Auf der Suche zu dir selbst


New York, 16. Dezember 2018

US-Senator Jeff Flake geht auf verlassene Inseln – er macht dort eine Art Überlebenstraining.


Jack Dorsey ist ein cooler Typ. Der Programmierer gründete Twitter und den Bezahldienstleister Square. Beide Konzerne steuert er als Vorstandschef. Der Milliardär lebt bodenständig. Er fährt mit dem Bus zur Arbeit.

Gerade kam er von einer Meditationsreise aus Myanmar zurück.

Er lebte extrem einfach. Jeden Morgen stand er um 4 Uhr auf. Bis 9 Uhr meditierte er. Pausen hatte er für Frühstück, Mittagessen und lange Spaziergänge. Kein Abendessen. Er lief für 45 Minuten auf den Gehwegen. Er hatte kein Internet.

Super finde ich, was US-Senator Jeff Flake macht. Der Republikaner geht auf einsame Inseln allein, mit Familie oder Freunden. Es ist eine Art Überlebstraining.

Hedgefonds-Milliardär Tom Steyer lebt in Kalifornien mit seiner Familie bodenständig. Er fährt ein altes Honda-Auto. Auf Luxus wie teure Uhren legt er keinen Wert.

Ich finde es faszinierend zu sehen, wenn Superreiche die Bodenhaftung nicht verlieren. Es zeigt, dass all der Plunder nicht zufrieden macht.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Auf der Suche zu dir selbst

  1. ThorstenThorsten

    Ja, sehr häufig lässt es sich einfach zu erinnern auf eine Formel bringen:

    WENIGER IST MEHR!

    Nur leider halten sich so wenige unter dem medialen Dauerfeuer der Werbung daran… Und wundern sich dann, wo ihr ganzes Geld geblieben ist und warum die Zeit so knapp ist 😉

  2. AvatarFrank

    Ich selbst bin relativ anspruchslos, entwickle aber immer mehr Spaß daran meine Lieben mit Kleinigkeiten zu beschenken.

  3. AvatarBruno

    @Frank

    Dito, einzige Schwierigkeit, die ich immer wieder erlebe, ich möchte kein Gegenanspruch, sonst endet es dann so, dass man sich gegenseitig beschenkt und es immer mehr sein muss, leider früher erlebt. Daher schenke ich gerne etwas an Kinder, die haben Freude und müssen nichts zurückgeben. Oder Spenden. Und den erwachsenen Lieben schenke ich möglichst gerne Dinge, wo kein schlechtes Gewissen entsteht und das Gefühl, es zurückzugeben. Eine feine Sache finde ich auch Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken, für viele nebst Geld auch immer mehr Mangelware.

    Wenn immer möglich kommuniziere ich, spendet lieber was, als mir etwas zu schenken, ich habe genug Zeugs. Wenn es denn etwas sein muss, reicht eine Einladung zu einem einfachen Essen oder Wanderung oder ähnliches. Auf jeden Fall kein zusätzlicher Plunder.

  4. AvatarMichael

    „Myanmar is an absolutely beautiful country. The people are full of joy and the food is amazing.“

    Ob das auch für die Rohingya gilt ?  Ach, die sind ja entweder tot oder vertrieben.

    Für das Weltgeschehen scheint sicher der coole Typ Dorsey offensichtlich nicht zu interessieren.

     

  5. AvatarMücke

    @ Tim
    Er scheint eher dass London zu teuer geworden ist und sie sich die lebensverhaLebensv sich dort nicht leisten kann….. trotzdem bitter

  6. AvatarMarkus Lanz

    Habe am Freitag mein Aktiendepot aufgelöst.

    Werde mir jetzt einen Porsche GT3 RS kaufen und mit diesem in den Bergen heizen!

    RockNRoll

  7. AvatarDude

    Hallo Tim,

    ich bin selbst sehr sparsam und gebe wenig Geld für Clownsachen aus. Was ich aber nicht verstehe ist wenn „Superreiche“ auf extrem Sparsam machen. Natürlich macht es Sie sympathischer als wenn Sie übertreiben, auf die Schieße hauen und die Cohiba Zigarre mit dem 100Dollar schein anzünden.

