Wie die Münchner Pensionskasse BVK mit einem Steuerbetrüger Milliardendeals einfädelt

Die Bayerische Versorgungskammer BVK managt für Ärzte, Beamte, Architekten, Schornsteinfeger und Apotheker Ruhestandsgelder. 2,4 Millionen Kunden betreut die Pensionskasse. Im Honigtopf liegen fast 100 Milliarden Euro.

Die Münchner kaufen seit einigen Jahren wie im Rausch Immobilien in den USA, und zwar für insgesamt mehrere Milliarden Dollar. Berater und Partner bei diesen Geschäften ist ein dubioser ehemaliger Immobilienmakler namens Michael Shvo. Er hat bei seinen privaten Steuern in New York geschummelt. Um 1,3 Millionen Dollar hat er das Finanzamt erleichtert.

Warum eine deutsche Pensionskasse auf einen umstrittenen Berater in den USA setzt, wundert mich. Ich würde Herrn Shvo, wenn du mich fragst, keinen einzigen Cent anvertrauen. Aber das ist nur meine Meinung. Die BVK lässt ihn jedenfalls Mega-Deals einfädeln. Mit im Boot ist die Deutsche Finance Group, sie verwaltet auch mehrere Milliarden Dollar.

Die gemeinsamen Betongold-Käufe präsentiert die Deutsche Finance Group stolz im eigenen Blog. Vor der Corona-Krise kauften BVK und Deutsche Finance Group zum Beispiel das Coca-Cola Building auf der Fifth Avenue in New York. Sie ließen für das Objekt fast eine Milliarde Dollar springen. Das ist eine enorme Summe. Ob das nicht überteuert war? Vielleicht bleibt der Büromarkt für die nächste Dekade ein Trümmerfeld, wer weiß das schon. Corona und Homeoffice haben das Arbeiten verändert.

Die BVK ist in den USA im Kaufrausch

Hier sind die Immobiliendeals der beiden deutschen Investoren zu sehen:

Quelle: Bildschirmfoto Forbes.

Shvo bekannte sich vor drei Jahren schuldig, Steuerbetrug beim Kauf und Versand von Kunst, Schmuck und anderen Luxusgütern wie einem Ferrari begangen zu haben. “Durch kunstvolle List – wie der Gründung eines Scheinunternehmens in Montana…” hinterging er über eine Million Dollar an Steuern. So steht es in den Akten der Staatsanwaltschaft.

Shvo überwies 3,5 Millionen Dollar an nicht gezahlten Steuern, Strafen und Zinsen an die Staatskasse – auf Druck der Ermittler.

Wenn Michael Shvo für seine Kunden verreist, gibt er zuweilen 1.325 Dollar pro Nacht für den Aufenthalt in einer Wohnung in Miami aus. Seine Reisekosten betrugen in einem Jahr schon über 700.000 Dollar. Ein ehemaliger Geschäftspartner hat Zweifel an den Kosten. Ein anderer Kenner der Zahlen sagt, die Kosten seien belegbar.

Wenn die deutschen Investoren ein Objekt kaufen, erhält Shvo eine prozentuale Beteiligung an der Immobilie. Es kommt mir wie eine Art Honorar vor. Shvo entwickelt dafür die Objekte und leitet die Renovierung etc. ein. Das Forbes-Magazin hat ihn als ziemlich windig beschrieben. Diese Deals hat er in den vergangenen Jahren eingefädelt. Würdest du ihm dein Geld anvertrauen?

Total
0
Shares
78 Kommentare
  1. Wieso sollte ich nicht?

     

    Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.

    Ich hab in meiner Jugend auch mal gekifft, betrunken habe ich mich daneben benommen, was ich mit der ein oder anderen Frau abgezogen habe möchte ich nicht näher ausführen und meine Steuererklärung in Sachen Homeoffice, Tage mit Wege zur Arbeit, Arbeitsmittel, usw. ist nett gesagt „kreativ optimiert“.

    Klar, ich hab keine Million dadurch bekommen. Aber ist die Höhe immer die Messlatte?

     

    Wir hatten einen Finanzminister und heutigen Bundestagspräsidenten der von Waffenschiebern Geld in Koffern annahm und sich später an nichts mehr erinnern wollte.

    Der Mann hat wenigstens seine Strafe erhalten, was man von unserem Bundestagspräsidenten nicht behaupten kann. Das macht ihn moralisch integerer als viele die sich den Mund zerreißen.

    Nebenbei kann ich verstehen, wenn man versucht sein Vermögen vor diesen Kleptomanen zu verstecken. Die Notenbanken drucken ja auch Geld ohne ins Gefängnis zu gehen, der Staat veruntreut Steuergelder für die Apotheker-Lobby, Kinderporno-Gucker aus dem Bundestag werden gewarnt damit Beweismittel vernichtet werden können und der Klerus darf seine eigenen Ermittlungen gegen sich selbst führen. Ich würde sagen da ist eine am Fiskus vorbei geschleuste Million mit Urteil und Strafzahlung doch ganz klar abgegolten.

    P.S.: Die Wahl des Herren zur Uhr kann man nur beglückwünschen. Eine Audemars Piguet Royal Oak Perpetual Calendar für aktuell um die 100.000€. Eine gute Wahl! Ggf. ist es sogar die auf 50 Stk limitierte Platin-Variante. Das Stück für 200.000€. Welch ein Traum einer Uhr! Wer hart arbeitet dem gönne ich seinen Wohlstand. Und ja, der wird hart arbeiten. Da bin ich mir sicher. Das kommt nicht einfach von nichts.

  2. Ich würde sagen da ist eine am Fiskus vorbei geschleuste Million mit Urteil und Strafzahlung doch ganz klar abgegolten.

     

    Ja, zum Glück ist die Gesetzgebung auch in Deutschland mehr als human. Steuerhinterziehung ist die einzige Straftat in Deutschland, bei der man grundsätzlich straffrei bleibt, wenn man sich selbst stellt. Klar, man muss vollumfänglich geständig sein und alle Steuern zuzüglich Zuschlägen sofort nachzahlen, aber eine wirkliche “Strafe” sieht anders aus. Dass Uli Höneß, einer unserer prominentesten Steuersünder, in den Knast gegangen ist, lag nur daran, dass er und seine Rechtsanwälte die Selbstanzeige gründlich vermasselt haben  😉

     

  3. Melius est prevenire quam preveniri.

    Ich würde mich freuen, wenn es mehr solcher Gesetze gäbe. Das nennt man Pragmatismus. Wichtig ist die Effizienz.

    Was passiert, wenn man versucht alles bürokratisch zu regeln sieht man ja gut in unserem derzeitigen Impfchaos. Anstatt wie die USA raus zu impfen, was nur geht, fangen wir hier an zu diskutieren. Das muss man sich echt mal geben über was wir hier diskutieren. Da sperren sich die Schulen die Tests und die Testergebnisse schnell umzusetzen, weil man fürchtet infizierte Schüler könnten von den anderen gemobbt werden (der freut sich eher auf Schulfrei). Oder ob einem nun ein Apotheker, Arzt oder Privat einen Tupfer in die Nase stecken kann. Einen Schwangerschaftstest darf man selbst machen, ein Covid Test wird erst mal Wochen diskutiert.

    Pragmatismus, meine Herrn. So lange der Herr diese Deals gut einfädelt und zu Ende bringt – das ist leicht messbar – so lange darf die BVK natürlich auf ihn bauen. Würde ich so machen und vermutlich jeder von euch auch, wenn ihr eine solide Dienstleistung bekommt.

  4. Bei meiner letzten Wohnung wollte ich die Küche im Kaufvertrag mit 15.000€ ansetzen um Steuern zu sparen. Leider war die Ehefrau, die nicht im Grundbuch stand, aber zumindest bei dem Thema mitreden wollte, beim Finanzamt tätig. Sie hat das berechnen der Küche dann gerne übernommen und somit wurde sie für ca. 2000€ suf den Cent genau in den Vertrag aufgenommen.

     

    Habe ich das nötig, solche Steuerspartricks anzuwenden? Nein natürlich nicht. Aber ich sehe das eher als sport. So musste ich jetzt 750 € mehr an das Finanzamt abführen.

    Wenn ich meine Steuern steuern kann, dann mach ich das so gut wie es geht.

     

  5. @Paluma

    jetzt können Sie 13k mehr AfA ansetzen und länger mehr sparen. Des einen Leid’, des anderen Freud.

     

  6. @42

     

    Leider falsch. Auch die Küche kann man abschreiben. 10 Jahre Nutzungsdauer sind so üblich.

    Und auch ein Grubo Anteil muss nicht abgezogen werden.

    Sehr ärgerlich das Ganze.

  7. “Würdest du ihm dein Geld anvertrauen?”

    Nein danke 🙂

    Wenn man schon betrügt sollte man so schlau sein und sich nicht erwischen lassen.

  8. Paluma: ich als braver Steuerzahler freue mich, dass es nicht klappte.

    Sehe ich wie Schwarzarbeit. Wegen all den Idioten, die Steuern hinterziehen, zahlen die andren mehr als nötig.

    @Tim: Lieber für gute Ware auf den ersten Blick mehr zahlen, als für schlechte angemessene.

