CSU macht einen super Vorschlag: Mit einem steuerbefreiten ETF-Sparplan Rente erhöhen


New York, 7. Februar 2020
Die Rente kann mit einer aktienbasierten Säule, wie es die CSU mit dem “Starterkit” vorschlägt, deutlich aufgestockt werden.

Ich bin gerade auf eine richtig gute Idee der CSU gestoßen, die das Rentenproblem deutlich verbessern könnte. Ich weiß nicht, ob du es mitbekommen hast? Es dreht sich um das sogenannte “Starterkit“. Für jedes neugeborenes Kind soll jeden Monat bis zum 18. Lebensjahr 100€ eingezahlt werden.

Das Geld soll renditeorientiert, sprich in Aktien, angelegt werden. Ausgezahlt wird das Geld erst zur Rente. Das wären mit Rentenbeginn mehr als 700.000€, geht man von einer jährlichen Rendite von 7% aus. Als Zusatzrente klingt das meiner Meinung nach nicht schlecht.

Eventuell könnte Berlin noch fördern, dass die Personen ab dem 18. Lebensjahr selbst etwas einzahlen kann. Oder der Arbeitgeber zahlt auf das Konto ein. Was hältst du von dem Vorschlag? Mit gefällt er jedenfalls sehr gut.

Wenn die Regierung das machen würde, wäre das klasse. Sofern es nicht die Taschen von Banken oder Versicherungen füllen wird über unerträglich hohe Gebühren. Ja, bin von der Idee begeistert und überrascht, dass das von politischer Seite kommt.

Der deutsche Staat kann so ein Programm effizient über den Kapitalmarkt mit passiven Anlagestrategien extrem kostengünstig regeln. Es wäre zum Wohle der Bürger.

Leser Stefan berechnete in Excel ein paar Szenarien, wieviel Geld am Ende für die Rente übrig bleiben könnte. Du kannst dir das Excel-Blatt hier anschauen, falls es dich interessiert:

Starterkit: In die Rente geht der Bürger mit 345.000 Euro zusätzlich. Mit der Hilfe von Vater Staat.

Szenario 1: Berechnet nur der Staat zahlt bis zum 18. Lebensjahr auf das Konto. Danach erfolgen keine weiteren Einzahlungen mehr, aber das Geld bleibt weiter veranlagt bis zum Rentenantritt. Die Auszahlung basiert auf Grundlage der 4%-Formel.

Wir sollten den Vorschlag der CSU weiter pushen, vielleicht wird das ja noch was. Ich bin wohlgemerkt kein CSU-Anhänger, sondern nur ein Fan dieses Vorschlags.

Szenario 2: Der Staat zahlt bis zum 18. Lebensjahr auf das Konto ein. Ab dem 18. Lebensjahr zahlt der Bürger bis zum Rentenantritt selbstständig auf das Konto ein. Das Geld wird bis zum Rentenantritt verlangt. (Leser Stefan Radvanyi aus Wien hat beide Tabellen erstellt. Ein großes Dankeschön geht an ihn.)

Die Sparphase läuft bis zum 18. Lebensjahr. Dann ruht das Geld nach dem Vorschlag – investiert. Aber ohne frische Euros. Obwohl die Sparphase nur bis 18 ist, kommen mit 65 dank Zinseszins mehr als 345.000 Euro dabei heraus. Voraussetzung ist: Das Geld muss kostengünstig (ETF) veranlagt werden.

Ich denke, die 5% sind eine konservative Annahme. So kann man sagen, das ist inflationsbereinigt (denn nominal steigt zum Beispiel der S&P 500 Index um 10 Prozent seit hundert Jahren). In dem Excel Blatt kann man die Parameter und Szenarien durchtesten. Mit 5% unterstellter Rendite und eigener Sparleistung kommt 572.000 Euro zusammen.

Dem Blogleser Stefan Radvanyi liegt die Förderung der Aktienkultur am Herzen. Deshalb hat der Wiener zu diesem Blogbeitrag wesentlich beigetragen. In Österreich wird übrigens überlegt, die Kapitalertragsteuer von 27,5% auf Aktiengewinne ab einer gewissen Haltedauer abzuschaffen. Österreich möchte langfristiges Investieren fördern. Ob das wirklich so kommt, wird sich erst zeigen. Man darf hoffen. Radvanyi ist auf jeden Fall für das steuerfreie aktienbasierte Sparen für den Ruhestand.

Mit einer Summe von 21.600 Euro könnte der Staat nach dem Konzept der CSU etwas gegen die drohende Altersarmut tun. Das ist echt nicht viel. Gedacht ist es als 4. Säule im Rentensystem. Wir brauchen mehr Finanzbildung, damit solche Konzepte auf Akzeptanz stoßen.

Auf Ablehnung stößt dieser Vorschlag aus Bayern leider beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). „Offensichtlich hat die CSU den Finanzmarktcrash von 2008 schon vergessen – ihr Vorschlag zeugt von unerschütterlichem Vertrauen in die dauerhaften Renditen am Kapitalmarkt“, sagt DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. „Die CSU will im Namen der nachwachsenden Generationen eine große Wette auf Zinsdifferenzen als Altersvorsorge verkaufen.“ Weiter kritisiert sie: „Ein Schneeballsystem ist dagegen eine solide durchdachte Finanzidee.“ Pro Jahr koste die Idee rund 18 Milliarden Euro. „Dieses Geld wäre besser angelegt in eine Stabilisierung der Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rente.“

Ich finde die Ablehnung durch die Gewerkschaft bedauerlich. Es liegt meiner Meinung an Unkenntnis und Ängsten. Da bin ich mir ziemlich sicher.

Übrigens hat CDU-Mann Friedrich Merz einen ähnlichen Vorschlag gemacht. Er möchte das aktienbasierte Sparen für den Ruhestand fördern. Auch seine Idee stieß auf Widerstand der Gewerkschaften und der SPD.


tim schaefer (Author)

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thoughts on “CSU macht einen super Vorschlag: Mit einem steuerbefreiten ETF-Sparplan Rente erhöhen

  1. AvatarMarco

    Finde ich gut diesen Vorschlag! Merz kommt von BlackRock.Der könnte die Aktienkultur wieder mal ruhig in die Parlamente bringen.
    Der Soze von Scholz will die Sparerfreibetraege von 801 auf 851€ anheben!!!! Wie das gehört habe dachte ich erst der meint das monatlich.
    Gruß der Marco

  2. Avatarguter-verwalter

    @Tim:
    Cool! Habe diese “CSU-Idee” seit dem Jahr 2018 mit vielen Freunden in meinem Umfeld diskutiert. Schön zu sehen, dass zumindest einige Politiker logisch und pragmatisch in die Zukunft denken können. Jedes Kind sollte zu Geburt eine dt. Art 401(k) Depot + Girokonto bekommen.
     
    Das Umlagen-basierte Rentensystem muss in den kommenden 30 Jahren “ausgeschlichen” werden, genau wie ein über zu lange Zeit eingenommenes Schmerzmittel, das dem Patienten (hier: der Bevölkerung) langfristig mehr schadet als es hilft. Solche ‘special intrest groups’ wie der DGB – die ihren Unterhalt nur mit den Lobbygeldern, erstritten von den entsprechenden Personen im dt. Parlament(-sumfeld) + den Beiträgen ihrer Stammklientel bestreiten (denen sie nie ihre Versprechen einlösen werden können) – zeigen dass sie keine Ahnung haben: Spätestens wenn das Wort ‘Börse’ unisono mit den Worten ‘Wette’, ‘Spekulation’, ‘Lehman’ und ‘T-Aktie’ fällt, weiß man, dass die Gewerkschaftler keine Ahnung vom Finanzmarkt haben…dafür aber jede Menge Meinung. Typischer Dunning-Kruger Effekt.
     
