Womit die typische Familie zu kämpfen hat


New York, 30. März 2016
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Im Apple-Laden ist die Hölle los. Alle wollen Apple. Und immer das neueste Produkt. An den Ruhestand denkt hier scheinbar niemand.

Beim Discounter Target ist die Meute auf Schnäppchenjagd. Warum?…

Gerde kam das neue Angebot raus. Da muss man schnell hinein.

… na warum wohl? Gerade kam das neueste Angebot heraus. Da muss man schnell hinein. Zum Jagen. Hauptsache billig.

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New York: Tüten schleppen.

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Ein großes, rotes Rabatt-Schild weckt Interesse.

Vor hundert Jahren arbeiteten die Menschen fast, bis sie starben. Sie hatten vielleicht allenfalls ein paar Jahre, bis das Leben vorbei war. Heute ist das anders. Die Menschen haben Dekaden vor sich, wenn Sie in den Ruhestand gehen. Es können 30 Jahre und mehr sein. Auf diese Zeit sollten Sie sich intensiv vorbereiten. Es ist ratsam in jungen Jahren mit dem Sparen anzufangen.

Investieren Sie langfristig über den Aktienmarkt. ETFs oder Indexfonds sind ein smartes Werkzeug. Ich empfehle Ihnen, ganz einfache Produkte auszuwählen. Etwa ein Produkt, das den S&P-500-Index nachbildet. Achten dabei auf möglichst geringe Gebühren. Je geringer die Kosten, desto mehr Rendite können Sie erwarten.

Ich bin kein Freund vom Trading. Denn das kostet Geld. Nämlich jede Menge Steuern und Transaktionskosten. Wenn Sie eine Aktie wie Berkshire Hathaway mehrere Dekaden durchhalten, können Sie im vollen Umfang vom Zinseszins profitieren. Das gleiche gilt für Indexfonds bzw. ETFs. Behalten Sie die Finanzprodukte einfach mehrere Dekaden lang. Und stocken Sie stetig die Anteile auf. Die nötige Geduld haben aber die wenigsten Menschen.

Schreiben Sie Ihre finanzielle Ziele auf. Verzichten Sie ganz auf Kredite. Was Sie sich nicht leisten können, das sollten Sie niemals kaufen. Punkt. Schluss. Ein Auto auf Pump ist ein teurer Spass. Das Geld gespart fürs Alter ist schlauer eingesetzt. Denken Sie an die Jahrzehnte des Rentendaseins!

Verzögern Sie Belohnungen. Sparen Sie erst, bevor Sie zuschlagen. Denken Sie nach, ob Sie den Gegenstand wirklich brauchen. Es ist doch einfach eine Mentalitätsfrage. Das Anspruchsdenken sollten Sie aufgeben. Sie kennen ja Kinder, die ständig sagen: „Mami, ich möchte das. Kannst Du mir das kaufen?“

Erwachsene verhalten sich zuweilen wie Kleinkinder.

Ich wundere mich als, wenn ich in New York in den Discount-Laden Century 21 gehe, wie wild die Meute auf Markenklamotten ist. Es ist wie eine Gier. Wenn Leute einen Rabatt sehen, sind sie wie von Sinnen. Säckeweise tragen sie den Kram aus dem Laden. Sie fühlen sich vielleicht nur ein paar Tage gut mit den vielen Kleidungsstücken. Dann kehrt der Alltag zurück. Und sie sind schon wieder auf der Jagd nach etwas Neuem.

Also wie gesagt, die besten Schulden sind keine Schulden. Der durchschnittliche Haushalt in Deutschland ist einfach pleite, deprimiert. Das ist jedenfalls mein Eindruck. Sie gehen für acht bis zehn Stunden ins Büro. Sie hassen die Arbeit. Sie freuen sich die gesamte Woche nur aufs Wochenende. Abends schaufeln sie Chips und Junk Food in sich hinein. Der Bauch wird immer dicker.

Sie haben Schulden. Die Schränke sind voll. Der Fernseher flimmert ewig. Die einzige Bewegung ist die von der Couch zum Kühlschrank und zurück. Die Fettleibigkeit nimmt in Deutschland drastisch zu. Manch ein Haushalt muss dann noch eine große Hypothek 30 oder 40 Jahre lang abstottern. Wenn sie 50 oder 55 Jahre alt werden, verliert der typische Bürger womöglich den Job. Die Familie kämpft anschließend ums finanzielle Überleben. Der Ruhestand wird zum Alptraum.

Nein danke. Da habe ich keinen Bock drauf! Ich verzichte lieber Heute auf etwas, um Morgen etwas mehr vom Leben zu haben. Natürlich alles in Maßen. Sie müssen das Sparen nicht übertreiben.