    Aber jemand mit einem vermögen von 1Mrd. Euro kann nach der 4% Formel und nach Steuern tagtäglich 80.000€ entnehmen, ausgeben, verprassen ohne das der Kapitalstock kleiner wird.

    Geld das nicht rotiert, sondern nur akkumuliert wird kann nichts gutes tun. Im Gegenteil, der Zwang zur Rendite nötigt das Wirtschaftssystem aus dem kleinen Angestellten noch mehr Leistung herauszupressen um die Interessen der Shareholder nach Rendite zu befriedigen.

    Geld das Augegeben wird hilft dem Kellner, dem Automechaniker oder der Person die am Band das Konsumgut herstellt. Die enthaltenen Steuern kommen zudem der Öffentlichkeit zugute.

    Man könnte daher von einer unsozialen Ader sprechen (oder assozialem Verhalten) wenn der Milliardär spart um noch eine zusätzliche Milliarde an Kapitalerträgen zu generieren.

     

     

    Wir „Kleinsparer“ mit Vermögen irgendwo zwischen 10K-10M € fallen da in eine andere Schublade, aber das abgekulte der „geizigen“ Megareichen ist vielleicht nicht der richtige Vergleich aus dieser Sicht.

     

    Ich habe diese Ansicht entnommen aus einem sehr Interessantem Vortrag des von mir sehr geschätzten Prof. Harald Lesch. Wer Zeit hat sollte sich den mal ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=6wLlWWp8Vcg

    Darin beleuchtet Prof. Lesch das „Zeitalter des Kapitals“ aus der Sicht eines Naturwissenschaftlers. (Mit einer deutlich Grün/Roten Brille)

    Auf der anderen Seite zeigen die sparsamen Superreichen uns ja wunderbar das Geld nicht glücklich macht. Bzw das der übertriebene Konsum nicht glücklich macht. Also Daumen hoch für dieses Verhalten.

     

    Wie so oft ist auch dieses Beispiel hier wieder nicht eindeutig zu beantworten. Man muss alles immer von verschiedenen Perspektiven betrachten. Was „richtig“ oder „falsch“ ist liegt im Auge des Betrachters.

     

  8. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Tja, also ich finde es ja etwas albern, wenn man zum Meditieren mal so eben nach Burma fliegt.

    Das geht daheim genauso gut. Einfach mal Hirn abschalten. Vielleicht fällt das dem Jack aber doch zu schwer bei der herrlichen Aussicht auf die Golden Gate von seiner 10 Mio Villa am Sea Cliff in San Francisco? (Oder braucht er den Retreat, weil die Maklerschätzungen den Wert seines Objektes fast halbiert haben derzeit?)

    Aber das würde dann halt auch keine Schlagzeilen machen. Ist irgendwie so, wie wenn Supermodels in Afrika ein Hungerbaby tätscheln und verkünden, man müsste doch unbedingt was für den Weltfrieden tun. Ach wie herzig.

    Andererseits beruhigt es mich ungemein, dass sich nichts grundlegend ändert in der menschlichen Psyche. Ich werde ja manchmal von Selbstzweifeln geplagt, dass die heutigen Youngsters einfach mehr drauf hätten oder so.

    Aber es bleibt alles wie immer, nur anders.

    Jede Generation sucht die Erleuchtung woanders, Hauptsache exotisch.

    Mal müssen es Indianer, mal Sufis, mal Schamanen usw. sein.

    Zu meinen Zeiten musste man nach Poona zum Bhagwan pilgern. Ich war auch auf dem Indientrip. Allerdings nicht Bhagwan/später Osho.

    Indische Gurus hatten ja wirklich Konjunktur. Derzeit eher nicht mehr so in Mode. Aber Buddhismus läuft wohl noch. Man muss eigentlich mindestens täglich den Begriff „Achtsamkeit“ rezitieren. 😉

    Der Dalai Lama empfiehlt ja zumindest wohl, dass man in seiner Heimatkultur sein Heil suchen solle, weil die „Lösung“ eh universell sei.