    Grüße,
    guter-verwalter

  3. Avatar-M

    @Ruben 
     
    Krank ist, dass meine Bank auf 100.000€ Einlage auf dem Konto mit 500€ zins an die EZB bestraft wird. Was würdest du tun ? Blöd nur, dass die Tresore ja auch nur bis gewisse Beträge versichert sind. Also “bis oben hin” kann man die nicht füllen 🙂 1mio in 200er ist jetzt nicht so viel Platz von Nöten 🙂
     
    -M

  4. AvatarThomas

    Ich finde, der CSU Vorschlag ist reiner Populismus. Er bedeutet, dass die Allgemeinheit Aktien für Kinder kaufen soll. Was soll der Quatsch? Warum nicht mal mit Eigenverantwortung versuchen. Junge Leute haben doch schon alleine wegen der Demographie alle Chancen auf dem Jobmarkt. Sie sollen selbst lernen Geld zu verdienen und dann in Aktiensparpläne abzulegen. Diese Eigenvorsorge sollte man dann freilich steuerlich begünstigen.

  5. AvatarPaluma

    @Thomas kann mich dir nur anschließen. Wenn dann sollte etwas getan werden für die, welche jetzt Arbeiten und in ihrer Verantwortung für sich etwas für die Rente machen wollen.

  6. AvatarRuben

    @-M: ich bin da ganz bei dir und meinte damit die durch Politik & EZB geschaffenen Umstände, die Banken keine andere Wahl lässt.
    Merz hätte den Vorschlag nicht als Aufsichtsratsvorsitzender von Blackrock vorbringen dürfen. Ich denke er hat der Sache dadurch eher geschadet. Der Verzicht auf diesen Posten wird das auch nicht mehr ändern.

  7. AvatarThomas

    @Paluma: Der Staat sollte nur diejenigen finanziell unterstützen, die sich nicht selbst helfen können und die Hilfe benötigen. Die anderen sollte man lediglich in der Altersvorsorge fördern. Fand daher den Merz Vorschlag besser. Man sollte die Jugend nicht schon vorab “pampern”. Die meisten sollten schon für sich selbst sorgen können. Man sollte auch etwas optimistsch sein. Bin erstaunt, dass ein derart sozialistischer Vorschlag von der CSU kommt.

  8. AvatarJohn

    Der Vorschlag ist eine weitere Zusatzbelastung für den arbeitenden Teil der Bevölkerung. Ohnehin muss ein Arbeiter immer mehr Rentner finanzieren. Darum das höhere Rentenalter = Rentenkürzung. Daneben ein immer größerer Sozialstaat. BGE, usw. 
     
    Ja der Vorschlag hört sich erstmal nett an. Aber es geht in die falsche Richtung. Weniger Staat, weniger Lohnanzüge sind nötig. Gibt den Leuten die Möglichkeit selbst zu sparen. Bildet sie dafür aus. Weg von Versicherungen zu einer Aktienkultur. Politik und Medien müssten zusammen spielen. 
     
    Ein solcher Vorschlag dagegen verfährt die Kiste nur weiter. Mehr Lohnanzüge, weniger Netto. Rente gibt’s ohnehin trotz Einzahlung nicht mehr. 

  9. IMHAMSTERRADIMHAMSTERRAD

    Ich fürchte, dass wir die 18 Milliarden jährlichen Kosten wieder durch neue Steuern zahlen dürfen. Die Aktiensteuer soll die Grundrente bezahlen. Wird die dann erhöht? Die Idee ist gut, nur zahlen müssen es wieder die Steuerzahler. Das ganze System ist so krank, bisschen Flickschustern reicht da nicht, das muss komplett umgebaut werden. Der Söder ist wie eine Fahne im Wind. Er erzählt den Leuten was sie hören wollen, ein Schwätzer. Das Mautdebakel verdanken wir auch der CSU, 12 Millionen-Beraterkosten und geschätzte 600 Millionen vermutliche Strafzahlungen. Bis zur Bundestagswahl übertreffen sich die Parteien mit den Wahlversprechen, danach kommen die teuren Geschenke. So wie es aussieht, wirds wohl CDU/CSU/Grüne, von den Umfrageergebnissen her hätten die wohl die absolute Mehrheit. Die Grünen wollen auch unser Geld.

  10. AvatarThorsten

    Und meine Enkel werden deren Enkel erklären, dass der Soli wie die Sektsteuer einmal eingeführt wurde und basta für immer bleiben wird !

  11. AvatarJohn

    Die Aktiensteuer reicht vorne und hinten nicht. Der Sozialstaat ist teuer, das Rentensystem vor Jahrzehnten gescheitert, nur keiner gibt es zu. Lieber Stücke Weise mit neuem Steuergeld “retten” und den Eintrittstermin nach hinten schieben.
     
    Nicht vergessen, der BER ist teuer, aber im Grunde nur ein Symbol. Oder von der leyens Bundeswehr,Das die Infrastruktur generell. Das Kostenproblem fängt ganz unten an, auf Gemeindeebene. Zocken mit Fremdwährung ist da erst der Anfang.
     
    Als Einzelner kann man sich dem Ganzen nicht entziehen. Aber bitte nicht noch mehr Lohnanzüge fordern. 

  12. AvatarChris

    Sehr cool!! Hoffentlich kommen diese positiven Vorschläge einmal durch.. Ich bin letztes Jahr aus einer großen Gewerkschaft ausgetreten weil die Chefs in dem Laden die Posten vereinzelt ausgenutzt haben. Klar gibt mehr Vorteile in einer Gewerkschaft zu sein als draußen zu sein aber dieses negative Denken und SPD typische Zinsen sind böse und fake und das oberflächliche sozi Getue will ich nicht mehr unterstützen.

  13. AvatarMikhail

    Die Idee ist super, eine Anlage die durch wachsenden Markt und Zinseszins bis zur Rente um einiges größer wird.
    Ich investiere auch weiter munter in meine ETFs, gerade jetzt wo die Märkte durch den Corona Virus “genervt” werden 🙂 

  14. Avatarsteve

    Ne gute Idee wäre zur Finanzierung den Länderfinanzausgleich zu nehmen. Das Geld wird momentan verschleudert Beispiel BER oder der kürzlich sehr fragwürdige Kauf von Bestandswohnungen für eine gute Mrd in Berlin. Würde manches anders laufen, wenn man nur eigenes Geld ausgibt wahrscheinlich nicht schlechter.

  15. AvatarNico Meier

    Die Idee klingt auf den ersten Blick nicht schlecht. Beim zweiten Blick erkennt man das süsse Gift des Sozialismus besser.
    Der Staat gibt ja nicht jedem Kind pro Jahr 1200€ aus Eträgen die vom Himmel fallen. Es werden Steuergelder verteilt die es erst noch einzutreiben gilt. 
    Wenn der Staat einen Euro umverteilt muss er erst jemand anderem 4 Euro wegnehmen. Der Nutzniesser der Transaktion erhält einen Euro und die restlichen drei Euros versickern in der Verwaltung.
    Politiker finden Bürokratie gut weil so kann man zusätzlich Personal anstellen deren Gehalt direkt vom Staat kommt so generiert man abhängige Wähler um den Staat immer weiter auszubauen.
    Ich als liberaler Mensch finde da die Säule 3a in der Schweiz besser. Geld das hier einbezahlt wird unterliegt nicht der Einkommenssteuer. Wenn ich 6’000 Franken pro Jahr einzahle spart mir das je nach Kanton und Wohnort schnell 1’300 bis 1’600 Einkommenssteuer. So braucht der Staat keine Umverteilung zu machen es wird einfach Eigenvorsorge steuerlich belohnt.
     

  16. AvatarSkywalker

    die Idee mit deutschen (meinen) Steuergeldern Aktien von ausländischen Firmen zu kaufen für Mitbürger, die noch ncihts geleistet haben ist irgendwie nicht konsequent. 
    Wie hier schon angesprochen wäre es viel sinnvoller, aus dem Brutto in ETFs sparen zu dürfen. 
    Oder Das mittlerweile sehr hohe Kindergeld um zumindest 50 Euro zu kürzen und daraus die Einzahlungen zu machen, fakultativ 50 Euro aus dem brutto der Eltern falls gewünscht/darstellbar. 
     
