Mit dem Kaffee-Dosen-Depot reich werden


New York, 4. November 2015
Das Kaffee-Dosen-Depot: Solide Aktien für jeweils 5.000 Dollar kaufen und dann für zehn Jahre in die Kaffeedose legen. Und immer weitere Positionen hinzufügen. Nie verkaufen. So können Sie ein Vermögen aufbauen.

Das Kaffeedosen-Depot: Solide Aktien für jeweils 5.000 Dollar kaufen und dann für zehn Jahre in die Kaffeedose legen. Weitere Positionen hinzufügen. Nie verkaufen. So können Sie ein Vermögen aufbauen. Der Vermögensverwalter Robert Kirby hat genau das gemacht. Er wurde steinreich.

Buy and Hold ist eine überlegene Strategie. Wer Qualitätsaktien langfristig hält, wird fürstlich entlohnt. Die Kunst besteht darin, die Schwächephasen und Krisen, auszusitzen.

Buy and Hold ist eine überlegene Strategie. Wer Qualitätsaktien langfristig hält, wird fürstlich entlohnt. Die Kunst besteht darin, die Schwächephasen und Krisen auszusitzen.

Wie Sie mit Ihrem Geld umgehen, verrät etwas über Ihren Charakter. Wer spart und vorsichtig mit seinem Einkommen umgeht, kann stressfreier leben. Schuldenfrei zu sein nimmt Ihnen eine große Last. Es gibt eigentlich nichts, was ich brauche, um dafür neue Schulden aufnehmen zu müssen.

Die Altersvorsorge sollten Sie als einen langfristigen Plan betrachten. Es gibt keine wirklich gute, sichere Abkürzung, um schnell zum Ziel zu kommen. Gut, es kann ein Erbe sein. Oder eben der völlig unrealistische Lottogewinn. Aber kaum jemand wird wirklich über Nacht wohlhabend. In langsamen Schritten ist es indes möglich.

Die realistische Lösung ist: Schulden tilgen. Sparen. Investieren. Und dann lassen Sie Ihre Investments wie einen Schneeball immer größer werden. Sie müssen sich gar nicht so intensiv darum kümmern. Am besten automatisieren Sie den Prozess des Aktiensparens. Geht das Geld automatisch aus Ihrem Girokonto beispielsweise monatlich in einen Indexfonds, können Sie kaum das Geld anderweitig für Konsumgüter ausgeben.

Es gibt Leute, die sagen: „Ich habe es ein oder zwei Mal versucht. Es hat nicht funktioniert.“ Sie nutzen einen Fehler, den sie gemacht haben, als Ausrede, es nicht noch einmal zu versuchen.

Ja, es ist hart. Je härter der Kampf, desto größer die Ernte. Die Börse schwankt. Sie müssen das ertragen können. Je länger Ihr Zeithorizont ist, desto besser.

Schreiben Sie sich Zwischenziele auf. Sie werden in kleinen Schritten dorthin kommen. Langsam, stetig, sicher.

Buy and Hold ist als Strategie an der Börse überlegen. Es reduziert die Transaktionskosten und mögliche Fehler.  Bauen Sie eine Art Kaffeedosen-Depot. Packen Sie Aktien in die Dose. Und lassen Sie die Aktien darin.

Wenn Sie Ruhe bewahren, vermeiden Sie einen typischen Fehler von Anlegern: Unten verkaufen, oben einsteigen. Es ist wie verflixt. Aber genau das macht die Masse, obwohl es absurd ist: Sie kaufen nach einem guten Lauf. Und verkaufen nach einem schlechten Lauf. Das wiederholen sie. Fakt ist: Anleger sind grottenschlecht darin, den Markt zu timen. Die Ungeduld ist ein riesiges Problem.

Aus diesem Grund erfand Vermögensverwalter Robert Kirby 1984 das Kaffeedosen-Depot. Er kaufte solide Aktien im Wert von jeweils 5.000 Dollar und ließ sie anschließend Dekaden ruhen. Als seine Gattin das Depot nach seinem Tod erbte, konnte sie kaum glauben, was sie erbte: Gut, einige Aktienpositionen waren nur noch 2.000 Dollar wert. Andere waren dafür auf 100.000 Dollar herangereift. Und eine Position explodierte auf mehr als 800.000 Dollar.

