Das erfolgreiche Investieren ist ziemlich langweilig. Es hat mit einem Actionfilm wenig zu tun


New York, 15. Juni 2019

Uber-CEO Dara Khosrowshahi auf einer Konferenz in New York. Hohe Verluste, hoher Börsenwert.

Ich halte mich von Börsengängen fern. Sie sind mir zu teuer. Zum Teil sind sie sogar absurd teuer. Für mich macht es jedenfalls keinen Sinn. Es wird Luft in Tüten verkauft. Für einen Value Anleger wie mich ist das nichts.

Nimm Fiverr. Es ist ein Marktplatz für freiberufliche Dienstleistungen. Nach dem Plus von 90 Prozent seit dem Börsengang bringt das Unternehmen eine Milliarde Dollar auf die Börsenwaage. Vergleiche das mit der fundamentalen Realität: Der Umsatz von Fiverr stieg im vergangenen Jahr von 52,1 auf 75,5 Millionen Dollar, während die Verluste von 19,3 auf 36,1 Millionen in die Höhe schossen. Je höher die Verluste sind, desto höher ist die Börsenbewertung in diesen Tagen. Nichts für mich.

Schlaues Investieren ist langweilig. Es kommt auf die Zeit an der Börse an und nicht auf das Timing. Das Timing kriegst du kaum perfekt hin. Das Trading kostet Geld. Zocken lohnt sich in 90 Prozent der Fälle nicht. Der Spruch „Hin und her macht Taschen leer“ hat seine Berechtigung. Mache es lieber so: Kaufe regelmässig solide Indexfonds oder Aktien. Und lasse sie ewig liegen.

Smart anzulegen soll kein Actionfilm oder cooles Spiel sein. Es soll rational, rentabel und effektiv sein.

Taxi Schreck Uber ist auch nichts für mich. Sie haben enorme Verluste. Ich habe keine Ahnung, wie diese Euphorie bei diesen Börsenneulingen enden wird. Ich hoffe, es endet nicht im Desaster.

Ich wundere mich über die Betriebskosten von Uber: Die App besitzt keine Fahrzeugflotte und hat keine Fahrer angestellt. Trotzdem gehen die Ausgaben durch die Decke. Im ersten Quartal ging 1 Milliarde über die Wupper.

Ähnlich ist das bei Fiverr. Sie betreiben eine Website, auf der sich Leute anmelden und ihre eigenen Waren verkaufen. Es ist nicht so, als müssten sie einen riesigen Mitarbeiterstab haben. Sie haben Server. Sie haben Stromkosten. Sie benötigen ein paar Administratoren, um zu überwachen, was verkauft wird. Das ist alles. Trotzdem schreiben sie enorme Verluste. Viel Phantasie, wenig Substanz im Börsenkurs.


tim schaefer (Author)

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thoughts on “Das erfolgreiche Investieren ist ziemlich langweilig. Es hat mit einem Actionfilm wenig zu tun

  1. Avatarbilbo78

    Aber die Aktien in einem ETF werden doch dauernd geändert, also gegen andere ausgetauscht. Also mit ewig liegen lassen ist da nichts? Warum, Tim, propagierst du das dauernd?

  2. Avatarsteve

    @Tim  wenn man wüsste wer sich wann wo durchsetzt, sind solche gehypten Aktien natürlich ein Abkürzung. Der Artikel passt dazu da wird Netflix auch erwähnt ich weiß du hältst die und glaubst weiter an den Erfolg. Ich finde allein die Praxis von Netflix Produktionskosten über mehrere Jahre zu verbuchen fragwürdig. Begründung die Filme würden ja auch mehrere Jahre gezeigt und über die Jahre Einnahmen generieren. Stimmt und mag buchhalterisch erlaubt sein. Großer Hacken bezahlen müssen sie gleich, da sie das Geld nicht haben nehmen sie einen Kredite auf und die Zinsen laufen auch gleich. https://mobile.abc.net.au/news/2019-06-08/uber-netflix-run-at-a-loss-and-they-dont-care-/11185434?pfmredir=sm

  3. Avatarguter-verwalter

    Hi Tim,

    ich sehe es mit den IPO-Firmen wie du: Als langfristiger Investor die Finger davon lassen. Erinnert mich sehr an die Snake-Oil-Salesmen im Wilden Westen der USA.

