Die Arbeitswelt wandelt sich, bleib flexibel


New York, 21. Februar 2019

Das Leben auf dem Land hat Vorteile. Gerade wenn du erfolgreich im Homeoffice bist.

Viele Konsumenten wollen immer die neuesten Sachen haben. Sie haben Angst etwas zu verpassen. Sie wollen angesehen werden. Daher erzählen sie gerne, was sie wieder alles gekauft haben.

Wer mithalten will, muss jetzt für das klappbare Samsung-Handy tief in die Tasche greifen. Das „Galaxy Fold“ kostet 1.980 Dollar. Es kommt ab April in die Läden. Das hat Samsung auf einer Presseveranstaltung in San Francisco angekündigt. Das „Galaxy Fold“ ist das erste Mobiltelefon, das Verbraucher mit einem Klappdisplay kaufen können. Sie können es wie ein Tablet oder eingeklappt wie ein Telefon verwenden. Es ist zu teuer!

Wer kann überall mithalten? Tolle Wohnung, neues Auto, schicke Kleidung, neueste Elektronik, Luxusurlaub?

Die Leue werden irgendwann in „Tiny Homes“ ziehen müssen. Die hohen Mieten und Hypotheken lassen ihnen kaum noch Luft für all den anderen Plunder.

Es gibt einen anderen Ausweg aus dem Konsumhamsterrad. Vielleicht ziehst du auf das Land, nimmst einen Nebenjob an. Du kannst AirBnB-Vermietungen machen, das kann dir kleine Zusatzeinkünfte bringen. Es gibt herrliche ländliche Gegenden. Mir würde es beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern an der Seenplatte gefallen. Es gibt Leute, denen macht das Spass. Sie verbringen ihre Zeit damit, das Anwesen zu reparieren. Sie haben einen großen Garten, bauen Obst und Gemüse an. Du kannst dort den Kindern etwas bieten: Natur, Freiheit, Freizeit. Das Leben kann besser sein als in der Großstadt. Es hängt von dir ab. Klar haben wir alle unterschiedliche Ansichten. Aber es gibt bestimmt einige, die die Natur vorziehen. Es hat Vorteile im Grünen zu sein. In ländlichen Regionen findest du noch große Häuser, 50 oder 60 Jahre alt, zu erschwinglichen Preisen.

Was machen reiche New Yorker? Sie haben eine Wohnung in Manhattan und ein Ferienhaus in den Bergen New Yorks oder irgendwo am Strand auf den Hamptons. An den Wochenenden pendeln sie dann in die Natur zum Ferienhaus. Die Fahrt kann bis zu zwei Stunden dauern. Es ist ein teurer Spass, zwei Wohnsitze zu haben. Das würde ich niemanden raten. Zwei Anwesen zu haben, das geht richtig ins Geld. Hinzu kommt die Pendelei. Das kann nervig werden.

Ein anderer Stolperstein sind Time-Sharing-Modelle. Viele Amerikaner kaufen sich in solche Hotelansprüche ein und ärgern sich hinterher über die hohen laufenden Kosten. Aus den Verträgen kommt man kaum raus. Kaum jemand ist bereit, den Timesharing-Anteil abzukaufen, noch nicht mal für 1 Dollar. Wer hat schon Lust, jeden Monat 300 Dollar an die Hotelkette pauschal zu bezahlen für 3 Wochen Urlaubsanspruch im Jahr? Manch einer bezahlt dem Käufer des Time-Sharinganteils 15.000 Dollar, nur um das „Mist“-Ding (Geldgrab) loszuwerden.

Der Konsum-Stress ist jedenfalls nichts für mich. Das neue Samsung-Handy für 2.0000 Dollar werde ich mir nicht kaufen. Ich benutze mein uraltes iPhone 6 weiterhin, obwohl es immer langsamer wird.

Die Arbeitswelt wandelt sich. Das bietet neue Chancen. Ein Home-Office ist eine Möglichkeit für ein Leben auf dem Land. Die Digitalisierung macht es möglich.

Immer mehr Jobs enden in der freiberuflichen Tätigkeit. Konzerne trennen sich von Fixkosten und Personal. SAP wirft gerade 4.400 Mitarbeiter raus, obwohl die Marge knackig bei dem Softwarehaus ist. Viele Konzerne bauen Arbeitsplätze ab. Betroffen ist der Pharmakonzern Bayer, das Öl-Gas-Unternehmen Wintershall-Dea, die Elektronikfirmen Osram und Philips, RWE… Und die Automobilbranche wird noch Stellen streichen.