Kirby veröffentlichte sogar seine Stratgie des Kaufens und Vergessens in einem Expertenblatt. Er empfiehlt zehn Jahre Aktien durchzuhalten.

Ich kaufte übrigens die CTS-Eventim-Aktie und hielt sie mehrere Jahre durch. Ich machte  aus 2.500 Euro deutlich mehr als 115.000 Euro. Allerdings erwischte ich selbstverständlich einige Loser. Trotzdem funktioniert unterm Strich das Kaffe-Dosen-Depot. Ich kann es bestätigen. Die Dividendenrendite, die ich von meinem ursprünglichen CTS-Kauf einstreiche, erreicht bald 100 Prozent. Wo bekommen Sie schon eine Dividendenrendite von 100 Prozent? Es geht, wenn Sie eine enorme Geduld haben.

Der Vermögensberater SigFig beobachtet mehr als eine halbe Million Anleger in den USA. Das beobachtete Volumen umfasst 200 Milliarden Dollar. In den Auswertungen von SigFig schneiden die „Buy-and-Hold“-Anleger meistens am besten ab. Es kann kein Zufall sein. Blicken Sie auf die Grafik vom 28. Oktober 2015, die in der Zeitung „USA Today“ veröffentlicht war: Der Buy-and-Hold-Anleger verdiente auf Sechs-Monats-Sicht 3,57 Prozent, während alle anderen Anlegertypen (aktiv, sehr aktiv, aggressiv) im Schnitt Geld verloren:

Sie sehen in der Grafik von SigFig, die ich der Zeitung "USA Today" entnommen habe: Der Buy-and-Hold-Anleger ist den anderen Anlegertypen überlegen.

Sie sehen in der Grafik von SigFig, die ich der Zeitung „USA Today“ entnommen habe: Der Buy-and-Hold-Anleger ist den anderen Anlegertypen überlegen. Nach sechs Monaten verdiente der geduldige Anleger 3,57 Prozent, während die Ungeduldigen alle Geld in den Sand gesetzt haben. Am schlechtesten schnitten in dem Beispiel die sehr aktiven und aggressiven Anleger ab, die zwischen 51 und 100 Prozent ihres Depots binnen Jahresfrist drehen.

Was halten eigentlich bekannte Manager vom Aktientrading? Hier sagt Netflix-Gründer Reed Hastings ab Minute 10:30 im Video, dass sich Langfristanleger bewusst von der Masse abheben. Und dadurch besser fahren. Die Masse agiere zu kurzfristig, erläutert Hastings. Er hat den weltweit führenden Internet-TV-Konzern aufgebaut. Er kann ein Lied von extremer Volatilität in seiner Aktie singen. Seine Aktie wird von enormen Kursschüben nach oben und unten heimgesucht:

BlackRock ist einer der größten Vermögensverwalter der Welt. Deren Chef Laurence D. Fink sagt, das Durchhalten von Aktien sei überlegen und das Kurzfristdenken gefährlich. Er muss es wissen. Er ist Milliardär. Sehen Sie selbst, warum Fink so kritisch über die Kurzfristmentalität denkt. Das 30-Minuten-Interview führte Journalist Andrew Ross Sorkin:


tim schaefer (Author)

drucken


Gedanken zu „Mit dem Kaffee-Dosen-Depot reich werden

  1. Jan

    Hallo Tim,

     

    wieder ein schöner Beitrag.

    Eigentlich ist es doch fast egal wie wir unser Geld anlegen. Ich bin davon überzeugt, dass sowohl Aktien direkt, als auch ETFs und sogar aktive Fonds zum Erfolg führen werden.

    Letztendlich ist vor allem die Disziplin entscheidend. Wer automatisch jeden Monat etwas beiseite legt hat in meinen Augen ser viel bessere Chancen erfolgreich zu sein, als jemand der am Ende des Monats mal schaut, was (ob?) denn noch so übrig geblieben ist.