    Aber, wie die Vorwehen der Krise 2009 gezeigt haben: Gier und evolutiv fixierte Instinkte fressen Hirn und rationales Nachrechnen (Gewinne vs. Verluste, P/E-Ratio).

    Ein interessanter, älterer Artikel hierzu in der Zeitschrift Spektrum der Wissenschaft , den es zu lesen lohnt – ich mache damit keine Werbung, erhalte irgendwelche Tantiemen, prophezeie den kommenden Crash,  o.Ä.: https://www.spektrum.de/magazin/instinktiv-in-die-katastrophe/1005453

    Quintessenz: Wenn ein Großteil der Marktteilnehmer gleich gepolt ist, d.h. Kurzzeit-Herdenverhalten ersichtlich wird (z.B. auf schnellen Gewinn mit unrentablen Unternehmen in kurzen Zeithorizonten zu setzen), dann sind irrational-instinktive Prozesse am Werk, die in einem biologischen System (was die Börse nunmal ist!)  relativ zeitnah einen Kollaps (Korrektur, Crash) nach sich ziehen werden.

    Meine Strategie daher: Cash-Reserve aufbauen um nachkaufen zu können, diversifizieren und investiert bleiben. Und Hype-Nachrichten meiden.

     

    Viele Grüße vom guten Verwalter

  4. AvatarComebackAktionär

    Was ist eigentlich mit dem Börsengang von Levi’s? Die machen zumindest Gewinn. Habe aber das Gefühl, das die Marke ihre Bestzeit längst hinter sich hat, is nicht mehr so populär wie vor vielen Jahren. Netflix, Uber und Co erinnern mich ein wenig an den neuen Markt, wohl dem der zeitig verkäuft.

  5. AvatarBruno

    Fiverr ich habe jetzt die Zahlen nicht angeschaut falls die schon vorhanden sind, aber ich vermute die Verluste werden wohl von Marketingmassnahmen kommen. Das Problem bei diesem Geschäftsmodell, es funktioniert nur wenn man sich durchsetzt und der Marktführer wird. Der Burggraben rein technisch ist sehr gering, so eine Plattform hat man in ein paar Wochen aufgebaut. Wichtig ist die Bekanntheit und genug Freelancer wie auch Projekte. Es gibt aber jetzt schon einige starke Konkurrenten, da ist es nicht einfach, da muss man extrem reinbolzen in Werbung.

    Ein anderes Problem ist, dass viele Freelancer für eine Handvoll Stammkunden arbeiten, und das läuft natürlich dann nicht mehr übers Portal. So verdient man nichts mehr mit, der Freelancer wie auch der Auftraggeber haben so mehr davon, d.h. es wird umgangen. Schwer zu kontrollieren, da sich die beiden Parteien ja kennen müssen und oft sogar eine enge Bindung entsteht.

    Man könnte dies anders gestalten, ein anderes Geschäftsmodell.

    Der Bedarf für solche Plattform ist selbstverständlich gross, aber ich würde dort jetzt auch nicht investieren da noch nicht klar ist, wer sich durchsetzt und ob das Geschäftsmodell genug profitabel sein wird.

  6. AvatarNico Meier

    @Steve

    Diese Abschreibungsgeschichte die immer Kredite nötig machen wird war unter anderem ein Grund für mich diese Aktie nicht zu kaufen. Im Moment sind die Zinsen tief sobald diese nur ein bisschen steigen werden Schulden für viele Unternehmen zu einem Problem werden.

  7. AvatarThorsten

    Ich Stimme zu was Börsengänge angeht, der Anteil an aufgepusteter Kursluft ist nicht einschätzbar. Ich habe allerdings eine Ausnahme gemacht : Knorr Bremsen. Ich habe sogar etwas zugekauft. Bremsen sind ein Burggraben , egal ob mit fermentierten Palmen aus dem Devon, Wasserstoff oder Rinderpupsen gefahren wird.

  8. AvatarWolke

    Schon aufgefallen? Fragen an Blogger zu stellen ist sinnlos. Ein „wichtiger“ Blogger antwortet nie!

