Warum langweilige Unternehmen alles andere als langweilig sind


New York, 22. September 2009

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Eine Bekannte machte mir dieser Tage den Vorwurf: „Wie kannst Du nur so eine langweilige Aktie kaufen? Das würde ich niemals in mein Depot legen.“ Privatanleger neigen dazu, Modethemen zu wählen. Ich suche gezielt nach Langeweilern. Es geht als Value Anleger nicht darum, ob eine Unternehmensstory sexy klingt. Im Gegenteil. Je dröger, desto toller. Denn was langweilig klingt, interessiert kaum jemanden, was natürlich gut ist.
Ich halte den Hersteller von Sperrholz, die Westag & Getalit AG (akt. Kurs der Stämme 11,99 Euro) oder den Toilettenschüsselproduzenten Villeroy & Boch (akt. Kurs 5,54 Euro) für spannend. Um nur zwei Beispiele zu nennen.
Es geht doch darum, günstig bewertete Aktien zu finden. Aktien, die nahe am Buchwert oder sogar darunter notieren. Aktien mit einstelligen Kursgewinnverhältnisse (KGV) und hohen Dividendenrenditen sind für mich attraktiv. Papiere wie Google oder Apple finden Sie in den Depots der Masse. Das ist für mich ein Alarmsignal. Gewiss können und werden vermutlich diese Mode-Aktien weiter klettern. Und gewiss sind dies exzellente Firmen. Mir sind die Aktien nur zu teuer.
Ich suche nach Exoten. Aktien, die kaum jemand kennt. Aktien, die kaum jemand auf dem Radarschirm hat. Das ist meine Spezialität.
Was Sie bei den Mode-Aktien häufig sehen, ist, dass ständig neue Aktien durch das Management geschaffen werden. Kapitalerhöhungen und Optionen für die Manager erhöhen stetig die Aktienzahl. Damit werden die Altaktionäre verwässert. Mit anderen Worten: Ihnen wird ein Stück vom Kuchen weggenommen. Solide Unternehmen achten mit Argusaugen darauf, nicht ständig neue Aktien zu emittieren. Das schont die Altaktionäre.
Am Dienstag setzte der Dow Jones seine Aufholjagd fort. Wir befinden uns auf einem Elf-Monats-Hoch. Bald dürfte die magische 10.000-Punkte-Marke fallen. Dann ist der Marsch auf die 11.000 frei. Die Stimmung ist gut. Ich bin dabei.


tim schaefer (Author)

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