Wall Street geht schon wieder rauf


New York, 18. März 2009

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Am Mittwoch setzt sich die Aufholjagd an der Wall Street fort. Der Dow Jones legt um 1,2 Prozent auf 7.486 zu. Mal wieder liegen die Finanzwerte an der Spitze. Ganz vorne mit dabei die Citigroup mit einem Plus von 23 Prozent, gefolgt von der Bank of America mit 22 Prozent und Wells Fargo mit 16 Prozent. Der Lebensversicherer Metlife zieht um 20 Prozent an. Darden Restaurants präsentiert schmackhafte Zahlen für das zweite Quartal, der Titel schießt um 20 Prozent in die Höhe. Starbucks geht um vier Prozent rauf, mit günstigen Value-Menues will die Kaffeehauskette nun Kunden anlocken. Ob die Strategie, Sandwich plus Kaffee plus Rabatt zieht – da bin ich skeptisch. Nach wie vor fährt Starbucks eine Hochpreispolitik. Im Vergleich zu Konkurrenten wie McDonalds sind die Produkte einfach zu teuer. Um elf Prozent bricht die General-Mills-Aktie ein, die Quartalszahlen enttäuschen auf ganzer Linie.
Die US-Notenbank lässt am Mittwoch ihren Leitzins unverändert in der Spanne zwischen 0,00 und 0,25 Prozent. Damit können die Geschäftsbanken sich praktisch umsonst refinanzieren. Ein Reibach kann ich da nur sagen. Kein Wunder, dass die Finanztitel explodieren. In den kommenden sechs Monaten will die FED Staatsanleihen mit einem Volumen von 300 Milliarden Dollar aufkaufen. Zusätzlich will sie weitere 750 Milliarden Dollar zum Kauf von sogenannten „Mortgage Backed Securities“, kurz MBS, aufwenden. Das sind Schuldverschreibungen, hinter denen sich Hypotheken und Konsumentenkredite verbergen. Mit einer regelrechten Kursexplosion reagierte der Euro auf die Ankündigungen der Notenbank. Der Euro sprang auf 1,34 Dollar. Sehen Sie nur den Chart. Kommt jetzt der Euro wieder auf alte Höhen von 1,50 Dollar? Mir wäre es recht. Dann wird das Leben für mich in New York noch billiger.
Die Rezession hat die Preise ohnehin schon auf breiter Front einbrechen lassen. Mieten, Hotels, Restaurants und selbst Broadwayshows kriegen Sie jetzt so günstig wie seit Jahren nicht mehr. Das wird mit Sicherheit nicht so bleiben. Aber vorerst genieße ich das hier. Im American Airlines Theatre am Times Square schaute ich mir Ibsens Drama „Hedda Gabler“ an. Das Ticket, das sonst um die 120 bis 160 Dollar kostet, staubte ich zum Schnäppchenpreis ab.


tim schaefer (Author)

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