    Es kommt doch eh nichts dabei raus, die sozialisten in Deutschland haben die öffentliche Meinungshoheit und es wird nicht zugelassen werden, dass Aktiensparen politisch gefördert wird. 
     
    Lieber noch ein Mietendeckel und noch eine Steuer für die Leistungsträger und noch 2 Millionen Einwanderer, von denen nach 5 Jahren gerade jeder zweite einen Job hat. 

  17. AvatarRalf

    “Lieber noch ein Mietendeckel und noch eine Steuer für die Leistungsträger und noch 2 Millionen Einwanderer, von denen nach 5 Jahren gerade jeder zweite einen Job hat.”

    So wird es vermutlich auch laufen. Einer muss die Zeche zahlen. Im übrigen wäre es in Thüringen interessant wenn die AFD bei der nächsten Wahl zum Minister-Präsidenten geschlossen für den Ramelow von den Linken stimmen würde.

    Wie würden die Parteien dann reagieren? Noch 3-4 mal Neuwahl bis das Ergebnis passt?

  18. AvatarThomas

    @Skywalker:
    Volle Zustimmung. Je länger ich über den CSU Vorschlag nachdenke, desto schwachsinniger kommt er mir vor. Ich bin entsetzt über die heutige Politik. Es gibt keinen konstruktiven Vorschlag mehr. Nur noch Wahlgeschenke an die eigene Wählerclientel. Die Liste ist mittlerweile unendlich lang. Das perfide: Es geht immer auf Kosten des Steuerzahlers.  Und der durchschaut das Spiel nichtmal und wundert sich, wenn die Infrastruktur  zerbröselt trotz Abgabenquote von 60 bis 70 % (wenn man alle Abgaben berücksichtigt, einschließlich Sozialabgaben des Arbeitgebers ). Ich will es ganz klar sagen: Für mich ist das Veruntreuung von Steuergelder. Aber das Wahlvolk will es ja so.  Armes Deutschland.

  19. PeterPeter

    Rohrkrepierer dieses Vorschlag, weil es doch Maßnahmen gegen die bösen Reichen geben muss.
    Das wählende Klientel für solch einen Vorschlag ist gar nicht groß genug.

  20. AvatarGorilla

    Nico das wäre etwas, eine 3a Säule für Kinder mit dem Volumen von 1/2.
    Den man ohne logischerweise Anschluss an eine Pensionskasse vom Einkommen abziehen kann. Das noch bei VIAC. Schade dass unsere Politiker nicht auf so eine Idee kommen.

  21. AvatarChristian

    Der Gedanke ist sicherlich nicht schlecht. Man muss in diesem Zusammenhang auf die 1950er-Jahre verweisen, als die Rente in der heute vorliegenden Form (bzw. zuletzt 2002 deutlich abgewandelt durch AVmG / “Riester”) gestaltet wurde. Wilfried Schreiber gilt als Vater der dynamischen Rente und entwickelte den sog. “Schreiber Plan”. Enthalten war:

    1) Versicherungspflicht auch für Selbstständige und Besserverdienende (aktuelle Situation 2020: noch keine Versicherungspflicht für Selbstständige)

    2) Keine staatlichen Zuschüsse (aktuelle Situation 2020: Quer-Finanzierung durch Steuergelder, ca. 100 Milliarden EUR)

    3) Kindheits- und Jugendrente (aktuelle Situation 2020: ca. 160 Maßnahmen zur Familienförderung, Kosten 190-250 Milliarden EUR)

    4) Rentenniveau auf 50 % (aktuelle Situation 2020: ca. 48 %)

    5) Verlängerung der Lebensarbeitszeiten wegen. steigender Lebenserwartung (aktuelle Situation 2020: Renteneintritt mit 67, Bundsbank hat einen notwendige Anpassung auf 69,3 Jahre errechnet, um das Verhältnis Renten- und Arbeitszeit von derzeit 40 % konstant zu halten.)

    6) Zusätzliche private Altersvorsorge (aktuelle Situation 2020: Riester als Option, jedoch nicht verpflichtend; da lt. Aussage Walter Riester 2001 von der BILD-Zeitung verhindert.)

    Jeder kann sich da mal gerne einlesen. Das Originaldokument Schreibers liegt auf den Servern des Bundesarchivs, in Wikipedia steht ein guter Artikel.

    Grob ging es darum, die Altersrente moderat (50 %) zu halten, um die Kindheits- und Jugendrente zu ermöglichen. Kinder gehören ins System, damit es funktioniert und das sollte subventioniert (Ausbildungsphase) werden. Auch hatte Herr Schreiber kein Problem mit der Verlängerung der Lebensarbeitszeit (auch in den 1950er Jahren war bereits bekannt, dass die Lebenserwartung stetig steigen wird) und mit einer ergänzenden, privaten Vorsorge am Kapitalmarkt.

    Adenauer wollte die Kinder- und Jugendrente jedoch nicht. “Kinder bekommen die Leute immer”. Auch wurde in den Folgejahren das Rentenniveau von den Kabinetten immer wieder nach oben angepasst (seit Kabinett Schröder 1 Trendumkehr und Rekdution des Renteniveaus).

    Die CSU greift also ein Stück weit den Gedanken der Kindheits- und Jugendrente wieder auf und kombiniert das ganze mit der privaten Vorsorge am Kapitalmarkt (Heranführen über zwei Dekaden). Ich finde das Modell deshalb gut, denke aber nicht, dass sich das jemals durchsetzen wird.

    Wilfried Schreiber auf Wikipedia
    Die Rentenreform von 1957 auf Wikipedia
    Bundesarchiv: Memorandum vom 30.12.1955 von Wilfried Schreiber
     

  22. AvatarThorsten

    Punkt 1 da wird mir schlecht. Dann werden noch weniger Menschen Unternehmer.Je mehr reguliert und je mehr “Rentenformen” und “Rentenzwänge” es gibt , desto weniger bleibt übrig. Offenbar sollen alle abhängig bleiben und man traut es den Menschen nicht zu sich selbst einen Kapitalstock oder Einnahmequellen aufzubauen. Immer dieser negative Blick . Selbstständige fallen in Hartz4, Wohnungseigentümer geraten an Mietnomaden, Aktien sind Spekulation. Und denkt an die, die weniger verdienen. Solche Gedanken lähmen und führen zu nix.
    Ich habe früher zeitweise im Wechsel in den USA und Deutschland gelebt. Das Gejammer und die negative Stimmung in Deutschland fiel mir dann richtig auf. Die Deutschen sind neidgetrieben , haben wenig Eigeninitiative und fühlen sich schuldig.

  23. AvatarChristian

    @Thorsten: Ich wollte eher auf die damals angedachten 3 Generationen statt 2 Generationen im Vertrag verweisen. Wer weiß, ob eine Kindheits- und Jugendrente die Geburtenrate wie gewünscht gelenkt hätte? Der Beweis kann vermutlich nicht erbracht werden.

    Beeindruckend ist doch, dass in den 1950ern bereits die heutigen Herausforderungen absehbar waren und darüber diskutiert wurde. Der Trendkanal wurde korrekt vorhergesagt. Das heißt nicht, dass das System schlecht ist – oder dass es einfach zu verbessern wäre. Es sind eben sehr große Herausforderungen, die zu lösen sind.

    Ein “Verkehrskonzept” hält grob 15 Jahre. Das Rentenmodell hat da im Vergleich schon ein wenig mehr KM auf der Uhr, dafür funktioniert es sehr gut… 🙂

  24. AvatarSparta

    @Thorsten
    Ich finde Punkt 1 schon richtig. Allerdings wenn dann für alle (vor allem inkl. Beamte & Politiker).