    Mir wurde es vor Jahrzehnten klar, dass ich mir die Irrfahrten auch hätte sparen können, wenn ich „Phaidon“ gleich gelesen hätte.

    Wie auch immer, gutes Nächtle und guten Erfolg bei allen Bemühungen.

    MS

     

  9. AvatarDaniel

    @Tim

    Das ist doch mal ein echter Beleg für seine Bodenständigkeit, dass er nur 10-20 Mio für seine bescheidene Villa ausgibt. Wahrscheinlich verzichtet er aufs 27. Clown-Zimmer. Vorbildlich.

    Gehobene Mittelklasse, wie der frugale und genügsame Friedrich Merz sagen würde.

     

  10. AvatarThorsten

    Frugalität gibt es auf jeder Vermögensebene. Ist es schon wieder dieser Neidkomplex ? Guckt mal ole Warren in seinem Museumshaus. Der ist bescheiden. Und ich wundere mich auch immer über die Großzügigkeit US-amerikanischer Unternehmen oder vermögenden Privatpersonen.  Früher habe das für reine Werbung gehalten, auch diese Charityparties. Heute bin ich sicher, dass Vieles auch aus gutem Herzen gespendet wird, z.b Bill Gates mit seiner Stiftung.

    Der Staat in USA packt die Leute sozial härter an als bei uns. Hier fällt man in die Hartz4hängematte mit Wohngeld, Kindergeld und bezahlter Krankenkasse, nebst freien Klassenreisen und bezahlten Schulbüchern. Hat man in Deutschalnd eine Mindestanzahl von Kindern, muss man nicht mehr arbeiten, 3000 netto und mehr, in USA wäre man dann geliefert ohne Einkommen.

  11. KievKiev

    @ MS

    Bist Du Dir hiermit sicher:

    „Mir wurde es vor Jahrzehnten klar, dass ich mir die Irrfahrten auch hätte sparen können, wenn ich „Phaidon“ gleich gelesen hätte.“

    Ich bin selbst bereits im Regenwald unterwegs gewesen. Da wirken die Behausungen von Jack schon fast unanständig luxuriös auf mich. Dieser Urlaub war im Gesamten eine sehr einprägende Reise. Andere Länder, Kulturen usw. erweitern den Horizont doch ein wenig. Ich bemängel manchmal, dass bei dem Streben nach Reisen in die Ferne die guten Dinge im Umfeld missachtet werden.

    Man kann sicher ein Buch wie „Die Strasse der Vulkana“ von Alexander von Humboldt lesen. Wenn man die Region aber selbst erkundet, ist das eine ganz andere persönliche Erfahrung.

  12. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Kiev,

    mir ging es um das „Suchen nach sich selbst“ im spirituellen Sinne. Man findet sich selbst nicht bei einem Guru oder einem exotischen Volk.

    Das kann einen sehr bereichern und bilden und weiterentwickeln. Da bin ich voll dafür. Ich bin ja auch immer gern in der Fremde. Aber das spirituelle sich selbst finden wollen, wozu Meditation ja ein Mittel ist, das findet man nur in sich selbst, nicht irgendwo draußen.

    Für die meisten Menschen ist i.d.R. eine Existenzkrise ausschlaggebend zur inneren Einkehr. Gestern kam was von einer Truppe, die von einer Lawine verschüttet wurde. Da hat man hinterher auch andere Schwerpunkte im Leben, wenn man gerettet wurde.

    Reisen finde ich toll, aber für wichtige Erkenntnisse nicht notwendig.

    @Thorsten,

    angebliche Neidkomplexe immer zu unterstellen ist auch leider so ein vorschnelles „Totschlagargument“.

    Ich persönlich halte Vermögen für was Tolles. Und Leute, die es geschafft haben für prima. Ich halte die Rumeierei der Fr. Merz für erbärmlich, als er nach seinem Vermögen befragt wurde. Er hätte mit geschwellter Brust sagen können, dass er natürlich vermögend ist.