Dieses Video unten erklärt, wie irrsinnig wir Konsumenten uns verhalten. Es liegt an der Werbeindustrie, die uns jeden Tag Materialismus predigt. Wir glauben, wenn wir das neueste Auto oder Smartphone haben, sind wir cooler. Unser Ansehen nimmt zu. Die Werbeindustrie bläut uns ein: „Wir sind nicht vollkommen. Aber wenn wir das Produkt kaufen, dann werden wir vollkommen.“

Doch der Kaufrausch führt zum Gegenteil: Angst, Depression, Abhängigkeiten (Alkohol, Tabak, Drogen, Tabletten) nehmen zu.

Was uns Menschen zufriedener macht, ist nicht die neueste Handtasche oder der schicke Hosenanzug, sondern Freunde, Familie, Sport, Natur, Hobbys, Job, Freizeit… Ob die Jacke alt oder neu ist, spielt doch keine Rolle.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Womit die typische Familie zu kämpfen hat

  1. fit und gesund

    toller Artikel wieder, ist halt auch meine Meinung, über seine Ziele sollte man sich Gedanken machen, warum will ich sparen, dem Hamsterrad etwas früher entrinnen oder soll was über bleiben um den Kindern was zu vermachen?, hier hat halt Jeder seine eigene Situation über die er sich Gedanken machen muss.

    Mit einem konkreten Ziel fällt einem ein evtl. Verzichten in jungen Jahren auch viel leichter, ist halt sehr abstrakt das Alter für viele Junge, vermutlich auch gut so, in jungen Jahren soll man auch was erleben dürfen,

    ich predige immer wieder, Ausbildung und nochmal Ausbildung, das zählt, auch in die körperliche Fitness der Kinder investieren, ein Kind das Sport macht ist müde danach und wird nicht mit irgendwelchen hirnlosen Klassenkameraden abhängen wollen.

    Ja, Manche haben evtl. Dekaden nach der Pensionierung vor sich, es gibt diese braungebrannten hageren Alten die mit 80 noch um den Bodensee radeln, wohlgemerkt in tollen Radrennoutfits und ohne ebike, das ist nicht die Regel, ich sehe das bei meiner täglichen Arbeit. Geld hat in dem Alter einen anderen Stellenwert, das grosse Kaufen findet nicht mehr so statt, man hat ja Alles, aber man kann mit Geld Dienstleistungen erkaufen, eine Putzhilfe, Jemand bezahlen der 1x im Monat einen grösseren Einkauf erledigt, im Winter mal ein Taxi nehmen bevor man sich auf dem glatten Gehweg die Knochen bricht… das wäre für mich Lebensqualität, den Enkeln mal was zustecken, in ein Konzert gehen können, einfach die Früchte des Lebens geniessen zu können.

    Ich habe heute wieder meinen Beitrag zu meinem Ziel geleistet, 185 Anteile am Vanguard FTSE All-World erworben, stetig dazukaufen und irgendwann wird es sich auszahlen, ich bin überzeugt davon.

  2. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ fit und gesund

    Danke für den Zuspruch. Du machst es richtig mit dem Vanguard-Indexfonds. Stur und stetig besparen. Deine Einstellung finde ich übrigens auch super mit Blick auf Kinder, Sport, Rente.

    Ich finde dieses Video unten noch gut. Es zeigt uns, was für Folgen der übertriebene Konsum hat: Er macht nicht nur unseren Geldbeutel leer, sondern belastet auch die Umwelt.

    https://www.youtube.com/watch?v=3eWBg8ojno4

  3. Guy Incognito

    Tim erklärt uns die Welt. 🙂

    Ich sehe das Tag für Tag. Bei uns in der Nähe sind zwei Bayerische (weiss-blaue Marke) Autofabriken. Ich kenne die Leute und sehe wie die mit Geld umgehen bzw. nicht umgehen können. Da werden überdimensionierte Häuser gebaut, trotz Firmenrabatt, immer noch zu teure Autos gekauft, alle 2-3 Jahre ausgewechselt und dann wird noch gejammert, dass man zu wenig verdient (Hilfsarbeiter liegt bei ca. 50.000,-€ / Jahr). Ich sehe oft, wie sich die Leute dann mit langen Gesichtern in die Gießerei, ans Fließband „schleppen“ um nur ihren dämlichen Konsumkredit für ihren überbordenden Lebensstil abstottern müssen. Depressionen sind dort keine Seltenheit.

    Das war auch mein Gedanke, dass Materialismus nicht glücklich macht. Ganz im Gegenteil.

