Warum ich nicht arm in den Ruhestand gehen muss


New York, 15. März 2015

Ich besitze zwei Immobilien. Ich tilge beide Hypotheken zügig. In ein paar Jahren sind beide Objekte schuldenfrei. Ich habe ein schönes Dividendendepot, das ich mit einem Buy-And-Hold-Ansatz ausbaue. Ich spare zusätzlich in ein amerikanisches SEP-IRA-Aktiendepot für die Rente. Ich besitze kein Auto. Alle sonstigen Ausgaben sind minimal. Natürlich habe ich ein paar Hobbys, die etwas kosten.

Ich weiß, dass ich nicht wie viele Menschen in Armut leben muss, wenn der Ruhestand beginnt. Ich meide Konsumschulden. Auf Luxus verzichte ich. Warum? Im Alter in Armut zu leben zu müssen ist kein erstrebenswertes Ziel für mich.

Manche Menschen leben so verschwenderisch, als ob sie keinen Tag länger leben würden. Sie geben ständig Geld für unnötigen Konsum aus. Ich verstehe gar nicht, warum jemand alle paar Jahre ein neues Auto braucht, wenn gleichzeitig keine finanziellen Reserven vorhanden sind. Es ist ein kurzsichtiges Vorgehen. Ich verzichte lieber heute auf Dinge, um später im Leben sorgenfreier zu sein.

Meine Anlagestrategie an der Börse ist aggressiv. Ich besitze keinerlei Anleihen. Nur Aktien. Ich werde das  im hohen Alter nicht ändern. Ich bliebe zu 100 Prozent in Aktien investiert.

Mein Ziel ist es zu einem Depot zu gelangen, das dem 25-fachen meines Jahresbudgets entspricht. Sprich, wer 40.000 Dollar im Jahr benötigt, sollte ein Depot im Umfang von einer Million Dollar besitzen. Das ist eine Faustformel, die in den USA genannt wird.

Es hat einen Preis: Ich habe nicht jeden Tag einen Starbucks-Kaffee. Ich mache einen weiten Bogen um Konsumschulden. Ich habe keinen teuren Schmuck. „Wozu ein neues Handy, wenn das alte noch geht?“, denke ich. Ich brauche nicht ständig einen neuen Computer. Ich habe keinen riesigen Flachfernseher an der Wand. Sondern eine 20 Jahre alte TV-Röhren-Kiste. Auf teure Kleidung verzichte ich. Ich besitze kein iPad. Ich verzichte auf stetige Restaurantbesuche. Ich urlaube billig. Die private Zimmervermittlung airbnb nutze ich gerne. Ich behalte meine Ausgaben stets niedrig. Ich habe die Kosten unter Kontrolle. Immer.

Kleine Unterschiede machen auf Sicht von Jahrzehnten gewaltige Unterschiede.

Das Sparen dauert. Zugegeben, manchmal kann es nervig sein. Es macht schon etwas Mühe. Nichts fliegt einem zu. Es hat aber mit Glück wenig zu tun. Jene, die ständig Geld ausgeben wie im Rausch, behaupten gerne, sie hätten kein Glück gehabt. Dabei ist das Unfug. Die einen strengen sich an, die anderen lassen sich einfach gehen.

Es bedeutet schlicht, unterhalb der eigenen Verhältnisse zu leben.


tim schaefer (Author)

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Gedanken zu „Warum ich nicht arm in den Ruhestand gehen muss

  1. Armin

    Nicht arm in den Ruhestand? Naja, mal abwarten …

    Davon abgesehen davon, dass du schon heute in Verhältnissen lebst, die an Armut grenzen, und das auch vermutlich im Alter nicht ändern wirst – es gibt Fragezeichen in deiner Planung.