    Mich irritiert nur, wenn man (aus welchem Grund auch immer) Otto Normalo weismachen will, dass Vermögende im Prinzip nicht anders leben würden als man selbst. Das ist doch absurd.

    Vermögen ändert immer die Lebensgewohnheiten. Und das sollte auch so sein. Wozu sollte man sonst nach Vermögen streben?

    Nur weil ein Zuckerberg in der Öffentlichkeit mit Sweatshirts rumrennt, ist das kein Beweis dafür, dass er angeblich „normal“ lebt. Wenn man sich Millionenhäuser kauft, und gleich noch die 4 Anwesen um das drum rum, damit man seine Ruhe  und Privatsphäre hat, dann ist das eben nicht so wie bei Fam. Mustermann.

    Dann kann man einfach sagen, geil, der kann es krachen lassen. Aber man sollte doch nicht glauben oder glauben lassen wollen, dass der genauso lebt wie jeder normale Malocher. Das ist doch aberwitzig, und mir ist nicht klar wieso.

    Bei herrschenden Politikern ist mir klar, dass die den Unmut der „bildungsfernen Unterschicht“ unterdrücken müssen mit Brosamen von den Tischen der Herren. Aber warum sollten sich Finanzinteressierte selbst verarschen?

    Schönen Tag!

    MS

  13. AvatarThorsten

    @Matthias Nichts ist so wie es scheint zu sein, es hängt von der Perspektive ab.   Das Bashing von Vermögenden ist entweder neidgetrieben oder dient als Totschlagargument aus anderen Gründen („Geld an sich ist böse, Konzerne /Menschen mit viel Geld muss verhindert werden/sind böse“ ).  Dann muss es erklärt werden, oder war die Aussage zu Herrn Merz nur Zynismus ohne tieferen Sinn ? Soll mir recht sein. Das „Geld ist böse“, „Reiche sind böse“ kommt gewöhnlich aus einer ganz bestimmten politischen Ecke, die eine Anhäufung von Kapital – so wie wir es privat für die Vorsorge machen oder Konzerne erwirtschaften – als kritisch ansieht. Eine Altersvorsorge, die private Kapitaldeckung ermöglicht sehe ich mit der derzeitigen und viel schlimer zukünftigen Regierungskoalition in Deutschland nicht. Wir sollen alle in einen Topf „einzahlen“, als ob es dadurch besser werden würde. Herr Kirchoff „der Professor aus Heidelberg“ und Herr Merz haben keine Chance, einfache durchsetzbare Vorschläge zu Reformen wird es wahrscheinlich erst Mal nicht geben. Es wird nur angestrickt und komplizierter

  14. AvatarDanielKA

    Dude

    Wir „Kleinsparer“ mit Vermögen irgendwo zwischen 10K-10M € fallen da in eine andere Schublade, aber das abgekulte der „geizigen“ Megareichen ist vielleicht nicht der richtige Vergleich aus dieser Sicht.

    @ Dude: Gehts noch??? 10 Tausend Euro mit 10 Millionen EUR als Kleinsparer gleichsetzen zu wollen, Herr lass Hirn vom Himmel regnen.

    Die 10 TEUR ist dann gerade die Familie die sich das Geld für den neuen Dacia angespart hat. Mit 10 Millionen EUR gehört man zu den HNWI’s dieser Welt und in Deutschland zu den oberen Top 0,1 %….

     

     

     

     

     

  15. AvatarNico Meier

    Warum nur immer dieser ganze Neid.

    Kenne auch viele Konsumopfer die jeden Monat ihr komplettes Gehalt verprassen und immer wenn im Herbst die Steuerrrechnung kommt rumheulen sie hätte kein Geld um die Steuern zu zahlen.

    Ich sage dann jeweils, das meine Steuern vom Konto bezahlt werden auf das jeden Monat 10% der Steuern automatisiert hinfilessen würden.

