Deutsche Bank oder Beyond Meat: Welche Aktie ist die bessere Wahl? Abgestürzter Sanierungsfall oder veganer Megatrend?


New York, 19. Juli 2019

Immer mehr Menschen sagen, dass das vegane Fleisch eine große Zukunft hat. Die pflanzenbasierte Ernährung ist ein Megatrend. Der Markt wird im Jahr 2030 auf 85 Milliarden Dollar explodieren, sagen Analysten voraus.

Pflanzliches Protein ist die Zukunft. Ob Beyond Meat die Marktführerschaft übernimmt oder ein anderer wie Nestle oder Tyson Foods, weiß ich nicht.

Es kann durchaus Beyond Meat werden. Netflix haben auch alle unterschätzt. Dann wurde aus dem Pionier ein Weltmarktführer, der allen die Show geklaut hat.

Die fleischlosen Märkte sind auf jeden Fall aufregend. Die Nachfrage explodiert. Ein Burggraben ist kaum vorhanden. Jeder kann in den Markt. Ich frage mich, was wäre ein besseres Investment? Die abgestürzte Deutsche Bank oder die Kursrakete Beyond Meat? Lässt sich die Krisennudel Deutsche Bank sanieren? Keiner glaubt mehr an die Deutsche Bank. Ja, sie ist ein Trauerfall. Aber vielleicht kann sie es schaffen? Wer weiß das schon?

20 Prozent der Belegschaft baut der deutsche Bankenprimus ab. Es ist ein radikaler Schritt. Es ist vermutlich die letzte Chance. Der Riese kann sich vielleicht befreien. Die toxischen Assets sollen aus der Bilanz raus. Ich habe eine kleine Aktien-Position aufgebaut. Aber ich bin mir der enormen Risiken bewusst. Die Shortseller warten schon wie die Geier auf die Insolvenz.

Die Deutsche Bank hat viel verschlafen. Sie haben einige kriminelle Dinge gedreht. Das Vertrauen ist zerstört.

So sieht der Chart der Frankfurter aus. Es ist eine Zombie-Aktie. Der Kurs ist 80 bis 90 Prozent eingebrochen:

Am Steuer des Tankers von der Taunus Anlage hast du Versager (gehabt). Sie haben den Konzern an die Wand gefahren.

Ich erhole mich diese Woche bei den Armischen. Einem Bauernvolk in Lancaster, Pennsilvania. Von diesen Leute, die ihre Wurzeln in Deutschland, der Schweiz und Frankreich haben, kannst du Genügsamkeit lernen. Sie sind sehr sparsam und geschäftstüchtig. Diese fleißigen Familien haben vermutlich mehr Vermögen als eine Durchschnittsfamilie aus den USA oder Deutschland.

Die Armishen geben kein Geld für Luxus oder Plunder aus. Sondern nur für handfeste Dinge wie ein Grundstück, eine Farm oder Equipment. Sie geben kein Geld für Fast-Food oder Restaurants aus. Sie nähen ihre Kleidung selbst. Sie haben keine Autos. Sie haben statt dessen Pferde, Ziegen und Kühe. Ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse sind beliebt, so dass sie viel Geld dafür verlangen können.


tim schaefer (Author)

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thoughts on “Deutsche Bank oder Beyond Meat: Welche Aktie ist die bessere Wahl? Abgestürzter Sanierungsfall oder veganer Megatrend?

  1. AvatarChris k.

    Sehr interessant wirklich. Viel Spaß dort aber sei vorsichtig schnell ist man von vermeintlich netten Menschen in eine Sekte gezogen.. Aber in dem Fall denke ich is es harmlos. Ein sehr cooler Lebensstil wie ich finde nur ich liebe wirklich Autos ansonsten würde mir nix fehlen.
    Deutsche Bank aktie.. Mutig Tim kann gut gehen wer weiß. Wenn man es sich leisten kann sind solche picks möglicherweise genau die richtigen.
     
    Es ist sehr viel hoch bewertet aktuell aber es gibt ein paar kleine AGs in Deutschland die wirklich sehr interessant sind. Ich glaube die lila logistik Müller ist zum Beispiel etwas sehr cooles… Wir werden noch lange keine Beamer haben und ob 4.0 oder vom Mensch gefahren.. Die Lkws werden weiter Rollen und liefern müssen. Und wenn die Krise mal leider kommt kann man solch Konjunktur abhängigen Aktien ohne Angst meist einsammeln. Was denkt ihr?
    Mfg

  2. Avatarsammy

    Ich empfehle nochmals die Analyse von Dr. Markus Krall auf Youtube anzusehen. Er erklärt im Detail warum und wie der DB und anderen Banken das Geschäftsmodell genommen wurde und diese künftig keine Gewinne mehr nach Kosten machen werden. Hier eine Position aufzubauen halte ich für sehr fahrlässig. Zu den Armisch, klar wer wie im Mittelalter lebt spart Geld. Ist das erstrebenswert? Nein.

  3. AvatarChris k.

    Die Lufthansa ist aktuell auch sehr sehr preiswert und aufs Fliegen werden trotz Klima die wenigsten verzichten.. Die dividenden Politik ist inordnung. Und Flugzeuge sollen laut dem Airbus Chef ja bald umweltfreundlicher werden, mal sehen. Wäre vllt auch ein stock picking Kandidat.
    Aber trotz riesen Einfluss ist der billig Druck da und Kapazitäten sind ausschließlich durch die Boeing Probleme zurück gegangen. Mal sehen.
    Meiner Meinung nach sollte die Lufthansa sich durch Qualität stärker absetzen als bisher, noch mehr Sicherheit oder Geschwindigkeit während dem Fliegen, weniger Stress am Boden gutes Essen etc. Vllt noch ein Teil des Gewinns in Umwelt Projekte stecken und schon wäre es eine gut wohlfühl Alternative zum Preis Meister Ryanair in den ich öfters Bauchweh habe und Platzmangel.
    Encavis halte ich für nicht günstig aber gute dividenden Politik und sicheres Geschäfts Modell. Auch interessant.

  4. AvatarChris k.

    @ Sammy
    Ich finde jp Morgan Chace geil aber sind Banken wirklich sicher? Was passiert wenn jede 2te große Firma ihr eigenen coin auf den Markt wirft .. Diese coin Geschichten nerven mich irgendwie. Aber was jeder einzelne für erstrebenswert hält ist jedem selbst überlassen.
    Stimmt die co2 bepreisung wird spannend aber ich denke diese trifft die extrem billig Flieger stärker.

  5. AvatarGerry

    Tim, was ist los mit dir? Jetzt wird schon in Deutsche Bank investiert ?Die Bank, die in den letzten Jahren wirklich alles falsch gemacht hat was man falsch machen kann; die das Tafelsilber verhökert hat, sich von ihren Aktionären immer wieder frisches Geld geholt hat um ihre Investmentbanker mit Multi-Millionen-Boni zu mästen als diese schon längst keine Gegenleistungen mehr brachten und jetzt wirklich nur noch ein Zombie und Zeitbombe ist ?
    Oder Beyond Meat?Ein Bratlinge-Produzent mit Mini-Umsatz, hyper-astronomischer Bewertung und ohne jeden Burggraben? Sollte „vegan“ tatsächlich der Zukunftstrend werden wie es aktuell eingepreist ist, dann wird das Imperium (Tyson Foods, Hormel Foods oder wer auch immer) zurückschlagen.
    Warum nicht weiterhin die langweiligen, langfristigen Gewinnbringer, wie du es uns immer „gelehrt“ hast: 3M, McDonalds, Johnson&Johnson, Church Dwight, Microsoft etc.
     
     
     

  6. AvatarChrissie

    @sammy
    Ich finde die Analyse von Dr. Markus Krall auch sehr schlüssig. Leider, denn letztlich klingt daher ebenfalls sein Crash Szenario plausibel. 

  7. AvatarZwitsch

    Habe noch 600 Euro Steuer freibetrag für Dividenden…. habt ihr einige Tipps was aktuell relativ günstig bewertete Gewinn Bringer wären…?… danke schonmal….. schönes Wochenende….. langfristig natürlich….

  8. AvatarChris k.

    OH man des klingt wirklich möglich und nicht weit hergeholt… Und was soll dann helfen? Aktien und Immobilien werden klar verprügelt werden aber ihren Wert wiederherstellen oder zumindest selten auf Null verlieren… Aber bar Geld wird das gefährlichste sein… Verdammt es wird hart aber vllt Schaffen es die Banken vllt doch Anders Gewinn zu machen wieder.. Oder die van der leyen lässt die EZB Zinsen minimal steigen… Entweder Italien geht pleite oder unsere banken
     
    @ Tim
    Tim guck dir mal das Video an, ich guck sowas auch nicht aber die augen verschlossen halten kann auch keine lösung sein… Ich glaube deineddeutsche Bank aktie wird ein heißes Eisen werden können… Aber jeder wie er will.
    https://m.youtube.com/watch?v=dku7LfketuQ

  9. AvatarNico Meier

    @Zwitsch
    Ich habe gestern British American Tobaco aufgestockt. Die zahlen rund 6.5% Dividende und da GB keine Quellensteuer kennt wird der volle Betrag ohne Anzüge ausbezahlt.
    Die verdienen ihr Geld mit Leuten die täglich zum Produkt greifen und sehr Markentreu sind, daher können sie auch die Preise regelmässig erhöhen. Ich finde diese Aktie ist vom Preis her attraktiv und sobald der Brexit abgeschlossen ist, wird sich das GB Pfund wieder erholen und daher rechne ich auch mit Währungsgewinnen.

  10. AvatarNico Meier

    Erst mal ist nur die Automobilindustrie & der Maschinenbau betroffen, nicht zwangsläufig die ganze Wirtschaft. Bin Gespannt, ob in der Region Stuttgart die Immobilienpreise wieder sinken.
    @Jenny
    Ich glaube nicht an den grossen Zusammenbruch der Wirtschaft im Grossraum Stuttgart. Natürlich ist die Automobilindustrie ein wichtiger Arbeitgeber. Aber es gibt In meinen Augen regional Fachkräftemangel mit anderen Worten die entlassenen Leute aus der Autoindustrie werden schnell vom Markt aufgesogen und werden daher ihre Immos nicht verkaufen müssen. Mit anderen Worten die Immopreise werden auch in den nächsten Jahren nur eine Richtung kennen.

  11. AvatarChrissie

    Ich finde so strikte Glaubenskorsette wie bei den Amish eher unangenehm, wo den Mitgliedern Bart-und Haartracht sowie Kleidung vorgeschrieben wird und wen sie heiraten dürfen und wen nicht. Oft wird nur innerhalb der überschaubar kleinen Gemeinde geheiratet. 

  12. AvatarNico Meier

    @Chrissie
    Sehe ich auch so. Ich stosse mich hauptsächlich daran, dass die Amish ihre eigenen Kinder verstossen wenn sie sich diesen veralteten, strengen Regeln nicht unterwerfen wollen.

  13. AvatarEx-Studentin

    @Nico
    Fachkräftemangel kann ich in der Region Stuttgart nicht feststellen. Viele Firmen bauen stellen ab. Man kassiert schnell eine Absage. Die großen Firmen zahlen immerhin gute Abfindungen. Für die kleineren Dienstleister wird es schwieriger, da melden nun die ersten Insolvenz an.

