Hallo zusammen,
mein Name ist Julian, ich wohne immer noch in NRW und bin inzwischen 32 Jahre alt. Im Dezember 2022 veröffentlichte ich hier meinen Leserbrief und Tim fragte mich anschließend für ein Videointerview auf YouTube an, was über 10.000 aufgerufen wurde ;)
Nun, drei Jahre später, habe ich mich dazu entschieden, eine Fortsetzung zu schreiben.
Mein Depot – Stand Januar 2026
Mein Depot besteht aktuell aus:
- 5% Cash-Reserve für Nachkäufe und zur Minimierung der Volatilität
- 20% Edelmetalle (Gold & Silber) als Krisenschutz ohne Gegenparteirisiko. Diese lassen sich problemlos über ETCs kaufen und bieten den Vorteil, dass Gewinne – im Gegensatz zu Aktien – nach einjähriger Haltedauer steuerfrei sind.
- 7% Bitcoin als weitere Diversifikation und dezentrales, begrenztes Gut, was mich als Liberalen besonders beeindruckt. Auch hier gilt die Steuerfreiheit nach einem Jahr Haltedauer.
- 68% Aktien als Kernbestandteil meines Vermögens – > weiterhin über den Vanguard FTSE All-World ETF.
Somit kaufe ich jeden Monat einen Teil der sogenannten „Welt-AG“. Der ETF bildet rund 90 bis 95 % der weltweiten Marktkapitalisierung ab und enthält über 3.500 Einzelaktien.
Mein Hauptfokus bleibt klar auf Aktien. Gold und Silber haben sich in den letzten Jahren so gut entwickelt, dass ihr Anteil größer wurde als ursprünglich geplant. Ich verkaufe jedoch nichts, sondern gleiche dies über die Zeit aus, indem ich verstärkt Aktien nachkaufe und Cash aufbaue, während die anderen Positionen stagnieren.
Meine Rendite lag 2025 bei 13,72% und 2024 bei sagenhaften 25,66%! Mein interner Zinssatz = 14,82%!
Langfristig strebe ich folgende Allokation an:
70% Aktien, 10% Cash und 20% alternative Anlagen (Edelmetalle + Bitcoin).

Oder anders gesagt:
„Wer streut, rutscht nicht aus.“
Inspiration & Wissen
Podcasts, die ich regelmäßig höre:
- Deffner & Zschäpitz (WELT) – für Aktuelles aus Wirtschaft, Politik und Börse
- Buy High, Sell Low – ein unterhaltsamer Podcast mit Fokus auf Aktien, Edelmetalle und Bitcoin.
Finanzbücher verschlinge ich weiterhin. Ich denke, jeder sollte zumindest einmal gelesen haben:
- das Finanzfluss-Buch (*Afflilate)
- „Finanzen ganz einfach“ von Saidi (Finanztip)*
- „Über die Psychologie des Geldes“ – Morgan Housel*
- „Souverän investieren“ von Gerd Kommer*
Gerd Kommer und Thomas von Finanzfluss traf ich sogar schon einmal live. Beide machten einen sehr sympathischen Eindruck auf mich.



Sparquote & Kontenmodell
Ich fahre weiterhin sehr gut mit meinem Kontenmodell:
Rund 30% meines Nettogehalts fließen automatisiert zu Monatsbeginn in mein Depot. Darin enthalten ist auch ein kleiner Sparbetrag für Cash-Reserven, um bei Marktschwäche (z. B. durch politische Ereignisse wie Handelszölle) gezielt nachkaufen zu können. Dies tat ich dieses Jahr nach den Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump.
Weitere 15 % gehen auf ein Tagesgeldkonto als Notfallfonds. Damit komme ich auf eine Sparquote von ca. 45% meines Nettogehalts, und das seit Jahren. Geht nicht, gibt’s nicht. Der Notfallfonds sorgt dafür, dass ich keine Assets verkaufen muss, wenn unvorhergesehene Ausgaben anfallen oder ein Autokauf ansteht.
Immobilie & Tilgung
Aus dem Notfallfonds entnehme ich weiterhin einmal jährlich einen vierstelligen Betrag zur Sondertilgung meiner Eigentumswohnung. Die Zinsbindung endet 2032. Dann wird voraussichtlich nur noch eine Restschuld von etwa 10.000 bis 15.000 € offen sein, die ich sofort begleichen möchte, statt neu zu finanzieren. Damit wäre ich spätestens mit 40 vollständig mietfrei.
Ziele & Entwicklung
Mein Ziel eines 100.000-€-Depots bis zum 40. Geburtstag sieht weiterhin sehr gut aus. Durch regelmäßige Lohnerhöhungen konnte ich meine Sparraten kontinuierlich steigern. Rechnet man dann meine bezahlte 82m2 ETW hinzu, kommt man auf ein Nettovermögen von über 200.000€. (Bitcoin+Edelmetalle sind hier nicht inbegriffen!)