    Würdest du lieber für ein Hochhaus in Montana das einen Wert von X hat, genau diesen zahlen oder für eines in Manhattan 30% zuviel?

     

    Auf lange Sicht währe Manhattan ganz sicher das besssere investment

     

  9. @Holger

    Das kann ich aus meiner Praxis nicht bestätigen oder haben Sie auch eine gefälschte Rechnung für die Küche? Der freundliche FA-Mitarbeiter sieht den vermeintlich schlauen Trick nicht zum ersten Mal.

     

     

     

     

  10. Steuern nach Möglichkeit optimieren ist ok. Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen grenzwertigen Angaben (Stichwort Arbeitszimmer) und aktiv betriebenem Betrug. Bei Multimillionenverdiensten, wo die prozentuale Steuerbelastung eh  niedriger ist als bei einem Geringverdiener, hört mein Verständnis auf. Wer sich so am Gemeinwesen vergeht, muss sich nicht wundern von der Gemeinschaft verstoßen zu werden. Passiert allerdings in unseren Gesellschaften zu selten, da das Geld in der Politik (noch) überproportional Gewicht hat. @Jan dieses Gewicht hat es übrigens, weil die von dir genannten korrupten Politiker Geld annehmen. Bis auf die Kanzlerin kenne ich keine CDU-Bundespolitiker, die sich statt in den eigenen Dienst in den Dienst des Gemeinwesens stellen. Wer im Bund Schwarz wählt, wählt Korruption in Reinform. Vielleicht fällt aber auch für den Wähler etwas davon ab 😉

  11. @Slowroller,

     

    die Union ist eine Partei voller Korruption und Betrug.

    Aber sind die anderen besser? Kommen die Roten und Grünen dran wird dein Geld “legal” per noch mehr Steuern geraubt.

     

    Unterm Strich bleibt alles wie es ist: Deine sauer verdiente Kohle wird vom Staat kassiert und irgendeinem anderen in den Rachen geschoben. Wobei wir beim eigentlichen Problem wären. Das sind keine Steuern mehr, das ist Raubrittertum. Jeden der versucht dieses System zu umgehen, erntet meine Sympathie. Ich würde es auch versuchen, hätte ich die Mittel und Wege dazu.

     

    Was denkt ihr wie lange die Abgeltungssteuer bestehen bleibt, wenn Rot-Rot-Grün dran kommt? Was denkt ihr von wem die Linken reden, wenn sie von “den Reichen” sprechen? Genau von euch und mir. Dass die Kohle hart erarbeitet wurde interessiert die einen feuchten Kehricht. Sie sehen das Geld, erzählen euch etwas von “sozialer Gerechtigkeit”, diskreditieren euch als “böse Spekulanten” und werden sich die Knete holen.

     

    Ich sehe diesen Herrn viel mehr auf unserer Seite als die aktuelle oder eine kommende Regierung.

  12. Wer sich so am Gemeinwesen vergeht, muss sich nicht wundern von der Gemeinschaft verstoßen zu werden.

     

    Ganz deiner Meinung! In meinen Augen sind Steuerhinterzieher widerliches Pack. Egal mit welch blumigen Worten sie ihr asoziales (Fehl-)Verhalten rechtfertigen wollen. Ich habe, gerade bei den “Reichen und Schönen”, dafür keinerlei Sympathie, nicht mal Verständnis. Deutschland hat offene Grenzen, aber wenn man sich dafür entscheidet, hier zu leben, soll man hier auch bitte seine Steuern zahlen. Wer sich “beraubt” fühlt, der kann sich ja vom Acker machen – und das ist dann auch in Ordnung.

     

  13. Man schaue sich doch mal das ganze ekelhafte Gebaren um Jeoffrey Epsteins “Liebesinsel” an.

    Da sind reihenweise Politiker, Hollywood-Größen, unzählige CEOs und einflußreiche Menschen hin, um sich mit Minderjährigen und Kindern größtenteils gegen deren Willen zu vergnügen.

    Die kommen alle ungestraft davon. Die Liste der involvierten ist spannend und lang – Trump, Clinton, Rupert Murdoch, Spacey, Hanks, Spielberg, Alec Baldwin, Dustin Hoffman, Prince Andrew, Naomi Campbell, Tony Blair, Michael Bloomberg…diverse Frauen haben Epstein “assissitiert” bei der Rekrutierung der Minderjährigen.

    Ekelhaft! Was passiert nun mit denen? Seltsam, dass die Strippenzieher wie Ghislaine Maxwell nicht gefasst werden können, oder?

    In so einer Welt muß man sich nicht über Steuerbetrüger oder die BVK wundern.

  14. @Silberjunge

    Ich stimme Dir zu, wobei ich Lolita Express nichts anderes als ein fliegendes Puff mit Minderjährigen sehe, kein Deut besser wenn Otto Normalo ein Bordell um die Ecke, im Thailandurlaub oder sogar auf der Strasse mit Minderjährigen besucht. Für mich gehören hier alle bestraft, die Strippenzieher wie auch die Konsumenten. Und mit Bestrafung meine ich nicht lächerliche Geldbussen.

     

  15. @Jan

    Unabhängig davon was ich persönlich wähle, habe ich in den letzten Jahren Bestechlichkeit, Vorteilsnahme und absurden Lobbyismus eher fast nur bei Schwarz und Gelb gesehen. Ich kenne und beobachte auch viele Parlamentarier der anderen Parteien, die wirklich etwas für die Gesellschaft bewegen wollen und aus Überzeugung tätig sind. Natürlich gibt es hier auch unrühmliche Ausnahmen – die findest du aber überall.

     

    Was du mit “in den Rachen werfen”  meinst verstehe ich auch nicht. Meinst du die Finanzierung von Sportstätten, Spielplätze oder dem Öffentlichen Nahverkehr? Oder das Bereitstellen eines Existenzminimums für jedermann (geknüpft an Forderungen). Vielleicht aber meinst du auch Sozialleistungen wie das Elterngeld oder Rentenpunkte für Erziehungszeiten. Von Autobahnen, Polizei, Feuerwehr, Schulen, Unis oder kommunalen Krankenhäusern fange ich garnicht an.

     

    Aus meiner Sicht ist das Gros der Steuergelder gut und sinnvoll verwendet. Medienwirksame Ausnahmen wird es immer geben und da sollte man auch den Finger in die Wunde legen.

     

  16. Wenn man schon betrügt sollte man so schlau sein und sich nicht erwischen lassen.

    @Bruno

    Als Unternemer weiss nan ja wie das geht oder? 😉

  17. Natürlich ist es ein Unterschied ob man legal durch Abzüge seine Einkommenssteuer reduziert oder ob man Unterlagen fälscht um bei der Steuererklärung zu betrügen.

  18. @Rüdiger

    Deutschland

    “Deutschland wurde 2019 auf Platz 2 als eines von zehn europäischen Steuerparadiesen aufgeführt, vor Irland und Jersey. So seien ausländische Investoren von der Zinsbesteuerung befreit. Ausländische Einkünfte sind steuerfrei, unabhängig davon, ob es sich um Dividenden ausländischer Tochterunternehmen oder um Einkünfte aus ausländischen Niederlassungen handelt. Unternehmen profitieren vom deutschen Steuerumfeld, da nur 5 % der Dividenden und Kapitalgewinne mit Steuern belegt sind. Diese Einkommensarten gelten nach deutschen Rechnungslegungsstandards als nicht abzugsfähige betriebliche Aufwendungen”

    https://de.wikipedia.org/wiki/Steueroase#Schwarze_Liste_der_Steueroasen_der_EU

    Mein Satz war natürlich ein Witz, ich wollte damit ansprechen auf die Faszination die von solchen Betrügern ausgeht, sie sind ja oft schlauer als die Behörden. Z.B. die Zürcher Posträuber damals, sie haben viel Faszination ausgelöst, auch in Hollywood, da gewinnen besonders schlaue Diamantenräuber etc. Sympathie oder auch hier in den Kommentaren erkennt man diese Faszination.

  19. @Bruno:  Mein Satz war natürlich ein Witz

     

    So habe ich das auch verstanden. Schadet aber auch nicht, das noch mal extra zu betonen. Man weiß ja nie  😉

     

  20. Was du mit “in den Rachen werfen”  meinst verstehe ich auch nicht. Meinst du die Finanzierung von Sportstätten, Spielplätze oder dem Öffentlichen Nahverkehr? Oder das Bereitstellen eines Existenzminimums für jedermann (geknüpft an Forderungen). Vielleicht aber meinst du auch Sozialleistungen wie das Elterngeld oder Rentenpunkte für Erziehungszeiten. Von Autobahnen, Polizei, Feuerwehr, Schulen, Unis oder kommunalen Krankenhäusern fange ich garnicht an.

     

    All das lässt sich auch mit einem Bruchteil der Steuereinnahmen bezahlen, wobei rot und grün bekanntlich Strafen oder Verpflichtungen für die staatlich Alimentierten abschaffen wollen.

     

    Ich finde es immer wieder belustigend, wie sich Menschen, wie Slowroller für maximale Besteuerung aussprechen, obwohl inzwischen so ziemlich jeder mehr als 50% seines Einkommens an den Staat spendet.