     

    VG
    Jan

  2. Ric

    Hi Tim,

    deine CTS-Eventim war eine super Investition, keine Frage. Trotzdem war die Investition in ein damals so kleines Unternehmen ein Risiko.

    Ich gehe auch manchmal ein Risiko ein, wie zum Beispiel in die Investition in Keurig Green Mountain, aber in der Regel versuche ich mehr in große Unternehmen zu investieren, die schon seit Jahrzehnten wachsen und es auch in Zukunft tun werden.

    Wie wählst du deine Unternehmen aus? Hast du noch andere, ich nenn es mal vorsichtig Spekulationen getätigt?

     

    Viele Grüße

    Ric

  3. Ben

    „Buy and Hold ist als Strategie an der Börse überlegen.“

    „Ich habe es ein oder zwei Mal versucht. Es hat nicht funktioniert.“

    Wenn Menschen 1) überbewertete Aktien oder 2) Aktien von Unternehmen und Banken mit sinkenden Gewinnen kaufen, dann hat es wirklich nicht funktioniert.

    Tim, du sollst endlich in jedem deinen „Buy and hold Artikel“ von günstigen KGV, KBV, KUV und von steigenden Unternehmensgewinnen schreiben.

    Deine Artikel hier und deine Werbung auf überbewertete Aktien in B.O. und E.a.S. bringen die Leser oft nur zu der Enttäuschung: „Es hat nicht funktioniert.“

    Es hat wirklich keinen Sinn ständig über „Buy and hold“ zu schreiben, wenn dann die Börsen-Neulinge irgendwelche Techno-Aktien mit KUV 6 oder KBV 10 kaufen oder die Aktien von General Motors 30 Jahre halten und sind dann 30 Jahre in Minus, nur weil du die günstige Bewertung: KGV < 15, KBV < 3, KUV <3 und steigende Unternehmensgewinne in deinen Artikeln vergisst.

    Tim, sein so nett und füge in jeden deinen „Buy and hold Artikel“ + „Günstige Bewertung mit KGV, KBV, KUV und steigende Unternehmensgewinne“! Überbewertete Aktien und sinkender Unternehmensgewinn bringen nur die Enttäuschung bei „Buy and hold“.

  4. Fabian S.

    Hallo Tim,

     

    man könnte doch einfach die Big Four von Warren Buffett beim nächsten großen Crash kaufen und sich dann ewig zurücklehnen od?! Was hälst Du von dieser Idee? 😉

  5. StefanStefan

    @ Fabian S.:

    Die Idee ist sicherlich nicht die Schlechteste. Hab ich damals mit Wells Fargo so gemacht und sitze mit denen nun auf + 70 %.

    Allerdings ist halt auch der Meister nicht unfehlbar. Siehe Tesco, Exxon usw…

    Die große Frage die ich mir stelle ist: liegt er bei IBM richtig!?

    IBM sieht verdammt günstig aus und kann deutlich unter Buffetts Einstiegskurs gekauft werden. Dividendenrendite ist 3,7 %…

    Ist sie eine Value-Trap oder eine Riesenchance!??

    Problematisch ist auch, dass sich momentan jahrzehnte geltende Dogmen zu ändern beginnen. Coca Cola und McDonalds bekommen massive Probleme wegen sich ändernden Ess- und Ernährungsgewohnheiten.

    American Express sieht sich zunehmender Konkurrenz gegenüber. Die Margen sinken.

    Ob Buffett diese Unternehmen heute noch kaufen würde?

  6. StefanStefan

    Wo ist eigentlich der, der hier empfohlen hat VW zu kaufen? Und von einer Jahrhundert-Chance geschrieben hatte?

  7. Felix

    @ Fabian

    Habe ich 2008 gemacht und bin gut damit gefahren, auch was die Dividende anbelangt.

  8. Ecckehard

    @Stefan

     

    Ich bin der zwar nicht, aber die Jahrhundertchance kann schon noch kommen! Tim empfiehlt ja immer: kaufen Sie Qualitätsaktien in Krisen. Auch Yale Professor Roger Ibbotson ratet seinen Kunden stets Aktien von Firmen mit Problemen zu kaufen.

