Die Tech-Werte an der Wall Street bauen ihre Verluste aus. Besonders Halbleiter-Aktien geraten in Mitleidenschaft. Der Grund? Unter den Investoren wächst die Sorge, wie die Unternehmen ihre gigantischen Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) auf Dauer finanzieren wollen.
Weil die US-Inflationsdaten hoch bleiben, dürfte die Fed die Zinsen weiter nach oben nehmen. Das versteuert die Kreditkosten wiederum. Das Kartenhaus kann so zum Einstürzen kommen.
Besonders kritisch steht es um CoreWeave. Das Unternehmen hat 72 Milliarden Dollar aufgenommen, um 51 Datenzentren zu bauen. Sowohl die Aktie befindet sich jetzt auf Talfahrt, als auch die Anleihen. Die Anleihen gleichen einem Junkbond. Das Geschäftsmodell von CoreWeave wird zuweilen mit WeWork verglichen, dem Vermieter von Büroplätzen. WeWork hat selbst nie die Immobilien besessen, es hat sie geleast und dann weiter vermietet überwiegend an Kleingewerbe oder Selbstständige. Die Verpflichtungen waren am Ende so groß, dass das Geschäftsmodell kollabiert ist.
Oracle lieh sich von Banken voriges Jahr 38 Milliarden Dollar, um Datenzentren zu bauen. Doch gibt es auch hier Bedenken. Einige Anleihen notieren bei nur noch 80 bis 90% je Dollar.
Das japanische Konglomerat Softbank hat 30 Milliarden Dollar in den KI-Hype gesteckt, vor allem in das defizitäre OpenAI (ChatGPT). Wie sich das jemals auszahlen soll? Zum Teil hat Softbank-Chef Masayoshi Son dafür Aktienpakete an Nvidia und T-Mobile US versilbert. Er nahm zudem per Anleihe Geld mit einem 10% Coupon auf – wow das ist ein happiger Preis, den der asiatische Milliardär für die frischen Mittel bezahlen muss. Ob sich das rechnet?
Ich würde mich nicht wundern, wenn Tech-Aktien weltweit unter Druck bleiben. Ich kann mir gut vorstellen, dass die technologielastige Nasdaq weiter korrigieren wird. Die Aktie von CoreWeave, Softbank und all die anderen können weiter fallen. Es zeichnen sich immer mehr Risse in diesen Geschäftsmodellen ab. Vor allem ist die HSBC-Bank kritisch gegenüber CoreWeave und rät zum Reduzieren des Vermieters von Rechenzentren.
Die großen Chip-Hersteller haben einen Abschwung an den Börsen begonnen
Der südkoreanische Leitindex KOSPI kann ebenfalls weiter abgeben. Er gilt als Seismograph für den KI-Boom. Chiphersteller wie SK Hynix und Samsung ließen längst kräftig Federn. Die taiwanische TSMC verliert zunehmend und der japanische Tech-Investor SoftBank rutscht tiefer. Optimisten deuten die Kurstiefs derweil als neue Nachkaufchance. Ich bin da skeptischer.
In Europa sieht es nicht viel besser aus. Chiphersteller wie ASML, Infineon und STMicroelectronics verlieren Boden unter den Füßen. Es gibt weitere Hindernisse: So rechnen Händler nun damit, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen im Dezember um einen Viertelprozentpunkt anheben wird. Das dürfte die Aktienmärkte zusätzlich belasten. Steigende Zinsen sind Gift für die Börsen, weil so die Festverzinslichen gegenüber den Aktien attraktiver werden.
Öl und Benzin sind ein Risikofaktor
Nicht zuletzt ist der Ölpreis ein Sorgenkind. Der Preis ist zwischenzeitlich auf 110 Dollar geschossen je Barrel. Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt. Die Straße von Hormus bleibt acht Monate nach Kriegsbeginn ein Pulverfass. Schiffe brennen! Dutzende Seeleute sind tot. Zudem stocken die Öllieferungen durch das Rote Meer angesichts der Kämpfe zwischen saudischen Militärs und den Huthi-Rebellen im Jemen.
Das spüren die Autofahrer rund um den Globus. Der Treibstoff wird teurer und teurer. Benzin, Diesel, Erdgas oder Heizöl, das wird bitter.
Je nun. Damit wäre Tim Schäfer genau au contraire zu Nikos Deiters. Denke auch , das wir zu mindest in der Spätphase des AI Boom sind. Nicos geht bei Tech weiter all in, auch mit seinen heute vorgestellten Aktien. Kann sein, das er in 20 bis 30 Jahren besser liegt, aber ich glaube vorher wird es zu massiven Rückgängen kommen. Daher denke ich unverändert, lieber eine gute gesunde Sektordiversifikation als alles in einen sektor, der gerade boomt. Aber jeder ist seines eigene Glückes Schmied.
Klar, Jugendwort des Jahres ist Ragebait und Tim kennt sich mit clickbait auch bestens aus.
Nehmen wir an die realistsiche Wahrheit steckt etwa in der Mitte zwischen Tim Schaefer und Nikos Deiters ,
am Ende steht aber ein gut breit gestreutes Depot besser da als ein monolitisches wie das von Nikos