Gedanken zur Politik & Altersvorsorge
In der Politik scheint allmählich anzukommen, dass der Kapitalmarkt beim Thema Rente eine Rolle spielen muss. Nach der geplanten Aktienrente und dem Vorschlag von Christian Lindner (FDP) folgen nun Kinderdepot und Altersvorsorgedepot. Ich freue mich über diese Entwicklungen, sehe sie jedoch auch kritisch. Vor allem die hohe Besteuerung langfristiger Aktiengewinne halte ich für eine Bestrafung des Vermögensaufbaus. Meines Erachtens sollte man bei langfristiger Haltedauer auf Kapitalertragsteuer, Soli und Kirchensteuer verzichten.
Zudem weiß niemand, welche Bedingungen zukünftige Regierungen an staatliche Depots knüpfen werden, etwa ein sehr spätes Auszahlungsalter. Solche Modelle führen aus meiner Sicht eher zu staatlicher Abhängigkeit als zu finanzieller Freiheit.
Die gesetzliche Rente halte ich für gescheitert. Wahrscheinlich wird es langfristig auf eine einheitliche Basisrente hinauslaufen. Dabei basiert unser System eigentlich auf drei Säulen: gesetzlich, betrieblich und private Vorsorge.
Doch viele verlassen sich fast ausschließlich auf den Staat.
Für mich ist klar: Vermögensaufbau ist mehr als Altersvorsorge. Er bedeutet Freiheit! Nicht irgendwann, sondern schon heute.
Was ich jedem mitgeben würde:
- Mindestens 3 (Netto-)Monatsgehälter als Notfallfonds
- Mindestens 20% des Einkommens konsequent und automatisiert in einen Welt-ETF investieren
- Keine Konsumschulden
- Kein überteuertes Eigenheim auf Kante finanzieren
Der Weltaktienmarkt bietet langfristig etwa 6 bis 7% Rendite pro Jahr. Das bedeutet, das Kapital verdoppelt sich ungefähr alle 12 Jahre.
„Der Zinseszins ist das achte Weltwunder. Wer ihn versteht, verdient daran – alle anderen bezahlen ihn.“ — Albert Einstein
Money is a tool. Freedom is the goal.
Liebe Grüße Julian
HINWEIS: Dies ist keine individuelle Anlageberatung. Die genannten Produkte dienen nur zu Informationszwecken. Nochmal: Es handelt sich um keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzprodukten. Jeder sollte seinen eigenen Weg finden.
Ich finde: Julian macht uns Hoffnung. Er zeigt, was alles möglich ist, wenn man ein Ziel vor Augen hat. Klasse!
Vielen Dank Tim :)
Ich mache es genauso allerdings ist mein Welt Etf auf mehrere aufgeteilt,so bleibe ich flexibler und kann die Gewichtung individuell steuern,was bei einem All word Etf nicht geht.
Auch super
@ Julian
Gratulation. Mit Deinen diversen Säulen wird es sicher Einschläge in manchen Bereichen auf Deinem Weg geben. Aber dafür hast Du auch immer einige andere Bereiche bei denen es dann vermutlich gut und solide läuft.
Die Immobilie scheint in Anbetracht des Preises nicht übermäßig der Lifestyle Inflation zu sienen. So gesehen ist es vermutlich eine gute Verbindlichkeit, die Deine Sparquote entsprechend unterstützt. Zusätzlich unterliegt sie dem Schonvermögen und sie reduziert Dein benötigtes Einkommen für eine FU, da hierfür kein Brutto Gewinn in Netto realisiert werden muss (und entsprechend Krankenkassenbeiträge)
Die 10k€ Restschuld wirst Du sicherlich ausgleichen müssen. Dafür lohnt eine Baufinanzierung nicht. Ich hatte hier einmal 50k€ als Grenze im Kopf. Sonst lohnt es sich für die Bank nicht. Aber die Summe kannst Du gut aus der Portolasse aufbringen.
Die freie Grundschuld kann Dir später bei einem anderen Vorhaben eventuell behilflich sein. Hast Du immer eine Cash-Quote von 10% oder hängt das auch vom PEG usw. ab? Mit steigendem Vermögen könnte sie vielleicht etwas hoch werden. Mit Deiner Sparrate könntest Du bei einer FU innerhalb von einem Jahr vermutlich einiges zusammen sparen um SORR gefestigt zu sein.
Weiterhin viel Erfolg!
Danke für den ausführlichen Kommentar. Ich strebe aktuell die 10% Cashqoute an. Aber ja die werde ich in Zukunft mit Sicherheit reduzieren. Vollkommen richtig
@ Julian
In spätestens 6 Jahren kannst Du die Cash-Quote vielleicht reduzieren. Die Darlehensrate fällt hier weg und Sondertilgungen sind dann auch nicht mehr notwendig.
Genau
Ein schöner Beitrag! Gerade die monatliche Ansparung in den Notfallfonds gefällt mir.