     

  9. Avatarsteve

    @ Wolke du liest hier noch nicht lange mit! Ansonsten wüsstest du das Tim sehr woll antwortet. Nicht unbedingt auf jede Frage, da hätte er viel tun und alles kann er nicht wissen. Da gibt’s eher Kommatatoren die nie antworten was ich nicht nachvollziehen kann und auch nicht gut finde, dadurch entwerten die meiner Ansicht ihre Aussage.

  10. AvatarMattoc

    @bilbo

    Tim geht es nach meinem Verständnis um einen Buy&Hold-Ansatz. Das heißt, es werden Aktien oder ETFs gekauft und immer weiter zugekauft aber nicht verkauft. Das hat nichts mit dem Innenleben des jeweiligen Produkts zu tun, also nichts damit zu tun, ob sich die Zusammensetzung eines Index ändert, oder bei einer Einzelaktie ein neuer CEO antritt, neue Geschäftsfelder erschlossen werden oder der Umsatz sinkt (um einige Beispiele für vermeintlichen Handlungsbedarf zu nennen).

  11. AvatarFabian S.

    Hallo Tim,

     

    ich finde, dass genau Deine Feststellungen nach einem baldigen Crash in Kürze (keine Ahnung wann genau!) riechen. So war es doch auch Ender 90er vor dem Platzen der Dotcom-Blase!

  12. AvatarJune

    Hallo zusammen,

    das Netflix die Produktionskosten über mehrere Jahre abschreibt, ist gängige buchhalterische Praxis, die in dem jeweiligen Land per Gesetzt vorgeschrieben wird. Netflix wird voraussichtlich nach US Gaap bilanzieren und muss sich daher an diesen Standard halten so wie wir in Deutschland das Anlagevermögen mindestens nach HGB bilanzieren  müssen.

    Dabei gibt es Bilanzierungspflichten und Wahlrechte. Per Gesetzt bleibt also nur bei den meist wenigen Wahlrechten ein Bilanzierungsspielraum.

    Bei abnutzbaren Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, deren Nutzungsdauer zeitlich begrenzt ist, sind die Anschaffungskosten oder Herstellungskosten um die planmäßige Abschreibungen zu vermindern. Der Abschreibungsaufwand wird dabei gegen den Restbuchwert des Vermögensgegenstandes gebucht. Zu finden in §253 HGB. Und auch in Deutschland müssen Firmen ihre Vermögensgegenstände bei Kauf sofort bezahlen und nicht erst über die Dauer der AfA hinweg. Daher werden z.B. große  und damit teure Produktionsstrassen auch bei uns finanziert oder geleast.

    Zudem sind alle mittleren bis großen Kapitalgesellschaften verpflichtet ihren Jahresabschluss von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer prüfen zu lassen. Sollte die Vorgehensweise der AfA also nicht Gesetzeskonform sein, gäbe es kein Bestätigung des Jahresabschlusses.

    Take care,

    June

  13. AvatarJohn

    Stadler hat sich nach dem Börsengang ganz gut gemacht. Vielleicht eine Ausnahme? Nun die Chance habe ich bewusst verpasst, wurde doch so sehr gehyped, hätte auch fallen können.

  14. Avatarsteve

    @ June danke für deine Bemerkungen ich habe gar nicht bestritten, dass das legal ist. Es geht ja sogar noch heftiger, Investitionen als Gewinn zu verbuchen, was noch windiger ist. Fakt bleibt aber auch bei einem negativen Cashflow bleibt normal kein Geld übrig und wenn eine Firma durch solche Buchungstechniken sich als rentabel darstellt, es aber nicht ist, da mache ich ein dickes Fragezeichen.

  15. AvatarDaniel

    Aber die Aktien in einem ETF werden doch dauernd geändert, also gegen andere ausgetauscht. Also mit ewig liegen lassen ist da nichts? Warum, Tim, propagierst du das dauernd?

    Und was genau ist bei einer Einzelaktie anders? Meinst Du das Geschäftsfeld von Bayer wäre jetzt noch vergleichbar mit dem vor 30 Jahren? Oder ist Amazon immer noch der Nur-Buch-Verkäufer wie damals um die Jahrtausendwende?