     

  4. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Guy Incognito

    Danke! Danke! Du kannst die Welt aber auch gut beschreiben. Exellentes Beispiel. Ein neues fettes Auto, übergrosses Eigenheim oder eine moderne Couch schaffen keine Zufriedenheit auf Dauer. Der ganze Kram ist alles nur Fassade. Es spricht ja nichts gegen eine neue Couch, Jacke oder Haus per se. Das ist völlig ok. Das muss jeder selbst für sich entscheiden. Schlimm ist, wenn es zu viel Zeug/Statussymbole werden. Und der extreme Medienkonsum samt Werbung (TV, Facebook, Instagram, Twitter, Netflix, hulu, Youtube…).

  5. Lad

    Beim Aktienbesitz schlägt Hasenbergl Frankfurt
    München ist die Hauptstadt der Aktionäre von Deutschland. Der Anteil an Aktienbesitzern und Aktienfonds-Besitzern ist in keiner anderen deutschen Stadt so hoch wie in München.
    17,8% der Münchner haben ihr Geld in Aktien oder Aktienfonds investiert, bundesweit sind es nur 9% der Menschen. Selbst im unsicheren oder armen Stadtteil Hasenbergl ist der Anteil der Aktionäre mit 12,8% höher als in der Stadt der Finanzen – Frankfurt, wo nur 11,8% der Menschen Aktien und Fonds besitzt.
    Spitzenreiter ist das Hackenviertel in der Altstadt zwischen Marienplatz und Sendlinger Tor mit 24,2%. Im Arbeiterbezirk Giesing sind es 23,5% der Einwohner.
    Wo die meisten Münchner Aktien oder Anteile von Aktienfonds besitzen:
    1) Hackenviertel, 2) Deutsches Museum, 3) Giesing, 4) Angerviertel, 5) Universität, 6) Thalkirchen, 7) Harlaching, 8) Schönfeldvorstadt, 9) Lehel, 10) Bogenhausen, 11) Obermenzing, 12) Am Alten Nördlichen Friedhof, ….., …., …., 100) Hasenbergl als letzter in München. Überall in München ist mehr Interesse an Aktien als in Frankfurt. München 17,8%, Köln 13%, München-Hasenbergl 12,8%, Düsseldorf 12%,  Frankfurt 11,8%, Hamburg 9,4%, Berlin 8,3%.
    Doch die Aktionäre von München haben kein Interesse daran, sich über Facebook und Aktien Stammtisch München zu einem Treffen am Samstag in einer Gaststätte zu verabreden. Sie wollen mit niemandem über ihre Aktien reden.

  6. Dirk

    Hallo Tim,

    ich weiß nicht, ob wir eine typische Familie sind, aber dieser ganz Konsumkram fängt ja bei den Kleinsten schon an. Fernsehen gibt’s für unseren 3-jährigen eine Stunde in der Woche, jedoch nur von Festplatte, da man sonst dem Werbeterror für Kinder (!) nicht entkommen kann.

    Dann die viele Schenkerei von teils nutzlosem Plastikzeug der Familie zu allen möglichen Anlässen. Für uns Eltern ein immer aussichtsloser werdender Kampf gegen den frühzeitigen Konsum. Klar will jeder etwas schenken, gerade wenn die Kinder noch so klein sind. Zum Teil gelingt es uns noch, die lieben Verwandten statt dem 6ten Feuerwehrauto von einen Ausflug oder sonstiger Aktivität zu überzeugen. Ein Scheinchen aufs Konto wird dennoch meist ablehnt nach dem Motto „Da hat das Kind ja keine Freude dran“ Es ist zum Haare raufen.

    Bleibt nur zu hoffen, dass das Vorleben der Eltern mit reduziertem und bewussten Konsum in irgendeiner Weise abfärbt.

    Gruss

    Dirk

     

  7. Christoph

    Toller Artikel Tim.

    Das wichtigste im Leben, nach Gesundheit sind Freunde. Denn selbst wenn man viel Geld hat und viel unternehmen und erleben kann, so möchte man dies ja teilen. Aber ohne Freunde macht das sicher nur halb so viel Spaß

    Hat man aber wenig Geld, so macht auch ein Zeltlager mit seinen Freunden viel Spass.

     

    @Guy: Wenn die bei BMW arbeiten, kann es durchaus sein dass sie für die Autos Sonderkonditionen bekommen. Jemand aus meiner Verwandtschaft arbeitet bei den 4 Ringen. Und wenn dort auf dem Mitarbeiterparkplatz eine Auto einer anderen Marke steht, dann hängt dort schnell ein zettel mit der Info man solle doch mal in der Abteilung X (Name vergessen) vorbekommen man würde sich freuen dem Mitarbeiter ein tolles Angebot zu unterbreiten..