    Die 40.000 Dollar pro Jahr beziehen sich vermutlich auf heutige Verhältnisse. Brauchst du in 30-40 Jahren nicht locker doppelt so viel? Was passiert mit deinen Ersparnissen bei Arbeitslosigkeit? Stichwort Krankheiten: bezahlt deine amerikanische Krankenkasse alles oder musst du an deine Ersparnisse ran? In Deutschland müssen immer mehr Menschen Elternunterhalt zahlen. Du bist weit weg und möglicherweise nicht betroffen – aber in Deutschland nimmt der Staat dir fast alles weg, wenn die Eltern ins Heim müssen.

    Und dann sind da noch die hässlichen, unwahrscheinlichen Ereignisse, Schwarze Schwäne genannt … Werden Politik und Wirtschaft mitspielen oder fällt deine Rentenzeit in eine Depression? Gerade für dich in New York hat die Wissenschaft auch hässliche Naturkatastrophen auf dem Schirm: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/tsunami-simulation-gefahr-von-den-kanaren-1194921.html

    Man blendet das im Alltag alles aus. Vielleicht geht deine Planung auf, vielleicht auch nicht – und du hast im Alter genauso viel Geld wie jemand, der jahrzehntelang in Saus und Braus gelebt hat. Sicherheit, wie sie noch unsere Eltern durch eine sichere Rente hatten, gibt es leider nicht mehr.

    Schönen Sonntag!
    Armin

  2. Stefan

    Das ist doch quatsch….Du kannst doch normale Rentenbezieher nicht mit Value Investoren vergleichen. Natürlich wird Tim weitaus mehr Geld im Alter zur Verfügung stehen haben als jemand, der in das blödsinnige deutsche Rentensystem als Wette in die Zukunft investiert.

     

    Wenn man keine Ahnung hat, sollte man hier keinen Schwachsinn äußern @ Armin!!!

     

     

    Übrigens tolle Einblicke in Dein Leben Tim. Mach bitte weiter so!!!

  3. Felix

    Ich habe noch vier oder fünf Jahre bis zum Ruhestand und muss sagen: Ja, es hat funktioniert mit dem Buy-and-Hold-Depot. Lange Zeit sah es nicht danach aus; es gab Durststrecken, die sich in Jahrzehnten bemessen haben, besonders in 200x-Jahren.

    Wie Tim schreibt, erfordert es sehr viel Selbstdisziplin über extrem lange, auch schmerzliche Zeiten dran zu bleiben, nicht aufzugeben, nicht auszusteigen, nein weiter stur gute Aktien kaufen. All die Crash-Propheten, Schwarzmaler, (Berufs-) Pessimisten ausblenden. Jeder weiß was: NY wird überflutet, die Shariha kommt, das Öl geht aus, der Meeresspiegel steigt, Geld wird wertlos, kauft Gold usw.

    Diese Hintergrundrauschen auszublenden ist unglaublich schwer, zumal, wenn krisenhafte Zustände auftreten. Was hatten wir nicht schon alles: Ölkatastrophen apokalyptischen Ausmaßes (was ist geblieben – nichts!), Fukushima, Vogelgrippe, BSE, Ebola, Kriege am laufenden Band, Finanzkrise, 09/11, islamistischen Terror ohne Ende usw., usw. Die Welt dreht sich immer noch.

    Wer all die Zeit drangeblieben ist, sich trotz Verunsicherungen von seinen Ziel nicht abbringen lassen hat, steht heute mit einem nicht vorgestellten Ergebnis (Depotwert und Dividendeneinkünften) da. Dabei habe ich mich nie zu Tode gespart, sondern nur sparsam gelebt, mit einfachen Urlauben, billigen Autos, kein Luxus. Ich habe immer 20 % meines Einkommens zurückgelegt und investiert. Jetzt könnte ich auch ohne Rentzahlungen in den Ruhestand gehen.

  4. Jens

    Hallo Herr Schäfer,

    sehr schöner Artikel, der sich voll und ganz mit meinen Ansichten zu den Themen „buy&hold“, „Konsumschulden“ und „Verhältnis zu Luxus“ voll und ganz deckt. Ich finde es durchaus spannend und auch befriedigend zu lesen, dass es andere Blogautoren gibt, die eine ähnlich vernünftige Einstellung haben.