     

  16. AvatarSimon

    @Nico Meier

    Als „normales Konsumopfer“ hat man doch in der Regel einen Angestellten Job und keinerlei Kapitaleinkünfte? Da bekommt man doch Geld bei der Steuer raus? Oder bist du in einem anderen Land unterwegs?

    @Daniel KA

    Es ging darum, dass auch mit 10 Mio Euro noch lange nicht superreich ist und die Schwelle, das man mit dem Geld Volkswirtschaften beeinflussen könnte nicht erreicht hat.

  17. AvatarDaniel

    Ich persönlich halte Vermögen für was Tolles. Und Leute, die es geschafft haben für prima. Ich halte die Rumeierei der Fr. Merz für erbärmlich, als er nach seinem Vermögen befragt wurde. Er hätte mit geschwellter Brust sagen können, dass er natürlich vermögend ist.

    Nein das hätte er nicht. Er saß bereits in der Falle als die Frage gesteltl wurde. Nicht weil er reich ist, sondern weil er in Deutschland gefragt wurde.

    Hätte er gesagt „ja Leute, ich bin reich, und ich bin es deshalb weil ich mir den Ar*ch aufgerissen habe“ hätten die Leute genauso gebockt.  Die Neid-Debatte ist hierzulande einfach zu stark ausgeprägt. Im Übrigen wird ja auch seine Aussage ständig aus dem Zusammenhang gerissen. Ja, er hat sich sehr unglücklich geäußert, rumgeeiert, aber sein Kern liegt ja in diesem Abschnitt begründet:

    Wenn er Oberklasse oder Oberschicht höre, dann denke er an Menschen, die Geld oder eine Firma geerbt haben und damit das Leben genießen. Das sei ihm nicht widerfahren. Was die Mittelschicht ausmache, habe er von seinen Eltern mitbekommen: „Fleiß, Disziplin, Anstand, Respekt und das Wissen, dass man der Gesellschaft etwas zurückgibt, wenn man es sich leisten kann.“

    Und ich denke er hat damit schon einen Punkt getroffen der ihn eben von vielen Reichen Erben unterscheidet.

    Tichy hat das in einem Artikel einmal sehr schön aufgearbeitet:

    Offenbar ist es kein Problem, dass Andrea Nahles SPD-Parteivorsitzende ist, obwohl sie 20 Semester brauchte, bis sie ihr Studium mit einer Arbeit über Liebesromane abschloss – und danach ihre begonnene Doktorarbeit abbrach. Dass ihr Vorgänger Martin Schulz die Schule abgebrochen hat und danach eine Lehre als Buchhändler machte, wurde auch nicht als Argument gegen ihn ins Feld geführt. Wenn aber jemand als Wirtschaftsanwalt sehr gut verdient, dann ist das ein Makel.

  18. AvatarNico Meier

    Ich bin aus der Schweiz.

    In der Schweiz wird einem ein Nettolohn ausbezahlt vom Arbeitgeber, von dem man dann die Einkommenssteuer selber zahlen muss in der Regel einmal im Jahr meist bis ende September oder Oktober.

    Viele tun sich schwer damit die 10-15% des Nettogehalts für die Steuern zusammenzusparen.

  19. AvatarDanielKA

    @ Simon: Doch mit 10 Mio. EUR ist man superreich und du vestehst wirtschaft nicht. Das Vermögen der Milliardäre liegt doch nicht auf dem Sparbuch, dass ist zu > 95 % komplett in Unternehmen gebunden. Von daher ist die 4 % Regel schwachsinn. soll der Familienunternehmer seine GmbH Anteile verscherbeln, viele lassen sich extra wenig ausschütten und behalten das Kapital im Unternehmen. Von daher ist der Vorschlag des Milliardenkonsums sehr unrealistisch, besser das kapital bleibt für Investitionen in den Unternehmen gebunden.

  20. AvatarNico Meier

    Haben die extrem hohen Einkommenssteuern in Deutschland nicht auch direkt etwas mit dem Neid auf Gutverdiener zu tun?