    Vermögenssteuern, Versteuerung von Kapitalerträgen mit dem persönlichen Steuersatz ohne Verrechnungsmöglichkeiten mit Werbungskosten, bis hin zur maximalen Besteuerung der Erbmasse.
    Vermieter werden sicherlich bald die CO2 Steuer und die Grundsteuer nicht mehr umlegen dürfen.
    Als Gegenleistung erhalten dann die starken Schultern Umweltpunkte, die es dann anzusparen gilt, damit man einmal im Jahr mit der Familie einen interkontinentalen Flug in den Urlaub machen darf.

    In weiser Voraussicht habe ich mir dieses Jahr das erste mal in meinem Leben ein Clownauto gegönnt.  Ich freue mich auf den Mai, wenn der Turbo endlich geliefert wird. 🙂

    Das Häuschen in Wales als Zufluchtsort vor staatlicher Verfolgung wird wohl im September folgen. 🙂

  21. @Hurtz jahrzehntelange Beschallung und die Förderung von Abhängigkeit ( Mieten anstatt Eigentum, angestellt anstatt selbstständig, konsumieren anstatt sparen,…) haben in dieser Republik einen kollektiven Tunnelblick ( sozial, korrekt, unauffällig, angepasst,..) anerzogen. Die Abgabequote liegt um die 70%, wenn man die nachgelagerten Steuern draufrechnet. Aber das kapieren die einfachen Menschen nicht….sie sind bloß die Durchlauferhitzer für die immer schneller laufende Steuermaschine.

  22. @Hurtz
    Mit einem “Bruchteil” lässt sich das jedenfalls nicht bezahlen – wobei das Mathematisch schon ziemlich wage ist.

     

    Was ist eigentlich so schwer daran nicht alles Schwarz-Weiß zu sehen? Ich habe und würde mich nicht für”maximale” Besteuerung aussprechen. Ich finde das derzeitige Maß an staatlichen Leistungen gut und ausreichend. Auch das Steuerniveau ist weit weg von “maximaler” Besteuerung. Auch freue ich mich, dass es die Abgeltungssteuer gibt und ärgere mich über Steuerverschwendung. Aber wenn es  für euch tatsächlich “in den Rachen werfen” ist, wenn man Menschen genug gibt um halbwegs Menschenwürdig zu leben, dann tut es mir wirklich leid für euch. Vor allem weil ihr die Illusion habt in eurem Leben so geil abgeliefert zu haben. Schaut man der Wahrheit ins Auge ist Erfolg zu weiten Teilen Glück. Glück mit der richtigen Hautfarbe geboren zu werden, Glück das richtige Geschlecht zu haben. Glück in der richtigen Umgebung und dem richtigen Elternhaus aufzuwachsen. Glück später immer richtig abgebogen zu sein, Glück dass vielleicht jemand an einen geglaubt hat und man eine bestimmte Chance bekommen hat. Natürlich muss man die Chancen auch ergreifen und dafür auch hart arbeiten – aber viele bekommen diese Chancen garnicht erst. Wenn man sich dessen bewußt macht (die Chancen Ungleichheit bei Bildung und sozialem Aufstieg ist übrigens wissenschaftlich belegt), dann lebt man vielleicht ein wenig demütiger, zufriedener und vor allem positiver.

     

    @Thorsten besser recherchieren oder besser Rechnen. Mir egal, aber das ist schlicht Quatsch.

  23. @ Slowroller, die Frage die ich mir Stelle ist, macht es Sinn immer mehr “Gleicheit” zu fördern aber die Chancengleichheit nicht in selbem Maße. Es stimmt was du sagst, kaum einer hat seinen Weg ganz alleine geschafft. Viel davon ist Glück.

     

    Ich bin aber dafür mehr in die Verringerung des Glücksfaktors zu investieren (Bildung ist hier der primäre Schlüssel) und dann muss man im Nachgang auch weniger ausgleichen. Es würden weniger zurückbleiben und denen die es trotzdem nicht schaffen, den kann man da auch richtig helfen.

    Ich denke das wäre nicht nur günstiger für alle, sondern auch sinnvoll in anderen Beziehungen z.B. gesellschaftliche Stabilität, Selbstständig, Glück etc.

    Grüße Baum

  24. @Slowroller mit der Einstellung (“das ist gar nicht so”) könntest du Karriere bei den Roten machen. 😉

  25. @Der Baum

    Völlig d’accord! In den letzten Jahren hat sich hier schon einiges entwickelt – allerdings noch zu wenig. Ich bin tatsächlich auch kein Freund von bedingungslosen Ersatzleistungen. Wer Not leidet sollte etwas bekommen aber zumindest mit Unterstützung versuchen wieder selbstständig zu werden. Leider hat das Grenzen und kostet an anderer Stelle – daher wird das Thema offen diskutiert.

  26. @Chancengleichheit

     

    Mehr Chancengleichheit, vor allem durch Bildung, ist absolut wünschenswert. Es erhöht die Anzahl der “Rosinen” im Pool der Arbeitskräfte. Der Kapitalismus lebt davon, dass es immer einen ausreichend großen Pool gibt, aus dem die Rosinen herausgepickt werden können. Jeder kann eine dieser Rosinen sein, aber nicht alle. Wie sollte das gehen, dass alle, die eine entsprechende Qualifikation mitbringen, auch einen “guten” Job finden? Wer sollte dann die Drecksjobs (Pakete ausliefern bei Subunternehmern, Call-Center, ….) machen?

     

    Ich bin auch kein Freund von bedingungslosen Ersatzleistungen. Noch viel weniger bin ich ein Freund davon, dass Menschen in Drecksjobs – wo sie gnadenlos ausgebeutet werden – gezwungen werden können. Nicht die Wahl zu haben, zu einem Drecksjob “NEIN” sagen zu können, ist moderne Sklaverei in einer angeblich zivilisierten Welt.

     

  27. Nicht die Wahl zu haben, zu einem Drecksjob “NEIN” sagen zu können, ist moderne Sklaverei in einer angeblich zivilisierten Welt.

    @Rüdiger

    Da bin ich klar anderer Meinung. Es gibt kein Recht auf die Wunschatbeitsstelle mit Wohlfühlfaktor. Jeder soll seinen Lebensunterhalt nach Möglichkeit selber verdienen.

  28. Abgabenquote beträgt 50% vom Brutto plus nachgelagerte Steuern, Doppelbesteuerung von Renten und Steuern auf Steuern bei Treibstoff.

    50

    Die Statistiken, die auf irgendwas um die 39% kommen ignorieren den Arbeitgeberanteil sowie die genannten Steuern.

    Wer mehr verdient drückt locker 70%  bis 80% an den Staat ab, denn es handelt sich bei den Werten um Durchschnittswerte.

    Die Roten machen Propaganda mit “Steuersätze um die 20%”. Das kann für ihre Klientel sogar zutreffen , aber nicht für Fleißige, die mehr verdienen.

     

  29. Von “Wunscharbeitsstelle mit Wohlfühlfaktor” habe ich weder geschrieben, noch das so gemeint. Vor allen Dingen sollen aber die armen Teufel den Unternehmer fett machen, der ausser Ausbeutung (Subsub-Unternehmer im Paketdienst, Drücker-Kolonnen, …) kein Geschäftsmodell vorzuweisen hat. Und das durch entsprechende Repressalien und Zwangsmaßnahmen auch noch staatlich gefördert. Das lächelnde Gesicht des Kapitalismus 😉

     

    Jeder soll auch die Möglichkeit haben, einem solchen Ausbeuter zu sagen, er soll seinen Dreck selber machen.

     

  30. Hallo Rüdiger,

    in der Theorie sollte das so funktionieren: wenn der Markt keine Personen mehr findet die Müllmann oder so werden wollen, dann muss die Bezahlung steigen. Heißt, wenn wir eine bestimmte Leistung möchten, dann müssen wir auf dafür zahlen.

     
    Aber ich glaube ehrlich gesagt, dass es für diese Jobs immer genügend Personal gibt. Auch wenn wir einen größeren Teil besser bilden.
    Grüße Baum

  31. Theoretisch ist es natürlich wünschenswert sich mehr Chancengleichheit bei der Bildung zu wünschen.

    Praktisch erleben wir gerade in der Corona-Pandemie genau das Gegenteil indem die Schwächeren entsprechend ihrem sozialen Umfeld noch weiter abgehängt werden…

    Wunschdenken vs. tägliche Realität…

    Ob Politik dazu fähig ist, Probleme mit Effizienz und Praxistauglichkeit besser zu lösen, wenn man vor lauter Bürokratismus keine klaren Kompetenzen und Verantwortlichkeiten mehr erkennen kann???

    Hier ist Kapitalismus deutlich effizienter.

    Allerdings ist das Verlierer-Gewinner-Spiel nicht so nachhaltig, dass unser Planet dies auf Dauer mitmachen wird, bzw. die Überbevölkerung und unsere Gier nach immer mehr durchaus ein paar fiese Plagen bereithält… welche durchaus auch selbstverschuldet sind.