     

    Ecckehard

  9. PIBE350

    Jan: ,,Letztendlich ist vor allem die Disziplin entscheidend. Wer automatisch jeden Monat etwas beiseite legt hat in meinen Augen ser viel bessere Chancen erfolgreich zu sein, als jemand der am Ende des Monats mal schaut, was (ob?) denn noch so übrig geblieben ist.“

    Ja, wo wir gerade bei Kaffee sind: Wie viele Menschen kaufen sich jedes Mal vor der Arbeit einen Kaffeebecher (im schlimmsten Fall vom teuren Starbucks) zum Mitnehmen? Allein von diesem Geld, abzüglich dem einmaligen Kauf einer Thermoskanne, kann man schon einen monatlichen ETF-Sparplan einrichten. 🙂

  10. Draghi-Fanclub Zwickau

    Egal, was Ihr kauft. Onkel Draghi wirds schon richten.

    In der Flut steigen alle Boote, die guten wie die schlechten.

    Buy the dip!

  11. ZEN Investor

    @Stefan

    Wo ist eigentlich der, der hier empfohlen hat VW zu kaufen? Und von einer Jahrhundert-Chance geschrieben hatte?

    Gute Frage. Hier bin ich.

    Und jetzt? VW ist ein Langzeit-Investment.

    Mach es wie ich:

    Kauf für eine fixe Summe, zB 1000 Euro, 10 VW-Aktien.

    Kaufe für die gleiche oder mehrfache Summe nach, wenn der Kurs um 25% gesunken ist.

    Ich garantiere dir: Das wird ein Super-Investment.

     

    Ich suche übrigens ganz dringend eine Art Musterdepot. Wikifolio wäre eigentlich perfekt. Wenn sie schweizer Small-Caps wie BKW, Pax Anlage uä hätten.

    Gibt es Alternativen von Wikifolio?

  12. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Jan

    Ja, automatisch zu sparen/investieren ist unschlagbar. Weil man dann dazu gezwungen wird.

     

    @ Ric

    Mein Depot ist überwiegend mit Dickschiffen bestückt: Exxon, Chevron, Citi, Bank of America, Berkshire Hathaway, Microsoft, SAP, Adidas, CTS Eventim…

    Ich habe über mein Depot schon häufiger geschrieben:

    http://timschaefermedia.com/meine-vier-aktien-bis-zur-rente/

     

    @ Toni

    Whole Foods Market (WFM) ist die führende Öko-Supermarkt-Kette in Nordamerika. Der Konzern leidet momentan unter hoher Konkurrenz. Selbst bei Wal-Mart gibt es jetzt Öko-Ware. Costco, Kroger und andere Supermärkte haben ein größeres Öko-Sortiment. Ich glaube, WFM werden sich wieder fangen und irgendwo wird sich der Kurs einpendeln.

     

    @ Ben

    Du scheinst ziemlich unzufrieden zu sein. Lache mal häufiger.

     

    @ Fabian S.

    Ja, das kann man machen. Die 4 großen Buffett-Lieblinge kaufen und liegen lasssen. Oder Du kannst alternativ Berkshire Hathaway kaufen. Der Laden ist fast vergleichbar mit einem US-Indexfonds: Niedrige Kosten, wenig Transaktionen.

     

    @ Stefan

    Wer VW als eine Jahrhundertchance sieht, weiß ich nicht. Man kann VW als ausgebombten Deep-Value-Titel ins Depot packen und 20 oder 30 Jahre abwarten. Die Sanierung geht sicherlich nicht in zwei oder drei Wochen über die Bühne. Das wird dauern. Und das ist mit Risiken verbunden. Buffett sagt ja: „Werde gierig, wenn andere ängstlich sind. Werde ängstlich, wenn andere gierig sind.“

  13. Anna

    @ ZEN Investor

    Wünsche viel Spaß mit VW. Die waren nie in meinem Depot und kommen auch nicht herein. Diese Meinung habe ich schon lange. Ich hatte Daimler, Toyota und habe noch Porsche (kein Grund zu Freudensprüngen). Bezüglich VW wird der Drops ziemlich sauer werden und „lang im Magen liegen“. Dafür ist mir meine Knete zu schade.