Du kannst als Freiberufler arbeiten. Der Nachteil als Freiberufler ist, dass sich der Auftraggeber nicht an den Sozialbeiträgen (Rente, Krankenkasse, Pflegeversicherung etc.) beteiligt. Daher musst du mehr Honorar verlangen, um das auszugleichen. Freie Journalisten und Künstler haben den Vorteil, dass sie die Künstlersozialkasse nutzen können, sie übernimmt den Anteil für die gesetzliche Sozialversicherung, die normalerweise der Arbeitgeber getragen hätte.

Der verstorbene Modeschöpfer Karl Lagerfeld arbeitete übrigens als Kreativ-Direktor freiberuflich für Modelabels wie Chanel oder Fendi. Er war so clever, dass allein seine Katze 3 Millionen Dollar (als Model) im Jahr verdiente.

Fazit: Vergiss das mit dem Zweitwohnsitz! Zu teuer! Mach das nicht! Mach einen Bogen um Time-Sharing.


tim schaefer (Author)

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thoughts on “Die Arbeitswelt wandelt sich, bleib flexibel

  1. AvatarRalf

    „Immer mehr Jobs enden in der freiberuflichen Tätigkeit.“

    Das wird so kommen. Aber zu welchen Konditionen? Viele IT-Leistungen lassen sich mittlerweile z.B. leicht outsourcen und die Preise drücken. Geiz ist geil.

    Ich sehe dies auch selbst bei meinen nebenberuflichen Immobiliengutachten. Da wird oft am Preis gefeilscht, solange bis sich da nicht mehr lohnt. Gleichzeitig trägt man aber eine hohe Veranwortung und muss gerichtsfeste Gutachten erstellen können. Das kostet Zeit und ist aufwändig.

    Und z.B. ein deutlicher Stellenabbau in der Autoindustrie mitsamt Zulieferern ist absehbar. Audi fährt z.B. offenbar bereits ein Sparprogramm. Der Bau von Elektroautos braucht deutlich weniger Arbeiter, weil sie rund 25 Prozent weniger Teile haben als Verbrennerautos.
    Chancen gibt es genug. Wenn man aber nicht so IT-Affin ist, keine einfache Sache.

    „Daher musst du mehr Honorar verlangen, um das auszugleichen.“

    Das hat seine Grenzen. Geiz ist geil ist sehr verbreitet und in vielen Branchen herrscht ein großer Preiskampf. Dies wird mir oft auch von Auftragnehmern erzählt mit welchen ich bei Vergaben zu tun habe.

    Digitalisierung wird auch viele Jobs und Chancen schaffen. Wer eine Nische findet kann richtig absahnen.

    Wer aber schon länger im Job und Berufleben steht, hat es hier nicht einfach, vor allem wenn man laufende Verpflichtungen hat (Familie, Hauskredit, Pflege von Angehörigen).

    Ich wüsste derzeit nicht, wie ich eine berufliche Neuorientierung angehen sollte ohne Geldeinbußen. Und in welchem Bereich. Der Bildungsmarkt ist unüberschaubar und nicht alles ist sinnvoll.

    Trotzdem immer vorwärts schauen, es gibt immer wieder Gelegenheiten. Viel Erfolg an der Börse ;o)

  2. AvatarChristian

    Laut einer Studie der ING verfügen 31 % der befragten 1.006 Haushalte in Deutschland (representative Umfrage) über keinerlei Ersparnisse. Quelle: Handelsblatt

    Auf ein neues Smartphone verzichten, wie von Tim vorgeschlagen, wäre da schon einmal ein guter Anfang. Die gesparte monatliche Rate könnte automatisiert in einen ETF-Sparplan fließen. Das geht ab 25 €. Wenn man mit dem Arbeitgeber dann noch eine kleine Lohnerhöhung oder wenigstens 40 € VL aushandelt, sind es monatlich schon 65 € Ersparnis = 780 € pro Jahr. Die ersten kleinen Schritte können so einfach sein – und sind für manche doch so schwer.