  14. Avatarsteve

    @ sammy zu Markus Krall
    guter Vortrag in dem viele Sachverhalte nachvollziehbar erklärt werden. Nur sein Crash ist aus meiner Sicht nicht notwendig und  warum 2020?
    Die Lösung die zwar nicht schön ist hat er auch in seinen Vortrag drin Japan keine schöne Entwicklung aber bestimmt nicht der Crash den er propagiert.
    Bank Pleite egal welche Bank, das Gegenbeispiel der griechischen Banken die es faktisch sind, aber immer noch existieren erläutert er Prima, auch mit den möglichen Szenarien. 
    Das Szenario das sich wahrscheinlich durchsetzt, das Banken Risikokredite an die EZB zum Nennwert verkauft.
    Wenn Japan und Griechische Banken weiter existieren, warum soll eine DB Pleite gehen. Zumal die ja auch wissen wie eine Kapitalerhoehung durchgeführt wird. Da Wette ich drauf gerade weil sie jetzt behaupten die Sparmassnahmen gingen ohne. Vermutlich vorher ein Reverse Split.
    Wobei das für den Kurs wahrscheinlich nicht gut ist. Nur Pleite geht die DB nur wenn es der deutsche Staat will.

  15. AvatarBruno

    Amish
    Man kann sich immer auf das Positive oder Negative fokussieren, in Deutschland ist das Zweitere eher beliebt 😉 
    Ich war noch nie dort, habe aber mal eine Doku gesehen, mir gefällt das einfache Landleben, der Familienzusammenhalt, sie sind fleissig und genügsam. Auf der andern Seite mag ich keine geschlossenen Systeme, und auch der ständige Gesang würde mich nerven. 
    DB vs Beyond Meat?
    Wenn dann würde ich mich für Beyond Meat entscheiden, aber sie sind mir definitiv viel zu teuer. DB kommt mir sicher nicht in die Tüte, wie auch CS und UBS nicht, das alte Geschäftsmodell funktioniert nicht mehr, ich sehe es auch im Geschäftsleben, man braucht eigentlich keine Bank mehr, ausser für die grossen Deals im Investment Banking, und genau das wollen sie streichen. Vermögensverwaltung können andere heute besser und günstiger. Zahlungsverkehr sowieso, und in Zukunft noch viel mehr. Auch bei Krediten wird es ähnlich laufen, hätten diese Grossbanken die letzten Dekaden in Technologie/Digitalisierung investiert anstatt in Boni, hätten sie heute noch eine Chance. So sieht es leider nicht gut aus.

  16. Avatar42sucht21

    @Deutsche Bank Aktien
    Ein hoch politischer Zock. Kann klappen muss nicht. Für mich sind solche Käufe der Grund warum in Summe über die Jahre die meisten privaten Anleger mit einem ETF-World-Sparplan mehr Rendite einfahren.

    @Fleischersatzprodukte
    Ich glaube an deren wirtschaftlichen Erfolg. Meine Glaskugel sieht aber in der Masse in 30 Jahren eher Nahrungsmittel aus Zellkultur im Labor (pflanzliche & tierische Zellen) als Erbsenprotein als Fleischimitat.

    @strikte Glaubenskorsette / Amish sparen wie im Mittelalter
    In unserer mitteleuropäischen Gesellschaft glauben viele dann doch lieber an die Vorbilder der US amerikanischen Unterhaltungsindustrie mit abgeklebten Brustwarzen und als Ziele gelten Bequemlichkeit, Konsum und größtmöglicher Reichtum (FIRE!) was mit viel Egoismus voran getrieben wird.
    Ich finde es wichtig, dass jeder Mensch etwas Aufklärung erfahren kann um dann selber in Freiheit entscheiden zu können was der Lebensweg sein könnte. Jeder will lediglich in seiner sozialen Peer-Group mit den betreffenden akzeptierten Normen anerkannt sein. Lassen wir doch jeden so leben wie er/sie möchte und urteilen wir nicht über andere.

  17. Avatarsammy

    Lassen wir doch jeden so leben wie er/sie möchte und urteilen wir nicht über andere.
    Dann bist du hier komplett falsch. Hier wird ständig über andere („Clowns“) geurteilt!

  18. AvatarMr. Pino Cavallo

    @ Lufthansa
    Laut Max Otte wäre es für Lufthansa äußerst positiv, wenn man zukünftig Inlandsflüge in Deutschland verbietet. Hier soll die Lufthansa nämlich Verluste einfahren. Wenn dann der staatlich verordnete Verbot kommt, kann/muss die Lufthansa dieses Geschäft aufgeben, ohne dabei ihr Gesicht vor dem Kunden zu verlieren.

    Den inneren Wert der Aktie schätzt Otte übrigens auf ca. 25€. Wenn das stimmt, wäre das derzeit in der Tat ein hervorragendes Investment. Ich selbst bin darüber am Schwanken, ob ich mir eine Position aufbauen soll.

  19. AvatarAlbr

    Beyond Meat ist die Zukunft, Deutsche Bank Vergangenheit;)
     
    das problem bei bei der DB ist – wie ich schon oft geschrieben habe – mit WAS wollen die in D. Geld verdienen?
     
    ich glaube kein Privatkunde oder Geschäftskunde wartet auf die DB… und wenn sie Geschäft machen wollen gehts nur über die Konditionen 
    ich hatte in meinen letzten Urlaub – mehr aus Spaß – bei der Commerzbank bzgl. Depot etc angefragt… sie waren meilenweit von den Konditionen weg, die ich momentan so habe 🙂
     
     

  20. AvatarClaus

    Dt. Bank, Beyond Meat, Lufthansa…..
    Wären für mich keine Investments, sondern Wetten. Man sollte keine Emotionen haben und sich nur fragen „Kann ich hier Geld verdienen? Und falls ja, wie?“
     
    Bei der Dt. Bank ist es reine Zockerei. Der Kurs ist so heruntergeprügelt, dass alles möglich ist. Im schlimmsten Fall wird der Staat (also wie Steuerzahler…) einspringen, im besten Fall kann der Kurs sich ver-x-fachen. Hopp oder top. Nichts für mich…
     
    Beyond Meat ist sicherlich ein gutes Unternehmen. Kann ein starker Player werden. Doch bei dieser „gehypten Branche“ ist es, wie bei allen anderen zuvor (Internetboom, Solar, Bitcoin…) auch: Niemand kennt die zukünftigen Gewinner. Bei dieser extremen Bewertung noch einzusteigen, mach m.E. keinen Sinn. In diese Bewertung wird BM auch nicht hineinwachsen können…  Trotzdem kann der Kurs natürlich noch lange munter weiter steigen. Das böse Erwachen kommt dann später. Da setze ich viel lieber auf solide Global-Player wie Nestle. Die haben das Zeug auch im Programm. Einer der größten Kunden hierfür ist übrigens McDonalds…
     
    Lufthansa (oder andere Fluggesellschaften) käme für mich nicht in Betracht, ist ein typischer deutscher Zykliker, wie auch Daimler & Co. Wer hier Geld verdienen will, muss immer wieder 2 mal richtigen liegen: Beim Kauf und beim Verkauf. Ansonsten wird es schwer, hier positiv abzuschneiden.
     
    Wie man es auch dreht und wendet:Es ist sehr schwer, riskant und nervenaufreibend den langfristigen Erfolg eines vernünftig strukturierten Depots mit erstklassigen Weltkonzernen zu schlagen.
     
    Aber jeder mag seine eigenen Erfahrungen machen. Viel Glück hierbei.
     
    LG
     
     

  21. AvatarThorsten

    @Gerry @All. Vegane Produkte gibt es seit Jahrzehten, auch Fleischersatz, Käserersatz etc. Die ganze Palette. Man hat viel mit Soja gemacht, aber das ist hochprozessiert und teilweise belastet, das es im Bioladen verrufen ist. Die Produkte hochpreisig, mit wenig Geld geht da gar nichts. Eher für Ökohippster. Hat sich nicht durchgesetzt, Biofleisch dagegen schon.

    Ich sehe bei Beyond Meat außer Marketing nichts Neues. Es passt allerdings in die thunbergsche Angstklemme, womöglich Teil der kommenden Ökodiktatur : esst weniger Fleisch, dann geht das CO2 runter und Tiere werden nicht gequält. So einfach ist die Logik, Religionen arbeiten mit einfachen Mustern und Regeln. Die einen ziehen Kopfbedeckungen auf oder essen zu bestimmten Zeiten nichts, die anderen verweigern alles oder bestimmtes Fleisch oder Tierprodukte. Eine Grenze zwischen Religion und Wissenschaft ist kaum mehr zu erkennen.

  22. AvatarThorsten

    @Ex-Studentin Womögloch bedeutet Fachkräftemangel bloß, dass die Unternehmen niemand zu den geringen Gehältern für die gesuchtenTätigkeiten finden.  Ich sehe überall an den Läden die Zettel, dass Menschen für Warenverräumung auf 450€-Basis gesucht werden. Sie finden offensichtlich nicht genug. Bäckerien, Drogerieketten usw. Man könnte sofort anfangen, wenn man das Geld bräuchte. Dumm nur, dass der Stundenlohn am Ende unter dem Mindestlohn liegen kann. im Internet gibt es solche Angaben, die einen abhalten könnten. Es sei denn die Stundenzahl ist vertraglich festgelegt ? Womöglich hat man erst Feierabend wenn alles geschafft ist, wer weiß welche Gepflogenheiten da herrschen ? Hat jemand Erfahrungen damit und könnte dazu etwas schreiben?

  23. AvatarChrissie

    @42sucht21
    Wer in seiner Peer Group anerkannt sein will, entscheidet schon mal nicht in Freiheit. Außer vielleicht bei dem Punkt, dass er eben anerkannt sein will, falls er das überhaupt bewusst entscheidet.

  24. AvatarEx-Studentin

    @Thorsten
    Ja, das mit dem „Fachkräftemangel“ bekomme ich auch mit. Meine Mutter arbeitet im sozialen Bereich. Dort bekommen viele nur Mindestlohn und teilweise muss man länger bleiben zwecks Schichtübergabe. Man sucht Personal, was 16h am Stück für Mindestlohn arbeitet und tarnt es als „Bereitschaft“. Selbst in der Mittagspause muss man Medikamente ausgeben und Telefonate führen. 
    Vor allem Berufseinsteiger und Ungelernte lassen sich auf schlechte Bezahlung ein, wenn sie keine Alternative haben. Das suggeriert dann den Arbeitgebern, dass ihre gebotenen Gehälter angemessen sind.
     

  25. AvatarSparta

    @42
    „Für mich sind solche Käufe der Grund warum in Summe über die Jahre die meisten privaten Anleger mit einem ETF-World-Sparplan mehr Rendite einfahren.“
    Naja, bei Tim von schlechter Performance auszugehen ist nebulös… 
    Allerdings spielt da ein Zock mit ein paar k auch keine Rolle mehr.
    @Thorsten
    „Womöglich hat man erst Feierabend wenn alles geschafft ist, wer weiß welche Gepflogenheiten da herrschen ? Hat jemand Erfahrungen damit und könnte dazu etwas schreiben?“
    Es gibt unterschiedliche AG. Meinen Mini-Jobbern geht es gut!
    Allerdings wenn man hier von den 6 stelligen Karierre-Jobs (die ja jeder mit Fleiss so bekommt ;-)… bis zu den 450ern die Range macht… Dann wird es schwierig eine halbwegs vernünftige Differenzierung zu bekommen.
    Allerdings ist die hier ja auch nicht gewünscht. 😉

  26. AvatarThorsten

    @Ex-Studentin das war zu befürchten . Mach mal eben, es ist so üblich oder man macht es aus Angst angeschwärzt zu werden, wer möchte gar an Personenschäden schuld sein. Ich selbst habe das nur einmal erlebt. Bereitschaft beim Kunden. Er wollte das nicht zahlen,  es gab richtig Ärger. Er wollte nur bezahlen, wenn man gebraucht wurde oder nach einem dubiosen Projektplan stundenweise ,  aber rund um die Uhr  anwesend sein sollte, für den Fall dass…Dabei gab es Hotelkosten, man musste sich ja auch verpflegen und war dann insgesamt 2 Wochen von zu Hause weg. Am Ende haben sie irgendwas bezahlt, ich weiß nicht mehr was, aber es war wohl ok. Da ich eine Wohnung angemietet hatte und mit der Bahncard 100 rumfuhr,  war es mir fast egal. Trennung von der Familie ist jedoch immer hart. Das bezahlt einem niemand.