     

  14. ZEN Investor

    Also das mit VW sehe ich ganz pragmatisch:

    Ich habe nur eine einzige Aktie gekauft. Sinkt der Kurs auf 75 Euro, kaufe ich weitere 6 Aktien für 450 Euro dazu.

    Ich bin mir recht sicher, dass so ein erfolgreiches Unternehmen in 10 Jahren besser da steht als heute.

    Ich sage 1’000 Euro in 10 Jahren sind realistisch.

  15. Mein Geldanlage Vergleich

    Hallo Tim,

     

    Wie immer ein Schöner Artikel.  Sehr interessant von dem „Kaffeedosen Prinzip“ zu hören. Ich denke, dass es leider vielen schwer fällt mehrere Positionen von 5000€ zu kaufen. Doch Grundsätzlich glaube ich das die By and Hold Strategie funktioniert.

    Gruß Klaus-Dieter

  16. Felix

    VW hatte vor dem Skandal schon eine der geringsten Marchen in der Autoindustrie. Das ist auch nicht verwunderlich, da es sich um einen Staats- (Land Niedersachsen) und Gewerkschaftskonzern handelt, von dem sich viele Funktionäre aushalten lassen.

    Hinzu kommt noch der Porsche/Piech-Clan, der in undurchsichtiger Weise seine Finger im Spiel hat.

    Kein Investment für mich, obwohl auch ich den Skandal für gehypt halte. Jeder Grüne, der schon immer Autos für Teufelszeug hielt, sieht jetzt seine Chance, einen Autokonzern politisch zu ruinieren wie weiland die Energiekonzerne RWE und E-ON.

  17. Sergej

    @Tim

    Dir sei der tolle CTS Eventim Gewinn von ganzem Herzen gegönnt.

    Denkst Du nicht, dass es einfach nur Glück war, dass die Butze nicht pleite gegangen ist? Das Du dann solange durchgehalten hast, ist Dein Verdienst. Der Rest war Lottospiel in meinen Augen.

  18. Vali

    @Tim, sehr motivierender Artikel und danke für die tollen Beispiele! 100% Dividende, wow, ich traue mich gar nicht soweit zu träumen, aber dass es realistisch möglich ist, ist unglaublich motivierend! Danke dir!

    Ich habe leider keine 5000 Euro pro Unternehmen (nur bei Altria Group habe ich bis auf 10000 € zugekauft und bei AT&T und Realty Income sind es auch je ca. 5000 investierte €). Um ehrlich zu sein ist mir die Summe von 5000 € auf einmal meist auch zu riskant. Ich fühle mich besser mit Beträgen zwischen 1000-2000 Euro. Man kann super im Bärenmarkt dazukaufen und die Anfangssumme evtl. „ausgleichen“. Wenn es richtig hochgeht, „ärgert“ man sich zwar, nicht mehr € investiert zu haben, aber das ist ein guter Ärger im Vergleich zu möglichen Verlusten… 😉

    Habe gestern in den Nachrichten von einem Mann erfahren, der  90000 € in VW gesteckt hat und sie jetzt verklagt, weil das Geld für seine Rente sicher sein sollte…  Soviel Geld in ein Unternehmen zu  stecken, würde ich nie machen, außer  – es wäre mein Monatsverdienst od. so 😉

  19. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Klaus-Dieter

    Danke für das Lob. Das mit den 5.000 Euro ist ja nur ein Beispiel. Niemand muss sich an der Börse sklavisch an irgendwelche Regeln halten – das ist ja ein Vorteil.

     

    @ Sergej

    Dass CTS derart gut performt, wusste ich nicht. Aber damals zeichnete sich eine Sanierung ab. Was immer ein gutes Zeichen ist: Wenn der Vorstandchef ein Großaktionär ist. Klaus Peter Schulenberg besaß ein enormes Aktienpaket an CTS. Das motiviert natürlich ungemein. Und so jemand hat ein langfristiges Interesse am Wohlergehen der Firma. Dann haben Management und Aktionäre die gleichen Ziele. Das gleiche gilt für Investmentfonds: Hat ein Fondsmanager sein Privatvermögen im eignen Fonds, ist das ein gutes Signal. Oft ist das aber leider nicht der Fall.