    Wenn ich höre, dass Einkommenssteuern von über 30% erhoben werden so wird mir schlecht. Der Medianlohn in der Schweiz veträgt brutto x12 6’300 Franken also rund 75’600 im Jahr mein Einkommen liegt darüber und ich zahle rund 10% Steuern bezogen auf mein Bruttoeinkommen!

  21. AvatarKia

    Ich erkenne keinen ernsthaften Neid auf Gutverdiener. Es gibt aber eine immer reicher werdende Oberschicht und eine immer gespaltenere Mittelschicht. Die Kapitaleinkünfte der Reichen sind in den letzten 30-40 Jahren extrem angewachsen während die Einkommen und Vermögen der mittleren Mitte bis Unten real geringer wurden.

    Während den Menschen in den unteren Schichten diese Umverteilung, auffällt, weil am Ende immer weniger bleibt und der Druck immer größer wird hält sich die Vermögende Mittelschicht, dank Erbe und Schenkungen sehr gut über Wasser und fälschlicherweise auch für reicher als sie eigentlich ist.

    So fördert sie immer weiter diese Umverteilung nach oben in der Annahme/ Hoffnung dazu zugehören und unterschätzt dabei ganz erheblich den Abstand zu den Reichen. Das sie selbst nicht zu den Reichen gehören schreiben sie in Verantwortung der Unterschicht, der Hartz 4 Bezieher und sonst wem zu; Aufgrund der hohen Steuern und Sozialabgaben auf mittlere Einkommen, welche sie witzigerweise selbst so gefordert haben um im Gegenzug Spitzengehälter und sehr hohe Vermögen steuerlich zu entlasten.

    Wen diese Umverteilung nach oben nun kritisiert wird dann nennt man es Neid oder Neiddebatte, fast so gut wie die Nazikeule.

     

     

  22. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    Nico Meier

    Daran sieht man wieder, wie chaotisch viele Leute mit ihrem Geld umgehen. Sie können nicht mal ihre Steuern ohne Probleme bezahlen. Krass.

  23. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Thomas R.

    Du bringst es immer klasse auf den Punkt.

    Bruno ist eine weitere Koryphäe (neben einigen anderen).

  24. AvatarSparta

    @Daniel

    „Nein das hätte er nicht. Er saß bereits in der Falle als die Frage gesteltl wurde. Nicht weil er reich ist, sondern weil er in Deutschland gefragt wurde.“

    Bullshit. Er hätte als Einkommens- und Vermögensmillionär sich nicht zur „gehobenen Mittelschicht“ zählen dürfen, sondern einfach klar sagen was Sache ist. Darauf kann man selbstverständlich auch in Deutschland stolz sein!

    So ein Fauxpass kann Dude, mir oder sonstigen hier passieren… aber nicht wenn man als sehr guter Redner gilt und sich um ein politisches Amt bemüht.

    Damit hat er selbst bei den eigenen Anhängern Zweifel gesät, ob er schon noch genügend Empathie für die Mittelschicht hat.

    Für Witzeleien ist das mit der gehobenen Mittelschicht immer noch gut! 😉

    PS: Aber es ist ein bekanntes Phänomen, dass sich viele Wohlhabende als nicht reich sehen… dass sind immer nur die anderen!

  25. Avatar42sucht21

    @dass sich viele Wohlhabende als nicht reich sehen…

    Ja, das ist interessant finde ich.

    Liegt es daran, dass alle Menschen sich eher immer nach oben orientieren und mehr wollen (Mein Nachbar hat eine größere Yacht als ich) oder liegt es daran, dass für viele das Gefühl der materiellen Unsicherheit ganz stark ist – die Angst leicht abrutschen zu können und dann arm zu werden?

  26. KievKiev

    @ 42sucht21

    Die Ursache für die Zugehörigkeit zur großen Mittelschicht liegt meiner Meinung nach im Herdentrieb. Unterhalb der Mittelschicht sind plump gesagt die Schmarotzer und oberhalb die Ausbeuter. Da möchte man doch nicht dazu gehören. Und man möchte auch nicht zu weit von der Norm abweichen. Viele Reiche haben sich ihr Vermögen erarbeitet und fühlen sich dadurch der Mittelschicht zugehörig. Sie haben normale Schulen besucht, eine normale Ausbildung genossen und oft ein erfolgreiches Unternehmen gegründet.

