Was macht mehr Spass: Nebenjob annehmen oder Geizkragen sein?


New York, 27. April 2011

Amerikaner sparen wie verrückt. Die Sparquote explodiert auf immer neue Höhen. Die hohe Verschuldung der Konsumenten, das Platzen der Immobilienblase und die Finanzkrise führten zu einem Trendwechsel. Websites, Fernsehsendungen und Zeitungen überschlagen sich mit Spartipps. Es geht darum, Rabattmarken zu sammeln, Fahrgemeinschaften zu gründen, Billig-Marken statt teurer Markenprodukte zu kaufen und so weiter. Ich lese zwar ab und an ganz gerne die Spartipps. Aber im Kern wiederholen sie sich. Ein anderes Konzept schlägt der Vermögensexperte Ramit Sethi vor. Er plädiert dafür, das Einkommen durch einen Nebenjob zu erhöhen – anstatt jeden Cent zwei Mal umdrehen zu müssen. Jeder hat eine Stärke, für die ein Kunde bereit ist Geld auf Stundenbasis zu bezahlen. Das ist jedenfalls Sethis These. Ob IT-Kenntnisse, die Organisation von Veranstaltungen oder das Spielen von Musikinstrumenten – es findet sich immer ein Kunde. Diesen Interessenten müssen Sie nur suchen! Auf der Website des Finanzberaters I Will Teach You To Be Rich – “Ich bringe Dir das Reichsein bei” finden Sie viele Denkanstöße.
Wenn Sie dann ein paar Euro extra mit einem Nebenjob machen, können Sie ja Ihre Hypothek schneller abtragen. Oder einfach Aktien kaufen. Angenommen Sie kaufen eine Aktie auf Sicht der nächsten 40 Jahre. Wir unterstellen einen Kursanstieg von nur sechs Prozent pro Jahr. Eine Dividende klammern wir aus. Dann wächst das Vermögen, wenn Sie monatlich 300 Euro sparen, auf knapp eine halbe Million Euro an. Wer 1.000 Euro auf die hohe Kante legt, der hat nach 40 Jahren sogar 1,5 Millionen Euro angespart. Das ist die Wirkung des Zinseszins-Effekts!
In den vergangenen Tagen habe ich einige Investorenveranstaltungen in New York besucht. Spannend fand ich jene Firmen, an denen Hedgefonds-Star John Paulson beteiligt ist. Paulson ist ein Fan von Rohstoffwerten. Er vertritt seit Jahren die Meinung, dass der Preis für die Unze Gold auf über 2.000 Dollar steigt. Schon jetzt kostet die Feinunze mehr als 1.500 Dollar. Und ein Ende der Rallye ist rein Chart-technisch nicht absehbar. Paulson ist einer der besten Profi-Anleger, die es gibt. Er hat sich am Platzen der Immobilienblase eine goldene Nase verdient. Ich verfolge außerdem die Strategie von Hedgefondsmanager Eric Sprott. Der kanadische Edelmetallfan ist ebenfalls ein Rendite-Wunder. Fast 25 Prozent bringt Sprott seit einem Jahrzehnt nach Hause. Jahr für Jahr! Sprotts Liebling ist Silber. Beide Profis sagten die Dollar-Schwäche voraus. Wie Recht Sie hatten.


tim schaefer (Author)

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