     
    @ Vali

    Streuen sollte man sein Vermögen schon. Wobei Schwerpunkte zu setzen, ist ok. Das müsste man sich anschauen, wie der VW-Aktionär sein Vermögen strukturiert hat.
     

    @ Couponschneider

    Ich kaufe den Kaffee im Angebot für 5,99 Dollar hier:

    http://55fultonmarket.com/gallery/p#page1b-10-23-15circular.html

  20. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Wenn die Leute das gern ausgeben, dann sollte man schnell Massimo Zanetti Beverage Group S.P.A.  kaufen. Denen gehört das „Zeug“ 😉 mit Segafredo-Zanetti.

    Leider zu wenig Dividende für meinen Geschmack. Wäre reine Spekulation.

    Was hält man in New York von KOHL’S Kaufhäusern (KSS)? Geht da noch was?

    MS

  21. Oliver

    Also 5.000 € als Erstanlage ist mir reichlich zu viel als Anfangsinvestment. Kann natürlich gut gehen, aber bis man die Summe zusammengespart hat, vergeht in der Regel ein Weilchen. Meine Erstinvestitionen sind immer irgendwas mit 1000 – 2.500 € (Ausnahme). Da sind die Kosten übersichtlich und die Dividende ist schon so, dass man sie wahrnimmt. In deinem Artikel gings ja nicht primär um die 5.000 € Einstiegssumme, sondern das regelmäßige sparen. Ähnlich wie Du mache ich die Erfahrung, dass genau diese Strategie zum Erfolg führt. Schaut man sich die Entwicklung der letzten Monate an, haben buchmäßig im August und September sicher die meisten hier Verluste eingefahren, die in Aktien investiert waren. War bei mir natürlich genauso. Im Oktober hatte ich aber wieder ein all-time-high, obwohl ich im letzten Monat kaum investiert habe.

    Was ich zunehmend feststelle: Das ganze Portfolio mit den unterschiedlichen Gesellschaften bewegt sich täglich um immer größere Summen. Die Ausschläge der einzelnen Positionen sind sehr viel stärker als die des Gesamtportfolios. Aber insgesamt und langfristig ist die Tendenz mit lauter Beulen dazwischen stetig steigend. Je höher der Gesamtwert des Portfolios, desto niedriger schlagen z.B. 2.000 € Neuinvestment zu Buche. Das ist ganz anders, als wenn ich bei 20.000 € Depotwert bin. Da macht das richtig was aus. Nach dem Erreichen der 100.000 € merkt man, wie das Portfolio ein richtiges Eigenleben entwickelt und es auch möglich ist, nach einem Monat bei dieser Summe im Wert um 10.000 € gestiegen zu sein. Da sind die eingezahlten 2.000 € nur noch ein Zusatz. Durch die Dividendeneinkünfte bekommt man schon so viel Geld, das immer schnelleres Investieren möglich wird -> der Schneeballeffekt macht sich bemerkbar.

    Von meiner Warte habe ich nach gewisser Zeit des Investierens drei Stufen (10.000 €, 20.000 €, 40.000 € Buchwert)  eingeführt für einzelne besonders interessante Unternehmen. Ich habe bisher bei einigen Unternehmen lediglich Stufe 1 erreicht. Das sind meine Fokusunternehmen. Daneben habe ich eine ganze Menge Posten, die so 1.000 € bis 5.000 € beitragen. Das sind Unternehmen, die ich gut finde, aber nicht excellent. Die dienen mir dazu, Risiken zu streuen und wenn sie sich sehr gut entwickeln, dann tatsächlich zu Fokusunternehmen zu werden. Ich bin jemand, der sich motivieren muß. Und neben den ganzen kleineren Positionen ist das Erreichen der Stufe 1 für mich durchaus motivierend. Dafür muß ich regelmäßig etwas zurücklegen, sonst gehts nicht.