    Der Pferdefuß bei der Sache ist allerdings, dass sich viele Menschen überhaupt nicht mit diesem Thema auseinander setzen oder es von sich schieben, es könnte ja unangenehm werden. Außerdem hat man es sich in seiner Komfortzone gerade so gemütlich eingerichtet. Leute, die so ticken wird man nicht erreichen.

    Beispiel gefällig: Mein Arbeitgeber bietet an, eine Alterspension für die Mitarbeiter zu finanzieren. Anlageform ist ein Mischfonds. Monatliche Sparsumme sowie die TER übernimmt der Arbeitgeber. Alles was der Arbeitnehmer machen muss ist: sich anmelden. So weit, so gut. Angemeldet haben natürlich nur die üblichen Verdächtigen. Der große Rest hat nichts unternommen. Obwohl es keinerlei Nachteile gibt. Aber das böse Wort Börse schreckt ab. Nächster Schritt war, dass das Prinzip umgekehrt wurde: also wer alles ab dem nächsten Jahreswechsel NICHT teilnehmen will muss ich aktiv „austragen“. Resultat: es war unglaublich, wie viele Mitarbeiter diesen Schritt getan haben. Alles nur weil sie sich nicht mit dem Thema beschäftigen wollen.

    Da bleibt nur die Hoffnung, wenigstens die unentschlossene Masse ein wenig aufzuklären. Aber auch das ist schwierig genug.

    Grüsse,

    Jens

     

    PS: super blog!

  5. Armin

    @Stefan:

    Ich habe weder normale Rentenbezieher mit Value Investoren verglichen noch habe ich empfohlen, in das Rentensystem zu investieren.

    Vielleicht solltest du erst mal richtig lesen, bevor du mich hier anpflaumst.

    Deine Ausrufezeichen-Taste klemmt übrigens.

  6. kaunlaran

    Ein ganz wichtiger Aspekt wurde mE in dem Artikel überhaupt nicht erwähnt:

    Wer in jungen Jahren nicht auf großem Fuß lebt und viel spart, der wird später auch sein Geld nicht sinnlos verbraten. Er kommt mit weniger aus, weil er früher auch einen niedrigeren Lebensstandard hatte.

    Ich bin im Ruhestand und habe schon früher auf unnötigen Luxus – das wäre für mich ein Auto gewesen – verzichtet, weil es das Auto nicht beruflich benötigte und mir einkaufen im allgemeinen zuwider ist. Inzwischen wohne ich praktisch mietfrei in meiner Eigentumswohnung und habe genug im Depot bzw. auf der Bank, um auch Rentenkürzungen oä problemlos zu überstehen.

    Wenn ich mir jetzt „Luxus“ leisten will (z.B. ein neues Handy, einen neuen Flachbildfernseher oder eine neue Kamera) ist das kein Problem. Sie fallen mir sogar besonders leicht, denn nicht ich bezahle sondern – die Erben. Wie las ich von einem Schweizer Vermögensberater: „Wenn Sie nicht 1. Klasse fliegen tuen es ihre Erben.“ Das ist natürlich einige Nummern über meinem Standard, aber irgendwo hat der Mann Recht.

    Natürlich hatte/habe ich auch viel Glück, daß ich nicht krank bin/wurde – aber das gehört nun einmal dazu. Nur wegen möglicherweise eintretender Ereignisse eine „heute ist der letzte Tag und morgen geht die Welt unter“-Haltung  an den Tag zu legen, liegt mir nicht. Das mögen andere Zeitgenossen nicht so sehen, aber jeder soll ja schließlich das tun, was er für richtig hält.

    Ich bin jedenfalls mit meinem Lebensstil gut gefahren.