    Kenne das auch vom Lebensgefährten einer Kolegin. Der schafft beim „Blitz“

    Und bekommt dort immer wieder super Angebote für Autos. Sind immer neue und nach einem 3/4 Jahr kann er ein neues nehmen.

     

    Bei meiner o. g. Verwandtschaft ist es noch extremer. Sie muss jedes halbes Jahr ein neuer Auto nehmen! Derzeit hat sie einen R6 mit 600 PS.

    Für mich selbst wär das nichts, aber die Führung will halt, dass die FÜhrungskräfte solche Autos der Öffentlichkeit zeigt..

     

     

  8. Elf On The Shelf

    Nicht primär für die meisten hier relevant (weil Ö), aber nicht uninteressant das Thema allgemein: Österreicher sparen so wenig wie nie zuvor

    In Österreich sparen die Haushalte durchschnittlich nur 7 % ihres Einkommens. EU weit sogar noch weniger: 3,8 %

    Wie so oft sind die Kommentare zum Artikel aber erst so richtig interessant:

    Nachdem mir keiner garantieren kann, dass ich künftig mal eine Pension erhalten werde, mit der ein einigermassen menschenwürdiges Dasein möglich ist, versuche ich schon zu sparen.  Ist aber verdammt hart, bei all den schönen Dingen, die es kaufen gibt

    Und wie sparen sie?
    Was wird der gesparte Euro in 20 Jahren wert sein?

    Indem ich weniger ausgebe als ich verdiene ;-). Momentan dümpelt das bescheidene Ersparte auf einem Sparbuch rum. Bessere Vorschläge?

    Das kommt auf die Summe an aber besser als das Sparbuch ist momentan eigentlich fast jede Veranlagungsform.

    Hatte 2010/11 ein wenig mit Aktien gehandelt. Hatte aber leider kein allzugutes Händchen. Jetzt Sparbuch, zwei Jahre gebunden mir heissen 0,75 % ;-).,

    Hier wird zumindest erkannt, dass sparen durchaus sinnvoll ist. Leider scheint auch nur das Sparbuch als Anlageform bekannt zu sein.

    Auch die weiteren Kommentare gehen in die Richtung „Wozu sparen? Ich verdiene zu wenig um zu sparen und es gibt ja sowieso keine Zinsen mehr, Geld am Sparbuch wird enteignet, blablabla“ – dass es neben dem Sparbuch und dem Bausparvertrag noch Aktien gibt, wird so gut wie nie erwähnt. Und wenn doch, kommen Kommentare aus der Ecke „Casino, nur was für Reiche“ etc.

    Es ist einfach nur traurig, und ich weiß nicht ob ich mir vor Verzweiflung an den Kopf greifen soll, mich registrieren und die Leute anschreiben soll, dass sie doch bitte in Aktien investieren sollen oder ob ich einfach nur vor mich hinlachen sollte.

  9. Oliver

    @Vali:

    Bei dem Video sieht man immer die Grundmuster, warum es nicht reicht. Berufe, die völlig unzureichend bezahlt wurden mit Lücken durch H4, wo keine Rentenversicherung bezahlt wird. Das ist nur die gegenwärtige Situation und wird sich in Zukunft durch die massive Absenckung der gesetzlichen RV noch verschärfen, d.h. auch Leute, die ganz annehmbar verdient haben und nichts zurückgelegt haben, werden in die gleiche Situation kommen. Für ganz arme Teufel ändert sich nichts weiter, die landen sowieso in der Grundsicherung.

    Wenn man sich das anschaut, sieht man aber immer wieder, wie wichtig eine gute Ausbildung in einer nachgefragten Berufssparte ist. Es ist zwar nicht gesagt, dass man später auch zu den Kandidaten gehört, die Grundsicherung beziehen müssen, aber viele haben zumindest die Chance, das abzuwenden.

    @Tim

    Ja, das viele Einkaufen bewirkt tatsächlich, dass viele wenig Rücklagen haben. Selbst Leute, die viel Geld verdienen, verdaddeln ihr Geld für viel Unsinn. Aus meiner Bankzeit damals habe ich noch in Erinnerung, dass es gar nicht wenig Leute gab, die super verdient haben, aber mit ihrem Dispo z.T.  dauerhaft erheblich im Minus waren. Für mich wirklich unverständlich. Aber was noch viel verblüffender war: Es gab nicht viele Kunden mit nennenswerten Rücklagen. Viele Gutverdiener haben ein Haus gekauft und das als Altersrückstellung angesehen. Soweit auch OK, war ja schließlich im Speckgürtel von München. Aber bei 80% durfte nichts schief gehen, da fast keine Reserven vorhanden. Häuser zu teuer und zu groß, dass hat sehr viel Geld gefressen. Es sind gar nicht wenige Finanzierungen schief gegangen und das war natürlich von der Bank einkalkuliert. Damit verdient eine Bank wunderbar und die Quote war bei ca. 30%. Aber ich habe auch schon von einer Bekannten gehört, sie kaufe immer am Viktualienmarkt ein, weil es dort so gut und billig sei. Gut auf jeden Fall, aber einer der teuersten Plätze in München für Lebensmittel. Ich denke, einige begreifen die Relationen gar nicht, wenn sie viel verdienen und das genauso schnell wieder ausgeben. Für die wirds dann später wesentlich schwerer, wenn sie finanziell abstürzen, sich wieder umzustellen. Die armen Schlucker sind das gewohnt und wissen, dass das Geldthema für sie schlecht ist und sich auch – außer bei einem Lottogewinn – nicht ändern wird.