    Es kommt darauf an lange und stetig im Markt investiert zu sein und weniger darauf ob sich innerhalb eines Produktes oder einer Firma das Geschäftsmodell ändert.

  16. AvatarAlbr

    @ alles richtig, leider wird der Goodwill in den Bilanzen nicht oder nur sehr gering abgeschrieben, da lauern ordentliche Risiken gerade bei DAX-Unternehmen (z.b. Bayer, Fresenius etc…)

     

     

  17. AvatarWolke

    Was würde geschehen, wenn alle plötzlich auf den üblichen Konsum verzichten würden, wie hier empfohlen?

    Würden wir in eine schwere Rezession rutschen? Das System zusammenbrechen?

    DDR-Zustände?

    Was wäre mit dem Aktien/ETF Sparen? Altersvorsorge, finanzielle Freiheit?

    Braucht unser System den Konsum?

    Erinnert mich an die Impfgegner: Lasse meine Kinder nicht impfen, passiert eh nix, weil die Anderen ja impfen.

  18. Avatarlol

    Es gibt natürlich auch IPO´s wo man sich ärgert, nicht dabei gewesen zu sein …z.B. Ferrari !!!

  19. AvatarJohn

    „Was würde geschehen, wenn alle plötzlich auf den üblichen Konsum verzichten würden, wie hier empfohlen?“

    Mehr Freizeit für Alle? Gibt sicher schlimmeres

    Der Staat hätte ein Problem. Ein ganz gewaltiges weil er in Sachen Steuern und Ausgaben nur den Weg nach oben kennt.

    Wo ist der Unterschied zwischen Arbeitslosigkeit, Sparsam leben oder Teilzeitarbeit? Man hat den Eindruck Teilzeit ist ok. Dabei doch nichts anderes als der ach so böse Konsunverzicht.

  20. AvatarPerpetuum Mobile

    @Wolke, du hast vollkommen recht. Auf der einen Seite spare bis zum Umfallen und die Dividenden bzw. Kursgewinne kommen von alleine. Wir hätten von allen Sachen und Dingen etwas weniger. Das kapitalistische System müsste sich neu erfinden. Aber das ist alles hypotetisch.

  21. AvatarEx-Studentin

    @John

    Das Problem ist die Verteilung. Einer arbeitet 50h, einer gar nicht. Besser wäre es, wenn jeder stattdessen weniger arbeiten würde. Letztlich sind Stundenwochen eine vom Menschen gemachte Grenze. Wenn jeder nur die Hälfte konsumieren würde, stattdessen aber alles doppelt so teuer wäre, würde die Wirtschaft genau so weiterlaufen. Nur mit weniger Ressourcenverschwendung..

  22. AvatarBruno

    @Wolke

    Hätte, wäre, wenn und aber, alles nur Gelaber 😀

    Der Trend geht ja immer noch in die andere Richtung seit Dekaden, da tut jede Mini-Gegenbewegung nur gut. Auch das andere Extrem führt zum Kollaps, wenn nicht des (Finanz-)Systems dann der Umwelt und somit des Menschen. Wenn der Konsum exponentiell so weitersteigt dann wird es nicht gut herauskommen, aber da gibt es ja dann automatische natürliche Bremser (Rohstoffe etc.).

    Die wenigsten bis niemand fröhnt ja dem totalen Konsumverzicht, aber es muss halt alles in einer Balance sein. Sparsam sind ja viele Deutsche, aber sie investieren nicht. Das ist genauso ein Problem.

     

     

  23. AvatarWolfgang

    Da lese ich gestern hier von halb automatischen Gewehr, heute suche ich nach Arbeitsurlaubsgesetz und bekomme bei der Eingabe AUG ein österreichisches Sturmgewehr gezeigt.

    Was soll ich davon halten?

  24. AvatarRüdiger

    Die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum – auch in teueren Städten wie beispielsweise München, wo 60 Quadratmeter schon mal gerne über 1000,- EUR an Miete kosten (und damit weit mehr als die Hälfte des Monatseinkommens verschlingt) – ist für viele der Gering- und Normalverdiener essentiell.