  25. AvatarRüdiger

    Die Deutschen sind neidgetrieben
     
    Vor allem wenn es an ihren Geldbeutel geht  😉
     

  26. AvatarThorsten

    @Christian die Staatsrente ist in meinen Augen gescheitert. Sie wird aus fremden Geldquellen gespeist, das demographische Umlagesystem funktioniert nachweislich nicht. Jedenfalls nicht, wenn man positiver Rendite rechnet oder davon leben will.
    Und schlechte Systeme werden nicht besser, wenn man noch mehr hinein zwängt. Es bedarf einer grundlegenden Reform bzgl. Rente: Kapitaldeckung, Staatsfonds,… anstatt neue Flickschustereien einzuführen.
    Es bedarf weiter einer grundlegenden Steuer-Reform. Der Einzige , der dem sozialisieren “euer Geld her für alle” noch was entgegen zu setzen hat ist vermutlich Friedrich Merz. Vielleicht wird er ja doch noch Kanzlerkandidat und verhindert einen weiteren Linksschwenk. Die heutige CDU gibt sich rot wie die SPD vor 30 Jahren, nicht mehr wiederzuerkennen.
     

  27. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Thorsten: “@Christian die Staatsrente ist in meinen Augen gescheitert.”

    Das ist doch (mit Verlaub) Blödsinn, der auch durch immer neue Wiederholung nicht besser wird.

    Die Gesellschaft als Gemeinwesen entscheidet sich, auch “unrentable” Ausgabenposten zum Gemeinwohl zu tragen. Es gibt keinen Zwang, dass das Rentensystem sich selbst trägt, zumal in solchen Zeiten des “Altenüberhanges” (der ja von selber in wenigen Jahrzehnten wieder abgetragen ist).

    Man kann auch nicht sagen, die Militärausgaben (Wehr-Etat) ist gescheitert, weil die Bundeswehr keine Raubzüge unternommen hat, und mit dem Gold und Geschmeide eroberter Gebiete ihre eigenen Kosten herein geholt hat.

    Kein Mensch weiß, ob sich der Bildungsetat rechnet, und die geschulten Kinder alle mal fleißige hochbezahlte Steuerzahler für das deutsche Staatssäckel werden, oder doch lieber auswandern, ohne ihre Bildungskosten zurück erstattet zu haben.

    Es gibt einfach notwendige Ausgaben, die sich nicht rechnen. Dazu gehört das Solidarsystem Rente. Genau dazu ist das Konstrukt (Sozial-)Staat da, dies zu gewährleisten, und den sozialdarwinistischen Ellbogenkapitalismus zu beschränken. Der einzelne Mensch neigt eben zu rücksichtslosem Egoismus.

    Genau deswegen, wegen der überwiegenden sozialen Unreife der Individuen, funktioniert ja der Kapitalismus (“Wenn jeder an sich denkt ist an alle gedacht”), und musste der Sozialismus scheitern. 

    Ja, bei solchen Thesen sehe ich schon wieder den Schaum von den Mündern. Ist aber so.

    Solange man in so einem System lebt, kann man nur sehen, dass man nicht hinten runter fällt. Aber deswegen ist das nicht optimal. Es gibt ja bekanntlich kein richtiges Leben im falschen, oder andere Losung: “Niemandes Herr – niemandes Knecht.

    Das war das vorgezogene Wort zum Sonntag. 😉

    MS

  28. AvatarRüdiger

    Friedrich Merz
     
    Hahahaaaaa … diese reaktionäre “Schwarze Null” ist euer Hoffnungsträger?
    Herzlichen Glückwunsch dazu  😉
     
     

  29. AvatarSparta

    @Thorsten 

    Gescheitert ist die GRV nicht. Allerdings Reformbedarf ist wie in so vielen Gebieten da.

    @Rüdiger

    Jep, ich hoffe auch auf den Friedrich und würde mir wünschen, dass er die AfD schrumpfen lässt.
    Vielleicht Utopie… aber noch bin ich jung. Die politische Desillusion kommt aber schon ab und an durch. 😉

  30. Avatarsteve

    @ Entschuldigung was hat Friedrich Merz vorzuweisen ausser einen Bierdeckelspruch ohne entsprechende Taten. Damals als er merkte mit Angela stimmt er nicht ueberein freiwillig abgehauen. Jetzt wo Angie ihr Verfallsdatum offenbart hat, steht er wieder da. Dass er im Vergleich zu AKK gut ausschaut nichts besonderes. Seinen Spruch zur Aktienkultur empfinde ich auch als Luftnummer, Chance auf Realisierung gleich gross wie die Steuererklaerung auf den Bierdeckel. Tut mir Leid den Politiker mit Potential sehe ich in Deutschland nicht fuer Hinweise bin ich dankbar. Ich selbst sehe es am Umgang mit der AFD die ist doch nicht gross geworden weil sich die etablierten Parteien nicht argumentativ mit ihr auseinander gesetzt haben. Der Grund ist ihre Politik mit der man nicht zufrieden sein kann, auch wenn sie sich selbst gute Noten geben.

  31. AvatarThomas

    @steve:
    “Entschuldigung was hat Friedrich Merz vorzuweisen ausser einen Bierdeckelspruch ohne entsprechende Taten.”
    Es geht doch nicht um die Person Friedrich Merz. Es geht um seinen Vorschlag, dass jemand der selbst für sein Alter vorsorgt, steuerlich unterstützt und dazu ermutigt werden soll. 
     

  32. AvatarThorsten

    @Thomas
    Ja, es geht mit darum,dass die die etwas leisten wollen, und sei es auch nur, dass man selbst sein Leben in die Hand nimmt , um etwas zu sparen, auch mal von der Politik Anerkennung bekommen. Wir haben mehrfache Kürzung des Sparerfreibetrags erlebt. Scholz will ihn sogar ganz abschaffen. Die Politik verhindert eigene Vorsorge und treibt die Menschen in unrentable Versicherungsprodukte oder den Konsum.

    @Matthias. Mit Verlaub, dass das Rentensystem gescheitert ist kann man schon daran sehen, dass das Rentenalter immer weiter nach oben gesetzt wird und das Rentenniveau immer weiter sinkt. Bei welcher Grenze würdest Du sagen “Es funktioniert doch noch”. Bei Bismarck fing der Rentenbezug mit 80 an.  Und dann gab es die Ökosteuer, die geht aber nicht in ökologische Projekte, sondern füllt die Rentenkasse. Ich nenne das umlagenbasierte Rentensystem vollumfänglich gescheitert. Das Gegenteil zu behaupten ist entweder verzweifelte Hoffnung oder bewusstes Wegschauen..

  33. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Thorsten,
     
    ich sehe es genau anders herum. Das Rentensystem ist nicht gescheitert, sondern überhaupt erstmal zu einem halbwegs akzeptablen Rentensystem entwickelt worden.
     
    Das was Bismarck als Blendwerk eingeführt hat, um die prekären Malocher vom linken politischen Rand weg zu locken, hat nichts mit einem wirklichen Rentensystem zu tun. Was soll das für eine Rente sein, die man überwiegend nie erlebt als Arbeiter? Das bringt mich auf eine Geschäftsidee… ich könnte Versicherungsscheine verkaufen, die jedem zu seinem 150. Geburtstag eine Million versprechen. Haha!
     
    Die “Rente” begann übrigens  mit 70 damals, was aber eben kaum jemand erlebt hat.
     
    Daher sehe ich kein Scheitern, sondern eine soziale Errungenschaft im heutigen Rentensystem. Dass das immer wieder etwas neu justiert werden muss ist ja klar.
     
    Die Allermeisten werden heute einsehen, dass die Grenzen etwas nach oben verschoben werden müssen.  Das kann sich auch wieder ändern später. Heute heißt es ja; 70 sind die neuen 50. Sollte sich die Gesellschaft später durch Digitalisierung und Roboterisierung einen allgemeinen Wohlstand erwirtschaften, der nicht mehr nur wenigen zugute kommt, dann könnte ich mir eine Rente ab 50 vorstellen.
     