  7. Couponschneider

    @Felix

    Das hört sich gut an. Ich bin seit 2009 dabei und mein Plädoyer für Aktien hat den scheinbaren Malus, dass ich ausgerechnet beim Tiefpunkt eingestiegen bin. Ich habe aber auch 2011 einen kleinen Crash miterlebt, außerdem die ganze Griechenland- und Schuldenkrise, die ja bis heute nicht vorbei ist.

    Ich denke, auch, dass das funktioniert und bin wohl in der glücklichen Lage, recht jung und recht schnell den Pfad der Buy-and-Hold-Tugend eingeschlagen zu haben. Mittlerweile sind es 134000 € Depot-Vermögen. Es sind knapp sechs Jahre, dass ich meine erste Order tätigte, d.h. ich habe einen Vermögenszuwachs von 22350 € pro Jahr.

     

  8. Couponschneider

    @kaunlaran

    „Wer in jungen Jahren nicht auf großem Fuß lebt und viel spart, der wird später auch sein Geld nicht sinnlos verbraten. Er kommt mit weniger aus, weil er früher auch einen niedrigeren Lebensstandard hatte.“

    Das sehe ich auch so. Wenn man sich junge Männer anschaut, sich ein Bild von ihrem Lebensstil macht, kann gut abschätzen, welchen finanziellen Erfolg sie haben werden.

    Ich galt immer schon als sparsam; fleißig und bildungsbeflissen wurde ich später. Meine finanzielle Situation ist besser als die vieler anderer in meiner Einkommenskategorie. Ich habe das Studium ohne Schulden vollendet und dann meine sparsame Lebensweise einfach beibehalten. Mein Konsum ist selektiv. Ich kaufe mir lieber ab und zu exquisiten Illy-Kaffee für 8 € pro 250 g, als dass ich mir einen Kaffee-Vollautomaten kaufen, der mir nur Ärger bereitet.

    Ich frage mal in einem Forum, was wertvoller wäre: Mehr Gehalt zu beziehen oder mit weniger auskommen zu können. Ich plädiere für letzteres, erwartete aber, dass viele das höhere Gehalt als wichtiger erachten. So war es dann auch. Das scheint das Grundproblem in der Denkweise zu sein.

  9. Stefan

    @ Armin: Du kapierst Value Investing eben nicht…das ist Dein Problem..mehr wollte ich auch nicht mitteilen!

  10. tim schaefertim schaefer Beitragsautor

    @ Armin

    Mit den kritischen Einwänden hast Du durchaus Recht, zumindest teilweise. Ja, das Leben bringt negative Überraschungen mit sich. Manchmal ist es nicht einfach. Ich freue mich aber über die Erfolge. Und versuche ein Optimist zu bleiben. Die besten Value-Investoren sind enorme Optimisten.

     

    @ Stefan

    Danke für den Zuspruch.

     

    @ Felix

    Du hast das vorbildlich gemacht. Rücklagen gebildet und nicht verschwenderisch gelebt. Es sollte Aufgabe unserer Schulen und Hochschulen sein, die jungen Menschen auf diese Lebensweise hinzuführen: Rücklagen zu bilden. Langfristig zu planen. Vorzusorgen.

     

    @ Jens

    Das ist ein super Beispiel von einem Arbeitgeber, der ein so wunderbares Angebot seinen Mitarbeitern macht. Die geschenkte Betriebsrente ist herrlich. Warum die Mitarbeiter das nicht annehmen, ist mir ein Rätsel. Es wäre so, als ob der Chef zu seinem Mitarbeiter sagen würde: „Im nächsten Monat bekommst Du eine Gehaltserhöhung.“ Und der Mitarbeiter würde antworten: „Nein Danke. Ich brauche die nicht.“

     

    @ kaunlaran

    Danke für das schöne Beispiel. Ich frage mich, wie groß der Einfluss der Eltern ist. Ich denke, sie haben einen enormen Einfluss auf unser Leben. Sie sollten sich dessen bewusst sein.

     

    @ Couponschneider

    Du machst enorme Fortschritte mit Deinem Depot. Das sind gewaltige Zuwächse. Du machst das richtig: Stur, stetig, ohne Angst zu bekommen zu investieren.