  32. Kann leider nicht nur Häuptlinge geben, braucht auch Indianer.

     

    Mal im Ernst, nicht Jeder kann Studieren, die 3 Kinder von Freundin 1 studieren allesamt, die Kinder von Freundin 2 sind bei irgendwelchen Tests durchgefallen und werden wohl eine Lehre machen müssen, Freundin 1 lebt in D, Freundin 2 in der CH, in der CH ist es glaub schwieriger Matura so einfach zu machen, aber berufsbegleitend ist noch Viel möglich.

     

    Und es gibt dann auch noch Menschen die tatsächlich nicht so ganz helle sind, für die muss es auch Arbeitsmöglichkeiten geben oder sollen die von vornherein Stütze beantragen?

    Man muss halt auch mal auf dem Boden der Tatsachen bleiben.

  33. @ Chancengleichheit

    Sehe ich in Deutschland als gegeben. Vielleicht aus der Arroganz der eigenen Filterblase heraus… Die Steuern verschwinden auch nicht in einem schwarzen Loch, auch wenn man sich bei manchen Dingen stark wundert. Familien werden jedenfalls stark gefördert. Das kann ich klar sehen und finde es vom Prinzip auch richtig. Nico hatte letztens die Kosten für eine Schweizer Kita beschrieben. Ich habe mir vor einem Jahr einen Neubau einer Kita in Deutschland angesehen. Ich würde sagen, dass sich über den Daumen die Schweiz und Deutschland nicht viel schenken. Ich habe viele unnötige und teure Dinge gesehen wie einen Fahrstuhl bei zwei ebenerdigen Gruppen und eine Profi Küche in der Essen lediglich aufgewärmt wird. Die Küche war sehr groß und toll ausgestattet. Da würde ich mich schon fast wohlfühlen. Die Gruppen waren extrem großzügig mit mehreren großen Räumen pro Gruppe. Von dem Sanitärbereich fange ich gar nicht erst an. Hier können spielend zwei Rollstühle aneinander vorbei fahren. Aktuell gibt es zumindest keinen einzigen, aber man wäre mindestens für 10 vorbereitet. Und das bei freier Auswahl der Gruppe über beide Etagen hinweg. Ich habe alle Räume begangen und käme vermutlich bei zweifacher Durchführung auf mein tägliches Pensum an Schritten. In dem Bezug sind die Gebühren sehr gering. Und das noch abhängig vom Einkommen. In manchen Bundesländern gibt es gar keine Gebühren. In Schweden sind die Abgaben noch höher, aber dafür kann ein Kind studieren was es möchte. Auch wenn man 4 Kinder hat. Die Menschen zahlen die Steuern dort gerne, da sie wissen, dass ihren Kindern Alles vom Staat ermöglicht wird.

    Wenn der Markt keine Menschen findet, die Toiletten zu einem akzeptablen Preis reinigen, so werden diese Arbeiten von Polen, Russen oder Rumänen durchgeführt. Dafür muss das Gehalt nicht immens ansteigen. Wie würde denn die Altenpflege ohne Arbeitskräfte aus dem Ausland aussehen?

    @ Konkurrenz Fernost

    China ist von den Arbeitskräften gar nicht mehr so günstig. Durch Industrie 4.0 sehe ich Potenzial in der Produktion in Deutschland. Es ist bereits heutzutage möglich viel ohne Menschen zu produzieren. Die Menschen müssen in der Hauptsache den Prozess am laufen halten. Auf diese Weise ist es möglich auch in Deutschland kostengünstig zu produzieren. Natürlich müssen die Arbeiter eine höhere Qualifikation mitbringen und es werden auch weniger benötigt. Aber nur so kann man. Überhaupt konkurrenzfähig produzieren. Mit Software Lösungen und individuellen Anpassungen auf Kunden bleiben weiterhin viele Aufträge in Deutschland.

  34. @Kiev

    Nein, Chancengleichheit haben wir auch in D. nicht. Da spielt Dir die Filterblase nen Streich.

    Allerdings ist absolute Gleichheit praktisch nicht realisierbar.

  35. @ Weg in die Freiheit

    Wer ist dabei? Bei manchen Kommentaren denke ich an folgenden Song:

    What Became of the Likely Lads? Libertines

    Der Weg macht mir immer mehr Spaß, es läuft sich wie von alleine und langsam bekomme ich das Gefühl ich hätte ein Segel und bin auf dem Wasser.

  36. @Fit und Gesund

    Die Schule und Ausbildung ist kein Garant für Erfolg, resp. es gibt auch Alternativen.

    Ich kenne einen Milliardär, der hat eine Lehre gemacht. Ein Schulkollege aus der Grundschule war dort der Schlechteste. Er hat ein Unternehmen (Baubranche) aufgebaut und ist heute Millionär. Beide waren aber sehr fleissig und haben überdurchschnittlich viel getan. Der beste Studienkollege macht immer noch denselben Job wie nach Studienschluss, er hatte die besten Noten, aber danach war er wohl ausgebrannt und lässt sich jetzt “hängen”.

    Das schlimmste ist aber die negativen Glaubenssätze, welche man vom Elternhaus, Schule, Kollegen etc. eingeimpft bekommt und die man ohne aktives zu tun kaum noch rausbekommt. “Du kannst es nicht…” und ähnliche Sätze die wie eingebrannt sind im Hirn.

    Garantie für Erfolg gibt es aber nie. Wer 100% Sicherheit will, der limitert automatisch auch seine Chancen. Ist wie an der Börse, wer 100% Sicherheit will und beim Sparkonto bleibt, wird sehr schlechte langfristige Renditen machen.

    Die Frage ist schlussendlich, was einen persönlich glücklich macht. Ein einfacher Beruf kann glücklicher machen als ein aufwendiges Studium.

    Auch ein Drecksjob kann zumindest für eine Weile nicht schaden (ich hatte viele Drecksjobs gemacht in meiner Jugend und habe daraus gelernt), wer z.B. in einem Callcenter arbeitet der lernt zumindest Frustrationstoleranz und vielleicht auch Menschenkenntnis, vielleicht wird er ein guter Verkäufer. Ein guter Verkäufer verdient besser als jeder Ingenieur. In einer Krise wirft man einen guten Verkäufer als letzten raus.

    @Chancengleichheit

    Wird es nie geben. In der Regel kann man sich das Elternhaus, die Region wo man aufwächst und auch sein Aussehen, Auffassungsgabe und Grundtalente nicht aussuchen. Alleine schon bei einer Bewerbung, wenn dem neuen Chef das Gesicht nicht gefällt, und zufällig ein anderer oder eine andere besser ist, wird es nix mit dem Job. Das ist menschlich und wird sich nie ändern.

    Man muss sich durchkämpfen und darf nie aufgeben, jene die positiv denken, fleissig und ausdauernd und entsprechend ehrgeizig sind, haben heute mehr Chancen denn je zuvor. Bildung im 2. Bildungsweg oder online, Internet, Bücher etc. an Informationen mangelt es nicht. Vieles auch fast kostenfrei.

    Zum Thema “Positive Thinking”, ich mag Brian Tracy:

    https://www.youtube.com/watch?v=pPrEHa5K4AI

     

  37. @ Bruno

    “How” finde ich jetzt nicht so entscheidend um erfolgreich zu werden. Es ist natürlich hilfreich sich Gedanken zu machen wie man seine Ziele erreichen kann und was man dafür machen kann. Ich bin hier aber bei Simon Sinek und würde immer bevorzugen erst einmal herauszufinden warum ich etwas verfolgen möchte. Wenn das vollkommen klar ist ergeben sich wie und was automatisch.

    @ Sparta

    Chancengleichheit habe ich innerhalb von Deutschland politisch verstanden. Im Rahmen der äußeren Möglichkeiten finde ich die Angebote in Deutschland schon sehr gut. Natürlich gibt es extreme familiäre Unterschiede, die vermutlich einen großen Teil der Startbedingungen, Glaubenssätze usw. beeinflussen. An meiner Schule gibt es auch ganz andere Familien. Wie sie ihren Lebensunterhalt bestreiten ist mir nicht bei Allen bekannt. Ausschlaggebend ist allerdings eine völlig verschiedene Denkweise. Hier gibt es auch aktuell durch Corona verhärtete Fronten zwischen Gruppen von Eltern. Ich kann mit liberaler Einstellung beide Seiten zumindest teilweise verstehen. Den Umgang miteinander allerdings nicht unbedingt. Auf beiden Seiten werden grobe kommunikative Fehler gemacht, die ich nicht immer von den Beteiligten erwartet hätte.

  38. @Bruno,

    in der CH hat man auch mit einem Lehrabschluss gute Chancen auf ein anständiges Berufsleben, Arbeiten muss man sicher,

    ansonsten geb ich Dir hier recht, und Garantien im Leben gibt es in keinem Bereich, weder finanziell, noch im Beruf, noch in der Gesundheit oder der Liebe.

    Die Meisten die hier schreiben sind in einer glücklichen Lage, aber man weiss nicht Alles.

  39. @Kiev

    “Ausschlaggebend ist allerdings eine völlig verschiedene Denkweise.”

    Die Denkweise ist natürlich wichtig.

    Allerdings allein ausschlaggebend ist sie nicht, sonst wäre jeder eso-secret-Freak Milliardär.