  3. AvatarBruno

    Das Foto ist genial, Tim in der Wolke als Wächter der Konsumclowns 😀

    Freiberufler ist unter Umständen ein Einstieg in die Selbständigkeit, aber es ist nix für Leute, die nicht mit dem Geld umgehen können, viele geben sofort alles aus, was sie (vermeintlich) einnehmen, später kommen dann Sozialleistungsabgaben, Steuern etc. und sie haben ein Problem. Gerade jene, die in diese Form gedrängt werden. Es ist gerade in Europa eine gute Möglichkeit, das Hire & Fire aus den USA zu legalisieren. Zeitarbeit ist ein ähnliches Modell, für einige Branchen lukrativ, für andere aber ein Desaster und eher moderne Sklaverei.

  4. AvatarRalf

    „Auf ein neues Smartphone verzichten“

    Man bekommt mittlerweile auch für kleines Geld durchaus brauchbare Modelle. Meines hat 150 € gekostet und läft seit 5 Jahren….

  5. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Bruno

    Haha. Das war die Reflexion im Autofenster. Beim Vorbeifahren fand ich die Naturlandschaft so schön. Die Gegend heißt Hudson, nahe New Yorks: http://cityofhudson.org

  6. AvatarAndre

    Tim du hast so Recht mit dem Land.

    Meine Heimat ist die meckl. Seenplatte und ich sowie meine Partnerin haben für die Gegend sehr gute Jobs gefunden sodass wir ab sofort wieder „auf dem Land“ wohnen. Infrastruktur ist hier ausreichend. Ich liebe die Natur und die Seen und bin seit der Kindheit begeisteter Angler.

    Bloß weg aus der teuren Küstenstadt wo Miet und Eigentumspreise explodieren.

     

  7. AvatarKia

    Wenn ich nach bezahlbaren Wohnraum suche lande ich immer in Mecklenburg-Vorpommern. Das ist aber leider für uns nicht pendelbar. Die Idee auf dem Land etwas zu kaufen, dort die Wochenenden zu verbringen und in der Woche in der Großstadt arbeiten und wohnen verfolge ich auch öfters. Dann müssten wir aber unter der Woche schon sehr klein wohnen, was mit Kinden auch wieder stressig ist.

    Diese Dokureihe über ein Paar aus Hamburg, welches sich ein Gutshaus in MV kauften und selbst sanierten hat mir gut gefallen. https://www.zdf.de/nachrichten/drehscheibe/gutshaus-thurow-erste-gaeste-100.html

    Ich finde es beeindruckend was die beiden geschaffen haben. Sie arbeiten in Hamburg. Ob sie täglich die 150km Pendeln?

  8. AvatarThorsten

    @Kia 120 km reichen auch. Das Wendland bietet es. Aber zum Pendeln ist es zu weit.

    @Tim das Klapphandy ersetzt zwei Geräte. Haben wollen. Ich warte bis es Standard ist und kaufe es für 199 Euro. Ich kann warten.

  9. Mark85Mark85

    Ich bin mit meinem Zweitwohnsitz am Meer sehr zufrieden, weil er mir viel zusätzliche Lebensfreude/-qualität gibt. Gerade während der Wintermonate, wenn es in Deutschland kalt, nass und dunkel zugeht. Müdigkeit, Faulheit, Unausgeglichenheit und Trägheit wären für mich die Folgen, weil das Leben hauptsächlich drinnen stattfindet. Daher habe ich die Entscheidung noch keine Sekunde lang bereut. Die Zusatzkosten halten sich in Grenzen. Wie dem auch sei: Am Ende muss jeder für sich selbst entscheiden, was ihm wie viel wert ist. 🙂

  10. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Andre

    Super, wenn es dir gefällt.

    @ Kia

    Zwei Objekte zu haben, ist halt schon teuer, wenn man es nicht anderweitig vermieten kann (zumindest teilweise).

    @ Thorsten

    Ist das so viel günstiger als 2 getrennte Produkte zu kaufen?

    @ Mark

    Jeder wie er/sie will. Wie viel bezahlt du für die Wohnung am Meer?

  11. Mark85Mark85

    An Tim: 400 € für 33 m². Ab Oktober 450 € für 80 m². Alle Nebenkosten inklusive.

    Erst heute sagte ich mir bei herrlichem Sonnenschein und gefühlten 25 Grad wieder: ,,Es ist ein großartiges Privileg, hier sein zu können!“

  12. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @Mark85

    Prima! Das ist ein Schnäppchen. Du mietest ja nur, wenn du dort bist? Oder das ganze Jahr?

  13. Mark85Mark85

    Das ganze Jahr über, weil ich gern möglichst alles langfristig plane, aber durch den Wohnungswechsel wird es vorübergehend zu einer mehrmonatigen Entlastung kommen.