  10. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Dirk

    Ich glaube, die Kinder lernen schon Eure gute Botschaft. Es ist eine großartige Sache, wenn die Kids früh erkennen, dass nicht alle Wünsche in Erfüllung gehen können. Das ist eine großartige Lehre fürs ganze Leben.

     

    @ Christoph

    Ganz richtig. Wandern, grillen, Radtour, schwimmen, zelten, Lagerfeuer… kann mit Freunden Spaß machen. Es ist keine Weinflasche für 400 Euro nötig, um die Stimmung zu steigern. Und es ist kein 5-Sterne-Hotel nötig.

     

    @ Vali

    Danke für diese aufschlussreichen Dokus. 3Sat hat wirklich gute Filme, muss ich sagen.

     

    @ Oliver

    Das Problem, warum so viel Geld ausgegeben wird: Es ist der Wunsch nach Anerkennung. Das Doofe ist nur: Anerkennung bekommt man nicht mit Statussymbolen oder mit „Dingen“.

  11. Vali

    @Oliver, du hast recht! Was ich aus dem Video gelernt habe, ist dass man doch in jungen Jahren mit ein wenig mehr Vorausschauen, das schlimmste hätte verhindern können. Es hieß „Der Gedanke an Armut wird verdrängt, bis es zu spät ist“.

    Verdrängen ist das riskanteste, was man machen kann. Deshalb sind solche Blogs und Filme gut, auch wenn fast immer Diskussionen um pro&contra entstehen, oder gerade deshalb 😉

    Oder die Diskussion mit StefanGE (lieben Gruß an dieser Stelle :-)) um die 75% Sparquote. Die schaffe ich auch nicht, aber ich weiß, was sie bewirken könnte. Das ist wichtig, es zu wissen und es möglichst nicht zu verdrängen, dass man jetzt unglaublich viel bewirken kann, was später die größte Wirkung entfalten wird.

    Ich muss auch Kinder bespaßen, aber wir gehen max. 1 x im Jahr ins Kino. Bzw. lasse ich sie mit Freunden mitgehen. So müssen wir Eltern nicht mit(zahlen).

    Viele unserer schönen Erlebnisse sind tatsachlich teuer, aber ich liebe die Abende zusammen, wenn wir alle gekuschelt irgendeine TV-Doku anschauen, diskutieren und scherzen. Oder was machen, wie z.B. Ki-Zi entrümpeln, basteln, malen und sie Klavier spielen und wir einfach zuhören.

    Freizeitparks kommen auch 1x im Jahr vor. Evtl. auch im Urlaub noch. Ich sage ihnen, dass das nicht das Leben ist und nicht das, wofür sie später wertgeschätzt werden, sondern für das, was sie können, ihre Talente, Bildung,  ihr Benehmen, ihre Freundlichkeit.

    Kinder kapieren schnell, vor allem ab 6 😉

    Ich bin nicht für ihre Langeweile zuständig. Langeweile bekämpft man nicht mit Kaufen, sondern mit Machen. Und an der eigenen Langeweile ist man immer selbst schuld!

    Kaufen ist keine Leistung. Der Kauf-Spaß hält nur kurz. Oberflächlichkeit verliert immer gegen Bildung. Und Bildung muss nicht immer teuer sein. Motivation ist meist kostenlos:-)

    So, jetzt habe ich genug missioniert 😉

  12. Tobias

    Hallo zusammen.

    Bei sparen bin ich auch eurer Meinung. Ordentlich was zurücklegen. Aber man sollte nicht vergessen das sich die berühmten „obersten 10%“ auch teure Produkte wie das iPhone jedes Jahr leisten können ohne Ihre altersvorsorge zu gefärden. Ehrlich gesagt selbst ich kaufe mir jedes Jahr das neuste. Ich spare jeden Monat um die 1000€, und einmal im Jahr kaufe ich mir dann für ca 350€ (nach verkauf des „alten“ ein neues (Vertragloses) iPhone. Und ja, ich würde sicherlich S Klasse Fahren wenn ich es mir leisten könnte und dennoch genug (natürlich dann mehr als 1000€/Monat) sparen könnte.