    Es gehören richtiger Zeitpunkt-Zeitraum, richtiger Ort, richtige Bedingungen, richtige Förderung, Gesundheit, familiäre Bedingungen etc. pp. dazu.

    Die Selbstbeweihräucherung wäre weniger, wenn manche bestimmte Ereignisse im Leben einfach durch Zufall anders gelaufen wären…

  40. @Bruno

    Natürlich kann man sich sein Elternhaus nicht aussuchen. Aber die Gesellschaft kann Angebote schaffen, damit einige Kinder überhaupt Chancen haben. Ich durfte in den letzten Jahren bei zwei tollen, freien sozialen Einrichtungen reinschauen und mir das ansehen. Diese operieren in absoluten Brennpunkten Hamburgs. Die Erfahrungen der Sozialarbeiter und Freiwilligen haben mich wirklich erschüttert. Hier kann man – auch ohne echten Druck – über Kitas, Schulen und eben soziale Einrichtungen wirklich viel erreichen. Diese Kinder haben ohne Hilfe kaum eine Chance.

  41. In meinen Augen wird der Sozialstaat in den letzten Jahren zu stark aufgebläht.

    1990 gab die Schweiz rund 16% des BIP aus für die soziale Sicherheit heute sind es über 26% des BIP.

    1990 BIP pro Person 53’705 Franken.

    2017 BIP pro Person 79’357 Franken

    Das BIP pro Person ist also während dieser Zeit um 47.7% gestiegen und trotzdem sind die Prozentualen Ausgaben in diesem Bereich massiv gestiegen!

    Dieser Trend darf sich nicht weiter fortsetzen weil er zwangsläufig zu höheren Steuern und weniger Freiheit führt.

  42. @Sparta

    Natürlich es gibt immer x Faktoren, aber man kann selbst doch auch einiges bewirken auch mit nicht optimalen Startbedingungen. Egal in welchem Bereich. Natürlich wer durch schwerer Krankheit oder Unfall oder andere Schicksale getroffen wird, der hat es deutlich schwieriger als jemand bei dem alles gerade läuft.

    Es gibt da auch eine Untersuchung wo man Zwillinge oder Geschwister die vom Alter sehr nahe standen angeschaut hat, einer wurde extrem erfolgreich, der andere landete auf dem Sozialamt, oder einer wurde schwerst übergewichtig der andere war sportlich schlank. Hier wird ja oft argumentiert ich habe einfach schlechte Gene, werde automatisch dick, oder ich bin halt zu dumm dazu etc. hier redet man sich eben auch viel ein und dann wird man dick oder dumm.

    Nur 2 Beispiele egal was man nimmt.

    Wenn man einem Kind jeden Tag einredet, es könne nichts, es sei dumm, es sei zu nichts zu gebrauchen etc. dann wird es dieses Kind sehr schwer haben und nur durch harte Arbeit an seiner Psyche wieder auf eine gute Bahn kommen.

    Der Vorteil an der heutigen Zeit, wir wissen deutlich mehr darüber als in der Vergangenheit. Da wären wir dann wieder bei Bildung.

    @Slowroller

    Natürlich kann man viel machen, und es gibt auch viele ausgezeichnete Institutionen. Ich meinte nur dass es trotzdem eine Illusion ist, gleiche Startchancen. Im Grundgesetz steht: “„Niemand darf wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.”

    Alleine dies ist in der Praxis natürlich nicht gegeben. Wie viele Arbeitgeber oder Kollegen oder es fängt schon in der Schule an Lehrer oder Klassenkameraden haben (bewusst oder unbewusst) Vorbehalte gegen die eine oder andere Eigenschaft. Auch wenn man alle Faktoren wie Religion, Weltanschauung, Heimat, Herkunft, Hautfarbe etc. ausschliesst, es bleibt ganz sicher die Sympathie, einige sind hübscher als andere und die haben es bestimmt einfacher, alleine schon in der Sozialakquise.  Fair ist das nicht, aber das gehört halt nun mal dazu zum Menschsein und deshalb sollte man auch schon in der Schule an diesen Dingen arbeiten, d.h. Selbstbewusstsein, Selbstachtung etc. fördern und nicht nur Mathematik und Deutsch. Das ist m.E. deutlich wichtiger als die “hard skills”. Man mag das Esoterik nennen ich nenne es eher Psychologie.

    Ich wünsche mir auch dass nicht nur der Staat hier einen Beitrag leistet sondern auch die Gesellschaft, Helfen ist eine feine Sache aber sie braucht auch viel Energie, gibt aber auch ein gutes Gefühl zurück. Sei es schon nur in der Schule wenn ein Kind gemobbt wird und man sich dagegen stellt, in der Gefahr selbst zum Aussenseiter zu werden.

  43. @Bruno

    Klar gibt es auch viele Ausreden und das falsche Mindset für Erfolg.

    Es gibt aber nach wie vor viel arme/Geringverdiener und extrem schlechte Startbedingungen.

    Hier sind wir bei der fehlenden Differenzierung und überoptimistischen Einstellung “Jeder” und der nicht realistischen Vorstellung “Alle” können wohlhabend oder gar reich werden.

    Ganz abgesehen davon dass dies gar nicht alle wollen wobei dies wieder eine Mindset- bzw. indivuelle Lebenszielgeschichte ist.

    Leider gibt es auch negative Korrelationen von Dienstleistungen möglichst billig / Rendite möglichst hoch und Arbeitsbedingungen dafür grottig.

  44. @ Sparta

    Die Voraussetzungen sind da sich weiterzubilden. Wenn man sie nicht wahrnimmt, ist das auch eine Entscheidung. In Afrika gibt es sicherlich ganz andere Startbedingungen. Einen Sozialstaat wie in Deutschland muss man sich auch leisten können.

    Mein neuer Arbeitgeber macht einen sehr guten Eindruck. Hier werden Auszubildende sehr stark gefördert. Duales Studium ist ebenfalls möglich und engagierte Mitarbeiter können auf viel Hilfe und Verständnis bauen. Ich würde Jedem Auszubildenden raten solche Angebote wahrzunehmen. Die Arbeitsbedingungen werden vermutlich nicht besser. Die Konkurrenz schläft nicht. In Zukunft werden einfache Tätigkeiten bei geringer Bezahlung mehr Wissen erfordern. Ansonsten ist es nicht möglich konkurrenzfähig in Deutschland produzieren zu können. Das sollte doch Jedem klar sein.

    Bei meinem alten Arbeitgeber gab es teilweise ebenfalls Sonderzahlungen in gleicher Höhe für Alle Mitarbeiter. Ich kaufe davon Aktien und ein paar meiner Kollegen verfahren jetzt ebenfalls so. Ich kenne auch wirklich nette Kollegen in niedrigeren Tarifstufen. Die kaufen von dem Geld ein neues iPhone, oder etwas für das Motorrad usw. Mir ist egal, was sie machen oder nicht. Sie haben mit dem Gehalt auch sicher weniger Möglichkeiten. Aber sie könnten mit den bereits existierenden Möglichkeiten wesentlich mehr erreichen. Sie könnten auch Fortbildungen wahrnehmen. Mit dem Abschluss wird man sicher nicht in die Gehaltsstufen von einem Studium kommen, aber sich zumindest verbessern. Der Master Abschluss ist den Meisten auch nicht ohne Weiteres in den Schoß geflogen. Und die Erfolgsgeschichten von Abbrechern mit eigenem Unternehmen beschreiben den langen Weg zum Erfolg auch nicht vollumfänglich. Hier bleibt ein Großteil auf der Strecke. Die Erfolgreichen waren auch nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Sie sind vermutlich einen längeren Weg mit Entbehrungen und Misserfolgen gegangen, bis sie langsam erfolgreicher wurden.

  45. Leider gibt es auch negative Korrelationen von Dienstleistungen möglichst billig / Rendite möglichst hoch und Arbeitsbedingungen dafür grottig.

    @Sparta

    Dienstleistungen können nicht über einen Leisten geschlagen werden. Auch bei Dienstleistungen gilt das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Ein Anwalt oder ein Chirurg erbringt ebenfalls eine Dienstleistung aber eine die nicht jeder erbringen kann weil eine gewisse Qualifikation mitgebracht werden muss.

    Es gibt einfachere Jobs für die kaum eine Qualifikation mitgebracht werden muss, in diesen Bereichen sind die Löhne tiefer. ich denke hier an Jobs an der Kasse oder im Lager die selbst von Schülern oder Studenten ohne Berufserfahrung in den Ferien erledigt werden können. Auch der Kurierfahrer muss ausser des Fahren eines Fahrzeuges sowie Lesefähigkeit kaum eine Qualifikation mitbringen, daher sind da die Löhne sehr tief.

    Natürlich hat auch der Konsument einen gewissen Anteil an den tiefen Löhnen. Wir alle wollen doch unsere Pakete am liebsten sehr schnell und am besten ohne Versandkosten haben und wenn möglich soll auch der Rückversand kostenlos sein.

     

  46. @Sparta:

    Es gehören richtiger Zeitpunkt-Zeitraum, richtiger Ort, richtige Bedingungen, richtige Förderung, Gesundheit, familiäre Bedingungen etc. pp. dazu.