Diese durchdachte Strategie lässt dich bestimmt auch in Zeiten entspannt bleiben, wenn die Kurse mal nach unten gehen. Weiter so! Gruß aus Dortmund
Danke. Freut mich zu hören. Schöne Grüße zurück… Aus der Nähe von Dortmund ;)
Den Fotos nach zu urteilen, scheint Tim Schäfer der größte der abgebildeten Personen zu sein.
Darf man fragen, wie groß du bist?
1,74 ;)
Ich meine eigentlich Tim, hätte ich vermutlich besser formulieren müssen.
Vermutlich wird Tim dann ca. 1,90m groß sein, grob geschätzt.
Mal schauen ob Tim seine Größe verrät.
ja, da liegst du ganz in der Nähe.
Du hast deinen Plan gesetzt und ziehst ihn durch, der Richtige Weg.
Ich halte von Staatlichen Fonds aber wenig, da der Staat die Regeln ändern kann und der Bürger meisst verliert.
Genau meine Ansicht
#Thomas von F…… machte einen sehr sympathischen Eindruck auf mich.
F… ist für mich persönlich, also meiner privaten Meinung nach, keine unabhängige, vertrauensvolle Quelle. Lest dazu mal die Geschichten zu Klagen und in Zweifel gezogenen Rankings und Statements zu Renten. F… kommt mir nicht mehr auf den Bildschirm.
@Iwanttobelieve
Hat sich der Prof auch mal zu Verteilung Marktkapt. vs. BIP geäußert?
# angebliches Einsteinzitat – „Zinseszins ist das achte Weltwunderusw.“
Das Zitat wurde auch schon Rockefeller, Rothschild u.a. zugeschrieben. Vermutlich wurde es von der Finanzindustrie in den 50ern oder 60ern erfunden. Jedenfalls ist es erst zig Jahre nach Einsteins Tod plörtlich aufgetaucht.
Das ist ein „apokryphes Zitat“, das Einstein fälschlicherweise zugeschrieben wird, und mit dieser Berühmtheit unterschrieben ist um der Aussage mehr Autorität zu verleihen.
Macht Sinn, mathematisch gesehen ist der Zinseszins kein Wunder.
20% Edelmetalle finde ich sehr gut. Allerdings bergen ETC‘s meines Wissens sehr wohl ein Gegenparteirisiko.
Gold sollte man physisch besitzen. Kein „Papiergold“!
Bei der Sparkasse in Gelsenkirchen oder Köln-Bonn? ;-)
Versicherung! Kostet nicht viel.
@Nuvolina
Ich habe irgendwas von 10k Versicherungssumme pro Schließfach aufgeschnappt, was ärgerlich wäre, wenn es höhere Summen sind.
Inwieweit eine Vollversicherung möglich ist,… da kenne ich mit Schließfächern nicht aus, bzw. bin aktuell nicht der Typ für eine physische Aufbewahrung…
Eine Schließfachversicherung muß man individuell abschließen. Angesichts der Sicherheit eines Bankschließfaches und der Wahrscheinlichkeit eines Raubes im Promillebereich ist die Versicherung günstig.
Goldinvestments machen eigentlich nur bei physischer Lagerung Sinn. Wer Gold kauft, will kein Gegenparteirisiko, der will was zum Anfassen für den Notfall. Gold ist kein Investment, sondern eine Versicherung, Sogenanntes „Papiergold“ führt die Idee von Gold als Versicherung ad absurdum.
Da sind Aktien viel besser.
#Nuvolina – die Versicherung günstig
Kann man physisches Gold welches, im Regelfall möglichst dem Staat nicht so ganz genau bekannt sein soll, wirklich so einfach & günstig über den Gesamtwert versichern und wie weise ich genau nach, dass dieses Gold auch wirklich in meinem Bankschließfach lag zum Zeitpunkt des Raubes? Ich bezweifle einfach mal das es das gibt.
Dazu kommt noch das Risiko im Alter von Schock-Betrügern wie im vergangenen Oktober in Karlsruhe als ein 84jähriger den falschen Polizisten Goldmünzen im Wert von Millionen. Man denkt soetwas passiert einem nicht, aber es passiert eben doch.
#Nuvolina – Wer Gold kauft, will kein Gegenparteirisiko/zum Anfassen für Notfall.
Für dich vielleicht aber das stimmt offensichtlich nicht. Das Goldvolumen in allen ETF/Cs liegt anscheinend bei einer 0,5 Billion Euro / >3.000 Tonnen laut Gemini. Irgendjemand scheint das doch zu kaufen.
Die Versicherungen verlangen gewisse Regeln über den Nachweis von Gold im Schließfach. Ist gar nicht so kompliziert (Fotodokumentation usw.).
Bevor ich „Papiergold“ kaufe, würde ich es lassen und lieber Aktien kaufen. Gold macht für mich nur physisch Sinn.
Man „sollte“ besitzen, was man besitzen will. Jeder hat seine eigenen Gründe.