    Ich kann das Nachvollziehen. Sie haben keine Privatschulen besucht und nicht einen Betrieb übernommen. Alles was sie erreicht haben hätten auch andere erreichen können. Vielleicht sind sie ja auch erst ein paar Jahre reich. Das ändert nicht das gefühlte Leben auf einen Schlag. In der Politik muss man natürlich aufpassen was man sagt und hinterher wird es sowieso verdreht und zerlegt.

  27. AvatarDude

    Daniel

    @ Dude: Gehts noch??? 10 Tausend Euro mit 10 Millionen EUR als Kleinsparer gleichsetzen zu wollen, Herr lass Hirn vom Himmel regnen.

    Die 10 TEUR ist dann gerade die Familie die sich das Geld für den neuen Dacia angespart hat. Mit 10 Millionen EUR gehört man zu den HNWI’s dieser Welt und in Deutschland zu den oberen Top 0,1 %….

     

    Lieber Daniel,

    die Grenze von 10K-10M habe ich bewusst groß gewählt. Nach der Statistik sollten 95% von uns „Sparsamen“ im Vermögen zwischen 100K-1M liegen wenn Sie „fertig“ sind mit sparen. Das wäre denn 10*die untere Grenze (10*10K), bzw. ein Zehntel meiner oberen Grenze (0,1*10M).

    Bezieht man jetzt alle ein die gerade erst Angefangen haben werden die so zwischen 10K-100K liegen. Die allermeisten werden es aber zu einem Vermögen über 100K bringen. Nur wenige Prozent bleiben innerhalb der Grenze, vermutlich genauso viele wie prozentual über 1M bis 10M liegen.

     

    Daher denke ich war meine Grenze 10K-10M vernünftig gewählt im Sinne einer Gaußschen Normalverteilung. Wobei der Größte Teil „Kleinsparer“ in einem relativ kleinen Rahmen liegt (100K-1M), die Ränder aber ebenfalls besetzt sind. Also in meinem Hirn hat das so Sinn gemacht 😉

     

    Und ja – im Gegensatz su den Milliardären ist man doch mit 10Millionen ein sehr kleines Licht und wirklich nicht in der Lange mit seinem „Vermögen“ einen wirtschaftlichen Impakt zu bewirken.

    Nur weil man dann reicher ist als 99% der Weltbevölkerung hat das nichts zu bedeuten.

     

    Nebenbei:

    Jemand mit 10Millionen Vermögen würde ich, nach meiner persönlichen Definition noch nicht als Superreich bezeichnen. Das ist bei mir erst der Fall wenn man nicht mehr in der Lage ist das Geld so schnell auszugeben wie es hereinkommt.

    10M sind doch schnell verprasst 🙂

    PS: Diese Definition hat jetzt wirklich nichts mit Hirn zu tun, sondern stellt mein eigenes Weltbild da und ist nicht wissenschaftlich, logisch oder mathematisch fundiert.

    Prost.

    Dein Freund Dude 🙂

     

  28. AvatarNico Meier

    Man könnte sich auch mal die Frage stellen wie man die Mittelschicht definieren möchte.

    Ich kenne hier zwei Möglichkeiten bei der einen zählt man je nach Einkommen und nach Familiensituation zu einer Schicht. Derjenige der 4’000€ verdient ist nicht zwingend in derselben Schicht anzutreffen wenn er Single ist wie wenn er 4 Kinder hat und eine Frau die nichts dazuverdient!

    Die andere Möglichkeit definiert die Mittelschicht als die mittleren 80% der Bevölkerung mit anderen Worten es werden die untersten 10% sowie die obersten 10% abgezogen der Rest ist Mittelschicht. Ich habe keinen Plan was März verdient aber eventuell gehört er wirklich nicht zu den 10% Topverdienern und zählt sich zurecht zum Mittelstand?

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