    Es kommt immer darauf an wieviel man verdient bekommt. Ich gebe Tim recht das warscheinlich 70% der leute im Apple Store dort nichts zu suchen haben. Aber die restlichen 30% – warum nicht? Wenn jeder nur noch sparen würde und nur das kaufen würde was unbedingt notwendig ist sähen unsere Firmen ganz schön alt aus.

    Mir geht es jedenfalls darum nicht jeden Konsum schlecht zu machen. Für Hobbies gebe ich Geld aus – für Reisen gebe ich Geld aus – für Unternehmungen gebe ich gerne Geld aus. Alles in Relation zur Sparquote. Und nein, ich gehöre nicht zu den „obersten 10%“ (ich liege etwas unter dem median vom einkommen her)

  13. Oliver

    @Tim:

    Ganz deiner Meinung. Gestern habe ich in Maxdome einen Film über die Bordeaux-Weine angeschaut. Der Film war von 2012 und die Preise für die Garnd Cru-Weine (beste Sorte) sind ins astronomische gestiegen. So eine Flasche Bordeaux Lafite war nie billig und für mich persönlich zu teuer, als das ich sie kaufen würde. Vor zehn Jahren hat man die normalen Jahrgänge vielleicht für 100 $ bekommen, wenn man sie ganz jung gekauft hat. Die Chinesen fahren auf Marken ab und haben wohl aufgrund von Werbeveranstaltungen in Hongkong und Shanghai den Wein entdeckt. Das war dort etwas neues und sie haben angefangen, Bordeaux-Weine zu kaufen. Gute Jahrgänge waren 2009 und 2010 und so eine 2010er-Flasche kostet heute im Original im Internet durchaus 1.500 $. Dort wurden reiche Chinesen gezeigt, die ganz gerne auf Auktionen 5 – 7stellige Summen für eine Flasche ausgeben. Einen originalen 1945er Lafite kann man schon für 23.000 $ bekommen. Leider werden diese Flaschen nicht mal alle ausgetrunken, sondern die Hälfte von denen werden als Kapitalanlage eingelagert. Nicht zu fassen. Eine leere (!!) Flasche Lafite kostet in China 360 $. Die verwendet man ganz gerne auch für Fälschungen.

    Da Chinesen markengläubig sind, kennen sie nur ganz wenige Marken und es geht nur darum, wie man sich in der Öffentlichkeit darstellt, wenn man auf einer Veranstaltung oder einem Essen mit Freunden/Geschäftspartnern so eine Flasche bestellt und trinkt. In China wie auch in Europa (etwas abgeschwächt) braucht es wohl solche Statussymbole um zu zeigen, dass man wer ist. Jeder wie er mag. Mich macht auch eine Weinflasche für 10 € oder 15 € überaus glücklich. Ein guter Freund hat zu einer Einladung von mir eine sehr teure Flasche mitgebracht. Die haben wir natürlich gleich geköpft. Die war sehr gut, aber für den Aufpreis lohnt sich das für mich selber nicht, habe ich festgestellt. Konsum ist manchmal doch etwas eigenartiges.

  14. Christoph

    @Oliver: Ich arbeite im Rheigau. Im Ort ist auch zB M&M

    Da kann man wirklich günstig tolle Weine trinken.

     

    Blöd nur, das ich keinen Wein mag ;o)

  15. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    @Oliver,

    „Mich macht auch eine Weinflasche für 10 € oder 15 € überaus glücklich.“ 

    mehr muss kein Mensch ausgeben um guten Wein zu trinken. Man bekommt wirklich guten Wein auch unter 10 Euro.

    Der überzogene Quatsch mit den Premier Grand Crus hat nur was mit Prestige zu tun. Aber warum soll das anders sein als bei Kunst oder Uhren etc. Alle Bilder sind nur bemalte Leinwand oder alle Rolexen zeigen auch nur die Zeit an. Ja, das ist ketzerisch. Ich verstehe aber trotzdem diese Liebhaberei, wenn man sie sich leisten kann und will.

    Ich war dem roten Franzosen auch mal richtig verfallen. War so vor ca. 30-25 Jahren. Ich war mit einem Inhaber eines Jacques‘ Weindepots schon recht gut befreundet. Leider war er irgendwann sein bester Kunde, die Ehe ging kaputt, Haus in Gauting futsch und das ganze Drama eben.