  11. Markus

    So unrecht hat Armin nicht.

    Es geht immer um gewisse Wahrscheinlichkeiten.

    Die 100 % Garantie für die Zukunft ist einfach nur lächerlich bzw. illusorisch.

    Klar ist es menschlich seine Entscheidungen als das „Nonplusultra“ zu verteidigen…

    Wer kann schon mit Gewissheit sagen, was heutige 40 k jährlich in 30 – 40 Jahren Wert sind?

    Die Wahrscheinlichkeit, dass Tim zu den ärmeren Teil der Menschheit gehören wird, würde ich allerdings als eher klein einschätzen.

    Es ist allerdings immer nur eine Schätzung mit Variablen!

    Ein paar Schicksalsschläge und die hier hart vertretenen Dogmen sind leider Makulatur.

    Arm, reich… dass liegt ganz im Auge des Betrachters…

    Wenn ich alt, allein, krank und reich in meinem 1 Zimmer Kämmerle sitze und immer noch darauf schiele, dass der eine Nachbar evtl. eine andere Zahl auf dem Depot stehen hat… dann würde ich dass zumindest als menschlich & geistig „arm“ bezeichnen.

    Mit Optimismus sieht man allerdings mehr Chancen im Leben und die Wahrscheinlichkeit glücklich zu sein, steigt.

    Vor lauter „ich-leben-später-Denken“ kann man auch die Gegenwart genießen lernen.

    Das geht selbstverständlich auch bzw. größtenteils sogar mit vielen kostenlosen Dingen und Demut.

  12. Tom

    Hallo zusammen,

    Wie im Buch „Der reichste Mann von Babylon“ werden nur die Menschen wohlhabend, welche die Gesetze des Geldes befolgen… (äusserst lesenswerte Lektüre – hat mir sozusagen die Augen geöffnet)

    @Tim: weiterhin viel Erfolg beim Investieren…

    Ach ja, Buy&Hold braucht einfach seine Zeit… Man kann sich als Mensch langsam an das wachsende Vermögen gewöhnen.. Man wächst als Mensch stetig mit 😉

    Und ja, es ist schwierig all die Turbulenzen auszublenden… Da hilft nur eins: üben, üben, üben 🙂

    mit freundlichen Grüssen

    Tomislav

     

     

  13. Anna

    Hallo,

    da ich nun seit einiger Zeit im Ruhestand bin, muss mein Depot aus „eigener Kraft wachsen“. Im Moment kann ich mich nicht beklagen. Es ist ein gutes Gefühl, diese Reserven zu haben. Es beruhigt ungemein, vor allem wenn man nicht ganz gesund ist. Ungeplante Ausgaben reißen einen nicht in den Ruin. Ironie an der Sache: Man kann auch sparen: Reise nach Machu picchu, Dschungeltour in Brasilien oder Milford Track (NZL)  gehen eben nicht mehr. Da muss ich mich halt an guten Käse oder Kaffee halten.

    @ Couponschneider: Ist dieser Kaffee im PZL-Gebiet 08 oder 09 erhältlich? Oder muss ich online tätig werden?

  14. Tino

    @Couponschneider, ein Kaffeevollautomat ist auf lange Sicht eine gute Mischung aus Komfort und niedrigen Material-, Betriebs- und Instandhaltungskosten. Ich hatte bisher eine Reparatur in 6 Jahren und diese war in der Garantiezeit und eigenes Verschulden (tschechische Bohnen mit einem Stein, der das Mahlwerk blockiert hatte). Die Kosten pro Kaffee liegen ca. bei 5 Cent bei mir. Die Maschine hat ca. 1.000 EUR gekostet. Klar wenn der „Kaffeemaschinen-Tsunami“ öfters vorbeikommt, steigen die Kosten natürlich ;), bis jetzt bin ich verschont geblieben.

    Und morgens Zeit zu sparen und einen frischen Espresso auf Knopfdruck zu haben, ist für mich als Familienvater goldwert! Buy and hold, auch hier Bedingung.