    MS

  34. AvatarBruno

    Von wegen Umlageverfahren und Renten… mal was anderes ich habe heute eine Biogasanlage besucht. War ziemlich interessant, insbesondere als dann mehere LKW’s mit Gemüse angefahren kamen und ihre Ware dort abluden. Ich war dann so frech und habe mich um ein paar Tomaten bedient, und wie ich feststellen musste, waren diese vermutlich deutlich frischer als im Supermarkt. Den Grund konnte mir weder der Betreiber der Anlage noch der Chauffeur sagen, der Bauer von dem die Ware kam war nicht vor Ort. Vermutlich hat das Gemüse nicht der Norm entsprochen in Grösse, Aussehen oder was auch immer, oder es konnte ganz einfach nicht abgesetzt werden zum “Standardpreis”. 
    Ich fragte dann nach ob ich ein paar Kisten mitnehmen darf auch gegen Bezahlung, aber nein, das gehe nicht, die Vorschriften. Ich hatte mich schon auf ein schönes Sugo gefreut dass dann in Gläser abgefüllt die nächsten Wochen leckere Saucen gegeben hätte.
    Das ist also auch eine Art Umlagesystem, vom Bauer in die Biogasanlage. Sinn oder Unsinn sei dann mal dahingestellt 😉

  35. AvatarThomas

    @Matthias Schneider,
    “Das Rentensystem ist nicht gescheitert”
    Das Rentensystem ist schon alleine deswegen gescheitert, weil ein nur mässig Verdienender trotz 40 Jahre Einzahlung kaum mehr als Grundsicherung oder ein Grundrentner bekommt.

  36. AvatarRüdiger

    Die Politik verhindert eigene Vorsorge
     
    An welcher Stelle? “Die Politik” verhindert in keinster Weise meine eigene Vorsorge. Das hätte ich bemerkt  😉
     
    Fehlende staatliche Förderung kann man natürlich vulgärpopulistisch auch als Verhinderung definieren   😉
     

  37. Avatarsteve

    @ Thomas hmja das es um die Person geht, sieht man wie viel von seinen berühmtesten Vorschlag umgesetzt ist. Egal wie gut der Vorschlag ist, wenn dann nichts in die Richtung passiert was bringts? Es gibt nun mal Macher und “Dampfplauderer” Merz gehört nicht zu den ersten.  Ich lasse mich gern überraschen sehe aber das die Geschichte etwas anderes erzählt. Von Merz kam in der Politik außer Worten nichts und das wird wahrscheinlich auch so bleiben.

  38. AvatarSparta

    @Thomas
    Die Kritik finde ich berechtigt.
    Ebenso auch Kia’s Einwand wenn Geringverdiener weniger als nicht arbeitende Sozialhilfeempfänger bekommen.
    Arbeit/Leistung/Rente darf nicht längerfristig unter der sozialen Grusi liegen!
    Ob es allerdings alleine die Schuld der Politik ist wenn Konsumenten und AG auch nur auf billig und Geiz setzen???
    Reformbedarf gibt es in rauen Mengen. Trotz aller berechtigten Kritik geht es der aktuellen Generation besser als allen vorigen Generationen.

  39. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Thomas,
     
    kann man auch anders sehen. Jeder kann sich schlau machen, was man an Rente zu erwarten hat. Man weiß wie das zustande kommt. Höherer Verdienst ergibt höhere Rente. Als Geringverdiener kann ich doch nicht erwarten, dass ich eine Rente wie ein Mehrverdiener bekomme. Ist doch einleuchtend. Man erwirbt eben nicht die gleichen Ansprüche. Wie sollte man das lösen? Man könnte die Beitragsbemessungsgrenzen abschaffen, aber trotzdem die erworbenen Ansprüche deckeln. Das gäbe ein Geschrei. Man könnte Firmen zwingen, die geringe Löhne zahlen, als Ausgleich höhere Arbeitgeberanteile in de RV zu zahlen. Das gäbe auch herrliches Gezeter. 
     
    Man sollte sagen, das politische Bewusstsein der Bevölkerung ist gescheitert, da sie es zulässt, dass die Politik prekäre Arbeitsverhältnisse zulässt.  Aber das kann sich ja noch ändern. Wenn Käfighaltung bei Hühnern abgeschafft werden kann, dem Mammon zum Trotz, dann besteht auch Hoffnung für prekär Beschäftigte. Die Politik tut sich schwerer mit einer willfährigen Wirtschaftspolitik, wenn ein paar Millionen auf der Straße sind.
     
    MS

  40. AvatarKia

    Ich finde die Sozialabgaben im Verhältnis zu dem was bleibt einfach viel zu hoch.

    Angenommen ein mäßig verdienender AN bekommt 27k brutto im Jahr, dann zahlt er 209€ im Monat an die RV und sein AG führt auch nochmal jeden Monat 209€ ab. Macht zusammen 418€. (Nur so nebenbei, dass sind in 45 Jahren, bei 5%, 822000€). Ein gut verdienender AN mit 75k Brutto im Jahr, zahlt 581€ und mit seinem Arbeitgeber zusammen 1162€, jeden Monat, an die RV. (Nur so, nach 40 Jahren bei 5% 1542456€.)

    So und wenn ich das jetzt ins Verhältnis setze zu dem was dem Arbeitnehmer selbst bleibt, dann hat der Mäßigverdiener mit ca. 1450€ netto auf dieses Netto bezogen 28% in die RV gezahlt. Und der Gutverdiener mit 3500€ netto 33% an die RV. Klar wird das vom brutto berechnet und der Arbeitgeberanteil unterm Tisch fallen gelassen. Für mich ist das Augenwischerei denn Tatsache ist, dass der AN das alles zusammen mit seiner Arbeitskraft erwirtschaften muss. Und für ihn zählt, was er nach getaner Arbeit auf der Hand hat, und das sind 1450€ für ihn aber 418€ für die RV. Das ist meiner Meinung nach ein total schlechtes Verhältnis!

    Hätte ich politisch was zu entscheiden, würde ich die Sozialabgaben verringern indem ich die Sozialausgaben restriktiv kürze. Ich würde jeden nicht Erwerbstätigen, egal ob Rentner, Arbeitsloser oder Student, den gleichen Betrag auszahlen, automatisch vom Finanzamt, wenn keine anderen Einkünfte vorliegen. Aber keineswegs auf dem heutigen Niveau sondern nur soviel das man davon überleben kann. Für den Rest muss dann jeder selbst sorgen und vorsorgen. Und ich bin mir sicher das die Leute dass dann auch täten.

  41. AvatarJohn

    @Kia
    Gut vorgerechnet. Das Problem ist, das von der Einzahlung viel zu wenig hinten raus kommt. Von wegen Zinseszins und so. Der Arbeitgeber Anteil ist ein zusätzlicher Trick, damit das Missverhältnis nicht so schlimm aussehen. Fakt ist, das ist ebenso Teil vom Lohn, nur anders verpackt.
     
    Es gibt dem Gegenüber Rentensysteme die besser funktionieren. Davon könnte man doch lernen. Ein System wo man Hundert Tausende einzahlt und hinterher schlechter als H4 gestellt ist muss man als gescheitert ansehen. Das kann man auch nicht mit x staatlichen Zusatz Renten retten. Das macht das System nur noch intransparenter und vor allem teuer. Darum halte ich ein 401k für dringend nötig. Aber so dringend wie es nötig ist, so fern liegt auch dessen Umsetzung. Die Versicherungen und Staat können und wollen auf ihre Einnahmen nicht freiwillig verzichten, aber genau das wäre die Folge von 401k. Riester ist ein typisches Produkt aus genau dem Hintergrund. Man kann darüber schimpfen, aber es ist systembedingt entstanden.
     
    Heisst man kann nur feststellen das etwas schief läuft, es aber nicht ändern. Möglichst nur die Minimaleinzahlung leisten. Kein Stück zusätzlich freiwillig in das System pumpen. Die Rente als Bonus betrachten, die Rentenbeiträge als Steuer. So kann man sich selbst über Minirenten freuen, wenn man denn anderweitig vorgesorgt hat. Wer früher in den Ruhestand will, für den gilt das um so mehr. Alle Welt macht dann Angst um Rentenlücke usw. Bloß nichts nachzahlen! Besser die Rente mit Anschlag nehmen als noch mehr rein zu werfen.

