Wochenrückblick: Saks, Bowne, New York Times, Cosi, Madoff


New York, 25. Februar 2010

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Am Donnerstag sank der Dow-Jones-Index um 0,5 Prozent auf 10.321 Punkte. Der Kurs der Luxusmode-Kette Saks legte gegen den allgemeinen Abwärtstrend um 1,4 Prozent auf 7,20 Dollar zu. Binnen Jahresfrist hat sich der Titel mehr als verdreifacht! An dem hochverschuldeten New Yorker Unternehmen hatte sich der mexikanische Multimilliardär Carlos Slim per Kapitalerhöhung im Sommer 2008 beteiligt. Sie müssen wissen, dass seinerzeit das Kaufhaus am seidenen Faden hing. Wegen horrender Schulden, tiefroter Zahlen, erodierender Umsätze. Im März 2009 plumpste der Kurs auf lumpige 1,55 Dollar. Doch Slims Millionenspritze sorgte schließlich für Stabilität. Saks-Vorstandschef Stephen Sadove kündigte nun in einem Interview an, die exklusiven Modelinien ausbauen zu wollen. Damit will sich der Edelschneider von der Konkurrenz absetzen. Bereits jetzt bietet Saks zehn Prozent der Waren exklusiv an. Sprich Sie finden die Mode bei keinem Wettbewerber. Den exklusiven Sortimentsanteil will Sadove nun auf 20 Prozent verdoppeln. Die Gewinnschwelle scheint bald erreichbar zu sein. Im vierten Quartal summierte sich der Verlust auf nur noch 4,6 Millionen Dollar. Verglichen mit einem knallroten Minus von 99,7 Millionen vor einem Jahr ist das wenig. Der Quartalsumsatz sank zuletzt um nur 3,4 Prozent auf 811 Millionen Dollar. Alles in allem zeichnet sich die Wende ab.
Einen der größten Kurszuwächse verbuchte bereits am Mittwoch der New York PR-Spezialist Bowne mit einem Plus von 60 Prozent auf 11,15 Dollar. Der Vorstand hatte einer Übernahme zu 11,50 Dollar je Aktie durch R.R. Donnelley, einem Druck-Dienstleister, zugestimmt. Selbst die ausgebombten Zeitungskonzerne sehen Licht am Ende des Tunnels. Die Kurse von Gannett (USA TODAY) oder der New York Times haben sich kräftig erholt. Auch an der Times hatte sich übrigens Superinvestor Slim im großen Stil beteiligt. Das Papier des kleinen Verlegers A.H. Belo (Dallas Morning News) zog am Mittwoch um 12 Prozent auf 6,73 Dollar an. Grund: Der Rückgang der Anzeigeneinnahmen war geringer als vermutet.
Restaurantketten sind seit Monaten heiß begehrt. Die Kurse tauen allesamt auf. Vor der Wirtschaftkrise hatten die Amis jede zweite Mahlzeit außerhalb ihres Hauses eingenommen. Doch die Rezession trieb die Bürger in die Supermärkte. Steigt die Zuversicht unter den Konsumenten, besuchen sie wieder häufiger ihr Lieblingsrestaurant. Einer meiner Favoriten ist Cosi. Das Selbstbedienungsrestaurant (mein Foto oben) bietet zu fairen Preisen gutes Essen. Sandwich, Salat, Suppe. Kostenpunkt um die zehn bis zwölf Dollar je Mahlzeit. Seit dem Tief im März stieg das Papierchen von 19 auf zuletzt 85 Cent. Aber Vorsicht: Das Unternehmen schreibt noch rote Zahlen. Die Aktie ist hochspekulativ. Mich überzeugen bei Cosi vor allem die massiven Aktienkäufe durch einen Insider. Das Cosi-Foto machte ich am Byrant Park in Manhattan. Hier können Sie Beurteilungen von Cosi-Gästen lesen. Die Ergebnisse sind recht solide. Es scheint den Kunden zu schmecken.
Immer mehr Familienmitglieder von Milliardenbetrüger Bernard Madoff wenden sich von dem Schwindler ab. In einem Gericht in Manhattan hat nun Bernard Madoffs Schwiegertochter Stephanie Madoff den Antrag gestellt, ihren Nachnamen ändern zu dürfen. Sie will sich „Unannehmlichkeiten“ ersparen. Sie möchte jetzt „Morgan“ heißen. Im Oktober hatten Mark (Bernie Madoffs Sohn) und Stephanie einen handfesten Streit. Nachdem Mark nach der Auseinandersetzung nicht mehr in die Luxuswohnung zurückgekehrt war, alarmierte Stephanie die Polizei. Sie hatte Angst, dass sich ihr Ehemann das Leben nehmen könnte. Doch der Gatte hatte lediglich nach dem Beziehungsdrama in einem Hotel übernachtet. Daddy Bernard Madoff wurde zu 150 Jahren Zuchthaus verurteilt, weil er mit einem kriminellen Schneeballsystem Milliardensummen ergaunert hatte.


tim schaefer (Author)

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