Mut in der Krise zahlt sich aus: Warum sich das Ausharren bei Estée Lauder und Target lohnt

Wenn an der Börse die Fetzen fliegen und großartige Unternehmen durch dunkle Täler wandern, rennen die meisten Anleger in Panik davon. Für uns sture Buy-and-Hold-Anleger schlägt genau dann die Stunde der Wahrheit. Wer den Mut hat, Qualitätsaktien mit vorübergehenden Problemen einzusammeln, legt den Grundstein für langfristigen Wohlstand. Die heute vorgelegten Quartalszahlen von zwei meiner Depotwerte zeigen einmal mehr, warum sich Disziplin und Antizyklik bezahlt machen.

Ein hervorragendes Beispiel ist Estée Lauder. Der Luxuskosmetik-Riese aus New York hatte in den vergangenen Jahren mit heftigem Gegenwind zu kämpfen – schwächelnder Konsum in China, Lagerbereinigungen und ein schmerzhafter Umbau. Viele Schreibtisch-Experten schrieben die Aktie ab. Ich habe die Gunst der Stunde genutzt und in der Krise zugegriffen. Heute meldete Estée Lauder starke Zahlen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026: Der Umsatz kletterte um 6 Prozent auf 3,63 Milliarden Dollar, und der bereinigte Gewinn je Aktie stieg auf 39 Cent. Auf Jahressicht verdoppelte sich der freie Cashflow nahezu auf 1,32 Milliarden Dollar. Das Restrukturierungsprogramm greift, die Edelkategorien wie Hautpflege und Düfte wachsen wieder dynamisch. Und meine Position steht nach den harten Zeiten im Plus, aber leider erst 3 Prozent. Es muss noch mehr werden.

Ich hoffe, dass die positiven Trends sich fortsetzen werden und meine Position deutlicher ins Plus laufen wird. Ich bleibe jedenfalls dabei. Ich kenne Roland Lauder, den Erben der Gründerin. Ich glaube, dass die Familie alles tun wird, um ihren Konzern wieder in Fahrt zu bringen.

Target kriegt die Kurve

Mindestens genauso erfreulich zeigt sich mein Schnäppchen beim Dividendenkönig Target. Der US-Einzelhandelsriese, der seit über fünf Jahrzehnten ununterbrochen seine Ausschüttungen anhebt, geriet durch die hohe Inflation, Lagerdruck und vorsichtigere Kunden massiv unter Beschuss. Auch hier galt für mich: Ruhe bewahren und in der Baisse nachkaufen. Zumal ich hier auch gerne selbst einkaufen gehen, und zwar in einer Target-Filiale am Union Square in Manhattan. Ich wohne in der Nähe.

Die heute präsentierten Ergebnisse für das zweite Quartal sprechen eine deutliche Sprache. Target steigerte den Umsatz um 5,3 Prozent auf 26,54 Milliarden Dollar, während die Kundenfrequenz um 3,6 Prozent zulegte. Besonders das digitale Geschäft brummte mit einem Plus von 8,7 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie übertraf mit 4,11 Dollar die Erwartungen deutlich, woraufhin der Vorstand die Jahresprognose nach oben schraubte. Die Aktie legt kräftig zu, und mein Depotwert steht tief im grünen Bereich mit plus 36%. Ich habe im Schnitt 115 Dollar je Aktie bezahlt, inzwischen hat sich der Kurs auf 159 Dollar erholt:

Was lernen wir daraus?

Die Lektion für uns Privatanleger bleibt stets dieselbe: Lass dich sich von temporären Hiobsbotschaften nicht aus der Ruhe bringen. Wenn das Fundament, die Marke und die Preissetzungsmacht eines Unternehmens intakt sind, bieten Kaskaden von Schlechtmeldungen die besten Kaufchancen. Zurücklehnen, Dividenden kassieren und dem Zinseszins die Arbeit überlassen – so wird an der Wall Street Vermögen aufgebaut.

Bei Target siehst du übrigens in der Qualitätsanalyse von Traderfox die Knackpunkte der Vergangenheit: Der Umsatz und Gewinn kamen einfach nicht voran.

Aber ich gebe zu, dass mein Nike-Investment viel zu früh war. Ich habe mir hier die Finger verbrannt. Dass die Sportaktie vom Top um 70 Prozent einstürzen sollte, habe ich niemals bei dem Weltmarktführer ausmalen können. Das ist schon bitter. Wie sehr man sich täuschen kann. Aber das macht nichts. Ich kaufe weitere kleinere Nike-Pakete zu und warte einfach ab. Ich stehe bei meinem letzten größeren Käufen bei Nike um die 25 % im Minus. Krass. Manchmal dauert es eben lange, bis die Zeiten besser werden.

Hier ist mein neues Live Video aus New York:

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