  42. AvatarDaniel

    An welcher Stelle? “Die Politik” verhindert in keinster Weise meine eigene Vorsorge. Das hätte ich bemerkt
    also ich bemerke es bei jeder Lohnabrechnung und jedem Einkauf. Ein aufgeblähter und gieriger Staat belastet den Bürger schon vor Lohnauszahlung mit massivsten Steuern und Abgaben (es wird ja gerne die AG Seite ignoriert) und möchte dann noch an vielen Stellen Steuern und Abgaben auf mein versteuertes Geld, an der Zapfsäule sogar mit Steuern auf Steuern die aus versteuertem Bruttogehalt kommen. 
    Senke mir nur mal als Beispiel die Mehrwertsteuer um 5% und ich zeige dir welche Sprünge meine eigene Vorsorge macht.

  43. JosefJosef

    Es gibt kein gerechtes System für alle. Warum sollte ein Maurer der 40 Jahre hart gearbeitet hat weniger Rente haben als ein Investmentbanker der 40 Jahre hart gearbeitet hat? 
    Sind wir doch froh dass wir alle dies erkannt haben und etwas dagegen tun können.
    Die Politik muss Geld beschaffen, dies geht halt nur bei den Arbeitenden und Eigenheimbesitzer. Unternehmen und Vermögende wechseln einfach das Land, wenn’s zu teuer wird.
     

  44. AvatarRüdiger

    @Daniel:
    Die Bedeutung des Wortes verhindern ist dir schon klar, oder? Zum Beispiel verhindern unsere Sozialsysteme, dass man sofort obdachlos wird, wenn man seine Arbeit verliert. Die Gravitation verhindert, dass du ziellos durch die Gegend fliegst  😉
     
    Ihr schreibt vom nicht fördern und nennt das verhindern. Die tollen Beispiele von den Abgaben und Steuern verhindern zum Beispiel auch nicht, dass zusehends mehr SUVs die Straßen verstopfen  😉
    Wie sind die Millionäre hier eigentlich zu ihren Millionen gekommen und die Aktienbesitzer zu ihren Aktien, wenn “die Politik” das verhindert? Auf illegalem Weg? Alles Verbrecher?  😉
     

  45. AvatarNico Meier

    Man sollte sagen, das politische Bewusstsein der Bevölkerung ist gescheitert, da sie es zulässt, dass die Politik prekäre Arbeitsverhältnisse zulässt.  
    @MS
    In meinen Augen ist das ein Armutszeugnis für das Bildungssystem wenn jemand der die obligatorische Schulzeit durchlaufen hat und am ende dieser Zeit dank des Mindestlohnst diesen erhält. Warum verdient der Informatiker der das Programm für die Kasse schreibt mehr als die Kassierin bei Rewe oder EDEKA?
    Weil je höher die Qualifikation um so höher das Gehalt. Vereinfacht gesagt an der Kasse Artikel zu scannen kann jeder.
    Natürlich soll jemand der mehr verdient auch mehr Rente bekommen er hat ja auch viel mehr eingezahlt.
    Natürlich sagen die Babyboomer das Rentensystem sei nicht gescheitert, da sie die grossen Profiteure dieses Systems sind. 
    Jedes Kind kann ausrechnen das bei steigender Lebenserwartung die Rentendauer zunimmt und dadurch immer mehr Renten von immer weniger Aktiven finanziert werden müssen.

  46. Avatarsmyslov

    Stimmt ja alles , was man hier so über das Rentensystem liest. Interessant ist nur, daß vergleichbare Länder wie Holland oder Österreich eine höhere Durchschnittsrente haben. In Ö, so glaube ich 1800 Euro u. in Holland 1200 für Alle mindestens. Da kann die durchschn. Rente in D mit ca. netto knapp 1200 Euro nach 45 Jahren abstinken.

  47. Avatarsteve

    @ Rüdiger nimm halt behindert dann stimmt’s doch oder?
    Ansonsten darf man bei unseren Staat nie vergessen das Spiel rechte Tasche linke Tasche kann er. Zwischenzeitlich so gut das er es automatisch macht.
    Z.B volle MWSt auf Arzneimittel über 6mrd jedes Jahr daran sollte man denken wenn wieder ein Zuschuss ins Gesundheitssystem großartig beworben wird.
    Bei der Rente natürlich auch 
    https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2020-02/48804967-rentner-zahlen-40-milliarden-euro-einkommensteuer-003.htm

  48. AvatarIceman

    @Kia
    Für deinen Vorschlag erhält du meine vollstes Zustimmung. 
    Weniger Staat und die Leute einfach machen lassen. 
    Weniger Sozialleistungen.  Wer sich darüber hinaus was leisten will muss arbeiten oder gemeinnützige Tätigkeiten verrichten.
     

  49. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Smyslov,
     
    ja, dort ist das aber auch erkauft. Das heißt, insgesamt höhere Beiträge, wobei wie in Österreich der Arbeitgeberanteil höher ist als der Arbeitnehmeranteil. Zusätzlich müssen alle (auch Selbständige und Beamte) einzahlen und die Rentenhöhe ist gedeckelt bei nicht gedeckelten Beiträgen (Beitragsbemessungsgrenze). Sollte in diese Richtung gehen bei uns.
     
    MS
     
     

  50. AvatarRüdiger

    @steve:
     
    Es ist leider so, dass die Vermögensbildung und private Vorsorge nicht – oder nur unzureichend bzw. ineffektiv – (Vermögensbildungsgesetz, Riester) staatlich gefördert wird. Dabei von gezielter Behinderung/Verhinderung durch “die Politik” zu sprechen, wird zwar gerne und immer wieder vulgärpopulistisch verbreitet, ist und bleibt deshalb aber trotzdem unwahr.
     

    “… die Rentenhöhe ist gedeckelt bei nicht gedeckelten Beiträgen (Beitragsbemessungsgrenze). Sollte in diese Richtung gehen bei uns.”

    Das sehe ich prinzipiell nicht anders.

  51. AvatarFuseboroto

    Hallo,
    prinzipiell ein guter Vorschlag, wird aber sicher nicht kommen. Eher wird die Finanztransaktionssteuer eingeführt und Dividenden nach dem persönlichen Steuersatz besteuert. Geht ja nicht, dass man hier “leistungslos” was bekommt. 😉
    Gruß
    Fuse

  52. AvatarNico Meier

    ja, dort ist das aber auch erkauft. Das heißt, insgesamt höhere Beiträge, wobei wie in Österreich der Arbeitgeberanteil höher ist als der Arbeitnehmeranteil. Zusätzlich müssen alle (auch Selbständige und Beamte) einzahlen und die Rentenhöhe ist gedeckelt bei nicht gedeckelten Beiträgen (Beitragsbemessungsgrenze). Sollte in diese Richtung gehen bei uns.
    @MS
    Ist in der Schweiz bei der AHV auch so es gibt eine Minimalrente die jeder bekommt und eine Maximalrente die keiner überschreiten kann.
    Auch bei eer AHB gibts keine gedeckelten beträge jeder der arbeitet zahlt zusammen mit dem Arbeitgeber einen fixen Prozentsats seines Bruttolohns ohne Deckelung.

  53. AvatarSparta

    Naja, also den meisten hier geht es so gut dass sie nicht wenig (überdurchschnittlich viel) sparen können und ein paar von fire träumen…

    Die Motzerei auf den Staat weil evtl. nicht jeder mit 40, 45, 50 schon von seinen Kapitalerträgen leben kann, ist aber ein Jammern auf verdammt hohen (etwas utopischen…) Niveau.

    Zudem gibt es dieses eingebildete “Menschenrecht” auf den Millionärsstatus auch nicht in der Schweiz (eher doppelte Summe notwendig, ausser Grenzgänger), Singapur, Amerika etc.
    Es sind dort auch Minderheiten und trotz all unserem Sozialstaat hat Deutschland eine sehr hohe Millionärsdichte und liegt weltweit auf den vorderen Plätzen.