  27. AvatarRalf

    „Ich erhole mich diese Woche bei den Armischen. Einem Bauernvolk in Lancaster, Pennsilvania. Von diesen Leute, die ihre Wurzeln in Deutschland, der Schweiz und Frankreich haben, kannst du Genügsamkeit lernen.“

    Viel Erfolg! Man hört oft das Menschen in der heutigen Zeit nicht mehr ernsthaft an Gott glauben können. Glaube ist jedoch meiner Meinung nach keine Seinsfrage über die Existenz Gottes. Sondern es ist die Vorstellung, dass der Mensch nicht das höchste Wesen in der Welt oder des Universums ist.

    „Womögloch bedeutet Fachkräftemangel bloß, dass die Unternehmen niemand zu den geringen Gehältern für die gesuchtenTätigkeiten finden.“

    Dies ist Fakt. Es geht sehr häufig nur ums Geld. Billige Leute werden gesucht.

    „Vor allem Berufseinsteiger und Ungelernte lassen sich auf schlechte Bezahlung ein, wenn sie keine Alternative haben. Das suggeriert dann den Arbeitgebern, dass ihre gebotenen Gehälter angemessen sind.“

    Der Ruf nach mehr Zuwanderung verstärkt indirekt diesen Effekt. Und führt dann in Folge mit zu gesellschaftlichen Spannungen, Konkurrenzdenken und Missgunst.
     
     

  28. AvatarAngmar

    Grüße aus Berlin Tim
    Echt ein entspannter Block 😉
    Das die deutsche Bank pleite geht denke ich nicht, da ist die Bilanzsumme viel zu groß. Sie wird gerettet werden, wie die anderen Banken.
    Ich denke, dass es in den nächsten  1-2 Jahren  zu einer Rezession kommen wird (was ja völlig normal ist) nichts wächst ewig.
    Ich bespare trotzdem meine Etf s weiter. 
    Hab einen Momentum und Quality von ishares.  Allerdings baue ich meine Short Position weiter auf. (Comstage short mdax ) 
    Hab ne Sparquote von 50 Prozent und zieh das bis zur Rente durch. Dein Blog motiviert. Bitte mach so weiter!
    Gruß 
     
     

  29. AvatarBruno

    Nicht schlechter Nebenjob, wer nicht so heikel ist, 6000.- an einem Tag ohne Ausbildung und Knowhow nur Fleiss muss man erst mal machen 😉 Auch irgendwie bezeichnend dass Polen kommen für diesen Job und keine Einheimischen, anscheinend ist dieser Nebenjob hier jedem zu „dreckig“.
    https://www.srf.ch/radio-srf-virus/festival/gurtenfestival-2019-wie-pfandjaeger-am-gurten-bis-zu-6-000-franken-einsacken
    Im übrigen das chilligste Festival in der Schweiz, sehr friedlich, gemütlich und schön gelegen oberhalb Bern. Lumnezia ist auch cool in den Bündner Bergen.

  30. AvatarDavid E.

    Moin,
     
    @Tim: Hand aufs Herz, wie groß ist deine DB-Position? Gerne auch als Prozentsatz deines Depots =)

  31. AvatarNico Meier

    @Bruno 
    Das mit dem Pfand habe ich als Kind und Jugendlicher beim Pferderennen gemacht gab 2.- pro Flasche da konnten an einem Samstag schon damals gerne mal 500 Franken oder mehr gemacht werden.

  32. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Angmar

    Meine Deutsche Bank Position ist mini. Sie ist kaum der Rede wert. Gemessen am Gesamtdepot ist es ein Krümel. 

  33. AvatarManniB

    Vor allem Berufseinsteiger und Ungelernte lassen sich auf schlechte Bezahlung ein, wenn sie keine Alternative haben.
     
    Und das ist das Hauptproblem. Solange es Menschen gibt, die für diesen Lohn bereit sind zu arbeiten, wieso soll dann der Chef mehr zahlen ?
    Ändern wird sich das erst, wenn Niemand für den Lohn bereit ist zu arbeiten. Aber dies ist unrealistisch, da es immer einen gibt, der Ja sagt.

  34. AvatarThorsten

    @ManniB
    Man kann in den Job einsteigen und nach xx Monaten und Erfahrungsplus weiterbewerben. Besser als nein zu sagen und nix zu verdienen. Nach 1 bis 3 Jahren erneut usw. Der Michel ist aber in Vollkasko vollgepampert, er bleibt bei seinem Erstjob Jahre lang und freut sich über „Weihnachtsgeld“ und „Urlaubsgeld“ und 13. Monatsgehalt. Dass er dabei bloß zinslose Darlehen an den Arbeitgeber gibt und finanziell schlechter dasteht als jemand mit 12 Gehältern versteht nicht. Er denkt, er bekäme etwas zusätzlich. Er realisiert auch nicht, dass der Arbeitgeber mit einen Teil des Risikos auf den Arbeitnehmer abwälzt.  Das ist wie einen Sparplan anfangen, den Aluhut aufsetzen und dann Jahre lang aussetzen und dabei rumjammern, dass zu wenig Geld reinkommt. Die ganzen verpassten Chancen…Michel, wach auf,  tu was für deine Rente !

  35. AvatarNico Meier

    Die ganze Diskussion um zu tiefe Löhne kann ich nicht verstehen. Wer sich im Job anstrengt der wird belohnt mit mehr Geld. Wer eine neue Stelle antritt unterzeichnet einen Arbeitsvertrag vorgängig hat er die Möglichkeit das Gehalt auszuhandeln. In der Regel gibt es ein Jahresgespräch mit dem Chef dem erklärt man welche zusätzlichen Arbeiten oder Verantwortlichkeiten man dieses Jahr zusätzlich übernommen hat und fragt ihn wieviel Lohnerhöhung ihm das wert sei. Der Chef nennt eine Zahl und man nennt eine höhere Zahl so gibts mehr Lohn aber das geht nur wenn man sich reinhängt.

  36. AvatarDjerun

    Leute, was habt ihr immer mit eurer Rente? Bei den meisten von uns liegt sie bei über 67 Jahren. Nur die wenigsten sind dann noch gesund und können mit dem Geld Reisen, in Freizeitparks gehen oder Konzerte.
    Fangt zeitig an zu Investieren, damit ihr mir 55 durch seid, im besten Fall dem Arbeitgeber den Stinkefinger zeigt, ins Wohnmobil steigt und ab geht’s. 15 Jahre das Leben nochmal Coll genießen, was nach den 70+ kommt weiß nur der Herr und es ist nicht planbar, höchstens das Sahnehäubchen an Zeit, was einem gegeben wird.
     
    LG
    Djerun
     

  37. AvatarRüdiger

    Die ganze Diskussion um zu tiefe Löhne kann ich nicht verstehen. Wer sich im Job anstrengt der wird belohnt mit mehr Geld.
     
    Hahahaaaaa … und der Mond ist ein Pflaumenkuchen!
    Es gibt Tausende, die ackern und ackern und trotzdem auf keinen grünen Zweig kommen. Warum? Weil sie auch auf miese Jobs (Bezahlung, Arbeitszeit, …) angewiesen sind, um sich und die Familie durchzubringen. Arbeitgeber haben ein feines Gespür für solche Notlagen und sind gerne bereit, diese auszunutzen. Siehe das Beispiel von @Ex-Studentin für den sozialen Bereich. Deine Empfehlung, sich einfach mehr „anzustrengen“ ist blanker Zynismus!

  38. AvatarC.K.

    @Rüdiger
    Und was ist die Lösung für diese Situation? Ganz sicher nicht weiter machen und hoffen, dass sich etwas ändert. Also Arschbacken zusammenkneifen, weiterbilden oder woanders bewerben. Das ist halt nicht so bequem wie nichts zu ändern und weiter zu meckern. 
    Und jetzt sag nicht man könnte nicht den Arbeitgeber wechseln oder sich weiterbilden aus irgendwelchen Gründen, das ist immer nur eine Frage des Wollens und des Fleißes.

  39. AvatarStefan D.

    Die ganze Diskussion um zu tiefe Löhne kann ich nicht verstehen. Wer sich im Job anstrengt der wird belohnt mit mehr Geld.
    Volle Zustimmung. Für die große Mehrheit der Arbeitnehmer ist das möglich. Man muss halt in Vorleistung gehen, dann kann man auch etwas (mehr Geld) verlangen. Entweder bei seinem aktuellen oder bei einem anderen Arbeitgeber.
    Wer sich vom Durchschnitt nicht durch Können/Wissen/Einsatz abhebt wird im Normalfall auch keine große Entwicklung machen. Und das ist auch gut so. Leistung muss sich lohnen.

  40. Avatarsteve

    @ Rüdiger Thorsten hat recht und du auch. Nicht jeder der sich anstrengt verdient gut. Sowie mancher der sich nicht anstrengt super verdient. Wer selbst keinen höheren Lohn fordert wird selten mehr bekommen. Selbst informieren was für vergleichbare Stellen gezahlt wird, die eigenen Tätigkeiten und Aufgaben sowie Erfolge beim Vorgesetzten ansprechen. Das ist niemals negativ und oft genug positiv. In der Welt ist halt vieles grau und nicht rein weiß oder schwarz, besser wenn man sich auf den weiß Anteil fokussiert. Aber automatisch und garantiert, wo gibt’s das? An der Börse hoffen wir drauf, aber auch da keine Garantie. 

  41. AvatarFelix

    Arbeit gegen Geld ist zunächst einmal ein Tauschgeschäft wie andere auch, halt mit vielen Regulierungen. Insofern müssen ja Beide einverstanden sein, damit es  zustandekommt. Den Preis bestimmt letztlich Angebot und Nachfrage.
    Warum sollte ich für etwas, das mir wenig nützt und im Überfluss vorhanden ist einen hohen Preis zahlen? Das wäre systemwidrig. Und umgekehrt muss sich jeder Anbieter von Arbeit ständig fragen, was kann ich tun, um den Preis meiner „Ware“ zu steigern? Die Standardantwort lautet: Bildung, Qualifizierung, Nutzen bieten, den andere nicht bieten…
    Das muss auch jeder Unternehmer mit seinen Produkten machen. Und eigentlich weiß das auch jeder. Um so erstaunlicher, dass doch viele nicht so handeln.