     

    Mietpreisbremse, Mietendeckel und Enteignung von großen börsennotierten Gesellschaften schaffen keinen dringend benötigten zusätzlichen Wohnraum und bringen uns nicht weiter. Der Glaube, alles dem „Markt“ überlassen zu können, der alles für alle am besten regelt, aber auch nicht. Wäre das so, gäbe es die heutige Wohnraumsituation nicht.

     

    Wo ist der Ausweg? Ganz ehrlich … ich finde ihn weder bei den Links- noch bei den Rechts-Extremen. In der Mitte aber auch nicht …

  25. AvatarRalf

    „Die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum – auch in teueren Städten wie beispielsweise München, wo 60 Quadratmeter schon mal gerne über 1000,- EUR an Miete kosten (und damit weit mehr als die Hälfte des Monatseinkommens verschlingt) – ist für viele der Gering- und Normalverdiener essentiell.“

    So ist es. Ich sehe hier gewaltigen sozialen Sprengstoff für die Gesellschaft. Bei uns im Radius von 25 km gibt es fast keinerlei Neubaugebiete. Und es wird immer mehr alter Schrott an Immobilien zu völlig überzogenen Preisen angeboten.

  26. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ steve

    Ja, Netflix ist teuer bewertet. Sie sind aber profitabel und Weltmarktführer. 2018 verdienten sie 1,2 Milliarden Dollar nach Steuern.

    Das Fernsehverhalten ändert sich. Heute wird gestreamt. Im Vergleich zu allen anderen FAANG-Aktien ist Netflix der niedrigste bewertete Titel mit 148 Milliarden Dollar.

  27. AvatarJune

    @steve,

    du unterstellst den Firmen durch deine Wortwahl aber, dass sie illegal handeln. Die von dir gewünschten Anrechnung der Kosten im 1. Jahr, ist aber von den Staaten weltweit nicht gewünscht, da sie zum einen so ihre Steuereinnahmen nicht sinnvoll steuern können und es auch nicht der Realität eines Anlagegutes entspricht. Diese Gesetze sind alt, bewährt und sehr sinnvoll. Auch wenn du das jetzt nicht verstehst.

    Jedes Unternehmen kann auch mal einen negativen Cashflow Aufgrund der AfA haben. Die Berücksichtigung aller Investitionen im Aufwand und die von Albr genanten Risiken sind viel gravierender als die AfA.

    Take care,

    June

  28. Avatarsteve

    @ June Entschuldigung ich unterstell gar nichts , ich stell nur fest das bei Netflix trotz jährlich steigenden Gewinn die Schulden steigen. Die Ursache dazu darf ja wohl genannt werden, egal ob die legal und gewünscht ist. Zum Beleg in 2018 wie Tim schreibt 1,2 Mrd Gewinn ausgewiesen und für 2Mrd neue Anleihen ausgegeben super oder und rentabel! Ne seh ich anders und das ist wohl auch erlaubt oder. Denn was nützt ein Gewinn der auf den Papier steht und in Wirklichkeit wird das Loch in der Kasse immer größer. Bei Netflix ist der Cashflow auch nicht mal negativ sondern eigentlich ständig. Wo da das sichere Invest oder das Geschäftsmodell ist das sich irgendwann trägt? Da macht es für mich auch nichts aus das die von den FAANG Aktien die billigsten sind. Glückwunsch an Tim zum frühzeitigen Einstieg.

  29. AvatarJune

    @steve,

    sorry steve, ich verstehe, wir reden aneinander vorbei. Ich versuche dir die AfA völlig unabhängig von Netflix zu erklären. Du möchtest aber nur Netflix bewerten.

    Bei Netflix steige ich nicht ein, da ich Netflix nicht auf meiner Watchliste habe. Vielleicht kann dir jemand anderes weiterhelfen. Der negative Cashflow kann auch andere Gründe als die AfA haben.

    Und Abschreibungen können allgemein gesehen auch positive Auswirkungen auf die Bilanz haben, nämlich später erwartete große Gewinne kleinrechnen.

    Es ist eines der wenigen Bilanzierungsinstrumente die Unternehmen zu ihren Gunsten nutzen können.