  15. hasta la proxima

    Lieber Tim Schäfer und alle anderen Poster,

    Herr Schäfer gibt in diesem Post einen ausführlichen Einblick in einen TEIL seiner Lebensweise bzw. Erwartungshaltung seiner Investments.

    Einen kleinen „Einwurf“ gestatte ich mir aber, Herr Schäfer: obwohl es uns überhaupt nichts angeht, stellt sich mir halt die Frage, ob Herr Schäfer auch eine Familie zu versorgen hat? Ich weiß, dass ist absolut privat und geht uns wirklich nichts an. Von meiner Seite kann ich aber sagen, dass eine Familie schon ein wenig „kostet“. Bei meiner Wenigkeit gibts da halt eine Frau – diese ist angestellt – und eine Tochter, und … wie sag ich’s am besten … die können schon „ins Geld gehen“ 😉

    Somit muss man bei einem leicht überdurchschnittlichen Gehalt schon mit seinen finanziellen Ressourcen umgehen. Und ja, sowas gehört eigentlich schon in der Schule vermittelt. Ich kann mich noch gut an einen Lehrer von mir erinnern. Der sagte immer: also länger als ein maximal eineinhalb Jahre in die Zukunft plane ich NIE. Mit dieser Meinung ist dieser Typ in Sachen Investment aber sowas von daneben gelegen (ich darf ja gar nicht sagen, was der unterrichtet hat). Naja, nach vorne schauen ist angesagt und mit einem langfristigen Anlagehorizont liegt man mMn ziemlich gut.

    @Stefan und @Armin: bitte nicht gegenseitig beflegeln oder etwas vorwerfen. Lassen Sie uns doch hier gemeinsam mit Tim Schäfer und vielen anderen Interessierten Gedanken mit Stil austauschen.

    Herzlichst

    hasta

  16. AlexanderAlexander

    Ich habe immer ein Problem mit dem „sparsam“ leben. Ich habe keine Lust sparsam zu leben, denn das bedeutet Verzicht. Und verzichten will ich nicht. Ich lebe bewusst, ich gebe mein Geld bewusst aus. Klar, man wird nicht reich durch das Geld, dass man verdient, sondern durch das Geld, das man nicht ausgibt (ist nicht von mir der Spruch). Ich fahre in den Urlaub, ich kaufe alle 4 Jahre ein neues Auto, ich habe ein Haus und einen Kaffeevollautomaten. Ich kaufe bewusst im Sonderangebot, nehme Schnäppchen wahr und buche den Urlaub zu günstigen Zeiten. Trotzdem spare ich jeden Monat mindestens 500 € plus die Dividenden. Ich fühle mich wohl damit und bin vermutlich den 90 %, die nichts machen, voraus. Ich prasse nicht sinnlos, aber totsparen bringt auch nichts. Ich verdiene neben meinem Job noch extra Geld dazu, da gebe ich auch einen Teil aus.

    Würde ich in einer Großstadt leben, hätte ich wohl auch kein Auto, aber bei uns am Land brauch ich eins.

  17. Matthias SchneiderMatthias Schneider

    Wie man sieht, hat jeder so seine Prioritäten. Ich finde, die Volksweisheit „Wer nicht genießen kann, der ist ungenießbar“ hat schon was. 😉