  42. AvatarAlbr

    Also bei mir hat’s mit Anstrengung und sehr ordentlichem Gehalt funktioniert 😉
     
    ich habe im letzten Jahr ca. 15% mehr und in diesem Jahr wieder 12% mehr bekommen… ansonsten wäre ich weg und viel Spaß bei der Suche nach einem gleichwertigen Ersatz 🙂
     
    Zum Glück bin ich nicht tarifgebunden, sondern verhandele mein Gehalt selbst, wie soll eine Gewerkschaft wissen, was ICH wert bin…
     
     

  43. KievKiev

    @ Rüdiger
    Ich sehe es wie Steve und Felix. Manche Gehälter sind vielleicht nicht ganz in Ordnung, wenn man seine Moral verwendet. Markwirtschaftlich ist das Gehalt in der Branche immer richtig. Egal wie niedrig es ist. Wenn man unterdurchschnittlich bezahlt wird, muss man den Job wechseln.
    Wer hat Schuld? Hätte man besser etwas anderes studiert? War es die Kindheit, dass man nicht die Möglichkeiten hatte etwas gut bezahltes zu studieren? Wurden falsche Versprechen gemacht? Vielleicht hat sich auch der Bedarf zu den eigenen Ungunsten verändert. Das ist bestimmt ärgerlich, aber was soll man machen? Ich habe mit meiner Berufswahl auch Glück gehabt. Ich würde mich nicht freuen, wenn mein Fachwissen nicht mehr so gesucht ist.
    Hier haben letztens Leser von dem Bildungsweg über die Fernuni geschrieben. Das ist sicher eine sehr harte Entscheidung. Hier vor habe ich sehr großen Respekt.
    Ansonsten kann man bei keinen Alternativen lediglich an der Ausgabenseite optimieren. Oder vielleicht in Teilzeit eine Tätigkeit ausführen, die auch Spaß macht.

    Letztens hatte Tim von einem Friseur berichtet, der 200k oder mehr im Jahr verdient. Auf den ersten Blick ist das natürlich sehr ungerecht, wenn ich das mit dem Gehalt einer Pflegekraft vergleiche. Falls er aber tatsächlich so überbezahlt sein sollte, warum werde ich dann nicht Friseur in den USA und verdiene auch solche Summen? Da ich mir nicht vorstellen kann wie er überhaupt so viel Geld in dem Bereich verdient, fehlt es mir offensichtlich an den Fähigkeiten. Da es scheinbar auch nicht genug andere gibt, die ihm Kunden abjagen, so wird sein Preis schon eine Daseinsberechtigung haben. Verdient denn jede Pflegekraft zu wenig Geld? Hier im Forum gibt es doch auch eine Krankenschwester mit internationaler Erfahrung. SIe hat auch das Land dauerhaft gewechselt und verdient doch nun ordentlich, soweit ich das beurteilen kann. Eigeninitiative macht den Unterschied!

  44. AvatarThorsten

    Wenn man nicht mehr verdienen kann, weil man irgendwo in der Pampa wohnt und nicht wegkommt, die Branche es nicht hergibt oder warum auch immer dann muss man sich eben das Privatleben schöner machen. Finanzielle Freiheit hin oder her.
     
    Ich habe meine berufliche Tätigkeit über auf Einiges  verzichtet (Hobbies…). Die investierte Zeit hat sich allerdings gut verzinst. Frühe Arbeit verzinst sich besser als späte und fällt auch leichter.  Je älter man ist,  desto weniger kann man mit dem Kapital noch erreichen und desto schwieriger fällt die Arbeit. Oft ist mit 50 Schluss mit lustig, der Gang ins Büro oder sonstwohin eine Belastung. Auch, weil man in dem Alter zunehmend die Begrenztheit des Lebens realisiert und den Sinn hinterfragt. Wenn der 7.Chef in Folge irgendwelche Methoden ausprobiert und die älteren Kollegen aufstöhnen, weil das vor 20 Jahren alles schon mal unter anderem Namen probiert wurde und man bei Ankündigung, dass sich etwas gewaltig ändern würde, der negative Ausgang im  Vorfeld bekannt ist (und die Jüngeren  willig wie dumme Schafe mitmachen, weil ihnen schlichtweg die Erfahrung zum Vergleich  fehlt) :o. 
    Nicht Wenige hören dann mit 50 auf Plunder zu kaufen, setzen sich  körperlich und/oder geistig (oder stürzen sich erst recht in den Kaufrausch, um irgendwas zu betäuben, weil sie nie einen Sinn erkannt haben außer Konsum).

  45. AvatarSlowroller

      Zum Glück bin ich nicht tarifgebunden, sondern verhandele mein Gehalt selbst, wie soll eine Gewerkschaft wissen, was ICH wert bin… 
    Das zeigt, dass sie nicht wissen was Gewerkschaften sind, wie sie funktionieren und was wir ihnen zu verdanken haben. Im übrigen gibt es für hochqualifizierte in vielen Unternehmen einen Außertariflichen Bereich, in dem dann Leute wie du und ich ihre Löhne selbst verhandeln können. Am Ende sind Tarife vor allem eines: Der Schutz des Arbeitnehmers gegen andere Arbeitnehmer ausgespielt zu werden.
     

  46. AvatarRüdiger

    @Kiev
     
    Bleiben wir mal beim „Dienstleistungsprekariat“. Mag ja sein, dass die Löhne -dank Mindestlohn – in Ordnung sind. Das heisst aber nicht, dass es die Arbeitsbedingungen (unbezahlte Mehrarbeit, Zusatzdienste, …) auch sind. Und wenn man statt der ausgehandelten 40 Wochenarbeitsstunden gezwungen ist, dafür 60 Stunden zu ackern, dann ist das nicht in Ordnung. Jaja, ich weiss, niemand zwingt sie …
     
    Ach ja, Studium … Stell dir vor, es soll in diesem unserem Lande tatsächlich Menschen geben, die einfach nicht „das Hirn“ haben, zu studieren. OK, persönliches Pech. Was sollte uns das kümmern? Solange sie uns nicht auf unseren Wegen in die finanzielle Freiheit im Weg stehen 😉

  47. Avatarsammy

    Eben es ist wie beim Investieren, man muss die Gesamtheit betrachten. Beim Investieren sind das Buchwert + Dividende und bei der Arbeit ist es die Gesamtheit der Arbeitszeit! Also auch jegliche Zusatzzeiten außerhalb der regulären und bezahlten Arbeitszeit. Den Lohn dividiert durch diese Gesamtzeit, da schaut so manch einer blöd aus der Röhre wenn er mal seinen tatsächlichen Stundenlohn ausrechnet!

  48. KievKiev

    @ Rüdiger
    Ich habe doch geschrieben, dass manche Gehälter nicht in Ordnung sind wenn man seine Moral berücksichtigt. Ich finde es auch nicht gut, dass alles über Subsubs ausgelagert wird, so dass am Ende die Arbeiter wie Zitronen ausgepresst werden. Ob der Lohn zu niedrig ist, oder man länger arbeiten muss. Es ist am Ende dasselbe. Der Preis ist aber leider marktüblich. Wenn die Praxis in der Branche üblich ist bleibt einem Arbeitnehmer nichts anderes übrig als sich zu fügen. Zumindest innerhalb des Bereiches. Sonst würde er doch mehr verdienen, als es üblich ist. Das ist natürlich möglich, aber dafür muss es einen Grund geben.
    Der Mensch hat einen großen Einfluss auf seine Entwicklungsmöglichkeiten. Es hängt nicht so viel von den Genen ab. Ich kenne z.B. jemanden mit Hauptschulabschluss. Er hat erst später erkannt wofür er eigentlich lernt und hat am Ende noch seinen Doktor gemacht. Das war sicher kein einfacher Weg. Einfache Tätigkeiten werden in Zukunft vermutlich noch schlechter bezahlt. Das ist leider meine These.
    @ Slowroller, Albr
    Ich finde die zahlreichen Möglichkeiten Geld zu verdienen sehr gut. Es gibt nicht die beste Art. Ich habe z.B. einen Tarifvertrag. Ich finde es sehr gut keine Vertrauensarbeitszeit zu haben. Mir gefallen auch die reichlichen Urlaubstage und die Möglichkeit meine Stunden zu reduzieren. Ich finde es schön, dass es Leistungsträger gibt die Freitags nach 15 Uhr dafür sorgen, dass ich auch meine Jahresprämie in angemessener Höhe bekomme. Ich muss mir hier nichts beweisen. Ich habe zum Glück schon genug. Manchmal wundern sich die Leistungsträger über mein positives Gemüt und Lächeln auch unter Druck. Die Antwort ist dabei so einfach. Ich habe gar keinen Druck. 

  49. AvatarBruno

    Interessante Ansichten teilweise über Arbeit und Löhne, aber ich möchte niemandem auf den Schlips treten, jedem seine Meinung. Aber es hat schon seinen Grund, weshalb die Löhne in Deutschland in den letzten 20 Jahren zumindest in gewissen Bereichen relativ geschrumpft sind. 
    Je mehr geregelt wird, desto schlimmer wird es werden. Mindestlohn, Tarifverträge, Kündigungsschutz etc. es wird immer noch schlimmer werden. Man muss den Zusammenhang erkennen. Dasselbe gilt für Unternehmen, die man schützt. Banken wurden gerettet, die es nicht mehr geben dürfte. Branchen werden unterstützt, die es nicht mehr geben dürfte oder die sich nicht rechtzeitig reformiert haben. Früher ging das besser, wo der globale Wettbewerb noch kleiner war, aber das wird immer schwieriger. Nun versucht man noch mehr zu regulieren, mit neuen Zöllen, Schutzgebühren, neuen Regulierungsteuern etc. es wird noch schlimmer werden. 
    Was bewirkt dies alles? Es senkt die Innovationskraft (von Mitarbeitern wie Unternehmen), man ist ja geschützt! Man strengt sich weniger an, man hat weniger Druck etc. etc. alles geht seinen sozialistischen Gang.
    Nunja, ich weiss, die grosse Mehrheit sieht das anders, sogar in einem Börsen- und Finanzblog. Aber es ist leider so, man müsste sich nur mal die Statistiken anschauen.
    Gewerkschaften hätten schon einen Sinn, aber sie haben ihn längst verfehlt, es geht nur noch um Selbstzweck und Machterhalt. Es bräuchte keine 1000 Tarifverträge, Regulierungen und Schutzmassnahmen, ein minimaler Mindestlohn würde reichen, der Rest regelt der Markt besser. Einzige Ausnahmen, wenn man global denkt, ist die Personenfreizügigkeit, insbesondere im tieferen Lohnsegment. Das ist ein Problem in der EU, wenn man billige Arbeitskräfte bekommt für Dinge die fast jeder kann, dann holt man logischerweise Leute, die wenig kosten (aus dem Osten, aus dem Süden, möglichst jung und formbar). Aber genau dort tut man nix, dafür Bücherwände voller Detailregeln, die nicht funktionieren!

  50. Avatarsteve

    @ Rüdiger @ Sammy einverstanden oft genug ist die erfasste Arbeitszeit nicht mit der geleisteten deckungsgleich. Finde ich nicht gut und geht oft tatsächlich in Richtung Ausnutzung. Ich kenne Beispiele wo selbst mit Stechkarte zugunsten des Arbeitgebers getrickst wird.
    Was machen wir jetzt mit diesem Wissen, doch tatsächlich das was Thorsten und andere empfehlen, auf die Hinterbeine stellen und selbst aktiv werden. Egal wie und wo, zu dumm zum studieren sind meiner Ansicht die wenigsten. Es gibt den Spruch für den Erfolg brauchst du 1% Talent und 99% Prozent Fleiß. Einer meiner Professor tat eine ähnliche Aussage “ Chemie bringt er einer Putzfrau bei, wenn sie nur will“ 
    Irgendwann muss gut sein sich mit Problemen und Hindernissen zu beschäftigen verfestigt nur die Situation. Besser auf ein Ziel fokussieren und visualisieren wie das wäre es erreicht zu haben. Dann finden sich die Lösungen für die plötzlich gar nicht mehr so großen Probleme.
    Du hast entweder Entschuldigungen oder Ergebnisse, sonnenklar was dich weiter bringt.
     