    Die Grundvoraussetzungen sind nicht übel, wenn jemand frühzeitig dieses Lebensziel und mit starker, intrinistischer Motivation verfolgen will. Andere Menschen haben andere Prioritäten.

    Das unsere Gesellschaft einen Familienvater mit 50 & Schlaganfall nicht durch alle Raster fallen lässt, finde ich vollkommen richtig! Der Staat sind auch wir alle zusammen. Die Frage, in welcher Gemeinschaft wir leben und miteinander umgehen wollen, wenn schon die “Starken” nur jammern, sollte jeder für sich mal durchdenken.

    Man kann auch den Staat nicht mit reiner Kosten-Nutzen-Zinseszins-Rechnung wie ein Unternehmen vergleichen. Dies ist etwas zu kurz gedacht.

    Allerdings gibt es zu jeder Zeit Potential für Optimierung.
     

  54. AvatarThorsten

    Natürlich muss der Investmentbanker mehr bekommen, denn er hat jahrelang in Bildung investiert und konnte deshalb erst bis u 10 Jahre später anfangen als der Maurer. Die zehn Jahre sind bei dem Banker entsetzlich negativ verzinst. Wenn der Maurer mit 30 sein erstes Haus baut , dann ist der Banker gerade Mal im Job angekommen und muss länger warten. Irgendwann überholt er dann den Maurer  und holt die 10 “verlorenen” Jahre wieder ein. Wenn jeder das Gleiche bekommen würde und alle Arbeit gleichwertig wäre , dann hätte ich den Teufel getan und wäre kein Risiko eingegangen zu studieren. Als ich gerade meine Schulden los war hatte eine Klassenkameradin ihr erstes Haus, sie war Stewardess und musste nicht zum Militär. Ich halte es für gerecht, dass Menschen , die mehr verdienen , ein höheres Risiko im spezislisierten Buruf haben,  in Bildung investieren auch deutlich mehr verdienen und Rente beziehen. Menschen sind nicht gleich, die einenn sind körperlich stärker , andere klüger, andere eben nicht. Das wäre purer Sozialismus Akademiker , Banker etc. runterstufen zu wollen und niedrig Qualifizierte mit deren Leistung zu alimentieren. Für die Linken wäre das sozial, für mich ist das asozial, denn wenn sich Leistung nicht mehr lohnt , dann leiste ich auch nichts mehr und das kann nicht im Interesse der Gesellschaft sein.

  55. Avatarsteve

    @ Rüdiger nicht ganz unwahr nehmen wir doch mal die Aktionäre die Quandt s zahlen meiner Kenntnis keinen cent Steuer auf die Dividende. Wie schaut’s bei dir und mir aus ? Wir bekommen stattdessen Fahrten zu einer Hauptversammlung nicht gegengerechnet haben Probleme bei Totalverlusten die oft nichts bringen. Das vom Netto nicht viel bleibt hat Kia weiter oben ausgeführt. Dann kommt noch Scholz mit neuen Ideen. Die ineffektiven Möglichkeiten zur Vorsorge ontop dazu gehört auch das sich eine Direktversicherung seit Schröder kaum mehr  rechnet. Wenn du das nicht als Behinderung siehst o.k. Ich hoffe das du nachvollziehen kannst dass ich das anders sehe. 

  56. Avatar42sucht21

    @Sparta – Arbeit, Rente…. darf nicht längerfristig unter der sozialen Grusi liegen!
    Ja, aber… Es gibt in einer freien Volkswirtschaft (auch in der sozialen Marktwirtschaft) sicherlich wichtige Tätigkeiten und Arbeitsstellen von derem Lohn alleine man nicht gut leben kann. Lohn unterhalb der Grusi ist für bestimmte Tätigkeiten die einzige Möglichkeit wenn es sich sonst nicht rechnet die Stelle zu betreiben. Das halte ich für völlig normal und vernünftig. Ansonsten gibt es diese Arbeitsstellen einfach nicht mehr für gering qualifizierte. Was solln die machen? Däumchen drehen wie in den 80ern in Westdeutschland und bis zur Rente Sozialhilfe beziehen? Es ist Aufgabe des Staates diesen Menschen mit zu wenig Lohn dann ein Einkommen zu ermöglichen, welches Leben und Teilhabe bedeutet. Das ist nach meinem Verständnis einer der Ideen von Hartz IV, denn aufstocken war davor nicht wirklich möglich. Davor war man doof wenn man als Langzeitarbeitsloser wieder gearbeitet hat, denn der Arbietslohn wurde zu 100% von der Sozialhilfe abgezogen und die Sozialhilfe war recht hoch. Erinnert sich hier noch jemand an den Begriff der Sockelarbeitslosigkeit in den 80ern in West-DE? Einen Mindestlohn festzusetzen widerstrebt mir, weil der Staat da manipulierend mit dem Rasenmäher eingreift. (Mal ganz abgesehen davon, dass 12€ in Duisburg mehr wert haben als in München.) Ich fände also, man müsste von einem Mindesteinkommen ausgehen, welches der Staat garantiert, welcher für Arbeitnehmer & Renter die gearbeitet haben über der Grusi liegen muss – aber nicht von einem Mindestlohn über Grusi. Das ist ein wichtiger Unterschied für mich.

  57. AvatarRüdiger

    @steve: Bei mir gibt es keine Totalverluste, weil ich nicht spekuliere. Ich sehe auch nicht ein, dass das Risiko einer Spekulation (Totalverlust) von der Gesellschaft aufgefangen werden soll, durch steuerliche Gegenrechnung. Wer zu blöd zum Spekulieren ist, soll die Folgen auch vollständig selber tragen  😉
     
    Selbstverständlich fallen bei jedem Kauf Steuern an, besonders viel bei größeren Anschaffungen. Und die Steuern, die ich zum Beispiel beim Kauf eines SUV zahle, kann ich nicht in meine Vorsorge (z.B. Aktien) stecken. So ist es bei jedem Kauf und bei jeder Abgabe. Daraus eine gezielte Behinderung/Verhinderung für die (Alters-)Vorsorge abzuleiten, sehe ich nicht. Es liegt – solange man nicht zu den untersten Einkommenschichten zählt, bei denen es mal eben zum (über)leben reicht – an der persönlichen Einstellung und am persönlichen Konsumverhalten, das einen bei der persönlichen Vorsorge behindert  😉
     

  58. Avatarsteve

    Entschuldigung Rüdiger auch das sehe ich anders der Staat kann doch nicht bei jeden Gewinn und sei er noch so klein mitlutschen und bei einem Verlust tut er so als wüsste er nichts davon. Oft noch mit absolut blöden Begründungen hätte ja nicht ausgebucht werden müssen oder noch besser Verlust ist nicht bestimmbar. Es dürfte dir nicht entgangen sein das auch die Gerichte in die Richtung entscheiden. Ist allerdings auch nur ein Argument meiner unvollständigen Liste, aber so kenne ich dich irgendwas rauspicken und was superschlaues dazu schreiben. Macht aber nichts Rüdiger ich muss es ja nicht mehr lesen.
     

  59. Mark85Mark85

    Verbesserungspotenzial gibt es immer, aber ich bin froh wie dankbar, hier zur Welt gekommen zu sein. Bei weltweit fast 200 Staaten hätte es mich auch viel, viel schlechter treffen können. In der Mehrzahl der Fälle würde ich heute finanziell mit absoluter Sicherheit nicht so gut dastehen. 😉

  60. KievKiev

    @ Rüdiger
    Das wird sicher noch geändert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Investoren von Air Berlin Spekulanten waren. Du hast Einzelaktien. Bist Du Dir sicher, dass es bei keinem Deiner Unternehmen je zu einem Totalverlust kommen könnte? Vielleicht wird der Handel ausgesetzt und bevor Du reagieren kannst ist es zu spät oder das Unternehmen hängt über Jahre in einem halblebendem Zustand. Wieso kommt die Gesellschaft für den Verlust des Investors in dem Fall auf? Er sollte doch seine Gewinne aus anderen Aktien gegenrechnen dürfen. Was daran falsch sein soll erschließt sich mir nicht. Ich bin mir aber auch nicht sicher, ob sich unser Olaf überhaupt im Klaren  darüber ist was er so beschließt.

