Was tun wenn ein Übernahmeangebot auf den Tisch flattert?


New York, 24. November 2009

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Es kommt rund um den Globus vermehrt zu Übernahmen. In Deutschland tut sich einiges. Burda übernimmt das Aktienpaket des Gründers der Networkingplattform Xing, weitere Anteilskäufe durch Burda sind möglich. Die Deutsche Bank übernimmt die gestrauchelte Privatbank Sal. Oppenheim. Und der Licht- und Tonausstatter Procon Multimedia wird von dem US-Konkurrenten PRG Holdings für 1,30 Euro je Aktie übernommen. Der Großaktionär von Procon, der Brillenkönig Günther Fielmann, hat schon grünes Licht gegeben. Auch die Vorstände und der Aufsichtsrat des Zielobjekts signalisieren ihre Zustimmung. Dann dürfte PRG bald über mehr als 80 Prozent des Grundkapitals verfügen.
Was ist zu tun im Falle eines Übernahmeangebots? Wenn Ihnen ein frohlockendes Angebot von Ihrer Depotbank zugestellt wird, rate ich zunächst nicht voreilig zu handeln. Schauen Sie sich den Kurs an. Liegt er über dem aktuellen Gebot, macht es wenig Sinn, die Offerte anzunehmen. Liegt der aktuelle Kurs dagegen deutlich unter dem Gebot, was sehr unwahrscheinlich ist, sollten Sie das Angebot natürlich annehmen.
Im Falle Procons (Foto: Procon AG) liegt die aktuelle Notiz mit 1,33 Euro leicht über der Offerte von 1,30 Euro. Ich würde abwarten und nicht die Aktien verkaufen. Warten Sie ab! Gewiss hat Günther Fielmann das Angebot eingehend geprüft. Er wird seine Aktien sicherlich nicht verschenken.
Auf 27,8 Millionen Euro kommt das Eigenkapital zum Halbjahr bei Procon. Mit 25,8 Millionen Euro liegt der Übernahmepreis noch nicht einmal auf der Höhe des Buchwerts. Das ist meiner Meinung nach kein attraktives Angebot. Wobei dazu gesagt werden muss, dass die Ergebnisentwicklung bei dem Hamburger Spezialisten für Veranstaltungstechnik seit Jahren lausig ausfiel. Zuletzt geriet die Gesellschaft wieder in die roten Zahlen.
Dennoch würde ich in diesem Fall die Offerte von 1,30 Euro je Aktie ablehnen und mein Aktienpaket (wenn ich denn eines besitzen würde, was nicht der Fall ist) behalten. Denn es sieht ganz danach aus, als ob der neue Großaktionär an einer Komplettübernahme interessiert ist. Im Grunde müsste PRG weitere Aktien über die Börse erwerben, um auf die erforderlichen 95 Prozent zu kommen. Ab diesem Anteil ist es möglich, die restlichen Aktionäre mittels einer Zwangsabfindung aus dem Unternehmen zu drängen. Meist winken dann höhere Kurse. Aber eine Garantie gibt es hierfür natürlich nicht.


tim schaefer (Author)

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