    Wenn ich mir deine regelmäßigen Reiseartikel durchlese, die ich übrigens am liebsten lese, erkenne ich, dass uns gar nicht viel unterscheidet. Wir verreisen beide für unser Leben gern. Und sogar die Breitengrade im Winter ähneln sich, nur dass bei dir die Kanaren Florida heißen.

    ¡Buenas noches an alle! 😉

  14. Avatardingo

    Auf dem Land ist der Wohnraum so günstig, weil dort keiner leben will. Bis auf ein paar Sozialromantiker geht da keiner aufs Land.

     

    Warum ist das so?

    1. Keine Ärzte

    2. Kaum noch Schulen

    3. Kaum noch adäquate Jobs

    4. Außer Natur und freiwillige Feuerwehr kaum Freizeitangebote

    5. Immobilien lassen sich nur schwer veräußern

  15. ManniBManniB

    Also ich habe gemerkt, das mir Etfs zu langweilig sind… Lass die Etfs zwar weiter laufen, stocke sie aber nicht mehr auf. Mir fehlt das Analysieren der Firmen, nach News zu den Firmen lechzen.

    Habe mir daher gestern wieder 3 Positionen aufgebaut.

    BP, Unilever und Welltower (Reit).

    Ich weiß Welltower is überbewertet, aber meiner Meinung nach sind Sie das Wert, da das Gesamtpaket passt. (Free Cashflow, Dividenden Rendite, Wert der Immobilien, Immobilien Portfolio)

     

    Gruß

    Manni

  16. Danny Danny "Pfeffersack"

    @Alex: Hmm… Das war ja nur eine Frage der Zeit. Die aktuelle Dividende bzw. die Dividendenrendite ist halt nicht alles. :-/ Sie muss auch tatsächlich verdient werden und nachhaltig sein. Bin gespannt, wie Warren darauf reagiert (hat).

  17. AvatarThorsten

    @Tim man spart einen Akku, ein Display, ein Gehäuse, einen Prozesser etc. Das sollte die Kosten fast halbieren. Wie teuer waren LCD-Monitore/Fernseher am Anfang ? 2000, 3000 Euro ? Heute kriegt man sie für 500 Euro nachgeworfen.

  18. AvatarDanielKA

    @ das mit KHC war absehbar: Mir ist die Fähigkeit Dividende zu zahlen wichtiger als die absolute Höhe

    Hinter KHC steht 3G und die haben mal eben bei BUD die Dividende um 50% gekürzt, um Schulden zurückzuzahlen, nun folgt der cut bei KHC mit – 36% etwas geringer, trotzdem heftig.

  19. AvatarCola-Viez

    @ Danny „Sie muss auch tatsächlich verdient werden und nachhaltig sein“

     

    Da stimme ich dir zu deshalb verstehe ich nicht warum in so einem Fall der Aktienkurs so in die Knie geht.

  20. Avatar42sucht21

    @KHC

    Die wird bestimmt einigen put-Haltern und Limit-setzern Heute ins Depot gesprungen sein. Oder heraus 😉

    Bin gespannt welcher Consumer Staples als nächstes die Divi kürzt und ob dann die Divi-Einzeltitelinvestoren unruhiger werden. KHC hat ja nach der DiviKürzung auf 1.6USD & Kursverlust aktuell immer noch eine Diviquote von >4%.

    Ob der Rückgang dieser Markenprodukte auch mit dem veränderten Medienkonsum zu tun hat? Diese Firmen hatten ja in der Boom-Phase 70er-90er massiv Fernsehwerbung (davor Radio und Kino) und alle die um 20h Nachrichten schauten wurden errreicht. Das waren fast alle. Heute gibt es viel kleinteiligeren on-demand Medienkonsum und Werbung geht weniger in die Masse.

    @Wirecard / Deutsche Bank

    Bin ich der Einzige der das Verhältnis von Nachricht zu Wirkung irgendwie unpassend findet?

    Bei Wirecard wärmt ein Journalistenblogger eine alte Story über wenige Mio Kreisbuchungen vor einigen Jahren auf. Der Aktienkurs stürzt ab und ca. 10 Mrd Bewertung sind weg.

    Bei der SZ lese ich gestern über die Deutsche Bank und den Verdacht eventuell bei der 14er Kapitalerhöhung >1 Mrd Risiken und evtl. absichtlich bis 2018 1,6 Mrd. Anschreibungsbedarf verschwiegen zu haben. Der Aktienkurs und Bewertung bleibt unverändert.

