nicht pleite ging, als er sie nach über 25.50 Euro Startkurs unter 1 gekauft hat, war reine Glückssache. Die Chance, ein weiterer Pleitekandidat zu sein, war damals sicher viel größer. Siehe Comroad u.v.a. Der Highflyer Intershop dümpelt immerhin noch halblebig rum, usw. usf.

    Das musst Du Dir überlegen, ob Du Geld in so Lotterielose stecken willst.

    Grüße

    MS

     

  28. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Matthias

    Danke für den Hinweis. Du hast das gut auf den Punkt gebracht. Es kommt auf die Abwägung von Chance und Risiko an. Ich verzichte lieber auf zu hohe Risiken. Der Schutz vor Verlusten hat Priorität. Das ist eine der Lehren, wenn ich mir die Strategie von Buffett anschaue.

    Übrigens war CTS Eventim, als ich sie kaufte, kein Pennystock. Die Aktie kostete seinerzeit 6,25 Euro.

  29. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Guten Morgen @Tim; „Übrigens war CTS Eventim, als ich sie kaufte, kein Pennystock. Die Aktie kostete seinerzeit 6,25 Euro.“

    Stimmt, das war ein Denkfehler von mir. Heute wird es als Pennystock rückwirkend angezeigt. Aber da sind ja Splits bereinigt. Damals war aber noch vorher. 😉

    Muss mir heute überlegen, ob ich mir (wieder) paar NMM (Navios Maritime Partners) zulege. Morgen ist Ex-Div. Das will man ja mitnehmen, dafür hat man die Sachen ja. Die habe ich schon mal eine Weile gehabt. Um 12 gekauft und über 18 USD wieder verkauft. Heute bekomme ich sie für die Hälfte zurück. Nettes Angebot. Die Ergebnisse sind rückläufig, aber wir sind ja Antizykliker. Sonst gäbe es sie ja nicht für den halben Preis. Nun ja, schaun mer mal.

    Beruhigungspille: „Navios Partners has entered into medium to long-term time charter-out agreements for its vessels with a remaining average term of 3.3 years, which are expected to provide a stable base of revenue and distributable cash flow. … On April 22, 2015, Navios Partners took delivery of the MSC Cristina, a 2011 South Korean-built Container vessel of 13,100 TEU. The vessel is chartered out for 12 years at a rate of $60,275 net per day, with Navios Partners‘ option to terminate after year seven.“ (Report)

    Netten Tag

    MS

  30. Alex

    @Matthias Schneider

    Hallo Matthias,

     

    Du hast mal gesagt, Du hättest ein Account bei Lynx? Könntest Du mir bestätigen, dass Du da nur 15% Steuern auf kandische Aktien zahlst? Ich will mir demnächst ein paar kanadische Werte zulegen.

    Und noch was… Wenn Du für US Dollar zu 2,640% Zollzins Dividendenaktien kaufst, kannst Du die Sollzinsen dann bei der Kapitalsteuer geltend machen?

    Danke, Alex!

     

     

     

     

  31. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Alex,

    ja, bei den Kanadiern habe ich auch immer 15% Quellensteuer. Da habe ich nichts dafür ausgefüllt, meines Wissens. Hier ein Screenshot von gezahlten CAD-Divs.
    Für die US-Aktien am Anfang auch nicht, ging wohl automatisch. Danach dann wurde ich aufgefordert, das W-8BEN online zu erneuern, weil nur 3 Jahre gültig.
    Aber bei Kanada kam da noch nichts.

    Die Marginzinsen kann man wohl nicht abrechnen. Das weiß ich selber nicht, aber hier hatte doch kürzlich jemand das so ausgesagt. Jetzt ist geplant, dass man sogar die Depotleichen nicht mehr für den Verlusttopf nutzen kann.
    Also ich gehe davon aus, dass es nicht geht. Deswegen würde ich jetzt keine niedrig rentierlichen Titel auf Pump kaufen, dann muss man Kursgewinne machen, damit sich das rechnet.

    Beste Grüße
    MS

  32. Pingback: Mit dem Kaffee-Dosen-Depot reich werden – Timschäfermedia

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