    Take care,

    June

  30. Avatarsteve

    Ja June ich will nicht Bilanzierungsregeln angreifen diskutieren, auch wenn ich die Möglichkeit Investition als Gewinn zu verbuchen die amerikanische Unternehmen haben nicht gut finde. Ob das Netflix macht weiß ich nicht, die finanzielle Lage ist nicht nur meiner Ansicht nach bedenklich. https://www.filmfutter.com/news/netflix-schulden/

  31. AvatarAlbr

    also ich mag IPO´s und Spin Offs, bin recht gut gefahren z.B. mit PayPal, Visa, BeyondMeat (bin am überlegen zu verkaufen, was ich sehr extrem selten tue), Alibaba und viele andere… 😉

     

     

  32. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ guter-verwalter

    Ob ein Crash jetzt wegen der Börsengänge kommt, weiß ich nicht. Es gibt immer wieder gehypte Themen wie 3D Druck, Cannabis, Solar, Bitcoin, Pflanzenfleisch… Das kühlt sich irgendwann ab, dann fließt das spekulative Geld woanders hin in Strömen.

  33. AvatarMicha

    @Wolke

    „Was würde geschehen, wenn alle plötzlich auf den üblichen Konsum verzichten würden, …“

    Die Weltbevölkerung wäre nach wenigen Tagen komplett verdurstet. 😉 Ich unterstelle dabei, dass das Erwerben von Getränken, auch wenn es nur Leitungswasser ist, zum üblichen Konsum zählt.

    Warum machst Du Dir über solche Fragen Gedanken? Wann hat es in der Menschheitsgeschichte jemals etwas gegeben, was bei all denn Milliarden von Menschen zu gleichen Entscheidungen/Handlungen geführt hätte?

    „… wie hier empfohlen?“

    Wo wird das hier „empfohlen“? Es wird nur wiederholt dazu geraten, den Konsum im leistbaren und sinnvollen, persönlichen Rahmen zu gestalten und mit den Überschüssen am Konsum der anderen mitzuverdienen, um dadurch möglicherweise mehr Freiheit zu erhalten, seine begrenzte Lebenszeit nicht nur für den Konsum einzusetzen.

  34. Avatarguter-verwalter

    @tim-schaefer:

    War oben wohl zu kurz von mir beschrieben, deshalb ein Versuch der Klärung:

    – Laut des Artikels gibt es eine starke Korrelation zwischen irrational-impulsiven Investments und nachfolgenden Bust-Phasen am Aktienmarkt, keine direkte Kausalität. Ein Crash kommt also nicht wegen der vielen IPOs. Nur die Tatsache, dass viele Marktteilnehmer gleichzeitig synchron darauf anspringen ist eine Auffälligkeit, die in vergangenen Rezessionsphasen fast immer zu beobachten war, wenn danach ein Bust einsetzte.

    – Das mit dem Abkühlen stimmt in der Tat. Den Prozess der kreativen Zerstörung in Bust-Phasen (= Neu-Allokation der im System gebundenen Ressourcen von nun unrentablen, allzu konzentrierten Positionen hin zu gestreuten Positionen mit langfristigem Potenzial) hast du auch in der Biologie. Wenn fast alle Bakterien in einer Petrischale auf einen Hauptnährstoff angepasst sind (Spezialisten) ist dieser extrem frequentiert (gehyped), aber langfristig eben leer –> Wachstum bricht ein, Bakterien (Marktteilnehmer) werden ausselektiert. Die, die mit geringer Stoffwechselrate (sparsam) viele unterschiedliche Nährstoffe verwerten können (Generalisten) haben in den Booms/ Hypes zwar das Nachsehen (wachsen langsamer), profitieren aber in der Kollapsphasen der Spezialisten von den frei gewordenen Nischen im Ökosystem.

    – Spekulation mit Ressourcen ist in gewissen Maßen extrem wichtig, weil es nur dadurch Vorstöße in unbekannte Teil-Lebensräume gibt, die einem Nicht-Spekulaten nicht offen sind.

    – Dazu ein schönes Video von der Uni Harvard: Immer ein Klon in der Petrischale hat eine Resistenz entwickelt; nur der kann mit seinem „venture capital“ in neue Territorien vorstoßen: https://www.youtube.com/watch?v=plVk4NVIUh8

    Beste Grüße vom

    guten Verwalter

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