     

  21. Der BaumDer Baum

    Hallo Alex,

    ja, hab ich heute morgen gesehen. Ich schau mir gerade die genauen Gründe an. Laut der Earnings conference, gab es eine 11 Mrd € Wert-berichtigungen aufgrund von schlechtem Geschäft bei der Marke Kraft, Oscar Meyer und in Kanada:

     

    „David Knopf — Chief Financial Officer

    Thanks, Bernardo. So, in terms of the impairment, the writedown was primarily reflected — it reflected revised margin expectations and this was for really three businesses of ours; first, the Kraft natural cheese business; second, our Oscar Mayer cold cuts business where we talked about issue that we had in the first part of the year; and then third, our Canada retail business. And really the fundamental driver behind the reduction in expectations was driven by our second half performance, OK, which was primarily driven by supply chain issues that we had in the cost side as you know.

    And then just to provide a little more context, since the merger, we’ve also seen significant pressure on valuations from a higher discount rate come into play, which was partially offset (technical difficulty) taxes, but that’s really the context around the impairment.“

     

    Der Umsatz und der operative Gewinn ist weitgehend stabil geblieben. Über die cashflows hab ich nichts gefunden, aber auch hier gehe ich von einigermaßen stabilen Werten aus.

    Die Dividendenkürzung hab ich erwartet, der Anteil am cashflow war zu hoch. Also auch kein nachhaltiges Problem aus meiner Sicht.

    Trotzdem es ist schon etwas was man entsprechend einberechnen muss, das Eigenkapital ist jetzt wesentlich niedriger.

    Grüße Baum

  22. Avatar42sucht21

    @Arbeitswelt
    Mein Vorschlag: Handwerkermeister werden. Vernünftige Handwerker können über Jahre hinaus sehr gut Geld verdienen und sich die Kunden aussuchen und sehr hohe Preise verlangen. Von wegen Geiz ist Geil. Außerdem kann das Eigenheim und evtl. vermietete Immo gut bewertet und selber gefixt werden. Finanziell sehr reizvoll. Man muss nicht in die IT-Branche oder studieren wenn man nicht möchte und man kann trotzdem finanziell reich werden.

    @KHC
    2018 Verlust von 10,3 Milliarden Dollar
    2017 Gewinn von ca. 10,9 Milliarden Dollar

    Soviel einmal zur Möglichkeit von Privatinvestoren Unternehmen und deren Aktienkurse wirklich bewerten zu können und auch zur Richtigkeit von attestierten und extern geprüften Bilanzbuchhaltungspraktiken und enthaltenem Abschreibungsbedarf und Goodwill.

    Edit: Achso, das macht doch das von Buffet gelobte Management.

  23. Der BaumDer Baum

    Hallo 42sucht,

    die 10 Mrd. Gewinn von letztem Jahr waren aufgrund der Steuerreform von Trump. Das operative Ergebnis war ähnlich dem von 2016 und jetzt auch 2018. Das sind bilanzielle Geschichten ohne Aussagekraft.

    Deswegen schaue ich primär auf den Cashflow, da siehst du außerordentliche und nicht Cash wirksame Vorgänge.

    Wie die große Wertberichtigungen im Q4 entstanden ist kann ich aber auch nicht erklären. Ist schon ein großer Batzen. Vielleicht haben wir hier ja einen Experten für den IAS 36??

    Allerdings muss man auch sehen, operative läuft der laden ja.

    Grüße Baum

  24. AvatarA.

    Hallo zusammen,

    zu KHC: Wäre ich schon dabei, würde ich es wohl nicht verkaufen, einfach da KHC nur eine Positition von mehreren wäre bei mir. Einsteigen würde ich da jetzt im Moment zumindest nicht, der Chart ist aktuell ein graus. Seit 2017 im Fallen.

    @Thorsten

    Das Samsung-Smartphone wird im Preis eh noch fallen, Xiaomi hat gemäß geleakten Bildern auch so eins im Programm. Sobald es solche Teile für 199 Euro gibt, werde ich auch eins holen, da es schon praktisch ist, wenn man einen größeren Bildschirm hat. Warte auf sowas seit Jahren.

    Gruß

    A.

