Wenn Multi-Milliardäre wie Bill Gates, John Malone oder Jeff Bezos ihr Kapital in dreistelliger Millionenhöhe umschichten, lohnt sich für langfristige Anleger ein genauer Blick. Bill Gates hat über Jahre hinweg im Stillen ein Imperium von über 270.000 Acre (ca. 109.000 Hektar) US-Farmland aufgebaut. Medienmogul John Malone besitzt sogar mehr als 2,2 Millionen Acre Land, Wälder und Ranches.
Ackerland ist bei der weltweiten Finanzelite längst vom Nischenwert zu einer tragenden Säule der Vermögenssicherung geworden. Zumal der Krieg in der Ukraine und Russland viel Ackerland zerstört hat und Fläche brachliegen. Hinzu kommt die Erderwärmung. Mit ihr kommen mehr Dürren, Stürme, Brände, Hagel, Überschwemmungen. Damit wird fruchtbarer Boden immer wertvoller.
Die 4 Säulen der Farmland-Strategie
Die Motivation der Superreichen basiert nicht auf Spekulation, sondern auf handfesten Fundamentaldaten:
- Endliche Ressource bei steigender Nachfrage: Fruchtbarer Boden lässt sich nicht künstlich vermehren. Durch Industrialisierung und Urbanisierung schrumpft die weltweite Agrarfläche pro Kopf kontinuierlich, während die globale Bevölkerung und der Nahrungsmittelbedarf wachsen.
- Integrierter Inflationsschutz: Farmland gilt als hervorragender Hüllschutz gegen Geldentwertung. Sowohl die Pachtverträge als auch die Preise für Agrargüter steigen in Zeiten hoher Inflation historisch verlässlich an.
- Geringe Korrelation zum Aktienmarkt: Die Wertentwicklung von Ackerland hängt von Ernteerträgen, Lebensmittelpreisen und Bodenwerten ab – nicht von den kurzfristigen Launen der Börse oder Tech-Bewertungen.
- Doppelte Renditequelle: Anleger profitieren von zwei Seiten: den laufenden Pachteinnahmen der Landwirte (Cashflow) und der langfristigen Wertsteigerung des Bodens.
Wie Privatanleger Farmland ins Depot holen
Für Privatanleger ist der Direktkauf von Landwirtschaftsflächen in den USA oder Europa wegen hoher Mindestsummen, rechtlicher Hürden und Verwaltungsaufwand meist unrealistisch. Die Lösung bieten börsengehandelte Real Estate Investment Trusts (REITs), die sich auf Agrar- und Landflächen spezialisiert haben.
REITs kaufen das Land, verpachten es an professionelle Agrarbetriebe und schütten gesetzlich vorgeschrieben mindestens 90 % ihres steuerpflichtigen Gewinns als Dividende an die Aktionäre aus. Ich besitze die beiden Forstbetriebe Weyerhaeuser und Rayonier, sie rentieren mit 3,4 bzw. 4,9 % Dividende. Mit der Kursentwicklung bin ich bislang ganz ehrlich nicht zufrieden – es kann nur besser werden. Es liegt hier an der schwachen Baukonjunktur und dem schwachen Holzpreis. Der Holzpreis wird wieder drehen. Insofern habe ich keine Angst um mein Geld.
Ich gibt nur 2 reine Farmland-REITs in den USA. Gladstone Land und Farmland Partners. Gladstone lockt mit einer saftigen Dividendenrendite von 6,44%. Gründer und CEO David Gladstone (Jahrgang 1942) kauft immer mehr Farmland auf und hofft auf starke Pistazien-Erträge, die bald verbucht werden dürften.
Der Rivale Farmland Partners kommt auf circa 3,6% Dividende. Die Aktie notiert derzeit 4% unterhalb des Buchwerts, was attraktiv erscheint.
| REIT | Ticker | Fokus & Portfolio | Pachtmodell & Besonderheit |
| Gladstone Land | LAND | Sonderkulturen (Obst, Gemüse, Nüsse) auf über 110.000 Acre | Triple-Net-Leases; zahlt monatliche Dividenden Fokus auf gesicherte Wasserrechte. Saftige 6,44% Div.rendite! |
| Farmland Partners | FPI | Anbau von Getreide (Mais, Soja, Weizen); über 190 Farmen | Diversifizierte Pachtverträge, teils mit Ertragsbeteiligung am Ernteerlös |
| Weyerhaeuser | WY | Forst- und Waldland (über 10 Mio. Acre in den USA) | Ergänzung zu Ackerland; profitiert von Holzpreisen und CO2-Zertifikaten |
Rayonier | RYN | Forstbetrieb mit riesigen Waldflächen | zahlt ca. 4,9% Dividende |
Risiken, die du kennen musst
Wie jede Anlageklasse ist auch Farmland kein Selbstläufer:
- Zinsabhängigkeit: REITs nutzen Fremdkapital für Zukäufe. Hohe Zinsen verteuern die Finanzierung und drücken kurzfristig auf die Nettoerträge (FFO).
- Klimarisiken & Extremwetter: Dürren, Überschwemmungen oder Schädlingsbefall können die Pächter unter Druck setzen, weshalb Diversifikation und Wasserrechte entscheidend sind.
- Moderat laufende Dividendenrendite: Im Vergleich zu Gewerbe- oder Wohn-REITs liegt die laufende Pachtrendite bei Farmland oft niedriger (meist im Bereich von 2 bis 4 %), da der Großteil der Gesamtrendite aus dem langfristigen Bodenwertzuwachs stammt.
Wer wie Bill Gates und John Malone investiert, sucht keine schnelle Verdopplung über Nacht. Ackerland ist ein klassisches Buy-and-Hold-Investment für Jahrzehnte – ein grundsolider Sachwert, der passives Einkommen liefert und das Depot gegen stürmische Börsenzeiten absichert.

Nichts für mich.
Zu wenig Kursgewinne. Da gibt es genügend Aktien die gute Dividenden zahlen und nebenher besser performen.