     

    Hier stimme ich grds. zu.

    Jedoch kenne ich kein Land, in dem es für die Unterschicht mehr Chancen gibt an Bildung zu erlangen, als in Deutschland.
    Jeder kann sein Kind kostenlos bis zum Universitätsabschluss vollversorgen, sofern es das Kind oder die Eltern überhaupt möchten.

    Die Argumente, in sozialschwache Familien reingeboren worden zu sein, sind für mich lächerlich, wenn man bedenkt, dass man bis zum Abschluss der Ausbildung Kindergeld erhält. Reichen Kindergeld und Gehalt nicht aus um dem Kind eine angemessene Ausbildung zu finanzieren, sollten sich die Eltern zunächst einmal selbst hinterfragen, was im eigenen Leben falsch gelaufen ist oder ob man hätte wirklich Kinder in die Welt setzen müssen.

    Außerdem kann jedes Kind, sofern es überhaupt ausreichend talentiert ist, auch im Rahmen eines dualen Studiums einen Hochschulabschluss erwerben; Möglichkeiten die es früher nicht ansatzweise in dem Ausmaß gab.

    Ich sehe viel mehr für die sozial Schwachen und Minderheiten das Problem darin, dass man zwanghaft versucht alles durch Vereinheitlichung, Vereinfachung und Quote zu bekämpfen.

    Das kostenlose staatliche (Hoch-) Schulsystem wird immer mehr vereinfacht und durchmischt, damit es auch wirklich jeder schafft und niemand davon ausgeschlossen wird, einen Abschluss zu erlangen.  Dies wird zukünftig natürlich dazu führen, dass Schulabgänger von öffentlichen Schuleinrichtungen, insb. aus Ballungsgebieten wie Rhein-Main, noch stärker benachteiligt werden.
    Vor zehn Jahren habe ich Azubis zum Immobilienkaufmann eingestellt, die einen Realschulabschluss hatten; heute nur noch Abiturienten.
    Ebenso verhält es sich mit Hochschulabsolventen. Bewerber, die von “Bildungseinrichtungen” wie der FOM kommen, werden sofort aussortiert, da diese nichts anderes als besser ausgebildete Abiturienten sind.

    Darüber hinaus wäre es interessant zu erfahren, wie viele bei einsprechenden Zwangsquoten im Bereich Führungskräfte, die farbige, homosexuelle, Frau mit Kopftuch als Vorgesetzte ernst nehmen würden? 🙂

    Und nein, ich bin weder rassistisch, noch homophob.

     

  47. @Nico

    Natürlich kann man nicht alles über einen Kamm scheren, da es ja auch durchaus unterschiedliche Firmenphilosophien und je nach Branche unterschiedliche Spielräume für vernünftige Bezahlungen gibt.

    Ob das Auslagern von Tätigkeiten wie z. B. bei den Schlachtbetrieben mit Werksverträgen allgemein Wohlstandsfördernd ist, wenn sich möglichst viele Billig-Fleisch leisten können oder ob die Schäden an Gesundheit & Umwelt mittelfristig größer sind… ich würde zu 2. tendieren.

    Auch das Abholzen/Abfackelns des Regenwaldes für noch mehr Rinderfarmen geschieht ja aus kurzfristiger Perspektive für die Leute.

    Ebenso die Reportagen über Kindesentführungen für Schoki-Plantagen, wo sich manche Schweizer Firma lieber nicht äußern wollte.

    Privatisierung von Wasserquellen ala Nestlè … etc. pp.

    Selbstverständlich ist da eine gewisse Ironie und sich selber in die Tasche lügen mit dabei, da viele von uns möglichst billig einkaufen.

    @Kiev

    Deine Arbeitgeber sind jetzt vermutlich eine andere Hausnummer als in anderen Branchen.

    Erkläre doch einer jungen Ost-Block-Migrantin mit Kindern z. B. im Gastgewerbe mit evtl. Kurzarbeit im Geringverdiener-Sektor, wo noch auf Trinkgeld angewiesen ist oder jetzt auch noch ne Kündigung bekommt, welche jetzt am homeschooling schier verzweifelt, wie sie zu Leben hat und wie sie Ihre Kinder möglichst gut Bildungstechnisch unterstützen soll.

    Kinder von Akademiker-Haushalten haben ganz klare Bildungsvorteile.

    Dies ist häufig genug belegt, auch wenn man natürlich einzelne Aufstiegsgeschichten gerne gut anekdotisch verwenden kann.

  48. @Hurtz

    Eine Verwässerung des Abitur-Niveau`s ist schon als AG gefühlt wahrnehmbar.

    Inwieweit Deutschland bei Bildungschancen & Förderung von sozial Schwachen weltweit führend sein soll… kann ich nicht beurteilen, bzw. habe hier aber wahrscheinlich den Verdacht, dass wir uns hier über den grünen Klee loben und die Realität sich nicht ganz so darstellt und es bessere geben wird.

    Südkorea hat gerade die 3. Welle und eine Inzidenz von 6 bei geöffneter Gastro, Handel, Beherbergung, Disco etc. pp. und mancher deutsche Politiker bemüht sich immer noch zu sagen, wir seien so Prima im Krisenmanagement (da wir uns mit den schlechten vergleichen)….

     

  49. @Sparta:

    Erkläre doch einer jungen Ost-Block-Migrantin mit Kindern z. B. im Gastgewerbe mit evtl. Kurzarbeit im Geringverdiener-Sektor, wo noch auf Trinkgeld angewiesen ist oder jetzt auch noch ne Kündigung bekommt, welche jetzt am homeschooling schier verzweifelt, wie sie zu Leben hat und wie sie Ihre Kinder möglichst gut Bildungstechnisch unterstützen soll.

    Kinder von Akademiker-Haushalten haben ganz klare Bildungsvorteile.

     

    Vielleicht sollte sich die Politik eher erklären, warum man es auch ein Jahr später nicht geschafft hat, ein paar tausend Server anzuschaffen und die Schule zu den Menschen nach Hause zu bringen? Von mir aus soll sich die Ost-Block-Migrantin auch irgendwo ein für das Home-Schooling ausreichendes Notebook bei einer öffentlichen Einrichtung abholen können.
    Was würde das Ganze kosten 2-3 Mrd. €? Lächerliche Peanuts im Vergleich zu dem, wofür sonst noch Steuergeld verschwendet wird…

    Wofür muss sich der Nettosteuerzahler-Haushalt noch entschuldigen? Für die beengten Platzverhältnisse in der Wohnung der Migrantin, da diese während dem Homeschooling des Kindes Netflix sehen will und das Kind dadurch gestört werden könnte? 🙂

    @Sparta: Bitte nicht falsch verstehen. Es soll keine Kritik an Ihrer Person ein.

  50. @Hurtz

    Entschuldigungen von Nettozahlern einzufordern ist ja auch definitiv nicht mein Mindset.

    Ob bei der Impfbestellung, beim von Beginn an laut Modellierern gescheiterten bürokratischen Stufenplan oder Schulöffnungen ohne Luftfilter…

    es gibt vieles was besser gemacht werden könnte, bzw. gemacht werden müsste.

    Aber gut, ich muss mich dann mal wieder um meinen eigenen Kram kümmern.

  51. @Kindergeld: Hier kursieren immer wieder falsche Annahmen herum. Das Kindergeld ist kein Almosen vom Staat. Sondern eine Teilerstattung zu viel gezahlter Steuern und einen verfassungsrechtlich festgeleger Familien-Lastenausgleich. Ebenso der steuerliche Kinderfreibetrag. Grundsätzlich gilt: Die Eltern können nicht Kindergeld erhalten und zusätzlich dann die vollen Kinderfreibeträge von der Steuer absetzen. Dass es hier auch Missbrauch geben kann steht auf einem anderen Blatt (Kindergeldzahlungen ins Ausland etc.)….

    “Kinder von Akademiker-Haushalten haben ganz klare Bildungsvorteile.”

    Das ist so. Ich komme aus einer Arbeiterfamilie und der Weg bis zum Ingenieur war etwas steiniger. Vor allem hätte ich bei akademischen Elternhaus mit entsprechendem Erfahrungsschatz vermutlich auch einen etwas lohnenderen beruflichen Weg eingeschlagen (Studienfach). Nicht mal das Thema Brutto/Netto und Gehälter überhaupt waren mir recht klar. So hatte man damals keine Ahnung und Internet als wichtige Rechereche-Hilfe steckte noch in den Kinderschuhen.

  52. @ Ralf

    Welche Schlussfolgerungen für deine Kinder ziehst du daraus?

    Ich lese gerade das Buch “Quit Like a Millionaire” von Kristy Shen, die ihren Weg als chinesische Immigrantin in Kanada beschreibt. Gerade ihre Armutsherkunft hat sie motiviert, sich für einen hochbezahlten Job zu ausbilden. Sie hat die Branchen in Bezug auf Ausbildungskosten (entfällt bei uns) und Verdienstmöglichkeiten minutiös verglichen und einen Score erstellt. Obwohl sie keine große MatNat-Begabung verspürte hat sich für ein Studium zur Software-Ingenieurin entschieden und recht schnell ein sechsstelliges Jahresgehalt erreicht. Das hat sie genutzt, um trotz Studienkredit in 6 Jahren ein siebenstelliges  Millionendepot aufzubauen.