  25. AvatarThorsten

    Und jetzt kommt die Klatsche von – wie merkwürdig zufällig –  Edeka. Da haben sie sich mit dem Falschen angelegt.

    https://www.n-tv.de/wirtschaft/Edeka-muss-auf-Heinz-Ketchup-verzichten-article20869584.html

    Nach Informationen des Blattes habe Kraft Heinz eine Preiserhöhung im zweistelligen Prozentbereich gefordert, was Edeka ablehnt. „Wir können nicht zulassen, dass Finanzinvestoren auf Kosten unserer Kunden und der Edeka-Kaufleute ihre Deals refinanzieren“.

    Für den hohen Zuckeranteil in der Plastikflasche wollen sie jetzt sogar noch mehr Geld. Sie haben  offensichtlich den Deutschen Markt nicht verstanden. Merkwürdig, dass meine persönliche Einschätzung mit diesem größeren Vorfall stark korreliert.

    Die Aktie liegt momentan mit 20,4% im Minus. Wenn sie sich wie Coca Cola anpassen, dann wird es sich wieder erholen. Sie sollten mit der Sch*ßplastikflasche anfangen, die fällt im Regal unangenehm auf.

  26. Der BaumDer Baum

    @ KHC, ich wäre da nicht so pessimistisch. Das Unternehmen machen 2,5 Mrd. $ an freiem Cash. Das hat sich in den letzten Jahren nicht wesentlich verändert.

    Und wenn ich über den durchschnittlichen Bürger nachdenke, sehe ich auch nichts von wegen „gesünder“ ernähren. Das ist eine deutsche Medienblase in der wir hier leben. Die Zahlen sagen hier auch etwas ganz anderes: Der Zuckerkonsum insgesamt steigt jedes Jahr um 2%. Auch der Absatz von verpackten Lebensmitteln insgesamt steigt. Glaubt ihr wirklich das Thema „gesunde Ernährung“ kommt bei Gesamtgesellschaft an? Wenn ich so auf die Einkaufsbänder schaue bin ich da nicht besonders überzeugt von dieser These.

    Das spielt vielleicht für einen kleinen Teil eine Rolle, mehr aber nicht.

  27. Der BaumDer Baum

    Thorsten, KHC macht nur 10% Ihres Umsatzes in den gesamten EMEA-Staaten (Deutschland ist nur einer davon). Und Edeka ist nur einer von mehreren Händlern, da spielt Edeka keine wirkliche Rolle für KHC^^

  28. AvatarKnocken

    An alle die KHC nun als Schnäppchen kaufen, könnten sich irren wie Wirecard nun ein Schnäppchen zu sein scheint nach dem Kursrückgang in den letzten Monaten um quasi -50%.

    KHC sehe ich in den nächsten 4 Wochen bei Kursen unter 30€.

     

    Dont buy trash. Meine gesegnete Meinung.

     

    PS Der arme Warren hat ein haufen Kohle über Nacht verrieben. Aber Hey es ist nur Geld 😀

  29. AvatarA.

    @DerBaum

    Ich gebe dir bei KHC recht. Ich sehe es auch so, dass nur bedingt weniger Zucker gegessen wird. Da verzichten viele auf Coca Cola, aber hauen sich den Rest nach wie vor rein. Dieses auf den Zucker verzichten ist auch eher so ein Trend, der wird auch irgendwann vorbei gehen. Auf den Kassenbändern merke ich auch nicht viel davon. Ich würde KHC auch nicht verkaufen. .

    Aktuell würde ich aber wohl eher warten bis sich KHC vom Chart her beruhigt hat oder mit einem ersten Position einsteigen, wenn ich die Aktien denn unbedingt haben will und dann irgendwann nachkaufen.

    Gruß

    A.

     

  30. AvatarDanielKA

    @ Baum: Vielleicht ernähren sich die Deutschen und CO. nicht gesünder, aber der Trend auf Eigenmarken (ein urdeutsches Discountthema) setzt nun sich auch in vielen anderen Regionen, wie z.B. auch den USA (Aldi und Lidl machen sich hier ebenfalls breit) durch. Zusätzlich haben die ganzen Markenhersteller ihre Produkte über Jahre verwässert und trotzdem die Preise angehoben. Dieser Kreis bricht nun zusammen. Zusätzlich sparen 3G Firmen als cost cutter auch am Marketing Budget was ebenfalls zu rücklaufenden Umsätzen führt.

    Nur noch wenige ausgewählte Firmen können sich davon abheben (z.B. Lindt).

     

  31. AvatarDanielKA

    Der Umsatzunterschied ist in der Abspaltung begründet, fürs internationale Geschäft war mondelez zuständig, dies zu ändern dauert viele Jahre. War ja alles ursprünglich eine Firma „Kraft Foods“ welche von dem Tabakriesen Philip Morris abgespalten wurde.

