Wohnen in New York


New York, 10. Februar 2008

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In vielen Bundesstaaten wie etwa Florida fallen die Immobilienpreise wie ein Stein. In den zurückliegenden Jahren sind Amerikaner dank der niedrigen Zinsen massiv in den Immobilienmarkt gedrängt. Hypotheken wurden großzügig millionenfach vergeben. Selbst Kreditnehmer mit schlechter Bonität wurden mit Geldern regelrecht zugeschüttet. Finanzierungen zu 100 Prozent oder gar 120 Prozent, also ohne jegliches Eigenkapital, gingen in dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten weg wie warme Semmeln. Viele Amerikaner überschuldeten sich bis zur Halskrause. Als dann die Fed begann, die Zinsen zu erhöhen und gleichzeitig die Immobilienpreise zu bröckeln begannen, da fiel das Kartenhaus zusammen. Millionen von Amerikanern stehen nun vor einem Scherbenhaufen. Sie sind pleite. Ihre Häuser werden nun versteigert.
New York City stemmt sich bislang hartnäckig gegen die Korrektur. Der Immobilienmarkt scheint wie ein Fels in der Brandung. Ich rechne jedoch in spätestens einem Jahr mit einer Korrektur. Dennoch, was hält die Preise so extrem hoch? In New York City leben über acht Millionen Menschen. Es ist die bevölkerungsreichste Stadt in den USA. Zudem residieren mehr als 100 Milliardäre in der Metropole. In keiner anderen Stadt leben so viele Superreiche. Die Milliardäre treiben natürlich die Preise nach oben. Luxuswohnungen sind nahezu überall in der City zu finden, besonders beliebt ist freilich die Gegend um den Central Park, etwa die Upper West Side.
Zahllose Promis aus aller Welt haben ein Domizil in der Metropole – es ist schick einen Zweitwohnsitz zwischen dem Hudson und East River zu haben. Ob die Google-Gründer oder Donald Trump, ob Madonna, Yoko Ono, Sting, Liza Minnelli oder Billy Joel – sie alle lieben die Stadt. Ich selbst hab schon etliche Hollywood-Stars gesehen, etwa Top-Model Heidi Klum shoppte bepackt mit Einkaufstaschen am Central Park. Hollywood-Star Maggie Gyllenhaal war meine Nachbarin in einem Wolkenkratzer, als ich in Battery Park City, an der Südspitze Manhattans wohnte. Es ist meiner Meinung nach einer der schönsten Gegenden Manhattans.
Ich wohnte im 23. Stock mit wunderschönem Blick auf das Finanzdistrikt. Die Wall Street ist gerade einmal in zehn Minuten zu Fuß zu erreichen. Auf der Parkseite des Gebäudes verläuft direkt am Haus der Hudson River. Dort kann man die Freiheitsstatue am besten sehen. Fast nur ein Steinwurf entfernt. Die Kaltmiete für eine ca. 60 Quadratmeter große Wohnung in dem Komplex beträgt so 3.000 Dollar. Hinzu kommen Rechnungen für Strom, Internet, Kabelfernsehen. Der Wohnkomplex an der South End Avenue, genannt Gateway Plaza, ist sehr beliebt. Kaum zieht jemand aus, stehen schon die neuen Mieter auf der Matte. Jedes Jahr klettern die Mieten um schätzungsweise zehn Prozent. Viele Bewohner sind für Wall Street Häuser tätig.
Übrigens ist auf dem Foto rechts Battery Park City zu sehen. Die großen gläsernen Wolkenkratzer sind das World Financial Center. Merrill Lynch, American Express, die Commerzbank und andere sind dort untergebracht.
Abgesehen von den Schönen und Reichen ist die Stadt ein Magnet für viele Menschen aus aller Welt. Die leerstehenden Flächen des Wohnungs- und Büromarktes verringern sich stetig wegen des permanenten Zuzugs. Es ist eben ein gefragter Ort. Auch der Tourismus ist ein gigantisches Geschäft. Kein Wunder, dass Mieten und Preise anziehen. Experten sagen voraus, dass in 15 bis 20 Jahren eine weitere Million Bewohner hinzuzieht.
Nicht zuletzt ist es der größte Finanzmarkt der Welt. Der Börsenwert aller notierten Unternehmen summiert sich auf 19,4 Billionen Dollar. Rund um den Globus türmt sich das Börsenvermögen auf 54 Billionen Dollar. Insofern sind an der Wall Street nahezu 40 Prozent des Weltmarktes notiert. Zwar wird der Anteil langfristig sinken. Im Gegenzug werden Asien, Russland, Lateinamerika und weitere Schwellenländer Boden gut machen. Dennoch wird die Verlagerung des Vermögens jahrzehntelang dauern. Zudem ist New York die zweitgrößte Fernseh- und Filmstadt nach Hollywood. Dank der Wall Street ist das durchschnittliche Haushaltseinkommen in New York City das höchste innerhalb der USA. Je Haushalt kommen hier 188.697,00 Dollar und Jahr zusammen (Median). Die durchschnittliche Kaltmiete liegt in Manhattan bei mehr als 2.000 Dollar pro Monat.


tim schaefer (Author)

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