    Dass sie das durchgezogen hat im Gegensatz zu ihren Mittelschicht-Kommilitonen schreibt sie gerade ihrer von Knappheit und Armut geprägten Kindheit zu.

  53. @ bei akademischen Elternhaus mit entsprechendem Erfahrungsschatz
    Da wird man überdurchschnittlich oft leider auch mal Künstler:in, Schriftsteller:in, Musiker:in oder studiert Spanisch auf Magister mit NF Ethnologie. Mündet alles sehr oft in prekären Lebensverhältnissen.

    Für mehr Gleichheit könnte man alle Kinder nach der Geburt den Eltern wegnehmen und in Ganzstagsinternate stecken bis sie 18 sind und danach mit bedingungslosem Grundeinkommen Zeit geben damit Sie ihr wahres Ich erkennen und glücklich und produktiv werden im Leben und der Gesellschaft.

    Ob das besser wäre?

  54. @42

    Die Statistik sagt was anderes, auch wenn ich 2 Millionärssöhnchen kenne, welche wenig auf die Reihe kriegen.

    https://m.tagesspiegel.de/wissen/wer-in-deutschland-studiert-kinder-von-akademikern-bleiben-an-der-uni-deutlich-ueberrepraesentiert/21263712.html

    Es geht schlichtweg um Wahrscheinlichkeiten und nicht um Garantien.

    Bei der Chinesin von Felix könnte man eine überproportionale Vielzahl von Migranten in einfachen Jobs als wahrscheinlichere Realität vorfinden.

    Es bedeutet nicht, dass es nicht möglich ist, sondern dass es die Kinder wahrscheinlich schwerer haben und mehr Energie, Willen und Beharrlichkeit an den Tag legen müssen.

  55. Es geht doch garnicht darum, alle gleichzustellen – das wird nie klappen. Für einige Kinder ist aber das größte Lebens- und Armutsrisiko ihre Familie. Hier muss man das Kind nicht wegnehmen – hier braucht man aber ganz viel Unterstützung, damit das Kind in der Grundschule überhaupt die Chance hat etwas mit Fleiß und Willen zu erarbeiten.

     

    Im übrigen bekommt Deutschland von der OSZE bezüglich Bildungsgerechtigkeit kein allzu gutes Zeugnis.

  56. Mir tun Kinder aus sozial schwachen Familien leid, aber in 1. Linie sind Eltern für ihre Kinder verantwortlich. Ich möchte ungern von meinen Steuergeldern Sozialhilfedynastien mitfinanzieren. Man kann nur wünschen, dass diese Kleinen irgendwann auf eine Art Mentoren stoßen werden: Schullehrer, Vereinstrainer, Berufsausbilder, …

  57. @Sparta / Slowroller

    Ja, so ist es. Trotzdem ist jede,r für sich selbst verantwortlich. Ich bekam Waisenrente. Ohne hätte ich wohl nicht studiert. Hätte ich trotzdem meinen Weg gemacht? Ich danke dem Sozialsystem und der gesetzlichen Rente in DE.

    Ich hätte auch schreiben können man könnte die Kinder von bildungsfernen Familien wegholen und ins Internat stecken. Macht die Sache nicht besser.

    Ich kenne ein Mädchen in der Grundschule welche kaum Deutsch spricht. Ihre Mutter war Teenagermutter und Ihre Großmutter ebenfalls. Die Großmutter kam als Kriegsflüchtling nach DE. Drei Generationen in Hartz Iv ohne Perspektive. Da kann man schon wütend werden. Wie holt man die da raus?

     

     

     

     

     

     

     

  58. @42sucht21

    Zum Beispiel mit Institutionen wie der Stiftung Mittagskinder e.V.. Hier bekommen die Kids etwas zu essen, man hört ihnen zu, sie werdenvon Pädagogen unterstützt. Den Stolz der Betreuer, dass ei er ihrer Schützlinge jetzt Naturwissenschaften studiert ist so herzlich und real.

     

    @Mark

    Es gehtzdoch grade darum diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Dafür musst du die Kinder erreichen und ihnen helfen. Die Kinder können nichts für ihre Herkunft. Für den Staat dazu allemal billiger als die Alternative – und doch wird diese Arbeit hauptsächlich privaten Stiftungen oder Vereinen überlassen bzw aufgebürdet. Betreute Ganztagsschulangebote sowie verpflichtende Vorschule und kostenlose Kita ist aber schon ein guter Anfang.

  59. An Snowroller: Fördern ist in Ordnung, aber bitte auch fordern. Lebenslanges Alimentieren durch die Gesellschaft kann keine Lösung sein. Die Hauptverantwortung muss bis zum 18. Lebensjahr bei den Eltern liegen. Anschließend beim Kind.

    Mir gefällt die US-amerikanische Denkweise besser. Dort steht nicht der Staat bzw. die Gesellschaft an 1. Stelle. Mir wird in Deutschland viel zu viel von den jeweils anderen eingefordert. Jeder kennt seine Rechte, aber nicht alle ihre Pflichten. Sozialismus im Endstadium.

  60. @Quark85

    Mich wundert immernoch und jeden Tag wieder wieso du offenbar noch in Deutschland bist. Deine Sichtweise ist in modernen Gesellschaften eine Minderheitenheitenmeinung. Im übrigen auch in großen Teilen der USA, wo allerdings das halbe Land es aber noch nicht verknüsert hat keinen Sklaven mehr in Küche oder auf dem Feld zu haben.

     

    Was war eigentlich für dich die Zeit unter Helmut Kohl – da konnte jeder, der mal gearbeitet hatte für Arbeitlosenhilfe (~57% vom Netto) zuhause bleiben. In dieser Zeit lag dazu der Spitzensteuersatz  fast 15% höher als heute. Wenn wir heute in der Endstufe des Sozialismus waren, was waren wir denn damals?

  61. @42

    Es ist verdammt schwierig.

    Sprache ist natürlich die elementare Grundvoraussetzung für Integration. Vorbildfunktion, Umfeld, intrinistische Ziele wecken…

    Wenn man tagtäglich Hartz4 sieht, hält man dies evtl. für die Normalität und macht es sich darin bequem…

    Mich und ich glaube auch Free hat damals Bodo Schäfer getriggert, wobei ich ihn inzwischen auch differenziert sehe (also Bodo;-) ).

    Wobei wir da natürlich ganz andere und viel bessere Startvorraussetzungen hatten um von so etwas wie finanzieller Freiheit/Unabhängigkeit in dem Alter überhaupt zu träumen.

    Die Organisation von Slow klingt interessant!

  62. @ Sparta

    Meinen neuen Arbeitgeber möchte ich jetzt auch nicht allzusehr loben, da ich noch nicht wirklich gesehen habe, wie beispielsweise mit Auszubildenden umgegangen wird. Ich habe allerdings sehr positive Dinge gelesen. Das war am Ende auch ausschlaggebend für mein hohes Interesse an der Firma. Mein alter Arbeitgeber war historisch bedingt an IG Metall gebunden. Der einzige Leitsatz, der mir halbwegs geläufig war ist Shareholder Value über allem. Das war vermutlich auch mit ein Hauptgrund für meinen Entschluss zu wechseln. Der Branche geht es allerdings verhältnismäßig gut. Hier werden Richtlinien für Deutschland hervorgebracht.

    Aus dem Ostblock habe ich bisher eher gut gebildete Kollegen kennengelernt. Sie haben auch schnell die deutsche Sprache verhältnismäßig gut gelernt und sind fachlich sehr fähig. Man kann sich natürlich als Tellerwäscher in Deutschland denken, dass man in die USA auswandert. Schließlich kann man es dort zum Millionär bringen. Hier wäre Investition in die eigene Bildung vermutlich hilfreicher.

    Zurück zu Deiner Immigrantin aus dem Ostblock mit Erfahrung im Kellnern und Kindern. Ich denke, ihre Kinder können in Deutschland etwas erreichen. Die Mutter wird es in dem Zeitraum schwer haben bis die Kinder auf eigenen Beinen stehen. Danach könnte sie sich auch weiterbilden. Vielleicht ist die Mutter auch eine verdeckte Spartiatin, die das unglückliche los am Rand der Formation erhalten hat. Eine Mutter wird als erstes ihrem Kind ein besseres Leben ermöglichen. Danach schaut sie nach dem eigenem.

    Der Staat ermöglicht viel, aber das Mindset muss stimmen. Ich gebe Dir natürlich Recht, dass Kinder im Vorteil sind, bei denen die Eltern sich qualitative Zeit für sie nehmen. Was ich an meiner Schule bisher erfahre ist allerdings ganz gut.  Die Lehrer können sicher nicht alles ausbügeln, was zu Hause auf der Strecke bleibt. Wie sollen sie das auch schaffen?

    Du kannst froh sein, dass Du durch Bodo auf den Weg gekommen bist. Mr MMM, ERE oder Tim sind mir sympathischer, aber sie kamen erst eine gute Zeit später… Meine Kinder bekommen bei mir 10% Zinsen pro Monat. Bodo hat vermutlich doch Recht mit seinen Annahmen.