    Für mich ist nur wichtig, dass ich mir nichts kaufe, was ich nicht für mich selbst wirklich als nützlich empfinde, sondern aus Prestigegründen kaufen würde. Ich habe auch eine kleine Jura (Kaffeeautomat), einfach weil es nett ist, sich einen duftenden Espresso oder einen Cappuccino raus zu lassen. Das steht natürlich dem prinzipiellen Ziel des Anlegers nicht im Weg. Alles darf einfach nicht zu verbissen gesehen werden, und muss nicht immer wirtschaftlich sinnvoll sein. Ohne Genuss ist alles nix. Mein anderes „Laster“ ist hin wieder ein Glas Wein. Da kaufe ich dann auch einen vom Lieblingswinzer nebenan in der schwäbischen Wochenendheimat. Ich benötige auch ein Auto. Da habe ich ein Arbeitspferd, dass mich zuverlässig pro Jahr 35.000 km befördern muss (der nächste wird wohl ein Peugeot 508 Kombi oder Hyundai i40 Kombi sein). Deswegen muss ich auch alle 6-8 Jahre (maximal) eins kaufen. Das ist dann ein Diesel Jahreswagen o.ä. für max. 15.000 Eur. Da habe ich kein Problem damit. Ich spare das auf einem extra Tagesgeldkonto an.

    Na ja, ich wünsche allen Strebenden guten Erfolg und vergnügliche Momente neben aller Sparerei.

    MS

  18. Olaf

    Ich stimme hasta la proxima vollkommen zu. Sobald man die Verantwortung für eine Familie hat sieht die Situation komplett anders aus…

    Ich lese sehr interessiert ihr Kommentare, Tim, und ihre Webseite ist eine meiner absoluten Favoriten, aber in der heutigen Zeit ist es echt auch Luxus, wenn zwei Vollverdiener, ohne Kind, da sind. Ich will jetzt keine Diskussion über Vor- und Nachteile eines Paares mit/ohne Kind anfachen, aber finanziell gesehen, sind Familien ganz klar im Nachteil. Ich habe auch eine Familie, habe aber auch seit ca. 25 Jahren so gut wie immer Aktien und auch das Angebot meines Arbeitgebers (Pensionsfonds) angenommen, aber ich kann nicht viel Geld zur Seite legen…

    Ich denke trotzdem, daß wir im Alter auch nicht in Armut leben müssen, aber die 25-fach Regel ist für mich total unrealistisch.

     

     

  19. peter

    Die Regel mit dem 25-fachen des Jahresbudgets ist die Umkehrung der Aussage, das Jahresbudget soll nicht höher als 4 % des Depotwertes sein.

    Wahrscheinlich um unrealistische Erwartungen auszuschließen

  20. Paulchen

    Es kommt nicht darauf an, wie alt man wird, sondern wie man alt wird. (Werner Mitsch)

     

  21. Olaf

    Hallo Tim,

    das stimmt!

    Ich wollte jetzt nur rein die finanzielle Seite aufzeigen.

    Aber, Kinder zu haben, lässt sich nicht gegen eine Million Euro aufwiegen und würde niemand eintauschen 🙂

    Nur wird es trotz gutem Jobs sehr schwierig finanziell so zu agieren als wenn jemand kinderlos ist.

    Aber es kommt immer darauf an, das sehe ich genauso, was man von dem Geld, welches man verdient, kauft oder viel wichtiger…eben nicht kauft. Und über die Jahre läppert sich das. Auch ich würde, sobald etwas übrig ist, mir Aktien kaufen. Egal, in welchem Alter.

  22. Paulchen

    In einer deutschen Großstadt ist es mit Kind fast unmöglich unter Kosten von 4-5.000 Euro pro Monat zu bleiben, wobei der Großteil fürs Wohnen draufgeht. Wer in der glücklichen Lage ist, eine abbezahlte Immobilie zu besitzen, kommt wohl mit ca. 3.000 Euro aus. Das liegt weit über dem Durchschnittsverdienst (falls nur ein Elternteil arbeiten geht).

    Da es wahrscheinlich ist, dass durch die EZB-Politik die Kosten weiter steigen werden, bin ich eher skeptisch, dass die „Mittelschicht“ in der Lage sein wird „nicht arm im Rente zu gehen“, wie Du schreibst. Dass die ca. 40% der arbeitenden Bevölkerung in prekären oder ohne Arbeitsverhältnis arm in die Rente ist wohl klar und nur durch eine überraschende Erbschaft oder einen Lottogewinn zu ändern. Alles andere wäre Augenwischerei.

     

     

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