    Was die VW betrifft, habe ich mir doch mal 20 Stück zu einem Preis von etwas unter 90 € gegönnt. Kann zwar schiefgehen und es hört sich nach wie vor alles katastrophal an, was von dort kommt. Aber das Risiko finde ich für eine kleine Position wirklich überschaubar. Das sind Papiere, die ich durchaus gedenke, nicht mehr zu verkaufen außer ich bin nicht mehr überzeugt, das nicht noch eine Restchance besteht. Eine Fokusfirma wirds trotzdem nicht mehr werden. Ich habe zumindest keine Pläne, weitere zu kaufen. Wenn ich ehrlich bin, wollte ich sie überhaupt nicht kaufen. Mein kleiner Spieltrieb hat mich doch überredet, so 1.800 € dafür auszugeben. Man wird sehen, was passiert.

    @Tim: Das mit CTS ist natürlich phänomenal. Gratulation dazu. Das ist Glück mit der richtigen Strategie, einfach nichts zu machen. Mit einem ganz großen Unternehmen wie J&J oder PG passiert dir das nicht. Bei so kleinen Hoffnungsträgern bin ich im Gegensatz zu dir nicht so mutig, 2.500 € zu investieren :). Den Mutigen gehört die Welt.

  22. Draghi-Fanclub Zwickau

    Ich möchte an dieser Stelle nochmals daran erinnern, wem Ihr die Gewinne im Depot zu verdanken habt:

    D R A G H I

    Ohne unseren Meister würden die Börsen nicht seit 2011 nach oben laufen. Drum täglich ein Draghi Unser aus Dankbarkeit und Demut.

    Lang lebe König Draghi!

  23. Couponschneider

    @Oliver:

    Geht mir genauso. Ich merke auch, dass bei einem sechsstelligen Depot die Neuinvestitionen recht wenig Einfluss auf den Gesamtwert haben. Die Dividenden fließen stetig. Ich bekam heute wieder eine Dividende überwiesen. 145000 € Wert hat mein Porfolio mittlerweile.

    Laut SPON ist wieder jeder fünfte Deutsche von Armut bedroht: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/millionen-deutsche-von-armut-oder-sozialer-ausgrenzung-bedroht-a-1061225.html

    Im Forum ist wieder die Kakophonie am dampfen. Wieder wird gejammert, dass das „System“ es nicht erlaubt, dass man vermögend wird. Es gab nur wenige Stimmen, die sagten, man solle sein Geld nicht verjubeln, sondern investieren. Der Gegenwind war dann polemisch:

    „Mit Hartz 4 oder dem Mindestlohn oder als Aufstocker
    oder Ein-Euro-Jobber hätte man sich wirklich ein paar
    Aktien von der Telekom oder VW kaufen können.“

    „Sorry, aber ich hab den Eindruck, dass sie nicht wissen wie Aktien funktionieren. Oder gerade deshalb versuchen sie Leute davon zu überzeugen, dass andere noch mit einsteigen. Aktien ist kein sicheres Mittel zur Geldanlage, bester Beweis gerade VW. Zudem hat man als kleiner Anlegen immer den Nachteil, dass man Informationen erst als letztes Erfährt. Nur naive glauben, dass es nicht Kanäle gibt über denen Insiderwissen zu Hedgefonds und Co. fliesen. Die Machen Kasse lange bevor der kleine Aktionär von Problemen erfährt und verursachen so Verluste für ihn.“

    „Mal abgesehen davon, daß -solange Aktien dadurch im Wert steigen, daß Leute entlassen werden, Produkte „verelenden“ und Gelder steueroptimiert werden – es sozial verträglicher ist, sein Geld zum steuerzahlenden Händler zu schleppen als damit irgendwelche Orks und Nixleister zu sponsoren. Aktien sind für jemand, der nen Spiegel zuhause hat, ein NoGo.“

    Ich finde die zweite Polemik dahingehend interessant, dass schon vor zwei Jahren gewarnt wurde, die Kurse seien zu hoch, um noch einzusteigen. Die beste Chance (2009-12) hätte man verpasst.

    Es ist frustierend, den Unsinn bei SPON zu lesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

bitte lösen Sie diese einfache Aufgabe (Spamschutz) *