    Das Unternehmen ging am 1. Oktober 2012 aus der Aufspaltung von Kraft Foods in zwei eigenständige börsennotierte Gesellschaften hervor und war für die Lebensmittelaktivitäten auf dem nordamerikanischen Markt zuständig.[4] Während Kraft Foods Group als Abspaltung gegründet wurde, entstand die andere weltweit tätige Unternehmenshälfte mit Fokus auf Snacks und Süßwaren durch Umbenennung und firmiert seitdem unter dem Namen Mondel?z International. Im Juli 2015 fusionierte die Kraft Foods Group mit der H. J. Heinz Company zur The Kraft Heinz Company.[5] Hierbei war der Investor Warren Buffett maßgeblich involviert.

     

  32. AvatarMichael_2

    Bei KHC hat sich der auch hier vielgelobte Buffett wie ein klassischer Raider verhalten: Einem übernommenen Unternehmen werden hohe Schulden aufgebürdet, und anschliessend wird viel Geld rausgezogen.

    Nicht umsonst wollte man bei Unilever nichts mit Buffett und Lehman zu tun haben.

     

  33. AvatarThorsten

    @Der Baum
    Was willst Du uns damit sagen ? Dass das Beispiel Edeka nicht relevant ist ? Die Investoren scheinen es anders zu sehen : Zuckerplörre, überteuerte Preise und in Deutschland zunehmend zum Thema Zucker auch das Thema Plastik. Das hat mit Edeka gar nichts zu tun , nichts mit Deutschland, nur mit dem Produkt.

  34. AvatarThorsten

    Den großen Nahrungsmittelkonzernen der Welt machen die sich rasch ändernden Konsumgewohnheiten zu schaffen. Weltweit setzen die Menschen zunehmend auf frische und regionale Lebensmittel und machen einen Bogen um Fertigprodukte. Deshalb schrieb Kraft Heinz den Wert seiner Marken im vierten Quartal um 15,4 Milliarden ab. Der fünftgrößte Nahrungsmittelkonzern der Welt sei mit seinen schwachen Marken in einer schlechteren Lage als viele Konkurrenten, sagt Analyst Neil Saunders von Global Data Retail.

    Quelle : https://www.t-online.de/finanzen/boerse/news/id_85295994/heinz-ketchup-schreibt-milliarden-ab-boersenaufsicht-ermittelt.html

  35. Avatar-M

    @Baum @KHC

    Habe heute aufs Depot überwiesen und werde wohl KHC aufstocken, ist meine größte Position im Depot.

    -M

     

  36. Avatarsammy

    @M

    Wie groß ist deine Position? Ich habe nur 2.500 investiert und werde die gleiche Summe nochmal investieren.

  37. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @-M,

    jetzt habe ich doch glatt mal in die Zahlen geschaut. Selbst nach der Abschreibungen der „immateriellen Werte“ beträgt der Anteil des „Goodwill und Intangible Assets“ an den Total Assets noch immer 83%. Das finde ich schon krass.

    MS

  38. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @sammy,

    also unfreundlich ausgedrückt… viel heiße Luft, die da noch entweichen (abgeschrieben werden) kann aus der Bilanz.

    Ich persönlich glaube nicht, dass die Marken von KHC so ikonisch wertvoll sind wie beispielsweise Coca Cola oder Nestle. Bei Nestle kommen sie auf ca. 36%.

    Bald kommt ja LEVIS wieder als IPO an die Börse. Das ist auch eine Ikone, der ich einen hohen Goodwill zugestehen würde.

    Aber was weiß man schon.

    MS

  39. Der BaumDer Baum

    Nochmal zu KHC,

    es muss ja keiner meiner Meinung sein @ Thorsten.

    Ich persönlich sehe in dem Unternehmen schlicht einen extrem diversifizierten Lebensmittelhersteller. Wachstumstechnisch ist er auf dem amerikanischen limitiert, hauptsahaupts weil die Marktdurchdringung immer schwieriger wird mit wachsender Größe. Dafür sind die Wachstumszahlen außerhalb von den USA in Ordnung (+5%). Und selbst wenn die Produkte nach und nach nicht mehr gewünscht sind, dann kann man sich auch anpassen. Zumindest hat der Einbruch von heute nichts mit einem geänderten Konsumverhalten zu tun.