  51. AvatarBruno

    „einverstanden oft genug ist die erfasste Arbeitszeit nicht mit der geleisteten deckungsgleich“
    Nun ja das Problem gibt es ja nicht nur in die eine Richtung 😉 Wir haben schon in der Lehre geschummelt und zuerst eingestempelt und dann umgezogen und umgekehrt, oder nach Feierabend noch etwas trinken und danach ausgestempelt oder halt auch nur das obligate abwarten bis es „Klick“ gemacht hat etc. weil es einfach teilweise todlangweilig war und man nicht mehr wusste wie die Zeit todschlagen. Wenn in diesem Gefüge Arbeitszeit – Arbeit – Lohn es zu solchen Massnahmen kommt ob auf der einen oder andern Seite stimmt etwas nicht mehr, und dann braucht es Massnahmen, zuerst das Gespräch und falls das hilft halt ein Wechsel. Alles andere bringt auf Dauer nix. 

  52. Avatarsammy

    @Bruno
    Ein Lehrling muss rechtlich gesehen überhaupt nicht arbeiten von dem her kann man so etwas dulden.

  53. AvatarChrissie

    @Leistung bringt Erfolg
    Nein, tut sie nicht. Selbstvertrauen und Selbstmarketing bringen den Erfolg.
    Man kann leisten bis man grün im Gesicht wird, wenn man sich nicht verkauft bringt einen das nicht weiter. In meiner schon recht langen Berufszeit kannte ich nur 2-3 Chefs, die sich bemüht haben, hinter die Kulissen zu schauen. Bei den meisten hat gereicht sich beliebt zu machen und zukünftige Leistungen (wo kaum noch jemand geprüft hat, ob sie dann auch tatsächlich erbracht wurden) aufzubauschen. Als Frau hilft leider tatsächlich immer noch hübsch auszusehen und zu lachen wenn der Chef Witze macht.
    Wenn einem das nicht liegt und man eher der ruhige Typ ist, hat man Pech gehabt. Von daher sind für die nicht so marketingfähigen Mitarbeiter Tarifverträge nicht schlecht, damit sie nicht total abgehängt werden.

  54. AvatarBruno

    @Chrissie
    Es mag diese Chefs geben, die darauf achten (z.B. wer lacht an seinen Witzen), aber es gibt auch andere. So muss man halt auch schauen, dass man wo landet, wo es passt. Das andere ist auf Dauer unerträglich. Und bezüglich Marketing und Verkauf, das hat schon was, aber das gehört doch generell im Leben dazu, nicht nur im Job. Bei der Partnerwahl, im Freudeskreis, im Verein, bei Hobbies (sofern es nix ist wo man alleine ausübt), überall muss man „sich“ verkaufen, es ist nichts Verwerfliches daran und man kann es lernen. Es muss nicht künstlich sein, es muss Spass machen. Auch introvertierte Leute können verkaufen resp. es lernen, wenn man es will. Selbst Kinder müssen verkaufen lernen, wer ihren Eltern etwas besser verkauft dass er nun ein Eis oder Spielzeug oder was auch immer will, der bekommt es eher. Aber „nur“ verkaufen wird nicht reichen, die Leistung muss auch stimmen, wenn es „Chefs“ (ich mag das Wort eher nicht) gibt die nur das Verkaufen honorieren, sind sie Pflöcke und nicht geeignet. Auch ist die Aufgabe einer Führungsperson (Vorgesetzte ist genau so ein dummes Wort), empathische Fähigkeiten zu haben und auch ruhigere Mitarbeiter zu fördern, entsprechend mit jedem so umzugehen dass es ihm wohl ist, zum Wohle der Firma. Das gibt es alles, aber eben nicht wie Sand am Meer, also muss man suchen und insbesondere den Mut haben, gerade am Anfang einer Karriere, häufiger mal zu wechseln, bis man auf jemanden oder ein Team (in der Regel ist dies kongruent) trifft, das zu einem passt und eine positive Energie entwickeln kann. Das geht auch in die Richtung von Thorsten, wer bequem ist und am ersten Job bleibt, bis man ihn feuert, der wird es schwieriger haben, ausser er hat Glück. Auch sind Wechsel oft nötig, um ein höheres Gehalt zu verhandeln, gerade bei Berufseinsteigern, später ist es dann einfacher.

  55. AvatarThorsten

    @Chrissie man kann auch befördert werden, wenn man gar keine Kritik übt, komplett unfähig ist und zum Kronprinzen wird. Auch eine Qualifikation : nichts können, keine Miene verziehen und dem Chef nach dem Mund reden. Die unfähigsten Luschen haben auf diese Weise Teilprojektleiterstellen bekommen, sie haben dann zwar die arbeitenden Mitarbeiter etwas Zeit gekostet, konnten ansonsten aber bestens ignoriert werden. Oft gab es einen unausgesprochenen Handel zwischen der Intelligenz und den Wachhunden mit Excel und Meilensteinplänen 🙂 Die Leistungsträger werden in der Regel nicht befördert, sie sind zu wertvoll wo sie gerade sind. Man kann das auch gut in der Politik beobachten, gleiches Prinzip. Kofferträger und Jasager schwimmen mit…. Es wirft natürlich auch ein schlechtes Licht auf den Chef, wenn er gute Nachrichten bevorzugt und schlechte über den Kettenhund abwehrt. Der Fisch stinkt vom Kopf oder positiv ausgedrückt : ein starker Chef sucht starke Untergebene, die Negatives fernhalten, aber nicht verschweigen,dann läuft das Unternehmen gut.

  56. AvatarBruno

    @Thorsten
    Leistungsträger: Ja macht auch Sinn teilweise, gute Fachkräfte sind nicht zwingend gute Führungskräfte, aber sie sollten trotzdem belohnt werden in einem guten Unternehmen und eine Fachkarriere anstreben können. Bei uns gibt es auch Fachkräfte die besser als ihre Führungskraft und sogar mehr als ich verdienen, das ist ganz normal und auch richtig so. Hier ist noch viel Denk und Veränderungsarbeit nötig in der heutigen Wirtschaftswelt!

    Bezüglich der Sorte Chef welche darauf achtet, ob man ihm oder ihr nach dem Mund redet etc, sind eben sackschwache Chefs, die wiederum von der nächsthöheren Ebene ausgetauscht gehören. Funktioniert das ganze Unternehmen bis an die Spitze so, ist es eh auf dem absteigenden Ast. Es lohnt sich bei der Jobwahl auf diese Dinge besonders Acht zu legen, z.B. im freien Gespräch mit späteren Kollegen oder auf Bewertungsportalen etc.).

    Diese Probleme kommen auch häufiger in Konzernen vor als in KMU’s, dafür sind dort die Gehaltsmöglichkeiten oft bescheidener. 

  57. AvatarAlbr

    @slowroller, macht nix, das ich – angeblich – nicht die Funktion/Rolle der Gewerkschaften kenne 😉
     
    Auf jeden Fall hab ich noch nicht gehört (Ausnahme evtl. Cockpit), dass eine Gewerkschaft 15%p.a. für die z u vertretenden Arbeitnehmer herausgeholt hat 🙂
     
    und wenn wir eine – ach so beschworene – angeblichen Fachkräftemangel haben, dann dürfte es doch ein leichtes sein, z.b. 10%mehr p.a. für Pflegekräfte im Krankenhaus durch die Gewerkschaften herauszuholen 🙂
     
     

  58. AvatarBruno

    @Albr
    Die Gewerkschaften holen schon viel raus, die Frage ist nur in wessen Tasche 😉 Wir hatten mal unser Büro neben einer Gewerkschaft, und die waren besser ausgestattet als bei einem grossen Finanzdienstleister 😀 
    Aber lassen wir das Thema besser 😉

  59. AvatarRalf

    „Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Windmühlen, die anderen Mauern“

    Es ist zu wünschen, dass in D für Innovationen mehr Raum geschaffen wird. Viele Regulierungen, Bürokratie für Existenzgründer und eine Vorschriftenflut wie z.B. die Maschinenrichtlinie der EU machen hier aber zunehmend das Leben schwer für Unternehmer.

    Asien wird uns aus solchen Gründen bald drastisch wirtschaftlich regelrecht zusammenfalten. Und die Löhne werden ebenfalls noch mehr unter Druck kommen. Das ist absehbar durch Auswirkungen der Globalisierung und dem anhaltenden Studierwahn.

    Der Handwerkersmeister mit gut organisiertem Betrieb wird einer der Gewinner sein

  60. KievKiev

    @ Bruno
    Bei einem Tarifvertrag ist das Gehalt nicht fixiert. Gehaltserhöhung ist ein anderes Thema als tarifliche Erhöhungen. Thorsten hat sehr schön Leistungsträger beschrieben. Vermutlich arbeite ich in einem ähnlich großen Betrieb wie Thorsten. Ich kann vieles nachvollziehen. Es gibt auch einen Unterschied zwischen anerkannten Leistungsträgern und welchen, die sich so vorkommen. 
    Ich habe auch etwas provokant geschrieben. Wozu braucht man eigentlich Druck? Eine sehr gute Firma sollte eine sehr gute Kultur haben. Die Gewerkschaften arbeiten momentan auch eher an der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Finde ich nicht grundsätzlich verkehrt. Du hast mit Deiner eigenen kleinen Firma viel mehr Möglichkeiten als eine große Träge Firma. Du musst auch mehr bieten, da Du vermutlich weniger zahlst.
    Du arbeitest als Eigentümer manchmal im Flow. Bei Dir verschwimmt Arbeit und Privates. Das ist bei Angestellten nicht oft in diesem Ausmaß der Fall.
    @ Sammy
    Dein Punkt mit der Zeit ist sehr wahr und er wird nicht oft richtig verstanden. Mir wurde einmal gesagt, dass einfache Angestellte auf den Stundensatz schauen. Höher bezahlte schauen auf das monatliche Gehalt und gut bezahlte auf die Jahressumme. Das ist oft ein Irrtum. Hochbezahlte sollten auch auf die Stunden schauen. Gerade in Hinblick auf AT und eventuell Teilzeit. Ich habe las Beispiel eine Karriere verfolgt und bekomme ein sehr gutes Gehalt. Tariflich bin ich bei Erhöhungen immer dabei. Auch wenn ich Teilzeit machen sollte. Ich kann so mein Netto Gehalt maximieren. Nach Kyosaki finde ich mich auch langsam zu alt um weiter so stark abhängig vom E Quadranten zu sein. Ich maximiere die frei verfügbare Lebenszeit. Genau wegen dem von Thorsten angesprochen Zinseszins habe ich auch am Anfang Gas gegeben. Die meisten AT Kollegen sind längst nicht so vermögend wie ich. Sie arbeiten sich einen ab und kommen nicht vom Fleck. Sie träumen davon noch mehr zu verdienen. Dabei haben sie doch schon so viel. Es ist nicht so, dass ich ihnen vorenthalten würde wie man es machen könnte. In der Entwicklung kann man in Teilzeit arbeitende Männer an einer Hand abzählen. In meinem Alter oder jünger gibt es keinen. Von Worklife Balance wird Gesprochen und geträumt. Aber keiner macht seine Hausaufgaben. So gibt es nichts.
     

  61. AvatarZEN Investor

    Da es hier um die Frage geht, welche von 2 Aktien man eher kaufen sollte,muss ich mich als Experte natürlich zu Wort melden.

