Warum sich immer neue Börsenblasen bilden


New York, 30. August 2008

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Ich lese seit einigen Wochen voller Begeisterung Kommentare, Aufsätze und Jahresberichte von Warren Buffett. Mich beeindrucken seine Gedanken so sehr, dass ich manchmal gar nicht mehr aufhören kann mit dem Lesen. Es gibt unzählige Bücher über den reichsten Menschen der Welt. Ich halte aber nicht das Geschriebene der vielen Autoren für spannend, sondern das, was Buffett selbst zu Papier gebracht hat. Empfehlenswert ist beispielsweise seine Rede mit dem Titel „The Superinvestors of Graham-and-Doddesville“ aus dem Jahr 1984. Er hielt den Vortrag anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Buchs „Security Analysis“, das Benjamin Graham und David Dodd verfaßt hatten. Es ist die Bibel für Value Investoren. Buffett lernte von seinem Professor, Benjamin Graham, das Handwerkszeug zum Reichsein. 1951 erhielt Buffett an der Columbia Business School von seinem Lehrer Graham die Abschlußnote „A+“.
Was können wir von dem legendären Superinvestor lernen? Buffett hielt sich stets von Börsenhypes fern. Er kauft nur billige Aktien, stark unterbewertete Gesellschaften. Alles, was stark steigt, meidet er. So blieb ihm der Dotcom-Boom in den Jahren 1999/2000 erspart. Software- oder Internetunternehmen rührt er bis heute nicht an. Um diesen Sektor macht er bewusst einen Bogen. Ich halte selbst nach dem Platzen der Technologieblase noch immer viele Aktien wie Google oder Apple für ambitioniert bewertet.
Wenn Sie einen Hype erkennen, sollten Sie vorsichtig sein. Ich sehe beim Euro im Verhältnis zum Dollar eine Blase. Seit 2001 hat sich der Euro gegenüber der US-Währung im Wert verdoppelt. Sehen Sie sich nur den aufstrebenden Euro im Zehn-Jahres-Chart an. Aktuell kostet der Euro 1,47 zum Dollar. Das ist in meinen Augen nicht gerechtfertigt. Der Dollar wird Boden wieder gutmachen in den kommenden Jahren. Insofern können Sie am Euro-Boom durch den Kauf von US-Aktien profitieren. Sie erwerben im Grunde genommen die amerikanischen Papiere mit einem massiven Discount. Dem starken Euro sei Dank!
Darüber hinaus hatte sich eine Blase bei den Immobilien in den USA gebildet. Nach dem Platzen der Internetblase im Frühjahr 2000 flüchteten viele Amis in das Betongold. Es galt als vermeintlich sicher. Gleichzeitig senkte die FED die Zinsen bis auf 1,00 Prozent, um die Konjunktur in Schwung zu bringen. Viele nahmen in der Folge wie verrückt Hypotheken auf. Das Geld gab es praktisch umsonst.
Es ist immer die gleiche Abfolge: Boom, Blase, Crash. Platzt eine Blase, entsteht eine neue, noch stärkere Übertreibung in einem neuen Sektor. Also auf den Hype um das Internet folgte der Immobilienwahn. Daraufhin rannten die Lemminge in Gold, Rohstoffe und Öl. Auch hier entweicht allmählich die Luft. Bald wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben. Rennen Sie nicht der Masse hinterher. Schauen Sie wie Buffett lediglich zu. Hier können Sie sich eine Gastrede des Superinvestors aus dem Jahr 2006 vor Studenten der University of Florida of Business anschauen (Video).


tim schaefer (Author)

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