    Bzgl. dem Anteil des Goodwill und der immateriellen Werte sehe ich das wie Matthias. Meine Bewertungen eines Unternehmens mache ich aber nur zu einem kleinen Teil auf Basis des Eigenkapitals. Wichtiger ist mir der Cashflow (bzw. die owner Earnings). Hier hat KHC ca. 2.5 Mrd. im Jahr.

    Meine Rechnung lautet also:

    51 Mrd. Eigenkapital / 3 = ~17 Mrd. plus 15 Jahre den Cashflow von 2.5 Mrd. (=37.5 Mrd.).  Mein Fair Value liegt also bei ca. 54 Mrd. Dann eine humane Sicherheitsmarge von 20% = 43.2 Mrd. (oder $ 35 per share).

    An diese Formel halte ich mich. Aktueller KGV liegt bei ca. 10.2.

    Ist alles aber keine Empfehlung zu irgendeiner Handlung. Ich erläutere nur wir ich das sehe.

    Grüße Baum

  40. Avatar42sucht21

    @ DanielKA / ausgewählte Firmen können sich davon abheben (z.B. Lindt)

    Ja, das stimmt. Da ist natürlich weniger Ernährung sondern eher Geschenke / Belohnung als Kaufgrund. Lindt hat auch eigene Läden. Ich muss mal schauen, ob es bei uns in der Fussgängerzone jetzt auch schon einen Heinz Ketchup Flagship store gibt. 😉

    Edeka „Gut & Günstig“ und Heinz Ketchup sind inhaltlich gar nicht so weit voneinander weg. Beide 2018 für den Windbeutel nominiert von Foodwatch. Heinz für den Zucker-reduzierten Kinder Ketchup.

    https://www.foodwatch.org/de/informieren/goldener-windbeutel/abstimmung-2018/die-kandidaten/kids-tomato-ketchup-von-heinz/

    Edit: Achso, es geht noch schlimmer. Habe ich gerade zufällig gefunden. https://www.heinz-schulstart.com/

  41. AvatarDer andere Daniel

    Ich habe mich mit KHC noch nicht beschäftigt. Die Dividende ist ja trotz Reduzierung immer noch ganz gut. Umso besser, sollte sie in den kommenden Jahren wieder steigen. Und das ist hier wohl die eigentliche Frage, ist es nur eine Delle im Chartverlauf und schafft es das Unternehmen in der Zukunft gut zu wirtschaften oder sehen wir irgendwann noch 25,- Euro, 17,- Euro, 9 Euro und dementsprechend keine Dividenden mehr.

     

    Wenn man das so genau wüsste … Ist die Aktie momentan günstig wenn man bereit ist sie sehr lange zu halten? Hmmm … ich wollte doch nicht mehr in Einzeltitel investieren 😉

  42. AvatarO.T.

    Ich finde es witzig wie sich plötzlich die Hellseher aus der Deckung wagen. KHC unter 30 EUR? Welch‘ mutige Prognose – dzt. Kurs 30,66 EUR!

    Der richtige Weg ist: Kaufe jetzt, seit gestern sind die Aktien um mehr als 30 % gefallen! Und das nur, weil sie ein bißchen Luft aus ihrer Bilanz gelassen haben. Klar, 36 % Dividendenkürzung trifft mich schmerzhaft. Aber wie sagte der selige Kostolany: Zuerst kommt der Schmerz, dann der Pelzmantel.
    Ich habe nachgekauft, zwar nur 1/3 des aktuellen Bestandes, aber das nächste Drittel folgt in ein paar Tagen – sollte es nochmal um mehr als 10 % runtergehen.

    Der Vergleich mit Wirecard ist unzulässig, weil sich bei Wirecard der „Staat“ eingemischt hat, durch ein Shortverbot. Das deutet darauf hin das die Staatsbüttel Dreck am Stecken haben und das verschleiern wollen… Finger weg von Wirecard! Wenn der Staat mitmischen will, sollten die „Untertanen“ schnellstens das Feld verlassen, sonst werden sie ausgebombt…

    Mein Depot markiert heute übrigens (komischerweise) ein neues Rekordhoch.

  43. Avatar-M

    Habe 90stk und kann den Bestand bald verdoppeln

    Übrigens andere Firmen Kellogg etc hat auch viel inang.Assets

    -M

  44. AvatarJamirael

    @OT

    dein Kommentar zu Wirecard klingt wie ne Verschwörungstheorie.

    Fakten und dazu noch eine gute schlüssige Analyse wären mir lieber.

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