  63. An Snowroller: Na ja, faule und verantwortungslose Eltern bekommen alles vom Staat bezahlt, während leistungsorientierte und verantwortungsvolle Eltern wie meine Schwester und ihr Mann fett zur Kasse gebeten werden: Schulmittel, Klassenfahrten, Kindergartenplätze, Vereinsmitgliedschaften, immense Steuern und Sozialabgaben, …

    Es wird falsches Verhalten gefördert und sogar belohnt. Diese erzwungene staatliche Umverteilung ist maximal ungerecht. Sozialismus halt. Ich kann das linkspopulistische Schlagwort ,,soziale Gerechtigkeit” nicht mehr hören. Die armen Kinder trifft keine Schuld, wohl aber deren Eltern sowie falsche staatliche Anreize. Hier sollte man ansetzen. Es kann doch nicht sein, dass man Kinder in die Welt setzt und anschließend die finanzielle Verantwortung der Gesellschaft aufbürdet.

  64. @Slowroller:  Mich wundert immernoch und jeden Tag wieder wieso du offenbar noch in Deutschland bist.

     

    Irgendwas werden die “Staatsfeinde”, die sich nicht einfach vom Acker machen, hier schon absahnen können, was woanders nicht so einfach geht. Außerdem ist er ein Fan von “Speichen” – zur Diversifikation und für den “Notfall”. Und funktionierende Gesundheits- und Sozialsysteme, wie in dem verhassten, sozialistischen Drecksstaat Deutschland, sind im “worst case” (Unfall, Krankheit, …) eine verdammt dicke Speiche  😉

     

  65. @Mark

    Also fett zur Kasse gebeten wegen Schulmittel, Klassenfahrten etc. pp. für eine leistungsorientierte Familie…

    Tatsächlich leistungsorientierte Familien würden in meiner Realität nicht über sowas jammern, bzw. anpacken.

  66. An Sparta: Ist es wirklich zu viel verlangt, wenn man zuerst für stabile soziale und finanzielle Verhältnisse sorgt, bevor man sich seinen Kinderwunsch erfüllt? Tut mir leid, für verantwortungslose Eltern habe ich null Verständnis. Das Schlamassel ausbaden müssen die Kinder und die Gesellschaft.

  67. @Mark

    Du schreibst von liberal und leistungsorientiert und schaust neidisch auf sozial Schwache oder warum deine arme Schwester Schulunterlagen kaufen muss…

    Sorry Mark, so ein Gejammere und Gemeckere sowie der Fokus auf Hartz ist für mich in absolut keinster Weise und nicht mal annähernd leistungsorientierte Denkweise.

    Ein leistungsorientierter Mensch orientiert sich an Vorbildern und schaut wie er sich und seine Lage verbessern kann.

    Neidisch auf sozial Schwache zu schauen ist irgendwie schon auch sozial schwach…

  68. An Sparta: Was mich schockiert, ist, dass das Wort ,,Gerechtigkeit” komplett auf den Kopf gestellt wird. Die Eigenverantwortung kommt mir entschieden zu kurz. Leistungsträger werden geschröpft und Nichtsleister belohnt.

    Ich würde niemals Kinder in die Welt setzen, wenn ich nicht einmal für mich selbst sorgen könnte. Wie verantwortungslos kann man bitteschön sein? Dies gilt auch für ausgesetzte Haustiere an Autobahnen. Einfach mal vorher den Kopf einschalten. Mich regen solche Menschen ungemein auf. Es handelt sich nicht um Neid, sondern um Verachtung.

  69. @Mark

    Hm, also ich denke den allermeisten Leistungsträgern geht es in Deutschland definitiv bedeutend besser als sozialen Leistungsempfängern!

    Dies nicht zu sehen bzw. dies nicht zu erkennen ist ein verschobenes Weltbild, wo ich mir trotz möglichst grossem Bemühen eines offenen Geistes… extrem schwer tue… sorry.

    Ein Leistungsträger hat kein Bild von sich im Kopf als Opfer!

  70. An Sparta: Es geht ihnen verdientermaßen besser, weil sie Verantwortung für ihre Leben übernehmen. Politisch Linke können nur eines: Noch mehr Gelder umverteilen und die Wirtschaft, die alles am Laufen hält, schädigen, anstatt die Ursachen anzugehen. Ich ,,freue” mich schon auf die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens, dann verkommmt das gesesellschaftliche Verantwortungsbewusstsein noch mehr.

  71. @Mark

    Wenn es den Leistungsträgern verdientermassen besser geht… warum jammerst Du dann über ein selbst zu zahlendes Schulmäpchen???

  72. Dieses billige, kleinbürgerliche Getrete nach unten – ekelhaft. Die beschriebenen Menschen gibt es, ja, da gubtbes Kinder die nicht geplant waren oder welche die man sich nicht leisten kann. Das ist aber kein Grund diese Menschen verhungern zu lassen und den Kindern ihrer Eltern wegen jegliche Chance zu verwehren.
    Dass man als gesellschaftlicher Leistungsträger (was ist das eigentlich?) mit Kindern “ausgesaugt” wird kann ich übrigens verneinen, ich habe selbst zwei Kids. Für Eltern, insbesondere berufstätige Eltern, ist in den letzten 15 Jahren verdammt viel getan worden. Vielleicht sollte deine offenbar leidende Schwester mal schauen, wie das vor 30 Jahren aussah. Diese positiven Veränderungen haben wir übrigens deinen fiesen Sozialisten zu verdanken…

     

  73. @ Mark85

    Ich habe ja auch zwei Kinder. Unser aktives Familieneinkommen ist nicht so schlecht. Dennoch würde ich vermuten, dass wir aktuell eher gefördert als gefordert werden. Die Kita war sehr günstig, wenn ich die minimalen Gebühren auf unser Einkommen beziehe. Dann gibt es noch Kindergeld oder Steuervergünstigungen. Die Schule finde ich auch sehr gut ausgestattet und es gibt ein großes Angebot. Ferienprogramme gibt es von diversen Vereinen, wenn denn Corona keinen Strich durch die Rechnung machen würde. Wir haben auch schon Kurse für die Kinder an der Universität erhalten, nutzen den Museumspass, die Bücherei mit der ganzen Familie. Medikamente, Arztbesuche, die Krankenkasse sind für Kinder ohne Kosten verbunden. Auch für höhere Einkommen.

    Unser Steuersatz ist verhältnismäßig niedrig muss ich gestehen. Das wird vermutlich nicht so bleiben, aber dann ist es für mich auch in Ordnung. Es gibt sicher Missbrauch von Leistungen und viele Familien könnten mehr erreichen, wenn sie denn etwas bedachter an einige Dinge heran gehen würden. Es ändert nichts an der Tatsache, dass es uns wesentlich besser als diesen Familien geht und sich daran auch nichts ändern wird. Die Kinder können nichts dafür und die Schule kann auch nicht alles kompensieren, was zu Hause auf der Strecke bleibt.

    Deutschland ist vielleicht nicht das beste Land auf der Welt im Punkt Chancengleichheit. Es belegt aber sicher einen vorderen Platz. Den Ländern auf diesen Plätzen geht es natürlich insgesamt nicht schlecht.

    Dinks sind eher diejenigen, die Familien fördern oder Alleinstehende gut verdienende Menschen. Die müssen nämlich hohe Abgaben tätigen und wohnen alleine verhältnismäßig teuer. Ich kann sie auch verstehen, dass die Förderungen ein wenig eingedämmt werden sollen oder vielleicht ein Wunsch besteht die eigene Altersvorsorge gefördert zu bekommen.

  74. @Mark85

    Ich kenne die Zeiten vor den H IV Reformen wie oben von @Slowroller erwähnt. Da gab es teils wirklich eine Hängematte und Schröders verhasste Reformen waren nötig.

    Die Situation Heute ist nicht so einfach schwarz weiss wie Sie schreiben denke ich. In DE zB sind 19% der 8 Mio Familien mit Kindern alleinerziehend – davon viele in oder von prekären Verhältnissen bedroht. 38% aller Haushalte von Alleinerziehenden mit minderjährigen Kindern bekommen staatliche Leistungen nach SGB II. Das sind 589.000 Bedarfsgemeinschaften von Alleinerziehenden (Zahlen 2017). 18 % der 1,3 Mio Kinder leben mit einem Elternteil im Haushalt. In neun von zehn Fällen ist dies die Mutter. Sind das in Ihren Augen wirklich alles Looser die sich hängen lassen und die besser keine Kinder bekommen hätten oder die lieber hätten beim Partner bleiben sollen? Handeln diese Menschen/ Mütter (ca. 65% davon Berufstätig) nicht eigenverantwortlich und strengen sich nicht an? Finden Sie es wirklich schlimm wenn diesen Kindern der Schullandheimaufenthalt bezahlt wird während die Mittelschicht es selber bezahlen muss? Ich glaube, Sie schließen von schlechten Einzelfällen à la Bild.de zu sehr auf das Gesamtsystem.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

bitte lösen Sie diese einfache Aufgabe (Spamschutz) *

Ähnliche Beiträge