    Ich machte am 18.Februar 2017 ein paar Prognosen hier drin, nachdem Tim Schäfer mir Narzismus unterstellte.

    https://timschaefermedia.com/so-kannst-du-frueh-in-den-ruhestand-hohe-sparquote-volle-kanne-in-aktien/#comment-24916

    Ich hatte damals uA Swiss Life, BKW und HBM Healthcare sowie PAX-Anlage empfohlen.
    Schauen wir uns mal an, wie die Performance gewesen wäre:

    Aktie  02.2017 Progn. 07.2019 Perf. p.a.
    Swiss Life  313 562 492 57,2% 35,2%
    BKW   51 196 67 31,4% 20,0%
    HBM Healthcare 107 147-245 184 72,0% 43,5%

    PAX Anlage für ca. 1’700 aufgekauft und von der Börse genommen,was immerhin auch noch ein leichter Gewinn gewesen wäre (damals 1’589).

    Ich wollte das einfach als Nachtrag bringen, weil tim Schäfer mich dort als narzistisch bezeichnet hatte.Da finde ich es nur sinnvoll, meine Empfehlungen nach 1,5 Jahren mal zu überprüfen.

    Natürlich stimmten meine Prognosen nicht exakt, aber doch besser als diejenige der professionellen Kursanalysten.

    Natürlich habe ich mich auch geirrt, oder meine Prognosen waren ungenau:

    Beispielsweise ist VW (VOW3) seither bei 140-160 Euro herum gedödelt, ohne weiter zu steigen. Aber dennoch wird auch diese Aktie noch steigen (und ich sagte immerhin bei unter 100 Euro einen raschen Anstieg voraus, den alle für unmöglich hielten).

    Ich sagte auch einen Crash in den nächsen Jahren voraus.Diese Prognose habe ich inzwischen revidiert und ich rechne mit keinem Crash (hingegen mit mehreren Rückgängen um ca. 25%) in den nächsten 20 Jahren.Ich vermute, wir sehen lange keine Bärenmärkte mehr (hat mit den Zinsen zu tun).

    Bekomme ich jetzt wenigstens ein bisschen Annerkennung für meine Börsenprognosen?

    Es gibt 2 Möglicheiten auf meine Prognosen zu reagieren:

    1. Ablehnung, Missachtung, Auslachen.
    2. Man nutzt sie und wird reich.

    Welches ist dein Weg?

  62. AvatarBruno

    @Kiev
    Ich kenne die Tarifverträge nicht gut, aber die Gesamtarbeitsverträge in der Schweiz dafür sehr gut. Diese regeln allerlei, aber der Hauptfokus liegt im Mindestlohn. Und das ist nun auch das Problem, die Arbeitgeber orientieren sich daran und bezahlen oft nur noch den Mindestlohn, der freie Markt wird damit ausgeschaltet. Hätte man dies nicht, müsste man den Lohn verhandeln, so ist alles vorgegeben. Das kann gegen unten Sicherheit bieten, aber gegen oben nimmt es dann den Spielraum, alles wird gleichgeschaltet, Planwirtschaft halt.
    Ich kenne die Situation in Konzern schon auch gut, von Kunden oder früherer Tätigkeiten. Natürlich haben die nicht dieselbe Flexiblität wie wir, aber es gäbe immer noch sehr viel Spielraum, aber das ist halt nicht so einfach umzusetzen und bequem. 
    Bezüglich Löhnen denke ich dass wir über dem Durchschnitt bezahlen, ein Softwareentwickler verdient im Schnitt 5stellig im Monat (bei Google verdienen sie vermutlich aber trotzdem noch mehr, aber nicht mehr bei Banken). Aber ist klar, es hat keinen Platz für Mitläufer, einerseits finanziell und andererseits würden sie das Klima verderben.

  63. AvatarBruno

    „Bekomme ich jetzt wenigstens ein bisschen Annerkennung für meine Börsenprognosen?“
    Also mir reicht jeweils die Anerkennung (oder Ablehnung) vom Markt, der lügt mich auch nie an 😉
    Aber eine gemeinsame Eigenschaft die ich bei vielen langfristig erfolgreichen Investoren erkennt habe ist Demut und Bescheidenheit, die erkenne ich in deinen Kommentaren nicht. 
     
     

  64. AvatarVNK

    @Kiev
    Du hattest mir unter einem der anderen Blogeinträge geschrieben, weiss nicht, ob Du die Antwort dort noch gesehen hast. Da sie thematisch auch unter diesen Blogeintrag passt, kopiere ich das einfach nochmal hierin.
    „Ich finde Deinen Arbeitseinsatz und die Durchhaltedauer von 7,5 Jahren beachtlich! Du hattest über einen langen Zeitraum einen großen Teil Deiner Zeit in Arbeit und Weiterbildung investiert.“ Danke ? In der Tat war es anstrengend, aber mit einem Ziel vor Augen ist das alles halb so wild! Wichtig ist eben, dass es ein Ziel ist, das man selbst als realistisch ansieht und es einem wirklich wichtig ist. Außerdem hat mir das Fernstudium die ein oder andere sehr gute Freundschaft gebracht, obwohl man während so einer Phase wenig Freizeit hat und man das arbeits- und studienfreie Zeiten fest einplanen und auch einhalten muss, damit man genügend Pausen hat. Das hat auch einiges erleichtert. „Ich wünsche Dir einen Job, der Dir teilweise auch Spaß bereitet.“ Das „teilweise“ in Deinem Satz möchte ich gerne streichen! Bisher habe ich immer interessante Jobs gehabt (>20 Berufsjahre, 6 verschiedene Stellen in der gleichen Firma), die Spass machen. Teilweise (aber nicht immer) ist das auch eine Einstellungssache. Vermutlich gibt es in jedem Job Dinge, die weniger interessant sind, aber die gehören eben auch dazu (meine Strategie dafür: „eat that frog“ – falls das jemand hier kennt). Und wenn man seinen Job regelmäßig hinterfragt, was Spass macht und was nicht, und wie man ggf. Abhilfe schaffen kann, den Spassfaktor zu erhöhen, kann man auch seine Zufriedenheit erhöhen. Oder einfach mal über sinnfreie Aufgaben lachen, wenn man sie erledigt – Humor hilft bei vielem auch weiter. Am meisten habe ich übrigens über Job-Zufriedenheit gelernt, als ich mal einen A…..-Chef hatte. Insgesamt hat mir das Studium viele Türen geöffnet  – u.a. konnte ich mein Jahresgehalt über einen Zeitraum von 10 Jahren schrittweise verdreifachen (brutto). Das ist natürlich auch mit Arbeitsaufwand verbunden (von nix kommt nix), allerdings hat das mir auch einige Freiheitsgrade beschert. Ich arbeite seit letztem Jahr Teilzeit (80%) – und ich habe letztes Jahr eine Beförderung ausgeschlagen, weil diese nur mit 100% Arbeitszeit realistisch gewesen wäre (obwohl man mir hier evtl. sogar entgegengekommen wäre). Außerdem war der Job uninteressant. Ich bin zwar nicht finanziell frei, aber doch bereits einigermaßen abgesichert (mietfrei, Depot knapp 6-stellig sowie einiges an Rücklagen), um das Gespräch mit dem Chef ohne große Aufregung / Sorgen durchziehen zu können. So habe ich nun einen anderen, interessanten Job in einem netten Umfeld und kann weiter Teilzeit arbeiten. Sparen kann ich trotzdem noch, weil ich meine Ausgaben immer genau im Blick habe und meine Lebenshaltungskosten heute nur unwesentlich höher sind als zu der Zeit vor und während des Studiums. Das einzige, wofür ich jetzt wirklich mehr Geld ausgebe, sind Reisen.

  65. AvatarCNK

    @KievDu hattest mir unter einem der anderen Blogeinträge geschrieben, weiss nicht, ob Du die Antwort dort noch gesehen hast. Da sie thematisch auch unter diesen Blogeintrag passt, kopiere ich das einfach nochmal hierin.„Ich finde Deinen Arbeitseinsatz und die Durchhaltedauer von 7,5 Jahren beachtlich! Du hattest über einen langen Zeitraum einen großen Teil Deiner Zeit in Arbeit und Weiterbildung investiert.“ Danke ? In der Tat war es anstrengend, aber mit einem Ziel vor Augen ist das alles halb so wild! Wichtig ist eben, dass es ein Ziel ist, das man selbst als realistisch ansieht und es einem wirklich wichtig ist. Außerdem hat mir das Fernstudium die ein oder andere sehr gute Freundschaft gebracht, obwohl man während so einer Phase wenig Freizeit hat und man das arbeits- und studienfreie Zeiten fest einplanen und auch einhalten muss, damit man genügend Pausen hat. Das hat auch einiges erleichtert. „Ich wünsche Dir einen Job, der Dir teilweise auch Spaß bereitet.“ Das „teilweise“ in Deinem Satz möchte ich gerne streichen! Bisher habe ich immer interessante Jobs gehabt (>20 Berufsjahre, 6 verschiedene Stellen in der gleichen Firma), die Spass machen. Teilweise (aber nicht immer) ist das auch eine Einstellungssache. Vermutlich gibt es in jedem Job Dinge, die weniger interessant sind, aber die gehören eben auch dazu (meine Strategie dafür: „eat that frog“ – falls das jemand hier kennt). Und wenn man seinen Job regelmäßig hinterfragt, was Spass macht und was nicht, und wie man ggf. Abhilfe schaffen kann, den Spassfaktor zu erhöhen, kann man auch seine Zufriedenheit erhöhen. Oder einfach mal über sinnfreie Aufgaben lachen, wenn man sie erledigt – Humor hilft bei vielem auch weiter. Am meisten habe ich übrigens über Job-Zufriedenheit gelernt, als ich mal einen A…..-Chef hatte. Insgesamt hat mir das Studium viele Türen geöffnet  – u.a. konnte ich mein Jahresgehalt über einen Zeitraum von 10 Jahren schrittweise verdreifachen (brutto). Das ist natürlich auch mit Arbeitsaufwand verbunden (von nix kommt nix), allerdings hat das mir auch einige Freiheitsgrade beschert. Ich arbeite seit letztem Jahr Teilzeit (80%) – und ich habe letztes Jahr eine Beförderung ausgeschlagen, weil diese nur mit 100% Arbeitszeit realistisch gewesen wäre (obwohl man mir hier evtl. sogar entgegengekommen wäre). Außerdem war der Job uninteressant. Ich bin zwar nicht finanziell frei, aber doch bereits einigermaßen abgesichert (mietfrei, Depot knapp 6-stellig sowie einiges an Rücklagen), um das Gespräch mit dem Chef ohne große Aufregung / Sorgen durchziehen zu können. So habe ich nun einen anderen, interessanten Job in einem netten Umfeld und kann weiter Teilzeit arbeiten. Sparen kann ich trotzdem noch, weil ich meine Ausgaben immer genau im Blick habe und meine Lebenshaltungskosten heute nur unwesentlich höher sind als zu der Zeit vor und während des Studiums. Das einzige, wofür ich jetzt wirklich mehr Geld ausgebe, sind Reisen.

  66. AvatarRuben

    @CNK: Glückwunsch!
    Darf ich fragen, wie du dir das Fernstudium eingeteilt hast, wenn du es auf 7,5 Jahre gestreckt hast? Wie kann man sich das praktisch vorstellen?

  67. KievKiev

    @ CNK
    Glückwunsch! Ich erinnere mich an Deinen Beitrag. Mein Sohn hat gerade meinen langen Text zerstört. Ich antworte vermutlich morgen auf den Beitrag. Wir sind gerade im Freibad. Ich finde es sehr gut, dass Du in Teilzeit weiterhin spannende Projekte verfolgst. Teilzeit heißt ja auch nicht, dass andere einen Mitschleppen müssen. Ein hohes Depot gibt einem Gelassenheit und Freiheit. Vielleicht ist man nicht immer so bequem wie ein Arschkriecher, dafür ist man oft ehrlich.

