Zollkrise als Chance: Diese 6 Aktien sind abgestürzt und die Insider sind am Kaufen

Die Börsen zittern. Der Zoll-Zoff hinterlässt überall Bremsspuren in den Kursen. Musiker Willie Nelson gibt einen generellen Rat, wie du besser durchs Leben kommst:

„Wenn Du negative Gedanken durch positive Gedanken ersetzt, wirst du positive Ergebnisse erzielen.“

Das gilt natürlich auch für die Börse. Krisen kommen und gehen. Krisen bieten Chancen.

Mit den taumelnden Börsenkursen werden Aktien immer attraktiver. Ich rate zum Beispiel auf die Insiderkäufe zu schauen, um Ideen zu finden. Die Website Insiderkauf.de gibt einen guten Überblick. Hier sind die auffälligsten Käufe von Vorständen und Aufsichtsräten der vergangenen Wochen. Ich finde das faszinierend:

Bei diesen Konzernen kam zu auffälligen Insiderkäufen. Darunter die Lufthansa, wo zwei Insider Aktien der Airlines für 231.000 Euro eingesammelt haben. Quelle: Bildschirmfoto von Insiderkauf.de

Bei diesen 6 Aktien sind die Insider auf der Pirsch

Hier kaufen Manager privat ihre eigenen Aktien im größeren Umfang:

  1. Home Depot: Die Kette für Heim- und Handwerker ist ein Aktien-Hammer. Nur wenige Blue Chips legten stärker zu als dieser Händler aus Atlanta. Gründung 1978. Im September 1981 folgte der Börsengang. Seitdem schoss das Papier um 114.000% in die Höhe. Seit etlichen Monaten ist der Kurs aber am Leiden – eine neue Chance ist das womöglich! Derzeit dümpelt das Papier bei 365 Dollar. Zum Vergleich: Der Höchststand Ende 2021 lag bei 416 Dollar. Was ist der Grund für den Kursabschlag? Die Umsätze erreichten während der Pandemie Rekorde, weil Lockdowns und Regierungsschecks zu einem Renovierungsboom führten. Nun belasten Inflation, Zölle, Konjunktursorgen und der schwächelnde US-Immobilienmarkt. Weil die Hypothenkzinsen gestiegen sind, sinken die Hauspreise. Folglich wird weniger renoviert, ge- und verkauft.
  2. Adobe Inc: Das Softwarehaus aus San José hat einen großen Einfluss auf unser Leben. Unternehmen, Konsumenten und Behörden nutzen Programme wie Adobe Acrobat Pro, die nahezu überall eingesetzt werden. Die Führungsspitze setzte zügig auf die KI und Cloud, während Konkurrenten zögerlich waren. Mit dem KI-Assistenten lassen sich beispielsweise clever Vorbereitungen für Meetings erstellen. Die Aktie hatte einen unglaublichen Lauf, sie legte seit dem Börsengang 1986 um 173.000% zu. Damit gehört sie zu den besten Dauerläufern weltweit. Zum Kurs von aktuell 380 Dollar scheint die Rallye aber vorerst vorbei. Vom Spitzenkurs bei 700 Dollar ist das Papier meilenweit entfernt. Dafür ist das KGV mit 18 günstig. Der Umsatz und Gewinn wächst jedoch nicht mehr so dynamisch wie einst, die Konjunktur schwächelt eben. Anleger nutzen vielleicht diesen Dämpfer, so wie es der Insider tut.
  3. Salesforce: Das Softwarehaus, das sich auf das Beziehungsmanagement mit Kunden spezialisiert hat (CRM), ist auch ein Renner an der Börse. Von 362 auf 270 Dollar sank nun der Kurs.
  4. Daimler Truck Holding: Der LKW-Hersteller aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart knickte von der Spitze bei 47,89 Euro auf 36,60 Euro ein. Auffallend war ein Insiderkauf Mitte März, als Konzernlenkerin Karin Radström zum Kurs von 40,40 Euro ein Aktienpaket für 412.500 Euro geordert hat. Die Aktie wird günstig bewertet mit einem KGV von 8. Die Dividende soll unverändert 1,90 Euro betragen. Sie bringt 5,2% Rendite. Die HV ist am 27. Mai.
  5. Puma: Der Schuh- und Textilhersteller hat in nur 3 Jahren 70% seines Börsenwerts vernichtet. Auweia! Der Vorstand stemmt sich mit einem Aktienrückkaufprogramm gegen den Kursverfall. Allein der neue Finanzvorstand Markus Neubrand kaufte kürzlich für rund 100.000 Euro Aktien des Sportunternehmens. Vier Tage zuvor griff der CEO Arne Freundt mit über 200.000 Euro zu.
  6. Deutsche Lufthansa: Die Airline-Aktie verlor innerhalb eines Monats 7% auf 6,65 Euro. Das Mehrjahrestief von 4,90 Euro ist nicht fern. Der Marktführer bringt lächerliche 8 Milliarden Euro auf die Börsenwaage. Zum Vergleich: Es gehen über 37 Milliarden Euro Umsatz durch die Bücher. Damit kommt das Umsatz-Multiple auf winzige 0,2. Das KGV beträgt läppische 6. Die Dividende steigt von 24 auf 30 Cent zur HV am 6. Mai. Größter Aktionär ist der deutsche Milliardär Klaus-Michael Kühne (87) mit 19%, der auch das Transportunternehmen Hapag-Lloyd besitzt. Kühne sieht Kurspotenzial und will die Airline wieder fit machen. Die Zahlen sahen zuletzt recht gut aus. Aber ständig neue Streiks, der Konkurrenzkampf mit den Billigairlines wie Ryanair und die zunehmende Regulierung hinterlassen Bremsspuren.