    Wir haben damals richtige Verkostungen gemacht. Der hat auch Winzer eingeladen in sein Restaurant, was er auch noch betrieb. War schon eine tolle Zeit. Es war ein euphorischer Rausch, wenn man ein Heureka-Erlebnis bei einem Wein hatte. Sekunden später kam die Panik, dass der Jahrgang bald wieder ausgetrunken sein wird. Man hat sich ein paar Kisten eingebunkert, soweit das Budget es zuließ, und sah mit Grauen dem Ende des Vorrates entgegen. 😉 Ich habe damals viele schöne günstige Weine im Schatten von Bordeaux kennengelernt. Kosteten viel weniger und waren eine Offenbarung. Ich erinnere noch einen ganz bestimmten Cahors (weiß aber das Chateau nicht mehr), oder den einfachen, billigen Domaine de Laurou (nennt sich jetzt Chateau) bei Fronton. Vor einigen Monaten habe ich mal im Hit-Markt einen Fronton (Bellevue La Foret) entdeckt. Habe eine Flasche schnell probiert und anschließend alles aus dem Regal mitgenommen. 😉 Waren ja nur paar Flaschen.

    Man kann jedenfalls sehr gute Weine zu günstigen Preisen genießen. Ich finde nach wie vor Jacques Weindepot (gehört der Aktie Hawesko) prima, da man dort fast alle Weine probieren kann. Es gibt inzwischen herrliche Chilenen, Argentinier usw. Damals waren Highlights für mich: „Tour de By“ – Medoc, oder „Rochemorin“ -Graves). Als Aktie wäre „Vina Concha y Toro S.A.“ (VCO) interessant (für mich zu magere Dividende). Die Weine sind renommiert (…„the No. 1 position in the 2014 “Power 100 Most Powerful Wine Brands,” prepared by British consultancy, Intangible Business.“) und überall erhältlich.

    Ok, inzwischen schlotze ich mehr unsere württembergische Viertele.

    Zum Wohlsein und gutes Wochenende

    MS

  16. Noch ein Tobias

    Die Erwartungen der anderen gehen so weit, dass ökonomisch unsinnige Entscheidungen noch gelobt werden…

    In meinem Dorf in Oberbayern wird man schief angeschaut, wenn man nicht mindestens einen Golf fährt. Mein – für meine Anforderungen – gleichwertiger, aber 30% billigerer i30 wurde mir schon so oft schlecht geredet, das glaubt kein Mensch.

    Auch wird gerne im Dorf (!) jeder Meter mit dem Auto gefahren. Mit dem Zug nach München zur Arbeit, geht gar nicht! Zu Fuß zum Bahnhof, viel zu weit!!

    Und dann wird geklagt, dass das Geld nicht reicht und man einen Nebenjob braucht…

     

  17. Felix

    So allmählich mutiert das Blog zu einem Lästerforum, in dem man sich vor allem darüber mokiert, was andere alles machen oder nicht machen. Das ist zwar schön, weil es einen selbst scheinbar erhöht. Aber bringt einen das wirklich weiter?

     

     

  18. Noch ein Tobias

    Hallo Felix

    mit der Analyse hast du Recht.

    Überhöhen, naja, vielleicht nicht meine Wortwahl. Wir hier haben etwas gefunden, was vielen unbekannt ist. Darüber tausche ich mich gerne aus. Ich erzähle auch gerne Familie, Freunden Arbeitskollegen über Aktien, Einsparpotentiale die ich gefunden habe. Dafür berichten Sie über ihre Erfahrungen mit Themen, bei denen sie sich besser auskennen. Ich bin zum Beispiel handwerklich unbegabt und freue mich da über jeden Tipp oder Trick der mir gezeigt wird.

    Ein Geben und Nehmen eben.

     

     

  19. toni

    Hallo liebe Leute

    Mein Aktiendepot steigt und steigt, der Kurs aber sinkt und sinkt ich investiere und Verliere dabei. Ich kaufe einen Audi quasi und er wird zum Golf und schiesse immer mehr Geld nach. Ich lese hier immer Geld Geld Geld. Kader von Firmenen möchte immer mehr Geld Geld Geld. Sparen Sparen dass noch mehr Geld kommt. Die geplagten sind die Leute die in der Scheisse sind nichts haben und trotzdem bei Grossfirmen Arbeiten. Für mich ist Geld zur nebensache geworden es bestimmt nicht mehr mein Leben. Geld war mal Arbeitsleistung. Nun ist es Gier und fast jeder macht mit. Leute wenn ihr viel habt könnt ihr viel geben.

     

  20. Christoph

    Ich war gestern seit längerem mal wieder weg. Waren erst nett essen und dann cocktails trinken. Alles zusammen € 50,00 Klar kann man sagen da kann man ja 2 mal essen und trinken gehen, aber da ich leider nicht so oft weggehe gugg ich dann nicht so drauf.