  68. AvatarThorsten

    Und hier zum Thema Bestandsschutz,  mir wurde vor Jahren (15 Jahre ?) einseitig ein Bausparvertrag mit 5% Zinssatz gekündigt. Da war ich noch jünger und habe seitdem nie wieder ein Zinsprodukt angefasst, geschweige denn irgendein Produkt mit einseitiger Bindung bei einem Finanzunternehmen abgeschlossen.  Du bist immer am *rsch, wenn sie an Dein Geld wollen. Da kannst Du besser Deutsche Bank, Tesla oder Klopapier auf Vorrat  kaufen. Alles bringt mehr als lange Zinsverträge (auch das Klopapier, es rentiert am sichersten, steigt im Wert mit der Inflation  und das ist mehr als beim Sparbuch).
    https://www.n-tv.de/wirtschaft/Sparkasse-kuendigt-Tausende-Sparvertraege-article21158365.html

  69. AvatarCNK

    @ Ruben
     
    Darf ich fragen, wie du dir das Fernstudium eingeteilt hast, wenn du es auf 7,5 Jahre gestreckt hast? Wie kann man sich das praktisch vorstellen?
     
    Das BWL-Studium in Hagen gab es damals noch als Diplom, in Vollzeit ausgelegt auf 4.5 Jahre, d.h. in Teilzeit war die Regelstudienzeit 9 Jahre. Das war mir zu lange, und ich hab das Grundstudium schneller durchgezogen als der Uni-Plan das vorgesehen hat (solange man das Grundstudium damals schaffte und somit die Zulassung zum Hauptstudium erworben hat, war die Note egal). Im Hauptstudium hab ich mich grob an die Rahmenzeitpläne der Uni gehalten, weil ich da dann mehr auf die Note geachtet habe. Ich hab sogar mal ein halbes Jahr verloren, weil ich zu einem wichtigen Klausurtermin mit 40 Fieber im Bett lag – und an der Fernuni gab es damals leider keine Nachschreibtermine, sondern nur die regulären Prüfungstermine alle 6 Monate (ob sich das geändert hat, weiss ich leider nicht).
     
    Da geht natürlich einiges an Freizeit drauf, ich hab pro Woche neben dem vollen Job bestimmt 20-25 Stunden für die Uni gelernt (abends und an den Wochenenden) und es ging natürlich auch ein gewisser Teil an Urlaubstagen drauf. Einen großen Teil der 20-25 Stunden die Woche sind relativ einfach zu finden, wenn man sich mal anschaut, wofür man üblicherweise seine Zeit so verwendet. Der Rest ist Wille, Beharrlichkeit und Selbstdisziplin – daher ist es so wichtig zu wissen, warum man das Studium nebenbei macht (und warum man eben nicht den Job an den Nagel hängt und an eine Präsenzuni geht).

  70. AvatarRüdiger

    … aber der Hauptfokus liegt im Mindestlohn. Und das ist nun auch das Problem, die Arbeitgeber orientieren sich daran und bezahlen oft nur noch den Mindestlohn, der freie Markt wird damit ausgeschaltet. Hätte man dies nicht, müsste man den Lohn verhandeln, so ist alles vorgegeben. Das kann gegen unten Sicherheit bieten, aber gegen oben nimmt es dann den Spielraum, alles wird gleichgeschaltet, Planwirtschaft halt.
     
    Verstehe ich das richtig? Wegen des Mindestlohns wird der Lohn in seiner Höhe gedeckelt (auf das Niveau des Mindestlohns)?
     
    Das kann ich nicht glauben. Dafür möchte ich Beweise sehen 😉
     
    Ach ja, was haben die Arbeitgeber früher, als es „den freien Markt“ noch gab, als Minimum bezahlt? Sicher weniger als den aktuellen Mindestlohn, oder? Und die Masse der Arbeiter/Angestellten war damals zufriedener?

  71. AvatarBruno

    „Das kann ich nicht glauben. Dafür möchte ich Beweise sehen“
    Beweisen kann man das nicht, da man hierzu ja erst mal Gesamtarbeitsverträge auflösen müsste. Beweisen könnte man die Deckelung nach oben, ich könnte das auch darf aber nicht. Eventuell gibt es ja mal eine Studie dazu. Ich rede für die Schweiz, in Deutschland kenne ich die Daten nicht, vermute aber ähnliches. Es ist eben etwas wie ein verdecktes Kartell, wenn man weiss dass die Konkurrenz auch den Mindestlohn bezahlt, macht man das auch, der Markt ist tod. 

  72. AvatarRüdiger

    Glaube ich immer noch nicht, dass dadurch der Markt tot ist. Auch in Bereichen, wo es tarifliche Mindestlöhne gibt, findet man immer wieder Firmen, die über Tarif bezahlen … weil sie halt dringend Arbeitskräfte suchen. Derzeit besonders deutlich zu sehen im Bereich des Handwerks. Jedenfalls in Bayern ist das so. Der Markt funktioniert, wenn das Angebot (an Fach-Arbeitskräften) geringer ist als die Nachfrage.

  73. AvatarBruno

    @Rüdiger Natürlich gibt es auch da noch einen schwachen Markt. Und ja, es gäbe dann auch wieder Löhne unter Mindestlohn, aber eben auch Löhne, die stark über Mindestlohn wären. Heute sind die Löhne gleichgeschalteter als früher wo es die Gesamtarbeitsverträge noch nicht gab. Oft werden sie ja in Krisenzeiten eingeführt, und da wird seitens Arbeitgeber natürlich hart verhandelt, also sind sie relativ tief. Und sie sind eine Orientierung, die es sonst nicht gäbe. Man nennt dies auch Ankereffekt.
    Aber keine Angst, es wird sich nichts daran ändern, beide Seiten profitieren genug davon 😉 Aber es ist nicht immer im Sinne des Arbeiters…

  74. AvatarRüdiger

    Aber keine Angst, es wird sich nichts daran ändern, …
     
    Ich habe keine Angst, meine Schäfchen sind im Trockenen 😉
    Danke für die Geduld, meine Fragen zu beantworten.

  75. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Rüdiger,

    Mindestlöhne sind lediglich dazu da, um einem unerträglichen Dumping zu begegnen. Es finden sich sonst immer irgendwelche Leute aus Moldawien oder sonst woher, die sich als Tagelöhner auf den Baustellen wie die Afrikaner in spanischen Plantagen für ein paar Euro anbieten. Dagegen hat ein deutscher Arbeiter doch keinerlei Chance auf dem ungeregelten Markt.

    Wenn dann auch Kontrollen zu fürchten sind, dann sagt sich der Arbeitgeber, dass er für den Mindestlohn auch wenigstens einen Mindestqualifizierten haben will. Und dann haben deutsche Leute aus prekären Verhältnissen, die wenigsten lesen und schreiben können,  wieder eine gewisse Chance, auch wenn man damit nicht wirklich menschenwürdig leben kann.

    Weite Bereiche des normalen Arbeitsmarktes sind ja durch Tarifverträge geregelt.

    Da richtet sich das Gehalt nach der Stellenbeschreibung des Arbeitsplatzes. Wenn man also viel verdienen will, dann muss die Stelle das hergeben, und man selbst dafür qualifiziert sein (z.B. Entscheidungen treffen zu können ohne vom Vorgesetzten angewiesen werden zu müssen etc.). Vor den ERA-Gruppen des IGM gab es nur Lohn- und Gehaltsgruppen, in die man einfach aufrücken konnte mit der Zeit und Wohlwollen des Vorgesetzten. Jetzt muss die Stellenbeschreibung dazu passen.

    Jede Gehaltsgruppe addiert Punkte, die man erfüllen muss, Ausbildungszeit, weitergehende Qualifizierung plus, plus, plus….

    Wenn man eine Stelle besetzt, die nur einer bestimmten ERA-Gruppe entspricht, dann sollte man in seiner Punktezahl nicht überqualifiziert sein. Aber das hilft einem natürlich auch nichts, wenn es keine qualifizierte Stelle für einen gibt.

    Bei uns gab es dann noch Leistungspunkte die verteilt wurden, und jährlich im Mitarbeitergespräch beurteilt wurden.

    Im gesamten tarifgebundenen Arbeitsmarkt funktioniert das so.

    Grüßle

    MS

  76. AvatarComebackaktionär

    Zur (Mindest-)Lohndebatte möchte ich als ehemaliger Steuerprüfer auch meinen Senf dazugeben. Fortbildung führt oft nicht zu einem besseren Job oder Gehalt. In den höheren Lohnklassen ist das kein Alleinstellungsmerkmal mehr, da die Konkurrenz auf die Jobs ebenfalls über höhere Abschlüsse verfügt. Es gibt genügend Steuerberater oder Rechtsanwälte die für 40000 brutto arbeiten (müssen). Das nach harten Lehrjahren und wirklich derben Prüfungen, die den Kandidaten viel abverlangen. Ich will nicht abstreiten, dass vereinzelt auch 6stellig verdient wird, dies aber im unteren einstelligen Bereich. Bei vielen Branchen ist es ähnlich. Aus meiner Sicht ist es fast immer am sinnvollsten, so mache ich es zumindest, einige Jahre Erfahrung bei verschiedenen Arbeitgebern zu sammeln und dann den Weg in die Selbständigkeit zu suchen. Meine Einschätzung gilt aber nicht für das Handwerk, in den meisten Gewerken ist der Meisterbrief nach wie vor die Möglichkeit auf/ über akademischen Niveau zu verdienen. Gruß aus Hinterzarten, ich laufe gerade den Westweg im Schwarzwald.

  77. AvatarNico Meier

    Natürlich ist Selbstvermarktung wichtig. Aber es ist auch wichtig aktiv auf den Chef einzuwirken Zusatzaufgaben übernehmen zu können. Wir haben Leute bei uns die schreien auf sobald sie etwas zusätzliches machen sollen weil sie bereits so „überlastet“ seien aber ständig das Smartphone auf dem Tisch und viel am Schwatzen mit Kollegen. Das sind die die erst nach 8 erscheinen und dumm schauen wenn ich kurz nach 16:30 Feierabend mache sage ihnen dann jeweils wenn sie morgens vor 7 im Büro wären wäre das für sie auch möglich.

  78. AvatarBruno

    @MS
    Leute aus Modawien, Afrika etc. für ein paar Euro, genau das meinte ich, aber nicht nur die, auch innerhalb der EU (Personenfreizügigkeit) ergibt dies Lohndruck (ich verstehe all diese Leute die kommen, ich würde auch kommen an ihrer Stelle, aber es funktioniert nicht langfristig und ist unter anderem auch ein Grund warum einige Lohnsegmente in Deutschland unter Druck kamen). Seit wir in der Schweiz die Personenfreizügigkeit haben, ist die Anzahl der Gesamtarbeitsverträge stark gestiegen, der Druck auf die Löhne natürlich auch. Ist doch nur logisch, wenn Bauarbeiter aus Spanien, Italien, Portugal, Polen, Rumänien etc. hierher kommen dann wohnen die in Baracken, brauchen wenig Lohn, wollen möglichst viel sparen um dann nach Hause zu schicken, und die Löhne kommen unter Druck. Selbstverständlich braucht man diese Arbeiter, aber eben vielleicht nicht in dem Ausmass wie heute. Aber das wird ja häufig bestritten mit komischen Studien. Ich bin für offene Märkte ja, aber nicht was Arbeitskräfte angeht, sonst könnten wir ja auch billigste Inder oder Chinesen holen, die dann alles erledigen.
    @Comebackaktionär
    Da gebe ich Dir natürlich Recht, Bildung allein reicht nicht, wenn viele gute Bildung haben ist weiterhin Angebot und Nachfrage und gerade einfachere Arbeiten werden immer mehr automatisiert, das wird auch viele Anwälte treffen. Man braucht ein Alleinstellungsmerkmal, oder zumindest eine Nische, ob als Angestellter oder auch Selbständigerwerbender, man muss sich von der Masse abheben. Wer als Anwalt sich auf einfache Verträge oder Scheidungen konzentriert, darf nicht mit einem hohen Gehalt rechnen. Anders sieht es aus, wenn er in einer Nische der absolute Spezialist wird, z.B. eben Handel mit speziellen Gütern und Ländern, oder Scheidungsanwalt für Multimillionäre, wo andere Fragestellungen als die 08/15 sich stellen und sich dort einen Namen machen.

