Von wegen alte Schlappen


New York, 13. August 2008

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Als Value-Investor sollten Sie sich den Schuh-Hersteller Brown Shoe ansehen: Seit dem Frühjahr 2007 fiel der Kurs von 38 auf aktuell 16,70 Dollar. Freilich leidet der Konzern unter der Konsumflaute. Dennoch erscheint mir der drastische Kursverfall übertrieben. Auf dem Chart sehen Sie den Kursverlauf seit 1970. Auf nur noch 707 Millionen Dollar ist der Börsenwert zusammengeschrumpft. Dabei setzte der Riese voriges Jahr 2,4 Milliarden Dollar um. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis beträgt also nur lausige 0,3. Ein Schnäppchen! Operativ blieben 2007 96 Millionen Dollar hängen, netto 60 Millionen. 67 Prozent der Schlappen gehen direkt in den Einzelhandel, 33 Prozent an Großhändler. Alles in allem betreibt der Konzern 342 Läden. Die meisten davon sind in den USA (133 Filialen), gefolgt von Kanada (120), dem pazifischen Raum (38), China (26) und Zentral- sowie Südamerika (25). Bis zum Jahr 2012 will Steuermann Ronald A. Fromm die Zahl der Niederlassungen rund um den Globus mehr als verdoppeln. Zu seinem Portfolio zählen viele bekannte Marken wie Dr. Scholl’s oder Etienne Aigner. Im laufenden Jahr peilt Fromm einen Umsatz in der Bandbreite zwischen 2,43 und 2,48 Milliarden Dollar an. Beim Gewinn je Aktie will er zwischen 1,29 und 1,53 Dollar eintüten (2007: 1,37 Dollar). Unterstellen wir ein Ergebnis in der Mitte, also bei 1,41 Dollar, beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis nur 11,8. Die Bilanz ist aufgeräumt. Unterm Strich finde ich allenfalls Schulden in Höhe von 143 Millionen Dollar, bei 2,4 Milliarden Dollar Umsatz ist das kaum der Rede wert. Die Dividende bringt immerhin 1,6 Prozent ein, was unter den Schuhherstellern selten ist. Zu den größten Anteilseignern zählen diverse Investmentfonds der Allianz, die zusammen mehr als acht Prozent des Grundkapitals besitzen. Mit all seinen Ersparnissen gründete der junge George Warren Brown das Unternehmen 1878 in St. Louis in Missouri. Der Kurs sollte wieder auf die Beine kommen.


tim schaefer (Author)

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