    Haben auch das Thema Aktien gehabt und die beiden haben seit einem 4/4 Jahr auch ein Depot mit ETfs. Toll! Hatte davor Ihnen das schon mal schmackhaft gemacht und sie haben es umgesetzt. Aber das lage natürlich nicht an mir. Aber ich finde es einfach schön dass sie nun was tun. Es gibt also auch schöne Beispiele von Menschen im Umfeld die nicht immer sagen: ja irgendwann mal…

    Wünsche allen ein schönes Wochenende

  21. Oliver

    @Matthias:

    Ja, das Jaques-Weindepot ist mir sehr gut bekannt. Mit 18 sind wir da immer hingegangen, um eine sehr ausgiebige Weinprobe zu machen und dann hat jeder auch noch ein paar Weinflaschen oder das eine und andere hochprozentige mitgenommen. Von dort hatte ich auch einen Lieblings-Bordeauxwein, der hat damals so 10 DM gekostet. Ich finde die Läden immer noch schön und wenn ich Zeit habe, dann gehe ich da gerne hin. Daneben habe ich durch diverse Weinmessen ein paar Anbieter, wo ich immer wieder was bestelle. Deine oben verlinkten Weine werde ich mir mal anschauen, bin immer für was neues offen. Neu war für mich, dass Jaques Weindepot unter Hawelka läuft. Die andere – da gebe ich dir recht – ist nicht nur wegen der Dividendenrendite nichts für mich. Wenn man sich den Verlauf der letzten 10 Jahre anschaut, dann ist nicht nur die Dividendenrendite mickrig, sondern der Kursverlauf auch. Kommt also nicht auf meinen Kurszettel. Aber mit Altria habe ich ein Unternehmen, dass auch ein Weingut besitzt.

    @Felix:

    Mit meinem Beitrag hatte ich nicht die Absicht, mich zu überhöhen. Ich hatte mir den Film mit Interesse angeschaut und das Verhalten der Chinesen als solches ist für mich keine Überraschung. Wir haben in meiner Firma auch chinesische Mitarbeiter und die agieren ebenso, d.h. Marken  Prestige spielen einen sehr hohen Stellenwert. Falls Du mal auf einer Messe bist, gehe zu einem Stand einer chinesischen Firma und lasse dir eine Visitenkarte überreichen. Das ist für uns Europäer, wenn man darauf achtet, ein ganz interessantes Ereignis. Chinesen ticken anders als wir und durch die Mentalität ist auch dieser Preiswahnsinn zu erklären. Mich interessieren solche Themen. Letztendlich muß ja jeder selber entscheiden, wie er sein Leben leben möchte.

  22. chaostrader

    Mein Aktiendepot steigt und steigt, der Kurs aber sinkt und sinkt ich investiere und Verliere dabei. Ich kaufe einen Audi quasi und er wird zum Golf und schiesse immer mehr Geld nach.

    Nicht verzweifeln! Solange man in der Ansparphase ist, ist das KEIN Nachteil. Es ist schwer zu ertragen, sein Geld so „verschwinden“ zu sehen, aber objektiv betrachtet machst Du alles richtig. Stur kaufen, liegenlassen und in einigen Jahren jucken Dich die Kurse von damals überhaupt nicht mehr.

    Hier als Motivationshilfe:

    http://thereformedbroker.com/2016/02/17/how-to-make-volatility-your-bitch/

    How to make volatility your bitch! Geiler Titel!

    Die Zusammenfassung: der S&P500 ist in den letzten 15 Jahren (incl. 2* Crash!) „nur“ um 4,1% p.a. gestiegen. Wer allerdings 15 Jahre lang jeden Monat den gleichen Betrag in den S&P500 investiert hat, der hat nach diesen 15 Jahren eine jährliche Rendite von 8,5% p.a. und sein investiertes Kapital verdoppelt.

    Wie kann das sein? Bei Kurseinbrüchen kauft man billig, und diese Aktien werden eine stark überdurchschnittliche Rendite liefern. Volatilität ist eine gute Sache für den langfristigen Investor.

  23. chaostrader

    Dein Kommentar wartet auf Freischaltung.

     

    Wasn jetzt los? Test 1… 2… 3…

     

  24. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ chaostrader

    Sorry. Ich werde bombardiert von Spammern. Ich habe schon über hundert Spam-Einträge in kurzer Zeit erhalten.

    Ich muss LEIDER alle Kommentare erst mal in die Warteschleife schicken. Ich werde selbstverständlich alle von Euch eingehenden Kommentare freischalten. Ich möchte Euch nur den unseriösen Werbe-Klick-Müll ersparen.

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