  79. AvatarNico Meier

    Das Alleinstellungsmerkmal ist wichtig wenn du in einem Gebiet der Spezialist im Team bist so wird die Lohnverhandlung immer besser laufen als wenn du derjenige bist der alles nur so gut kann wie alle anderen im Team denn dann bist du sehr einfach ersetzbar.

  80. AvatarChrissie

    @Nico Meier
    Bei uns sind die die um 7:00 da sind diejenigen, die viel am Handy surfen und sich unterhalten und überhaupt auch dann erstmal frühstücken müssen (es gibt keine Pausenzeit bei uns dafür). Sie kommen nicht um 7:00 ins Büro weil sie voller Schaffensdrang sind, sondern weil sie so früh wie möglich wieder zu Hause sein wollen.

  81. KievKiev

    @ Nico / Chrissie
    Ich finde es sehr gut, wenn Arbeitgeber die Möglichkeit bieten innerhalb einer Kernarbeitszeit die Stunden zu leisten. Das ermöglicht für jeden, auch abhängig von seiner Lebensphase, ein optimale Ausrichtung des Tagesablaufes. Nico nutzt die frühe Zeit vermutlich um antizyklisch zum hohen Verkehrsaufkommen zur Arbeit und zurück zu fahren. Diese Möglichkeit ist für Pendler sehr freundlich und wird auch bei mir in der Firma gerne angenommen.
    @ CNK
    Mich würden auch Hintergründe in Deinem Lebenslauf interessieren. Warum hast Du das Fernstudium überhaupt begonnen? Was war die Motivation. Warum arbeitest Du aktuell seid wann in Teilzeit? Ich finde Teilzeit Arbeit sehr gut und glaube nicht, dass die Mitarbeiter von anderen mitgezogen werden müssen. Im Gegenteil, wenn die Hütte mal brennt haben Leute in Teilzeit doch die meisten Möglichkeiten mehr zu leisten. Mir schwebt ein Modell vor bei dem ich in ähnlicher Form wie jetzt auch arbeite. Mit dem Unterschied, dass ich auf diese Weise Überstunden aufbaue, die ich dann Tageweise abbaue. So kann ich statt 38 Tagen Urlaub um die 60 Tage im Jahr haben. Damit wüsste ich eine Menge anzufangen. Hier wäre ich auch flexibel. Wenn die Hütte brennt kann ich auch richtig Stunden klopfe und wenn nicht, dann mache ich eine extra Woche Urlaub. Solange dies nicht nur im Winter der Fall wäre käme mir es sehr entgegen.
    Kleinere Betriebe können auch mehr auf die Mitarbeiter zugehen. Wie verhalten sie sich, falls Eltern eines Angestellten in Pflege müssen? Hier zeigt sich, wie gut eine Firma wirklich ist. Ein Mitarbeiter, der stark unterstützt wird, wird es seinem Arbeitgeber voraussichtlich danken.
    @ Bruno
    Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Softwareentwickler in Deiner Firma mehr Gehalt erhält als Du Dir auszahlst. Das ist Deine Entscheidung. Falls Du die Firma verkaufst, ist es auch Dein Gewinn. Alles fair. Nur wer Risiko und Verantwortung wirklich übernimmt hat auch eine Beteiligung verdient. Steve Jobs hat meine ich auch viele Jahre nur einen Dollar verdient. Es ist dennoch nicht so, dass bei Apple die Reinigungskräfte mehr Gehalt als er tatsächlich erhalten hätten. 

  82. AvatarZEN Investor

    @Bruno
    Also mir reicht jeweils die Anerkennung (oder Ablehnung) vom Markt, der lügt mich auch nie an ?Aber eine gemeinsame Eigenschaft die ich bei vielen langfristig erfolgreichen Investoren erkennt habe ist Demut und Bescheidenheit, die erkenne ich in deinen Kommentaren nicht.“
    Es tut mir leid, dass ich etwas arrogant rüber komme. Aber meine Methodik ist recht genial und ich ärgere mich über die mangelnde Anerkennung.
    Vergleiche mal das von mir verlinkte Posting. Ich hätte den DAX oder den SPI locker geschlagen.
    Des Weiteren möchte ich nochmals auf mein Wikifolio verweisen, wo ich nächste Woche den Aktienanteil von 5,7 auf über 20% erhöhen werde:
    https://www.wikifolio.com/de/ch/w/wf0value30
    Bisher lief das Wikifolio noch nicht optimal. Aber ich fange kein neues an, sondern dieses läuft 2019-2030 12 Jahre lang durch.
    Derzeit mache ich es auch nicht investierbar.
    Ich nutze keine Hebelprodukte.
    Ich werde maximal 7 Aktien gleichzeitig bei maximal 10 (eher 5) Trades pro Jahr haben.

  83. Avatar-M

    @Baum 
    Gibt’s was neues bei dir?
    Bei mir nicht (finde nichts, was ich als günstig mit Qualität im Moment zum kaufen finde), ich habe Letzt sogar P66 und Goldman Sachs verkauft, da ich mit dem kaufkurs doch nicht zufrieden war und warte nun auf Gelegenheiten. 
     
    Habe in einer netflix Doku über Klimawandel eine Firma gefunden, die Photovoltaik Zellen herstellt die flüssig mittels Pinsel auf Materialien aufgetragen werden und anscheinend nur ein Bruchteil einer Solarzelle kostet. Werde mir die Firma mal ansehen (anscheinend ein US Pink Sheet wert ) sehr klein.
     
    -M 

  84. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Chrissie,

    das klingt nach einem netten Betriebsklima. Wichtig ist, dass dann nach einer gemütlichen Anlaufzeit alles umso besser läuft.

    Das erinnert mich an meinen Job. Unsere ausschöpfbare Gleitzeit ging von 06:30 Uhr bis 17:00 Uhr (- 30 min unbezahlte Mittagspause). Wer nach 17 Uhr die Zeit erfasste, der verlor dies, da gesetzlich max nur 10 Stunden Arbeitszeit zugelassen sind. Und die auch nur, wenn es im längeren Schnitt 8 Stunden sind täglich.

    Ich war auch immer ein „früher Vogel“. Die Bäcker haben ja die letzten Jahre immer früher aufgemacht, da habe ich mir mein süßes Teilchen vorher geholt, und war dann meist schon 6:30 Uhr da. Dann habe ich mich um unsere große Jura Kaffeemaschine gekümmert (ich war der inoffizielle Service), damit die nachfolgend Eintreffenden alle ihren frischen Kaffee rauslassen konnten.

    Bis 7:30 Uhr wurde dann bei Kaffee und Kuchen am Arbeitsplatz die innerbetriebliche Mail gecheckt und beantwortet. Ab 7:30 trafen dann die Kollegen so ein. 

    Im Sommer bin ich dann meist schon am Ende der „Kernzeit“ 14:25 Uhr gegangen, und hatte noch genug Feierabend um am „Flaucher“ (meine jahrelange Kiesbank) an der Isar zu liegen.

    Ohne Übertreibung kann ich aber wirklich sagen, dass ich mein Pensum immer gemacht habe, nie was Wichtiges liegen lassen habe. Ich kannte ja die Produktionslage aus dem SAP, und habe immer vorsorglich die Abteilungen mit ihren Komponenten beliefert, damit da kein verschuldeter Leerlauf entstand.

    Erst die letzte Zeit vor meinem Ausscheiden habe ich richtig Stunden gesammelt. Dadurch bin ich mehrere Wochen früher raus gekommen als der offizielle Termin war.

    Gesundes Arbeiten wünsche ich.

    MS

  85. AvatarRobin

    Ich würde keine der beiden Aktien kaufen. Es gibt so viele Aktien mit einem tollen Geschäftsmodell, die zeitgleich bereits einen Markt unter Kontrolle haben. Da brauche ich persönlich weder eine Verlierer Aktie wie die DB, noch eine Wundertüte wie BM.

  86. AvatarChrissie

    @Mattias Schneider
    Ich finde es auf jeden Fall positiv, ebenso wie @Kiev, dass es flexible Zeiten gibt. Somit muss man nicht gegen seinen jeweiligen Biorhythmus ankämpfen.
    Was mich frustriert ist, wie viele klagen, dass sie so viel zu tun haben und dann die Zeit mit Daddeln, Erzählen und Frühstücken verbringen. Und wenn sie nach Hause gehen ist die Arbeit nicht gemacht. Das ist dann der Unterschied zu dir, da du wie du schreibst darauf geachtet hast, dass das Pensum auch erledigt ist.
    Ich hab schon zu meinen Eltern gesagt, für die heutige Instagramm-Welt haben sie mich völlig falsch erzogen, von wegen erst die Arbeit und dann das Vergnügen. Statt mich darüber aufzuregen (ist ja nicht meine Firma) sollte ich mir da lieber was abgucken, damit ich nach so einem entspannenden Arbeitstag dann auch frisch gestärkt in den Feierabend gehen kann 😉

  87. KievKiev

    @ Chrissie
    Die Klagen gibt es bei der Arbeit, Vermögensaufbau, Fitness, Kindererziehung, Gesundheit und Altern. Das Leben ist schon schwer.
    Verbrachte Zeit bei Instagram sehe ich nicht als Vergnügen. Es erholt die Konsumenten vermutlich auch nicht. Ich glaube, dass die klagenden Kollegen tatsächlich erschöpft sind. Das ist kein erstrebenswerter Zustand. Ich setze jetzt die Kopfhörer auf und leiste mal etwas in vielleicht deep work artigem Zustand. So bin ich mit meiner Arbeit mittags vielleicht schon zufrieden und kann dann glücklich und befreit den Nachmittag verbringen. Heute gibt es ein strammes Programm.

  88. AvatarBruno

    @Kiev
    Ja, falls man die Firma mal verkaufen kann, sie könnte ja auch Pleite gehen 😉 Das ist das Risiko. Aber es ging mir nicht darum, sondern um den Aspekt, dass höher in der Hierarchie (bei uns ist eh alles ziemlich flach aber ich meine jetzt grössere Firmen) nicht unbedingt auch „mehr Wert“ bedeuten sollte. Es ist nicht unbedingt die Realität, früher war es schon anders, da haben die besten Entwickler und Forscher mehr verdient als die Führungskräfte, denn die Firma basiert auf deren Ergebnissen. Natürlich ist Führung auch wichtig, aber eben nicht das Nonplusultra, es braucht ein Zusammenspiel von Beidem und so sollten schlussendlich auch die Löhne verteilt sein. Natürlich kommt es auch auf die Branche an.

    „So bin ich mit meiner Arbeit mittags vielleicht schon zufrieden und kann dann glücklich und befreit den Nachmittag verbringen.“

    So muss es sein, darum beginne ich bereits um halb sechs, dann ist schon viel gemacht wenn die ersten eintrudeln, und ich habe Ruhe.

    Frohes Schaffen

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