  61. AvatarRüdiger

    @steve: Von mir aus kannst du andere ja überzeugen, dass sie für deine Spekulations-Totalverluste mit gerade stehen wollen. Bei mir gelingt dir das nicht. Ich sehe dafür keine überzeugenden Argumente. Wenn die Gerichte in deinem Sinne entscheiden, soll es mir auch recht sein. Juckt mich nicht. Es ist nur meine Ansicht: Wer zu blöd zum Spekulieren ist, soll auch die Totalverluste selber tragen  😉
     
    Apropos Verluste: Es ist für mich kein Verlust, wenn du mich nicht mehr liest. Vielleicht ist es besser für dich, du bleibst in deiner gewohnten Echokammer  😉
     
    @Mark85: Obwohl es “die Politik” verhindern will, für sich selber vorzusorgen, scheinst du – wie ich und wie einige andere hier auch – es irgendwie geschafft zu haben. Kann man das jetzt als Versagen der Politik werten?  😉
     

  62. AvatarRüdiger

    @Kiev: Nein, ich bin mir nicht sicher, dass keine meiner Investitionen zum Totalverlust führt. Ich habe aber den Arsch in der Hose, das als meinen Fehler anzuerkennen. Als Privatanleger sollte ich erkennen, wenn es an der Zeit ist, aus einer Investition auszusteigen … oder meine geplatzte Zockerei tragen wie ein Mann  😉
     
    Wieso die Gesellschaft für den Verlust des Investors/Spekulanten aufkommt? Ganz einfach: Zu 100% natürlich nicht, aber durch die entgangene Steuer bei der Anrechnung eines Totalverlusts auf Gewinne zumindest anteilig. Verluste, die keinen Totalverlust bedeuten, sind doch anrechenbar. Genügt das etwa nicht?
    Dann sollte auch jeder Glücksspieler seine wertlosen Wettscheine steuerlich absetzen können  😉
     
     

  63. Mark85Mark85

    An Rüdiger: Man kann nur versuchen, das Beste aus seiner individuellen Situation zu machen. Zudem haben wir über 80 Millionen Einwohner, die ganz unterschiedliche Vorstellungen einer guten Politik haben. Wer bin ich, dass ich für alle sprechen darf? 🙂

  64. AvatarRüdiger

    @Mark85:  Wer bin ich, dass ich für alle sprechen darf?
     
    Zum Glück müssen wir das nicht. Es ist das (unlösbare?) Dilemma der Politiker/Parteien, für alle ihre Wähler (alleine das ist schon so gut wie unmöglich) UND für über 80 Millionen Einwohner, eine gute Politik zu machen. Und angesichts der Unmöglichkeit, es ALLEN Recht machen zu können, geht es den meisten in D doch gar nicht sooo schlecht. Wie du geschrieben hast, man hätte es viel schlechter treffen können  😉
     

  65. AvatarSparta

    @42
    Schon richtig. Es war auch etwas pauschal von mir. Wobei ich mir schon einbilde viel zu differenzieren… aber ich kann und will nicht immer Romane schreiben.
    Differenzierungen gibt es ja einige: Vollzeit, Teilzeit, Minijob, Haushaltseinkommen-Single-Familie, sonstiges Vermögen, allgemeine Wertschätzung der Gesellschaft, Branchenstärke und Konkurrenz, Angebot-Nachfrage… pauschale Theorien sind somit auch nicht immer richtig, bzw. geistige Vereinfachungen.

  66. AvatarMagnum 86

    @Rotfront Rüdiger:
    Und angesichts der Unmöglichkeit, es ALLEN Recht machen zu können, geht es den meisten in D doch gar nicht sooo schlecht.
     
    Klar ist es besser hier in Deutschland zu leben, als in Sierra Leone, Tschad oder dem heutigen Syrien. Aber müssen wir uns immer am Elend messen? 
     
    Außerdem nennen Sie mir doch bitte eine Partei, die sich für den Bürger einsetzt, der mehr in die sozialen und staatlichen Kassen einzahlt, als er empfängt. 
    Wenn diese Partei dann auch noch das private Eigentum garantiert, Vermieter und Aktionäre nicht am liebsten deportieren möchte, dann wären Sie einmal nützlich. 🙂
     
    Ich weiß, es ist ein wenig übertrieben dargestellt, aber als Nettozahler und Besitzender fühlt man sich politisch inzwischen so ganz und gar nicht mehr vertreten. 
     
     

  67. AvatarRüdiger

    @Eis -am-Stiel86:
    Ihre politische Vertretung interessiert mich nicht im Geringsten  😉
     
     
     
     
     

  68. AvatarRüdiger

    @Eis-am-Stiel86:
     
    Sie sind zu bedeutungslos, als dass mich etwas an oder von Ihnen ankotzen könnte.
    Ihre geistige Armut interessiert mich übrigens auch nicht im Geringsten  😉
     

  69. AvatarMagnum 86

    @Rotfront Rüdiger:
     
    Worte eines gewerkschaftlich organisierten 0815 Ingenieurs… 🙂
     
    Über Ihre jährliche  bedeutungslose Veranlagung beim Fiskus würde ich mich sehr freuen… 🙂

  70. KievKiev

    @ Rüdiger
    Der Glücksspieler muss seine Gewinne bis auf 5% Pauschale nicht mit einer Abgeltungssteuer oder persönlichem Steuersatz versteuern. Da gibt es dann auch nichts gegenzurechnen.
    Falls eine Aktie aus Deinem Depot ein schneller Totalverlust wird, wäre es nicht richtig, dass man die Verluste nicht anrechnen kann. Wer kauft denn freiwillig solche Aktien? Ich würde am liebsten nur die besten 10 Aktien kaufen aus Sicht der nächsten 10 Jahre. Ich kenne sie leider erst hinterher.
    Es gibt natürlich Strategien bei denen verschiedene Positionen eröffnet werden. Manche fahren dabei einen geplanten Verlust ein. Diese müssten dann vor Verfall geschlossen werden. Das klingt nach unnötigen bürokratischen Einschränkungen.
    Bei Mikrokrediten kenne ich mich nicht aus, da ich so etwas nicht mache. Hier kann ein Ausfall vielleicht nicht gegengerechnet werden. Das finde ich nicht richtig. Wenn ich 100 Kredite vergebe mit 6% Zinsen und gleicher Kapitalhöhe, so müsste die erzielte Rendite 5.94% abzüglich des Verlustes sein. Hier kann man auch immer prüfen, ob sich diese Art Investment für einen langfristig rentiert. Ich sehe einen Ausfall einer Investition nicht als persönliche Schuld an. Außer sie ist unverhältnismäßig hoch durch eine zu hohe Gewichtung. Falls man regelmäßig Verluste erzielt stellt sich mit der Zeit eh die Frage der Liebhaberei.

  71. KievKiev

    @ Rüdiger
    Ich habe gerade den Dirk Müller Fond als Beispiel angesehen. Ich hoffe es wird mir keine Probleme in Zukunft mit Werbevorschlägen bereiten…
    Der Fond setzt Absicherungen ein. Das klingt nicht unbedingt nach spekulativen Zocks. Die sollten allerdings wertlos verfallen, wenn es doch keinen Abschwung in einem Zeitfenster gab. Der Fond bezahlt für diese Sicherheit mit Performance. Das sollte gegen Einnahmen gegengerechnet werden dürfen, oder nicht? 

  72. AvatarSven

    Der Vorschlag ist so doch reiner Unsinn.
    Natürlich kann man den heutigen Kindern jährlich 18 Milliarden schenken. Aber warum sollte man das tun?
    Es doch noch nicht ansatzweise klar, ob die heutigen Kinder überhaupt mit der Rente Probleme haben werden. Das Problem sind die geburtenstarken Jahrgänge, die heutigen 50jährigen. Die wissen, dass sie wenig Rente bekommen. Und die sollen nun für die heutigen Kinder zahlen?

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