Bei SMA Solar Technology, E.on und Bayer kam es ebenfalls zu Käufen durch Insider. Der Kursverfall kann natürlich weitergehen. Eine Garantie auf steigende Kurse gibt es selbstverständlich nicht. Die Krisen können schlimmer werden. Aber solche Insideraktionen sind generell ein gutes Signal, finde ich. Was meinst du?

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Otti
17 Stunden zuvor

Vielen Dank für den Tipp mit der Website über die Insiderkäufe. Weil sie Bezug zu einem Vorhaben der Firma in der ich arbeite hat, ist mir Salesforce ins Auge gefallen. Es heißt, die Verwaltungen von Wohnungsunternehmen sollen gesetzlich verpflichtet werden, CRM Zugänge für die Kunden zur Verfügung zu stellen. Ich habe die Aktie nicht, liege auf der Lauer um eine andere Position zu erweitern aber künftig vielleicht.

Christian
3 Stunden zuvor
Reply to  Otti

Danke für den Hinweis. Das würde mich beruflich interessieren mit den Hausverwaltungen. Hast du hierzu eine Quelle? Ich habe nichts gefunden. Danke

Nuvolina
3 Stunden zuvor

Es sind goldene Zeiten, aber nur für Gold und auch nur, wenn man es schon hat und nicht jetzt erst kauft.

Martin
1 Stunde zuvor
Reply to  Nuvolina

Warum sollte man Gold nicht kaufen?

Werden denn die Unsicherheit und die anderen Entwicklungen, die zu der Goldrallye der letzten Zeit geführt haben, kurz- oder mittelfristig verschwinden?

slowroller
1 Stunde zuvor
Reply to  Nuvolina

Meine goldenen Zeiten waren die goldensten Zeiten für Gold: März 2020: Siemens für 60€, TCOM für 13€, Shell für 10€, Microsoft für 130€ und ETF für Schnäppipreise :-)

Am Ende lief Gold in den letzten 5 Jahren insgesamt deutlich schlechter als Aktien – erst im letzten Jahr hat es mal Gas gegeben. Ist auch völlig ok so – soll jeder seinen Schnitt machen. Ich bleibe allerdings lieber bei Produktivkapital. Liegt z.T. aber auch daran, dass ich keinen Bock habe Edelmetalle sinnvoll versichert einzulagern.

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